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am 5. Februar 2005
Rhizom - Ausser Botanikern dürfte dieser Begriff wohl nur Kennern dieses Buches etwas sagen. Das dicht unter der Erdoberfläche wuchernde Wurzelwerk von Gräsern, Zwiebeln und Knollen avanciert in diesem kleinen Werk mit großer Wirkungsgeschichte zum Paradigma eines neuen Denkens, das nicht hierarchisch ist, nicht tiefsinnig, nicht dialektisch, sondern schnell, vernetzt, heterogen, aparallel, asymmetrisch, mannigfaltig, vielschichtig - und das "nicht" schnell hinter sich lässt. Wem „neues Denken" zu sehr nach Marketing klingt: „Rhizom" ist ein Pamphlet aus alten Tagen, provozierend, positiv und humorvoll, dabei komplex und auf jeden Fall ernst zu nehmen. Deleuze kann wohl als einer der einflussreichsten französischen Denker angesehen werden, Guattari war Psychoanalytiker und Schüler Lacans.
Das Rhizom dient Deleuze/Guattari als Gegenbild zum „Baum-Modell" der Wissenschaften, in dem Ausdifferenzierungen über binäre Verzweigungen laufen, immer teilt sich eins in zwei, jeder Punkt ist hierarchisch genau bestimmt, ultima ratio ist das Eine, der Stamm [auch Gott, absoluter Geist, Doxa etc]. Damit wird die Differenz der Einheit untergeordnet, die Vielheit wird als abgeleitet verstanden. Das typische „Baum-Verfahren" ist daher die Dialektik, und insofern ist Hegel die deutsche Eiche, die das Autorenteam gerne fällen würde [oder von Termiten befallen sähe, auch eine rhizomatisch organisierte Mannigfaltigkeit].
Bemerkenswert an dieser kleinen Schrift ist nun, dass sie sich an dem Punkt der „Baum-Kritik", die wohl einen Großteil der Philosophiegeschichte betrifft, bei weitem nicht erschöpft, sondern erst dort beginnt und ein positives Gegenmodell entwirft. Deleuze/Guattari geben natürlich zu, dass die mit dem Entwurf eines Modells verbundenen Operationen eigentlich nicht mehr die ihren sind, steht doch ein Modell für etwas anderes [Repräsentation] und dient der Vereinfachung von Komplexem - sie nehmens mit Humor: „Uns ist schon klar, dass wir niemanden überzeugen können, wenn wir nicht wenigstens einige ungefähre Merkmale des Rhizoms aufzählen." Merkmale des Rhizoms sind Konnexion, Heterogenität, Mannigfaltigkeit, asignifikanter Bruch, Kartographie und Abziehbild - sie bilden die Eckpunkte einer Theorie der Vielheiten, die weniger Theorie als Arbeitsanweisung sein will.
Was also ist das Rhizom? Eine Ameisenkolonie, schreiben die Autoren, weil man nie mit ihnen fertig wird, Kafkas Hotel in „Amerika", weil es unzählige gleichwertige Eingänge hat, jedes Buch, wenn man eine Möglichkeit findet, sich an es anzuschliessen - wie an eine Maschine - und etwas zu produzieren, das Kurzzeitgedächtnis, weil es diskontinuierlich, mit dem Prozess des Vergessens verbunden ist und ihm die Einfälle zugehören, der rosarote Panther, weil er die Welt in seiner Farbe anmalt um in ihr zu verschwinden, auch „die schändlichen Liebschaften, die dem Altertum und dem Mittelalter so sehr am Herzen lagen", weil sie die Genealogien durcheinander bringen ... Warum wirkt dieses Buch so verrückt, wozu diese Provokationen? Es ist wie Quantenmechanik mit Fingerpuppen zu erklären, ohne sie zu reduzieren, eine lachende Pädagogik, die sich ihre Leser selbst sucht. Und dennoch: ernstzunehmende Philosophie, allemal im weiteren Verlauf des Werkes, dem der Text entstammt [siehe unten]. Franz Kafka, Henri Miller, Jean-Luc Godard, Pierre Boulez, Heinrich Kleist, Paul Virilio, Ernst Jünger, Marcel Schwob, von Sigmund Freud und Melanie Klein analysierte Kinder, Glenn Gould, Friedrich Nietzsche, der rosarote Panther - sie gehören unter anderem zum Ensemble des hier gespielten Theaters.
Vor allem wer sich in der akademischen Philosophie, Psychoanalyse oder Literaturtheorie auskennt, aber zuweilen etwas entnervt von ihrer Methodik und ihrem Pathos ist, oder von dem Bild, das diese sich gelegentlich von der Welt machen, sollte Rhizom lesen. Das Pamphletartige des Textes hängt mit seiner Stellung zusammen, ist er doch die Einleitung zu dem Hauptwerk von Deleuze/Guattari namens „1000 Plateaus - Kapitalismus und Schizophrenie II", in dem ohne wieder auf das Modell zu rekurrieren, aber unter den Prämissen des Rhizoms gearbeitet wird - dort im Gegensatz zur Einleitung weitläufig, intensiv, und in gewisser Weise auch systematisch.
Es ist allerdings nur das Vorwort, und wen „Rhizom" erfasst hat, den werden die restlichen 670 Seiten aus „Tausend Plateaus" reuen. Dafür ein u-bahntaugliches Format. Layout, Klebung und Papierqualität sind freilich bescheiden - trotz der geistreichen Schätze, die der Verlag offeriert, ein echtes MERVE-Problem.
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am 16. Januar 2013
Ein Knaller aus den mittleren 70ern. Vielleicht kann man sagen, eine Bombe aus Worten, wenn man einige Aspekte dieser Zeit mit bedenkt. Das Buch wird heute noch ordentlich gekauft, weil es so angenehm dünn ist und der Begriff Rhizom" prächtig zu unserem vernetzten Zeitalter passt. Theoretisch geht es den beiden Autoren darum, die Vertikale durch die Horizontale zu ersetzen. Das Bild des Baumes, der seine Wurzeln in die Tiefe treibt und in der höchsten Krone die besten Früchte hervorbringt, war diesen Franzosen als Denkfigur zuwider. Darin sahen sie das Prinzip der Hierarchie verkörpert, das die abendländische Gesellschaft seit langem gekennzeichnet und für die Massen aus ihrer Sicht nur Ausbeutung bedeutet hat. Dagegen setzten sie das Rhizom: Ein Wurzelgeflecht, das unter der Erde stark in die Breite wuchert, Pflanzen und Pilze in sehr großer Zahl miteinander verbindet und schlimme Unwetter oder Katastrophen funktionsfähig überstehen kann. Als das amerikanische Militär das Internet erfand, hatte es auch, vielleicht unbewusst, eine Art rhizomatischer Struktur vor Augen, die nach einem eventuellen Atomkrieg die Kommunikation sichern sollte. Deleuze und Guattari wandten dieses Rhizomatische allerdings ins Revolutionäre. Das Buch war durchaus als Blaupause für die vielen Feinde des kapitalistischen Abendlandes entworfen und wurde auch so verstanden. In der morgendländischen Gesellschaft sahen die Autoren viel mehr ihr geliebtes Rhizom verkörpert als bei uns. Ob Bin Laden dieses Buch kennt? Westliche Anti-Terror- Experten sollten es aufmerksam lesen. Rhizom und Al Quaida haben vieles gemeinsam.

Am Ende des schmalen Bandes ist auf 14 Seiten ein Interview mit den beiden abgedruckt. Darin geht es um den ersten Teil von Kapitalismus und Schizophrenie". Deleuze und Guattari akzeptierten kein Ich" und keine Subjektivität , sondern nur konkurrierende Kollektivmaschinen". Im Kapitalismus meinten sie, die unterdrückende, in der Schizophrenie, die unterdrückte Kraft zu erkennen. Ihr Traum war die Befreiung der Wunschmaschinen". Entgegen einem verbreiteten Vorwurf ihrer Kritiker, lehnten sie die Konsumgesellschaft ganz und gar nicht ab, sondern wollten im Gegenteil immer mehr Konsum, immer mehr Kaufkraft und Möglichkeiten für die einfachen Leute. Aber dann kamen die wirklich konsumkritischen Öko-80er und plötzlich war der Wunsch nach dem Immer mehr" politisch unkorrekt. Das Ergebnis ist die Ausdünnung der Mittelschicht. Soll ein deutscher Bauarbeiter Urlaub in Thailand machen können? Deleuze und Guattari hätten das ganz eindeutig bejaht. Ohne moralischen Zeigefinger. Ohne ökologische Bedenken. Das macht diese Denker heute zumindest interessant. Subversiv waren sie immer. Ein kräftiges Ja zum Vergnügen. Nur wer richtig feiert, arbeitet mit Freude. Diese Linken sind aus ökonomischer Sicht integrationsfähig. Wie alle 68er.
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am 9. September 2004
Definition: Rhizom [gr.] (Wurzelstock, Erdsproß) unterirdisch oder dicht unter der Bodenoberfläche waagerecht oder senkrecht wachsende, Nährstoffe speichernde (jedoch nicht zur Assimilation befähigte), ausdauernde Sprossachse vieler Stauden.
Rhizome wachsen an der Spitze unbegrenzt weiter, die älteren Teile sterben allmählich ab.
Als Rhizom bezeichnen Deleuze und Guattari in der Philosophie ein Modell für eine mimetisch-ästhetische Praxis, bei der die Metapher des Wurzelstocks das hierarchische und ramifizierende (verzweigende) Denken ersetzt, das Deleuze und Guattari kritisieren.
Im Buch übertragen die Autoren das ursprünglich botanische auf ein neues Denkmodell, dessen Notwendigkeit aus der Aussage resultiert, es genüge nicht länger das Multiple auszudrücken, man müsse es machen.
Die Autoren erläutern in sechs Punkten, wie dieses Denkmodell umzusetzen ist, wobei die botanischen Parallelen ständige Begleiter sind. Und somit ist dieses Buch nicht als Lebensratgeber oder ToDo-Anleitung zu verstehen, sondern als Denkanstoss. Typographisch gesehen ist dieses Buch absolut affrös, Inhaltlich gesehen kann es eine Bereicherung sein. Interessante Theorie, komplexe Materie.
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am 5. Juni 2011
Wie Teenagern, denen aufleuchtet, dass ihre Eltern Geschlechtsverkehr gehabt haben müssen, prusten Guattari und Deleuze über ihre Erkenntnis der Vielheit (multiplicité). Dass sich die nicht hierarchisch darstellen lässt, sondern als flächige Karte oder Wurzelwerk (Rhizom) macht sie richtiggehend high. Dabei schütten sie allerdings m.E. das Kind mit dem Bade aus. Dass die Wirklichkeit mannigfaltig ist und Taxonomien nur krampfhafte Bemühungen des durch Überfülle Verwirrten um Ordnung darstellen, ist ja nicht wirklich neu. Dennoch ist der Unterschied zwischen Wissenschaft und Magie doch gerade der, dass erstere einteilt, wo letztere vermengt. Das Wort "Scienzia" hat nicht umsonst die gleiche Wortwurzel wie der Scheitel: es geht bei ihr um Trennung und Unterscheidung. Magie ist demgegenüber die Anerkenntnis, dass alles mit allem zusammenhängen kann.
Dennoch ist die Lehre vom Rhizom keine Zulassung des Magischen in die Welt des Wissenschaftlichen durch die Hintertür. Am Beispiel des "wuchernden, nomadisierenden Jargons" der Mathematik (38) zeigen die beiden Autoren, dass das Meandernde, sich aufeinander Beziehende auch in der Wissenschaft seinen Platz haben muss. Vielleicht lernt man man ehesten von dem Text Toleranz in der Wissenschaft.
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am 7. Oktober 2015
Am Thema „Rhizom“ war ich interessiert als einer Alternative zu Rudolf Carnaps Bild des Eisenbahnnetzes für ein Beziehungsnetz in „Der logische Aufbau der Welt“, das motiviert ist durch Carnaps Auffassung, dass die Wissenschaft Beziehungsaussagen macht. Gilles Deleuze und Félix Guattari gelten (zumindest auf dem europäischen Kontinent) als Philosophen, aber ihre hier gezeigte Art zu philosophieren würde Carnap vermutlich ablehnen, da ihr die Strenge fehlt.
Während Carnap, motiviert durch die Fortschritte der formalen Logik um 1900, auf eine strengere Art des Philosophierens hin arbeitete, geht die Neuerung Deleuzes und Guattaris, motiviert durch das Aufbegehren der 68-Berwegung, in die Gegenrichtung. Auf der Rückseite des Buches „Rhizom“ steht die Aufforderung: „Findet die Stellen dieses Buches, mit denen ihr etwas anfangen könnt.“ Normalerweise geht es philosophischen Autoren darum, ein kohärentes Ganzes vorzustellen, aus dem man keine größeren Teile weglassen kann. Ohne die Architektur des Text zu stören, aber das gilt hier nicht mehr: „Wir lesen und schereiben nicht mehr in der herkömmlichen Weise. Es gibt keinen Tod des Buches, sondern eine neue Art des Lesens. In einem Buch gibt’s nichts zu verstehen, aber viel, mit dem man etwas anfangen kann.“ Da es Poesiealben und Aphorismensammlungen schon seit längerem gibt, erscheint dieser Ansatz nicht neu – nur das man mit dem Gelesenen etwas anfangen soll, ohne es verstanden zu haben. Aber vielleicht ist eine Art Mythos gemeint, den man jeweils neu deuten muss, um daraus in der gegebenen Situation einen Nutzen zu ziehen. Das wäre „Platonismus“ im pejorativen Sinne.
Ein Mythos ist philosophisch voraussetzungslos, aber hier lesen wir: „Ein Buch muss mit etwas anderem eine Maschine bilden, es muss ein kleines Werkzeug für ein Außen sein.“ Die Maschinenmetapher ist eine Anknüpfung an den zuvor erschienenen „Anti-Ödipus“, der sich gegen einen engherzigen Freudianismus richtet, und die ausdrückliche Erwähnung eines Außen scheint auf ein anders Gespenst hinzuweisen: die idealistische Verleugnung der Existenz einer Außenwelt. Der Begriff des Werkzeugs weist darauf hin, dass es nach Marx’scher Auffassung in der Philosophie nicht darum geht, die Welt zu erklären, sondern sie zu verändern. Wir lesen nämlich weiter: „Keine Repräsentation der Welt, auch keine Welt als Bedeutungsstruktur.“ Aber wenn wir uns die Regelungstechnik oder Kybernetik anschauen, brauchen wir eine Repräsentation der Welt, die uns gestattet, auf der Grundlage aktueller Erfahrungen sachgemäße Entscheidungen zu treffen. Und eine Bedeutungsstruktur brauchen wir, wenn wir auch auf fiktive Bedeutungen verzichten können. Dazu gehört es auch, Erscheinungen nicht mit sachfremden Assoziationen aufzuladen, insbesondere nicht Wahrheitsfragen mit Machtfragen zu vermengen. Gerade das hat schon um 1900 Eduard Bernstein am marxistischen Sozialismus kritisiert – aber nur mit kurzlebigem Erfolg.
„Das Buch ist kein Wurzel-Baum, sondern Teil eines Rhizoms, Plateau eines Rhizoms für den Leser, zu dem es passt.“ Die Kombination „Wurzel-Baum“ weist darauf hin, dass die Autoren es nicht einmal fertigbringen, adäquat zu verarbeiten, dass es bei einem Baum eine Verzweigung nach oben, in den Ästen, und eine nach unten, in den Wurzeln, gibt. Das Bild des Rhizoms ist der Botanik entnommen: das ist dort ein unter- oder oberhalb der Erdoberfläche waagerecht wachsendes Sprossachsensystem, das Blätter und Wurzeln ausbilden kann und von dem nach einer Teilung beide Teile weiterwachsen; außerdem kann ein Rhizom verdickte Teile enthalten.
Der philosophische Begriff des Rhizoms ist nach Deleuze und Guattari gekennzeichnet durch die folgenden Prinzipien:
1. Prinzip der Konnexion (zwischen Punkten)
2. Prinzip der Heterogenität
3. Prinzip der Vielheit
4. Prinzip des asignifikanten Bruchs
5. Prinzip der Kartographie
6. Prinzip der Dekalkomanie (künstlerische Form des Farbabzugs)
Ein Eisenbahnnetz mit Gleisverbindungen zwischen Bahnhöfen in der Technik unterscheidet sich strukturell nicht von einem System von Höhlen und Verbindungsgängen in der Biologie. Und Nelson Goodman vergleicht in einer Besprechung des 2logischen Aufbaus“ wissenschaftliche Theorien mit Landkarten. Mit „Rhizom machen“ ist aber auch eine Art symbiotischer Verhaltensstruktur gemeint. Der von Carnap verwendete Begriff der Einheitswissenschaft könnte so aufgefasst werden als ein System zwar miteinander kommunizierender, aber heterogener Wissenschaften, dessen innere Einheit eine funktionale und nicht zwingend eine methodische ist. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Monopolstellung der empirischen Wissenschaften fragwürdig, und eine angemessene Behandlung der normativen und Ingenieurswissenschaften als „rationale Unternehmungen“ erscheint angezeigt.
Für mich ist kein Vorteil dieses Bilds gegen über Bildern der „bürgerlichen“ Wissenschaft erkennbar, die sich auf die Allgemeine Systemtheorie Ludwig von Bertalanffys, kombiniert mit Synergieerwägungen, erkennbar. Da ich die Entwicklungspsychologie von Jean Piaget und die Theorie der moralischen Entwicklung nach Lawrence Kohlberg dem Freudianismus vorziehe, betrachte ich den Anhang über „Kapitalismus und Schizophrenie“ und die daran anknüpfenden Teile von „Rhizom“ als entbehrlich. Ich habe die Stellen darin gefunden, mit denen ich etwas anfangen kann. Und in der Kennzeichnung des philosophischen Rhizombegriffs habe ich etwas gefunden, das mit Teilen meiner bisherigen Ansichten „eine Maschine bildet“, ein „kleines Werkzeug für ein Außen“, das sich allerdings von dem „Außen“, das die Autoren zu sehen schienen, deutlich unterscheidet.

Wuppertal, den 05.10.2015

Dr. Rüdiger Blaschke
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am 14. Oktober 2013
Die legendäre Einführung von Deleuze und Guattari zu ihrem großen Werk: Tausend Plateaus.

Auf knapp 50 Seiten finden sich mehr Denkanstöße als in manchen 500 Seiten starken Standartwerken der Philosophie.

Unbedingt lesenswert für jeden der lesen kann.
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am 25. März 2011
Ich habe das Buch über die Plattform Amazon erworben,da ich mir davon das versprach, was den Franzosen Deleuze und Guattari nachgesagt wird, nämlich in einer Reihe mit den großen Philosophen der Vernunft- Wahrnehmungs- und Moralkritik zu stehen und das in einem so umwälzenden, brutalen Maße, wie einst Spinoza oder der viel zitierte und viel gehaßte Friedrich Nietzsche.
Wenn man sich die Philosophie in Gänze betrachtet, stößt man schnell darauf, das hier Inhalte, die allgemein verständlich sind durch die Sprache, die gewählt wird, so stark verzerrt und abstarhiert werden, das diese Inhalte beinah undverständlich werden. Der Begriff des Volksmund: philosophisches Geschwafel sagt ihr eigentlich schon alles. Mir geht es leider bei diesem Buch genauso! Ich las die ersten Seiten und verstand nichts, es wird weder ein Gegenstand der Betrachtung beleuchtet noch würde sonst auf irgendeine Weise eine Art Hilfestellung an den Leser gerrichtet, um sich in die Thematik einfühlen zu können. Da werden dann Sätze mit einem fiktiven "Wir" eingeleitet, das wohl die Autoren bezeichnet, dann geht man wieder aufs kategorische "Man" über etc. Man erhäklt ein wenig den Eindruck als läse man eine abgetippte Vorlesung von zwei Doktoranten die es nicht besser wüssten, dass diese Herren allerdings Professoren ersten Ranges sind, kann einen wütend machen, denn die müssen es besser können! Wurde Nietzsche schon viel für seine Aphorismen kritisiert, dann betritt man hier eine neue Ebene der Entwürdigung der Erzählkunst. Sollte die Übersetzung schuld sein, (was ich nicht glaube), wäre das nicht minder entschuldigend.

Zwei Sterne für die Möglichkeit, das der Inhalt brilliant ist und lediglich dilettantisch verpackt.
Ich rate vom Kauf ab.
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am 12. Februar 2011
absolut lesenswert. wenn alte modelle als zu wenig adäquat erkannt sind ,entstehen neue, die wiederum jeweils neu gedacht werden wollen.
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