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am 9. Dezember 2013
Der Ausgangspunkt für »Das Modell des Konsequenten Humanismus« ist die Wirklichkeit, wie sie heutzutage von Wissenschaft erfasst wird. Das ist für Philosophie ungewöhnlich: diese geht meist davon aus, was andere Philosophie gesagt hat, widerlegt und/oder erweitert es, wie etwa Heidegger von Husserl oder Nietzsche von Schopenhauer.

Im Konsequenten Humanismus kommen andere Philosophen auch vor: als Kommentatoren, nicht als Begründer. Das beginnt mit den Vorsokratikern, die schon ein unerkennbares Kontinuum postulierten, aus dem alles Materielle emaniere, was bei Anaximander Apeiron hiess. Der bedeutendste Kommentator ist Kant, ja, man kann Widmers Philosophie als die Fortführung von jener Kants lesen, nun eben um die Wissenschaft ergänzt, die Kant vor bald zweihundertfünfzig Jahren als die »enge Pforte« erkannte, »die zur Weisheit führt«. Mit Kant stimmt Widmer auch überein, dass Raum und Zeit nicht die Wirklichkeit seien, sondern das »Koordinatensystem« für die Vorstellung der Wirklichkeit – oder eben »Anschauungen a priori«.

Es ist spannend zu sehen, wie der Autor und einstige Firmenchef darlegt, dass Macht, Geld und Erfolg nicht per se zu einem erfüllten Leben führen. Ein Buch, von dem der Leser profitieren kann!
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am 7. Dezember 2013
Denken steht am Anfang seiner Evolution rein im Dienst der Erhöhung der Überlebenschancen; je vollständiger das Bild über Selbst und Welt jedoch wird, desto dringender stellen sich ihm Fragen über Tag und Nachbarschaft hinaus, und will es dem Dasein Sinn geben. Da fangen alle Komplikationen menschlichen Lebens an: das Subjekt muss unmittelbaren Antrieben zugunsten von Zielen mit weiterem Horizont widerstreben. Die Regeln für die Beherrschung dieses Widerstrebens heissen Moral (eigene Ziele) und Sittlichkeit (gesellschaftliche Ziele).

Dabei tritt die Frage nach dem Freien Willen auf den Plan: ist nicht schon alles, was wie Entscheiden aussieht, in Instinkten oder Unbewusstem angelegt? Worüber besteht überhaupt Freiheit – über eigene sexuelle Neigungen, Muttersprache, Selbst? Im Konsequenten Humanismus tritt Freier Wille als die Wahl der nächsten Handlung auf – nicht davon, wer der sei, der wählt. Wer er ist, ist das Resultat von Anlagen, Prägung – und: eigenen Entscheidungen. Die Persönlichkeit ist das Ergebnis einer eigenen Evolution und ist letztlich der einzige, unveräusserbare Besitz.

Der Autor versteht es, den Leser zu fesseln und man ist gern bereit, ihm durch die anspruchsvolle Lektüre zu folgen. Sein Ziel, die notwendige Erkenntnis zu vermitteln, so dass - mit Lichtenberg gesprochen - alle Menschen gleich glücklich sein können, gelingt ihm. Ein Buch, das sein Versprechen hält.
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am 10. Dezember 2013
Dem möglichen Verdacht, mit all der wissenschaftlichen Ratio das eigentlich Menschliche zu verschütten, nimmt Widmer gleich in der Einleitung den Wind aus den Segeln: all die Ratio lege das, was er »das Göttliche in jedem Menschen« nennt, erst konsequent frei, und dieses sei ebenso bewusst wahrzunehmen wie die objektive Welt, und sei als das »Unverfügbare« zu pflegen und zu behüten.

Der Konsequente Humanismus umfasst alles, vom Urknall bis zur direkten Demokratie. So kann die Darstellung auf 300 Seiten (einschliesslich wissenschaftliche Anhänge) nur abstrakt und konzentriert ausfallen. Es ist keine Bettlektüre, keine Lebenshilfe-Philosophie, wer jedoch hineinkniet und sich die Erkenntnisse zu eigen macht, gewinnt einen verlässlichen Wegweiser für die Gestaltung des eigenen Lebens und der politischen Umgebung.
Angesprochen ist jeder, der die Erkenntnis sucht, um seine Talente in der komplexen Welt sinnstiftend zu entfalten. Wem Peter Sloterdijk zu leserfern und Richard David Precht zu hemdsärmelig ist, dem sei Hans Widmer empfohlen.
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