Sale70 Sale70w Sale70m Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Jetzt informieren Book Spring Store 2017 Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More TDZ Hier klicken HI_PROJECT BundesligaLive Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusicUnlimitedEcho BundesligaLive longss17


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 10. Juni 2012
Hier nimmt Marie-Luise von Franz das Werk Theatrum Chemicum des Alchemisten Gerhard Dorn (1530' 1584) als Grundlage. Er war Arzt im süddeutschen Raum und fasziniert von Paracelsus' Arbeiten, die er auch zahlreich übersetzte und 1575 publizierte. Wie Paracelsus war auch er an den Geheimkünsten seiner Zeit ' Alchemie, Astrologie, Numerologie, Geomantie, Pyromantie, Hydromantie, Okkultismus ' interessiert, sich aber auch deren körperlicher Verhaftung bewusst, die er zu überwinden suchte. Im Zwiespalt von Trinität (Christentum) und Quaternität (Alchemie) formulierte er seine Weltanschauung. Die Fragen des Weiblichen und des Körpers stellten für Dorn ein großes Problem dar und er rang damit, die Alchemie sozusagen zu 'kastrieren' und deren dunkle praktische Seite, die ja das Zwiegespräch mit der Materie pflegte, in eine introvertierte, geistige Alchemie umzuinterpretieren. Dort lag seine Stärke, obwohl er als Arzt ständig in die materiellen Aspekte des Menschen, also in den Körper und das reale Leben verwickelt war. Die Autorin erklärt Dorns zweifachen Ansatz der Alchemie folgendermaßen: 'Die chemische Erscheinung einer Sache, zum Beispiel von Glas, ist nicht ihr wahres Wesen. Dorns Idee ist, daß hinter oder in ihr sozusagen ein wahres Wesen steckt und daß die chemische Philosophie sich damit abgibt, wobei der Zugang dazu zweifach ist, eben durch das Bilden einer eigenen Meinung und durch das Experimentieren' (41). Dorn selbst steht somit auch am Anfang der modernen Wissenschaften: 'Durch Studieren [und damit meint er einfach das Lesen der alchemistischen Bücher] erwirbt man Wissen; durch Wissen Liebe, welche Hingabe erzeugt; Hingabe erzeugt Wiederholung, und durch ständiges Wiederholen erzeugt man in sich selbst Erfahrung, Tugend und Macht, durch welche das wunderbare Werk vollbracht wird' (42).
Marie-Luise von Franz beginnt dieses Buch mit einer anschaulichen Einführung in die Entstehung der introvertierten und extravertierten Alchemie. Kapitel um Kapitel erläutert sie dann das Werk Gerhard Dorns und zeigt Parallelen zur heutigen Sinnsuche auf. Ein Hauptbestandteil ist dabei die Aktive Imagination Dorns, in der Geist, Körper und Seele in aktivem Ringen die sieben Stufen der Alchemie erklimmen. Wenn eine Annäherung an das extrem widerspenstige und oft widersprüchliche Gebiet der Alchemie gesucht wird, dann ist dieses Buch ein Meilenstein. Verständnisvoll umsorgt die Autorin den Leser mit vielen lebensnahen Beispielen aus dem Erfahrungsschatz ihrer lebenslangen therapeutischen Arbeit. Marie-Luise v. Franz garantiert stets eine zusätzliche Tür zum Verständnis der eigenen Psyche.
Ein für mich wichtiges Werk dieser großen alten "Jung"-Dame.
0Kommentar| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden



Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken