Hier klicken Sale Salew Salem Hier klicken Sonderangebote 30 Tage lang gratis testen Cloud Drive Photos Learn More Hier klicken Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusicUnlimited Autorip longss17

Kundenrezensionen

4,7 von 5 Sternen
26
4,7 von 5 Sternen
5 Sterne
22
4 Sterne
3
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
1
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:34,90 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 19. Dezember 2014
Dieses Buch gehört sicherlich zu den interessantesten Darstellungen unserer heutigen Gesellschft. Ich bin mir sicher dass dieses Buch Politikern, Sozialpädagogen, Politologen, linken Journalisten, Germanisten, Theaterwissenschaftlern sowie allen anderen Stützen und Leistungsträgern unserer Industrienation nicht sonderlich gefallen wird. Für mich ein klarer Grund zum Kauf und zur Weiterempfehlung.
11 Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. Juli 2014
Volkmar Weiss ist ein toller Querdenker mit brisanter Botschaft. Wesentliche Gedanken zur genetischen Determinierung der menschlichen "Denkkraft" hat er bereits in die "Die Intelligenzfalle" formuliert (nur noch im Antiquariat verfügbar). Fast dreißig Jahre später holt er weiter aus und versorgt den Leser mit seinem enormen Fundus an Wissen und persönlichen leidvollen Erfahrungen als Forscher unter kommunistischer Herrschaft. Seine interessante Hypothese einer einfachen mendelschen Vererbung eines Teils dessen, was die Forschung "Intelligenz" nennt, erscheint mir als Biochemiker und Arzt so plausibel, dass sie unbedingt verifiziert oder falsifiziert werden sollte. Wer sich z.B. für das Schicksal der Juden interessiert, bekommt eine mit Literaturzitaten gepflasterte biologische Sicht der Historie des auserwählten Volkes und dessen, was auf es wartet, geliefert. Dazu gibt es schonungslose Analysen der Situation in Südafrika und Brasilien, den so hoch gelobten Regenbogen-Nationen. Thilos Sarrazin hatte sich großzügig bei Weiss für seinen Bestseller "Deutschland schafft sich ab" bedient und so zitiert Weiss daraus ebenso großzügig im Kapitel über Türken in Deutschland. Eindrücklich beschreibt er die schicksalhafte Verkettung zwischen sozialer Mobilität, Wohlfahrtsstaat, Siebung nach Denkkraft und Demokratie. Es entsteht ein ewiger Kreislauf der Gesellschaftssysteme im Kampf zwischen durch unterschiedliche Leistungsfähigkeit getrennten Schichten, der nach kurzen Phasen von Frieden und Prosperität immer wieder über soziale Unruhen allzu oft im Bürgerkrieg endet. Welche Einflüsse Migration in diesem Räderwerk ausübt, erklärt Weiss an vielen Beispielen rund um den Globus. Das Buch ist auch für Leser ohne soliden wissenschaftlichen Hintergrund gut lesbar. Allerdings ist es kein Schmöker ala Sarrazin, sondern eine dicke, bestens mit Literaturzitaten hinterlegte anspruchsvolle Monographie, die sich an ein Publikum wendet, das gerne auch aus einer anderen als der Mainstream-Perspektive auf die Geschichte schaut. Wer als Lehrer, Sozialwissenschaftler, Journalist, Linker oder Grüner mal kräftig gegen den Strich der Gleichheitsideologie gebürstet werden möchte, bitte schön, hier ist aufwühlende Lektüre. Kultusminister sollten es per Dienstanweisung als Pflichtlektüre an ihre Beamten ausgeben. Es gibt im Buch Redundanz. Für eine zweite Auflage könnte ein Lektor für etwas Straffung sorgen.
0Kommentar| 27 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. Juli 2014
Woher kommen wir, wohin gehen wir, und wo stehen wir heute? Dies sind die Grundfragen eines jeden Menschenlebens und letztlich jeder Gemeinschaft und Gesellschaft. Volkmar Weiss greift diese existentiellen Orientierungen in seinem Buch „Die Intelligenz und ihre Feinde“ auf eine einzigartige, aber auch bedrückende Weise auf. Dieses Werk will so gar nicht in unsere heutige Spaßgesellschaft passen. Es entlarvt die dümmliche, vorteilsbehaftete politische Korrektheit auf nahezu jeder Seite. Es hält dem Gemeinwesen und seinen Verantwortlichen, Politikern und sogenannten Eliten einen Spiegel vor. Obwohl es sich um eine humangenetische, teilweise soziologische Untersuchung handelt, hat das Buch einen zutiefst philosophischen Kern: „Erkenne Dich selbst!“, das ist der tiefe Grundimpuls des Bandes. Diese Forderung geht jedoch weit über den Einzelnen hinaus, denn es wird die absehbare Entwicklung des menschlichen Geschlechts in den nächsten 20-150 Jahren erörtert.
Besonders gut hat mir die Formulierung gefallen, dass die Menschheit in den nächsten Jahrzehnten durch ein Nadelöhr gehen muss. Dabei werden peak-oil und die aufziehende Energiekrise ebenso angesprochen wie die mentalen Verwerfungen des Erziehungssystems und der Gesellschaft, die dieses kritische Zeitgeschehen begleiten. Sehr gut beschreibt der Autor, dass es die eigentlich ideologisch Gescheiterten sind, welche die Redaktionen der Massenmedien beherrschen und die Menschen somit in der Trägheit und Unwissenheit verharren lassen.
Völlig richtig analysiert Weiss weiterhin, dass es in einem demokratischen Industriestaat nahezu unmöglich ist, diese selbstzerstörerische Entwicklung umzukehren. Weiss beschreibt das Versagen des demokratischen Systems in allen seinen Facetten, natürlich immer unter wesentlicher Berücksichtigung der Intelligenzforschung, und knüpft hier an etliche große, besonders libertäre, Denker an. Genannt sei hier nur Alexis de Tocqueville, der in seinem Werk über die Demokratie in Amerika vor nahezu 180 Jahren schon folgende Zukunftsschau über den demokratischen Menschen anstellte: „Ich sehe eine zahllose Menge einander ähnlicher und gleicher Menschen, die sich ohne Unterlaß um sich selbst bewegen, um sich kleine und vulgäre Freuden zu verschaffen, die ihre Seele ausfüllen…Über ihnen allen aber erhebt sich eine ungeheure Vormundschaftsgewalt, die allein sich damit befaßt, ihre Annehmlichkeiten zu sichern und über ihr Ergehen zu wachen…Sie wäre der väterlichen Gewalt zu vergleichen, wenn wie bei dieser das Ziel die Erziehung zum erwachsenen Menschen wäre; aber sie sucht im Gegenteil, die Menschen unabänderlich im Zustand der Kindheit zu halten… Auf diese Weise macht sie mit jedem Tag den Gebrauch des freien Willens sinnloser und seltener.“
Dass es Weiss in seiner großartigen Geschichtsschau am Rande sogar gelingt den Bogen zum ungedeckten Papiergeldsystem mit all seinen zerstörerischen Auswirkungen zu spannen, spricht für die vollkommen umfassende Analyse, die nirgendwo stehen bleibt und die Fäulnis bis in den letzten Winkel erkennt und ausleuchtet.
Volkmar Weiss hat ein absolutes Meisterwerk geschrieben. Wer es nicht gelesen hat, wird weniger von den kommenden Stürmen verstehen…Schade, dass es bei Amazon keine zehn Sterne zu vergeben gibt...:-)
0Kommentar| 15 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. Mai 2017
Wie schnell der Niedergang der Industriegesellschaft vornaschreitet, kann man erfahren, wenn man heute, 2017, das erst fünf Jahre alte zweite große Intelligenz-Buch des multidisziplinären Ex-DDR- Wissenschaftlers Volkmar Weiss zur Hand nimmt. Nicht, dass die von ihm geglaubten „Grenzen des Wachstums“ wirklich nähergerückt wären – das wäre nur der Fall, wenn keine kapitalistisch motivierte technische Hochintelligenz neue Wege fände, den objektiv vorhandenen terrestrisch verfügbaren Energieüberschuss anzuzapfen und wir sozusagen weiter ignorant auf dem Wüstensand herumritten wie weiland die Araber, zum Beispiel. Nein, da begibt sich Volkmar Weiss, vielleicht geprägt vom biographisch allzu begreiflichen Pessimismus des einsamen und längst als rechts verschrieenen Rufers in der Wüste, in die Lage des Bürgermeisters einer aufstrebenden Großstadt um 1900 im Kampf gegen den bei zunehmendem Personen- und Güterverkehr anschwellenden Pferdemist in den Straßen.
Aber die Sorgen um den genotypischen Durschnitts-IQ der Deutschen angesichts vorwiegend türkischer Immigration wirkt nach der ersten großen Migrationswelle 2015 und angesichts der politischen Hilflosigkeit gegenüber dem strukturell drohenden Migrationsdruck aus Nahost und Schwarzafrika schon fast idyllisch: Wie willkommen wirkten im nachhinein die italienischen „Gastarbeiter“, als die viel fremderen Türken in Massen auftauchten, und wie heimelig fühlt man sich heute am türkischen Gemüsestand, wenn man an die vielköpfigen Gruppen schwarzer junger Männer vor dem Kino denkt!
Weiss liefert eine wahre Fülle von Fakten, Daten und theoretischen Überlegungen zur Phänomenologie und Genetik der Intelligenz, basierend auf einer erdrückenden Fülle von etwa 1300 Literaturquellen und umfassender eigener Forschung. Wer noch nichts über Intelligenz gelesen hätte, hier erfährt er alles Wesentliche und auch vieles über das hinaus, was man anderswo lesen kann: Seine empirisch stark unterlegte Theorie des Hauptgens der Intelligenz vor allem, die mit der traditionellen und politisch korrekten Überzeugung bricht, Intelligenz müsse, wenn schon überhaupt genetisch determiniert, dann wenigstens polygen und also prinzipiell überall gleichverteilt sein. Nein, ist sie aber nicht, und die soziale Schichtung ist in einer durchlässigen technologisch fortgeschrittenen Gesellschaft viel weniger Ursache als Folge verschiedener kognitiver Begabungen, was mit der Hauptgen-Theorie bestens zu erklären ist. Weiss‘ „Quantentheorie der Intelligenz“, die der Bestätigung harrt, geht dagegen weit über das hinaus, was ohne umfassende naturwissenschaftliche Bildung nachvollziehbar ist. Immerhin wird man fast unmittelbarer Zeuge mutiger wissenschaftlicher Theoriebildung ohne Scheuklappen.
Von den zahlreichen verbundenen Themen hat mich das Kapitel über Südafrika besonders beeindruckt: Welche Hoffnung soll es in einem Land geben, dessen schwarze Mehrheit einen Durchschnitts-IQ von 66 aufweist? Das ist, bei aller Test-Unsicherheit und bei allem positiven Potential von besserer Ernährung und besserer Ausbildung, so beängstigend wenig, dass unter den Bedingungen der positiven Diskriminierung zugunsten der Schwarzen und auch ohne alle weiteren sozialistisch verfehlten politischen Irrtümer, die freilich nicht ausbleiben können, eigentlich nur ein rascher Verzehr des akkumulierten Kapitals aus Apartheit-Zeiten die Perspektive der näheren Zukunft bildet.
Auch wenn man nicht allen Pessimismus teilen mag, kommt man an der Bedrückung nicht vorbei, die sich durch die 484 eng bedruckten großen Textseiten zieht: Volkmar Weiss sieht sich als „Arzt am Krankenbett der Geschichte“, der aber selbst an baldige Heilung nicht glauben kann: „Wenn solche Erkenntnisse einmal Bedeutung erlangen, dann in einer anderen Welt nach dem Großen Chaos, in dem neuen Zyklus, der auf den Untergang der Industriegesellschaft folgen wird.“
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. Januar 2017
ich möchte nicht zu pathetisch werden, aber trotz meines eher "rechten" Weltbildes war ich doch ein gelernter "BRD-Bürger" mit allen dem entsprechenden Befindlichkeitsstörungen und Beißhemmungen und nur Kraft des faktischen von diversen "Verschwörungen" zu beeinflußen.

Nach der Lektüre von Volkmar Weiss (auch seiner anderen Bücher), war nichts mehr so wie es einmal war..sondern klar, logisch und leider absehbar....

Alllerdings, daß man paranoid ist, bedeutet nicht, daß man nicht verfolgt wird....
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. Mai 2013
Wie schon "Die Intelligenzfalle" so ist auch dieses Buch inhaltlich absolut zu empfehlen. Über den Inhalt wurde in Rezessionen schon so viel dargelegt, dass ich hier niemanden wiederholen möchte.

Für den Leser ist das Buch stellenweise etwas zäh geraten, im Gegensatz zur "Intelligenzfalle". Ich schätze durchaus die Absicht des Autors, der den Leser an seinen tiefgehenden Erkenntnissen teilhaben lassen möchte. Es ist an sich gut, dass Volkmar Weiss so engagiert all diese vielen zusammenhängenden Aspekte (Intelligenz, Komplexität von Wirtschaft, Technik, Naturwissenschaft, Entwicklung der Energiequellen, Demographie usw.) begreiflich machen möchte. Einer wie er, der mehr versteht als viele "Fachidioten", fühlt sich vermutlich auch moralisch verpflichtet, sein Bestes zu geben.

Leider überfordert er vermutlich einen großen Teil seiner potenziellen Leser. Ich selbst merke oft in Diskussionen mit eigentlich gebildeten Menschen, wie wenig die wichtigen ursächlichen Zusammenhänge eigentlich verstanden werden.

Vielleicht hätte Volmar Weiss sein Buch etwas mehr straffen sollen.
11 Kommentar| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. Dezember 2014
Das Buch ist eine Herausforderung, auch für den Rezensenten. Es zwingt dazu, etliche Stunden mehreren komplexen Gedankengängen auf mitunter unbekanntem Gebiet zu folgen. Der rote Faden ist die menschliche Intelligenz. Ein zweiter, ein blauer Faden, wenn man so will, schlängelt sich, zumeist verborgen, durch das Buch: Was folgt für das 21. Jahrhundert aus dem, was hier dargeboten wird. Dazu eine Bemerkung am Schluss der Rezension, denn Prognose erscheint mir nur zulässig, wenn die Diagnose stimmig ist.

Die Vererblichkeit der menschlichen Intelligenz hat den Autor sein Forscherleben lang umgetrieben. Dieses Forscherleben begann in der DDR mit einer Arbeit über die Vererblichkeit mathematischer Begabung. Ja, richtig gelesen, denn so etwas durfte es im realen Sozialimus bekanntlich theoretisch gar nicht geben. Gab es aber, und Weiss machte weiter.

Als Grundinformation ist im Buch nachzulesen, welch rasanten Weg die Intelligenzforschung ein Jahrhundert lang genommen hat und dass sie, heute kaum noch vorstellbar, ein Kind des politischen Sozialismus ist. Ihm ging es darum, dass messbare Begabung und nicht Herkunft entscheidend sein sollten. Beherrschte früher zur Erhärtung von Theorien die Statistik das Feld, so ist es heute die Biochemie, das Vordringen in die Welt der Gene, zu ihren Standorten und Funktionen. Weiss nimmt den Leser mit auf eine, nämlich seine lebenslange Forschungsreise zum Intelligenz-Gen, dessen Existenz er mit Nachdruck vertritt. Und zwar ist es nach seiner Meinung ein einziges, ein „Hauptgen“, wie er es nennt. Es folgt den Mendelschen Gesetzen, bereits die statistischen Auswertungen von Intelligenzmessungen zu Vorfahren und Nachkommen ließen alles andere, etwa die Verantwortlichkeit einer Vielzahl von Genen für die Ausprägung der Intelligenz, extrem unwahrscheinlich werden.

Zum Forscherleben des Volkmar Weiss gehört eine bemerkenswerte Ost-West-Erfahrung, an der er den Leser ausgiebig teilhaben lässt. Während die Forschung der DDR sich in bemerkenswerter Weise vom Sozialismus und seinen Denkbeschränkungen abwendete, also praktisch, wenn auch nicht öffentlich propagiert, nach rechts bewegte, war es in Westdeutschland nachgerade anders herum. Forscher unterwarfen sich Denkverboten. In der von Weiss beackerten Wissenschaftssparte der Intelligenzforschung wurde die Erblichkeitsvariante der Intelligenz zum Tabu. Stattdessen war und ist die Erlernbarkeit Trumpf. So kommt es heute zu einem Forschungs-Paradox: Während sich die Gen-Forschung mit größtem Aufwand um Ursachen und Standort von Geisteskrankheiten kümmert, lässt sie das Feld der normalen Intelligenz lieber unbeackert.

Fragt man nach den Ursachen dieser unbegreiflich erscheinenden Pendelbewegungen, kommt man zu ernüchternden Ergebnissen. Etwa so: Die an Ressourcen arme DDR musste ihr Humankapital über ideologische Barrieren hinweg ausschöpfen, um fortexistieren zu können. Der Westen, der zum Glück ohne Sozialismus starten durfte, konnte sich, reich, fett und bewegungsarm geworden, eine Heilsreligion leisten: Aus der schon aus den Zeiten Preußens bekannten Gleichheit vor dem Gesetz wurde Schritt um Schritt die Lehre von der Gleichheit aller Menschen. Jeder kann alles. Doch dieser Satz taugt bestenfalls für geisteswissenschaftliche Seminare. Er führt sich bereits ad absurdum, wenn man eine Stunde auf der Mauer eines Kindergartens sitzt und das Treiben vor sich betrachtet. Hier spielen die Gewinner und die Verlierer von morgen. Mit Blick auf dieses Zuschauen sei hinzugefügt: Ich bin ein radikaler Befürworter der Gleichheit vor dem Gesetz, sie ist für mich ein Gebot der Humanitas.
Die Beobachtungen von Weiss zur gegenläufigen Entwicklung des Wissenschaftsbetriebes in Ost und West würden es verdienen, auf einer viel allgemeineren Ebene vertieft überprüft zu werden. Der Rezensent vermag dies keineswegs, aber er erinnert sich nur zu gut an die entgegengesetzten Tendenzen in den Geschichtswissenschaften. Während sich die DDR-Forscher in den 1980ern auf die großen deutschen Einzelfiguren wie Bismarck und Luther besannen, und damit vom verordneten Geschichtsbild des Marxismus-Leninismus rapide wegbewegten, verwendete die Westelite ihre Kapazitäten auf die Entwicklungsstufen des Abwassersystems in Gelsenkirchen-Buer im ausgehenden 19. Jahrhundert und gleichwertige, als spannend bezeichnete Themen.

Zurück zum Buch: Bei einem solchen Forscherleben mit seinen Höhenflügen und Enttäuschungen ist es nicht zu verwundern, dass das Buch von Weiss auch immens politisch geworden ist. Am Anfang mag ihn die Frage nach den Gründen für den Aufstieg und Verfall von Gesellschaften umgetrieben haben. Einem Zusammenhang zwischen Intelligenz und Auf- und Abstieg nachzusteigen, lag wohl nahe. Die Frage, ob erhöhte Intelligenz bewusst weitergereicht wurde, war vermutlich der nächste notwendige Schritt. Er drängte sich auf, wenn man diverse Stichproben untersuchte, die das Fortpflanzungsverhalten der ländlichen wie auch städtischen Bevölkerung in Deutschland zum Gegenstand hatte, und wenn man damit auch noch die Schulnoten der Probanden verglich. Das erstaunliche Ergebnis: Es pflanzte sich bevorzugt fort, wer etwas darstellte und auch noch gute Schulnoten hatte. Leute mit guten Schulnoten waren zudem signifikant die späteren Aufsteiger. Das sieht nicht unbedingt nach dem Gleichheitsprinzip aus. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhinderts knickte dieser Aufwärtstrent in Deutschland ein. Bei anderen Wohlstandsgesellschaften geht die Entwicklung mit zeitlicher Staffelung ähnlich: Wohlhabenheit bedeutet zugleich einen Verzicht auf Kinder.

Ernsthafte Gegner von Weiss werden an solchen Stellen einzuwenden wissen, dass es gerade die ständische Gesellschaft war, die den Kindersegen an den Besitz koppelte. Wer arm war, konnte sich Kinder nicht leisten. Und er wird ergänzen: Wie gut, dass es heute anders ist. Zuwandernde Sippen leben einkommenslos vom Kindergeld und bereichern uns auf diese Weise. Nun ist Weiss penetrant genug, dass er diese Bereicherung bestreitet. Die unterdurchschnittliche Intelligenz der gesellschaftlichen Randgruppen und deren zahlreiche Nachkommen senke, so sagt er, zum Schaden des Ganzen den Intelligenzquerschnitt der Bevölkerung. Bei diesen Aussagen gibt es zwei Probleme: zum einen sind die Argumente des Autors bevorzugt statistisch untermauert, also mathematisch, was nicht jedem, der über das Thema mitreden möchte, liegt, zum andern ist es so, dass es die allgemeine Bestreitensformel gibt, wonach Intelligenz, wenn sie nicht überhaupt in Abrede gestellt wird, allein durch die Umwelt ausgeprägt zu werden pflegt.

Das ist das Prinzip Hoffnung. Für alle. Bis auf die paar Begabten, aber die sind statistisch sowieso keine Größe, die bei demokratischen Entscheidungen zu messbaren Ergebnissen führen würde, sagt der Autor. Wie gesagt, manches wäre zum Buch von Weiss noch zu sagen, zum Beispiel über die egalitäre Demokratie, deren Verteilungsstreben nach Weiss notwendig in den Absturz führen müsse. Damit sind wir am oben bereits angedeuteten blauen Faden des Buches angelangt. Wie sieht es bei uns zulande in dreißig vierzig Jahren aus? Weiss hierzu: Die Verteilungsgesellschaft münde denknotwendig in dem, was er das Große Chaos nennt. Und schlimmer noch: Die Gegenwärtigen würden nicht die Kraft finden, an diesem sicheren Absturz etwas zu ändern. Weiss behauptet zudem, man könne die Absturzgeschwindigkeit mathematisch ermitteln. Nach einem Kampf aller gegen alle würden nur die Robustesten in kleinen Organisationsinseln übrig bleiben. Wir, die Leser, werden vermutlich die Richtigkeit dieser Prognose nicht mehr überprüfen können. Ob unsere Kinder oder deren Kinder das Buch von Weiss kritisch prüfend zur Hand nehmen werden, ist sehr die Frage. Grund-Voraussetzung wäre wohl, dass sie lesen können.

Der Rezensent ist sich bewusst, dass das Vorstehende nur ein Ausriss aus einem gigantischen Leseeindruck ist, der schon dadurch entsteht, dass der Autor den Leser auf ein Gebiet zwingt, auf dem jeder eine Meinung, aber eben nur diese hat. Dass seit über hundert Jahren auf dem Gebiet der Intelligenz auch ernsthaft wissenschaftlich geforscht wird, wird dem gebildeten Leser als Tatsache ebenfalls bekannt sein. Aber spätestens, wenn es darum geht, was sich dort getan hat, was getan wird, wer es tun, und was dabei herausgekommt, wird der normale Leser die Achseln zucken. Nicht wichtig? Doch es ist wichtig, denn es ist ein Ausflug in den Kern des Menschseins, in das Essenziale, wenn man so will, das, was ihn vom Tier unterscheidet. Das Wissen um die menschliche Existenz verändert sich rapide.

Noch einmal: Dieses sind nur Aspekte dieses voluminösen Werks, das sich auch nicht scheut, eine Relation des Grundthemas zum Energieverbrauch herzustellen. Ein Zusammenhang? Ja, meint der Autor, allerdings. Wieder ist es ein Ausflug in die Technik und die Zusammenhänge der Naturwissenschaften. Das, was dort zu lesen ist, wird den allerwenigsten gefallen. Ganz und gar nicht, wenn man an die Formeln unserer politischen Klasse glaubt: Die Renten sind sicher und Strom kommt aus der Steckdose. Die Wirklichkeit ist komplexer. Das nur als Anstoß zum Lesen. Es ist ein Buch, an dem man sich reibt.
0Kommentar| 11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. Oktober 2013
Es ist ein Thema welches wie kein anderes spaltet. Ist Intelligenz erblich! in Deutschland ist dies leider nach wie vor noch immer ein Tabuthema, obwohl weltweit immer öfter Spezialisten und Fachleute Beweise für die Vererblichkeit des IQ vorlegen. Volkmar Weiss hat sicherlich in seinem Werk sehr detailiert und fachkundig dargelegt, wie Bevölkerungen ihre eigenen IQ Level fördern, fordern und erhalten können.

Eine sehr aufschlussreiche Lektüre, welche unter dem Licht der Wissenschaft betrachten werden muss und nicht etwa unter den Blick der Politischen Korrektheit.
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. April 2014
Das Buch "Die Intelligenz und ihre Feinde" von Volkmar Weiss ist eine notwendige - wenn auch nicht ganz leicht zu lesende - Warnung. Es ist kein Buch, das man mal so schnell nebenbei zwischen Schichtende und Abendbrot beim Feierabendbierchen liest. Manche Sätze muß man mehrmals lesen, weil sie so schwer verständlich, andere, weil sie so schwer verdaulich sind.
Dabei nimmt der Autor weder ein Blatt vor den Mund, noch ist er politisch korrekt. Er ist mit dem, was er schreibt zuweilen sehr unbequem. Das wird ihm der eine oder andere vorwerfen und ihn ins politische Abseits stellen wollen. Doch genau besehen ist nicht er unbequem, sondern die Wahrheiten, die er in seinem Buch verkündet. Außerdem vergißt der Autor bei allem nie die Quellenangaben. Jeder der möchte, kann nach- und weiterlesen.
Im Buch geht es - wie der Titel bereits verrät - um die Intelligenz; konkret die genetisch bedingten Unterschiede zwischen den Menschen. Und diese Unterschiede werden nach Meinung des Autors von der Politik oft geleugnet, eingeebnet, verfolgt und dies in Diktaturen gleichermaßen wie in Demokratien. Der Sozialismus, wie auch die modernen Demokratien sahen und sehen die Intelligenz aus ideologischen Gründen als ihren Feind an, schwimmen im seichten Wasser des Gleichheitsstrebens und der Mittelmäßigkeiten und seien so zum Scheitern verurteilt, was Weiss an unzähligen Beispielen zu belegen versucht. Sein Fazit: Der Erfolg einer Kultur, einer Gesellschaft eines Staates dagegen hängt von der Förderung der Intelligenz ab.
0Kommentar| 9 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 20. November 2013
Es haben einige Rezensenten bereits hervorragende Rezensionen über "Die Intelligenz und ihre Feinde" verfasst, so dass ich die Frage "Warum sollte man dieses Buch gelesen haben?" in den Mittelpunkt meiner Rezension stellen werde.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Dieses Buch ist eines der für mich bedeutsamsten!

Der Autor Volkmar Weiss zeigt anhand von einem absolut schlüssigen, gleichzeitig unmittelbar einleuchtendem Datenmaterial, dass sich Deutschland in einem dramatischen demografischen Wandel befindet, der, sollte er auf dem jetzigen Wege weiter geführt werden, unweigerlich in einem "Großen Chaos" enden muss: Dem Zusammenbruch unserer Gesellschaft und dem Zerfall des Staates. Ein wichtiger Kern, auf dem dieses Schlussfolgerung basiert, ist die anteilig stärkere Vermehrung von wenig intelligenten Menschen, bei gleichzeitig geringer Geburtenrate bei den Intelligenten. Aufgrund dieser Tatsache werden wir im internationalen Wettbewerb zunehmend schlechter abschneiden, da mit dem Voranschreiten der Zeit anteilig aber auch absolut immer Leistungs- und Innovationsträger geboren werden. Unsere Gesellschaft trocknet intellektuell aus. Der Autor belegt, dass Intelligenz im hohen Maße erblich - also genetisch begründet - ist. In unserer heutigen Gesellschaft zu behaupten, nicht die "Umwelt", sondern die biologische Grundlage des Menschen sei für dessen "Denkkraft" die Ursache, ist ein Stich ins Wespennest! Um so mehr danke ich Volkmar Weiss für seinen Mut, diese Erkenntnis öffentlich zu vertreten!

In meiner langjährigen Arbeit mit Menschen als Berater, Therapeut und Coach, aber auch in meiner Tätigkeit als Organisationsberater hatte ich niemals verstehen können, wie ernstgenommene Wissenschaftler behaupten können, alle Menschen seien gleich (begabt) und die unterschiedlichen Sozialisationen seien für die Unterschiede in Intelligenz und Verhalten verantwortlich zu machen. Wer einmal in einer KiTa gearbeitet hat, wird problemlos bereits bei Krippenkindern signifikante Unterschiede in Verhalten und Intelligenz feststellen - obwohl sich die Sozialisation noch ganz am Beginn befindet. Aber das Sozialistisch-/Kommunistische-Paradigma mit seinem Gleichheitsideal, nein, seiner Gleichheitsutopie lässt keinen Raum für Abweichungen zu. Wer es dennoch wagt, vom rechten, Pardon, "linken Weg" abzuweichen, wie z.B. Thilo Sarrazin, dem wird die Daseinsberechtigung in unserer Gesellschaft aberkannt, der wird zur Unperson gestempelt.

Steven Pinker schreibt in der Einleitung zu dem Buch "Was ist Ihre gefährlichste Idee?" auf Seite 28: "Wenn eine Idee wirklich falsch ist, muss man sie ans Licht bringen, um das zu erkennen. Auf diese Weise kann man auch andere besser von ihrer Falschheit überzeugen, als wenn sie im Verborgenen bliebe, denn die Meidung des Themas ließe sich ja in dem Sinne deuten, dass wir eigentlich daran glauben. Und wenn eine Idee WAHR ist, sollten wir besser unsere moralischen Werte darauf einstellen, denn eine Täuschung zu rechtfertigen, kann nichts Gutes bewirken. [...] Die Moralordnung hat den Nachweis überlebt, dass die Erde nicht im Zentrum des Sonnensystems steht, und sie wird auch andere Revisionen unseres Weltbildes überleben."

Wenn nur noch einseitig in die "politisch korrekte" Richtung geforscht wird, werden wir uns Chancen nehmen, die uns später teuer zu stehen kommen werden. Eine gut begründete und seriöse wissenschaftliche Forschung sollte meiner Ansicht nach "amoralisch" (vorurteilsfrei und ergebnisoffen im Hinblick auf Moralvorstellungen) sein, erst die Umsetzung ihrer Ergebnisse sollte einer ethischen Beurteilung unterworfen werden. Und oft verhält es sich sogar so, dass eine vermeintlich gut gemeinte Forschungsidee sich zu einer globalen Bedrohung auswächst.
Deshalb empfinde ich das Buch "Die Intelligenz und ihre Feinde" als bedeutsam: Es klärt den offenen Leser auf, stellt ihm eine andere Sicht als die des Mainstreams entgegen. Es zeigt gefährliche Entwicklungen auf, die in unserer Gesellschaft tabuisiert sind. Es wirft die Frage auf "Wie will ich morgen, wie will ich, dass meine Kinder und Enkel leben?" Volkmar Weiss schreibt, dass er keine Lösungen vorlege. Dennoch sind die Konsequenzen, die aus seinen Darstellungen getroffen werden können, intellektuell einfacher zu ziehen, als das Aufsagen des Alphabets.

Die Frage, die ich mir stelle, ist, welche Maßnahmen sollten umgesetzt werden, um das "Große Chaos" zu verhindern oder zumindest abzumildern? Nicht alles, was machbar ist, sollte getan werden. Alle moralischen Bedenken fahren zu lassen, wäre sicherlich falsch. Dann schlüge das Pendel in die Gegenrichtung aus. Ich wünsche mir einen offenen Dialog in der Gesellschaft; in der Wissenschaft, der Politik, des Journalismus. Nur eine öffentliche Debatte könnte unserer Leben auch morgen noch lebenswert erscheinen lassen. Genug Anstöße gibt Volkmar Weiss.
0Kommentar| 44 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden