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am 6. Oktober 2015
Das Buch entsprach nicht ganz meinen Erwartungen, da es doch sehr wissenschaftlich geschrieben ist. Es geht sehr gut auf die Umstände die zum Krieg geführt haben ein, sowie das ganze was darum geschehen ist, so z.B. sehr ausführlich über das Thema Marine in der Zeit von 1850 bis 1870. Wer ein Buch mit Schilderungen über den Verlauf der Kämpfe erwartet kommt hier etwas zu kurz. Obwohl auch Berichte von Teilnehmern an den Schlachten vorkommen.
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am 15. Juli 2014
Das Buch beinhaltet die Beiträge verschiedener Autoren, wobei der Hauptschwerpunkt auf dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 liegt. Interessanteste Analyse stellt dabei der Beitrag von Maik Ohnezeit dar. Er beschreibt die Vorgeschichte zum Konflikt, die Kriegsereignisse sowie die spätere Entwicklung.

Der Ausbruch des Krieges hätte an sich verhindert werden können, da die Entfesselung insbesondere durch diplomatische Ereignisse ausgelöst wurde. Aber wahrscheinlich wäre es dann später irgendwann zu einem kriegerischen Ereignis zwischen Frankreich und Deutschland gekommen. An sich ist die Hauptursache in dem französischen Streben nach nach einer Führungsposition in Europa. Durch das Emporstreben der Deutschen, insbesondere die Gründung des Norddeutschen Bundes sah man sich vom Osten her bedroht, man befürchtete zudem das Zusammengehen Preussens mit den südddeutschen Staaten Baden, Württemberg und Bayern. Auf diplomatischen Terrain wurde sich so schon während einiger Zeit duelliert. So kam es u.a. zu Spannungen um die Zukunft Luxemburgs, wo Frankreichs Diplomatie nicht das erhoffte Ziel erreichte. Somit war jede Gelegenheit willkommne um sich erneut, zumindest auf diplomatischem Terrain, auseinderzusetzen. Einer der Auslöser des Konflikts liegt in der spanischen Revolution 1868, wo die spanische Königin abgesetzt wurde. Da man an der Monarchie als Staatsform festhielt brauchte man einen neuen König. Ein Kandidat welchem man die Krone anbot warLeopold von Hohenzollern-Sigmaringen. Diese Kandidatur führte zur französischen Entrüstung. Letztlich entschloss sich Hohenzollern-Sigmaringen zum Verzicht auf den spanischen Thron.Dies wäre ein diplomatischer Erfolg für die Franzosen gewesen, allerdings begnügte man sich nicht damit und forderte von Wilhelm I eine Garantieerklärung für einen endgültigen Verzicht Leopolds auf den Thron Spaniens. Für Wilhelm war diese Forderung unannehmbar und wurde abgelehnt. Frankreich sah sich nun seinerseits beleidigt und erklärte letzlich Preussen den Krieg.Dieser verlief einseitig, kam es doch praktisch nur zu deutschen Erfolgen. Das deutsche Heer wurde professioneller geführt, zudem agierte man selbständiger, wobei Unteroffiziere eigenhändige Entscheidungen trafen. Diese Qualitäten fehlten bei den Franzosen. Obschon Frankreich praktisch besiegt war und mit der Gefangennahme Napoleons III der Herrscher ausschied, wurde der Krieg fortgesetzt. Inzwischen war in Paris die 3. Republik ausgerufen worden, der Krieg zu einer Volkssache bestimmt und mit einer « levée en masse » neue Truppen aufgestellt worden. Der Krieg hielt an bis Paris am 28.1.1871 kapitulierte.Letztlich musste Frankreich Elsass-Lothringen abtrten sowie eine Kriegsentschädigung zahlen. Insgesamt hatte Frankreich die Vereinigung des kleindeutschen Staates nicht verhindern können sondern letztlich dazu beigetragen dass diese noch schneller zustande kam. Die Abtretung Elsass-Lothringens bildete später einer der Gründe bei der Entfesselung des 1. Weltkriegs.

Andere Schwerpunte des Buches liegen in der Waffentechnik der damaligen Zeit, der wirtschaftlichen Entwicklung sowie in einer Darstellung des Völkerrechts.

Insgesamt ein interessantes Buch zu diesem Krieg, wobei man bedenken muss dass es praktisch keine aktuellen Werke zu dem Thema gibt. Die späteren Weltkriege haben diesen Konflikt (zu Unrecht) etwas ins Abseits gestellt.
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am 31. August 2009
Dieses Werk hält, was es verspricht. Nicht nur der eigentliche Kriegsverlauf wird dargestellt, sondern auch das politische Vorspiel, die tiefer liegenden Kriegsgründe sowie die weit reichenden Folgen dieses Konflikts. Ich fand es besonders lobenswert, auch über Themen informiert zu werden, die ansonsten in der Geschichte des deutsch-französischen Krieges keine Erwähnung finden, etwa die wirtschaftliche Seite des Krieges oder die Rolle der Marine und die Reaktion Österreichs. Darüber hinaus wird auch das Kampfgeschehen für einen interessierten Laien verständlich und nachvollziebar geschildert, wenn auch die Schlachtschilderungen ein wenig ausführlicher hätten ausfallen können. Dieser einzige Kritikpunkt schmälert allerdings den Wert dieses Buches kaum. Für jeden an der deutschen Geschichte Interessierten ist dieses Standardwerk absolut zu empfehlen.
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am 6. Juli 2013
Als historisch interessierter Mensch in Deutschland kommt man irgendwann nicht umher, sich mit der Geschichte des zweiten deutschen Reiches zu befassen, welches seinen Ausgangspunkt in der Reichsgründung 1871 findet und in der Novemberrevolution von 1918 unterging. Vorrangegangen war dem der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71, Grund genug also, sich einmal mit diesem Krieg zu beschäftigen. Zumal dieser Konflikt gleich auf mehreren Ebenen historische Relevanz entfaltet: Der "Reichseinigungskrieg" markiert entscheidende Zäsuren in der Landkriegsführung, dem Völkerrecht und der politischen Landkarte Europas gleichermaßen. Um mich dieser Thematik zu nähern habe ich ein Kompendium gesucht, welches versucht diesen kurzen, doch gewichtigen Konflikt möglichst umfangreich abzudecken. Mit der vorliegenden Aufsatz-Sammlung von Autoren wie Jan Ganschow, Olaf Haselhorst und Maik Ohnezeit bin ich durchaus fündig geworden - wenn auch einige Details mich von der Bestnote abhalten.

Zur Struktur des Buches:

"Der Deutsch-Französische Krig 180/71" ist keine zusammenhängende Analyse eines einzigen Autors (wie beispielsweise James McPhersons hervorragendes "Für die Freiheit sterben"), sondern eine Sammlung von insgesamt 10 Aufsätzen (Plus Vorwort von Franz Uhle-Wettler) mit verschiedenen thematischen Schwerpunkten. Dies bewirkt zuweilen thematische Überschneidungen, Stiländerungen oder auch latente Einfärbung durch persönliche Haltungen, welches ich allerdings im Großem und Ganzen nicht als störend empfand. Der Stil der Aufsätze ist bis auf wenige Ausnahme durchweg leicht und flüssig und auch für Laien verständlich, dabei aber durch Fußnoten und Quellenverweise sorgfältig dokumentiert.

Das Werk gliedert sich grob in vier Themenblöcke: Die politischen und militärischen Ereignisse des Krieges selbst, indem der Weg in den Krieg, die Operationen der Heere, die Haltungen der neutralen Staaten sowie die Reichsgründung selbst thematisiert werden. Im zweiten Abschnitt geht es vornehmlich um (Waffen)Technik und Angriffstaktiken der Landheere. Der dritte Abschnitt beschäftigt sich mit den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen während des Krieges, während der vierte und letzte Teil des Buches die völkerrechtliche Seite des Konfliktes ausführlich beleuchtet.
Man sieht, dass in dieser umfangreichen Sammlung zahlreichen Erwartungen gerecht werden kann: Politisch interessierte Leser werden ebenso bedient wie militärhistorisch oder auch juristisch motivierte. Natürlich geht die breite Fächerung irgendwo auf Kosten der Detailtiefe in den verinzelten Gebieten, allerdings schlägt dies meiner Ansicht nach kaum in's Gewicht, da der Konflikt selbst sich ohnehin nur auf wenige Monate beschränkt.
Inhaltlich kann ich an den vorliegenden Aufsätzen darüber hinaus wenig beanstanden, da ich selbst auch kein studierter Historiker bin. Ich habe mich umfangreich und gut informiert gefühlt, lediglich manche Passagen waren für meinen Geschmack etwas zu grob beleuchtet oder überflüssig. Der Aufsatz über die Rolle der Marine in diesem Krieg ist zum Beipiel wohl gut gemeint und sicher auch sorgfältig recherchiert, doch meiner Ansicht nach hätte die dort transportierte Information auch gut in den anderen Kapiteln oder gar nicht erwähnt werden können. Denn wie der Autor Alexis selbst einräumt, spielte die Marine für den Verlauf des Konfliktes nahezu keine Rolle.
Auch der Abschnitt über die Operationen der Armeen selbst bzw. der Verlauf der Kämpfe (geschrieben von Olaf Haselhorst) hätte meiner Ansicht nach gerne einen Tick ausführlicher sein können. Mit nicht einmal 40 Seiten tritt dieser doch sehr zentrale Teil des Konfliktes sogar hinter dem Umfang des Marinekapitels (57 Seiten) zurück.
Als "Bonusmaterial" gibt es noch eine operative Karte im Einband des Buches (Welche für Laien jedoch etwas verwirrend sein mag) und sehr schöne Bilder/Zeichnungen von handelnden Personen, Schauplätzen, verwendeten Klingenwaffen etc.. Das stellt eine schöne Ergänzung zum Lesestoff dar.

Einen zentralen Kritikpunkt (der den Werk am Ende auch den letzten Stern zur Höchstwertung kostet) möchte ich allerdings noch anmerken: Wenngleich die Autoren in meinen Augen wissenschaftlich gut dokumentieren und sicherlich auch bemüht sind, die nötige Objektivität zu wahren, empfinde ich manche Ausführungen doch stark von der "deutschen" Sicht der Dinge beeinflusst. Viele Abschnitte sind nicht direkt germanophil, aber doch mindestens germanozentrisch. So kommen zwar löblicherweise oft Kriegsberichterstatter wie Theodor Fontane zu Wort und es gibt reichlich Schilderungen von Zeitzeugen - allerdings sucht man eine französische Sicht der Dinge meistens vergebens. Wenn eine Einordnung oder Bewertung stattfindet, habe ich den Eindruck, dass sie oft doch recht eindeutig zu Gunsten der deutschen Seite geschieht. So habe ich - beispielsweise - den Eindruck, dass die französischen Kriegsverbrechen besonders ausführlich thematisiert werden, während deutsche Verfehlungen seltener angesprochen werden und folgend dann auch sofort relativiert/erklärt werden. Ein solches Muster findet sich thematisch an zahlreichen Stellen des Buches wieder - ob dies alles eine originalgetreue Abbildung der Wirklichkeit entspricht oder einer etas einseitigen Darstellung geschuldet ist, kann ich persönlich leider kaum beurteilen. Ich hätte mich allerdings über mehr französische Quellen und Darstellungen gefreut, damit beide Seiten ausreichend zu Wort kommen.

Fazit:

"Der Deutsch Französische Krieg 1870/71" bietet einen umfangreichen und interessant geschriebene Überblick über ein immer mehr in das vergessen geratene Kapitel der deutschen Geschichte. Als solches beleuchten die verschiedenen Autoren sowohl die Vorgeschichte, den Verlauf sowie die Folgen dieses Konfliktes. Die vorliegenden Aufsätze sind flüssig geschrieben und genügen - gut dokumentiert und recherchiert - in meinen Augen absolut auch wissenschaftlichen Ansprüchen. Als einzigen größeren Kritikpunkt kann ich nur die vielleicht etwas einseitige Beleuchtung der Ereignisse anführen. Ansonsten kann ich dieses Buch jedem wärmstens empfehlen, der sich über diesen Konflikt ein wenig weiterbilden möchte - das gilt sowohl für militärhistorisch interessierte Personen, als auch für eher politisch oder technisch motivierte Leser.
Alles in Allem vergebe ich gute 4/5 Sternen.
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am 23. Juni 2009
Das nun endlich 2013 in überarbeiteter Zweitauflage erschienene und von der Forschung hochgelobte Werk ("...a work of outstandig quality" urteilt der renommierte US-amerikanische Historiker David Wetzel, Professor an der Universität von Kalifornien, Berkeley) "Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71", herausgegeben von Jan Ganschow, Olaf Haselhorst und Maik Ohnezeit setzt Meilensteine. Den Herausgebern ist es gelungen, 9 hochkarätige Autoren zur Mitarbeit an dem Projekt zu versammeln, und ich muß sagen, die einzelnen Beiträge beleuchten dieses historische Ereignis von den verschiedensten Blickwinkeln sehr informativ, wissenschaftlich und ausgewogen.
Den Anfang macht die kluge Einleitung von Franz Uhle-Wettler. Die nachfolgende Herausgebereinleitung führt allgemein ins Thema ein, verdeutlicht die Motivation der Herausgeber und stellt den Forschungsstand zum Thema dar. Man erfährt, daß dieses Buch das erste seit fast 40 Jahren ist, das den Krieg in seiner Gesamtheit zu würdigen versucht.
Den Anfang macht Maik Ohnezeits Aufsatz zur politischen Vorgeschichte des Krieges. Es folgt die Darstellung Olaf Haselhorsts zum Kriegsgeschehen zu Land, dem schließt sich Alexis Giersch Schilderung der Auseinandersetzungen auf See an. Positiv hervorzuheben ist, daß sich Giersch nicht auf den Krieg selbst beschränkt, sondern einen Abriß über die Entwicklung der Marinepolitik in Deutschland anführt. Somit liefert das Buch gleichzeitig einen Einstieg in die Geschichte der deutschen Marine im 19. Jahrhundert mit Ausblick auf 1914. Lothar Höbelt beleuchtet dann die Angelegenheit aus österreichischer Sicht und zeigt auf, daß trotz gelegentlichem Wunsche, den Preußen die Niederlage von 1866 heimzuzahlen, die überwiegenden Sympathien im Habsburger Reich den deutschen Brüdern im werdenden Reich galten. Den Abschluß dieses ersten Teils bildet Maik Ohnezeits Darstellung des Kriegsendes, der Problematik um die Annexion von Elsaß und Lothringen sowie der politischen Folgen für das junge Deutsche Reich und die europäische Politik des Reichskanzlers Otto von Bismarck.
Der zweite Teil ist der Waffentechnik und der Taktik gewidmet. Im 19. Jahrhundert vollzog sich eine rasante militärtechnische Entwicklung, Stichwort: vom Vorderlader zum Zündnadelgewehr. Wie sehr diese Innovationen das Kriegsgeschehen und Gefechtsverhalten der Soldaten beeinflußten, zeigt der zweite Beitrag von Olaf Haselhorst. Lothar Kuhr widmet sich dann den sogenannten Blankwaffen, also Seitengewehren bzw. Bajonetten und zeigt damit, welche Rolle diese bereits veralteten Waffen noch spielten.
Der dritte Teil hat Wirtschaft und Gesellschaft zum Thema. Dirk Schmidt beschreibt die wirtschaftliche Seite des Krieges, Harald Lönnecker den Krieg in der deutschen Erinnerungskultur am Beispiel der studentischen Eliten.
Im vierten Teil beschäftigt sich Jan Ganschow in einem sehr umfangreichen Artikel mit dem Kriegsvölkerrecht im Deutsch-Französischen Krieg. Nach 1870/71 erfuhr das Kriegsvölkerrecht eine genauere Ausgestaltung als jemals zuvor. Die Erfahrungen des Krieges führten direkt zu den Haager Friedenskonferenzen von 1899 und 1907.
Den Abschluß bilden Quellen- und Literaturverzeichnisse, eine sehr übersichtliche Zeittafel, die den Konflikt in das historische Umfeld anschaulich einbettet, ein Autorenverzeichnis sowie Namens- und Ortsregister.
Hervorzuheben ist weiterhin, daß im Vorsatz vorn und hinten eine Karte abgedruckt ist, die es dem Leser sehr erleichtert, den Schilderungen politischer und militärischer Ereignisse im Buch zu folgen.
Dem Verlag ist zu danken, dieses Buch veröffentlicht zu haben. Es ist sicher nicht zuviel gesagt, wenn man behauptet, daß dieses Buch das neue Standardwerk zur Geschichte des Deutsch-Französischen Krieges darstellt.
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am 8. August 2016
Ein halbes Dutzend Autoren schreiben zu verschiedenen Aspekten des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71. Auf diese Weise entsteht ein Bild, in dem neben dem Kriegsverlauf mit seinen politischen und militärischen Ereignissen eingegangen wird auf die Rolle Österreich-Ungarns während des Kriegsgeschehens, die Aktivitäten der Kriegsmarine, auf Waffentechnik und Taktik und zum Schluss auch auf Wirtschaft, Gesellschaft und Völkerrecht.
So entsteht ein rundes Bild, in dem die Schilderungen der Kampfhandlungen zugegebenermaßen deutlich zu kurz kommen, das aber in der Gesamtansicht absolut überzeugend und schlüssig ist.
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am 10. August 2009
Lange hatte ich auf das Erscheinen dieses Buches gewartet, nachdem es nur sehr wenig Literatur zu diesem historischen Ereignis gibt. Leider bin ich sehr enttäuscht: der Titel verspricht Aufklärung über Vorgeschichte, Verlauf und Folgen des dt-frz. Krieges, tatsächlich werden diese Themen bereits im ersten Kapitel auf ca. 170 Seiten abgehandelt. Das eigentliche Kriegsgeschehen wird nur oberflächlich dargestellt, seine Bedeutung für das Kriegswesen überhaupt nicht. Stattdessen folgen auf weiteren 200 Seiten endlose und staubtrockene Exkursionen über Randthemen, dazu mit völlig verworrenen Bezügen zum aktuellen Zeitgeschehen.
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am 13. Januar 2017
Es wäre ja ein großes Verdienst gewesen, nach 150 Jahren mal eine neutrale, wissenschaftliche Analyse des Krieges 70/71 zu schreiben, denn diese gibt es bisher nirgendwo. Was eine erstaunliche Tatsache ist vor dem Hintergrund der vielfältigen Folgen dieses Krieges für Europa, Preussen etc.
Die Analyse des Kriegsgeschehens durch Olaf Haselhorst ist ein einziger Witz. Als fast einzige historische Quelle wird der "Kriegsbericht" Theodor Fontanes seitenweise zitiert, der ja bekanntlich offiziell als preussischer Kriegsberichterstatter vor Ort war, davon teilweise als privilegierter Kriegsgefangener, da er Hugenotte und auch in Pariser Elitekreisen auch als Literat bekannt war. Das Literaturverzeichnis verzeichnet lediglich 3 französische und 2 englischsprachige Quellen .... Ein Skandal wissenschaftlicher Ensthaftigkeit vor dem Hintergrund einer Vielzahl vorliegender französischer, englischer, amerikanischer etc. Werke zum Kriegsgeschehen seit 150 Jahren ! Die Autoren scheinen fremdsprachliche Analphabetn zu sein, für Historiker heutzutage ein unglaublicher Skandal.
Obwohl der Krieg bekanntlich vom norddeutschen Bund unter Führung Preussens letztlich gewonnen wurde, erzählt der Autor Haselhorst seitenlang von den furchtbaren Verlusten durch das überlegene französische Chassepot-Gewehr. Wenn dem so war, wie kam es dann zu den Siegen ?
Völlig unglaubwürdig ist die Feststellung des Autors Lothar Kuhr auf Seite 251 , der (ohne jegliche Quellenangabe !!!) detailliert behauptet, wieviele Kriegsopfer durch welche Waffe zu Tode kamen. Er stellt in seinem infantilen Beitrag auch ausführlich mit Bildern die sog. preusssischen " Blankwaffen" dar, die nach seinen eigenen Worten keinerlei Bedeutung im Kriegsgeschehen hatten. Das angeblich so überlegene französische Chassepotgewehr wird aber auf keiner Seite des Buches erklärt oder abgebildet. Ebensowenig die französische
" Mitrailleuse" .
Äusserst peinlich auch der Beitrag des Autor Ganschow zum Kriegsvölkerrecht im 70/71 -Krieg. An sich ein interessanter Aspekt im Hinblick auf die Entwicklung des Völkerrechts, IRK , UN , Menschenrechte etc. Aber der Autor verliert sich in Details und ist unfähig zu einer wissenschaftlichen Analyse der Frage.
Bilanz : Gut, dass ich mir den lächerlichen Schmöker nicht gekauft, sondern bei der örtlichen Stadtbücherei ausgeliehen habe.
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am 16. Oktober 2010
Man sagt dass am Ende eines Krieges, wer am ersten verliert, da ist die Wahrheit. Ich bin der Meinung, das das ist was Deuscthland nach beiden Weltkriegen erlitten hat.
Das Bild des "bösen Deutschen" ist durch Hollywood und tausende von Büchern durchgesetzt worden.
Dieses Buch erlaubt zu erinnern, das Preußen-Deutschland hat in 1870-71 was Frankreich durch überhaupt Ludwig XIV. den Deutschen gestohlen hat, Elsaß-Lothringen, wiedergewonnen. Aber das Buch gibt uns auch viele Einzelheiten von der Vorkriegszeit, wie z.B. das Ehrgeiz Napoleon III. (er wollte Luxemburg für Frankreich kaufen!!)bis zu den Folgen. Es gibt auch einige Kapitel, die der Militärgattung spezifisch gewidmet ist. Sehr empfhlenswert!
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