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am 16. August 2005
Während die Werke Gustav Meyrinks auch heute noch weitgehende Beachtung finden, sind diejenigen von Hanns Heinz Ewers oder auch die von Hans Karl Strobl mehr oder weniger der Vergessenheit anheimgefallen. Um so mehr ist es zu begrüßen, daß der Area-Verlag das editorische Wagnis aufbrachte, zwei Werke von Hanns Heinz Ewers, einem wichtigen Vertreter des deutschen Ablegers der Dekadenz, neu herauszubringen. Die unterschwellig rassistisch-faschistische Tendenz vieler Texte von Hanns Heinz Ewers läßt es gerade in Deutschland problematisch erscheinen, seine Werke in ihrer Ganzheit zu würdigen. Es wäre aber ungerecht gegenüber Ewers, ihn einfach als einen Faschisten zu brandmarken, zumal viele seiner Bücher von den Nationalsozialisten aufgrund ihres dekadenten, anrüchigen Inhalts verboten wurden.
Der "Held" der beiden vorliegenden Romane, Frank Braun, ist so etwas wie ein alter ego von Hanns Heinz Ewers. Man könnte ihn auch einen OLd Shatterhand der geistigen Potenzen nennen, einen Herrenmenschen eben, der aber auch immer wieder an seine Grenzen stößt, der die vermessenen Gedanken, die in seinem Hirn ihren Ursprung nehmen, bald nicht mehr beherrschen kann, weil sie sich auf furchtbare, unheimliche Weise verselbständigen.
Der Gedanke ist das Wesen und das Wesentliche aller Dinge. Auf diese knappe Formel etwa könnte man die Beschreibung von Ewers metaphysischem Weltbild bringen. Und von der Macht der Gedanken handeln diese beiden Romane.
Manch gute und auch hintergründige Gedanken wird der Leser dieses Buches darin vorfinden, wenn auch nicht den "aus tausend Quellen der Erkenntnis gespeisten, unerschöpflichen Gedankenreichtum", wie Hans Krüger-Welf, Ewers erster Biograph meint. Vieles ist lediglich pseudophilosophische Verbrämung.
Noch etwas zum Schreibstil des Autors. Ewers malt in grellen, plakativen Farben, sie drohen ständig, ins Kitschige zu zerfließen. Seine Sprache erinnert in ihrer Schwülstigkeit manchmal ein wenig an Gabriel d'Annunzio. Ein Beispiel aus der Alraune:"Zu wilden Pranken wuchsen deiner rosigen Nägel süsse Wunder, zu mächtigen Hauern deiner blanken Zähne leuchtende Milchopale, zu einer Morddirne starrenden Zitzen deiner süßen Kinderbrüstchen schneeweiße Kätzlein." Streckenweise schreibt er aber auch ungeschminkt, brutal offen auf den Punkt kommend, hin und wieder verfällt er ins naiv Banale.
Insgesamt kann man dem Area-Verlag zu dieser Edition nur beglückwünschen und ihm Dank aussprechen. Jeder an speziell deutschsprachiger Phantastik Ineressierte sollte sich das Buch zulegen, denn Ewers Einfluß auf die Entwicklung und Rezeptanz der phantastischen Literatur in Deutschland sowie in ganz Europa ist durchaus nicht gering zu schätzen. Eines seiner Bühnenwerke, "die toten Augen", wurde sogar von dem damals weltberühmten Komponisten und Pianisten Eugen d'Albert vertont.
Kurzum: eine lohnenswerte Anschaffung zu einem günstigen Preis.
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