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Kundenrezensionen

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am 7. Januar 2007
Dies ist die Geschichte einer Freundschaft zwischen zwei Frauen im China des 19. Jahrhunderts. Lilie stammt aus einer einfachen Familie, doch da die Form ihrer Füße sich nach dem traditionellen "Binden" gemäß dem damaligen Schönheitsideal entwickelt, kann sie in eine wohlhabende Familie einheiraten. Der Ehemann bleibt ihr lange ein Fremder und sie steht unter der Fuchtel ihrer Schwiegermutter, doch für damalige Verhältnisse lebt sie nicht schlecht und gewinnt durch die Geburt von Söhnen zunehmend an Ansehen.

Mit Schneeblume verbindet sie eine enge, durch damalige Traditionen abgesegnete Freundschaft, die fast schon an ein Liebesverhältnis erinnert. Beide haben einander ewige Treue geschworen. In einer Zeit, da Ehen arrangiert waren, waren derartige Bündnisse zwischen Frauen wohl üblich und weitaus inniger als die Beziehung zum jeweiligen Ehemann. Schneeblume hat weniger Glück im Leben als Lilie. Zwar stammt sie aus einer vornehmen Familie, doch die Opiumsucht ihres Vaters hat ihre Eltern ruiniert. Sie muss einen einfachen Mann heiraten, der sie zudem mißhandelt.

Etwas störend schien mir lange die konventionelle Suchtweise der Dinge, welche die Erzählerin Lilie vermittelt. Obwohl die Grausamkeit des Füßebindens sehr deutlich gemacht wird - eins von 10 Mädchen starb wohl an Blutvergiftung - und auch klar wird, wie wenig Chancen auf ein seltbstbestimmtes Leben Frauen damals hatten, stellt sie ihre traditionelle Rolle niemals in Frage, sondern hofft auf Belohnung durch genaues Befolgen ihrer Pflichten, was in ihrem Fall sogar gelingt. Erst am Ende wird die Perspektive kritischer. Lilie erkennt, dass sie eben durch ihr konventionelles Denken als Schneeblumes Freundin versagt hat.

Insgesamt ein sehr gut recherchierter Roman, der genauen Einblick in das Leben von Frauen im alten China ermöglicht.
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am 27. Juni 2007
Dies ist ein Buch, das einen förmlich mitleiden lässt. Über die Handlung an sich hier zu schreiben, ist unnötig - darüber kann man in der Produktinformation genug lesen.

Von dem (barbarischen und inzwischen verbotenen) Ritual des Füßebindens habe ich zwar schon einiges gelesen, aber noch nie in dieser Ausführlichkeit. Es hat mich regelrecht erschüttert, mit welcher Selbstverständlichkeit die Mädchen fast aller Gesellschaftsschichten dies über sich ergehen ließen - oder lassen mussten, und so quasi verkrüppelt wurden, um dem damals gängigen Schönheitsideal in China zu entsprechen - einfach grausam!

Fasziniert haben mich die Ausführungen über die Frauenschrift 'Nushu', mit deren Hilfe eben die Frauen ihre geheimsten Gedanken austauschen konnten.

Jedem, der an der Geschichte Chinas (hier des 19. Jahrhunderts) interessiert ist, sei dieses Buch als ein Stück Zeitgeschichte vorbehaltlos empfohlen!
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VINE-PRODUKTTESTERam 23. September 2007
Lisa See hat sich in ihrem vierten Roman von Nushu, der beinahe ausgestorbenen Geheimschrift chinesischer Frauen, inspirieren lassen. Der Roman ist zu Beginn des 19. Jahrhunderts angesiedelt:

Lilie und Schneerose stammen aus völlig unterschiedlichen Verhältnissen und werden mit jeweils sieben Jahren von einer Kupplerin und einem Wahrsager als "laotong", Weggefährtinnen, auserkoren. "Der Seidenfächer" beschreibt die Freundschaft der beiden bis zu Schneeroses Tod. Beide schicken sich immer wieder Nushu-Nachrichten und verewigen die wichtigsten Ereignisse in Nushu auf einem Seidenfächer.

See erweckt durch Lilies & Seeroses Geschichte alte Sitten und Gebräuche im ländlichen China zum Leben und widmet sich auch der (mittlerweile glücklicherweise verbotenen) Praxis des Füssebindens. Die Geschichte von Lilie und Seerose ist gleichzeitig auch eine Geschichte über die Unterdrückung der Frauen, die sich mittels ihrer Geheimschrift Nushu eine Stimme verschafft haben.

"Der Seidenfächer" hat mich mit seiner bestechenden Schlichtheit beeindruckt. See konzentriert sich auf das Wesentliche und macht daraus eine feinfühlige, anrührende, wunderschöne und bisweilen sehr traurige Geschichte um eine Freundschaft zwischen zwei Frauen.

Lohnt sich auf jeden Fall!
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am 10. Dezember 2007
Inhalt: *****
Lisa See zeigt uns mit ihrem historischen Roman anhand der beiden Protagonistinnen Lilie und Schneerose wie Frauen im ländlichen China des 19. Jahrhunderts gelebt haben. Lilie und Schneerose wachsen in einer Welt auf, in der sich der Wert eines Mädchens über die Schönheit der gebundenen Füße definiert. Je schöner die gebundenen Füße, umso besser die Chance auf eine Verheiratung über dem vorherigen Status. Der Wert der erwachsenen verheirateten Frau ergibt sich aus der Geburt und Erziehung des ersten Sohnes der Familie. Lilie und Schneerose stammen aus unterschiedlichen Verhältnissen und werden bereits im Kindesalter von einer Ehevermittlerin und einem Wahrsager als "laotong", als Weggefährtinnen verbunden. Kontakt halten die beiden auch nach ihrer Verheiratung mit 17 Jahren über gegenseitige Besuche und Briefe in der Frauenschrift Nushu. Die wichtigsten Nachrichten schreiben die beiden auf einen Seidenfächer, den sie sich gegenseitig als Botschaft zuschicken und so enthält dieser Seidenfächer ihre Geschichte von Beginn ihrer Verbindung bis zu ihrem Tod. Der Roman gibt nicht nur Einsicht in Sitten und Gebräuche der damaligen Zeit, sondern auch in die konventionelle Sichtweise von Lilie.

Lisa See erzählt die Geschichte von Lilie und Seerose mit großem Einfühlungsvermögen und entführt die Leser und Hörer in eine fremde, exotische Welt, in der nicht alles bunt und schillernd ist. Auch vor der Schilderung uns grausam erscheinender Gebräuche wie dem Binden der Füße macht sie keinen Halt. Das bewegende Schicksal der beiden Frauen und die Tiefe ihrer Freundschaft und Verbindung wird in einer schlichten, aber sehr schönen Sprache erzählt, die bewirkt, daß die Leser umso mehr berührt werden.

Sprecherin: *****
"Der Seidenfächer" wird von Judy Winter sehr gefühlvoll vorgelesen. Ihre Stimme passt Judy Winter nicht nur dem Alter der Erzählerin sondern auch den jeweiligen Szenen feinfühlig an. Allerdings empfehle ich die CDs nicht zum Autofahren, da Judy Winter die alte Lilie mit brüchiger Stimme spricht, was bei Fahrgeräuschen das Zuhören erschwert.

Aufnahme: ****
Zum Teil sind zwischen den Kapiteln deutliche Unterschiede in der Aufnahmelautstärke festzustellen.

Meine Gesamtwertung: *****
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am 6. August 2014
Habe ich diese Geschichte erst im Fernsehen gesehen und dann gelesen. Wunderschön, traurig und in einer realen Welt zu gleich, manches unvorstellbar und doch rutscht man irgendwann mit in dieses Leben rein. Stellt sich vor, wie es wäre und sieht doch wieder einen Hoffnungsschimmer in dieser strengen, voller Regeln umgebenen Welt, in der man Nichts darf und alles muss. In der man sich die Füße binden lässt, um eine höhere Hoffnung zu haben einen Mann zu finden, damit man sein Leben weiter sichern kann. Zwei Frauen, ein Leben lang zutiefst verbunden, deren Freundschaft nicht zerbricht, auch wenn man sich jahrelang nicht sieht und ein Fächer, der verbindet.
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am 20. Juli 2009
Dieser Roman hat alles, was ein gutes Buch ausmacht:
Er ist spannend, dramatisch, lehrreich, geschrieben in einer schönen, farbigen Sprache, die jedoch gut lesbar ist ...

Mich hat vor allem diese völlig fremde Welt fasziniert: Das Leben von Frauen im China des 19. Jahrhunderts. Sie waren völlig rechtlos, hatten keinerlei "Wert", und mussten zuerst den Eltern, dann dem Ehemann und zuletzt ihren Söhnen bedingungslos gehorchen. Als äußeres Zeichen für diese Rechtlosigkeit wurden sie durch das "Füße binden" fast unbeweglich gemacht.

Für uns emanzipierte Frauen des 21. Jh. sind diese Lebenswege allesamt ein Gräuel. Doch schufen sich die chinesischen Frauen Freiräume nach dem Motto: "Gehorche, gehorche, gehorche und tue dann was du willst." Sie ließen sich also trotz der äußeren Lebensumstände nicht unterkriegen. ... und das ist das positive Resümee dieses Romans.
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am 5. März 2007
Als ich mir dieses Buch kaufte, hatte ich mir erhofft, ein ähnlich gutes Buch wie "Die Geisha" angeschafft zu haben.

Nachdem es bei mir nun einige Wochen im Regal stand, hatte ich mich endlich dazu aufgerafft, es zu lesen.

Nach den ersten Seiten war ich von diesem Buch noch nicht so überzeugt, wie ich es erwartet hatte, und ich kam mit dem Lesen nur schleppend voran. Das änderte sich jedoch schlagartig nach den ersten 60 Seiten und ich konnte dieses Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Es ist nicht nur sehr fesselnd, sondern auch sehr berührend.

Obwohl man diesen Roman nicht mit "Der Geisha" von der Zeit und der Thematik er vergleichen kann, muss ich klar sagen, dass mir dieses doch besser gefallen hat!

Es lohnt sich wirklich, dieses Buch zu lesen.

Ich liebe es.
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am 23. März 2015
Dien Handlung spielt in China während der Kaiserzeit. Mädchen werden nicht sehr geschätzt , sie verlassen das Elternhaus früh und "bringen den Eltern weniger als sie kosten". Die damals einzige Möglichkeit eine Tochter in "bessere" Kreise zu verheiraten war ihre Füße zu binden.( kleinste Füßchen galten als erotisches Schönheitsideal)
Ich habe in Taiwan Modelle von gebundenen Füßen gesehen: die Zehen werden zur Sohle hingedrückt und die Ferse soweit wie möglich zu den Zehen nach vorne gebunden. Es entsteht ein Höcker, der unter den weiten Beinkleidern verschwindet. Das Endprodukt ist dann ein kleines spitzes Füßchen mit dem Idealmaß von 7 cm welches in ein Seidenschühchen gepackt wird.Um einem Kind die Füße zu binden, bedarf es Erfahrung, aber die bringt die zuständige " Bandagen-Frau".Jedes 10. Kind stirbt an dieser Tortour, entweder an den Nekrosen , die sich entzünden, aber zumeist an den Infektionen und an Bluvergiftung. Die Zehen brechen mit der Zeit und da sie nicht durchblutet werden, " sterben sie ab"... das heißt sie mumifizieren .... und das bei einem jungen Mädchen. Das arme Geschöpf kann dann sein Leben lang nie mehr wieder normal gehen.Der Bewegungsmangel führt oft zur Tuberkulosen. Es ist aber für einen reichen Mann kein Problem wenn seine Frau stirbt, weil er nimmt sich dann eben eine neue, jüngere....
In diesem Buch werden die Qualen des Fuß- einbindens sehr gut beschrieben. 2 Mädchen ( Freundinnen) gehen eine ganz besondere emotionelle Verbindung ein, die ein Leben lang halten soll. Sehr anschaulich wird der Lebens- und Leidensweg dieser beiden Chinesinnen beschrieben. Die historischen Recherchen wurden exakt durchgeführt und man kann sich ein gutes Bild von der Lebensweise im " alten China" machen.
Ich habe das Buch gerne gelesen, weil es der Schriftstellerin gelingt einen guten Spannungsbogen aufzubauen und die Charktere gut gezeichnet sind.
Das Buch ist spannend geschrieben und man ist mit jeder folgenden Seite neugierig, wie es denn den kleinen Chinesinnen weiterhin geht.
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VINE-PRODUKTTESTERam 15. Oktober 2007
Der Seidenfächer beschreibt das Frauenleben in China, wie es sich bis etwa zu Beginn des 20. Jahrhunderts gestaltet hat. Der Fokus der Geschichte, die aus der Sicht der 80jährigen Witwe Lilie erzählt wird, liegt auf den persönlichen Biografien zweier Frauen, die bedingt durch ihre günstige bzw. ungünstige Verheiratung sehr unterschiedlich verlaufen sind.

Lilie und Schneerose sind sieben Jahre alt, als sie sich kennen lernen und Laotong, Weggefährtinnen, werden. Zu diesem Zeitpunkt haben sie die schmerzhafte Prozedur des Füße Bindens weitgehend hinter sich. Eine Laotong ist eine lebenslange, enge Freundin. Der Laotong-Bund wird durch einen Vertrag geschlossen und verleiht den beiden Mädchen hohes Ansehen. Er erhöht auch die Chancen auf eine günstige Verheiratung. Die Beziehung eines Laotong-Paares zueinander kann inniger sein als die zu den jeweiligen Ehepartnern. Schneerose kommt aus einer angesehenen, wohlhabenden Familie. Lilie ist eine Bauerntochter, deren gesellschaftlicher Aufstieg durch den Laotong-Bund vorbereitet wird. Deshalb bleibt lange unklar, worin für Schneerose der Nutzen dieser Verbindung besteht. Die Verständigung zwischen den Laotong in den Zeiten des Getrenntseins erfolgt durch Nushu, eine geheime Frauenschrift, welche die Männer nicht lesen können.

Das Buch gibt tiefe Einblicke in eine uns fremde, fernöstliche Welt und deren Sitten und Gebräuche. Zentrales Thema ist immer wieder das Leben der Frauen, welches eingeteilt ist in verschiedene Perioden: die Kleinmädchen-Zeit, welche Milchjahre genannt wird. In dieser Zeit dürfen die Mädchen im Freien spielen und auf ihren noch intakten Füßen die Welt erkunden. Diese unbeschwerte Zeit im Leben eines chinesischen Mädchens wird mit dem Beginn der Prozedur des Füße Bindens beendet. Es folgen die Tage des Haare Hochsteckens, die mit der Pubertät beginnen und mit der ersten Schwangerschaft enden. Mit dem ersten Kind beginnen die Reis-und-Salz-Tage. Dies ist die Familienzeit. Mit dem Tod des Ehemannes beginnt die letzte Lebensphase, die Zeit des Still Sitzens. Der Wert der Frau wandelt sich in diesen Phasen: als Kind ist sie gar nichts wert. Erst wenn sich herausstellen sollte, dass sie günstig verheiratet werden kann, steigt sich ihr Ansehen in der Familie etwas. Als junge Ehefrau steht sie auf der Werteskala wieder ganz unten. Noch mehr als dem Ehemann ist sie der Schwiegermutter ausgeliefert, der sie gefallen, die sie bedienen muss. Mit deren Tod wird sie die dem Haushalt vorstehende Frau. In dieser Zeit ist sie relativ frei, obwohl sie auch dann kaum jemals den inneren Bereich, sprich das Haus, verlässt. Nach dem Tod des Ehemannes ist sie auf das Wohlwollen des ältesten Sohnes angewiesen. Vor diesem Hintergrund geht es in diesem Buch ferner um die Frage von Schuld und Sühne und die persönliche Entwicklung unter dem Einfluss von Glück bzw. Unglück.

Es gelingt der Autorin hervorragend, die Entwicklung im Charakter ihrer erzählenden Protagonistin vom kleinen Mädchen zur sehr alten Frau darzustellen. Gleichzeitig ist der Ton des Buches sehr empathisch, was den Leser/die Leserin jedes schmerzhafte und leidvolle Geschehen mit erdulden lässt. Trotzdem ist das Buch leicht zu lesen. Sehr gelungen, sehr empfehlenswert!
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am 13. Mai 2015
Es ist schon mehr als 2 Jahre her, als ich das Buch Der Seidenfächer" gelesen habe, es hat jedoch einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Deshalb möchte ich gerne eine Beurteilung abgeben.
Die Sprache des Buches ist teils sehr poetisch, aber dennoch gut lesbar (was ich immer wichtig finde) und einfach schön. Obwohl die Geschichte sich um einem völlig anderen Kulturkreis und zu einer anderen Zeit (19. Jahrhundert) handelt, konnte ich mich sehr gut in die Lebenssituation der damaligen Frauen hineinversetzen, weil alles gut beschrieben ist: Die von der Öffentlichkeit abgeschirmt lebenden Frauen, das Binden der Füße, die vorbestimmten Ehen und vor allen Dingen die oberste Priorität: Söhne auf die Welt zu bringen.
Ich finde auch gut, dass die Geschichte mal aus Sicht der Frau (Lilie) erzählt wird, der es im Leben besser ergeht, als Ihrer Freundin (Schneerose). Auch wenn es sich, wenn man das Buch nicht gelesen hat, nicht gerade sympathisch anhört, dass sie irgendwann anfängt, ihrer Freundin Vorwürfe macht, dass sie keine Söhne zur Welt bringt, kann man es doch verstehen, wenn man das Buch liest. Wenn man von klein auf auf die Wichtigkeit des Söhne-Gebärens hingewiesen wird und man dann auch noch selbst welche zur Welt bringt, wieso klappt es dann bei manchen anderen Frauen nicht? Die müssen irgendwas falsch machen, es geht doch so einfach. Wenn man das abgeschirmte, unaufgeklärte Aufwachsen dieser Mädchen berücksichtigt, ist diese Denkweise nur zu verständlich. Zurzeit als ich dieses Buch las, hörte ich von jemandem aus dem Bekanntenkreis, dass seine zweite Tochter zur Welt gekommen ist. Ich ertappte ich mich dabei, für den Bruchteil einer Sekunde zu denken, ob er damit zufrieden ist? Das Buch ist ja die reinste Gehirnwäsche, dachte ich mir dann. Denn das ist ganz bestimmt nicht meine Meinung.
Manchmal habe ich mir schon gedacht, ob es nicht besser wäre, wenn man nicht wählen könnte, wie man sein Leben führt, sondern der Weg vorbestimmt ist, heiratet, Kinder bekommt etc. und sich keine quälenden Gedanken machen muss, was man denn eigentlich im Leben möchte. Aber spätestens seit ich dieses Buch gelesen habe, das einem wirklich sehr gut diese bedrückende Enge nahebringt, bin ich froh, hier und heute zu leben und so viele Möglichkeiten zu haben, die ich zwar wahrscheinlich gar nicht ausschöpfe, aber immer weiß, dass sie da sind.
Was das Füße-Binden angeht, dachte ich bisher immer, dass man es damals einfach als anmutig empfunden hatte, wenn Frauen sich dadurch (anscheinend) graziler fortbewegten. Ich fand es jedoch interessant zu erfahren, dass der Anblick dieser deformierten Füße für Männer ein regelrechter sexueller Kick war. Ich dachte bisher, dass sich das was man als sexuell anziehen empfindet sich über Jahrmillionen oder zumindest Jahrtausenden entwickelt hat, also irgendwie tief verwurzelt ist. Aber auch hier habe ich dazu gelernt. Wenn man damit aufwächst, dass gebundene - also deformierte - Füße, sexy sind, dann sind sie anscheinend auch sexy.
Die Autorin hat meinem Eindruck nach wirklich gut recherchiert für dieses Buch.
Ich mag den Spruch zwar nicht so gerne, aber in diesem Fall muss auch ich mal sagen: Das Buch macht was mit einem" (oder jedenfalls mit mir).
Ich habe gerade angefangen Eine himmlische Liebe" von Lisa See zu lesen. Mal schauen, ob es ähnlich gut geschrieben ist, wie Der Seidenfächer", bin jetzt auf Seite 43; bis jetzt gefällt's mir.
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