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am 3. September 2007
Diese Geschichte zusammenzufassen bedeutet, einen Zauber ohne den Zauber zu erzählen. Zelters Erzählkunst ist so versponnen, dass ihr Witz aus den Szenen besteht, in denen Tragik und Komik eng, ja unentscheidbar beieinander liegen; dass ihr Witz sich in der konsequenten Erzählhaltung spiegelt, die alles ironisch und alles fragwürdig macht; dass ihr Witz zwischen den unbedarften Worten durchschimmert, dem Witz als menschliches Leid und unmenschlicher Schalk. Allein die Szenen, in denen der Protagonist bei Heidegger Student wird und sich mit diesem unterhält, sind so umwerfend komisch wie zutiefst bitter.
Untertitelt ist der Roman mit “Ein Bildungslügenbericht“. Tatsächlich bedeutet die Großmutter mehr als nur eine konkrete Person: Sie ist eher die Verkörperung des Bildungsanspruchs – auch hier wunderbar: wie die Großmutter Heidegger liest – und sie ist auch diejenige, die den Ich-Erzähler in immer mehr Fälschungen, Lügen, Verharmlosungen hineintreibt. Schließlich lässt sie ihn fallen. Der Roman ist damit zugleich mehr als nur eine wundervolle Geschichte. Erzählt wird auch, wie die Bildung, die klassische Bildung, den Menschen schändet; dass die Bildung oberflächlich ist; dass sie sich tragisch, ja todbringend verhält zur Würde des Menschen, und zugleich zutiefst komisch und abstrus bleibt.
Ein wundervoller Roman also, sprachlich schlicht, erzählerisch komplex, sehr menschlich, äußerst kritisch, absolut unterhaltsam.
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Nachdem ich mir eine Hörprobe des hier vorliegenden Stückes "Die Würde des Lügens" von Joachim Zelter im Internet angehört hatte, war ich bereits so angetan von der witzigen Geschichte der Hörprobe, daß es für mich kein Halten mehr gab, u. so bestellte ich mir die CD sofort.
Sprecher wie Monica Bleibtreu (leider viel zu früh verstorben) u. Dietmar Mues sind schließlich nicht irgendwer, sondern Meister ihres Faches u. so ist auch das Hörbuch ausgefallen, einfach exzellent !!!
Beide sind in ihren jeweiligen Rollen einfach genial besetzt. Dietmar Mues als der zunächst aus Altersgründen leicht begriffsstutzige Enkel, der noch nicht zur Schule geht, aber schon von seiner Großmutter für den ersten Einkauf für alt genug befunden wird.
Und Monica Bleibtreu als herrlich blasierte, versnobte u. äußerst dominante Großmutter, die es mit jedem General aufnehmen könnte was ihre unduldsame Art betrifft, sie weiß genau was sie will u. viel wichtiger, wie sie es durchsetzt.
Dies lernt auch sehr schnell der Enkelsohn u. fügt sich den von ihm erwarteten Anforderungen, wenn auch nicht immer mit ganz der Wahrheit entsprechenden Mitteln, womit wir beim Thema des Hörbuches wären "Die Würde des Lügens".
Wie heißt es so schön, die Welt will belogen sein u. wir? Wir machen mit.
Diesen Satz verinnerlicht der Enkel rasch u. mutiert so innerhalb kürzester Zeit zu Großmutters absolutem Liebling, wo doch schon der ganze Rest der Familie so ein Quell des Jammers ist.
Anhand des Enkels wird dem geneigten Hörer vorgeführt wieviel einfacher das Leben doch sein kann, wenn man das ein oder andere ein wenig "zurechtbiegt" bevor man es dem Anderen mitteilt. Kurzum, wenn man es mit der Wahrheit eben nicht so genau nimmt.
Die Großmutter ist wiederum ein Paradebeispiel dafür wohin allzu hohe Erwartungen u. eine zu große Bedrängnis des Anderen führen kann.
Will man also nicht als Belogene(r) enden so empfiehlt es sich nicht allzu viel Druck auf seine Umgebung auszuüben, es könnte sich sonst rächen u. als Bumerang erweisen.
Das Hörbuch ist in mehrere Kapitel unterteilt, die jeweils von einem Sprecher, Joachim Zelter (der Autor) moderiert werden. Die Hauptrollen werden, wie bereits eingangs erwähnt, von Monica Bleibtreu u. Dietmar Mues gesprochen, der auch für die Regie u. Einrichtung des Hörbuches zeichnet, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.
Die Qualität des Hörbuches ist auch sehr gut u. nicht zu beanstanden, es handelt sich um einen Livemittschnitt von 2008 aus dem "Politbüro Hamburg" (o.ä.).
Erschienen im Verlag Hörbuch Hamburg.
Ich habe mir dieses geniale Kleinod beim Kochen angehört u. mich dabei köstlich amüsiert. Es ist wirklich sehr witzig u. unterhaltsam von der ersten bis zur letzten Minute, daher von mir eine absolute Kaufempfehlung !!!
Sollte man nicht verpasst haben !!!
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am 31. März 2009
es geht um liebe kleine Lügen die ein Enkel erfindet um seiner Oma die Welt etwas schöner zu machen.
Die CD ist liebevoll produziert voller Höhepunkte. Ganz feiner tiefgründiger Humor. Perfekt vorgetragen von Monica Bleibtreu und Dietmar Mues.
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am 25. August 2012
dieses buch ist komplex, schwierig, aber dennoch unterhaltsam, da zelter wie in all seinen romanen wirklich noch erzählt, eine geschichte vorträgt, der man gerne folgt, die oft sehr lustig ist, voller origineller einfälle, voller wortwitz. in den späteren, dann bei klöpfer und meyer erschienenen werken ist dieses unterhaltsame erzählerische element noch stärker ausgeprägt als in den schwierigeren ersten beiden romanen "briefe aus amerika" und "die würde des lügens".
letzterer wird in tonbandaufnahmen erzählt, die, so meint man zunächst, von einem jungen stammen, der seine gesamte jugend im keller des hauses seiner großmutter verbringt, um dort lügengeschichten, lügennachrichten für (und nicht etwa wider) seine großmutter zu erfinden. er tut dies, um den anforderungen seiner großmutter gerecht zu werden, was er nicht könnte, würde er die wahrheit sagen. hieraus ergibt sich ein großteil der komik, gleichzeitig aber natürlich auch die tragik, gleichzeitig die "würde" lügens ("wir wollen nicht verletzen; wir wollen nicht verletzt werden - also müssen wir lügen, bis in alle ewigkeit" s. 175), wie auch dessen übel und dessen verhängnis, der protagonist kann irgendwann nicht mehr anders, er wird zum sonderling, er "leidet unter der wirklichkeit und versucht sie zu verändern", (s.176), gleichzeitig ist er sich doch bewußt: "unter dem puder verschlechterte ich die welt" (s.202). dennoch täte man dem text sicher unrecht, würde ihm nicht gerecht, wollte man ihn auf diese letztlich recht banale oder gar moralisierende formel ("lügen ist trotz allem schlecht") herunterbrechen. viel zu verworren und komplex ist dazu das spiel des autors mit fiktion und wirklichkeit ("kaum eine wahrheit, die sich nicht zum guten ende als fiktion erwiesen hätte, kaum eine kühn dreiste fiktion, die sich nicht bewahrheitet hätte", s 192). so ist fast alles, was der junge im keller an nachrichten erfindet, tatsächlich "wahr" (fussball wm 74, finalsieg gegen holland etc), und man ist geneigt, hier mehr als nur einen absurd-witzigen einfall des autors zu vermuten. irgendwie verschwimmen die grenzen zwischen wahrheit und lüge eben. aber selbst diese sich bewahrheitenden lügen/die fiktiven wahrheiten sind möglicherweise, aber vielleicht auch nicht ("vielleicht erzählen die bänder die geschichte des enkels, wer weiß. vielleicht erzählen sie auch meine eigene geschichte. wer weiß." s.224), fiktionen des "autors", der in einem nachwort als ich-erzähler auftritt und von dem fund der bänder berichtet, die er, da sie lückenhaft gewesen seien, habe "frei rekonstruieren" müssen...
so bleiben am ende fragen offen, was wohl so sein muss, gleichzeitig fühlt man sich hervorragend unterhalten. genau dieser drahtseilakt zwischen unterhaltung und kunst ist die herausragende meisterschaft von joachim zelter, dem ich noch johannes muggenthaler zur seite stellen möchte.
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am 9. März 2009
Nachdem ich einige positive Kritiken über das Buch gehört hatte, habe ich es nun selbst gelesen. Ja, es gibt im ersten Teil ein paar sprachlich sehr gelungene Passagen, über die ich auch schmunzeln konnte. Insgesamt war ich aber froh, als ich das Buch endlich ausgelesen hatte. Besonders den zweiten Teil habe ich nur noch als langweilig empfunden, sprachlich völlig uninteressant. Zum Nachdenken hat mich dieses Buch nicht angeregt.
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am 5. Januar 2010
Eine ältliche Dame, Großmutter, die in bessere Kreise eingeheiratet hat und sich nun für vornehmer hält, möchte, dass auch ihr Enkelsohn, obwohl noch nicht schulpflichtig, die Allüren und den Dünkel dieser Gesellschaft übernimmt. Dies kann der Kleine natürlich nur mit gewissen Lügen leisten. Wer Monica Bleibtreus Wiener Akzent, die Wandelbarkeit ihrer Stimme und Sprache mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Dietmar Mues, der dem Enkel die Stimme leiht, lügt mit Würde und kindlicher Naivität. Geht zu Herzen und ist zum Abkichern.
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am 10. August 2009
Selten habe ich eine so vergnügliche gute Stunde zugebracht. Die Sprecher sind phantastisch, der Plot ist unterhaltsam, wenn auch weniger tiefgründig, als es der Innentext vermuten lässt. Aber zum Schmunzeln reizt diese Präsentation ebenso sehr wie zum kurzen Nachdenken. Rundum ein gelungenes Hörbuch!
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am 13. September 2000
Die Inquisition der Wahrheitsfanatiker, Puristen und Heuchler und das geistlose Apodiktum der Frankfurter Schule, nur wer wahrhaftig Wahrheit suche, sei in der Gnade, erhält mit diesem Buch seinen Coup de grâce. Eleganz, Schönheit, Grandezza - entheben sich dieser pöbelmännischen Feindschaft gegen als Bevorrechtigte (Nietzsche). Wildes tröstlicher Aphorismus, man möge dem ersten Lügner auf seine goldenen Jaspislippen küssen, gilt in unserer lungensüchtigen Welt mehr denn je. Quid est veritas? Die Wahrheit ist, das mir in diesem Leben nicht zu helfen war, sagt Kleist, sagt Zelter mitnichten. Gabe seiner erlesenen Sprache und seiner prachtvollen Imagination, verwandelt er noch das vermeintlich Triviale in ein Panoptikum lächelnder Bilder. Inmitten seines Metaphernwaldes geschehen Wunder - Wunder, die uns Leser vom Joch des Alltags erlösen.
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