Sale Sale Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Jetzt informieren Book Spring Store 2017 Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More HI_PROJECT Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle JustinTimberlake BundesligaLive wint17

Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
21
Die Tragödie des Euro: Ein System zerstört sich selbst
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:17,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 19. August 2011
In diesem Buch geht es um Geschichte, Gegenwart und Zukunft der europäischen Kunstwährung. Die Analyse basiert auf der "österreichischen Schule" der Volkswirtschaftslehre.

Der Autor schildert zunächst die beiden Grundtendenzen der Europäischen Union.

1. Freiheit: Die Zollunion der Europäischen Union soll durch einen freien Waren-, Finanz- und Personenverkehr zu Wohlstand führen.

2. Dirigismus: Durch zentralistische Interventionen soll die EU ein starker Akteur auf der politischen Weltbühne werden.

Zunächst sah es nach dem Zweiten Weltkrieg danach aus, als ob (wie die Deutschen und Engländer es wollten) eine Freihandelszone entstünde. Die Franzosen wollten jedoch ein starkes Europa (am besten unter ihrer Führung). Im Laufe der Zeit wurde mal das eine und mal das andere Prinzip verfolgt. Der Euro sollte den Weg in die politische Union ebnen. Die Verhandlungen über die Wiedervereinigung Deutschlands und die damit zusammen hängende Einführung des Euro werden ausführlich diskutiert.

Heute haben wir in Europa nach der weltweiten Finanzkrise eine Schuldenkrise. Aktuell (Juni 2011) ist Griechenland am stärksten betroffen.

Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) legt für ganz Europa einen einheitlichen Zins fest (vorher hatte jedes Land eine eigene Währung und konnte für sich optimale Zinsen setzen). Für die südeuropäischen Länder bedeutet dies, dass sie günstigere Kredite bekommen als früher und damit zum Schuldenmachen animiert werden. Hier kommt nun der so genannte Cantillon-Effekt ins Spiel: Zusätzliches Geld wird an einem bestimmten Punkt in den Wirtschaftskreislauf gepumpt und führt dann in Wellen zu Inflation. Das bedeutet, dass die Erstbezieher des frischen Geldes noch zu alten Preisen kaufen können (ihre Kaufkraft erhöht sich), während die Letztbezieher die gestiegenen Preise sehen (ihre Kaufkraft kann sogar sinken). Die Zinsen der EZB sorgten nun dafür, dass die südeuropäischen Länder das Geld erhielten, damit z. B. Waren in Deutschland kauften und dadurch dort die Preise erhöhten. Das erklärt, warum die Reallöhne in den südeuropäischen Ländern stiegen und bei uns nicht. Die Auswirkungen waren wie bei den lateinamerikanischen Gold- und Silberzuflüssen in das mittelalterliche Spanien: Es kam zum Cantillon-Effekt. Da die expansive Geldpolitik der EZB im Euroraum zu Inflation führt, muss man versuchen, das Geld möglichst als Erster zu erhalten. Das entspricht der Überweidung von allgemein benutzbaren Gemeindegrundstücken im Mittelalter ("Tragödie der Allmende").

Man kann die Argumentation wie folgt zusammen fassen (die Länder sind nur Beispiele für einen Erst- bzw. Letztbezieher):

1. Spanien: steigende Geldmenge -> steigende Löhne -> sinkende Zinsen
2. Deutschland: steigende Exporte -> stagnierende Löhne -> steigende Preise -> steigende Zinsen

Die weiteren Kapitel beschäftigen sich mit der Situation in Griechenland (dort gab es schon immer Probleme) und möglichen Interventionen der Politik (protektionistische Handelshemmnisse werden mit dem Nationalsozialismus in Zusammenhang gebracht). Zum Schluss werden mögliche Zukunftsszenarien vorgestellt.

***

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Während bei der Darstellung der geschichtlichen und politischen Zusammenhänge auf weiter führende Literatur zurück gegriffen wird, ist die wirtschaftswissenschaftliche Diskussion originell. Der Autor arbeitet die Argumente der "Tragödie der (Euro-)Allmende" und des Cantillon-Effekts gut heraus. Damit wird deutlich, dass niedrige Löhne in Deutschland nicht die Ursache des Problems sind (sie sind ganz im Gegenteil eine Folge der Geldpolitik der EZB). Somit sind die Forderungen nach einer europäischen Wirtschaftspolitik, welche die deutschen Waren verteuern und damit unseren Export senken soll, auch als Hirngespinste entlarvt. Auch der Vergleich der EZB mit Tolkiens "Herr der Ringe"ist gelungen: Der Eine Zins für den ganzen Euroraum bindet und knechtet alle Mitgliedsländer!

Das Buch ist für jeden interessant, der sich für den Euro bzw. Geldpolitik interessiert. Besonders Studenten der Volkswirtschaftslehre können viel lernen.

Hinweis: Ich habe die englische Ausgabe "The Tragedy of the Euro" gelesen.
11 Kommentar| 33 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
NR. 1 HALL OF FAMETOP 100 REZENSENTam 31. August 2011
Kürzlich hielt der Bundespräsident eine Rede mit einem bei ihm durchaus überraschenden Inhalt. Am Ende zitierte er Thomas Jefferson, den dritten Präsidenten der USA. Jefferson hatte gesagt, dass wir immer die Wahl zwischen Sparsamkeit und Freiheit oder Überfluss und Knechtschaft hätten. Dass ein kreditfinanzierter Scheinwohlstand zur Knechtschaft führt, lernt man gerade widerwillig in Griechenland. Anderen steht ein noch viel schmerzlicherer Lernprozess bevor.

Der Autor nennt sein Buch "Tragödie des Euro", doch in Wirklichkeit handelt es sich um eine Tragödie Europas, die durch diese politisch gewollte, aber ökonomisch widersinnige Einheitswährung herbeigeführt werden wird. Wenn man sich über die tatsächlichen Zusammenhänge und die auf uns zukommenden Lasten kompetent informieren möchte, dann ist man bei diesem Buch gut aufgehoben, auch wenn es sich manchmal etwas hölzern liest.

Philipp Bagus arbeitet als Professor für Volkswirtschaft an der Universidad Rey Juan Carlos in Madrid. Gleich zu Beginn seines Buches erläutert er, dass die ursprüngliche klassisch-liberale Vision eines in gewisser Weise freiheitlich geeinten Europas inzwischen von einer vor allem von Frankreich favorisierten Vision eines imperialen, zentralistisch durchorganisierten Staatswesens, das sozialistischen Vorstellungen entspricht, abgelöst wurde. Damit verbinden die EU-Eliten die Idee eines gemeinsamen Wohlfahrtsstaates, der "innerhalb Europas für Umverteilung, Regulierung, Harmonisierung und Gesetzgebung" sorgen werde.

Im zweiten Kapitel beschreibt Bagus die "Dynamik des Zwangsgeldes", das Staaten ihren Bürgern aufzwingen, also den Weg zu ungedecktem, nur auf "Vertrauen" beruhendem Papiergeld und seiner unausweichlichen Folgen. Dann widmet er sich erstmals dem hinter der Euro-Einführung stehendem politischen Kalkül Frankreichs, dem sich Deutschland Schritt für Schritt ergeben hat. Die Schilderung und Kommentierung dieses komplexen Vorganges durchzieht das gesamte Buch.

Bereits im dritten Kapitel erläutert Bagus den Unterschied zwischen der deutschen Bundesbank und der EZB. Später wird er beschreiben, dass die EZB, die einstmals (im Wunschdenken deutscher Politiker) als Abbild der Bundesbank gedacht war, ihre Unabhängigkeit inzwischen weitestgehend verloren hat und als Organ der EU-Kommission dient. Kennt man die Geschichte der französischen Notenbank insbesondere in den 1920er Jahren, dann weiß man genau, wo wir inzwischen stehen.

Im vierten Kapitel macht der Autor deutlich, warum gerade hochinflationäre Länder Europas den Euro wollen. Nachdem die bedeutend weniger inflationierte D-Mark endlich verschwunden ist, fällt die Inflationspolitik solcher Ländern nicht mehr auf. Und: "Unter dem Euro fließt Papiergeld nach Deutschland, wo dessen Angebot als gesetzliches Zahlungsmittel die Preise nach oben treibt." (S. 67). Das widerspricht dem offiziellen Mantra, dass Deutschland angeblich der größte Euro-Profiteur wäre. Der Euro nützt Deutschlands Großindustrie, nicht jedoch seiner Bevölkerung, betont der Autor.

Das fünfte Kapitel erklärt dem Leser sehr präzise, warum Deutschland die D-Mark aufgab. Dann folgen zwei Kapitel, die sich mit der EZB befassen. Zunächst wird beschrieben, wie die EZB funktioniert, anschließend werden die Unterschiede in der Geldschöpfung zwischen der EZB und der FED verdeutlicht.

Warum die Europäische Währungsunion (EWU) ein selbstzerstörerisches System ist, erläutert Bagus sehr ausführlich im achten Kapitel. Er geht dabei auch auf die Verschuldung Griechenlands ein, womit er sich jedoch auch später noch einmal ausführlicher befasst. Denn zunächst folgt ein Kapitel, das den konfliktverschärfenden Charakter der EWU darstellt.

Im recht ausführlichen 10. Kapitel wird uns der desaströse Weg vor Augen geführt, den die europäischen Eliten bisher auf dem Weg in den Zusammenbruch gegangen sind. Es macht nur noch wütend, wie die deutsche Bundesregierung Schritt für Schritt eine Position nach der anderen geräumt hat. Der Autor benutzt bereits zu Beginn seines Textes den Begriff "Staatsstreich". Anders kann man das in der Tat nicht mehr nennen. Inzwischen ist eigentlich alles, was einmal zur Einführung des Euro an Verträgen geschlossen wurde, Makulatur. Unsere Währung entzieht sich darüber hinaus zunehmend dem Einfluss demokratisch gewählter Organe.

Das letzte Kapitel behandelt die "Zukunft des Euro". Doch der Autor glaubt nicht an seine Kapitelüberschrift. Vor dem "Rettungsschirm" konnte die durch den Euro installierte Umverteilungsmechanik in Europa noch durch komplexe monetäre Mechanismen verschleiert werden. Nun liegt offen, dass es sich bei der EU um eine reine Transferunion handelt. Der Autor schreibt, dass bei Niederschrift seines Textes Deutschland für 148 Milliarden Euro garantiert, also mit 60% seiner jährlichen Staatseinnahmen. Kommt es zu diesen Zahlungen, dann begleichen deutsche Steuerzahler die Schulden anderer Staaten, ohne dass sie auch nur ansatzweise gefragt worden wären, ob sie das wollen.

Fazit.
Ein Buch, in dem der ganze Irrsinn der "Euro-Rettung" und seiner Hintergründe beschrieben wird. Es erläutert daneben, wie und warum Deutschland in die Euro-Falle lief und wie und warum nach und nach alle deutschen Positionen aufgegeben wurden.
22 Kommentare| 92 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 27. Oktober 2011
Prof. Bagus zeichnet in diesem Buch den Weg der EU und des Euros nach.
Es wird gezeigt, dass es nach Ende des 2. Weltkrieges zwei Optionen für den Weg der heutigen EU gab!
Die eine Option war der Weg einer Freihandelszone: Die Regionen mit ihren verschiedenen regionalen und kulturellen Eigenheiten hätten im Wettbewerb miteinander gestanden. Die Bürger wären auch frei und eigenverantwortlich im Handeln gewesen; zuerst wäre die Subsidiarität gekommen und ganz zum Schluss erst kommt irgendwo der Staat.
Die zweite Option setzte sich durch: Zentraler Machtstaat, Bürger werden weitgehend gegängelt und stehen unter der Knute einer mächtigen EU-Bürokratie, die nach immer mehr Zentralgewalt strebt. Diese Bürokratie bevorzugt natürlich Knechte und keine selbstbewussten und freien Bürger.
Als in den späten 1980er Jahren die Völker im Machtbereich der UdSSR die Ketten der Sklaverei abschüttelten, da zeichnete sich auch die Möglichkeit zur Vereinigung der beiden deutschen Nachkriegsstaaten ab. Der Preis für diese Einheit war der Euro, da Frankreichs Präsident Mitterand und die britische Premierministerin Thatcher die Macht der Bundesbank brechen wollten. Die Bundesbank mit ihrer etwas konservativeren Politik war besonders Frankreich lästig, zwang sie doch den Siegerstaat des 2. Weltkriegs zu disziplinierter Wirtschaftspolitik. In den Augen vieler Bundesbürger galt und gilt die Bundesbank als Stabilitätsmeister, weil die Bundesbank die D-Mark weniger stark inflationierte als die europäischen Nachbarn ihre Währungen.
Der Euro ist also der Preis der Deutschen für die Einheit. Und dies ist ein teurer Preis, denn seit Einführung des Euros wird in Deutschland weniger investiert, die Deutschen müssen für ihren Lebensunterhalt viel mehr zahlen und die Geldentwertungspolitik der Europäischen Zentralbank geht weit flotter voran, die Geldpolitik ist viel lascher als zu den Zeiten der Bundesbank. Profitiert haben in Deutschland vom Euro nur die übliche Kumpanei: Politische Kaste, Banken und exportstarke Industriezweige; der weitaus größere Teil der Bevölkerung bezahlt diese Bereicherung einer kleinen Gruppe. Der Euro als Instrument, um die EU weiter zu zentralisieren, Gleichmacherei voranzutreiben, kurz den Sozialismus zu vollenden.
Prof. Bagus zeigt jedenfalls, dass seine solche Politik der konsequente Weg ist, den die Sozialisten in allen Parteien bevorzugen: Mit dem Ziel, die Bürger völlig zu entrechten, absolut in die Knechtschaft zu treiben - am Schluss steht dann die EUdSSR. Und die Bürger sind Sklaven der Eigentums- und Freiheitsvernichtungspolitik der etatistischen Politiker, welche in allen Parteien die Regie führen!
11 Kommentar| 23 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 23. August 2014
Solange der Autor thematisch bei seiner Profession, der Nationalökonomie bleibt, so überzeugt er zumeist und liefert fundierte Fakten und Analysen. Kaum wagt er sich jedoch in den Bereich der Politik, da beginnt er zu straucheln. Vor allem wenn er sich auf Hans-Hermann Hoppe stützt, einem Anhänger des Anarchokapitalismus, der auch die Demokratie als Staatsform ablehnt. Mit Hoppe ortet er in Deutschland eine "herrschende Klasse", die das Ende der DM und das Ende der dominanten Rolle der Bundesbank begrüßte und den Staat "zur Ausbeutung der restlichen Bevölkerung instrumentalisierte." Diese herrschende Klasse sei "ausbeuterisch, parasitär, unproduktiv" und verfüge über ein "ausgeprägtes Klassenbewußtsein." Gäbe es eine solche dominante Klasse, so hätte sie ihre Ziele wohl eher im Rahmen der DM und nicht in einem globalisierten Ambiente zu erreichen gesucht ! Wer weiters Mitterand als Adepten eines europäischen Superstaates apostrophiert, der geht ebenfalls an den Realitäten vorbei. Mitterand hätte es 1990 in der Hand gehabt mit Kohls Einverständnis die politische Einigung Europas entscheidend voranzutreiben. Er hat sich jedoch auf die Beseitigung der verhassten DM beschränkt, weil ihm klar war, dass ein Verschmelzen der "Grande Nation" mit seinen Nachbarländern in Frankreich keineswegs mehrheitsfähig war und ist. Ein Teil der Schuld an den Fehlbeurteilungen des Autors mögen auch seine Lehrer zu verantworten haben, von denen Jesús Huerta de Soto auch das Vorwort zu diesem Buch geschrieben hat. Wenn de Soto es als "positive Wirkung des Euro" vermerkt, "dass er die gesamte EWU in Richtung Sparsamkeit gedrängt hat" so bleibt mir unklar, wo dieser lehrende Akademiker seine Informationen hernimmt. Tatsache ist, dass die Auslandsschulden der Masse der Euroländer in den Euro-Jahren gigantische Höhen erreicht hat. Es sind Schulden, die vor allem auf die drastisch gesunkenen Zinsen nach Euroeinführung zurückzuführen sind. Das billige Geld hat im Süden des Kontinents nicht zum Sparen verleitet sondern zum Leben über die Verhältnisse. Fazit: Will man sich über die Eurokrise seriöser informieren so ist man bei Wilhelm Hankel und Hans-Werner Sinn besser aufgehoben zumindest was die Analyse betrifft. Am überzeugendsten fand ich jedoch Thilo Sarrazins "Europa braucht den Euro nicht" (Der Titel wird dem Inhalt nicht ganz gerecht), da er von allen Kontrahenten die meiste praktische Erfahrung hat und -entgegen seinem Ruf- absolut sachlich und unaufgeregt argumentiert.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 14. September 2011
Letztes Wochenende habe ich in einem Seminar über das Notenbankensystem teilgenommen. Viele Anwesenden schienen aus Reflex den Euro verteidigt zu haben. Er habe uns Wohlstand gebracht und Europa vereint, hieß es. Beide Aussagen wurden meist nicht weiter untermauert. Als Referent zum Thema Österreichische Schule der Nationalökonomie und Konjunkturzyklentheorie konnte ich das nicht so stehen lassen.

Philipp Bagus Buch die "Tragödie des Euro" zeigt jedem interessierten Leser in klarer, präziser und verständlicher Weise auf, an welchen Problemen das heutige System krankt, wer es zu verantworten hat und welchen Interessen es noch heute dient.

Der Euro mag zwar Transaktionskosten gesenkt haben, das bestreitet niemand, jedoch hat es zu unglaublich vielen Verwerfungen geführt, welche wir jeden Tag auf das neue durch die ökonomische Berichterstattung aus Griechenland, Spanien, Portugal, Irland, Italien (und bald noch anderen Ländern) klar vor Augen geführt bekommen. Die Begleiterscheinungen einer planwirtschaftlich-organisierten Papiergeldwährung sind um ein Vielfaches größer, als die Annehmlichkeit beim Spanienurlaub den Sangria mit Euro bezahlen zu können.

Wer verstehen möchte, wie wir in die Situation gekommen sind, dass wir nun für andere Länder haften; wer verstehen möchte, warum kein Politiker oder Banker andere Wege aufzeigt, als dass wir uns noch mehr in Schulden begeben; wer verstehen möchte, warum der Weg zurück zur Deutschmark nur ein temporärer Ausweg ist - all denen ist Bagus Buch wärmstens empfohlen.
0Kommentar| 24 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 10. November 2012
Man merkt, dass das Buch von einem waschechten Finanzfachmann geschrieben ist. Mir ist es allerdings zu trocken und gespickt mit Fachausdrücken. Man muss sich schon sehr konzentrieren, um den Inhalt vieler Sätze zu verstehen. Sicher ist es schwierig, die doch ziemlich komplexen Zusammenhänge der Finanzkrise leichter verständlich darzustellen, aber genau darin besteht die Kunst eines guten Sachbuchschreibers - wenn schon nicht etwas unterhaltsamer, dann zumindest leichter verständlich formulieren und dennoch sachlich korrekt bleiben beim Erläutern von Zusammenhängen und Resultaten.
Allerdings hat das Buch 3 Sterne verdient wegen der sicher kompetenten und vollständigen Darstellung.
22 Kommentare| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 14. November 2012
Zu empfehlen sind Prof. Bagus Analysen dennoch, da er es nicht beim bekannten Wehklagen über die Eurokrise belässt, sondern darüber hinaus Lösungs- und Rettungswege aufzeigt.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 8. September 2011
Als in den 90er Jahren hellsichtige Köpfe wie etwa der einstige EG-Beamte (der deshalb auf Betreiben Kohls geschaßt wurde) Manfred Brunner vor dem "Sonderopfer Deutschlands" einer Aufgabe der D-Mark und der Entmachtung der Bundesbank sowie einer Einheitswährung als einem "Trapezakt ohne Netz" warnten, da wurden diese Kritiker eines, wie sich nun je länger je mehr immer deutlicher zeigt, verhängnisvollen Irrwegs als "D-Mark-Chauvinisten" in den rechten Strafraum gestellt. Dabei unterschieden sich ihre Voraussagen nicht von den pessimistischen Prognosen der Mainstream-Ökonomen und Wirtschafts-Nobelpreisträger Milton Friedman und Gary S. Becker. Eine obskure Allianz aus Parteienkartell, "Corporate Media" (allem voran die damals besonders unrühmliche Springer-Presse, die surrealistischerweise die aktuelle Griechenland-Krise nutzt um sich als Sprachrohr der wachsenden Unzufriedenheit der Bürger mit EU-Europa zu empfehlen) und Inlandsgeheimdiensten ging mit overkill-Methoden gegen bürgerlich-liberale Anti-Euro-Protestparteien vor wie den von FDP-Honoratioren und renommierten Wissenschaftlern gegründeten "Bund freier Bürger". Die historischen Hintergründe und die (teilweise politkrimogenen) Motivlagen der damaligen Beteiligten beleuchtet exzellent der junge Wirtschaftswissenschaftler Philipp Bagus überaus kenntnisreich, detailgetreu - und er versteht es dabei, den Leser trotz der vermeintlich staubtrockenen Materie zu fesseln. Dieses Buch ist nicht nur eine erstklassige währungshistorische Rückschau sondern aufgrund seiner didaktisch klug aufgebauten Einführung in die Geldtheorie der "Österreichischen Schule der Nationalökonomie" (Ludwig von Mises, Friedrich August von Hayek, Murray Rothbard, Jesus Huerta de Soto) - der stringentesten Wirtschaftstheorie überhaupt, die als einzige schlüssig die Konjunkturzyklen ("Booms and Busts") und die Verwerfungen eines weltweiten immateriellen, staatlichen Zwangsgeldsystems (Erfolgsautor Roland Baader prägte treffend den Terminus "Geldsozialismus") schlüssig erklären kann, in welchem Zentralbanken über ein Monopol zur Geldproduktion verfügen und nach Belieben Geldmenge und Zinssätze manipulieren - ein Standardwerk für jeden Studieneinsteiger ins ökonomische Fach, aber auch für interessierte Laien und alle Menschen, die unser Finanzsystem und das Wesen des Geldes verstehen wollen, ohne vom Mainstream an der Nase herumgeführt oder gar von den Gimpelfängern des medial-edukativ-gouvernementalen Komplexes gegen diverse "scapegoats" (Banker, Spekulanten, Finanzmärkte, Ratingagenturen etc.) angestachelt zu werden. Fazit: Wer Frieden, Freiheit und Wohlstand in Europa retten will, der muss das waghalsige Euro-Experiment beenden!
0Kommentar| 21 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 25. September 2011
Die Tragödie des Euros vom Philipp Bagus hat mich erfreut, weil es in der heutigen Zeit wenige Autoren gibt, die sich mit der Freiheit = Verantwortung beschäftigen. Für mich war dieser Aspekt der Wichtigste. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts haben Politiker den John Maynard Keyness für sich entdeckt, weil sie jetzt eine wissenschaftliche Begründung für Expansion der Politik in die Wirtschaft rechtfertigen konnten. Nach dem zweiten Weltkrieg hat Ludwig Erhard einen freien Markt in der BRD eingeführt (nicht ganz frei), aber es reichte, um die Staatskasse zu füllen. Wie Philipp Bagus richtig schreibt, wollten die meisten Europäischen Staaten einen Wohlfahrtsstaat haben, um die Utopie einer sicheren und gerechten Gesellschaft zu realisieren, koste es was wolle. Sicherheit hat man nur eins, dass man sterben wird, weil man geboren wurde und gerecht ist, dass niemand weiß, wann es so weit ist. Zwischen Geburt und Tod findet das Leben statt und das ist eine einzige Unsicherheit. Diese zu meistern mit allen Höhen und Tiefen ist das Leben. Und ich möchte mein Leben selber Leben und es nicht irgend einem Genossen überlassen, der sich anmaßt zu wissen, was mich glücklich macht. So lange es Ost-West Konflikt gab, war Maßgebend, dass der Westen auch Ökonomisch dem Sozialismus überlegen war. Nur wenige haben gemerkt, dass aus der sozialen Marktwirtschaft ein Wohlfahrtsstaat geworden ist, der nur vom Schuldenmachen lebt. Die Bindung der Bürger an den Staat mit allen Abhängigkeiten, die die Bevölkerung daran hindert für sich selbst zu sorgen. Sie dürfen es nicht, damit sie brave Bürger bleiben, abhängig, ängstlich, nach Hilfe des Staates rufend, der sie mit homöopathischen Dosen auf die kommende Disziplin vorbereitet. Die Bürger zahlen Gebühren, damit sie öffentlich-rechtliche Sendeanstalten schauen und hören dürfen. Was sehen sie? Kontrollen! Da ist es die Polizei, dann wieder Hygiene Kontrolle, dann die Kontrollen auf der Autobahn und jetzt die Zöllner, wie sie einen Zigaretten Schmuggler kontrollieren etc. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, hat Genosse Lenin gesagt. Dass hat mit der Freiheit=Verantwortung nichts zu tun! In einer freien Gesellschaft kontrolliert der Kunde, durch sein Kaufen oder nicht Kaufen, wer auf dem Markt überlebt. Niemand stellt die Frage, warum jemand Zigaretten schmuggelt? Weil der Staat so hohe Steuern auf die Zigaretten drauf setzt, dass es sich lohnt. Und weil der Markt funktioniert ob frei oder nicht (nur in der zweiten Variante tut es mehr weh), muss die Euro Geschichte schief gehen. Und dann brauch man brave, ängstliche Bürger, die trotz alle elend gehorchen und nicht rebellieren. Danke für das Buch.
0Kommentar| 20 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 17. September 2011
Das erste Buch, welches die österreichische Schule der Nationalökonomie behandelt, mit leicht verständlichem Inhalt!
Der Autor vermeidet die aktuellen, sehr abgehobenen, Diskussionen die zwischen den 'Österreichern' ablaufen; klar ist er als Schüler de Sotos (http://www.amazon.de/Geld-Bankkredit-Konjunkturzyklen-J%C3%A9sus-Huerta/dp/3828205321/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1316250374&sr=8-1) erkennbar.
Stellenweise begibt sich der Autor auf das Gebiet der Politik. Als 'Österreicher' sollte er nur die gesetzten Handlungen darstellen, keinesfalls aber in Mutmassungen über die Gründe für diese Politik verfallen. Die österreichische Schule hat die momentane Euro Krise vorhersagen können, ebenso wie die SubPrime Krise und alle anderen Wirtschaftskrisen der letzten Jahrzehnte, Mutmassungen über den Weg zu politischen Entscheidungen machen dieses wertvolle Buch angreifbar, obwohl der wirtschaftliche Kern, einfach, leicht verdaulich und sehr schlüssig dargestellt ist; und an keiner Stelle die wissenschaftlichen Werkzeuge der österreichischen Schule verbogen werden müssen, wie es die anderen Schulen der Ökonomie ja in/nach jeder Krise tun.
Ein sehr empfehlenswertes Buch.
11 Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden