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Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen
39
4,4 von 5 Sternen
Die Kunst der Fotografie: Der Weg zum eigenen fotografischen Ausdruck
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:49,90 €+ 3,00 € Versandkosten


am 8. Oktober 2017
„The Art of Photography“ lautet der englische Originaltitel dieses Buches des weltbekannten amerikanischen Fotografen. Die Erstausgabe dieses Werkes war im Jahr 2011 (so nachzulesen bei Amazon) das bestverkaufte Fotografiebuch der USA.
Schwarzweiß und im festen Einband, so liegt es vor mir, mit 430 gewichtigen Seiten. Es ist im dpunkt.verlag in 2., erweiterter und überarbeiteter Auflage erschienen und von Dr. Volker Haxsen ins Deutsche übersetzt worden. Die Fotos des Autors sind überwiegend in Schwarzweiß abgebildet, der hochwertige Druck und die glatte Oberfläche des Papiers machen haptisch etwas her.
Schnell wird mir klar, warum die Erstausgabe dieses Buches auch als „Fotografenbibel“ beschrieben wird. Der Autor befasst sich sehr detailliert mit verschiedensten Techniken der Fotografie, so zum Beispiel dem Zonensystem für die analoge Schwarz-Weiß-Fotografie sowie auch dem digitalen Zonensystem, es geht um Kunst, Technik und deren Relevanz, um Philosophie, fotografischen Realismus, Abstraktion und Kreativität.
Kurzum – keine Schmalkost! Dieses Buch ist nicht geeignet für Leser, die sich einen schnellen Überblick zu diesem Thema verschaffen möchten. Ich denke, es ist eher geeignet für all die, die diese Kunstform studieren und sich mit all den Techniken intensiv auseinandersetzen wollen. Oder auch für die Interessierten, die sich in diese Materie richtig tief hineinbegeben wollen.
Der Autor gibt uns einige Definitionen mit auf den Weg. Unter der Überschrift „Wie das Auge sieht“ zum Beispiel diese: „Eine gelungene Komposition ist die Art, wie es dem Künstler gelingt, den Blick des Betrachters in geordnete, geführte Bahnen zu lenken“.
Die analoge Fotografie nimmt in diesem Werk viel Raum ein und Barnbaum gibt sein konkretes handwerkliches Wissen zur Entwicklung von Schwarzweißfotos detailliert weiter. Als Beispiel nenne ich hier die Profitipps für die Dunkelkammer, wie den Einsatz von Kontrastminderungsmasken, das Bleichen mit Kaliumhexacyanoferrat und Selentonungen.
Großartige Fotos zeigt uns Barnbaum in diesem Buch, schon allein dafür lohnt sich die Anschaffung!

In Kapitel 11 steigt der Autor detaillierter in die digitale Fotografie ein. Auch hier erhält der Leser interessante Informationen, zum Beispiel über den genauen Unterschied zwischen den Bildqualitätseinstellungen einer Kamera (RAW, DNG oder JPEG), den Dynamikumfang eines Sensors und Erläuterungen zum Histogramm.
Barnbaum informiert uns zum RAW-Konvertierungsprogramm genauso wie zum Weißabgleich, zur Einstellung des Schwarzpunktes, des Weißpunktes und des Kontrasts. Auch HDR und Luminanzmasken werden thematisiert.
Im Kapitel 14 geht es um die Zerschlagung fotografischer Mythen. Etwas gestört hat mich hier die Vermischung von Mythen zur technischen Entwicklung in der Dunkelkammer und zu fotografischen Gestaltungsformen bei der Aufnahme eines Fotos.
Irritiert hat mich insgesamt die Aufteilung der Themen in diesem Werk. Für meinen Geschmack wurde ein wenig zu viel gesprungen zwischen künstlerischen und technischen Kapiteln.
Hier ein Auszug der Kapitel-Überschriften:
• Fotografie als Mittel der Kommunikation
• Visualisierung
• Licht
• Farben
• Filter
• Das Zonensystem für Aufnahmen auf Schwarz-Weiß-Film
• Die Steuerung des Kontrasts von Schwarz-Weiß-Negativen – Das erweiterte Zonensystem
• Der Abzug
• Das Digitale Zonensystem
• Analog und Digital, Kunst und Technik
• Die Zerschlagung fotografischer Mythen
• Präsentation
• Fotografischer Realismus, Abstraktion und Kunst
• Der intuitive Zugang zur Kreativität
Im Anhang gibt es dann noch einmal ganz praktische Tipps zum Testen von Materialien und Ausrüstung in der analogen Fotografie und zu Vergrößerer-Lichtquellen.
Wahrscheinlich hatte ich persönlich eine etwas andere Vorstellung von diesem Buch…
In Kapitel 17, mit der Überschrift: „Der intuitive Zugang zur Kreativität“, werde ich mit einem Satz wie „Wenn Sie irgendetwas in der Fotografie erreichen wollen, müssen Sie Freude dabei empfinden.“ nicht wirklich abgeholt. Auch Kapitel 18 reißt das nicht raus: „Sich bei jedem Aspekt der Fotografie die Flexibilität zu bewahren, ist das größte Geschenk, das Sie sich machen können.“
Aber das mag mein subjektives Empfinden sein. Es soll das geballte Fotowissen nicht schmälern, welches das Buch vermittelt.
Ich denke, ich würde dieses Werk insbesondere den Fotografen empfehlen, die sich das Gebiet der analogen Fotografie neu erschließen wollen.
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am 19. September 2017
Tolles Buch in perfekter Qualität und sehr guter Ausarbeitung der Fotos – schon deshalb ein Erlebnis, es einfach nur in der Hand zu halten. Ein sehr lehrreicher Inhalt, mit vielen faszinierenden Bilder, informativ, motivierend. Bruce Barnbaum regt dazu an seinen eigenen Stil und seine eigene Kreativität zu finden und sich auszuprobieren. Ein Muss für jeden Fotografen!
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am 5. Januar 2013
Zunächst war ich verwundert über den relativ großen Anteil des Buches zum Bereich der analogen Fotografie. Das ist einem in den vergangenen digitalen Jahren fast schon fremd geworden. Aber warum eigentlich? Wem es nicht auf Geschwindigkeit ankommt und höchste Ausgabequalität anstrebt, für den ist das analoge Mittel- und Großformat sicherlich immer noch eine Option. So hält man nun mit dem Titel ein Buch in Händen das sich ganzheitlich der Fotografie widmet und dabei bewusst den Ansatz eines künstlerischen Fine-Art-Fotografen verfolgt.
Deshalb ist es nur konsequent, dass der Inhalt nicht mit Zeit und Blende, sondern sehr interessanten Ansichten zum Thema Begeisterung und Motivation einsteigt. Weiter geht es dann mit fundierten Texten zu Komposition, Elemente der Komposition wie Kontrast und Tonwerte über Formen und Struktur, Beziehungen von Bildelementen bis zu Erfolgsrezepten und anderen Tücken. Weiter geht es dann mit Visualisierung und Alternativen Ansätzen, Licht und Farben. Mit dem Kapitel Filter nimmt der Autor wie schon erwähnt den Faden der analogen Technik auf. Sehr detailiert werden wichtige Erfahrungen an die Nachwelt weiter gegeben. Vielleicht wichtig, wenn in Zukunft Fotografen die Langsamkeit der Analogfotografie als kreative Bereicherung wiederentdecken, dann wäre es sehr müßig wenn man sich die Erfahrungen und Tipps von Barnbaum neu erarbeiten müsste.
Auch wer nicht mehr zurück zur analogen Fotografie möchte, findet in diesem Abschnitt eine fundierte Erklärung des Zonensystems. Für alle anderen bildet das Kapitel "Das digitale Zonensystem" die Brücke in die Gegenwart, die für die meisten digital ist und wohl auch bleiben wird.
Kunstvolle Fotografie wird vom Autor angestrebt und vermittelt. Die weiteren Kapitel zu Präsentation, die Zerschlagung fotografischer Mythen, künstlerischer Integrität, Realismus, Abstraktion, die Gedanken zur Kreativität und dem intuitiven Zugang zur Kreativität sowie in Richtung einer persönlichen Philosophie runden das Buch ab.
Bilder machen und betrachten ist das Eine, Gedanken zur Kunst und herausragende, kunstvolle Fotografieen sind das Andere. Vielleicht liegt deswegen der Textanteil deutlich über dem Bildanteil des Buches "Die Kunst der Fotografie". Auf jeden Fall sind die hervorragenden Bilder von Bruce Barnbaum immer wieder ein Erlebnis. Gerade weil diese nicht in Masse wie in einem Bildband präsentiert werden erscheinen sie um so mehr wie Ikonen der Fotografie.
Als Fazit würde ich sagen, auch wenn man das analoge Thema ausklammert findet man immer noch viel lehrreichen Input und faszinierende Bildbeispiele. Ich möchte das Buch nicht mehr missen und freue mich dieses zu besitzen.
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am 10. April 2015
Bruce Barnbaum, Die Kunst der Fotografie. Das Buch aus dem dpunkt-Verlag wird dem hohen Anspruch des Titels gerecht: Feinstes Kunstdruckpapier in schwerer Qualität, perfekte Ausarbeitung der gedruckten Fotos, schon allein aus diesem Grund ein Erlebnis, dieses Buch in den Händen zu halten.

Wir haben allerdings kein Fotobuch im inzwischen allseits bekannten Stil. Hier werden keine Effekthaschereien gezeigt! Man lernt nicht, an welchen Reglern man drehen muss, um eine Farbe noch greller zu machen. Wie ein Foto noch "knackschärfer" wird. Wie man noch spektakulärer die Kamera durch die Luft wirbeln lassen muss, damit das Foto noch außergewöhnlichere Stauneffekte erzielt. Nein, dieses Buch beschäftigt sich in vielen Teilen schon philosophisch mit der Kunstform Fotografie. Bewiesen wird das mit einer Vielzahl von ruhigen Bildern die hauptsächlich Natur und Architektur (und darin Kirchenansichten) zeigen. In großen Teilen sind die Bilder schwarz/weiß ausgearbeitet.

Für einen Anfänger in der Fotografie eher ungeeignet - es wird davon ausgegangen, dass der Leser mit der Bedienung seiner Kameraausrüstung virtuos vertraut ist - wendet sich der Autor in den Kapiteln 1-7 an den geübten Fotografen, der sich im Vorfeld schon mal Gedanken über seine eigene Werke gemacht hat. Er gibt Anregungen, sich intensiv mit den vielen Einflussmöglichkeiten auf ein gutes Bild auseinanderzusetzen. Kameraposition, Brennweite, Kontrastwerte, Linien, Formen, Muster, um nur wenige Aspekte daraus zu nennen werden detailliert angesprochen und regen zum Nachdenken über das eigene Tun an. Der elementaren Bedeutung des Lichts, als alles entscheidender Faktor einer Fotografie ist ein eigenes Kapitel gewidmet und holt den Leser auf den Boden der Tatsachen zurück. Fotografie ist "Zeichnen mit Licht" und die Kamera kann nur Lichter, Strukturen, Linien aufzeichnen, die entscheidenden Elemente einer Komposition, der Beziehungen der einzelnen Elemente untereinander, die schlussendlich das Kunstwerk einer Fotografie ausmachen, liegen einzig und allein im Fotografen.

Genau diese Aspekte betrachtet der Autor ab den Kapiteln 13 bis zum Ende, in denen wir uns intensiv damit beschäftigen, welche Botschaft ich als Fotograf eigentlich durch meine Bildersprache ausdrücken will, bis hin zum intuitiven Zugang zur Kreativität und deren Umsetzung in einem fotografischen Kunstwerk. Außerdem wird kräftig mit den allseits bekannten Regeln zur Fotografie aufgeräumt. So lässt der Autor unter anderem kein gutes Blatt an der Drittelregel; durchaus nachvollziehbar, Regeln sind zum brechen da.

Die Kapitel 8-12 sind meines Erachtens Kapitel, die einer gewissen "Modernisierung" unterworfen werden sollten. Wer wie ich, seinerzeit noch analog fotografiert und sw entwickelt hat, mag den Ausführungen noch einen gewissen nostalgischen Wert beimessen, für den größten Teil der Leser dürften diese Ausführungen allerdings wenig bis gar keinen Sinn mehr machen. Anstatt Entwicklungszeiten für Filme zu erklären würde ich empfehlen, an dieser Stelle sich mit dem sicherlich ebenfalls höchst anspruchsvollen Bereich der Erzeugung von Prints zu beschäftigen. Die Optimierung der Wegstrecke von RAW-Datei über die richtige Kalibrierung des Gesamtsystems bestehend aus Monitor und Drucker bis hin zu einem qualitativ hochwertigen Ausdruck dürfte ausreichend Diskussionstoff auch für ein Buch mit diesem künstlerischen Ansatz liefern. Aus diesem Grund nur 4 Sterne für dieses ansonsten sehr empfehlenswerte Buch.

Roland Seichter
Fotoamateurclub Kaufbeuren 1950
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am 26. August 2014
Bruce Barnbaum trifft mit diesem rund 400 Seiten auf dickem Glanzpapier gedruckten Buch aus der „Photografic Arts Edition“ des dpunkt.Verlages voll in`s Schwarze. Er, als einer der bekanntesten Vertreter der Sparte „Fine Art“ schaffte es schon in den USA mit der englischen Ausgabe dieses Buches auf die ersten Plätze.

In rd. 20 Kapiteln erklärt er dem Leser seine Sicht auf die Fotografie gewürzt mit vielen, meist s/w Fotos aus seinem Schaffen. Er ist ein Vertreter der analogen, entschleunigten Fotografie, der es versteht, den Leser auch durch Betrachtungen vor der Motivwahl, bei der Komposition und Aufnahme sowie in dem Ziel seiner Bilder mitzunehmen. Er schafft aber auch immer den Bogenschlag zur digitalen Fotografie durch Erläuterungen zu Sensor, Histogramm, Farbbetrachtungen und Bearbeitungen mit Photoshop mittleren Teil des Buches.

Im Kapitel 1 „Fotografie als Mittel der Kommunikation“
gibt er diverse allgemeine Hinweise, die heute in der schnellen digitalen Welt leider oft zweitrangig gesehen werden.

Ich finde wichtig die „Begeisterung“ für die Fotografie ganz oben an zu stellen. Die Motive sehen und spüren, sich auf die Aufnahme konzentrieren, seine subjektive Sehweise einbringen. Es gilt durch Komposition bei der Aufnahme genau das zu betonen, was als Aussage des fertigen Bildes herüberkommen soll.
Wenn Barnbaum sinngemäß sagt: „...wenn meine Bilder auch nicht die Wahrheit zeigen, so drücken sie aber meinen persönlichen Standpunkt aus.“ Ein bedeutender Satz, der nicht nur für Anfänger wichtig für`s eigene Schaffen ist.

In Kapitel 2 „Was ist Komposition“
geht es um künstlerische Grundregeln, die helfen, die angestrebte Bildaussage zu verstärken. Eine gute Komposition lässt die Absicht des Fotografen erkennen. Hier sieht er einen der Unterschiede zwischen dem Knipser und dem engagierten Fotografen. Die Einfachheit der Darstellung kann die Aussage auf den Punkt bringen. Wobei sicher keine Aussage ohne Ausnahme bestehen kann. Immer in Abstimmung mit der Absicht des Bildes.
Ketzerisch rät er dem Leser seine eigen Fotos hinsichtlich der erkennbaren Aussage zu hinterfragen. Ist es auf den Punkt gestaltet, zu kompliziert in der Darstellung, orientierungslos oder gar banal und unbedeutend.

Im Kapitel 3 „ Elemente der Komposition“ erläutert er alle möglichen Arten der Anwendungsmöglichkeiten. Licht, Kontraste, Linien, Formen, Belichtungszeiten, Bewegung, Schärfentiefe und viele weitere. Jeder Punkt wird ausführlich besprochen. Letztlich gehen in einem Bild alle dargestellten Elemente eine Beziehung ein, die helfen soll die Aussageabsicht zu verstärken.

Die Kapitel 4 – 8 sind nicht weniger lehrreich. Es geht um Punkte wie die „Visualisierung“ , also z.Bsp. das fotografische Sehen, eine Eigenschaft, die bei engagierten Fotografen viel ausgeprägter ist, als bei oberflächlichen „Schnellknipsern“. Auch die Vorstellung des fertigen Bildes zu einem frühen Zeitpunkt fällt in diesen Absatz.
Die unterschiedliche Wahrnehmung und Art des „Lichtes“ füllt ein weiteres Kapitel.

Sein Satz „ Licht ist schlichtweg die Essenz der Fotografie“ zeigt die bekannte, wichtige Bedeutung dieses Mediums, das sich uns direkt, diffus, als Streiflicht o.ä. darstellt. Interessant die Wahrnehmung des Lichtes in seiner Verschiedenheit für Auge, Film und Sensor. „Farben“ und „Filter“ werden im Weiteren besprochen.

Ab Kapitel 8 – 13 beschäftigt sich Barnbaum mit seinem Spezialgebiet, der Anwendung und ausführlichen Erläuterung des „Zonensystem“, einer bei Schwarzweiß Fotografen beliebten Art der Kontraststeuerung von der Aufnahme über die Filmentwicklung und die Dunkelkammerarbeit bis zum fertigen Print auf hochwertige Papiere.
Der Technikteil endet mit Kapitel 14. wo er Fotos aus 2 verschiedenen Aufnahmen so zusammenfügt, dass neue Interpretationen und Aussagen entstehen.

In den verbleibenden Kapiteln 15 –18 widmet sich Barnbaum wieder der Theoriebetrachtung. Er philosophiert über Fotografie als Kunstform, macht sich Gedanken über Kreativität, den intuitiven Zugang dazu und die möglichen subjektiven Denkweisen der Fotobegeisterten.

Mir haben seine Ausführungen sehr gut gefallen. Seine Art zu schreiben spricht mich an, man merkt, dass Fotoworkshops zu seinem Tagesgeschäft zählen.
Das Buch ist sicherlich in Teilen für Anfänger ohne analoge Vergangenheit ein wenig schwierig zu lesen. Insgesamt aber in Wort und Bild (besonders wegen dieser) sehr zu empfehlen.
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am 5. September 2014
Im Grunde fassen diese zwei Worte zusammen, worum es in dem Buch geht:
– einen eigenen fotografischen Weg zu finden,
– sein Anliegen zu vermitteln.
Das Buch ist in leichtem, erzählerischem Tonfall geschrieben; aus der sehr persönlichen Sicht des bekannten Landschaftsfotografen Barnbaum. Es liest sich dadurch sehr angenehm. Aber es erfordert eben auch ein kontinuierliches Lesen und Aufnehmen; stichwortartige Infokästen ("1-2-3 zum perfekten Foto!" o. ä.) findet man darin nicht. Und ob man das Buch als Gewinn betrachtet oder nicht, hängt sicher sehr davon ab, inwieweit man Barnbaums Sichtweise auf die Kunst der Fotografie zustimmt.
Mir selbst haben die ersten Kapitel bereits gezeigt, warum ich bisher meist unzufrieden war mit meinen Fotos – ich hatte einfach eine falsche Anspruchshaltung und habe deshalb die falschen Dinge fotografiert – und mir aufgezeigt, was ich in Zukunft ändern muss.
Für jemanden, der sich theoretisch mit der Fotografie als Ausdrucksform zu befassen bereit ist: nachdrückliche Kaufempfehlung für das gelungene, auch optisch und haptisch sehr befriedigende, Buch!
Wer in erster Linie Selfies knipst, benötigt es nicht.
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am 16. Dezember 2012
Bruce Barnbaum - Die Kunst der Fotografie - Der Weg zum eigenen fotografischen Ausdruck (Gebundene Ausgabe)
„Bruce Barnbaums Buch hat einen festen Platz in der kleinen Sammlung der wichtigsten Bücher zum Thema Fotografie – 2011 war es in den USA das bestverkaufte Fotografiebuch“ – so steht es in etwa auf dem Rücken des Buches…
Meine Erwartungen waren also hoch und der erste Blick ins Buch hat auch viele schöne (ist untertrieben – großartige passt besser) Bilder zu Tage gefördert – das ungewöhnliche Format, das Hardcover, die hochwertig gedruckten Fotos… all dies fand ich sehr vielversprechend…
Beim Lesen jedoch kam ein wenig die Ernüchterung - das mittlere Drittel des Buches und die sehr trockene Sprache, die leider auch nicht durch Beispielfotos versucht etwas Leichtigkeit in das Buch zu bringen lassen einen das Buch schon gern mal in die Ecke legen.
Und man muß sich regelrecht zwingen dieses wieder hervor zu holen um weiterzulesen. – Schade…
Zum Glück überzeugt das Buch als Bildband auf ganzer Linie - darin liegt sicherlich die Stärke des Buches aus meiner Sicht! Hier zeigt der Autor auf’s allerfeinste, was er aus seinen Aufnahmen herausholen kann – Die Aufnahmen sind bis auf wenige Ausnahmen allesamt exzellent und absolut sehenswert (wobei mich hier die Schwarzweißaufnahmen besonders beeindruckt haben) und so findet man auch immer wieder in das Buch zurück...

Aber ein aktuelles Buch das das zu einem hohen Anteil auf die Tipps und Tricks in der Dunkelkammer-prozessierung eingeht, trifft nur sehr bedingt meinen Geschmack – und da kann man das noch so gut begründen, warum es von Vorteil ist, all dies zu wissen – sitze ich vor meinem PSE kann ich damit nur sehr begrenzt etwas anfangen – unglücklicherweise gab es zu dem hohen analogen / Dunkelkammer- Anteil auch nirgendwo einen Hinweis.
Aber es wäre zu platt das Buch darauf zu begrenzen – lässt man die „Dunkelkammerpassagen“ einmal weg, bleiben durchaus sehr interessante Passagen, die ein Lesen auch für die digitale Gesellschaft wertvoll machen. Die ersten Kapitel zur Komposition geben einen interessanten Abriß über Bildaufbau, Linien, Formen, Strukturen, etc. Kapitel zu Licht, Farben und Zonensystem runden den Teil ab, bevor das Buch in den Tiefen der Zweibadentwicklung abtaucht. Danach mußte ich fast hundert Seiten überblättern, bevor der für mich interessante Teil des Buches weiterging – wieder zurück im Zonensystem – diesmal mit den digitalen Gegebenheiten – Thema Histogramm und was man daraus ablesen kann.
Daran anschließend folgen 30 Seiten in denen Bruce Barnbaum auf 8 fotografische Mythen eingeht und seine Sicht der Dinge darlegt. Das und das Kapitel zur Erstellung abstrakter Bilder machen das Buch alles in allem dann doch lesenswert.
Fazit: es mag ein tolles Buch sein, aber wir beide haben nur bedingt zueinander gefunden – zum Bilderbetrachten werde ich es sicherlich noch ein paarmal aus dem Regal holen, zum nochmal lesen eher nicht. Alles in allem gebe ich 3-4 Punkte - aber die starken Bilder gaben dann den Ausschlag zum 4. Stern
44 Kommentare| 34 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTERam 29. Dezember 2013
Vor kurzem las ich in einem Fotobuch, das ich überdurchschnittlich gut fand, das Statement des Autors, daß ihn zwei Fotobücher weitergebracht hätten, nämlich "Hot Shoe Diaries" von Joe McNally und eben dieser Titel von Bruce Barnbaum. Bereits der Hinweis auf McNally hätte mich warnen sollen. Zwar ist McNally ein außerordentlich vielseitiger, äußerst umtriebiger, phantasievoller, absolut perfektionistischer Fotograf, dazu sehr erfolgreich, dessen außerordentliche und technisch teils verblüffende Fotos allerdings zum erheblichen Teil nur durch eine ausgefeilte Logistik, einen fachlichen Helferstab, grandiose Models, Locations, zu denen kein normal sterblicher Fotograf Zutritt erhält, zustande kommen können (man denke z.B. an die verrückten Bilder auf der Spitze des Empire State Buildings). Hochinteressant ist der Inhalt dieses Buches von McNally, allerdings für den normalen Fotografen ohne die entsprechende Logistik nur z.T. und ansatzweise umsetzbar.

Und was ist mit Barnbaums "Kunst der Fotografie"? Enthält es für Amateurfotografen umsetzbare Rezepte? Bringt es mich wirklich weiter? Schon beim ersten Attribut, das ich immerhin für das McNally-Buch fand, nämlich "hochinteressant", sträubt sich meine Feder in Bezug auf Barnbaums Buch; letzteres ist für mich fast eher das Gegenteil von "hochinteressant". Ich habe einige Male kreuz und quer gelesen und danach angefangen das Buch systematisch zu lesen. Inzwischen beschleicht mich, wenn ich das Werk auf meinem Lesetisch liegen sehe, das Gefühl, wieder 40 Jahre jünger zu sein, ein eigentlich ja sehr schönen Gefühl. Allerdings ist es gepaart mit der Aversion, die man während des Studiums hatte, ein trockenes Lehrbuch über ein eher abseitiges Fachgebiet lesen zu müssen, das man aber unbedingt zu sich nehmen mußte, um einen Schein zu "erschlagen". Man (ich) macht eher einen Bogen darum, weil es sich zäh liest, man vieles als eher trockene Theorie empfindet, dazu belehrend und in seinen Theorieansätzen weitschweifig, kurz, man sich eher zur Lektüre zwingen muß.

"Die Kunst der fotografie" ist ein mittelformatiges Buch mit 374 Seiten Text (gar nicht mal so ausufernd viel, wen ich es mit dem Benutzerhandbuch einer meiner Kameras, das 446 Seiten hat, vergleiche), das lt. Untertitel den "Weg zum eigenständigen fotografischen Ausdruck" fördern soll. Der Text des auf Kunstdruckpapier gedruckten Buches wird illustriert mit Fotografien des Autors, der ganz überwiegende Teil davon in Schwarz/Weiß. Manche dieser S/W-Fotos sind schlichtweg atemberaubend ob ihrer technischen Ausführung und der Stimmung, die sie transportieren, andere finde ich in beiderlei Hinsicht eher durchschnittlich, bei manchen aber verstehe ich die Intentionen des Autors bezüglich seiner Bildaussage nicht. Das ist für mich umso mehr irritierend, weil einer der zentralen Punkte, die Barnbaum für das Anfertigen von Fotos fordert, die Erkennbarkeit der Bildaussage ist. Möglicherweise sind tiefere Aussagen in diesen Bildern enthalten, die ich nicht zu entschlüsseln vermag, da aber jegliche Aussage den Empfängerhorizont zu berücksichtigen hat, sind diese für mich eher schwachen und nichtssagenden Aufnahmen bildnerische Erzeugnisse eines Autors, der insoweit an seinen eigenen Ansprüchen scheitert. In diese Kategorie würde ich auch den überwiegenden Teil der relativ wenigen, für mich blutleeren und oft auch farblich schrägen Farbaufnahmen einordnen.

Befassen wir uns mit dem textlichen Inhalt. Bevor es an die Kapitel zur Bildgestaltung geht, fordert der Autor von uns lernwilligen Fotografen 2 Dinge nachdrücklich ein, nämlich die Begeisterung als Grundlage fotografischen Schaffens und die für den Betrachter unserer Bilderzeugnisse erkennbare Aussage, einen transportfähigen Inhalt sozusagen, der über das bloß schöne Foto hinausgeht. Zu Letzterem verweise ich auf meine Empfindung zu manchen im Buch abgedruckten Bildern des Autors, der für meine Begriffe eben dieses auch nicht immer hinkriegt. Und: Manchmal freue ich mich einfach über ein schönes Bild ohne tiefschürfende Hintergedanken. Zur Begeisterung: Gegen "Spaß an der Freud'", wie man im Rheinland sagt, ist sicherlich nichts einzuwenden und wer keinen an der Fotografie hat, wird sicherlich auch keine teure Ausrüstung kaufen und mit sich herumschleppen. Allerdings ging mir die vom Autor eingeforderte Begeisterung beim Lesen der doch recht zähen Texte dieses Buches langsam aber sicher verloren.

Ein großer Teil des Buches befaßt sich mit der Analogfotografie, was im Sinne der Regeln zur Bildgestaltung sicher kein Fehler ist. Diese - insbesondere in Form der Schwarz/Weiß-Fotografie - beherrscht der Autor auch ersichtlich. Allerdings erscheint mir der Umfang des Buchinhalts, der sich mit der Analogfotografie beschäftigt, eher anachronistisch, weil zu ausufernd. Da ich selbst 30 fotografische Jahre mit der Analogfotografie verbracht habe, sogar noch eine Analogkamera besitze, die ich wie einen Schatz hüte, kann ich sagen, daß es wenig Sinn macht, analoge Methoden zu lehren, um diese anschließend auf digitale Bildproduktion umzumünzen. Bei den inhaltlich dürftigeren digitalen Kapiteln von Barnbaum drängt sich hingegen eher der Gedanke auf, daß diese notgedrungen nachträglich eingebracht wurden, weil dem Zeitgeist geschuldet bzw. der Verkäuflichkeit des Werks. Auch die sonstigen Kapitel zur Bildgestaltung und zum neuerdings für die Digitalfotografie wieder fröhliche Urständ feiernden Zonensystem dürften eher Leser befriedigen, bei denen das Durchdringen des theoretischen Unterbaus einschließlich darauf basierender Feldversuche Priorität gegenüber etwas unbekümmerteren Trial-and-error-Methoden unter direkter Ausnutzung heute technisch möglicher Digitaltechnik hat. Ich jedenfalls bekenne mich ausdrücklich dazu, für die Digitalfotografie mehr durch Ausprobieren oder durch knackige technische oder bildgestalterische Hinweise, sowie die Nutzung der heute in Digitalkameras üblicherweise eingebauten technischen Hilfen als durch "Fach"Bücher im Sinne des hiesigen Werkes gelernt zu haben. Insofern fällt mein Urteil für dieses zäh theorielastige Buch nicht sehr schmeichelhaft aus.

Fazit: Das Buch ist für unbedarftere fotografische Naturen, aber auch für bedarftere, die dem Lebensprinzip des "Keep it simple" anhängen, ohne daß damit der glatten, platten und gelackten Fotoliteratur das Wort geredet werden soll, hart an der Grenze zur Zumutung. Wer allerdings verspätet die Theorie eines Studiums der bildenden Künste einschließlich des philosophischen Unterbaus dazu absolvieren möchte, liegt hier goldrichtig.
22 Kommentare| 29 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. April 2013
Hallo.

Ich kaufte vor zwei Jahren hier die englische Originalausgabe. Natürlich werde ich die deutsche Übersetzung nun nicht auch noch kaufen und hoffe, im Folgenden, dass das Buch tatsächlich originalgetreu Übersetzt ist und dass die Kapitel so wie ich sie aus meinem Buch kenne hier auch passen.

Ich las gerade die Rezensionen einiger Käufer, die sich mit dem Buch nicht glücklich fühlten weil zu viel analoge Dunkelkammertechnik drin steht. Es ist natürlich verständlich, dass ein Buch, das zu ca. einem Viertel aus der Beschreibung der Analogtechnik besteht bei Digitalfotografen zu einem gewissen Befremden führt. Dennoch sollte man nicht die ca. 250 Seiten vergessen, die übrig bleiben, denn die haben es in sich.

Erst mal möchte ich aber sagen, worum es hier nicht geht. Es geht hier nicht darum, wie eine Kamera bedient wird. Das hat man vorher zu wissen. Es geht nicht darum, zu lernen, was Blende, Zeit und ISO bedeuten. Das hat man ebenfalls vorher zu wissen. Es geht hier nicht um perfekte Schärfe und was ein gutes Objektiv ausmacht oder welche Funktion eine Kamera haben muss um gut zu sein. Auch das macht das Buch so herausragend, weil die Technik der Kamera nur grob relevant ist. Barnbaum unterscheidet nur analoge Aufnahmetechnik und digitale und geht auf beide ein. Das ganze andere technische Brimborium lässt er außen vor. Wer das lernen will, muss nur das Handbuch seiner Kamera lesen, da steht es drin.
Dieses Buch richtet sich nicht an den Einsteiger, der noch nie in seinem Leben eine Kamera in Händen hielt und der nun wissen will, wie man da überhaupt ein Bild rausbekommt. Es richtet sich an den, der weiß, auf welchen Knopf man drücken muss, damit vorne das Vögelchen rauskommt, der sich aber trotzdem immer wundert, warum seine Bilder miserabel sind; also z.B. an mich (Sich selbst zu erkennen ist der erste Weg zur Besserung  )

Auf den ersten 100 Seiten (Kapitel 1 bis 6) behandelt Barnbaum ganz kurz was Fotografie für ihn persönlich überhaupt bedeutet, ehe er ausführlich auf folgende Punkte eingeht: Visualisierung, Komposition, Elemente der Komposition (Farben, Linien, Formen, Texturen), Licht und Farbe. Eine nette Szene sehen, die Kamera in die ungefähre Richtung halten und abdrücken ist leicht, so entsteht ein uninteressanter Schnappschuss. Aber die von Barnbaum in diesen 6 Kapiteln beschriebenen Punkte beachtend kann eben statt eines Schnappschusses auch ein gutes Foto entstehen. Hierbei ist es vollkommen egal, ob der Fotograf sich einer 8x10-Zoll-Fachkamera mit Schwarzweiß-Negativ bedient oder ob er die 3-Megapixel-Kamera seines 2009er-Mobiltelefons einsetzt.

Beachten Sie, was sie auf den ersten 100 Seiten lernen, und Ihre Fotos werden gut (oder zumindest besser). Damit allein ist das Buch sein Geld wert und hat aus meiner Sicht 5 Sterne verdient.

Ab Kapitel 7 wird mancher sagen: „Brauch ich nicht.“ Hier geht es um Filter. Ich widerspreche wenn es um neutralgraue Filter geht. Ein Grauverlaufsfilter kann schon durchaus nützlich sein. Ein Neutralgraufilter, der die Belichtungszeit auch bei hellem Licht heraufsetzt hat ebenfalls oft seine Berechtigung. Auch Polfilter sind sicher manchmal interessant. Farbfilter allerdings braucht der Digitalfotograf kaum noch. Barnbaum erklärt aber auch, wie man in der Nachbearbeitung eines aus einem Farbbild erstellten digitalen SW-Bild die Filter digital einbaut. Uninteressant ist das Kapitel daher noch lange nicht. Und wir sind ja nicht alle ausschließlich Digitalfotografen oder?

In Kapitel 8 bis 10 geht es zugegeben um reine Analogtechnik, hier wird ein Digitalfotograf wirklich sagen „Brauch ich nicht!“. Immerhin sind da einige interessante Bilder, durchblättern lohnt also alleine deswegen schon.

Für mich, einen bis dahin reinen Digitalfotografen war dieses Kapitel übrigens so interessant und faszinierend, dass ich mir eine 4x5-Zoll-Fachkamera und einen Packen Schwarz-Weißfilme im Postkartenformat kaufte. Meine D700 ist zwar immer noch meine Hauptkamera, aber es macht verdammten Spaß mit dem analogen Großformat-Monster zu spielen und manchmal denke ich tatsächlich, dass meine Bilder damit etwas besser sind, weil ich so viel länger brauche und mir die Zeit nehme, nicht einmal oder zweimal sondern fünfmal, zehnmal, zwanzigmal hinschaue, ehe ich abdrücke.

Schreiben Sie diese drei Kapitel nicht von vorneherein ab, sie sind interessant, auch wenn man nichts mit analog zu tun hat. Lesen Sie erst 1 bis 7, dann 11 bis 18, lesen Sie dann einen Roman oder Comic oder gehen sie Billard spielen und kommen Sie irgendwann zu den Kapiteln 8 bis 10 zurück wenn Sie Zeit und Lust haben; es ist spannend, und sei es nur, um zu wissen, wie die Meister vor 20 bis 100 Jahren es machten.

Im Kapitel 11 geht Barnbaum dann endlich direkt auf die digitale Fotografie ein. Ich sage es hier nochmals ganz klar: Die Kapitel 1 bis 6 und mit Einschränkung 7 waren ebenfalls zu 100% für Digitalfotografen, es ist nicht so, als würde das Buch erst hier beginnen! Er erläutert, wie man mit einem Histogramm eine nahezu perfekte Ausgangsbelichtung in einem RAW-File hinbekommt, so dass man dann hinterher in der elektronischen Bildverarbeitung (Photoshop etc.) ein möglichst perfektes Bild hinbekommt.

Kapitel 12: Wie präsentiert man Bilder. Was mache ich mit dem fertigen Papierabzug, damit er optimal wirkt. Auch das ist doch wichtig für alle, oder? Übrigens habe ich noch nie Bilder gemacht um sie am Monitor zu schauen. Auch mit der D700 mache ich Bilder mit der Absicht, sie hinterher gedruckt zu sehen. Erst das physische Bild in der Hand ist für mich relevant. Hier hilft Barnbaum wieder.

Die Kapitel 13 bis 18 lösen sich dann wieder vollkommen von der Technik und erläutern Aspekte, die Barnbaum wichtig findet auf dem Weg zu einem guten Fotografen. Was ist von den Standardregeln zu halten (Goldener Schnitt, nie am Nachmittag fotografieren, etc.). Er zerreißt und zertritt die „Do und don’t“-Regeln genüsslich und das ist erfrischend und etwas, worüber jeder nachdenken darf.
Und dann wird es etwas philosophisch, wenn er über Kreativität, Intuition und ähnliches sinniert. Aber es wird nicht uninteressant oder unbedeutend.

Abschließend kann ich also Folgendes sagen: Wer dieses Buch mit Verstand liest und verinnerlicht, kann daraus lernen ein besserer Fotograf zu werden, egal, ob er eine Hasselblad oder ein Iphone als Medium nutzt. Kaufen Sie das Buch und lesen Sie es von Anfang an, lassen Sie die Kapitel über Analog- oder Digitaltechnik aus, je nachdem welche Art von Fotografie sie betreiben und lesen Sie dahinter weiter. Es lohnt sich, es lohnt sich, es lohnt sich, es lohnt sich.

Sagte ich übrigens schon, dass es sich lohnt?
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am 5. Dezember 2012
Barnbaums Buch wird von „der“ Kritik als das beste Fotobuch der letzten 40 Jahre gefeiert (Gerhard Rossbach in fotonews@dpunkt.de). Gut – das ist ein typischer Klappentext. In den USA soll es das meistverkaufte Fotobuch 2011 gewesen sein, und das Raunen, mit dem der Name Bruce Barnbaum in Fachkreisen genannt wird, weckt hohe Erwartungen.
Das Buch beginnt vielversprechend. Aufmachung und Qualität der Drucke entsprechen dem, was man von einem Buch dieses Preises erwarten darf. Das Lektorat (oder eher nur das Korrektorat) ist überdurchschnittlich (was leider nicht viel heißen will), erlaubt sich aber dennoch ein paar ärgerliche Patzer und lässt zusammen mit dem Autor nach. Gewatscht gehört der Buchgestalter für die hellgrüne Schrift der Bildbeschreibungen.

Ich bin in sehr vielem, was Barnbaum zu Kreativität, zum Umgang mit fotografischen „Regeln“ und zur Entwicklung des eigenen Stils sagt, aus reiflicher Überlegung ganz anderer Meinung, aber dies würde den Rahmen einer Amazonrezension sprengen. Ich will mich auf das einigermaßen Objektiverbare beschränken.
Zunächst das Gute: Als Bildband ist das Buch allein sein Geld wert (auch wenn echte Bildbände mehr Bilder bieten). Es gibt zwar auch ein paar weniger überzeugende Aufnahmen darin, aber das Gros ist sehr gut bis hervorragend. Barnbaum beschäftigt sich intensiv damit, aus einem Großformatnegativ in der Dunkelkammer alles herauszuholen, und das sieht man den Bildern mit ihren wunderbaren Abstufungen an. Von diesen Bildern kann man lernen.

Nicht so gut geht das mit Barnbaums Texten. Zunächst sollte man wissen, dass sich ein sehr großer Teil des Buches mit Dunkelkammerarbeit, also mit klassischem Fotofilm beschäftigt. Barnbaum ist zwar der Meinung, dass dieses Wissen auch einem Digitalfotografen nütze, und da hat er wohl recht. Aber muss man einem Leser wirklich das kleine Einmaleins der Belichtung erklären, wenn man sich zuvor mit der hohen Schule der Dunkelkammertechnik und mit Adams‘ Zonensystem beschäftigt hat? Die Frage stellt sich umso lauter, je mehr man von Barnbaums Umständlichkeit und von seinen ständigen Wiederholungen ermüdet, und man ermüdet bald. Wiederholung ist ein wertvolles Mittel der Didaktik, und in seinen Workshops wird er sie gewinnbringend anwenden. In einem Buch, wo jeder Lernende sein eigenes Tempo wählt und jederzeit zurückblättern kann, ist sie ärgerlich, zumal seine Wiederholungen keine neuen Nuancen des bereits Gesagten bieten, sondern bloß mehrmals dasselbe sagen. Barnbaum braucht zum Beispiel drei Seiten, um mitzuteilen, dass sich der Negativkontrast mindert, wenn man die Entwicklungszeit reduziert.

Noch mehr schmerzt diese Umständlichkeit dort, wo selbst ein guter Text fehl am Platze wäre, nämlich erstens bei der Darstellung, wie Farbfilter ein Schwarzweißbild verändern, und zweitens bei der Darstellung, wie sich der Bildkontrast durch variable Entwicklung steuern lässt. Was könnte hier anschaulicher sein als Beispielbilder, und wo wären sie mehr am Platz als in einem solchen Buch? Wir müssen leider beide Male darauf verzichten.
Als Bildband hat das Buch seinen Wert, wenn es auch selbst darin dem Buch „Wie Bilder wirken“ des Kanadiers George Barr unterlegen ist.
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