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am 16. September 2010
George Barr hat mit seinem Buch versucht, die Fotografie von der künstlerischen Seite anzugehen. Das fängt schon beim 1. Kapital "Wie liest man ein Bild" an. Dabei bringt er viele sensationelle Fotos in schwarz-weiß und in Farbe als Beispiele. Er geht auch gleich der Frage nach, was ein Bild ausmacht. An treffenden Einzelbeispielen, die er auf bis zu 1 Text-Seite pro Bild erläutert, werden die Kenntnisse dazu näher gebracht.

Auffällig bei vielen seiner Aufnahmen und den Beschreibungen ist dabei die Abstraktheit der Motive. Befasst man sich dabei auch näher mit dem jeweiligen Foto, versteht man recht schnell, warum das Bild so gut wirkt. Es gelingt ihm immer wieder, den Unterschied zwischen einem "ganz normalen" Bild und einer "guten" Aufnahme zu vermitteln.

Im 2. Kapital geht er mit dem Leser auf Motivsuche, um dort Szenen zu erarbeiten. Am praktischen Beispiel von fotografiertem Schlamm (ja, das sind tolle Fotos!) sehen wir, wie wichtig es ist, die Aufteilung des Bildes ggf. auch durch Ausschnittvergrößerung oder banalem Wegschneiden zu verbessern. Er fordert auch ein Umkreisen bestimmter Motive, um dabei den bestmöglichsten Standort für ein Foto zu finden.

Mit dem Anfang des 3. Kapital habe ich mich etwas schwerer getan, weil George Barr hier empfiehlt Fotografien zu skizzieren. Er bringt dazu gute Beispiele, aber für mich persönlich käme dieser zusätzliche Aufwand nicht in Frage. Auch jetzt kommen wir erneut zum wichtigen Thema des Beschnittes in Höhe/und oder Breite und zu Formaten, die einfach automatisch zu einer anderen Sichtweise führen. Sehr interessant fand ich auch die Ausführungen zu der Arbeit an Bildkanten und Ecken. Diese werden fast immer vernachlässigt, tragen aber massiv zur Gesamtkomposition bei.

Im 4. Kapitel wird sehr ausführlich auf die Bildbeurteilung eingegangen. Das fängt mit der Enttäuschung an, wenn wir ein toll empfundenes Motiv hinterher auf dem Monitor sehen und dabei den Eindruck haben, das wir eigentlich was Anderes aufnehmen wollten. Natürlich ist das nur der Appetizer, weil dann auf verschiedene Bildauswahl-Kriterien eingegangen wird. Barr empfiehlt dabei, unsere Bilder in 4 Kategorien aufzuteilen. Aber auch die Bildfehler kommen nicht zu kurz, denn der Autor nennt die 10 wichtigsten Gründe, warum misslungene Bilder entstanden sind.

Mit dem vorletzten, dem 5. Kapital, geht er auf Gedankenspiele ein: Wie man aus festgefahrenen Wegen herauskommt, Durchhänger vermeidet und Auswege aus diesem Dilemma findet. Im Extremfall wird sogar eine schöpferische Pause empfohlen, bis man es nicht mehr aushält, wieder fotografieren zu können. Besonders hat mir auch der Abschnitt zum Thema Beruf, Familie und Fotografie gefallen. Hier wird man wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, aber neue Sichtweisen und Umsetzungs-Ideen werden aufgezeigt, so dass man auch in diesem Spannungsverhältnis Familie und Fotografie durchaus gute Fotos machen kann.

Im 6. und zugleich letzten Kapital geht es um den berühmten Schritt vorwärts: Hier geht es um die eigene Niveaubestimmung (technisch/ästethisch)und um Feedback-Möglichkeiten. Interessant dabei ist, wie der Autor sehr detailliert die unterschiedlichsten Stufen definiert. Beim Lesen ertappt man sich bereits mit eigenen Gedanken, auf welchem Level man sich selbst befindet.

Und erst ganz am Schluss nennt G. Barr auf 2 Seiten seine eigene Ausrüstung und die Programme, mit denen er arbeitet.

Obwohl ich das Buch recht zügig gelesen habe, nehme ich es immer wieder zur Hand, um darin zu blättern. Erstens sind die Fotos wirklich toll (bereits eingangs von mir erwähnt) und zweitens bleibt man immer wieder bei einer Überschrift hängen und fängt erneut an zu lesen.

Die sehr gute Printqualität des im dpunkt-Verlag erschienenen Buches ist ebenfalls nennenswert.
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am 22. Januar 2013
Zu diesem Standardwerk der Fotografie kam ich über einen Tipp vom Leiter eines VHS-Fotokurses. Es wurde mir
neben Andreas Feiningers "Die hohe Schule der Fotografie" empfohlen. Ums gleich vorweg zu sagen : das Feininger-Werk hat mich weiter gebracht, auch wenn es schon vor 50 Jahren geschrieben worden ist.
Das heißt aber nicht, dass das hier rezensierte Buch überflüssig wäre. Es ist eher eine Ergänzung, die sehr stark auf die kompositorische Seite fokussiert ist und technische Aspekte weitgehend außen vor lässt. Auf dem ersten Blick also genau das, was ich gesucht hatte. Dieses Buch hat, wenn ich mal die fotografische Doppelbödigkeit strapazieren darf, viel Licht und viel Schatten.
Was mir gut gefallen hat:
- das große Spektrum an Themen von Bildanalyse über Komponieren anhand von Skizzen bis zur Strategie für die Bildauswahl für Wettbewerbe
- das Bewertungssystem, das zumindest versucht, das eigene Können richtig einschätzen zu lernen
- der lockere Erzählstil
- die Ermunterung, lieber etwas abstrakter zu fotografieren und seine Fotos nicht zu überladen
Was mir weniger gut gefallen hat:
- viele Fotos in dem Buch empfinde ich als recht langweilig (fällt schwer, jemanden als Lehrmeister zu akzeptieren, dessen Fotos man nicht möglichst durchgängig bewundert)
- das Gefühl, dass ich nicht allzuviel aus dem Buch in meinen fotogafischen Alltag mitnehmen kann (zuviele einzelne Detail-Aspekte, die einem mehr oder weniger erschlagen)
Das ist natürliche eine extrem subjektive Einschätzung, jeder Forograf hat seine eigenen Erfahrungen, Erwartungen und Herangehensweisen. Vielleicht muss man das Buch auch einfach mehrmals lesen, und jedesmal färbt ein klein bisschen ab vom Meister auf mich? Ich werde es zumindest versuchen! :-)
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am 22. September 2010
Besser Fotografieren - Die hohe Schule der kreativen Fotografie: Ein ambitioniertes Ziel für jeden ernsthaften Fotografen.
George Barr zeigt in seinem hervorragenden Lernbuch Mittel und Wege, dieses Ziel zu erreichen.
Das technische Wissen um die Entstehung des Fotos und die anschließende Optimierung setzt er bei dem Leser voraus.
In sechs thematisch gegliederten Kapiteln wird der Leser in Richtung des ambitionierten Zieles geführt.
In erzählerischer Manier greift George Barr alle wichtigen Themen der Bildentstehung in den Kapiteln "Sehen", "Motivsuche" und "Komponieren" auf.
In den weiteren Kapiteln werden neben der "Bildbeurteilung" viele Aspekte in Zusammenhang mit dem Fotografieren und dem Fotografen behandelt, wie
z.B. "Durchhänger", "Misserfolge" und "Auswege" aus diesen Situationen, sowie zu guter Letzt umfassend die "Niveaubestimmung".
George Barr beantwortet Fragen, die man sich in vielen Fällen so oder noch gar nicht gestellt hat.
Es wird also nicht nur der Weg zu guten Fotos für Schuhkarton oder Festplatte gezeigt, sondern der Weg der Fotos und des Fotografen in die Öffentlichkeit,
den Austausch mit anderen Fotografen. Zugleich der Beginn eines neuen Lernprozesses.
Das Buch enthält viele Beispielfotos des Autors, anhand derer sich die Erläuterungen von George Barr anschaulich nachvollziehen lassen.
Das Motivspektrum ist (bewusst?) sehr eingeschränkt. Die Fotos haben so aber, die Ausführungen unterstützenden Charakter, und lenken nicht von der Lektüre ab.
Es ist wie eingangs erwähnt ein Lernbuch und kein Bilderbuch.
"Gerne" verweist George Barr im Zusammenhang mit seinen Erläuterungen auf Fotos anderer Fotografen, die aber leider nicht abgebildet sind. Dadurch wird der
Lektüre etwas des recht flüssigen Charakters genommen.
Die einzelnen Kapitel/Themen sind in sich abgeschlossen. So muss ich das Buch nicht einmal komplett lesen und wegstellen.
Es liegt griffbereit in der Nähe der Kamera - als Ratgeber und Helfer für die vielen Facetten rund um die hohe Schule der kreativen Fotografie.
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am 7. August 2010
Der Autor George Barr ist im amerikanischen Raum bekannt, unter anderem durch seine Internet-Artikel bei der bekannten Site [...] die sehr empfehlenswert ist. Daher auch das Vorwort des bekannten Betreibers und Fotoenthusiasten Michael Reichmann.

Gemäß dem Buchtitel "Besser Fotografieren - Die hohe Schule der kreativen Fotografie" beschäftigt sich der Autor primär um die Vorgehensweise wie man zu guten Bildern kommt, diese überhaupt erkennt, bewertet und was sich da so typischerweise "im Kopf des Fotografen" abspielt. Vor allem die psychologischen Aspekte kommen nicht zu kurz. Dieser Inhalt kommt sehr stimmig rüber, da George Barr sicherlich auch seine Lebenserfahrungen als Arzt (Schwerpunkt Psychatrie) geschickt mit seiner zweiten Leidenschaft der Fotografie verbindet und seine Erkenntnisse und Auffassungen zu vermitteln versucht.

Der Haupttitel "Besser Fotografieren", welcher aufgrund der großen Schrift natürlich als erstes ins Auge sticht, ist meiner Meinung leider etwas unglücklich gewählt, da die Begrifflichkeiten in zu vielen Titeln der Fotofachliteratur bereits verwendet werden. Es besteht die Gefahr dass dieses etwas andere Buch dadurch bei der Buchauswahl leider in der Masse untergehen könnte.

Der Untertitel " ... Die hohe Schule der kreativen Fotografie" ist der wirklich der Kern des Buches. Es geht also nicht um eine Abhandlung von Kameratechnik und Einstellungen wie Zeit, Blende und Empfindlichkeit oder den technischen Grundlagen von Objektiven wie Bildwinkel oder Tiefenschärfe. Alles was mit diesen technischen Aspekten der Benutzung eines Kamerasystems zu tun hat wird nicht behandelt, kann aber in einer unendlichen Vielzahl vorhandener Fachliteratur gesondert gelesen werden.

Da der Autor bereits bekannt ist und sich in gerade im Bereich der Bildgestaltung und -wirkung auch andere Werke wie z.B. Harald Mante Maßstäbe setzen, war die Erwartungshaltung entsprechend.
Das Buch ist sehr gut in 6 Kapitel strukturiert. Man merkt in den einzelnen Kapiteln wie sehr sich der Autor und Fotograf sich über Jahrzehnte mit dem "Bildermachen" eingehend beschäftigt hat und versucht seine persönlichen Erfahrungen weiterzugeben. Trotz der didaktisch guten Gliederung merkt man an einigen Stellen, dass das Werk als Basis Einzelartikel verwendet, die der Autor ursprünglich in Form von erfolgreichen Blog-Artikeln im Internet veröffentlicht hat. Auch das Zusammenspiel der Textpassagen und der gezeigten Bilder hat meiner Meinung einige Schwächen, auf die ich noch eingehe.

Kapitel 1 - Sehen
Hier dreht es sich um die Kernfrage, wie man ein Bild liest. Bildschwerpunkt, Bildelemente und deren Beziehung, emotionale Wirkung und Bildfehler. Sehr interessant und lehrreich ist in diesem Kapitel sicherlich die genaue Interpretation von Bildern. Auf über 5 Seiten werden beispielhaft eigene Bilder des Autors ausführlich einer detailierten Interpretation unterzogen. Gerade dieser konkrete enge Bezug des gesagten im Text zu den gezeigten Bildern (um die es ja eigentlich geht) könnte für viele Fotografen Anregung sein, sich intensiver mit diesem wichtigen Aspekt bei der Bildbetrachtung zu beschäftigen. Bis auf wenigen Ausnahmen fehlte mir jedoch in den folgenden Kapiteln ein ähnlich konkreter Bezug zu den gezeigten Bildern.

Kapitel 2 - Motivsuche
Hier beschreibt George Barr sehr gut aus seiner Praxis wie schwer die Motivsuche eigentlich ist. Kernaussagen sind, dass das Interesse an einem Thema oder Sujet im Vordergrund stehen muss und dass es harte Arbeit ist. Er strukturiert diese kreativen Prozesse und Gedanken und dem Begriff des Erarbeitens einer Szene.

Kapitel 3 - Komponieren
Neben der Wirkung bekannter Kompositionskomponenten wie Bildkanten, Beschnitt, Formate und Proportionen beschreibt der Autor, wie man unter Zuhilfenahme von abstrakten Skizzen Kompositionen analysieren kann. Er diskutiert den Begriff des Schwerpunktes und dass man Entscheidungen treffen und Kompromisse eingehen muss.

Kapitel 4 - Bildbeurteilung
In diesem Kapitel wird auf den für die meisten Fotografen frustrierenden Aspekt der Bildauswahl eingegangen. Angefangen von der sinnvollen Reduzierung der Bilderflut eines Shootings bis zur Erstellung eines Portfolios für Ausstellungen oder Veröffentlichungen und der damit verbundenen Interpretation der eigenen Bilder durch Fremde. Das Kapitel endet in einer Liste der wichtigsten Gründe für misslungene Bilder

Kapitel 5 - Gedankenspiel
Gerade in diesem Kapitel werden sich die meisten Fotografen wieder erkennen, egal ob Anfänger oder ambitionierter Amateur, denn es geht um die Gedanken und Frustration, wenn man mit den eigenen Bildern unzufrieden ist, bzw. wenn man einen kreativen Hänger hat und nicht weiter kommt. In diesem Kapitel - ich nenne es mal Psychologie beim Fotografieren - zeigt der Autor sehr deutlich, dass der Mensch hinter der Kamera, dessen Einstellung und dessen Umgang mit Misserfolg den Haupteinfluss auf Bildergebnisse hat. In einem Unterkapitel gibt George Barr u.a. seine persönliche Antwort auf die vielgestellte Frage, ob man sein Hobby, seine Leidenschaft Fotografie wirklich zum Beruf machen sollte.

Kapitel 6 - Ein Schritt Vorwärts
Im letzten Abschnitt des Buches gibt der Autor ausgehend von einer eigenen Standortbestimmung weitere Ratschläge, wie man sein Niveau sowohl auf technischen als auch auf ästhetischen Stufen weiter entwickeln kann. Er geht hierbei auch das Hilfsmittel des Feedbacks ein.

Wie ist nun die Gesamteinschätzung dieses Buches? Zum einen ist es sicherlich für alle ernsthaft interessierten der Fotografie geeignet, unabhängig ob Anfänger, der seit kurzem dieser Leidenschaft frönt oder dem ambitionierten Amateur, der schon seit Jahrzehnten aktiv ist. Das Buch ist wichtig, da es den Horizont um Dinge erweitert, die wesentlich mehr Einfluss auf das Ergebnis - das Bild - haben, als Technik oder Kameraausrüstung. Eine Beurteilung fällt mir dennoch schwer. Mich interessiert das Thema und habe somit das Buch bewusst ausgewählt und gelesen, aber es war kein leichtes begeistertes lesen. Woran mag das liegen?

Zum einen ist es sicherlich ein Buch was man mehrfach lesen sollte (wie ich gerade beim Schreiben dieser Rezession feststelle) und Dinge wirken müssen. Zum anderen ist es sicherlich schwer, die abstrakten Prozesse der Kreativität beim Fotografieren spannend und auf den Punkt zu beschreiben, das liegt in der Natur der Sache. Da es um Bilder geht fehlte mir persönlich oft der direkte Bezug der allgemeinen Aussagen des Textes zu der Bebilderung des Buches. Unglücklich fand ich hierbei dass George Barr zwar auf Meisterwerke anderer Fotografen referenzierte, diese aber leider nicht abgebildet waren. So man diese nicht bereits kannte, musste man sich die Fotografien parallel z.B. über das Internet visuell besorgen, was das Lesen nicht erleichterte.

Außerdem fand ich es etwas unglücklich, dass der Autor ausschließlich seine eigenen Bilder verwendete. Zweifelsohne sind hierunter sehr gute bis exzellente Bilder dabei, die Gefahr besteht meiner Meinung jedoch darin, dass die Mehrzahl der Bilder seinen zwei fotografischen Schwerpunkten, Strukturen (z.B. Felsformationen) und Industrieaufnahmen folgten. Somit fehlte sicherlich die Breite an Sujets, zu der sicherlich eine größere Leserschaft einfacheren Zugang hätte.

Zwar mag eine Reduktion auf wenige Stilrichtungen hilfreich sein, um sich mit diesen bewusst auseinanderzusetzen und zu reiben. Da aber Ästhetik individual und subjektiv ist, kann sich diese Beschränkung negativ auswirken, vor allem dann, wenn die Bilder den einzelnen Leser nicht begeistern können. Es kann somit eine gewisse Diskrepanz zwischen den wichtigen und richtigen Aussagen und dem gezeigten entstehen, was bei mir der Fall war. Das Buch ist wie ein guter Wein, den man erst setzen lassen muss.
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am 21. Juli 2010
Dieses Buch wendet sich an einen Typus Fotografen, der unter Nicht-Professionellen sehr häufig anzutreffen ist, den Typus des Jägers und Sammlers. Der schnappt sich - nicht selten sehr früh am Morgen - seine Ausrüstung und zieht los, um zu sehen, was ihm Interessantes vor die Linse kommt. Dabei steuert er oft ganz typische Orte an: Eine stillgelegte Fabrik, einen (aufgegebenen) Steinbruch, einen Schrottplatz, eine besondere Landschaftsformation (gern mit Gewässer) und so weiter und begibt sich auf die Suche nach Motiven.
Wenn diese Beschreibung auch nur annähernd auf Sie zutrifft, werden Sie dieses Buch mit Gewinn lesen. Da schreibt einer, der diese Art zu fotografieren seit Jahrzehnten betreibt und alle Höhen und Tiefen des (Amateur-)Fotografenlebens erlebt hat. Und nicht nur das: Er hat seine Erfahrungen reflektiert und vor einigen Jahren in seinem Blog "Behind the Lens" damit begonnen, die Internetgemeinde an seinen Überlegungen teilhaben zu lassen. Aus einer Serie von Blog-Artikeln, in denen es darum ging, wie man sich darüber Rechenschaft geben kann, wo man als Fotograf unter technischen und künstlerischen Gesichtspunkten steht, ist dann auch dieses Buch entstanden.
Behind the Lens - da befindet sich bekanntlich der Fotograf. Und um den geht es in diesem Buch. Barr glaubt nicht daran, daß es die Technik ist, die darüber entscheidet, ob gute oder bessere Bilder entstehen. Stattdessen erinnert er seine Leser an eine gern vergessene Grundtatsache: "Sie NEHMEN kein Bild von ... auf, Sie MACHEN ein Bild von ...".
Wie man aus alltäglichen Motiven großartige Bilder macht, das ist das Thema des Buches. Dabei werden alle wichtigen Themen - Motivsuche, Komposition, Bildbeurteilung - besprochen und ausgiebig Fragen gestellt und Anregungen gegeben.
Eine Besonderheit dieses Buches sind aber die über das rein Praktische hinaus gehenden Fragestellungen und Themen: Wie gehe ich mit meinen Zweifeln um?, Warum fotografiere ich eigentlich dies und nicht etwas anderes? Worum geht es mir? Wo stehe ich, wo will ich hin? Was möchte ich mit meinen Bildern bei den Betrachtern erreichen? Wie überwinde ich Blockaden und Schaffenskrisen? Und das alles in einem angenehmen Plauderton, bei dem der Leser das Gefühl hat, da spricht einer mit ihm, der all das schon erlebt und durchgemacht hat und der sich nicht als Besserwisser aufspielt, sondern als ein freundschaftlicher Berater.
Ein Buch, mit dem man sich immer mal wieder in eine ruhige Ecke zurückziehen sollte.
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am 25. August 2010
Es hat Spass gemacht, George Barrs Buch "Besser Fotografieren - Die hohe Schule der Fotografie" zu lesen. Es ist direkt und persönlich geschrieben, teils mit philosophischem Einschlag, teils gar in väterlichem Ton.

George Barr nimmt die Fotografen bei der Hand, egal ob man blutiger Anfänger ist oder bereits ziemlich erfahren. Er gibt einen Einblick in sein Schaffen, stellt sich jedoch nie über den Leser. Das macht ihn enorm sympathisch.

Trotz analytischem Ansatz liest sich das Buch locker, ja, es ist mitunter sehr amüsant geschrieben. Barr ermuntert, stets nach dem noch besseren Bild zu streben und gleichzeitig die Bilder zu geniessen, die vielleicht nicht ganz so besonders sind, die einem aber persönlich gefallen. Fotografie soll Spass machen!

Schade ist, dass er die immer wieder hoch gelobten grossen Werke hervorragender Fotografen nicht in seinem Buch abbildet. Obwohl etliche seiner eigenen Aufnahmen abgedruckt sind, wären noch mehr konkrete Bildbeispiele, die direkt auf seinen Text Bezug nehmen, von Vorteil gewesen.

Zwar gefällt mir sein Stil recht gut, doch sind die Bilder meines Erachtens nicht unbedingt immer die besten Illustrationen des Textinhalts. Da ich keinen halben Stern abziehen kann und 4 Sterne dem Buch nicht gerecht werden, vergebe ich trotzdem 5.

Ich kann nicht behaupten, dass ich nach der Lektüre meinen fotografischen Horizont enorm erweitert hätte. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich als Mitglied eines Fotoclubs seinen Tipp, Bilder zu studieren und zu analysieren, bereits regelmässig pflege.

Trotzdem habe ich das Buch sehr gerne gelesen und empfehle es gerne weiter. Gerade auch seine Äusserungen über den Umgang mit Kritik und Misserfolgen tun gut und relativieren sie. Auch Barr wurde hin und wieder von Zweifeln beschlichen, ob das, was er macht, überhaupt Sinn hat. Ich denke, gerade Hobbyfotografen in einer vorübergehenden Schaffenskrise können sehr viel von der Lektüre dieses Buches und der positiven Grundstimmung profitieren.
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am 31. Mai 2012
Nach ein paar Jahren in denen ich mich nun mit Fotografie beschaeftigt habe kam ich an den Punkt an dem kein Buch mehr reicht. In den meisten Buechern werden zuerst die Basics besprochen und immer dort wo es dann interessant wird hoert es dann auf.

Da tut es doch gut mal ein Buch zu finden das sich gar nicht um die Technik dahinter beschaeftigt sonder mehr um den kuenstlerischen Aspekt. Der Autor analysiert an Hand seiner eigenen Aufnahmen was fuer den Betrachter funktioniert und was nicht. Wie er zu dem Resultat gekommen ist, was beim ersten Versuch nicht ganz stimmig war und wie es verbessert wurde.
Hier wird also ausschlieszlich auf die Gestaltung und Bildwirkung geschaut. Dabei erweckt er nie den Eindruck die ganze Weisheit gepachtet zu haben und dass andere Betrachter es eben auch anders sehen koennen.

Manches ist vielleicht nicht neu, aber es tut gut es von jemand anderen - der auch Bilder verkauft hat - zu hoeren, dass nicht immer alles auf Anhieb klappt.

Loesungen hat man am Ende des Buches allerdings keine, dafuer ein paar neue Ansaetze.
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am 28. Juli 2010
Das Buch ist sehr gut strukturiert. Zunächst beschreibt Barr anschaulich wie wir sehen und Bilder betrachten und welche Wirkung die verschiedenen Bildelemente auf uns haben. Er lehrt den Leser ein Bild richtig anzuschauen und zu analysieren.
Für Barr ist das Ziel ein gutes Foto bzw. Bild. Dabei kommt es ihm nicht so sehr auf Authentizität an. Er verändert die Bilder digital, wenn es der besseren Bildwirkung dient, verzichtet aber auf jede Effekthascherei. Das Ergebnis seiner Fotografie soll nicht die dokumentarische Darstellung sondern ein Bild als Kunstwerk sein.

In wohl allen Kapiteln des Buches bezieht sich der Autor auf bekannte Bilder berühmter Fotografen und scheint davon auszugehen, dass der Leser diese Bilder bei Nennung des Bildtitels kennt und 'vor Augen' hat, denn diese Fotos sind in dem Buch nicht abgedruckt. Meiner Meinung nach eine Schwachstelle, da man mit seinen Hinweisen kaum etwas anfangen kann, wenn das Bild nicht im Detail bekannt ist oder gleichzeitig betrachtet werden kann. Nicht überall wo man das Buch liest, hat man Zugang zum Internet und kann sich das Bild anschauen.

Barr widmet der Frage, was ein gutes Bild inhaltlich und formal ausmacht sehr viel Platz. Das ist sehr erfreulich, zumal der Leser in dem Kapitel nicht nur eine Antwort vom Autor erhält, sondern auch seinen eigenen Standpunkt finden kann. Gewöhnlich fährt der Fotograf mit ziemlich klaren Vorstellungen über die fotografischen Möglichkeiten zu einer Location. Der Autor regt mit sehr guten Beispielen dazu an, dort auch ungewöhnliche Motive zu sehen und zu fotografieren, um nicht nur mit den vorgeplanten Motiven nach Hause zu kommen. Er weist auf einfache Hilfsmittel hin, die leicht auf eine Fototour mitgenommen werden können oder die jeder sowieso dabei hat.

Das Buch wendet sich an Einsteiger genauso wie an fortgeschrittene Fotografen und es lohnt sich, es immer wieder zur Hand nehmen.Obwohl ich seit knapp 40 Jahren intensiv fotografiere, habe ich noch viel Neues erfahren und manche Anregung erhalten. Eines sei noch erwähnt: Technik hinsichtlich Ausrüstung und Software ist nicht Thema dieses Buches.
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am 10. Dezember 2011
George Barr, "Besser Fotografieren - Die hohe Schule der kreativen Fotografie"

George Barr ist Hausarzt und lebt in Calgary, Kanada. Lange Zeit hat er mit Mittel- und Großformatkameras in Schwarzweiß gearbeitet, heute mit einer digitalen Spiegelreflexkamera. Viele seiner Bilder wurden auf Ausstellungen gezeigt und in Zeitschriften veröffentlicht. Daneben ist er im Internet mit Essays, Artikelserien und Blogs präsent.

Die Aufmachung des Buchs ist sehr angenehm. Die zahlreichen Bildbeispiele sind von ausgezeichneter Druckqualität, einige sehr schön auf schwarzem Hintergrund. Das Seitenlayout ist aufgeräumt und übersichtlich. Das Titelbild ist in meinen Augen weniger stark als viele der anderen Bilder - schade. Die Gliederung des Buchs ist vielleicht ein klein wenig ungeordnet, und einige Themen werden an mehreren Stellen wieder aufgegriffen.

In diesem Buch werden hauptsächlich Natur- und Industrieaufnahmen, teilweise in Richtung Ruinen- und "Lost Places"-Fotografie, und ganz allgemein "Alltagsszenen" dargestellt und analysiert. Viele Aufnahmen - neben eher traditionellen "schönen" Landschaftsaufnahmen - zeigen alte Werkstätten, Werkzeuge und technische Artefakte, Brücken und Stege von unten, verlassene Parkhäuser und Bergwerke. George erklärt wie man auch aus vermeintlich wohlbekannten alltäglichen Motiven neue und schöne Bilder herausholt, zum Beispiel durch Nutzung von Schatten, Spiegelungen oder Durchblicken, oder neue und interessante Dinge in der vermeintlich bekannten Nachbarschaft auch erst einmal findet.

Einen großen Teil des Buches widmet George Barr den eher "menschlichen" Themen rund um die Fotografie. Hier merkt man dass er als Hausarzt mit Interesse für Psychologie tätig ist. Wie geht man mit Enttäuschungen um? Mit welcher Einstellung geht man am besten an eine neue Location oder Aufgabe heran? Wie bringt man das Hobby mit der Familie und dem Beruf unter einen Hut? Wo bekommt man Hilfe, nützliche Kritik und Unterstützung? Was mache ich mit Bildern um die mir aber sonst niemand gefallen (oder umgekehrt)? Was sollte der Stellenwert der Ausrüstung sein, und wie macht man das Best aus einem knappen Budget? Ein eigenes Kapitel ist der technischen und künstlerischen Standortbestimmung und der gezielten Weiterentwicklung gewidmet. Wie analysiere ich meine Bilder und ihre Qualität? Wer kann oder wie kann ich mir dabei helfen? Welche Schwachstellen muss ich verbessern?

Was die künstlerische Bildgestaltung betrifft zeigt George uns an vielen Beispielen wir man ein Bild liest, analysiert und neue Bilder komponiert. Ein ganz zentraler Aspekt sind dabei die wichtigsten Linien in einem Bild, ihre Form und gegenseitige Lage und vor allem auch ihre Beziehung zu den Bildkanten und -ecken. George arbeitet hier mit kleinen Skizzen, fast Karikaturen, um diese Beziehungen zu analysieren. Zum Beispiel können Linien strahlenförmig zusammenlaufen, in die Bildecken weisen, strikt horizontal oder vertikal oder aber im Winkel in die Bildkanten laufen etc. Gruppen von Linien bilden Formen. Sie können sich im Bild wiederholen und so eine Beziehung zueinander eingehen, im Gleichgewicht oder Konflikt zueinander stehen, etc. Obwohl natürlich jeder eine etwas andere Sichtweise hat, hat doch jede dieser Anordnungen eine relativ genau bestimmbare Wirkung auf den Betrachter, wirkt beruhigend oder irritierend, lenkt den Blick in's Bild hinein oder in's Leere, betont Bildelemente, lenkt von ihnen ab oder stellt Beziehungen her. Neben Elementen die meist attraktiv aussehen - z.B. S-Kurven - gibt es auch Dinge die fast immer schlecht wirken - z.B. Linien in sehr kleinem aber noch erkennbarem Winkel zur Bildkante. All dies wird an vielen schönen Bildbeispielen erklärt.

Ausrüstungsthemen werden - ich finde: glücklicherweise - fast nur in einem kleinen separaten Anhang berührt. Technische Themen wie Fokus, Belichtung und digitale Nachbearbeitung werden ab und zu kurz erwähnt - im wesentlichen wird aber die Beherrschung des Handwerks vorausgesetzt, der Schwerpunkt liegt auf künstlerischen und ästhetischen Aspekten der Bildgestaltung. Was man vielleicht ein wenig vermisst sind Portraitaufnahmen - außer einigen Pferden habe ich keine Lebewesen auf den Bildern gefunden. Komplett ausgelassen wird das Thema der künstlichen Beleuchtung.

Besonders angenehm finde ich den humorvollen und freundlichen Ton in dem das Buch geschrieben ist. Ein Schuss Selbstkritik und Selbstironie ist immer dabei. Hier werden keine Dogmen verkündet und Eitelkeiten ausgebreitet. Stattdessen hat man den Eindruck mit einem guten Freund zu plaudern und mit Freude von seinen Vorschlägen zu lernen. Am Ende des Buchs gibt uns George seine E-Mail-Adresse und bittet um Kommentare - und ich glaube er würde mir sogar antworten.

Zugeben muss ich dass mir das Buch auch deswegen so gut gefällt weil Industrie und Ruinen auch zu meinen Lieblingsthemen gehören. Wer eher Portrait oder Studiosachen macht wird hier sicher auch etwas lernen aber vielleicht nicht ganz so viel Freude beim Betrachten der Bilder haben wie ich. Ein schönes, lehrreiches und auch menschlich ansprechendes Buch!
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am 29. Juni 2013
Wieder ein lesenswertes Buch von George Barr, erschienen im dpunkt.verlag.
Zuerst mal ein paar Worte zur Haptik: Das Buch kommt in einem hochwertigen Einband mit einem sehr guten Druck. Das Papier der Seiten ist angenehm kräftig und glänzend. Dadurch kommt der sehr gute Druck der Bilder sehr schön zur Geltung. Einige Bilder sind auf schwarzem Hintergrund abgedruckt. Dabei erscheint das Schwarz auch wirklich als Schwarz und nicht als Grau. Insgesamt hinterlässt das Buch also einen sehr wertigen Eindruck. Ein großes Lob an den Verlag.

Jetzt zum Inhalt: Wer ein Buch mit viel Technik sucht, der wird sicher enttäuscht sein. Erst auf den letzten Seiten gibt es ein paar Informationen zur verwendeten Ausrüstung. Aber ein gutes Bild ist auch nicht von der Technik abhängig, sondern vom Sehen, der Motivsuche und der Bildkomposition. Und das sind auch genau die ersten drei Kapitel von insgesamt sechs (die Seiten über die Ausrüstung mal nicht mitgezählt).

Los geht es mit dem Sehen. George Barr beschreibt hier anhand von Bildbeispielen, wie der Betrachter im allgemeinen ein Bild wahrnimmt und welche Wirkungen die unterschiedlichen Bildelemente haben. Auch wenn einem die gezeigten Bilder vielleicht nicht so gefallen (oft sind es Industrieaufnahmen), kann man leicht aus dem Bild die Beschreibungen nachvollziehen und dann auf seine eigenen Bilder übertragen. Wichtig ist hier die detailierte und übertragbare Beschreibung des Autors und weniger der eigene Bildgeschmack. Und schreiben, bzw. erklären kann der Autor wirklich sehr gut. Auch wenn ich zuerst erschrocken war, wie viel Text im Buch zu finden ist. Es ist leicht und gut zu lesen und auch definitiv nicht zu viel Text oder Information.

Hat man das Sehen im ersten Kapitel verstanden, geht es auf Motivsuche. George Barr beschreibt anschaulich wie er Motive findet und erarbeitet. Mir ist es schon oft passiert, das ich einer Gegend absolut nichts fotografisches abgewinnen konnte. Rückblickend, mit der Information des Buches war ich da wohl zu sehr in meiner Sehweise festgefahren. Ich hätte da sicher einige gute Bilder aus so mancher Gegend herausholen können.

Das dritte Kapitel ist definitiv mein Lieblingskapitel. Es geht um die Bildkomposition. Linien, Bildkanten, Bildausschnitte und Bildformate spielen hier die Hauptrolle. Ein klasse Tipp ist das schnelle skizzieren der Hauptlinien eines Bildes, um den Aufbau und die komplexität eines Bildes zu bestimmen. Ich habe schon damit angefangen (natürlich noch nicht immer und konzequent) und es hilft wirklich zu entscheiden ob in einem Bild der Schwerpunkt richtig sitzt oder auch ob zuviel and Information zu sehen ist.

Hat man erst seine Bilder gemacht, kommt man zur Bildbeurteilung. Ich kann hier George Barr nur zustimmen, es geht nicht nur darum ein einziges klasse Bild zu machen. Es ist einfach wichtig ein gutes und hochwertiges Portfolio zusammenstellen zu können. In diesem Kapitel wird beschrieben, welche Kriterien wichtig sind, wie man vorgehen kann und auf was man achten soll. Immer wieder greift dabei George Barr auf seinen langjährigen Erfahrungsschatz zurück und berichtet was ihm in seiner Fotografenlaufbahn passiert ist.

Im Kapitel Gedankenspiele dreht der Autor dann den Gedankengang auch mal um. Mir geht es so, dass ich sehr viele unterschiedliche Fotos mache, aber mich oft ärgere weil ich manchmal keine durchgängige Linie bei meinen Bilder erkennen kann. Ich kenne aber auch Freunde, die einen Bildstil gefunden haben, und jetzt nicht mehr davon wegkommen. Sie sind Festgefahren. Genau da setzt George Barr an und gibt Anregungen wieder von der immer gleichen Rille wegzukommen und sich nicht zu scheuen Neuland zu betreten.

Natürlich vergleicht man sich mit anderen Fotografen. Man findet bessere, aber auch schlechtere. Es ist immer gut, wenn man einschätzen kann auf welcher Stufe man sich befindet und wo man seine Stärken und Schwächen hat. Im Kapitel Ein Schritt vorwärts geht es genau darum. George Barr gibt einem zwei Maßstäbe in die Hand, eine technische und eine ästhetische Stufe. Anhand seiner Beschreibung kann man sein Level sehr gut bestimmen und dann aus den Anforderungen der nächsten Stufe sich selbst überlegen wie man sich zur nächsten Stufe weiterentwickeln kann. Hier gibt er auch gute Ratschläge wie man aus der Kritik zu seinen Bildern die Information herausdestillieren kann die einem zum nächsten Schritt verhilft.

Es hat eine Weile gedauert bis ich das Buch tatsächlich komplett gelesen hatte. Nachdem aber nur lesen nichts hilft, dauert es auch noch eine gute Weile bis man alle guten Tipps einmal nachvollzogen hat und sie einem ohne Nachzudenken zu besseren Bildern verhelfen. Ich bin sicher noch nicht auf der höchsten Stufe meiner Bilderkunst angekommen, darum liegt das Buch auch nicht im Schrank sondern auf meinem Schreibtisch. Und immer wenn ich Zeit habe, schaue ich wieder rein um mir den ein oder anderen Gedankengang nochmals durchzulesen und in Erinnerung zu rufen. Ein Buch mit viel Information, guten Bildern und qualitativ hochwertigem Äußeren zu dem man immer wieder greift.
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