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am 23. Februar 2010
verträumt, emotionell ohne jede spur von kitsch, das leben ist nunmal so , verschlüsselt , rätselhaft , unsagbar schön und unsagbar brutal zuweilen , dazu die musik des polnischen immer noch komponierenden musiker Z.Preisner , eine entdeckung , gleichsam eine revelation .

zwei frauen, deren schicksale sie über tausende kilometer rätselhaft mystisch verbinden, kennen einander nicht , ihre wege kreuzen sich ein einziges mal für einige sekunden und wenn die eine an einem herzinfarkt stirbt , spürt die andere einen stich in der brust ...

gemeinsam haben sie lediglich , dass sie musisch und musikalisch empfindlich sind, dazu horchende wesen , offen für innere welten , mehr nicht , es genügt , um die grenzen des normal wahrnehmbaren zu sprengen...

sehr eindrucksvoll , der film , der den polnischen regisseur einer breiten öffentlichkeit bekannt machte , bevor er Juliette Binoche für die erste story seiner trilogie Three Colors :Blue engagierte und dafür in Venedig 1993 geehrt wurde .
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am 29. März 2012
"Die zwei Leben der Veronika" (eigentlich "Das doppelte Leben der Veronika", französischer Originaltitel: "La double vie de Véronique") ist ein ist ein poetischer, rätselhafter und wunderschöner Film. Die beiden Veronikas (die eine in Polen, die andere in Frankreich) werden wunderbar gespielt von Irène Jacob. Eine absolut großartige Schauspielerin!
Was verbindet die beiden Frauen miteinander, die sich zum Verwechseln ähnlich sehen, die auch sonst viel gemeinsam haben und sich im Film nur einmal ganz kurz, für Sekunden begegnen? Kann es sein, dass wir allein durch unsere Existenz andere Menschen beeinflussen, ohne uns dessen bewusst zu sein? Zum Nachdenken über diese und andere Fragen regt der Film an.
Beide Veronikas haben mit Musik zu tun, die polnische Veronika hat eine herrliche Gesangsstimme, und deswegen gibt es in dem Film nicht nur schöne Bilder, sondern auch wunderschöne Musik zu hören.
Ein außerordentlicher Film, der ohne Einschränkung zu empfehlen ist!
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VINE-PRODUKTTESTERam 21. Juli 2008
Eine begabte Sängerin verliebt sich und macht Liebe, reist dann zu einer Tante, wird entdeckt und bekommt auf Anhieb einen Job als klassische Sängerin. Das Leben läuft so gut, dass es fast ihr unheimlich ist. Nicht ohne Grund, denn auf ihrem ersten Konzert bricht sie tot zusammen.

Doch kurz vorher ist sie einer Doppelgängerin begegnet. Teil einer Touristengruppe in Krakau ist auch eine Frau, die wie sie aussieht, wie sie eine starke Beziehung zu Musik hat und wie sie eine Familie hat, die aus älteren, wunderbaren Menschen besteht. Ein Alter Ego? Jedenfalls wird die Sängerin von der Frau im Reisebus fotografiert, ohne dass diese ihre Doppelgängerin bemerkt hätte.

Nach dem Begräbnis folgt der Film dem Leben dieser geheimnisvollen Frau aus Frankreich. Und es zeigt sich, dass deren Leben von den Ereignissen im Leben der Unbekannten aus Polen nicht unbeeinflusst ist. Kaum zuhause verliebt sich die Französin. Selbst das Liebemachen sieht in Frankreich aus wie in Polen, in dem der erste Teil des Films spielte. Und nicht zuletzt gibt es immer wieder Momente, in denen die wunderbare Musik der gestorbenen Sängerin der französischen Lehrerin wie in einem Traum erscheint.

Der Film spielt mit dem Motiv der Marionetten. Ist das Leben wirklich so frei, sind Entscheidungen nach Laune wählbar? Oder gibt es andere Dinge, die Entscheidungen im Leben steuern? Sind wir mit anderen Menschen verbunden, ohne es zu ahnen, auf eine Weise, die wir nicht kennen oder verstehen? Gerade in den Momenten, in denen sich Menschen so verhalten, wie man es nicht erwartet, erscheint einem nach diesem Film einiges im Leben plausibel. Aber genug der Esoterik.

Der Film funktioniert auch formaler Ebene großartig, vielleicht noch viel mehr als durch die Geschichte, die er erzählt. "Die zwei Leben der Veronika" spielt vor allem mit Farben. Es lohnt sich, jedes Bild komplett anzusehen. Hintergründe enthalten hier kaum etwas zufälliges, immer ist wie in einem Gemälde der gesamte Inhalt auf der Leinwand gewollt. Mit subjektiver Kamera wird gespielt. Und das nicht nur als filmisches Experiment sondern mit Sinn in der Geschichte. Zu Recht ist der Film mit Preisen geehrt worden, auch wenn er dann wohl doch nicht der durchschlagende Erfolg an der Kinokasse war. Dafür ist er vielleicht doch zu rätselhaft, zu wenig durchschaubar.

Die vielleicht größte Leistung hat Krzysztof Kiesslowski aber wohl beim Casting der Hauptdarstellerin vollbracht. Neben der Tatsache, dass Irène Jacob einfach eine wunderschöne Frau ist, stellt sie manchmal aktiv, manchmal passiv in vielen Momenten großartig das Thema der "Marionette" dar und schafft es, die Verbindung mit der Unbekannten überzeugend zu vermitteln. Eine großartige Leistung.
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am 3. Januar 2012
Dieser Film ist ein existenzialistischer Film.
Wer bin ich und warum? Ich würde ihn sogar zur
DREI FARBEN TRILOGIE dazurechnen. Und zwar
- FREIHEIT: Wie frei sind wir wirklich bei unseren
Entscheidungen?
- GLEICHHEIT: Laut Beilage handelt der Film von
Emotionen, eine Handlung gibt es nicht.
Und dies lotet der Film aus. Reicht das Doppel-
gängertum bis in die Emotionen (die Seele?) rein?
- BRÜDERLICHKEIT: Was ist, wenn das andere Ich
stirbt? Geht das "andere Ich" auf das eigene Ich
über?

Dieser Film ist für mich sozusagen die Ouvertüre zu
DREI FARBEN. Bleibt noch zu erwähnen, das sich andere
Filme wie THE ONE, DUPLICITY und REPLICANT ebenfalls
mit diesem Thema, mit anderen Schwerpunkten,
beschäftigen.
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am 16. Juni 2014
Die Worte fehlen mir um dieses einmalige grosse Meisterwerk zu beschreiben.
Dies ist auch gar nicht tragisch, denn was das Regiegenie Kieslowski hier an atemberaubender unfassbarerer Schönheit geschaffen hat, ist Kinopoesie zum Sehen, zum tief in der Seele erspüren, so wuchtig, übersinnlich ergreifend, daß zu Papier gebrachte Deutungsversuche niemals eine Ahnung dieser erhabenen Verzückung ausdrücken können die dieses Juwel im Herzen des Zuschauers ereicht.
"Die zwei Leben der Veronika" wird oft als filmisches Bindeglied zwischen Kieslowkis "Dekalog" und der "Drei Farben Trilogie" gesehen. Verkopfte Analytiker sehen in ihm gar eine hintergründige Auseinandersetzung mit dem kalten Krieg weil der Film seine beiden Protagonisten einerseits in Krakau andererseits in Paris ansiedelt.
All dies trifft niemals die sphärische Erhabenheit dieser anderthalbstündigen Traumpoesie.
Kiesloswkis Film ist ein nur selbst zu erfühlender Hochgenuß an flirrenden Bildern über Transzendenz, über die tiefe religiöse Gewissheit irgendwo im Leben schicksalhaft mit einem Seelenpartner verbunden zu sein.
Irgendwo in diesem Kosmos in einer höheren Ordnung des Lebens mitzuschwingen.
Kiesloswkis Filme sind Filme über tiefe Empfindungen. Wie eine zärtliche, tief berührende Sinfonie aus Bildern und Musik, aus Farben und Assoziationen läßt er diese in die Herzen schweben, und so wird das funkelnde Vexierspiel jeden Zuschauer in anderer Weise berühren, nachdenklich machen, unendlich verzaubern und beglücken.
Wie Kieslowski diesen unvergleichlichen Zauber, dieses kindliche Staunen über die Wunderkraft metaphysischer Zusammenhänge immer wieder auf die Leinwand bringt übersteigt sämtliche rationalen Interpretationsversuche.
Er nimmt uns an der Hand und läßt uns intuitiv Seelenlandschaften entdecken.
Kaum ein anderer Regisseur schafft es so beeindruckend die versteckte unterbewusste Emotionaltität in hochästhetischen Bildern auf die Leinwand zu bringen. Man möchte ihm mit Tränen in den Augen danken für diese filigranen Sinnenreisen.

Vordergründig und in knappen Worten : Wir werden Zeuge von dem Leben zweier junger Frauen, die sich wie Zwillinge gleichen. Doch wissen sie nichts voneinander. Weronika ist eine begnadete Sängerin in Polen, Veronique ist aus Frankreich und ebenfalls im musischen Bereich tätig.
In der ersten halben Stunde begleiten wir Weronika, wie sie zart, verletzlich, durch einen, wie oft bei Kieslowski immer etwas unwirklichen, verzauberten Alltag zu schweben scheint.
Die Musik, die Geräusche die wir hören, sind ihre tiefsten intimsten Erlebniswelten. Gleichsam verzückt aber auch melancholisch blicken wir mit ihr durch ihren kleinen Glaskugelanhänger, sehen die vorüberziehenden Landschaften von einem Zugfenster aus durch dieses flirrende Glas seitenverkehrt, verspiegelt.
Kieslowski schafft es den kleinsten Dingen des Lebens eine unvergleichlich märchenhaft metaphorische Kraft zu geben. Eine Kraft die oft zu Tränen rührt und wie ein Kind über die Wunder der Welt staunen läßt.

"Ich habe plötzlich letzten Abend gespürt, daß ich nicht alleine bin"- Ahnungen, manchmal auch unheimliche Gewissheiten grosser komplexer transzendenter Zusammenhänge, davon wispert, flüstert dieser Film in jeder Sekunde.
Weronika leidet an einer Herzschwäche, auf ihrem ersten grossen Solokonzert wird sie leblos zusammenbrechen.
Auf dem Weg zu diesem Auftritt stößt sie in den hektischen Strassen Krakaus mit einer unbekannten Passantin zusammen, verliert kurz im wirbelnden Wind ihre Notenblätter, schaut sich um und geht weiter.
Eine Sekunde in der zwei gleichklingende verbundene Seelen sich ein einziges Mal begegnen.
Weronika stirbt, und wir sehen durch ihre gebrochenen Augen, wie die trauernden Angehörigen Schaufeln voller Sand auf ihren Sarg werfen.
Hören und Sehen sind losgelöst, fließen wie an einer unmerklichen Schnur, nur gelenkt von einem unsichtbaren Puppenspieler. Ein Puppenspieler, den wir alle nicht kennen, eine höhere Kraft, die jedoch allen Menschen, wie in einem großen Marionettenspiel ihre Bestimmung im Großen und Ganzen gibt.
Der Film wird uns nun die, wie ein Ebenbild Weronikas daherkommende Veronique aus Paris vorstellen.
Ihr Leben, ihre versteckten Ängste, ihre aufflammende Liebe zu einem Puppenspieler.
Das Motiv von Figurendoppelungen, Seelenwanderungen.
Kiesloswki läßt uns hier faszinierende, doch gleichzeitig auch stets doppelbödige mystische Marionettendarbietungen, wie ein unschuldig staunendes Kind erleben.
Ohne es benennen zu können verstehen wir.
Verstehen wir die Erhabenheit großer unerklärlicher Schicksalshaftigkeit.
"Wieso hast du von mir noch eine zweite Puppe angefertigt" wird Veronique ahnungsvoll ihren Pupenspieler einmal fragen.
Das Lieblingsthema auch eines Jodorowsky ("Santa Sangre"), eines David Lynch, der in wesentlich dunklerer Manier in "Lost Highway" ebenfalls einen Charakter in zwei Körper zerfallen läßt.
Dieses Thema der Doppelung des einzelnen Menschen; hier wird sie in jedem filigran, ehrfuchtsvoll staunend machenden vibrierenden Detail zur Vollendung geführt.
Wie unendlich schwer muß es wohl sein so ein perfektes Kunstwerk, das in jeder kleinsten Szene und Musiknote einfach stimmig ist zu komponieren?!
Veroniques Hotelzimmer hat dieselbe Nummer, wie am Anfang das Zimmer von Weronika in Krakau.
Nachdenklich schaut auch sie in eine kleine Glaskugel als Glücksanhänger.
Sogar fast identische Personen auf der Strasse begegnen ihr. Eine alte Frau die in beider Leben über das Pflaster humpelt.
Eine andere ältere Dame, die beide Veronikas anscheinend sinnend beobachtet. Boten aus einer entrückten übergeordneten Welt?
Die Seele als freischwebendes Mysterium im stetigen Wandel. Ein Zauber ,der sich immer neue Körper sucht und jedes Mal den Menschen nachdenklich vergangene Empfindungen in einer anderen Zeit in einem anderen Charakter nachspüren läßt ?!
Deja Vu, Reinkarnation, die Verheißung auf die Unsterblichkeit des Lebens. All dies vereint Kieslowski in seinem Wunderwerk.
Hineingesogen sind wir in dieses Universum.
Unmöglich jede kleinste Empfindung zu beschreiben. Alleine zu der Doppelbödigkeit um Rollenspiele, Schein, Sein, die ein Kassettenrekorder, seine aufgespielten Töne, Sequenzen die immer weiter in eine neue Geschichtenfacette führen, ließen sich seitenweise Interpretationen füllen.
Alles scheint vorbestimmt, und alles scheint im magischen, sinisteren manchmal auch gefährlichem Dunkeln.
Es gibt so unendlich viel zu entdecken in diesem Film, der alle Vorstellungskraft, die man je von einer Kinopoesie hatte in neue Sphären führt.
Das ist reine Kunst die euphorisch,und sprachlos staunen läßt und beglückt.
Grenzenlos ist "Die zwei Leben der Veronika". Grenzenlos in seinen Gefühlsintensität und seiner beispiellosen verwunschenen arabesken Struktur.
Veronique war einst auf einer Kurzreise in'Krakau. Auf einem Touristen- Photo, welches sie betrachtet ist eine Frau zu erkennen ,die ihr aufs Haar gleicht.
Es ist Weronika auf jenem hektischen Marktplatz kurz bevor sie zu ihrem einzigen und letzten Auftritt eilte.

Erinnern wir uns an Geschehnisse, die wir gar nicht selbst erlebten, und die tief verborgen schon andere Körper vor uns verinnerlichten?
"Zwei Seelenschwestern kannte ich"-, erzählt eine Großmutter-" eine von ihnen verbrannte ihre Hand am Herd. Ein paar Tage später streckte die andere weit an einem anderen Ort ihre Hand aus um einen Herd zu berühren, aber sie zog sie noch rechtzeitig zurück. Und doch konnte sie nicht wissen, daß sie sich verbrannt hätte".
Das uralte Märchenmotiv der zwei Geschwister über Zeit und Raum verbunden.
Wurden nicht auch einst in Volkmärchen, wenn sich Brüder auf lange Zeit trennten ein Messer in einem Baum an der Weggabelung gestoßen und ging es dem einen in der Fremde schlecht begann eine Seite des Messers geheimnisvollerweise zu rosten?
Schwelgen sie in diesem Meisterwerk lieber Interessent, lassen sie sich entführen, träumen sie, seien sie hingerissen von den überirdisch nachhallenden Bild-und Tonkompositionen, den essentiellen Ahnungen des unfassbaren Rätsels.
Wieder und wieder möchte man in ihn eintauchen, ergriffen von dieser strahlenden Schönheit und Gedankentiefe.
Feuer und Flamme für ein Werk, welches zum besten gehört, was ich je auf der Leinwand sah.
"Die zwei Leben der Veronika" hebt Zeit und Raum , Logik und Stringenz auf und reduziert sie auf das was sie sind; der kleine kümmerliche Versuch des Menschen Klarheit zu schaffen ,wo das immerwährende göttliche Mysterium von Tod, Leben, Schicksalsfügung und Sinnenzauber uns doch in jeder Sekunde des Lebens umarmt.
Kieslowski erzählt Gott sei dank nicht; das haben wir im herkömmlichen Kino genug. Kieslowski schafft reine Magie, schafft es seine eigenen inneren Visionen von der Welt auf uns zu projizieren.
Eine rauschhaft begeisternde Erfahrung und eine Hymne an die Macht des Kinos.
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am 15. September 2013
Der zu früh verstorbene polnische Regisseur Krzysztof Kieślowski (1941 – 1996) ist einer der großen Magier des Kinos.

Vom Dokumentarfilm kommend wurde er auch in der DDR von Filmenthusiasten als ein Vertreter des polnischen Kinos der moralischen Unruhe verehrt. „Der Filmamateur „ (1976)
Mit „ Ein kurzer Film über das Töten“ (1988), der Kinofassung einer Episode seines TV-Filmzyklus über die Zehn Gebote, "Dekalog", kam er zu internationalem Ruhm und konnte seine nächsten Filme in Frankreich drehen.

„ Die zwei Leben der Veronika“ (1991 / Frankreich, Polen, Norwegen) ist der schönste und berührendste Film seiner durch den frühen Tod beendeten internationalen Karriere.

Veronika lebt in Polen und ist eine begnadete Sängerin. Sie leidet an einer schweren Herzerkrankung.
Auf einem Platz in Krakau nimmt sie einen Moment ihre Doppelgängerin Véronique aus Frankreich wahr, die gerade in den Reisebus einsteigt und ein letztes Foto schießt.
Als Veronika bei ihrem ersten großen Konzert stirbt, weiß Véronique, dass sie etwas, das zu ihr gehörte, verloren hat. „Mir ist, als wäre ich jetzt wieder allein.“
Sie arbeitet als Musiklehrerin an einer Schule und verliebt sich in den Marionettenspieler Alexandre, der für die Kinder das Stück der sterbenden Ballerina aufführt, die als Schmetterling wiedergeboren wird.
Als sie ihm die Fotos ihrer Reise nach Krakau zeigt, entdeckt er ein Foto von ihrer Doppelgängerin auf den Kontaktabzügen...

Der französische Originaltitel: „ La double vie de Véronique“ verweist eindeutiger als der deutsche Verleihtitel auf das Doppelgängermotiv des Films.

Veronika: „ Ich habe das Gefühl, als ob ich nicht allein auf der Welt wäre.“

Kieślowski : „In diesem Film geht es um Sensibilität und Vorahnungen und um Beziehungen, die schwer zu bestimmen und irrational sind.“
Der Regisseur war auf „der Suche nach der richtigen Balance zwischen dem Offensichtlichen und dem Geheimnisvollen“
Es ist ein rätselhafter Film über große Gefühle und die Liebe geworden, aber auch ein Film über Kraft und Schönheit der Musik“
Der Komponist Zbigniew Preisner hat wie bei fast allen Arbeiten Kieslowskis von Beginn an am Film mitgearbeitet.
Seine Filmmusik trägt ganz besonders zur tiefen emotionalen Wirkung des Films bei.

Der Kameramann Slawomir Idziak hat die Welt der Veronikas mit goldgelbem Filter in warme Farben getaucht.

Neben der Kamera tragen die wunderbare Ausstrahlung und Präsenz der seinerzeit vierundzwanzigjährigen Hauptdarstellerin Irene Jacob und die das Szenenbild oft beherrschende Farbe Rot zur WÄRME des Films bei.
Es ist ein Film über Emotionen.

1991 erhielt der Film bei den Filmfestspielen von Cannes den FIPRESCI-Preis , den Preis der Ökumenischen Jury und Irène Jacob den Darstellerpreis. Zahlreiche andere internationale Auszeichnungen folgten.

„Ich glaube der Film richtet sich an (…) eine sehr begrenzte Gruppe von Menschen, die sensibel sind für die Art von Gefühlen, die in dem Film gezeigt werden.“ Kieślowski
Ich liebe Filme, die die Magie des Kinos immer wieder unter Beweis stellen.
Gern auch 6 Sterne!
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am 7. August 2015
Zwei Leben?
"Zwei Leben" ist ein Film über das Leben einer Frau, die als Stasi-Spionin arbeitete und später ein glückliches Familienleben führt, bis sie ihr früheres Leben wieder einholt, wunderbar gespielt von Juliane Köhler.
Zwei Leben führt in "Belle de Jour" Cathérine Deneuve nicht hintereinander, sondern paralel, als Arztfrau und als Hure, ein Doppelleben.
Zwei Leben der Veronika beschreibt Krzystzof Kieslowski, aber Veronika ist nicht eine Frau, wir erleben die polnische Sängerin Weronika und die Französin Véronique, deren Leben sich nur einmal für einen Augenblick überschneiden, als Weronika in Warschau an den Rand einer Demo gerät, ihre bei einem Zusammenprall verstreuten Blätter wieder aufsammelt und dann auf dem Platz steht, während Véronique neben und später aus einem Reisebus die Szenen der aufgelösten Demonstration fotografiert, ohne Weronika wahrzunehmen, während wir den Eindruck erhalten, daß die Polin ihre französische "Namenscousine" durch die Scheiben des Busses mehrfach sieht. Beide Frauen (von Irène Jacob fantastisch verkörpert) sind am gleichen Tag geboren und sehen sich sehr ähnlich. Ist dies und dieses einmalige Treffen bzw. diese Überschneidung der Lebenslinien alles was die beiden Frauen gemeinsam haben???

Weronika hat eine goldene Stimme, sie ist an eíner Musikschule gewesen, hat aber keine eigentliche Ausbildung als Sängerin. Von der Mehrheit einer Jury wird sie dennoch erkoren, eine Hauptrolle bzw. den Solopart in einem Konzert zu bekommen. Zu Proben war sie auch unterwegs, als sie gemeinsam mit Véronique auf dem Platz war und fotografiert wurde. Bei der Premiere, bei der sie in Begleitung eins Symphonieorchesters und Chores singt, passiert, was sich vorher schon durch wiederholte Schmerzzustände im Brustkorb andeutete : sie bricht tot zusammen. Bei der Beerdigung sehen wir (sieht Ihre Seele aus dem offenen Grab?), wie Erde herunterkommt, bis das Bild schwarz wird, der Sarg bedeckt.

Vèronique verbringt eine traumhaft schöne und traumhaft schön dargestellte Liebesnacht mit einem wiedergetroffenen Kommilitonen, nach dem Akt ist sie nachdenklich, irritiert, sie hat das Gefühl, es fehle etwas. Sie lehnt es ab, daß er bei ihr bleibt. Wir dürfen annehmen, daß dies im Moment des Todes der polnischen Sängerin geschah. Sie wird nicht Sängerin, sondern Musikerzieherin, sie verliebt sich in einen Puppenspieler, der mit wunderschönen Stabfiguren eine Ballerina zeigt, die stürzt, liegen bleibt, von einer zweiten Stabpuppe mit einem Leichentuch(?) bedeckt wird. Diese Szene und der Stabpuppenspieler sind genial, berührend, das junge Publikum bewegt, eine Schülerin verbirgt traurig ihr Gesicht an Véroniques Schulter. Doch die Puppe erhebt sich langsam wieder, beginnt mit noch unbeholfenen Bewegungen, dann wird das Tuch abgestreift, und die schöne Ballerina hat sich kaum verändert, neu sind "nur" ein Paar Flügel, nicht wie ein Engel, sondern eher manchen Elfenabbildungen entsprechend, Schmetterlingsflügel. Die Bekanntschaft mit dem Puppenspieler, der sie mit verschiedenen Utensilien schließlich in ein Bahnhofscafé lockt, endet enttäuschend. Nachdem er ihr zunächst einen Schnürsenkel geschickt hat, den sie geschlängelt über einen EKG-Streifen mit bedrohlichen Rhythmusstörungen legt und dann glattzieht, zeigt er ihr auf einem Foto aus der Sammlung ihrer Urlaubsbilder- sie selber! Sie erklärt, sie sei es nicht, da sie das Foto selber geschossen hatte, als er ihr dann beichtet, sie sei nur ein Teil eines psychologischen Experiments, er wolle ein Buch schreiben mit dem Titel "Die zwei Leben der ? " , weint Véronique. Sie hat ihre Zwillingsseele oder Seelelzwilling verloren.

Was können oder sollen wir uns bei diesem in traumhaft schönen, oft goldgelb eingefärbten Bildern und Szenen gedrehten Film denken?
Vielleicht erst einmal gar nichts! Kieslowski stellt in dem der arte-Edition beiliegendem umfangreichen Booklet klar, es sei ein Film über Emotionen und sonst nichts. Handlung gebe es nicht.. Wir sollen seine Figuren lieben oder hassen. Gelingt ihm das?

Das muß jeder für sich selbst entscheiden. Man mag den Film wegen der Handlungsarmut langweilig und ohne Aussage empfinden, ich fand den ersten Teil mit dem Schicksal der Weronique einfach zunächst beglückend und berührend. Sie liebt Musik, singt spontan bei der Probe eines Männerchores eine passende Sopranmelodie, sie hat eine traumhafte Stimme und ist absolut tonsicher. Ich freute mich, daß sie die Solopartie bekam, änstigte mich bei den Brustschmerzszenen und erwartete tatsächlich mit Bangen den Tod, der ja auf dem Cover der DVD angekündigt war. Die wunderbare Musik von Szbigniew Preisner, die sicher mit zu der einmaligen Atmosphäre beitrug, die phantastische Stimme und der strahlende Ausdruck der wirklich bezaubernden Irène Jacob ließen bei mir kein anders Empfinden als Trauer über ihren Tod zu.

Versöhnte der Teil des Filmes über das Schicksal der Véronique mit der tragischen Figur Weronika? Nein, auch sie wird, zumindest bis zum Ende des Filmes, nicht glücklich.

Hat der Film eine Aussage? Das ist das Thema, über das man sicher angeregt nachdenken und diskutieren kann.
Man kann über die Macht des Schicksals , über die Raum (und Zeit) überschreitende Macht der Seele diskutieren, über immer wieder geschilderte Parallelitäten im Verlauf des Lebens von eineiigen Zwillingen, die schon früh voneinander getrennt wurden, von Frauen, die Bauchschmerzen bekommen, wenn die Zwillingsschwester in den Wehen liegt, von Menschen , die einen Schreck oder ein schlechtes Gefühl bekommen, wenn ein geliebter Angehöriger auf der anderen Seite des Globus verstirbt, Phänomene, die immer wieder beschrieben, aber bishrer nicht bewiesen sind, und vielleicht auch nie bewiesen werden können, wenn sie durch Kräfte , die wir vielleicht auch nie ergründen werden, verursacht sind. Da geht es um die Frage der Religion, des Glaubens an einen Gott oder eine höhere Macht, die die Geschicke des Weltalls unabhängig von den uns bekannten Naturgesetzen lenkt.
Gibt es überhaupt eine Seele? Große Teile des Gehirns steuern unseren Körper und empfangen Signale. Die motorische Hirnrinde läßt uns Bewegungen ausführen, sie erhält den Befehl dazu vom Frontalhirn, das "Gehen" befiehlt. Wer gibt dem Frontalhirn den Impuls, Gehen zu befehlen. Ist das irgendeine Hirnstruktur oder das Zusammenwirken mehrerer solcher, oder ist es eine nicht an organische Struktur gebundene Kraft oder Macht, die Seele? Können Seelen miteinander kommunizieren, tun sie das, und wenn ja, bemerken nur manche empfindsame Menschen die Kommunikation von Seelen, oder gibt es eine Universalseele , die alle durchdringt, in unterschiedlichem Ausmaß?

Ein unerschöpfliches Thema, eine Diskussion, die vielleicht bis an das Ende der Menschheit, als möglicherweise nur kurzer Abschnitt der Evolution, nie beendet wird.

Kieslowski sagt, er habe sich gefreut, als ein junges Mädchen ihm sagte, daß sie nach dem Film nun wisse, was Seele sei, schon dafür habe sich der Film gelohnt. Dies widerspricht eigentlich der Aussage, der Film sei nichts als Spiel mit Emotionen, es sei denn, er setzt Emotion als Funktion der Seele gleich.

Setzen wir einmal voraus, daß der Film "nur" Emotionen freisetzen will, und egal, woraus Emotionen jetzt bestehen. Bei mir hat dieser Film dies geschafft wie noch kein Film auch nur annähernd vorher. Aus diesem Grunde ist "Die zwei Leben der Veronika" traumhaft, genial inszeniert, in wunderschönen Bildern und mich tief berührender, stimmungsintensivierender musikalischer Untermalung.

Der Film ist aber auch eine wunderbare Darstellung der Bedeutung und Macht der Musik, die viel mehr Bedeutung hat, als vielleicht angenommen. Tiere kommunizieren mit Musik, es wird angenommen, die menschliche Sprache sei aus Musik hervorgegangen, sie ist vielleicht das älteste Kulturgut der Menschheit, und es dürfte kaum Menschen geben, die nicht durch irgendeine Art von Musik berührt werden. Eine geschätzte Rezensentin und Kommentatorin meint, Preisners Musik mache zu 50% den Erfolg des Filmes aus, dem kann ich nicht widersprechen. Er hat öfter mit Kiesliewski zusammengearbeitet, und auch der Film "Anonyma-eine Frau in Berlin" mit Nina Hoss bezieht einen großen Teil seiner Atmosphäre aus der wunderbaren Musik. Erfreulicherweise gibt es Musik/Filmmusik dieses großartigen Komponisten auf CD.

"Die zwei Leben der Veronika" ist ein, wenn nicht sogar DAS MEISTERWERK der Filmkunst. Dem früh verstorbenen Krzysztof Kiesliewski gehört ein Denkmal gesetzt. Er muß in einem Atemzug mit Alfred Hitchcock unf Orson Welles genannt werden.

Doc Halliday
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am 15. Oktober 2008
sehr lange hat es gedauert bis dieses meisterwerk von kieslowski auf dvd erschienen ist.
und ich kann nur sagen - es hat sich ausgezahlt zu warten.

eine wunderschöne geschichte, wunderbare schauspieler, langsame stimmungsvolle bilder mit imposanter musik.

ein genuß zum immer wieder ansehen.
ein muss für jeden cineasten.
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am 18. Juni 2008
Der früh gestorbene Regisseur Kieslowski hätte der Filmwelt noch manchen Leckerbissen beschert. Einer davon war obiger Film. Irene Jacob ist die Doppelrolle der Veronique/Weronika wie auf den Leib geschrieben. Es ist herrlich zu sehen, wie die junge Frau lebt, singt und schließlich die unheimliche Entdeckung macht: Sie hat eine Doppelgängerin, deren Leben genau wie das ihre verlaufen ist! Ein Film abseits von Hollywood, der ohne Effekte auskommt und dennoch in schönste Bilder getaucht wurde.
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am 15. Februar 2014
Der Film hinterlässt irgendwie ein unangenehmes Gefühl und so ganz versteht man ihn auch nicht. Machmal erhascht man einen Hauch des Sinns, aber so ganz erschließt er sich nicht.
Keine Kaufempfehlung.
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