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Die neue Veröffentlichung von Angela Grube gibt einen guten Einblick in die Lebenssituation vegan lebender Menschen in der Bundesrepublik. Das Buch gliedert sich in 21 narrative Interviews sowie 13 narrative Berichte. "Narrativ" zu arbeiten heißt, dass versucht wird, insbesondere die Fähigkeit des Erzählens zu nutzen - im Gegensatz zur Meinungsforschung wird der/die Informant/in hierdurch zum/r Expert/in. Dies ist der Autorin durch ihr methodisches Vorgehen sehr gut gelungen, erfährt man doch viel sehr Persönliches über die Hintergründe, vegan zu leben, die Reaktionen der Freunde und Bekannten sowie der Alltagsgestaltung. Auch zur Frage, wie die Situation vegan lebender Menschen verbessert werden kann, gibt das Buch auf Grund der gewählten Methode wichtige Hinweise - nicht zuletzt wichtig für die Arbeit eines Verbandes wie dem VEBU. Eine Erkenntnis ist zum Beispiel, dass unvermindert ein großes Maß an Bewusstseins- und Öffentlichkeitsarbeit nötig ist, um immer noch vorhandene falsche und verkürzte Vorstellungen über das vegane Leben (aber auch zum Beispiel über den "Mythos Milch") bei vielen Menschen durch sachliche Informationen ersetzen zu können.

Fazit: Vegan leben ist heute noch nicht überall unkompliziert möglich (zum Beispiel die Frage, wo ohne Umstände gute vegane Schuhe erhältlich sind). Aber es bewegt sich etwas und man kann eine zwar noch langsame, aber positive Entwicklung in den letzten Jahren feststellen, die ermutigt, sich weiter für die vegane Lebensweise zu engagieren - auch mit Hilfe dieses Buches.

Thomas Schönberger (Vegetarier Bund Deutschlands e.V.)
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am 11. Oktober 2009
Wenn eines in Angela Grubes neuem Buch Vegane Biografien" deutlich wird, dann dass Veganer und Veganerinnen mitnichten eine homogene Gruppe irregeleiteter ,Extremisten' sind, wie viele Menschen immer noch glauben wollen. Im Gegenteil. In diesem Buch kommen Menschen zu Wort, die verschiedener nicht sein können, vom intellektuellen Philosophiestudenten Julius, dem eine rationale Argumentation gegen das systematische Eingreifen in das Leben von Tieren wichtig ist, bis zur Maskenbildnerin Anna, die sich schon immer als Exotin sah und über den gedankenlosen Umgang mit Tieren sehr emotional berührt ist, vom Ultramarathonläufer Alan, der seine vegane Kost zur Verbesserung seiner körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit anwendet bis zum Fachschüler Boris, der es als ein Privileg erachtet, sich für eine vegetarische Kost entscheiden zu können und seinen Lebensstil als eine Art Denkmal empfindet, das für bestimmte gedachte und auf sich selbst angewandte Ideen steht". Nicht nur die Argumente für ihren veganen Lebensstil sind unterschiedlich, sondern auch die Art und Weise, wie konsequent sie ihr veganes Leben führen. Wahrscheinlich ist die vegane Idee - als Ideal eines tierrespektierenden Lebensstils und bewussten und nachhaltigeren Ernährungsform - tatsächlich das einzige, das sie verbindet oder zumindest mal verband. Aber fangen wir von vorne an.
In ihrem Buch Vegane Biografien", das kürzlich im ibidem-Verlag erschienen ist, veröffentlicht die Pädagogin 21 Kurzinterviews und 13 narrative Kurzberichte mit Veganer/inne/n und ehemaligen Veganer/inne/n, um Hintergründe über ihr Denken und Handeln aufzuzeigen. 12 Interviews davon hat sie im Rahmen ihrer Forschungsarbeit an der Universität Bielefeld in den Jahren 1997/1998 erhoben. 8 bis 10 Jahre später kontaktierte sie 11 Personen erneut und erkundige sich nach ihrer aktuellen Einstellung und Lebensweise.
Die mal längeren, mal kurzen Interviews orientieren sich an folgenden Fragestellungen: Wie wurden die Personen vegan, wie reagierte ihr Umfeld darauf und mit welchen Problemen sind Veganer/innen konfrontiert und schließlich: wie könnte ihre Situation verbessert werden? Als Pädagogin ist der Autorin daran gelegen, Hilfestellungen für die Umsetzung eines veganen Lebens zu geben und Veganismus als moderne, bewusstere und tiergerechte Lebensart einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Insgesamt äußern sich 34 Menschen über ihre vegane Lebensart, Männer und Frauen, quer durch die Gesellschaft, durch alle Bildungsschichten und Berufsgruppen sowie quer durch alle Altergruppen. Deutlich wird, dass der Großteil der Befragten ihren Veganismus als Konsequenz auf den brutalen Umgang mit Tieren deuten, so beschreibt Michael (27 Jahre, Praktikant) seinen Unmut über die Tatsache, dass Blut vergossen wird für den Gaumenkitzel und dass dies in keinem Verhältnis zueinander steht, [...] dass es keine Rechtfertigung gibt, Tiere zu töten" (S. 79). Die Altenpflegehelferin Zora, Mutter eines kleinen Kindes, will auch ihrem Kind vermitteln, dass Tiere Persönlichkeiten sind und Persönlichkeiten behandelt man nicht wie eine Sache - man zollt ihnen Respekt" (S. 184). Veganismus wird auf abstrakter Ebene gleichzeitig als Politikum" (Boris, inzwischen 30 Jahre) verstanden, als widerständigen Lebensstil gegen die global zunehmende Barbarisierung und Destruktivität" (Jörg, 67, Arzt und Künstler).
Dass die langjährige, praktische Umsetzung eines konsequenten Veganismus mitunter auch mit einer hohen Selbstdisziplin und einem hohen Anspruch an sich selbst verbunden ist, der dauerhaft nur schwer aufrechtzuerhalten ist, darauf weisen vor allem einige Nachinterviews, die Angela Grube nach 8-10 Jahren durchführte. Manche hatten einer durchgängigen veganen Ernährung abgeschworen oder erzählten, dass sie wieder Lederschuhe trugen, unvegane Geschenke von Anderen akzeptierten etc. Anna berichtet nach acht Jahren veganem Lebens, dass ihre Kraft verbraucht war: Das ständige ,Nein-Sagen', alle Einladungen zu verunmöglichen oder für die Anderen zu verkomplizieren. Spontanes Essen Gehen war ohnehin nie möglich, in jeder Situation wieder neu nachzufragen, zu diskutieren. Die ständigen Diskussionen mit den Mitarbeitern dazu...". Seitdem isst sie wieder überwiegend vegetarisch, wobei Eier nach wie vor auf der ,No-Liste' stehen." Sie berichtet über ihr permanent schlechtes Gewissen den Kühen gegenüber und hat sich vorgenommen, wenigstens zu Hause irgendwann wieder 100-prozentig vegan zu leben, weil ich von der Idee hinter dem Veganismus nach wie vor 100-prozentig überzeugt bin!" (S. 28)
Dass das Leben mit einer Aufeinanderfolge von Lebensphasen und Brüchen einhergeht, wird auch aus dem Bericht von Boris (30 Jahre) deutlich. Immer noch vegan lebend hat er sich nach vielen Jahren der politischen Praxis in der Tierbefreiungsbewegung zurückgezogen. Teils begründet er dieses Zurückziehen als Überlastungsfolge, auf der anderen Seite berichtete er über Querelen innerhalb der Szene. Die mitwirkenden Personen begriffen sich untereinander nur noch selten als Mitstreiter einer gemeinsam angestrebten Idee, die sich untereinander und gegenseitig ermutigen und stützen sollen. Die damalige Tierrechtsszene hat sich mit fortlaufender Zeit durch ihren starken moralischen Druck und kleingeistigen Dogmatismus selber zersetzt und aufgefressen und wurde für mich nicht weiter tragbar" (S. 46).

Was lässt sich aus der Interviewsammlung Vegane Biografien" resümieren? Wer Veganer und Veganerinnen als Spinner ohne Realitätsbezug aburteilte, wird (spätestens) durch die Lektüre der veganen Biografien eines Besseren belehrt. Sehr klar und pointiert wird in den Interviews und Berichten die so genannte gesellschaftliche Normalität auf den Kopf gestellt, ,naturgemäße' Erscheinungen (z.B. naturhaft dauerhaft milchgebende Kühe) entnaturalisiert, Mythen entmystifiziert, die gegenwärtige Behandlung der Tiere als Barbarei entlarvt. Mal philosophisch-intellektuell, mal lebensnah und empathisch - viele auf ihre Art überzeugend.
Die hier zu Wort kommenden Menschen eint, dass sie sich alle dem alltäglichen Wahnsinn der tierverachtenden und tiervernichtenden Konsumgesellschaft stellen und sich dieser mit ihrer persönlichen und politischen veganen Lebensform aktiv entgegenstellen. Während der Standardbürger mehr oder weniger bewusst bestimmt, wer leben ,darf' und wer sterben ,muss', wer gehätschelt und wer grausam seiner Würde und Unversehrtheit beraubt wird, haben sich die hier vorgestellten Menschen aktiv für das Lebensmotto leben und leben lassen" entschieden, nicht nur im Kopf als Idee, sondern auch tatsächlich und alltäglich auf dem Teller. Leben lassen unabhängig davon, ob das Wesen zwei oder vier Beine, Fell oder Haut, Arme oder Flossen hat, Mensch oder Tier ist (sofern man diese Kategorisierung mit ihrer Ein- und Ausschließung überhaupt akzeptieren will), weil sie sich im Wesentlichen gleichen, in der Verwundbarkeit ihres Körpers und ihrer Psyche und ihrem grundsätzlichem Interesse, frei von Schmerz und Leid zu sein.
Die Erzählungen der Veganer/innen und ehemaligen Veganer/innen über ihre soziale Mitwelt macht vor allem eins besonders deutlich: Der alltägliche Umgang mit Tieren entblößt ein zutiefst gespaltenes Verhältnis der Menschen gegenüber Tieren. Es ist geprägt von Vorurteilen, Abwertungen, Projektion und Gewalt, auf der anderen Seite aber ebenso von Liebe, Freundschaft und Nähe, von Bewunderung und, wie es vor allem Veganer/innen aufzeigen, von Empathie und Respekt! Um eine tiergerechte Gesellschaft möglich werden zu lassen, müssen erstgenannte Hürden überwunden und eine achtende Haltung stärker durchgesetzt werden. Veganer/innen leben eine andere Normalität vor, sie ist demnach möglich - auch wenn die Reichweite und die Konsequenz des Veganismus unterschiedlich sein kann, wie die Berichte von langjährigen Veganer/innen und ehemaligen Veganer/innen verdeutlichen!
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TOP 500 REZENSENTam 27. September 2009
In einem Segment, das häufig von Kochbüchern oder sehr einseitigen Schriften zum Thema dominiert wird, schafft das zweite Buch der Autorin einen fast schon unglaublichen Spagat in Sachen Veganismus.

Endlich einmal eine transparente und fundierte Publikation, die sich dem Veganismus auf wirklich allen relevanten Ebenen annähert und die sich mit den verschiedenen Motiven auseinandersetzt. Und nebenbei damit auch diesen ewigen Aussenseitermythos wirkungsvoll aufzuheben versteht.

Durch den sehr angenehm lesbaren als auch nachvollziehbaren Interviewstil kommen einerseits wirklich alle themenrelevanten Facetten zum tragen.
Und das zweite riesige Plus dabei ist, das man sich selbst in diese Darstellungen hineinversetzen kann und sowohl von einem immensen Wissen als auch von praktischen Erfahrungen sehr stark profitieren kann!
Und das sage ich nicht leichtfertig - die vielfältigen Darstellungen in diesem Buch sind einfach unglaublich und hochgradig effektiv.

Ich glaube das viele Veganer, oder jene die sich dafür interessieren, hier eine überzeugende und schlüssige Menge an Gedanken und Informationen finden werden.
Auf nahezu jede Frage gibt es eine verständliche Antwort oder wertvolle praktische Vorschläge.
Vermutlich haben viele schon lange auf so etwas gewartet.

Es wird wirklich auf alle relevanten Fragen eingegangen. Vorurteile werden ausgeräumt, und, was ich am wichtigsten finde:
man wird immens ermutigt und fühlt sich auch oftmals vollkommen bestätigt.

Mit diesem Werk sollte es ein leichtes sein, das Thema Veganismus einerseits für sich zu erschließen, aber vorallem auch, es felsenfest für sich zu integrieren.
Als unumstößliche Haltung, die natürlicher nicht sein könnte!

Meinen Respekt vor einem Werk, das in der Form längst überfällig gewesen ist!
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