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am 22. Juni 2010
Wolfgang Stürner, bis zu seiner Emeritierung Professor für Mittlere und Neuere Geschichte an der Universität Stuttgart, hat diesem Kaiser eine mehrbändige Monographie gewidmet; ein umfassendes, forderndes und lebendig verfasstes Buch, das diese große Person des Hochmittelalters würdigt. Schon vor Jahren erschienen die beiden Teile der Biographie in Einzelbänden; nun endlich sind sie in einem Buchdeckel vereint und im Primus Verlag erhältlich. Auf knapp sechshundert Seiten behandelt Stürner den Aufstieg des Kaisers, sein Handeln, seine Persönlichkeit und sein Umfeld.
Während Band 1 sich der Königsherrschaft in Sizilien und Deutschland widmet - hier vor allem der fortwährende Konflikt mit den Päpsten, dort der Thronstreit zwischen den Staufern und ihren Gegnern -, berichtet Teil 2 von den Jahren ab 1220, also nach der Salbung zum Kaiser. Ob die Einigungskämpfe in Norditalien, der missglückte Kreuzzug oder die Exkommunikation des Kaisers, der sich nicht mit dem päpstlichen Machtstreben abfinden wollte: All dies schildert Stürner quellennah und lebendig, ohne dass die Leser in den komplizierten politischen und familiären Verwicklungen verloren gehen. Ein besonders anschauliches Kapitel ist dem legendären Kaiserhof gewidmet, an dem sich Ärzte und Minnesänger, Dichter und Astrologen, Juden und Araber tummelten, während der Kaiser seiner Jagdleidenschaft nachging. Schließlich werden die dramatischen letzten Jahre Friedrichs geschildert, als sich der Konflikt mit dem Papst zuspitzte und dieser Friedrich offiziell absetzte und die Wahl eines Gegenkönigs forciert wurde.

Fast neunhundert Seiten umfasst Wolfgangs Stürners Biographie - ein wahres Textmonster, das aber dank eines bildhaften Stils und eines klaren Aufbaus spannend bleibt. Es dürfte die umfangreichste wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem "stupor mundi" sein. Zugleich entführt sie den Leser in die Welt des Hochmittelalters und erweckt diese ferne Zeit zum Leben. Damit ist Stürners Werk nicht nur für Geschichtswissenschaftler, sondern auch für Mittelalterbegeisterte sehr zu empfehlen.
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am 24. Mai 2004
Acht Jahre nach Erscheinen des ersten, von der Fachwelt gefeierten Teils kann Wolfgang STÜRNER nun den lang erwarteten zweiten Teil seiner Biographie über Friedrich II. vorlegen. Dass es damit sechs Jahre länger als geplant gedauert hat, erklärt sich aus mehreren Gründen (und in den beiden Vorworten), ist aber dem Werk insgesamt sehr zugute gekommen. Hatte Band 1 noch 292, so umfasst Teil 2 mehr als die doppelte Menge Druckseiten (659), was angesichts der Tatsache, dass immerhin drei Jahrzehnte der Königs- und Kaiserherrschaft Friedrichs II. behandelt werden, verständlich und richtig ist. Entstanden ist, so lässt sich subsummierend feststellen, eine überaus beeindruckende Schilderung der ambivalenten Persönlichkeit des staufischen Herrschers, die auch dessen negative Seiten nicht gänzlich ausspart und die nur in Einzelfragen zu erörtern sein wird.
Eines dieser Details, für die rheinische Pfalz von besonderer Bedeutung, sind die Ereignisse von 1235, als sich der Sohn Friedrichs II., König Heinrich (VII.), gegen den Vater und kaiserlichen Herrscher erhob. Friedrich schaffte es in einer Art Gewaltmarsch und wohl ohne den immer wieder behaupteten großen Tross, über die Alpen nach Deutschland zu ziehen und sich der Unterstützung insbesondere der Reichsfürsten zu versichern. Der junge Heinrich verlor im Ringen um seine Königsmacht rasch auch den Rückhalt der verbündeten Städte und musste sich, nicht ohne Erfolg, im wesentlichen auf die Unterstützung der Reichsministerialität verlassen, was schließlich nicht ausreichen sollte. An dem offensichtlichen Antagonismus zwischen Kaiser und König bzw. Vater und Sohn - seit jeher ein Zankapfel der Wissenschaft - lässt sich die durchaus zwiespältige Persönlichkeit Friedrichs wohl am besten beurteilen, und genau in diesem Punkt hat sich STÜRNER nicht völlig aus den Vorgaben der Friedrich-Apologeten lösen können. Inwieweit die Aussagequalität der überlieferten Schriftquellen nämlich tatsächlich weiterhelfen kann, muss ohnehin zukünftigen Studien zur Klärung anempfohlen werden, doch bleibt bis es bis dahin nicht allein fraglich, ob man die Verhandlungen Heinrichs mit den Lombarden ex eventu mit dem Begriff „Hochverrat" bezeichnen darf. Abgesehen davon muss vernehmlich darauf hingewiesen werden, dass Heinrich 1235 zwar seiner Königsmacht entsetzt wurde, nicht aber den Königstitel und seine Königswürde verlor, ungeachtet der späteren Formulierungen der Wähler des zweitältesten Sohnes Konrads im Februar 1237 (S. 305); von einer Urheberschaft Friedrichs II. an der Übergabe der Reichskleinodien und zahlreicher pfälzischer Reichsburgen an eben diesen Konrad IV. durch die Ehefrau des Reichstruchsessen Philipp von Falkenstein (S. 569) kann im übrigen keine Rede sein.
Doch sind dies, wie gesagt, nur Einzelfragen, für die vorliegendes, akribisch aus den Schriftquellen gearbeitetes Werk mit ausführlichem Quellen- und Literaturverzeichnis (S. 597-633) und Register (S. 639-659) ab jetzt und sicherlich für die nächsten Jahrzehnte eine fundierte Grundlage liefern kann und wird. Nach den (in der Relation dazu kurzen) Monographien über Friedrich I. Barbarossa und Heinrich VI. besitzt damit die dritte staufische Herrscherpersönlichkeit eine eigene, moderne Biographie; der erwähnte älteste Sohn Friedrichs II., Heinrich (VII.), ist zumindest zum Teil behandelt. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich auch die weniger bekannten, aber beileibe nicht weniger interessanten Konrad III., Philipp von Schwaben und Konrad IV. in naher Zukunft eigener Prosopographen vergleichbarer Qualität erfreuen dürfen.
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am 15. Mai 2014
Ich bin seit Jahren ein Friedrich II Fan und träumte schon immer von einer umfassenden Biographie. Hier hab ich sie nun stehen und empfinde tief gehende Gefühle für dieses Werk :) Es ist toll geschrieben und nicht zu lasch, aber auch nicht zu hochgestochen. Ich würde es jedem Friedrich Fan und / oder Interessenten weiter empfehlen.
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