flip flip Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Jetzt informieren Xmas Shop 2017 Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle MusicUnlimited AmazonMusicUnlimited BundesligaLive wint17

Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen
148
4,0 von 5 Sternen
Die Einsamkeit der Primzahlen
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:29,90 €+ 3,00 € Versandkosten


am 9. Juni 2017
Die Geschichte die erzählt wird ist faszinierend und erschreckend zugleich. Die Unmöglichkeit zweier Menschen, Zweisamkeit in einer Beziehung zu erfahren, sein Leben alleine Meistern zu müssen, weil es anders gar nicht funktioniert, ist bedrückend. Das tröstliche daran ist, dass beide Hauptprotagonisten diesen Umstand erkannt haben und versuchen, das beste aus ihrem Leben zu machen. Leider halt jeder für sich und alleine.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. November 2017
Wie kann ein Ehemann, der Arzt ist, nicht merken, dass seine Frau magersüchtig ist und ihre Regel nicht hat und sich dann darüber wundern, dass sie nicht schwanger wird? Da merkt man: Der Autor kann nur ein Mann sein.....
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. November 2014
Paolo Giordano hat mit diesem Roman etwas wundervolles geschaffen. Die Geschichte mag nicht jedermanns Geschmack sein aber mich hat sie berührt. Es ist auf jeden Fall ein sehr lohnenswerter Kauf. Wer allerdings von einem Buch absolutes Entertainment erwartet und nicht stunden in Gedanken verbringen will sollte vom Kauf absehen. Mir hat dieser Roman viele schöne Stunden nach dem lesen geschenkt
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. August 2016
Alice Della Rocca hasst die Skischule, doch der strenge Vater zwingt das Kind jedes Jahr in den Weihnachtsferien zur Teilnahme am Skikurs und erwartet Bestleistungen. Eines Tages erleidet das Mädchen einen schweren Unfall, der ihr gesamtes Leben verändert.

Der 6-jährige Mattia Balossino möchte so gerne unbeschwert an der Geburtstagsfeier eines Schulkameraden teilnehmen. Nur ein einziges
Mal will er ohne seine hilfsbedürftige, behinderte Zwillingsschwester irgendwo hingehen. Die Eltern haben jedoch kein Einsehen und so lässt
der Junge die Kleine auf dem Weg zur Party in einem Park zurück. Von dort verschwindet sie für immer spurlos.
Das Ereignis beeinflusst Mattias weiteres Leben gravierend.

7 Jahre nach diesen schicksalshaften Episoden begegnen sich Alice und Mattia in der Schule.
So grundverschieden die beiden Einzelgänger sind, scheinen sie doch füreinander bestimmt zu sein.

Aber ihnen ergeht es wie Primzahlzwillingen, zwei dicht nebeneinander stehenden Primzahlen (z.B. 3 und 5), zwischen denen sich jedoch stets noch eine andere Zahl befindet, die eine direkte Berührung verhindert.

Daher bleiben sie immer einsam (siehe Titel).

Resümee:
Thema des Buches ist der Werdegang von Alice und Mattia von ihrer Kindheit bis ins frühe Erwachsenenalter. Beide tragen eine große Bürde, deren Auswirkungen sie in jeder Lebensphase von der Menge Gleichaltriger unterscheidet und zu Einzelgängern macht.

Paolo Giordano vergleicht beide Protagonisten mit Primzahlen, die nur durch eins und sich selbst teilbar sind. Sie stehen einsam inmitten einer Reihe natürlicher Zahlen. Mehr noch: Sie sind wie Primzahlzwillinge (siehe Inhaltsangabe): So nahe sie sich auch kommen, wird ihr ganzes Leben lang immer etwas oder jemand zwischen ihnen stehen.

Dem Autor ist ein hervorragender Spagat gelungen:
Einerseits schildert er sehr anschaulich die Lebensläufe, Konflikte und das jeweilige Gefühlsleben von Alice und Mattia, auf der anderen Seite geschieht dies teilweise skizzenhaft und ist geprägt von einer sachlich-melancholischen Nüchternheit. Dabei enthält er sich jeder Be- und Verurteilung. Solcherart ist die Geschichte von Alice und Mattia zwar traurig, geht so manches Mal unter die Haut, wird aber niemals kitschig.

Getragen wird die Handlung von einer Sprache, die reich an Sprachbildern, aber dennoch schnörkellos und prägnant ist.

Fazit: ein berührendes, nachdenklich stimmendes Buch mit großer Symbolhaftigkeit.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTERam 1. Juni 2011
In einem Seminar im zweiten Semester hatte Mattia gelernt, dass einige Primzahlen noch spezieller als die anderen sind. Primzahlzwillinge werden sie von Mathematikern genannt: Paare von Primzahlen, die nebeneinander stehen oder genauer, fast nebeneinander, denn zwischen ihnen befindet sich immer noch eine gerade Zahl, die verhindert, dass sie sich tatsächlich berühren. Zahlen wie 11 und 13, wie 17 und 19 oder 41 und 43. Bringt man die Geduld auf, weiter und weiter zu zählen, stellt man fest, dass solche Pärchen immer seltener werden. Man stößt auf immer weniger Primzahlen, die verloren dastehen in diesem lautlosen, monotonen, nur aus Ziffern bestehenden Raum und es beschleicht einen das beklemmende Gefühl, dass die Pärchen, die einem bis dahin begegnet sind, rein zufällig zusammenstanden und dass es eigentlich ihr Schicksal ist, allein zu bleiben. Aber dann, wann man schon aufgegeben und nicht mehr weiterzählen will, stößt man auf ein weiteres Pärchen von Zwillingen, die sich, eng umschlungen, aneinander festhalten. Mathematiker sind davon überzeugt, dass man, egal wie weit man fortschreitet, immer wieder solchen Zwillingen begegnen wird, obwohl niemand sagen kann, wo sie stecken, bis man sie tatsächlich gefunden hat.
Für Mattia waren sie beide, Alice und er, genau dies, Primzahlzwillinge, allein und verlo-ren, sich nahe, aber doch nicht nahe genug, um sich wirklich berühren zu können.
("Die Einsamkeit der Primzahlen", Seite 155, 156).

Es ist eine stille Art der Faszination die diesen melancholisch, schönen Roman des italienischen Debütanten Paolo Giordano auszeichnet. Der Schmerz seiner Helden ist fast schon körperlich spürbar und geht unglaublich nahe. Doch dieses Gefühl, das der Autor bis zur Neige auskostet, verwandelt sich auf beinahe wunderbare Weise vor den Augen des Lesers und vermittelt eine Botschaft der Hoffnung. Nicht die Liebe allein, die zwei besondere Menschen verbindet, sondern das Leben selbst steht im Mittelpunkt. Alice und Mattia, die man jeweils ab einem einschneidenden Kindheitserlebnis bis zum Erwachsenenalter begleiten darf, scheinen beide auf dem Pfad der Tränen festzukleben. Ihre Einsamkeit zu einer behaglichen Zweisamkeit zu machen scheint ebenso unmöglich zu sein, wie das Band vollkommen zu lösen, welches sie unsichtbar miteinander verbindet. Gibt es für die verkorksten Seelen der Kindheit eine Möglichkeit sich von der Vergangenheit zu lösen und ein unabhängiges und freies Leben zu führen?

Alice Della Rocca hasst das Skifahren. Und auch ihren Vater, der sie dazu zwingt, in diesem Sport das Beste zu geben. An diesem einen nebligen Tag wird sie einen Unfall haben, der sie mit Narben auszeichnet, die sie ihr Leben lang tragen wird.
Mattia Balossini ist ein Zwilling. Aber seine Schwester Michela ist ganz anders als alle anderen Kinder. Sie kann nicht sprechen, sie hat seltsame Anfälle und sie malt auf den Bildern die Haut der Leute blau an. Kein Wunder, dass die Zwillinge in der Schule keine Freunde finden. Als die beiden zu einer Geburtstagsfeier eines Klassenkameraden eingeladen werden, ist Mattia sich sicher, dass der Gastgeber von seinen Eltern zu dieser Geste gezwungen wurde. Als er sich mit seiner Schwester zu der Fete aufmacht, graut ihm bereits davor, was Michela Peinliches anstellen wird. Er trifft daraufhin eine folgenschwere Entscheidung und lässt die Zwillingsschwester allein in ihrem geliebten Park zurück. Aber als er viel zu spät wieder dorthin zurück kehrt, ist Michela spurlos verschwunden. Voller Panik erkennt Mattia, dass er einen großen Fehler gemacht hat.
Jahre danach treffen Mattia und Alice in der Schule zum ersten Mal aufeinander.
Die Lehrer von Mattia hatten den Eltern geraten, den hochbegabten Sohn auf ein Gymnasium zu schicken, wo seine Fähigkeiten mehr gefördert werden. Die soziale Kompetenz des sensiblen Jungen, der einen starken Hang zur Selbstverletzung entwickelt hat, ist dagegen eher unterentwickelt. Auch Alice ist ein Außenseiter, aber im Gegensatz zu Mattia würde sie liebend gerne dazugehören. Besonders die coole Viola hat es ihr angetan. Am liebsten hätte sie wie die kühle Schönheit ein Blümchentatoo auf dem Bauch, auch wenn darunter die hässlichen Narben nach wie vor sichtbar sind. Zu Alice Erstaunen möchte Viola ihr helfen, einen Typen zu finden. Alice Wahl fällt auf den seltsamen Mattia, dessen traurige Aura sie fasziniert. Es ist erneut eine Geburtstagsfeier, die eine Veränderung in Mattias Leben anstößt, auch wenn das Ergebnis ein anderes ist, wie von den Beteiligten erwartet...

Die Sprachbilder des Autors sind oft ungewöhnlich und doch nachvollziehbar. Zum Beispiel veranschaulicht er das allmähliche Verschwinden der Ehefrau und Mutter Della Rocca mit dem langsam verblassenden Wasserfleck auf einem T-Shirt. Ein alltägliches Bild wird mit einer ebenso realistischen wie ernüchternden Tatsache verbunden und prägt sich tief ein.
Die verschiedenen Konflikte der Protagonisten werden ebenso anschaulich geschildert, wobei eine gewisse Nüchternheit beibehalten wird. Fakten zu den Nebenfiguren werden nur insoweit angeführt, wie sie für die jeweilige Situation erforderlich scheinen. Trotzdem oder vielleicht gerade darum fühlt man auch mit ihnen. Außerdem ergibt sich ein differenzierteres Bild, was die Helden dieser Geschichte betrifft.
Die klare Struktur des Romans, die sehr gut zu der Themastellung passt, der leicht lesbare Schreibstil und die Eindringlichkeit, mit der das Gefühlsleben der Beteiligten beschrieben wird, sind eindeutige Pluspunkte des beeindruckenden Debüts.

Dieser ausdrucksstarke Roman ist tatsächlich eine ganz besondere Entdeckung.
22 Kommentare| 30 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. Dezember 2016
Alice und Mattia sind wie Primzahlen, sonderbar und einsam. Alice verlor als Kind das Vertrauen in ihren Vater und kämpft mit Anorexia, Mattia verlor mit sechs Jahren seine Zwillingsschwester Michela und versinkt seitdem in Schuldgefühlen.

Doch als sich die beiden auf dem Gymnasium das erste Mal begegnen, fühlen sie sich sofort zueinander hingezogen. Die Wunden der Vergangenheit bringen sie jedoch dazu, dass sie ihrer Liebe immer wieder Steine in den Weg legen.

Dieses Buch hat mich leider ein Wenig genervt. Wie schon erwähnt, konnte mich die Geschichte einerseits nicht wirklich packen, andererseits war sie aber auch wieder nicht schlecht, weswegen ich das Buch nicht abbrechen konnte und wollte. Das Thema ist sehr interessant und sollte an sich berühren, doch die Umsetzung hat mich wiederum gar nicht eingenommen. Wo sehr ausführlich und nachvollziehbar auf die seelischen und psychischen Probleme der Protagonisten eingegangen wurde, blieb für mich ihre Liebe und die Gefühle, die sie angeblich zueinander hegen, größtenteils unklar. Deswegen konnte mich das Buch in dieser Hinsicht nicht berühren.

Die Charaktere waren allerdings sehr gut beschrieben und gerade, was die Psyche der beiden angeht, sehr nachvollziehbar. Was das Thema Liebe angeht, hätte ich sie allerdings ganz oft am liebsten einmal kräftig durchgeschüttelt, damit sie aufwachen. Dennoch konnte ich ihre Problematik sehr gut verstehen.

Dazu kommt ein ziemlich einfacher Schreibstil des Autors, der zwar gut zu lesen ist, aber mich teilweise verwirrte, da er sich bei der wörtlichen Rede wohl nicht wirklich sicher war, ob er sie nutzt oder nicht. So war diese teilweise zu erkennen und manchmal überhaupt nicht existent.

"Die Einsamkeit der Primzahlen" ist für mich mehr eine Studie über die Auswirkungen dramatischer Begebenheiten in der Kindheit auf das restliche Leben, als ein Buch über eine unerfüllte Liebe. Wem dies aber nichts ausmacht, der sollte das Buch lesen. Wer allerdings auf große Gefühle hofft, dem kann ich dieses Buch nicht empfehlen.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 31. März 2016
Meine Erwartungen an dieses Buch waren (leider) sehr hoch, denn ich habe von vielen Seiten nur (sehr) Gutes gehört und selbst in Italien begegnet mir das Werk immer wieder, obwohl es hier schon 2008 erschienen ist.
Die ganzen Begeisterungsstürme kann ich leider nicht nachvollziehen..
Es ist kein Happy-Day-Buch. Das heißt, Menschen, die in irgendeiner Weise psychisch nicht ganz stabil sind, sollten dieses Buch vielleicht nicht lesen, denn was Alice und Mattia sich selbst antun, ist schon nicht schön.
Auf der einen Seite finde ich die Hauptcharaktere wirklich interessant und vor allem glaubwürdig dargestellt. Wie Mattia und Alice aufeinander reagieren, wie sie sich entwickeln, all das bekomme ich geboten, aber irgendwie mit vielen offenen Fragen am Schluss.. Auch wie das Umfeld ihnen gegenüber (nicht) auftritt, entspricht dem Bild, welches ich von den Menschen habe.
Auf der anderen Seite hatte ich aber so manches Mal meine Schwierigkeiten, an der Geschichte dran zu bleiben, denn streckenweise kam sie ein bisschen langweilig rüber, obwohl das Ganze wirklich nicht ermüdend sein soll, denn die Thema ist gekonnt umgesetzt. Auch die (Nicht)Gefühle der einzelnen Personen haben mich nicht richtig erreichen können. Vielleicht liegt es an der Übersetzung. Vielleicht will der Autor uns Raum für eigene Gedanken lassen. Vielleicht ...
Definitiv hebt sich Paolo Giordanos Werk von der Masse ab und es polarisiert gewaltig. Entweder man liebt es oder man findet es langweilig. Da ich zu beiden Seiten tendiere, bin ich unentschlossen, ob ich dieses Buch weiterempfehlen soll / kann oder nicht.
Ein Zitat, welches ich absolut treffend für diesen Roman finde, könnte eine kleine Entscheidungshilfe sein:
"[...] Primzahlzwillinge werden sie von Mathematikern genannt: Paare von Primzahlen, die nebeneinanderstehen oder genauer, fast nebeneinander, denn neben ihnen befindet sich immer noch eine gerade Zahl, die verhindert, dass sie sich tatsächlich berühren. [...] Für Mattia waren sie beide, Alice und er, genau dies, Primzahlzwillinge, allein und verloren, sich nahe, aber doch nicht nahe genug, um sich wirklich berühren zu können. [...]" (S.112f.)
Sobald mein Italienisch noch ein bisschen besser ist, werde ich mir das Original gönnen.. und hoffe, dass es sprachlich wirklich herausragend(er) daherkommt.

Ich habe mir direkt im Anschluss den Film dazu angesehen und kann nur sagen: schrecklich! Es werden interessante Stellen einfach weggelassen und nichtssagende gezeigt. Und ganz viel wurde auch einfach verfälscht. Ich kann diesen also überhaupt nicht empfehlen.

©2016
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 31. März 2011
Nachdem ich dieses Buch (in der von Daniel Brühl gelesenen Fassung als Hörbuch) hinter mich gebracht hatte, blieb ein äußerst schaler Nachgeschmack. Kann man zu Beginn noch die Nöte und Ängste der beiden Protagonisten im Kinder- und Teenager-Alter nachvollziehen und interessiert sich für den Werdegang, so ist deren Verhalten als Erwachsene schlichtweg eine Qual zu lesen bzw. anzuhören. Eine große Zahl unaufgelöster Konflikte lädt sich bleiern über die Handlung, jedes Mal, wenn man meint, es passiert etwas Entscheidendes, bricht das Kapitel entweder ab, oder einer der beiden zieht sich aufgrund nur schwer nachvollziehbarer Motive in sein persönliches Schneckenhaus zurück. Weswegen reist Mattia z.B. Hals über Kopf aufgrund einer einzigen Briefzeile nach Italien zurück, nur um beim Anblick der Initialen auf Handtüchern sofort wieder eine Kehrtwendung zu machen, ohne dass das auch nur die Spur einer Verwunderung bei einem der beiden hervorruft? Warum reagiert Alice beim Anblick des Mädchens im Krankenhaus so, dass es vollkommen klar ist, dass das zu nichts führen wird (das "Gespräch" mit dem Pförtner)? Von diesen Beispielen könnte man sicher ein Dutzend und mehr aufzählen.

Als Leser/Hörer finde ich das auch deswegen ärgerlich, weil ich das unbestimmte Gefühl hatte, man müsste aufgrund des schon Gelesenen/Gehörten verstehen, warum die beiden nicht zusammenkommen und warum sie so sind wie sie sind - mir erschließt sich das jedoch nicht. Wenn diese quälende, deprimierende Unsicherheit und Ungewissheit vom Autor beabsichtigt war, dann ist ihm dies zweifellos gelungen. Es ist schon klar, dass dieser Roman nicht "schön" oder "unterhaltsam" sein soll. Mich hat die zähe, von Zeitsprüngen durchsetzte und episodenhafte Geschichte aber nicht überzeugt.
0Kommentar| 18 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. Dezember 2009
Wenn man sich die bisher hier vertretenen Positionen so anschaut, gewinnt man den Eindruck, dass Paolo Giordano mit seinem Roman polarisiert: Man liebt ihn oder man langweilt sich. Vielleicht hilft es manchen Unentschlossenen ja weiter, wenn jemand, der weder enttäuscht noch euphorisch ist, eine Stellungnahme abgibt...

Die Einsamkeit der Primzahlen schildert zwei junge (später nicht mehr ganz so junge) Menschen in einer psychischen Ausnahmesituation auf sehr eindringliche Weise. Die Sprache besticht durch Schlichtheit, der Aufbau ist chronologisch mit mehreren Zeitsprüngen. Dem gegenüber steht die komplexe Thematik von Schuld. Verletzung, Einsamkeit, Magersucht. Insgesamt ist es ein Buch, über das man länger nachdenkt als man darin liest (was ja positiv ist).
Gerade weil hier ernste Themen so aufmerksam geschildert werden, ist es allerdings ein bisschen irritierend, dass man manchmal das Gefühl hat, wichtige Erklärungen blieben einem vorenthalten. Sich zu fragen, ob es im Italien der 80er Jahre üblich war, schwer behinderte Kinder (das fragliche Mädchen kann nicht sprechen und kaum auf seine Umwelt reagiern) einfach in die Grundschule zu schicken, kann schlicht auf eigene Wissenslücken hindeuten. Warum aber ein gehbindertes Mädchen am Sportunterricht teilnimmt, ist schon weniger einfach wegzuerklären. Und wieso hat sie eigentlich ein steifes Knie, aber eine Operationsnarbe an der Hüfte? Und, was den Protagonisten Mattia angeht: Wieso kommt seine ganze, von gravierenden Selbstverletzungen geprägte Jugend über niemand- weder Eltern, noch Lehrer, noch Ärzte- auf die Idee, ihn mal zu einem Therapeuten zu schicken?
Oder ist das vielleicht passiert, und wir erfahren es nur nicht? Zwischen den detailgetreu geschilderten Episoden lässt der Autor nämlich große Lücken. Nur selten bekommt man einen Hinweis darauf, was in der Zwischenzeit passiert ist, und diese spärlichen Informationen kommen irgendwie nicht gegen den Eindruck an, dass die Geschichte zwischendurch einfach still steht. Alices Mann, ein Arzt, bekommt zum Beispiel schon beim ersten Date einen mehr als deutlichen Hinweis auf ihre Magersucht, ist aber erst im nächsten Abschnitt (einige Jahre später) bereit darauf zu reagieren.
Abgesehen von den offenen Fragen ist es vor allem das Verhältnis zwischen den Hauptpersonen, das meine Begeisterung für das Buch etwas dämpft. Für sich genommen erscheinen Mattia und Alice als glaubwürdige Charaktere, einsam und abgeschieden von den anderen (und das übrigens von Anfang an). Was sie dagegen aneinander finden, erschließt sich nicht wirklich. Mattia hängt zwar seinen Gedanken zufolge an Alice, in ihrer Gegenwart erscheint er aber immer genervt und abwesend. Und sie hält die Beziehung trotz ständiger Ablehnung seinerseits aufrecht, kommt aber in zehn Jahren nicht auf die Idee, herauszufinden, was ihn zu seiner Selbstverstümmelung treibt? Mit anderen Worten: Was die beiden Protagonisten trennt, ist deutlich genug, was sie zusammenhält bleibt im Dunkeln- und erweist sich am Ende auch als nicht besonders stabil.

Mein Fazit: Ein Buch, das berührt und nachdenklich macht, in mancher Hinsicht aber noch nicht ganz überzeugen kann.
44 Kommentare| 88 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. April 2017
Nur ein paar Stunden lässt Mattia seine Zwillingsschwester alleine im Park zurück. Dem Siebenjährigen ist in diesem Moment noch nicht bewusst, wie sehr er seine Tat noch bereuen wird.
Als Alice das erste Mal alleine Ski fährt, ahnt keiner, dass ihr Leben sich von nun an um 180 Grad wendet. Und als die beiden sechs Jahre später aufeinandertreffen, weiß niemand, was sie tief im Inneren für immer verbindet.

Wovon erzählt Girodano?
"So langsam solltest du dich für einen Jungen entscheiden!", Viola bläst ihre Backen auf, sie wird langsam ungeduldig. Doch Alice weiß nicht, ob sie ihrer neuen Freundin über den Weg trauen kann. Noch vor ein paar Tagen wurde das junge Mädchen von Viola und ihrer Clique aufgrund ihrer körperlichen Behinderung gemobbt und jetzt will ihr diese einen Freund suchen? Und sowieso, kein Junge dieser Schule scheint bei ihr einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Bis ihr Mattia auffällt. Ein eher unscheinbarer Junge und doch zieht er sie sofort in seinen Bann. Als die beiden sich auf einer Party wiedersehen, lernen sie sich ein wenig näher kennen. Es entsteht eine Freundschaft, die mehr als zwei Jahrzehnte andauern wird.
Doch was alle anderen sehen, scheinen Mattia und Alice nie zu begreifen - sie lieben sich, selbst wenn da ein winziger, unüberbrückbarer Raum zwischen ihnen ist (der in all den Jahren wahrscheinlich immer größer wurde).
Werden sie jemals eine gemeinsame Zukunft miteinander verbringen? Wird Alice Mattias Tat verzeihen können?

Mein Leseeindruck
Die Einsamkeit der Primzahlen ist ein sehr tiefgründiges Jugendbuch. Deshalb würde ich es eher der Altersklasse 16 und aufwärts "empfehlen".
Bis ungefähr zur Hälfte wollte ich die Geschichte zu keiner Sekunde aus der Hand legen, doch irgendwann schien mir die Geduld für die beiden Hauptpersonen auszugehen. Ihre zwischenmenschliche Beziehung ist ein einziges Auf und Ab. Die Beiden lieben einander, das ist ihnen selbst klar, irgendwie. Doch sie scheinen keinen gemeinsamen Nenner zu finden. Man möchte Mattia und Alice am liebsten in einen kleinen Raum einsperren und ihnen raten, endlich zu ihren Gefühlen zu stehen - doch das geht leider nicht.
Die Verbindung zwischen den zwei Protagonisten ist von eher außergewöhnlicher Natur, doch immens stark. Aber dieses "nicht aus dem Knick kommen", verlangsamt die Handlung immens. Gerade deswegen verliert der Leser zwar Lust daran auf die nächste Seite zu blättern, die Geschichte weiterhin zu verfolgen, trotzdem möchte man ja erfahren, was aus dieser Jugendfreundschaft noch entstehen könnte oder ob am Ende jeder seinen eigenen Weg gehen wird (sehr klug gelöst vom Autor). Doch selbst am Ende bleiben viele Fragen zurück... Ehrlich gesagt hat mich das auch wenig enttäuscht, deswegen kann ich keine so richtige Weiterempfehlung aussprechen.
Das Buch selbst jedoch in einer wirklich schönen Sprache verfasst wurden. Es lässt sich flüssig lesen und bietet trotzdem genug Platz für geistigen Anspruch.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

Schwarz und Silber
9,99 €

Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken