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am 29. Januar 2014
Das Buch beinhaltet interessante Studien zur Hirnforschung, die zeigen, wie der Mensch in der Lage ist, mit vielfältigen Aufgaben und Informationen umzugehen. Das Für und Wieder aus den Studien wurde in anderen Rezensionen schon ausgiebig diskutiert, dem habe ich nichts mehr hinzuzufügen. Die geballte Kritik der 1-Sterne-Rezensionen kann ich nachempfinden, dennoch bietet das Buch viele Details, die m.E. mehr als den einen Stern wert sind.

Leider wird der Haupttitel "Payback" m.E. wenig behandelt. Ist dies als "Heimzahlung", eine der Übersetzungsmöglichkeiten, zu verstehen oder in Bezug auf das Bonussystem beim Einkaufen gemeint? Denn die Algorithmen in den Computernetzen sind von Menschen geschaffen und haben noch kein Eigenleben, auch wenn dies manchmal so scheint. Die Informationsnetze bieten nicht nur viele Informationen, sie haben auch Funktionen wie eben Einkaufsplattformen mit all ihren kommerziellen Auswüchsen.

Die ganze Breite der Informationstechnologien kann kaum in einem Buch behandelt werden. Dennoch bietet Payback von F. Schirrmmacher viele Anregungen und Aspekte, die die Lektüre des Buchs lohnen.
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am 9. Dezember 2014
Ich habe das Buch für eine Recherche gelesen und muss sagen: Anstrengend! Der Inhalt ist zusammenhangslos-assoziativ und ein roter Faden ist nicht erkennbar. Mich haben die bereits in anderen Rezensionen angesprochenen Übergeneralisierungen genervt, ständiges "Wir", obwohl ich mich in den meisten voN Schirrmachers wirren Aussagen nicht wiedergefunden habe.

Ich kann sehr wohl auf Internet verzichten, Emails rufe ich am Wochenende nie ab und auch ohne soziale Netzwerke vermisse ich nichts. Nur der Satz, dass wir alle Schwierigkeiten haben, ein Buch zu Ende zu lesen trifft zu - wenn es so geschrieben ist wie das hier!
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am 7. Dezember 2009
Man mag Schirrmacher mögen, oder auch nicht. Als Herausgeber der F.A.Z. trinkt er mit den Granden der Macht Rotwein und profitiert vom Gewicht seiner Zeitung, wenn es um die Promotion der eigenen Bücher geht - aber Payback ist, mal wieder, ein gelungenes, wichtiges Werk. Das eigene Denken, lässt uns Schirrmacher erkennen, verwässert im Online Zeitalter zur tumben Informationshascherei. Und lässt uns die Dinge nicht mehr wirklich analytisch erkennen, die uns umgeben. Sein Fazit: Wissen ist nur ein Klick von uns entfernt - doch die Wahrheit kann Welten davon entfernt sein.

Wer sich in den Weiten des WWW tummelt kommt daher an PAYBACK kaum vorbei. Wie sehr Schirrmacher mit seiner These richtig liegt verdeutlicht auch ein anderes Buch, das ich hier bereits erwarb: Schweinegrippe als Jahrtausend-Fake: Chronik einer geplanten Seuche. Payback im Alltag als Exempel: Über H1N1/A findet man in Windeseile online alles - aber erst das Verstehen der Zusammenhänge, wie in diesem Sachbuch dargestellt, vermittelt das richtige Bild. Wie gesagt: Man kann Schirrmacher mögen, oder auch nicht. PAYBACK sollte man aber gelesen haben!
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TOP 1000 REZENSENTam 1. Dezember 2009
Ich fand das Buch insgesamt recht interessant. Frank Schirrmacher glaubt, dass wir längst von Computern beherrscht werden. Da wir uns als Menschen gegenüber dem Tierreich vor allem über unsere überragenden kognitiven Fähigkeiten abzugrenzen versuchen, wäre eine solche Entwicklung in der Tat äußerst bedrohlich: Wir verlören die Kontrolle über das, worüber wir uns im Wesentlichen als Menschen identifizieren.

Ich persönlich erlebe Computer und Internet durchaus als Bereicherung. Ich möchte sogar behaupten, dass meine Allgemeinbildung durch das Internet sehr stark zugenommen hat. Allerdings bin ich selbst auch weniger einer anderen Belastung ausgesetzt, unter der sehr viele Menschen zunehmend leiden: dem Zwang zur permanenten Erreichbarkeit und der damit verbundenen pausenlosen Bombardierung mit mehr oder weniger irrelevanten Informationen und einer ständigen Unterbrechung des eigenen Denkens, die Schirrmacher als unvereinbar mit der Funktionsweise unseres Gehirns ansieht (Stichwort: Multitasking). Keine Frage: so etwas entfremdet. Und so etwas kann krank machen.

Als ebenfalls bedrohlich empfinde ich aber einige andere Dinge, die mir im Buch zu wenig zur Sprache kamen:

1. Bei vielen Menschen scheint mir - möglicherweise als Folge der ständigen Informationsüberflutung und des fehlenden realen Bezugs in den virtuellen Welten - die Fähigkeit verloren gegangen zu sein, beurteilen zu können, was ein Argument ist und was nicht. Entsprechend bemühen sie sich erst gar nicht mehr, einer Argumentation auf den Grund zu gehen. Für sie ist jede Äußerung nichts weiter als eine x-beliebige Meinung.

2. Da man auf diese Weise der Informationsflut jedoch nicht Herr werden kann, werden andere Entscheidungs- und Filterkriterien benötigt. Und dabei scheint das Urteil irgendwelcher Meinungsführer, die man für sich selbst als wichtig erachtet, immer mehr an Bedeutung zu gewinnen. Mit anderen Worten: Die Menschen werden trotz aller Individualisierung und eines verbesserten Zugangs zu Informationen letztlich immer unsicherer und autoritätsfixierter, ein meiner Meinung nach äußerst bedrohlicher Prozess, zumal die Menschen dann leicht manipuliert werden könnten. Schirrmacher spricht in diesem Zusammenhang vom digitalen Darwinismus. Beim realen Darwinismus geht es meist um den Zugriff auf knappe Ressourcen. In sozialen Gemeinschaften bilden sich dann oft Dominanzhierarchien aus, mit denen unterschiedliche Zugriffsrechte auf Ressourcen verbunden sind, sodass Einzelauseinandersetzungen weitestgehend vermieden werden können. In der digitalen Welt haben wir die umgekehrte Situation: Es gibt viel zu viele Informationsressourcen, sodass man sich ihrer geradezu erwehren muss. Doch auch in diesem Fall scheinen sich verstärkt Dominanzhierarchien aufzubauen. Man vertraut dann Informationskanälen und Meinungsführern, die als wichtig gelten, während allen anderen kaum Beachtung geschenkt wird, und das möglicherweise nicht nur auf einer individuellen Basis, sondern im Grunde gesellschaftsweit.

3. Ich empfinde eine zunehmende soziale Ungleichheit zwischen den Menschen, die Zugang zu den Informationsdistributionskanälen besitzen (wie z. B. Frank Schirrmacher auch), und solchen, die ihnen nur passiv ausgesetzt sind. Ich halte diese Ungleichheit mittlerweile für noch gravierender als beim Einkommen.

4. Und schließlich scheint die Entwicklung mit einem allgemeinen Verdummungsprozess einherzugehen: Wenn diejenigen, die der Informationsflut besonders gut gewachsen sind, anteilsmäßig nur sehr wenige Kinder bekommen, dürfte die Informationsgesellschaft zu einer Teilung der Gesellschaft führen: Einem kleinen Teil, der die Informationen bereitstellt, und einem anderen, der nur konsumiert oder mehr oder weniger davon ausgeschlossen ist.
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am 8. September 2014
Frank Schirrmacher ist ein gutes Buch gelungen, das die Tragweite der fundamentalen Veränderungen im Informationszeitalter aufzeigt. Er nimmt dabei schon fast eine philosophische Sichtweise über das Verhältnis Mensch/Maschine ein und regt den Leser zum grundsätzlichen Nachdenken über den Umgang mit Computern, Smartphones, Tablets und sonstigen vernetzten Geräten an. Neben dem jüngst intensiv diskutierten Thema der Datensicherheit und Privatsphäre im Internet geht das Buch weit darüber hinaus und beschäftigt sich mit Fragen der Konzentrationsfähigkeit, Gedächtnisleistung und Aufmerksamkeit sowie dem Umgang mit Unsicherheit im Informationszeitalter. Schirrmacher nimmt dabei keineswegs eine ablehnende Haltung zu modernen Technologien ein, sondern fordert zu einem bewussteren und kontrollierteren Umgang mit ihnen auf. Insgesamt ein kurzweiliges, lebenswertes Buch. Einen Stern Abzug von der Höchstnote gibt es von mir, da sich einige Themen und Gedanken zu oft wiederholen und das Buch damit unnötig in die Länge ziehen.
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am 23. Februar 2015
Schirrmacher widmet sich mit diesem Buch einem aktuellen und spannenden Thema, nämlich ob die über viele Kanäle einströmenden Informationen den Menschen mit der Zeit nicht eher überfordern als ihm Nutzen (in Form von Wissen, ...) zu bringen. Der Autor hat eine Reihe von Studien die die Auswirkung der Informationsflugung zeigen sollen analysiert und stellt diese kurz dar. Im wesentlichen kommen alle Studien zum gleichen Ergebnis. Multitasking, also das parallele Bearbeiten mehrere Informationskanäle überfordert den Menschen. Diese Erkenntnis ist aus dem Büroalltag heraus nachvollziehbar und hätte eigentlich nicht so ausführlich belegt werden müssen. Stattdessen verspricht der Buchtitel Lösungen um der Informationsflut zu entkommen und wichtiges von unwichtigem zu trennen. Hier bleibt der Autor sehr vage und liefert keine neuen Ideen oder Ansätze wie mit dem Problem umzugehen ist. Es wird über Veränderungen im Hirn gesprochen ohne diese wirklich zu belegen, wichtig wäre auch Begriffe wie „Information“, „Wissen“, „Nachricht“, usw. zu definieren, dies würde dem Buch den etwas nebulösen Charakter nehmen.
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am 22. Februar 2010
Eines muss man Schirrmacher lassen: Sein Gefühl dafür, in der Luft liegende Themen als erster massentauglich aufzugreifen und dadurch längst überfällige Debatten auszulösen, ist unschlagbar - ob Demographie, Familie oder jetzt die totale Digitalisierung des Alltags. Mit "Payback" hat der FAZ-Herausgeber einen Schwerpunkt gewählt, der uns alle angeht: Wer hat nicht das Gefühl, zu viel Zeit vorm Computer zu vertrödeln? Wer kennt nicht die Gewissensbisse, wenn man sich eine halbe Stunde ziemlich sinnlos in einem sozialen Netzwerk von Profil zu Profil geklickt hat? Und genießen wir nicht eigentlich viel eher die Computer-freie Zeit, ohne Klingeltöne, Ablenkung und künstliches Bildschirmlicht, können uns aber trotzdem nicht überwinden, die ganzen technischen Gadgets beiseite zu legen? Insbesondere der zweite Halbsatz des Untertitels von "Payback" klingt verheißungsvoll: Schirrmacher gelobt nicht weniger, als der vom PC in Versuchung geführten Sucht-Gemeinde den Weg zu weisen, wie sie "die Kontrolle über ihr Denken zurückgewinnt". Der Klappentext verspricht gar "bahnbrechende wissenschaftliche Erkenntnisse".

Und genau hier drückt der Schuh: Schirrmacher weckt hohe Erwartungen, doch sein knapp 250 Seiten schmales Werk kann die Versprechen nicht im Ansatz einlösen. Wer sich auf das sehr hohe Ross des Erlösers von allen technischen Qualen schwingt, darf nicht überrascht sein, dementsprechend tief zu fallen. Ist "Payback" denn nun ein Sachbuch? Dafür entpuppen sich die "bahnbrechenden wissenschaftlichen Erkenntnisse" als zu vorhersehbar. Was Schirrmacher an Studien auftischt, ist längst in das Allgemeingut eines durchschnittlich gebildeten Lesers übergegangen: Wir haben uns durch das Internet an kürzere Texte gewöhnt, dadurch nimmt die Geduld mit längeren Texten ab - Skandal! Wer sich mit ständig mit klingelnden Handys, blinkenden Internet-Tabs und piependen Haushaltsgeräten umgibt, büßt an Konzentration ein - sensationell! Und manchmal sind Technik-Benutzer sogar so beeinflussbar, dass sie Computer unbewusst vermenschlichen - unerhört! Das stellt ungeachtet der durchaus alamierenden Folgen nun wirklich nicht das abendländische Weltbild auf den Kopf - abgesehen davon, dass wir auch ganz ohne Computereinsatz tagtäglich in den schlichtesten Supermärkten dieser Welt Manipulationsversuchen ausgesetzt sind. Natürlich sind Studien, die solche Effekte belegen, hilfreich und sollten gar als Warnsignal verstanden werden. Jedoch hätte auch ohne "Payback" niemand den immensen Einfluss der Computer bestritten. Nein, für ein Sachbuch kratzt "Payback" zu sehr an der Oberfläche und ist - vielleicht noch entscheidender - viel zu einseitig.

Diese Einseitigkeit, welche die gegenteiligen Effekte des Internets elegant unterschlägt, ist kein Mangel an sich. Doch dann müsste man es wohl mit der Kategorie "Streitschrift" versuchen - und auch da kann Schirrmacher nicht punkten. Immerhin hat der Autor hier volle 250 Seiten lang Gelegenheit, seine Thesen unwidersprochen an den Mann zu bringen. Ein Luxus, den man im Fernsehen oder im Internet nur selten erfährt. Bei so viel Spielraum für eine einseitige Darstellung darf der Leser dann aber auch erwarten, eine überzeugende Argumentation zu Gesicht zu bekommen. Doch die Panik-Attacken angesichts der Schirrmacher'schen Apokalypse halten sich in Grenzen. Schirrmacher will die ultimative Bedrohung der vielen im Internet erhobenen Daten heraufbeschwören. Sicher wird einem mulmig, wenn man sich vorstellt, die Google-Daten fielen personalisiert einem skrupellosen Erpresser in die Hände. Aber das ganze Leben ist ein einziger Vertrauensbeweis gegenüber anderen - nicht erst seit der Erfindung des PCs. Heute muss man darauf vertrauen, dass private Fotos aus sozialen Netzwerken nicht in falsche Hände geraten. Früher war man darauf angewiesen, dass die neugierige Mitarbeiterin eines Fotostudios intime Bilder für sich behält und nicht nach eingehender Betrachtung ihrem Freundeskreis zugänglich macht. In beiden Varianten geschieht Unrecht und in beiden Fällen, heute wie damals, ist Vertrauen mit Risiko verbunden. Datenmissbrauch ist durch den Computer sicher einfacher geworden, aber man muss nicht so tun, als hätte es ihn vorher nicht gegeben oder er sei weniger schwerwiegend gewesen. Auch als flammende Streitschrift kann Schirrmacher mangels schlagkräftiger Argumente also nicht überzeugen - dabei hat der Autor sich eigentlich auf die richtige Seite geschlagen.

Bleibt die Kategorie "Ratgeber" - immerhin ist da ja noch dieses Versprechen, Schirmmacher wisse, wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen. An der Antwort darauf hat er sich im kürzeren zweiten Teil abgearbeitet, auf dem nach enttäuschendem Auftakt alle Hoffnungen ruhen. Doch über das triviale und nebulöse Statement, man müsse die Menschen in den Disziplinen fördern, in denen sie dem Computer überlegen seien (also eher kreative Tätigkeiten), kommt Schirrmacher nicht hinaus. Wie man das vom Autor griffig als Körperverletzung gegeißelte Multitasking vermeidet, darüber hat sich Schirrmacher leider keine Gedanken mehr gemacht. Stattdessen singt der Autor dasselbe technikfeindliche Klagelied wie im ersten Teil - und erweckt damit genau den Eindruck, den er unbedingt vermeiden will: Den des nörgelnden Opas, der nicht mehr so richtig mitkommt. Auch als gelungener Ratgeber kommt "Payback" damit leider nicht infrage.

Ein wohlwollendes Urteil über dieses Buch könnte lauten: Schirrmacher hat einen leicht verdaulichen Einstieg in eine hochbrisante Thematik mit einigen erhellenden Abschnitten geschrieben. Weniger wohlwollend ließe sich aber auch sagen: "Payback" ist nicht der versprochene Ratgeber für einen ausgewogenen Umgang mit Technik, sondern wärmt kalten Kaffee in Buchformat auf, der auch problemlos in einen kompakten Essay gepasst hätte. Schirrmacher bedauert den Niedergang der Konzentrationsfähigkeit, die für die Lektüre von Büchern erforderlich ist. "Payback" jedenfalls ist keine Werbung dafür, diese wieder verstärkt zu trainieren.
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Da Lebens- und Lesezeit beschränkt sind, darf man sich ruhig von der moralischen Pflicht befreien, ein Buch bis zum Ende durchlesen zu müssen. Daher bin ich übrigens auch der Meinung, es sei eine Dienstleistung fürs Amazonpublikum, wenn man nicht nur Fünfsternebewertungen vergibt, sondern auch schlechte Leseerfahrungen mitteilt. Und das ist bei diesem bereits 2009 erschienenen Buch, das sich aber seltsamerweise noch immer gut verkauft, der Fall. Dass es nicht der ultimative Renner ist, hätte ich eigentlich schon ahnen können. Denn ein früherer Leser hat es in die Regale gestellt, die unsere kreativen Verantwortlichen der Müllentsorgungsstelle in Eigenregie montierten, um Bücher weiterhin am Leben zu erhalten. Eine durchaus nachahmenswerte Idee, von der auch ich Gebrauch mache, wenn ich meine Bibliothek jeweils entschlacke. Von diesem Gratisverteiler nahm ich Schirrmachers Buch also zur "Ansicht" mit. Ich gestehe zudem, dass ich nicht jede Seite und jedes Wort begierig aufgesogen habe, sondern bei besonders schwachen Stellen mutig zum nächsten Textblock eilte.

Das Unternehmen "Payback" beginnt eigentlich gar nicht so schlecht. Doch schon bald zeigen sich die Schwächen, die offenbar auch andere Leser schlecht verkrafteten. Aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen lässt Frank Schirrmacher alle journalistische Sorgfalt fallen, obwohl er doch als Herausgeber der FAZ wissen sollte und dies wahrscheinlich auch predigt, wie wichtig ein differenzierter Zugang zu einem Thema ist. In Schirrmachers eingeengtem Blickfeld gehen die positiven und interessanten Aspekte der modernen Medienlandschaft fast völlig unter. Und seine Beweisführungen zur Stützung des Feindbildes sind manchmal so abstrus, dass ich mich mehr als einmal vergewisserte, welchen biografischen und beruflichen Hintergrund der Autor hat.

Mein Fazit: Zum Zeitpunkt, als ich diese Kürzest"rezension" verfasste, waren 36 Leser der Meinung, 5 oder 4 Sterne würden dieser Streitschrift von Frank Schirrmacher gerecht. Ich gehöre zu den 31 Lesern, die 1 oder 2 Sterne für genug halten. Nicht weil der Herausgeber der FAZ nichts zu sagen hätte, sondern weil er seine Ansichten so undifferenziert und teilweise ziemlich wirr vorträgt. Nach all dem, was er geschrieben hat, dürfte die FAZ nie auf dem iPad erscheinen.
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am 31. Dezember 2009
Ich habe diese Buch zu Weihnachten geschenkt bekommen und war nach dem ersten Kapitel begeistert. Denn ich gehöre -wie so viele- auch zu den Opfern, die sich täglich durch 80 Emails lesen und etwa 30 Emails schreiben müssen. Nach der ersten, vernünftigen Bilanz, die wahrscheinlich viele Leute teilen, verstrickt sich der Autor dann allerdings in ziemlich wüste Thesen und versucht auf eine recht künstliche Art und Weise sein Feindbild den "Computer" auszumachen.

Das Buch ist voll von Zitaten, die recht unsortiert aneinander gereiht sind, und die dann zu manchmal haarsträubenden Schlussfolgerungen benutzt werden, um ein Katastrophenszenario zu rechtfertigen. Die Katastrophe nach Schirrmacher sieht ungefähr so aus:

· Multitasking ist Körperverletzung
· Das Denken wird auf den Computer ausgelagert
· Aufmerksamkeitsverlust durch Reizüberflutung
· Und dann kommt: "Das Ende der Einsicht"

Ein Beispiel aus dem Zitatendschungel: "Erst waren es nur Taschenrechner, die uns das Kopfrechnen abnahmen...", (das fand der Autor noch nützlich) aber dann wird der Preisgekrönte Mathematiker Steven Strogartz zitiert: "Zwar können im Bereich der angewandten Mathematik die Mathematiker bei besonderen Beweisführungen noch feststellen, ob die Ergebnisse stimmen oder nicht, aber sie können nicht mehr verstehen, warum das so ist." Und dann: Die Mathematik wird zu einem reinen Zuschauersport selbst der klügste Mathematiker kann nur noch beobachten, was der Computer berechnet, und sich seinen Resultaten anschließen" Vier Seiten weiter (und nach vielen neuen Zitaten) kommt Schirrmacher dann zu seinen Fazit: "In der nächsten Generation des Internets wird, ...was wir wollen und welche Ergebnisse aus welchen Gedanken folgen, an die Maschine delegiert werden und dann geschieht was Strogatz bereits in der Mathematik beobachtet: Denken wird zum Zuschauersport". Das ist Abracadantesque !!!!

Aber warum schreibt ein anerkannter und intelligenter Autor so etwas zusammen? Nach meiner Meinung könnte es dafür zwei Gründe geben:

1. Frank Schirrmacher ist als Herausgeber der FAZ eines der Opfer des Internets. Die heutige Medienlandschaft ist in einem enormen Umbruch und in diesem Prozess sind die großen und renommierten Tageszeitungen, wie die FAZ, SZ, die Welt, etc., vom Untergang bedroht. Und Frank Schirrmacher hat das verstanden und er weiß auch warum: Die Leser werden durch Informationsüberfluss und Unwichtiges vom kaufen der FAZ abgehalten. Dass Schirrmacher, das für ungerecht hält ist verständlich, aber er sollte nicht seine persönlichen Ängste als Zeitungsmacher auf den Rest der Welt übertragen.
2. Das Buch touchiert in der Tat reelle Probleme unserer Gesellschaft (Informationsüberfluss, unzureichende Hierarchisierung von Information, Ablenkung unserer Aufmerksamkeit durch Unwichtiges, etc. ) Aber, der Computer bleibt ein Werkzeug. Der Informationsinhalt und die Verknüpfungen werden vom Menschen gemacht und erdacht. Die Vervielfachung und die Vernetzung macht der Computer, und der macht es möglich, dass jede Information mit jeder anderen in Konkurrenz steht. Was wir wahrnehmen können ist begrenzt, und logischerweise verführt uns das Internet mit attraktiven Aufmerksamkeitsfallen bestimmte Information zu absorbieren. Die Verpackung ist wichtiger als der Inhalt' Das ist ein altbekanntes Problem, auf dem neuen Medium Internet (nicht Computer). So einfach ist das, und Frank Schirrmacher weiss es. Er macht nur genau das Gleiche mit uns: Er versucht Aufmerksamkeit zu kreieren '
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HALL OF FAMEam 22. Januar 2010
FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher präsentiert eine Bestandsaufnahme der allgegenwärtigen Vernetzung im Computerzeitalter. Er lädt den Leser ein, an seinen persönlichen Erfahrungen, zahlreichen recherchierten Fakten sowie wissenschaftlichen Studienergebnissen teilzuhaben. Dass er die sich rasant weiterentwickelnden Computertechnologien nicht grundsätzlich abgeschafft wissen möchte, betont Schirrmacher ausdrücklich - dennoch könnte man an einigen Stellen diesen Eindruck gewinnen. Er warnt eindringlich, wortgewaltig und sich gelegentlich wiederholend vor den Gefahren der Computerisierung: Durch die Anpassung an die Computerwelt verändere sich die Persönlichkeit des Menschen - nicht zu seinem Vorteil. Gegen Ende seines Werks ruft der Autor den Leser auf, die Entscheidungsfreiheit nicht aus der Hand zu geben und sich dem Geist der Maschine nicht zu unterwerfen. getAbstract empfiehlt das Buch allen Menschen, die bereit sind, den allzu selbstverständlich gewordenen Umgang mit Computer und Internet kritisch zu hinterfragen.
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