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am 25. August 2010
Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
dachte ich immer wieder als ich über Ulrichs 100 jähriges Leben las. Rana Disgupta zeichnet über diesen langen Zeitraum ein Leben der verpassten Möglichkeiten. Ulrich, sein Protagonist, ist kein Macher in dem Sinne.
100 Jährig, arm und auf die Hilfe der Nachbarn angewiesen erinnert er sich nicht nur wie es war, sondern entwirft auch Modelle wie es gewesen sein könnte. Die grossbürgerliche Kindheit, die Umstürze und Kriege, alles Geschehen um ihn herum scheint er nicht zu leben, sondern zu erleben. Er ist eigentlich ein Zuschauer.
Der Autor zeichnet ein bittersüßes Bild eines Mannes der mit nie dazu kommt das zu tun was er eigentlich möchte. Sei es das Chemiestudium zu beenden, sei es sich der Musik zu widmen. Was er liebt, auch die Frau, wird ihm genommen, und er lässt geschehen.
Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen, muss aber gestehen das es seine Längen hat, daher nur 4 Sterne. Doch es hat mich auch neugierig auf den Autor und seine weiteren Werke gemacht.
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Hätte es Rana Dasgupta nur beim ersten Kapitel des Buches "Erster Satz - Leben" belassen, wäre es ein wirklich sehr schönes Buch geworden.

Aber durch die weiteren Teile/Kapitel muß man leider Punktabzug geben, weil sie nicht mehr dazu passen.

Das erste Kapitel ist eine abgeschlossene, sehr gefühlvoll erzählte Geschichte, die es verdient hätte, als alleiniges Buch zu erscheinen.

Für die Dauer des ersten Kapitels bin ich auch von der Erzählkunst des Autors wirklich begeistert, allerdings driftet danach alles ab und die Magie ist weg.

Trotzdem würde ich nochmal ein Buch von Herr Dasgupta lesen, denn vielleicht hat er aus den Fehlern seines ersten Romanes gelernt.
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am 9. Oktober 2010
Der Roman besticht durch erlesene Sprache und lebendige Bilder.
Ein fast hundertjähriger Mann erinnert sich an sein Leben, das er in Sofia und in Berlin des zwanzigsten Jahrhunderts verbrachte. Die Turbulenzen des letzten Jahrhunderts werden in seiner Erinnerung lebendig. Man trifft auf interessante Charaktere, die mit wenigen Strichen und doch sehr überzeugend gezeichnet sind. Man erlebt mit, wie sie sich mit wechselhafter politischer Lage arrangieren. Das Gefühl für die unwahrscheinliche Länge und Kürze des menschlichen Lebens ist wunderbar wiedergegeben. Man muss sich immer wieder die Frage stellen, ob das Spiel des Lebens noch Sinn hat und wohin es führt. Gibt es etwas, was einem Mut gibt, wenn man alt ist, arm, einsam und erblindet?
Ja, es gibt noch Träume. Mit der Beschreibung des Traumlebens seiner Figur bietet der Autor eine wunderbare psychologische Studie. Er macht Mut und schafft Hoffnung dort, wo scheinbar keine mehr möglich sind.
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VINE-PRODUKTTESTERam 23. August 2010
Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich das jetzt einfach mal zugebe: Ich habe dieses Buch nicht zu Ende gelesen und werde es nicht zu Ende lesen. Ich würde es auch nicht tun, wenn ich es gekauft hätte. Nach 86 Seiten - und das ist ein Viertel des Buches habe ich einfach keinen Grund mehr, meine Zeit weiter zu verschwenden. Ein hundertjähriger, blinder (typisch für die Figur) erinnert sich - und alles was dabei herauskommt sind Banalitäten. Die große Liebe zur Musik endet in der Passivität, die große Liebe zur Chemie endet in der Passivität. Ulrich, so der Name des sich erinnernden, ist 86 Seiten lang ein Muster von langweiliger, banaler Passivität. Er gibt die Musik für den Vater auf und die Chemie für die Mutter, denkt nicht nach, bleibt blass, nichts. Kaum Emotionen (ausser in einigen Szenen aus Ulrichs Kindheit), keine Entwicklung, keine Spannung, einfach nur ein langweiliges Opfer. Eine flache Sprache, eine Story die hundertmal erzählt worden ist (das zerstörerische Jahrhundert, die Umbruchzeiten, die Grausamkeiten, die latente Bedrohung im Berlin der 20er), alles schon mal erzählt, vielfach und vielfach besser. 86 Seiten waren genug.
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Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Ein uralter, erblindeter Mann kommt kurz vor seinem Lebensende ins Erzählen. Er hält Rückschau und reißt den Leser mit in den Strudel gelebten Lebens, auch wenn es ein fiktives ist. Durch eine Laune und Vorliebe seines Vaters trägt der Bulgare einen typischen deutschen Namen: Ulrich. Und tatsächlich verschlägt es ihn in jungen Jahren auch einmal eine Zeit lang zum Studium nach Berlin. Ansonsten bleibt er seiner Heimatstadt Sofia eng verbunden. Mit seinen Eltern kommt er anfangs weit herum, sogar bis nach Bagdad, führt aufgrund des Berufes seines Vaters ein priveligiertes, fast abenteuerliches Leben. Doch sein Vater muss in den 1. Weltkrieg ziehen und kommt als gebrochener Mann zurück. Damit beginnt auch der gesellschaftliche und finanzielle Abstieg der Familie.
Ulrich interessiert sich für die Welt der Chemie. Seine eigentlich Leidenschaft wäre jedoch die Musik, wäre, wenn nicht sein Vater diesbezüglich und entgültig einen Strich durch diese Rechnung gemacht hätte. Er möchte, dass aus seinem Sohn "etwas wird" und schafft gerade damit die Grundlage, dass Ulrich in seinem Leben tendenziell unzufrieden bleiben wird und ein Schatten ihn verfolgt. Seine Ehe scheitert, seine Frau entschwindet mit seinem einzigen Sohn nach Amerika. Im Kommunismus gleicht er sich fast gänzlich an. Als seine Mutter jedoch ins Lager kommt, lehnt er sich gegen das System auf. Doch auch der Kommunismus findet ein Ende. Ulrich ist unterdessen schon ein alter Mann. Seine Tagträume nehmen zu. Im Alltag hat er nicht viel zu lachen. Seine privaten Fiktionen bringen ihn durch den Tag und sind zunehmend Ersatz für nicht gelebte Wünsche und Sehnsüchte.....

Soweit zum ersten Teil des Buches, welchen ich mit großem Genuss verschlungen habe. Dann ein Bruch und der zweite Teil des Buches beginnt, der mit dem Titel: "Tagträume" überschrieben ist.
Hier stocherte ich eine ganz Weile im Dunkeln. Es beginnt nun eine Art Parallelwelt. Die Geschichte beginnt mit Petar, der in einer kleinen Industriestadt in Bulgarien aufwächst und dessen Sohn Boris, der eine Große Liebe zur Geige entwickelt und als alle gehen, mit seiner Großmutter als einziger zurückbleibt, bis er eines Tages von einem Agenten entdeckt und mit nach Amerika genommen wird. Und von Chatuna und ihrem Bruder Irakli, die in Tiflis groß werden. Chatuna und Irakli müssen letztendlich nach Amerika fliehen. Dort überkreuzen sich die Wege mit Boris, der unterdessen eine sagenhafte Karriere begonnen hat. Doch richtig glücklich scheinen alle nicht im 'gelobten Land' zu sein. Als Ulrich dann im Geschichtsverlauf auftaucht, sehend ist und auch alte Bekannte wieder trifft, wird man sich der doppelten Fiktionalität dieses zweiten Teiles bewusst.

Für den ersten Teil des Buches gehe ich die volle Sternenzahl. Diesem gelang es, mich umfassend einzuwickeln. Mit dem zweiten Teil konnte ich selber nicht so zufrieden werden, weshalb es dafür nur 3 Sterne gibt. Insgesamt fließt der Roman in einer überaus gefälligen Sprache dahin. Eigentlich bin ich kein Fan von dermaßen Wälzern. Doch diesen konnte ich für meine Verhältnisse recht zügig durchlesen.
Nett die Idee des ersten Teils die Kapitel mit Namen chemischer Elemente zu überschreiben. Im zweiten Teil sind es Meeressäuger (?).

Der britisch-indische Autor Rana Dasgupta ist in Canterbury geboren, in Cambridge aufgewachsen, lebt aber unterdessen in Delhi. Beim vorliegenden Buch handelt es sich um seinen ersten Roman nach Veröffentlichung eines Erzählbandes im Jahre 2005.
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Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Der Leser wird in das Leben eines Chemikers entführt, der Anfang des 20. Jahrhunderts geboren wird. Die Kindheit wird miterlebt, all die Möglichkeiten, die in diesem jungen Leben verborgen liegen. Neben seiner Liebe für chemische Zusammenhänge entdeckt der Protagonist Ulrich die Hingabe für die Musik. Er studiert in Berlin, doch die Wege, die er geht, enden in einer Sackgasse.

Zum Ende seines Lebens kann Ulrich auf nur wenige Erfolge zurückblicken, einsam ist er und auch seine chemischen Versuche enden in einem Desaster. Die einzige Person, die ihn auf einem Großteil seines Lebensweges begleitet hat, seine Mutter, ist längst gegangen und so lebt er allein. Verschroben und wunderlich.

Ungefähr ab der Hälfte des Buches beginnt der zweite Teil der Geschichte. Zunächst konnte ich mit dem neuen Erzählstrang nicht viel anfangen. Ein anderes Leben wird beschrieben, für mich las es sich zwar flüssiger, doch bis auf dasselbe Ursprungsland konnte ich keinen rechten Zusammenhang mit dem ersten Teil des Buches erkennen. Erst dem Klappentext entnahm ich, dass es sich um ein zweites, erdachtes Leben des gescheiterten Mannes handelt, das von einem Kind erzählt, das er niemals hatte, dem natürlichen Erzählfluss konnte ich diese Information jedoch nicht entnehmen.

Insgesamt zeichnet sich der Roman durch einen sehr schönen Erzählstil aus, spannende Beschreibungen ergreifen den Leser, auch wenn die Geschichte gerade nicht so durchsichtig ist.
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am 29. August 2010
Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Die Hauptperson des Buches ist Ulrich, ein fast hundert Jahre alter Bulgare. Blind, arm und allein lebt er in einer trostlosen Umgebung in Sofia.
Im ersten Teil des Buches blickt Ulrich zurück auf sein Leben. Musikalisch begabt ist der Junge, doch sein Vater hält nichts davon, zurstört seine Geige. Später wird die Chemie zu seiner Leidenschaft. Doch wie alles in seinem Leben, auch die Liebe, hemmt etwas den Mann, es "richtig" zu leben. So ziehen auch politische und gesellschaftliche Entwicklungen an ihm vorbei. Er bleibt emotional fast unberührt von all den Ereignissen, so tiefgreifend und schrecklich sie auch sein mögen. Erst ganz zum Schluß, vermutlich am Ende seines Lebens angelangt, gelingt ihm die Flucht. Wenn auch nur geistig, indem er sich andere Leben in einem anderen Land, den USA, erträumt.Diese Flucht erscheint stark, lebendig und dem körperlichen Leben gleichwertig.

So unbeteiligt die Hauptperson ihrem eigenen Leben gegenübersteht, es quasi passieren lässt, ist auch die Stimme des Erzählers. Mit unverschnörkelten Worten und einer lakonischen, ruhigen Erzählweise beschreibt er den Gedankenfluss seiner Person. Im zweiten Teil, der ohne jede Erklärung mitten ins Leben der anderen Protagonisten springt, wird auch die Sprache kräftiger, bunter. Die Figuren schillernder, leidenschaftlicher.

Die am Schluß des Buches von Ulrich geäußerte These, jede wirklich große Begabung lebe nur von anderen, ungelebten oder nicht vorhandenen Begabungen, ist die philosophische Klammer der Geschichte. Vielleicht ein Hinweis darauf, dass jedes Genie auch von denen lebt, die nicht so begnadet sind? Oder eine Beruhigung für Ulrich selbst, dass auch sein Leben nicht verschwendet war.

Ein durchaus ungewöhnliches und auch lesenswertes Buch, das aber streckenweise aber nicht wirklich fesselt. Als Leserin hätte ich mir an manchen Stellen mehr Tiefe statt einiger ziemlich überflüssiger Szenen gewünscht. Auch verwirrt der ziemlich abrupte Standortwechsel anfangs. Der Autor verspricht aber Potenzial.
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Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Dieses Buch zu bewerten ist eine etwas schwierige Aufgabe. Es ist der erste lange Roman des Autors, und das merkt man auch.
Dasgupta hat sich der schwierigen Aufgabe verschrieben, die Geschichte Bulgariens im 20.Jahrhundert in ein Buch zu quetschen. Dazu bedient er sich der Figur des Ulrich, der im besagten 20. Jahrhundert in Bulgarien aufwächst.
Ausserdem bringt er noch Geschichten über Einstein und die 20-iger Jahre in Berlin, eine kleine bulgarische Musikkunde, Ausflüge in die Chemie und im zweiten Teil einen kleinen Krimi. Der erste Teil erzählt vom Leben Ulrichs, seiner traurigen Beziehung zu seinen Eltern und Dasgupta erzählt dermassen tragisch, daß man sich nach dem Lesen jeder Seite erhängen möchte.
Hier hat er meiner Meinung nach stark bei Rohinton Mistry oder auch Arundhati Roy geklaut, ihm fehlt aber deren erzählerische Eleganz. Nur die kleinen Geschichten, immer wieder eingeflochten in den Erzählstrang, über tatsächliche Ereignisse, sei es der Eisenbahnbau in der Türkei, Krieg und Zerstörung, das Aufkeimen des Kommunismus,etc. machen den ersten Teil interessant und auch lesenswert. Der zweite Teil des Buches ist eine Art Krimi und Freundschaftsgeschichte mit mehreren Personen. Die Figur Ulrich taucht hier nur insofern auf, daß sich dieser Ulrich vorstellt, was passiert wäre, hätte er einen Sohn gehabt. Hier zeigt sich ein großes erzählerisches Talent des Autors, den zweiten Teil zu lesen hat viel Spaß gemacht und da konnte ich das Buch wirklich nicht mehr aus der Hand legen. Hier blickt Dasgupta auch über Bulgarien hinaus auf die Staaten des ehemaligen Ostblocks bis nach Georgien, und auf der anderen Seite im Vergleich das Leben in New York.
Der zweite Teil spielt in der heutigen Zeit und hier steht Dasgupta auf festem Grund, kann Bilder und Szenen, Gespräche und alptraumhafte Szenen viel lebendiger scheinen lassen.
Wäre das ganze Buch so geschrieben, würde ich liebend gerne 5 Sterne geben. Aufgrund des hölzernen ersten Teils werde es hier drei Sterne.
Trotzdem ist das Buch lesenswert, allerdings ist es keine leichte Lektüre, der Leser ist hier gefordert. Wer sich darauf einläßt, wird von diesem Buch sicher nicht enttäuscht werden.
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Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Der Debut-Roman von Rana Dasgupta, der einzelnen Leser durch seinen Erzählband Die geschenkte Nacht aufgefallen sein könnte, beginnt mit folgendem Satz: "Der Mann ist plötzlich aufgewacht, in der Totzone der Nacht."
Und genau so fühlt sich der Leser beim Hindurchfliegen durch diesen exellenten Roman. Uns wird eine Welt präsentiert, die vom Scheitern erzählt, von Menschen, die sich in besagter Totzone befinden und daran verzweifeln, und aus der wir uns einfach nicht loseisen können.

Der Roman "Solo" ist in zwei Erzählabschnite gegliedert: Der erste Abschnitt mit dem Titel "Erster Satz 'Leben'" schildert in beinhahe epischer (aber dennoch spannender) Breite das Leben des 100-jährigen Mannes Ulrich. Er ist in Bulgarien groß geworden und ist, bis auf ein paar Jahre in Berlin, in denen er erfolglos Chemie studieren wollte, nie aus Bulgarien heraus gekommen.
Dieser erste Teil besticht hauptsächlich durch die tolle Verknüpfung der geschichtlichen Hintergründe Bulgariens mit Ulrichs Leben. Aus der dritten Person wird von Ulrichs Kindheit mit seinem Freund Boris, von mehreren Liebschaften und seiner Leidenschaft für die Chemie erzählt. Die besagte Chemie spielt soundso eine wichtige Rolle in dem ersten 230 seitenumfassenden Abschnitt, was sich in erster Linie dadurch kennzeichnet, dass die einzelnen Unterkapitel mit chemischen Stoffen tituliert sind, die in dem jeweiligen Lebensabschnitt eine wichtige Rolle gespielt haben. Das Interesse für die Chemie und der obsessive Wunsch irgendetwas zu entdecken, um beruflichen Erfolg zu erlangen, gipfelt dahin, dass er seine Mutter an ihrem 90. Geburtstag zu einem Ausflug zu einem Atomkraftwerk einlädt, um mit ihr dort zu picknicken und ihr die Funktionsweise eines AKWs zu erläutern.

Sein gesamtes, "echtes" Leben ist so sehr vom Scheitern geprägt, dass er sich im zweiten Abschnitt des Buches, der den Titel "Zweiter Satz 'Tagträume'" trägt, in eine entsprechende Traumwelt flüchtet.
Der geneigte Leser muss sich an dieser Stelle von den bekannten Charakteren verabschieden und lernt z.B. Plastic Munari, einen Manager bei Universal oder Boris, den begabten Violinisten aus einem verlassenen Dorf Bulgariens, kennen. Ulrich selbst tritt auch des Öfteren auf, seine Präsenz ist aber im Vergleich zum ersten Abschnitt deutlich geringer.
Die gesamte Handlung und die agierenden Personen wirken auf den ersten Blick surreal. Dadurch, dass wir als Leser wissen, dass es sich um Tagträume Ulrichs handelt, bietet der zweite Teil großartige Möglichkeiten der Interpretation und der Auslegung des Geschehens. Rana Dasgupta haucht den handelnden Figuren so gekonnt Emotionen und Persönlichtkeit ein, dass der Leser sofort Sympathie und Antipathie empfindet. Auch der "Tagträume"-Abschnitt ist wie der erste Teil vom Scheitern der Menschen geprägt.

Der sprachliche Stil des Autoren hat mir ebenfalls sehr gefallen. Stellenweise in einer sehr poetischen und philosophierenden Sprache erzählend, wechselt er u.a. in einen harten und kalten Duktus: Er schreibt so wie das Leben mit uns spielt.

Liebe Leserinnen und Leser, geben Sie diesem neuen, indischen Autoren eine Chance und lassen Sie sich von der "realen" und fiktiven Lebensgeschichte eines Mannes erzählen und verzaubern. Ich habe das Buch innerhalb eines Tages durchgelesen, bin hellauf begeistert und froh mich für diesen wunderbaren Roman entschieden zu haben.
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am 22. Februar 2011
Mit großer Begeisterung habe ich Rana Dasguptas Romandebüt "Solo" gelesen.
Mit nüchternen Worten wird über das gescheiterte Leben der fast 100jährigen Figur "Ulrich" gesprochen. Dasguptas Schreibstil ist klar, nicht dramatisierend und trotzdem hat es mich in seinen Bann gezogen. Vor meinen inneren Augen öffnete sich ein klares Bild dessen, was auch der blinde Ulrich in seinem inneren sehen würde.
Klar, präzise und nicht unnötig dramatisierend (anders als bei vielen anderen Büchern, die dem Leser keinen Platz für eingene Interpretationen lassen) kommt der erste Teil dieses Buches daher.
Über den zweiten Teil möchte ich nicht viele Worte verlieren - der Leser soll selbst herausfinden, worauf der Autor hinaus möchte.

Sehr treffend beschreiben folgende Worte dieses Buch:
"Ein absolut unvergesslicher Roman, eine vielstimmige Sinfonie über die menschliche Natur" (The Guardian)

Rana Dasgupta wurde für sein Romandevüt mit dem Commonwealth Writers' Prize ausgezeichnet.
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