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am 25. September 2010
Jörg Niessen beschreibt in fast surrealitischer Art und Weise die Highlights im Leben eines Rettungsassistenten in einer deutschen Grossstadt. Wer hier etwas schmuddelhaftes oder übertriebenes vermutet, dem kann ich nach fast 30 jähriger ärztlicher Tätigkeit und 8 Jahren Notarzttätigkeit (in der ländlichen Region) sagen: Das ist die Realität ! Endlich einmal hat hier ein "Frontsoldat" sein Tagebuch veröffentlicht. Jeder von uns weiss, dass die Etappenhasen in zweiter und dritter Linie natürlich alles anders sehen und ... vor allem: alles besser wissen. Wieso um Gottes Willen macht Herr Niessen sich über das Schicksal seiner Kunden lustig ? Ich kann das im ganzen Buch nicht finden !! Herr Niessen, weiter so ! Ich freue mich schon auf einen Fortsetzungsband.
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am 10. Januar 2011
Ich arbeite seit geraumer Zeit im Rettungsdienst als Rettungsassistent und konnte in diesem Buch vieles aus meinem Berufsalltag wieder finden.

Der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund und schildert Dinge im Wortlaut so wie sie tatsächlich unter Kollegen nach den Einsätzen besprochen werden. Für den Aussenstehenden mag das Sarkasmus, Herzlosigkeit, schwarzer Humor, Geschmacklosigkeit etc......... sein aber oftmals hilft es ungemein über solche skurrilen Erlebnisse zu lachen. Wenn man bei jedem dramatischen bzw. auch skurrilen Einsatz in Mitleid und Mitgefühl ergehen würde dann wäre man nach 6 Monaten im Beruf sicher in der geschlossenen Abteilung der örtlichen Psychiatrie.

Das Buch ist sehr zu empfehlen für Angehörige von Rettungsdienstmitarbeitern. Es hilft vielleicht den Beruf des Partners ein wenig besser zu verstehen.

Weiter so.
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am 19. Dezember 2011
Das Buch schildert die Erlebnisse eines Rettungsassistenten der Feuerwehr im Ruhrgebiet. Je einem Einsatz ist ein Kapitel mit einer prägnagnanten Überschrift gewidmet. Somit stellt das Buch eine Sammlung verschiedener, nur lose zusammenhängender Episoden dar, die punktuelle aber authentische Einblicke in die Arbeit des Rettungsdienstes gewähren, was sowohl für rettungsdienstbegeisterte Laien als auch für Leute, die selbst im Rettungsdienst aktiv sind, eine kurzweilige Lektüre ergeben kann.
Als Vorbemerkung sei gesagt, dass man sich für den Rettungsdienst interessieren muss, da man sonst möglicherweise das Buch bereits nach wenigen Kapiteln langweilig findet. Man sollte sich auch an den zum Teil lakonisch-flapsigen Jargon gewöhnen, mit dem zum Teil verstörende Ereignisse dargestellt werden. Wer also der Meinung ist, Notfälle sollten nur mit ernstem Tonfall und höchstmöglicher Sachlichkeit dargestellt werden, der wird sicher über dieses Buch schimpfen. Aber das ist wohl auch nicht der Sinn dieses Buches. Gerade die lakonische Selbstverständlichkeit, mit der über teilweise haarsträubende Verhaltensweisen von Notfallpatienten geschrieben wird, zeigt, wie man einen Weg finden kann, einen Beruf mit deraritgen Höhen und Tiefen auzuüben und dennoch mit hochtraumatisierenden Erlebnissen umzugehen. Sicherlich ist dabei nicht alles hundertprozentig beim Wort zu nehmen, immerhin handelt es sich um Unterhaltungsliteratur und nicht um ein Lehrwerk zum Rettungsdienst.
Etwas störend sind lediglich die manchmal etwas arg ausschweifenden Hintergrunderzählungen zu einzelnen Personen, die teilweise keine wirkliche Relevanz mehr mit dem geschilderten Einsatz haben. Aber auch das ist eher eine Frage des persönlichen Geschmacks.
Insgesamt also für Rettungsdienstbegeisterte durchaus zu empfehlen.
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am 3. November 2010
... zunächst einmal vorweg, auch ich arbeite in diesem Bereich (ärztliche Tätigkeit). Aber das ist bei dem Buch nicht maßgeblich.
1. Ich glaube, einige der Negativkritiken haben leider das Vorwort übersprungen. Hier wird eindeutig erklärt, wie die Geschichtenauswahl zustande kommt und erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. 0,2 % der Fälle??? Und übrigens kann man getrost glauben wie mein Kollege schon sagte, dass diese Fälle eigentlich unserem täglichen Alltag entsprechen. Genau mit diesen kleinen "Bagatellen", die Herr Nießen beschreibt verbringen wir unseren Alltag und vor allem das Schreiben der Einsatzberichte hinterher und die Beantwortung von Beschwerden...
2. Ich finde auch nicht, dass der Kollege zu wenig Mitgefühl hat, im Gegenteil... Mit noch mehr Gefühl kann man den Job nicht machen, dann landet man bald auf der Geschlossenen.
3. Übrigens, um die Message noch einmal klar herauszustellen, das ist nämlich in genau in meinem Sinn und das ist eigentlich das, was jeder Leser mitnehmen und sich selbst und seinen Bekannten- und Verwandtenkreis reflektieren sollte. Ich selbst bin in einem der flächenmäßig größten, aber am dünnsten besiedelsten Rettungsdienstbezirk tätig. Und glauben Sie mir, wenn Sie im KV- Dienst zum Beispiel 30 km von der nächsten Intensiv mit einem akut lebensbedrohendem Patienten auf den RTW warten, auch wenn alle Sofortmaßnahmen eingeleitet sind, und der dann nach 30- 40 min endlich kommt (einem selbst kommt das wie eine Stunde vor bei aller Erfahrung), weil er mit einem Strecksehnenabriss des Mittelfingers zum nächsten Krankenhaus unterwegs war, dann werden Sie schon sauer. Und bitte glauben Sie mir, dass ist KEINE Seltenheit. Die landläufige Meinung ist, ich hab ja in die Kasse einbezahlt, da muss was rausspringen.
Es muss einem wirklich klarwerden, dass, wenn ich den RTW rufe und einer am anderen Ende vom Landkreis kriegt einen Infarkt, dass der unter Umständen sterben kann. Und will man das im Ernstfall für sich oder seine Familie????
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am 30. Juni 2015
Ich war enttäuscht von dem Buch. Ich lese zur Zeit ganz gerne mal solche "Berufs-Geschichten", aber die hier hätte ich mir sparen können. Ich hoffe, das ich nie auf so einen Rettungssanitäter treffen werde, wenn es mir mal wirklich schlecht geht. Mir fehlen eine gewisse Portion Mitgefühl und vor allem Einfühlungsvermögen. Hier machen sich die Rettungssanitäter gerne mal über die Patienten lustig, auch so, dass die Patienten das mitbekommen. Beispiel: Der Autor lästert darüber, dass bei einer betagten Dame das Anlegen des EKGs dadurch erschwert wird, dass ihre Brüste der Schwerkraft nachgegeben haben. Zu oft fallen Kraftausdrücke... Geschichten aus dem Rettungssanitäter-Alltag hätte man auch charmanter erzählen können.
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am 3. August 2012
Dieses Buch spaltet die Menschheit - so scheint es mir, lese ich die voran gegangenen Rezensionen.

Ich hatte dieses Buch ursprünglich als Geschenk für meinen Vater gedacht, da dieser auch im Rettungsdienst tätig ist. Leider hatte er es sich aber schon selbst angeeignet - also ist es in meinem Besitz geblieben - wie ich jetzt sagen muss: zum Glück!

Ausschlaggebend dafür, gerade dieses Buch zu kaufen, war die Leseprobe 'Ulla ruft an'. Diese Geschichte ist auch die beste im gesamten Buch. Ich habe sie am Arbeitsplatz gelesen und konnte mich vor Lachen kaum auf meinem Stuhl halten.

Natürlich ist der Schreibstil nicht perfekt. Das wollte der Autor meiner Meinung nach auch nicht erreichen und es ist ihm auch nicht abzuverlangen. Es geht hier lediglich um den Inhalt. Einige Geschichten sind auf Deutsch gesagt krass. Aber wenn der Autor nur den jeweiligen Tag herunter spulen würde, wäre es auch nicht interessant zu lesen. Mit Freuden denke ich dabei an meinen Vater. Auch er könnte mehrere Bücher füllen: natürlich nicht nur mit seinen eigenen Erlebnissen - sondern zu einem großen Teil auch damit, was die Kollegen tagein tagaus erlebt haben. Auch mir berichtet er oft über besondere Erlebnisse. Und klingt dabei genau wie der Autor. Was der Rettungsdienst an manchen Tagen im wahrsten Sinne des Wortes zu ertragen hat - das verkraftet man oftmals nur, wenn man es mit Humor und Sarkasmus nimmt - und sich eben auch einmal über manchen Patienten in unflätiger Weise auslässt. Es werden im Buch schließlich keine realen Namen genannt. Im OP geht es auch nicht anders zu - ist der Patient erstmal in Narkose versetzt. Auch Notärtze machen viel mit - erscheinen oft aber auch erst, wenn die größte Sauerei weg ist - oder vielleicht der Regen schon nachgelassen hat...

Ich finde das buch großartig und freue mich schon sehr auf die Fortsetzung - wie auch mein Vater und außnahmslos alle seiner Kollegen. Vielleicht werde ich sie die Tage dazu anhalten, gemeinsam doch auch mal so ein Buch zu verfassen. :-)

Mein Fazit also zum Buch: kauft es, mögt es oder auch nicht. Ich für meinen Teil liebe es.
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am 1. Juli 2012
Ich denke, man muß das Buch mit dem nötigen Abstand zum Rettungsdienst betrachten.

In den negativen Rezessionen wird u. a. die Ausdrucksweise vom Autor bemängelt. Hierzu möchte ich sagen, daß man nur mal mit den Öffentlichen in einer Stadt fahren muß - da hört man unter den jungen Leuten ganz anderes... Ich fand die Ausdrucksweise im Buch spritzig und humorvoll. Und jeder, der sich in der Arbeit schon (dauerhaft) geärgert hat, dem wird mal ein "Sch... - kannst Du das nicht machen?" oder ein "Ach nicht schon wieder der..." rausgerutscht sein. Der Autor schreibt es halt genau so.

Desweiteren handelt es sich nur um 20 Fälle in einem langen Rettungsdienstleben. Natürlich nimmt man da einen Auszug der seltsamen, komischen oder auch unfaßbaren Fälle. Und wie im Vorwort erwähnt, wird manches überspitzt dargestellt.

Einen trockenen, medizinischen Bericht habe ich nicht erwartet. Wie in der Kurzbeschreibung steht, sind es Fälle, wo man sich fragt, ob es diese Mitbürger tatsächlich unter uns gibt. Mit einem kopfschütteln fragt man sich: kann das sein? Schaut man mal nachmittag in Fernseher, wundert einen gar nix mehr, und die Geschichten sind durchwegs glaubhaft.
Ich habe das Buch an einem Abend durch gelesen, fand es super, und hab es gleich weitergereicht.
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am 24. Januar 2011
Wo befindet sich die Stadt, in der Herr Nießen Dienst tut?
Sind Sie sich sicher, daß das wirklich irgendwo im Rheinland ist? Als alter Rettungsdienstler kann ich bestätigen, daß sich so wie es im Buch beschrieben ist, auch der Rettungsdienstalltag in Bayern gestaltet. Na ja, die Welt ist eben doch ein Dorf!
Herr Nießen schreibt in einer sehr spritzigen und sarkastischen Art von den Einsätzen zwischen den Alltags- Einsätzen. Die Beschreibung von solchen Alltagseinsätzen, als da wären: Krankentransport von der Klinik nach Hause, von der Klinik ins Heim, Fahrten zur regelmäßigen Therapie diverser Gebrechen, Verlegungfahrten ..., bei uns hat sich dafür der Begriff "Scheißhäuslfahrten" eingebürgert, würde auch keinen der Leser interessieren.
Im Leser- Interesse liegen wohl eher mehr die 0,2 % Einsätze (um einen den anderen Rezensoren zu zitieren), die einem dauerhaft in Erinnerung bleiben, weil sie "eben was Besonderes" waren. Das sind auch die Einsätze, die man sich noch lange auf den Rettungswachen erzählt und gemeinsam darüber diskutiert, lacht und lästert. Dabei findet oft auch ein ähnlicher Erzählstil, wie ihn Herr Nießen gebraucht Anwendung und ist mir daher bestens bekannt.
@ die Zweifler, die den "laxen" Erzählstil und die Darstellung der Einsätze kritisiert haben: Denken sie darüber was sie wollen, aber ein solcher Erzählstil reflektiert auch, was und wie man über gewisse Situationen denkt und es hilft auch, mit eben diesen Situationen, die sich auch oft genug am Rande des Erträglichen bewegen, besser fertig zu werden. Das nennt der Fachmann Psychohygiene und wer in einem solchen oder ähnlichen Beruf dieses nicht aktiv betreibt, läuft Gefahr, sehr schnell zum Kunden seiner Kollegen zu werden. Man könnte so sehr schnell einer psychologischen oder gar psychiatrischen Therapie bedürfen, und um dies nicht geschehen zu lassen, behilft man sich damit, daß man eine entsprechende Ausdrucksweise verwendet, gewisse Situationen überzeichnet und auch ins Lächerliche zieht. Dies möge der Leser, der nicht vom Fach ist, bitte verstehen. Ein solches Verhalten hält uns Rettungsdienstmitarbeiter gesund und vor allem fähig, sich auch um Ihre Wehwehchen zu kümmern.
Ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen dieses Buches. Ich konnte bei vielen Einsätzen Parallelen zu meinen Erlebnissen im Rettungsdienst ziehen und herzhaft darüber lachen.
Herr Nießen, bitte machen sie weiter so, ich würde mich sehr über eine Fortsetzung des Buches freuen.
Jean Jaques Rammerl
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am 22. September 2015
Dieses Buch hat ein Problem, fängt man erst einmal zu lesen an, möchte man es nicht mehr weglegen. Man fühlt sich von dem Buch schlichtweg unterhalten. Da wird selbst der Lesemuffel „entmuffelt“.
Das echte Leben schreibt doch noch immer die verrücktesten Geschichten und bringt die skurrilsten Personen ans Tageslicht.
Der Humor ist typisch männlich jedoch nie wirklich niveaulos, was soll man auch in einer Männer dominierten Wache erwarten.
Klare Kaufempfehlung für Freunde der entspannten Buchstabenunterhalten :)
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am 26. Mai 2015
Ich finde das Buch einfach nur genial. Da ich selbst im Rettungsdienst arbeite, kann ich mich sehr gut in den Autor und die Geschichten hineinversetzen. Einiges mag zwar etwas überspitzt sein, trotzdem ist es so gekonnt formuliert, dass man einfach weiterlesen muss. Ich würde das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen. Da es sich hierbei um kein Fachbuch handelt, können auch "Laien", die nicht im Rettungsdienst oder bei der Feuerwehr arbeiten, die Geschichten nachvollziehen. Sollten doch einmal medizinische oder technische Fachbegriffe auftauchen, werden diese aber umgehend erklärt. Also alles in allem: Auf jeden Fall kaufenswert. :)
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