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am 31. Juli 2009
Das Buch beschreibt anhand historischer Dokumente die Geschichte der "Löwen" in der Zeit von ca. 1910 bis in die 1950er - einschließlich der Jahre, über die man lange nicht sprechen wollte.
Es handelt sich dabei nicht um eine Anklageschrift mit erhobenem Zeigefinger, wie der Titel vielleicht argwöhnen lässt, sondern um eine sachliche Darstellung von Fakten und Biografien.
Der TSV war um 1910, zum 50. Jahrestag, ein bürgerlicher Verein, der sich sportlich mit seinen Leichtathleten und Turner hervortat und kurioserweise schon damals zu übertriebener Geldausgabe neigte. Hier fängt das Buch an.
Es wird dargestellt, wie sich der erste Weltkrieg auswirkte - viele Sportler waren umgekommen, auch das Vereinsleben litt unter Chaos und Knappheit -, wie die Münchner Bürgerschaft begeistert den Heilsversprechen der Nazis nachlief - der Löwen-Präsident, einst verdienter aktiver Sportler für den Verein, wurde gar zu einem der führenden Ideologen und Wegbereiter des Euthanasie-Mordprogramms -, und wie der Verein selbst praktisch zum Erliegen kam, als der Sport zur militärischen Volksübung umfunktioniert und den Vereinen entzogen wurde.
Fußball wurde erst 25-30 Jahre nach Abteilungsgründung ernsthaft betrieben; hierin liegt wohl zumm Teil die Geringschätzung durch den lokalen Erzrivalen begründet. Mit oben erwähnter Annektion des klassischen Vereinssports durch SA und Konsorten gewannen die Fußballer des TSV an Bedeutung. 1942 gewannen die Löwen den ersten deutschlandweiten Pokalwettbewerb.
In den späteren Kriegsjahren war auch damit Schluss; mehr als ein paar Turniere von Soldatenmannschaften war nicht mehr zu machen.
Nach dem Krieg mussten die Menschen neu anfangen, in allen Bereichen, auch was die Sportvereine betrifft. So fanden sich Aktive und Fans, die auch die "Löwen" wieder aufleben ließen. Das unrühmliche Ende des vermeintlichen goldenen Zeitalters war den Menschen peinlich, der katastrophale Ausgang des Krieges allenthalben sichtbar, und man wollte nicht zurück schauen. So fehlte bis heute ein Stück der Vergangenheit in den Vereinsarchiven - und genau das hat Anton Löffelmeier jezt rekonstruiert.
Schön, dass auch der offizielle Verein sich jetzt endlich zur dunklen Epoche seiner Geschichte bekennt. "Das ist wie bei einem Familien-Foto", meinte Manager Stoffers bei der Buchvorstellung, "die anderen mögen mich nicht, aber ich bin trotzdem drauf." So gehören auch die Diktatur-Jahre zur Vereinsgeschichte: Der unsägliche Nazi-Präsident ebenso wie die Funktionäre, die dennoch internationale Kontakte pflegten. Die, die schlimme Dinge zu verschweigen hatten, ebenso wie die, die den Neuanfang gestalteten.
Meine besondere Empfehlung - allerdings nur vier Sterne wegen des Preises, der der wünschenswerten Verbreitung der Inhalte gerade unter den jungen Fans im Wege steht.
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