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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
10
4,3 von 5 Sternen
Israels Irrweg: Eine jüdische Sicht (Neue Kleine Bibliothek)
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:14,90 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 3. Mai 2008
Rolf Verlegers schmaler Band "Israels Irrweg" ist nicht etwa eine gerade rechtzeitig zum 60sten Jahrestag der Staatsgründung Israels verfaßte Abrechnung des Autors mit der Politik der israelischen Regierung, wie es der Titel eventuell suggerieren könnte, sondern die Publikation ist vielmehr ein sehr engagierter, weil persönlicher Rechenschaftsbericht des in die Schlagzeilen geratenen Lübecker Universitätsprofessors, Neurologen und Präsidiumsmitglieds des Zentralrats der Juden in Deutschland.
Im Juli 2006 kritisierte Verleger in einem "Offenen Brief" die einseitige Parteinahme des Zentralrats für die militärischen Maßnahmen der israelischen Regierung gegen den Libanon, was zur Konsequenz hatte, daß er zwar Präsidiumsmitglied des Zentralrats blieb, aber von seiner jüdischen Gemeinde Schleswig-Holstein als deren Vorsitzender abgelöst wurde.
In einer anschließenden Onlinepetition "Schalom 5767 - Berliner Erklärung" bezeichnete er die seit 1967 andauernde israelische Besetzung palästinensischer Gebiete und die daraus resultierende Entwürdigung und Entrechtung der Palästinenser als Grundübel für den israelisch/ palästinensischen Konflikt. Ziel dieser Petition war es, die deutsche Politik und damit auch die der Europäischen Union zu einem Kurswechsel in deren Verhalten gegenüber Israel zu bewegen, denn, so Verleger "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst" sei nicht nur eine christliche Errungenschaft, sondern finde sich auch in der Tora, 3. Buch, Kapitel 19, Vers 18 wieder.
Allerdings, so Verleger, sei das Judentum, seine Heimat, in die Hände von Leuten gefallen, für die Volk und Nation die höchsten Werte seien anstatt Gerechtigkeit und Nächstenliebe. Daraus ergibt sich für ihn die Frage, ob er "...als stolzer Jude die Schändung des jüdischen Selbstbildes durch die Schamlosigkeiten der israelischen Politik übergehen kann." Seine Antwort lautet folgerichtig, er könne es nicht mehr und er wolle es auch nicht mehr.
Da Verleger hinsichtlich der Wahrnehmung der israelischen Politik sein Judentum - offenbar im Gegensatz zum Zentralrat der Juden in Deutschland - nicht zum Maß aller Dinge macht, sondern seine Gradmesser vielmehr Gerechtigkeit und Nächstenliebe sind, vermittelt er glaubhaft, daß es ihm darauf ankommt, "...das Judentum aus der Geiselnahme durch die völkischen Nationalisten zu befreien und unsere Tradition als eine Religion der Befreiung zur moralischen Erneuerung wieder ans Tageslicht zu bringen."
Daß er sich mit solchen Äußerungen nicht nur Freunde macht, belegt die im Kapitel "Diskussion ist möglich, aber unerwünscht" dokumentierte Email-Diskussion. Sie ist zugleich Beweis dafür, wie weit der Weg noch bis zu einer sachlich geführten Debatte ist. Ein ausgesprochen lesenswertes Buch, das, getragen von einer tiefen Sorge um den Staat Israel, gerade deshalb rechtzeitig zu dessen 60. Jahrestag erscheint.
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TOP 500 REZENSENTam 31. August 2009
Prof. Rolf Verlegers Buch ist bereits in der 2., erweiterten Auflage erschienen. "Israels Irrweg" enthält vieles an Information und Denkanstoß.

Verleger beschreibt darin kurz seine Herkunft aus einer Familie von Holocaust-Überlebenden, die orthodox hauptsächlich im stockkatholischen Ravensburg aufwuchs. Sich selbst stellt er in die Tradition eines "Aguda"-Judentums, welches sich an den Geboten und der Nächstenliebe orientiert, nicht an einem Zionismus. Er fasst auch die Geschichte des "jüdischen Staats" zusammen und zeigt die Probleme auf: vor allem eine Ungleichbehandlung der arabischen ursprünglichen Bevölkerung. Das Einfühlungsvermögen in alle beteiligten Seiten lässt den Lehrstuhlinhaber für Psychologie durchschimmern.

Rolf Verleger gehört gleichzeitig dem Direktorium (nicht: Präsidium) des Zentralrats der Juden in Deutschland an. In Artikeln wie in den "Blättern für deutsche und internationale Politik", Briefen und Vorträgen (u.a. bei der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft) stritt und streitet der Lübecker für einen gerechteren, friedlicheren Nahen Osten und gegen völlige Kritiklosigkeit zu israelischem Regierungshandeln. "Schalom 5767" hieß der Aufruf hierzu von ihm und anderen deutschen Juden, der auch leicht im Netz zu finden und zu unterstützen ist, im Buch aber auch wiedergegeben wird.

Nach Verlegers begründeter, wie ich finde, und wissensreicher Darlegung, was vernünftig sein könnte, beginnt ein zweiter großer Teil des 180 Seiten langen Buchs. Dieser beschreibt die Diskussion. Von nichtjüdischen wie jüdischen Deutschen wurde gegen Verleger nach seinen Äußerungen gewatscht, er verlor den Vorsitz des Schleswig-Holsteiner Landesverbands. Manchmal kam wohl leider auch der falsche Applaus, der mit den falschen Untertönen.

Wichtiger als alles dies ist Verleger aber offenbar die Sache: dass Frieden von Israelis und Palästinensern machbar ist und von außen gegen die Blockade der Betonköpfe unterstützt werden kann. Deren Sturheit und Kriegswille würde zur immer offeneren Apartheid führen, sorgt sich Verleger.

Abgedruckt sind noch diverse erleuchtende Leserbriefauseinandersetzungen. In der Neuauflage wird der Gazakrieg von Anfang 2009 zumindest noch kurz in drei Kapiteln erwähnt. Praktisch sind übrigens Verlegers Zusammenfassungen des Gesagten nach jeweils ca. drei Kapiteln.

Ein Zitat zum Abschluss (S. 81):
"... Jude sein bedeutet, neben dem Stolz auf die jüdische religiöse Tradition, sich dem jüdischen Staat zugehörig zu fühlen. Und dieses Gefühl der Zugehörigkeit bedeutet, sich dafür einzusetzen, dass dieser Staat seinen Frieden mit seinen arabischen Nachbarn macht, indem er endlich aufhört, die arabischen Palästinenser als Menschen zweiter Klasse zu behandeln"

Ein gutes Buch, das auch Hoffnung stiftet. Fünf Sterne.
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am 18. November 2008
Prof. Rolf Verleger legt eindrucksvoll dar, wie er, einer streng religiösen jüdischen Familie entstammend und entsprechend erzogen, von einem jüdischen Saulus zum Paulus wurde und weshalb er heute die Politik Israels sowie die deutsche Unterstützung dieser Politik im richtig verstandenen Interesse des Staates der Juden, Israel, strikt ablehnt! Verleger tritt damit auch gegen den Zentralrat der Juden in Deutschland an, dem er selbst angehörte und stellt sich auf die Seite des friedlichsten aller mir bekannten Menschen, Uri Avnery, dieses jüdisch-israelischen Friedensaktivisten, der wie kein Anderer den Friedens-Nobelpreis längst verdient hätte!

Verlegers Beweggründe für seine Position -und seine Forderungen an die deutsche Bundesregierung- sind identisch mit denen Uri Avnery`s und einiger, leider zu wenigen, Anderer, nämlich das Überleben des Staates der Juden, Israel, inmitten der islamischen Welt zu sichern, was sowohl nach Ansicht Avnery`s als auch Verlegers mit der bisher von Israel praktizierten Politik gegenüber den Palästinensern und den anderen Nachbarn nicht gelingen kann.
Ich empfehle dieses Büchlein Jedem, dem der Friede und das staatliche Überleben Israels im Nahen Osten ehrlich am Herzen liegt!
Die deutsche Bundesregierung, das zeigte sich erst jüngst wieder bei der Rede von Frau Bundeskanzler Merkel zum Jahrestag der sog. "Reichskristallnacht", unterstützt leider noch immer die Frieden verhindernde Unterdrückungs-Politik Israels und leistet damit ihrem eigentlichen Anliegen, die neue Heimat vieler Juden auf Dauer zu sichern, einen Bärendienst!
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am 26. April 2010
Ein religiöser, jüdischer, deutscher Psychologe von heute, dessen Familienmitglieder (natürlich) Holocaust-Opfer sind und dessen Familie zum Teil in Israel lebt, übt scharfe Kritik an Menschenrechtsverletzungen, die der Staat Israel begeht und die von Anhängern des Staates Israel gerechtfertigt werden. Warum tut er das? Weil er als ehrlicher und moralisch denkender Mensch gegen ALLE MENSCHENRECHTSVERLETZUNGEN eintritt, auch wenn sie von "seinen Leuten" (die denselben Glauben oder dieselbe Kultur haben) verübt werden, und gerade dann, wenn sie im Namen des Judentums geschehen. Der Holocaust - und darin stimmt er mit Norman Finkelstein, Noam Chomsky und anderen überein - darf nicht andere Verbrechen rechtfertigen. Rolf Verleger erklärt den Lesern vieles über das eigentliche Judentum und die Vielfalt der jüdischen Meinungen, auch und gerade zum Thema Israel. Respekt, Professor Rolf Verleger. Luay Radhan
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am 24. Mai 2010
Zum Inhalt steht hier schon sehr viel, besonders die Rezension von L. Brenne-Wegener vom 03. Mai 2008 ist sehr treffend. Daher versuche ich nur einmal die Zielrichtung des Buches knapp auf den Punkt zu bringen.

Herr Verleger argumentiert aus einer jüdisch-religiösen Sicht zur Politik Israels und seiner Haltung im Nahost-Konflikt. Dabei kann er hervorragend den heutigen Gegensatz zwischen Nationalismus und ethischem Verhalten herausarbeiten. Für mich war sehr schön, einmal zu lesen, welche äußerst positiven Grundhaltungen man aus der jüdischen Religion ableiten kann. Und sehr schön ist es auch, dass hier einmal eine deutliche Abgrenzung zwischen Judentum und israelischem Nationalismus gelingt.

Das Buch ist leicht und schnell lesbar, die Argumentation ist sehr verständlich. Es ist aber ohne Grundkenntnisse im historischen Ablauf des Nahost-Konflikts wohl nur schwer zu verstehen. Der kurze Abriss, den Verleger selbst liefert, dürfte für einen Einsteiger kaum ausreichen.
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am 26. August 2014
...belebt die Diskussion....gerade auch im Hinblick auf die aktuellen Fragen im Nordirak und in Nordsyrien,
Insbesondere der historische Rückblick. .
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am 31. Oktober 2009
Rolf Verleger beschreibt klar und glaubwürdig einen Konflikt innerhalb des Judentums, der sich auch in Deutschland bzw. in der jüdischen Diaspora in der Welt abspielt. Die Grausamkeiten Israels gegenüber den Palästinensern geschehen in der Erinnerung an den Holocaust. Als Deutscher fühle ich mich angesprochen. Herr Veleger macht mir Mut, mich einzumischen. Das Buch liefert mir glaubwürdige Informationen draüber, was der Zionismus ist, wie er entstanden ist, wie er sich heute auswirkt. Für Friedsnsarbeiter ein idealer Einstieg in das Thema "Der Nahostkonflikt und wir".
Jürgen Stappenbeck, Erlangen
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am 11. Oktober 2009
Rolf Verleger schreibt eine wichtige Darstellung des Konfliktes um die Gründung des modernen Israel als jüdischem Staat. Er macht seinen subjektiven Zugang zum Thema klar: Er ist als Überlebender einer im Holocaust ermordeten Familie, als praktizierender Werte-konservativer Jude und Mitorganisator einer jüdischen Gemeinde betroffen. Er ist mutig und widerspricht den Vorurteilen und Mythen, die es denen leicht machen, die Ausweglosigkeit und Gewalt besetzter Konflikte in Israel und Palästina einfach hinzunehmen oder gut zu heißen. Er begründet seinen Widerspruch gegen die These, alle Juden in der Welt und alle Deutschen hätten grundsätzlich den jüdischen Staat Israel zu unterstützen; er wehrt sich als frommer Jude dagegen, das Bekenntnis zum Staat Israel (in seiner jetzigen Verfassung und Situation) an die Stelle der Werte und ethischen Leitlinien des Judentums zu setzen. Sein Buch ist leicht zu lesen, es lädt nicht dazu ein, alte Vorurteile gegen neue einzutauschen; es erlaubt kritisches Mitdenken - was im Bereich dieser Debatte leider selten ist! Vielen Dank, Herr Verleger, für dieses Buch!
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am 2. Oktober 2014
Herr Verleger hat diese Problem sehr gut analisiert. Sehr Mutig von einer Jude diese Thema überhaupt zu fassen.Weiter so , bestimmt viele denken so aber haben keine Mut zu sagen.
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am 25. Juni 2009
Tatsache ist, daß die Agressionen nicht von den Israelis ausgehen. Solange dies nicht klar notiert wird, kann ich weder dieses Buch noch
zustimmende Kommentare gut heißen. Wenn Herr Verleger die Israelis zur
Untätigkeit aufrufen will, wird er den Untergang des Staates Israel ins Leben rufen. Diese Meinung kann man zwar haben, ist aber völkerrechtlich untragbar. Im übrigen hat es niemals einen Staat namens Palästina gegeben und 2. warum werden die Jordanier nicht auch wegen Gebietsansprüche der Palästinenser in die Pflicht genommen. Das Jerusalem unteilbar ist, kommt noch hinzu. Geteilte Hauptstädte programmieren Konflikte, wir sollten endlich einmal aus der Geschichte lernen. Die Palästinenser haben keinen Anspruch auf Jerusalem. Die Muslime haben Mekka und das hat ihr Religionsstifter so gewollt.
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