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Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen
18
4,4 von 5 Sternen
Sprengkraft
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:10,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 2. Juni 2011
...aber gut unterhalten hat mich dieser Krimi.

Und mich nun hier dazu zu äußern stellt mich vor die Grundanforderung einer Krimikritik, die da ist, dem Buch gerecht zu werden, ohne durch zu viel Preisgabe der Auflösung den Leser zu vergrämen, ihn zu "verspoilern". Im Wesentlichen folgt nun also meine Begründung für "quatre points": Über weite Strecken fand ich den konsequent durchgehaltenen Gedanken, in Deutschland könne sich eine anti-islamistische Parteigründung vollziehen, nicht nur realistisch, sondern auch von den Figuren her recht glaubwürdig erzählt. Eine Dame, die mich als in Bayern lebende Person, sehr an Frau Pauli erinnert, wird zur Gallionsfigur, die nicht nur im Rockerkostüm sondern auch im Rock-Kostüm populistisch gut ankommt. Als Schwäche der Veranstaltung habe ich aber immer wieder empfunden, dass die "Protagonisten" entweder zu vorhersehbar, zu oberflächlich oder eben sogar zu realitätsnah gestaltet waren. Auch gab es Hinweise auf mögliche Verstrickungen, die nicht nur zu dick aufgetragen, sondern auch zu zaunlattenmäßig bei mir ankamen, weshalb ich z.B. schon sehr zu Beginn ahnte, wer die gesuchte "Wühlmaus" im Polizeiapparat war....tja, und mehr sage ich hier nicht, um die Spannung, die trotz dieser meiner Voraussicht nicht entfleuchte, nicht anderen Lesern zu nehmen.
Trotz dieser Einwände nämlich war ich neugierig auf die schlußendliche Urheberschaft des Attentats und auch amüsiert über etliche Einfälle des Autors, die mit Nazi-Devotionalien zu tun hatten. Wer also wissen möchte, wer "Borghild" ist, und welche Rolle sie in dem Ganzen spielt, dem sei "Sprengkraft" gerne ans Herz gelegt.....wenngleich mich die Auflösung auch ein wenig enttäuschte.
Dass ganz am Ende neue Attentate geplangt werden, das war dann auch nicht wirklich überraschend, daher von mir nur vier statt fünf möglicher point(s), nicht point-iert genug für cinq.
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TOP 500 REZENSENTam 6. April 2010
"Sprengkraft"war mein erstes Buch von Horst Eckert, das mich aber so überzeugt hat, dass ich sicher andere folgen lassen werde.

Ein intelligenter Politthriller wurde mir serviert, der es an Nähe zur Realität nicht fehlen lässt.Ein Thema, das immer wieder aktuell ist wird aufgegriffen, nämlich,die Gefahr, die vom Extremismus unter Islamisten ausgeht, aber auch welche perfiden Machenschaften in Politik und Wirtschaft daraus enstehen können.Da wird einem klar, dass ein geschickt eingesetztes Ereignis zur rechten Zeit, den braunen Sumpf wieder auferstehen lässt, der als "Schläfer"wohl nicht so selten in unserer Gesellschaft schlummert.Einflussnahme durch die Wirtschft in politischen Dingen ist uns nicht fremd und wird uns eigentlich in regelmäßigen Abständen in den Medien präsentiert.Aber auch die Möglichkeit, den Islamismus dazu zu nutzen,unsere Privatsphäre aufzuweichen und uns zum gläsernen Menschen zu machen, greift Eckert geschickt in seinem Thriller auf.Ein korrupter Polizeiapparat, der sicherlich das eine oder andere schwarze Schaf auch in der Realität aufweist, lässt mich immer wieder an das Zitat denken"Wenn ich an Deutschland denke in der Nacht.....".

Für mich war dieses Buch ein rundrum gelungenener Thriller,der teilweise superspannend war und mich nachdenklich zurück läßt. Was kann man mehr von einem Buch erwarten ?
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am 5. Mai 2011
Vielfältig sind die Erzählfäden, die Horst Eckert in ebenso klarer wie temporeicher Sprache spinnt. Lange Zeit wie unverbunden stehen die Handlungsstränge nebeneinander, bevor sich im letzten Drittel des Buches nach und nach alles zusammenfügt, bis zur letzten Seite aber jederzeit überraschende Wendungen in den Raum stellt.

In drei Richtungen beginnt Eckert seinen Roman.

Zunächst wird ein alter Fall in Düsseldorf aufgerollt. Der schon länger zurückliegende Mord an einem marokkanischen Drogendealer beschäftigt den 52jährigen Kommissar Martin Zander und seine junge Kollegin Anna Winkler. Zander, der es zu Zeiten mit dem Gesetz nicht allzu genau nahm, selber damit ins Zwielicht gerät und erpressbar wurde, der in der Gegenwart noch in seinen Ermittlungen durchaus auch unkoschere Wege zu gehen versteht, hat im Auftrag des Polizeidirektors dringlich aufzuklären, wer im damaligen Mordfall die undichte Stelle seiner ehemaligen Abteilung war. Denn es gab eine.

Moritz Lemke, gerade arbeitslos gewordener, freier Journalist erhält das Angebot, für die eher rechts stehende Partei 'Die Freiheitlichen' eine Kampagne zu entwerfen und anzutreiben, die einerseits einen Imagewechsel installieren soll und andererseits die Partei über die 5% Hürde zu hieven hat. Eine Arbeit, die ihn vor eine private Zerreißprobe in mehrfacher Hinsicht stellen wird.

Rafi, Said und Yassin haben sich dem fundamentalistischen Verständnis des Islam zugewendet und planen einen Anschlag zu. Da explodiert bei einem ihrer konspirativen Treffen eine Bombe. Paul Veller, Landeskriminalamt, beginnt mit den Ermittlungen. Schnell steht der Verdacht im Raum, dass ein massiver Terroranschlag in Düsseldorf geplant war. Ein Verdacht, der den 'Freiheitlichen' massiven Auftrieb verleiht, der Martin Zander und Anna Winkler dem Ermittlungsteam um Veller hinzufügt (eine Zusammenarbeit, die auch private Folgen haben wird), währenddessen Zander mehr und mehr unter Druck gerät und nebenher die Puzzelstücke des damaligen Informanten seiner Abteilung versucht, zusammenzufügen.

Und dann kommt doch alles anders, als die Protagonisten (und der Leser) dachten.

Temporeich, gründlich recherchiert, mit Figuren versehen, die differenziert und voller Eigenwendungen im Raum stehen bietet der Roman ein nicht nachlassendes Lesevergnügen. Klar und präzise versteht Eckert, zu formulieren und aufzuzeigen. Sowohl die Traditionen und Lebensweisen arabisch stämmiger Gemeinschaften in Düsseldorf mitsamt der zunehmend kritischen Reaktion der deutschen Bevölkerung, als auch die Ermittlungsarbeit der Polizei, wie auch die politischen Verschachtelungen und Ränkespiele, hintergründige Absichten und gegenseitiges Misstrauen. Wie er den morbiden, rechten Hintergrund der besseren Gesellschaft darstellt und ins Spiel bringt, das hat eine überzeugende Kraft im Roman. Ebenso, wenn er ungefiltert das Zerlegen einer Leiche darstellt.
Denn nicht jeder der Protagonisten, bei denen es Eckert gelingt, jede der Hauptfiguren zu einem Sympathieträger zu gestalten, wird das Ende des Romans erleben.
Zudem legt Eckert wert auf eine Entwicklung seiner Personen, die deutlich erkennbar im Roman stattfinden.

Sei es die junge Polizistin, die einige klare, private Entscheidungen zu treffen haben wird, sei es der ehemalige Grüne und grundsätzlich liberale Journalist Moritz Lemke, der an ganz anderem Ort zum Schluss anlangen wird, als er es zu Beginn sich hätte vorstellen können.

Rasant, spannend, realistisch und logisch aufgebaut gilt zu recht, was hr2 Kultur formuliert: 'Eckert braucht den Vergleich zu Grisham und John le Carré nicht zu scheuen'.
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am 7. Dezember 2015
»Als Abderrafi Diouri seinen Wagen abschloss, fiel sein Blick auf die schöne Tasnim, die keine dreißig Meter entfernt aus dem Bus stieg. Er wusste, dass es kein Zufall war, sondern Schicksal – gerade noch hatte er an sie gedacht.
Die Siebzehnjährige trug eine knallgelbe Tasche an einem Riemen über der Schulter und schlenderte die Strasse entlang.
Kein Blick zu ihm herüber. Und keinen Hijab – sie trug das Haar schamlos zur Schau.
[…]
Vielleicht sollte er mit Tasnims Bruder reden.
Rafi ärgerte sich, dass ihn der Gedanke an eine Frau so plagte, obwohl er längst wusste, dass das irdische Leben nicht zählte. Nicht Partys, nicht Alkohol, sondern ausschließlich Allahs Wort und das Beispiel des Propheten.«

Rafi will sein Leben für den richtigen Glauben geben. Und die Ungläubigen dafür strafen, was sie den gläubigen Muslimen antun. In Palästina, im Irak, in Afghanistan.
Die Ehrenfelder CDU will derweil einen Moscheeneubau verhindern.
Moritz Lemke wird Pressesprecher der Freiheitlichen. Die wollen ihren Ruf als rechte Partei ablegen und in der Mitte der Gesellschaft wildern. Mit der islamischen Bedrohung auf Stimmenfang gehen.
Dazwischen stehen Martin Zander und Anna Winkler von der Mordkommission, die einen alten Fall aufklären wollen. Vor eineinhalb Jahren wurde Rafis Bruder ermordet.

Was sich wie ein superaktueller Krimi nach dem Paris-Anschlag anhört, ist in Wirklichkeit 2009 erschienen. Aber inklusive Bombenanschlag auf ein Stadion. Inklusive einer rechten Gruppe, die sich seriös gibt, der AfD ähnelt, obwohl es diese Partei noch gar nicht gab, als Horst Eckert den Roman schrieb. Und Salafisten die dieser neuen Partei die Wähler zutreiben.

Horst Eckert lässt seine Figuren leben, wir können ihnen folgen, verstehen sie. So schwierig das auch ist, wenn es sich um mordbereite Salafisten, Populisten á la Pegida oder um Industrielle handelt, die Nazi-Devotionalen sammeln. Und er nimmt sie ernst. Da wird nichts verharmlost, aber auch nicht die islamische Gefahr an die Wand gemalt.

Deshalb klingt diese Geschichte von 2009 so aktuell, als hätte der Autor eine Zeitreise ins Heute gemacht, als wäre das Buch gerade erst erschienen, als sollte es eine Antwort auf die aktuellen Ereignisse sein.

Ein spannender Roman mit bedrückendem Zeitkolorit und einem realistischen Einblick in die Mechanismen, mit denen sich Pegidas, Salafisten und Neonazis die Bälle zuspielen. Ich kenne keinen Roman, der so detailliert die Konflikte rund um islamistischen Terror und Pegida-Populismus schildert und gleichzeitig seine Personen derart ernstnimmt, auch wenn es schmerzt.

Hans Peter Roentgen
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am 4. Juni 2009
.... mit diesem Gefühl legt man nach einer durchlesenen Nacht den neuesten Roman
von Horst Eckert bedauernd aus den Händen. Eindeutig das beste Werk in dieser
Krimireihe, beeindruckend und fundiert aktuell,sprachlich brilliant,
der Spannungsbogen bis zur letzten Seite kunstvoll gewölbt.
Die Charaktere gebrochen wie eh und je und echte Anti-Helden, aber sprachlich
wunderbar konturiert und lebendig und damit auf ihre Art sympatisch und lebendig.
Beeindruckend die in jeder Hinsicht beeindruckende Detailkenntnis des Autors,
sowohl was die Polizeiarbeit als auch das dem Roman zugrunde
liegende gesellschaftspolitische Szenario angeht.
Kurz, ein Stoff der süchtig macht.....
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TOP 1000 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTERam 31. März 2011
Ein junger marokkanischer Mann namens Rafi freundet sich mit dem Islam an und meint, er könne nun seiner Mutter Vorschriften machen.
Der PR-Profi Moritz Lemke, der sich mühsam von Auftrag zu Auftrag hangelt, bekommt ein attraktives Jobangebot von einer rechten Partei, die für die Mitte wählbar werden will, und nimmt trotz aller ideologischen Bauchschmerzen an.
Vor eineinhalb Jahren wurde ein marokkanischer Dealer auf offener Straße erschossen. Martin Zander und Anna Winkler rollen den bis heute ungelösten Fall wieder auf.
In einer Hinterhofmoschee explodiert eine Bombe.
Alles hängt mit allem zusammen, sagen wir Politikwissenschaftler, und das trifft auch auf diese auf den ersten Blick unterschiedlichen Ereignisse zu. Terror als Machtinstrument, verblendete Jugendliche, Gewalt und Angst vor Gewalt sind die Themen dieses spannenden Politthrillers. Aber auch die Korruption durch Macht, das Aufgeben aller Ideale, wenn dafür Macht und Geld winken.
Vor dem Hintergrund der Integrationsdebatte und Sarrazins Polemik ist dieser Thriller hochaktuell.
Der schnörkellose und gut lesbare Schreibstil trägt dazu bei, die Handlung rasant vorwärts zu treiben. Geschickt werden die verschiedenen Handlungsstränge bis zum packenden Finale miteinander verschlungen.
Die Charaktere wirken mit ihren Ecken und Kanten, mit ihren auch negativen Eigenschaften, authentisch. Und die Geschichte ist realistisch. Erschreckend realistisch.
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am 19. Juni 2009
Ein arbeitsloser Journalist, der seine große Chance sieht, als ihn eine neue, rechtspopulistische Partei als PR-Mann anheuert. Einen Migrantensohn, der nach dem Tod seines großen Bruders mit dem Leben nicht zurechtkommt und sich dem Islam in seiner radikalsten Variante zuwendet. Ein Polizist, der seine korrupte Vergangenheit verdrängen will und einen Verräter in den eigenen Reihen jagt.
Wie Horst Eckert in 'Sprengkraft' diese drei Schicksale zu einem hochaktuellen Bild unserer Zeit verknüpft, zwingt die Leser zum atemlosen, nägelkauenden Immer-Weiter-Lesen. Dazu trägt auch Eckerts Sprachstil bei, er ist knapp, prägnant und ungekünstelt. Vorwärtstreibende Spannung, lebendige Figuren und politische Bezüge, die zum Nachdenken anregen. Ein Thriller erster Güte, packend und wahrhaftig, voller Sprengkraft eben.
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am 15. Juli 2009
Das Buch ist im wahrsten Sinne des Wortes Dynamit (hätte man auch als Titel wählen können....) und absolut brisant !!!!!

NRW-Politik pur (kann aber auch in jedem anderen Bundesland spielen) und Ähnlichkeiten mit lebenden Personen beabsichtigt.... Ich bin der Meinung, das der Autor in diesem Buch vieles anspricht, was uns bewegt: unter dem Deckmäntelchen der Terrorbekämpfung wird die Angst der Mitbürger geschürt und einige Gesetze und Erlasse auch durch Herrn Schäuble auf den Weg gebracht, die uns mal zum gläsernen Menschen machen (George Orwell 1984 : Big brother is watching You.... Lässt grüßen) und wir haben dann den perfekten Überwachungsstaat.

Klar ist auch, dies wird durch den Autor ja auch angesprochen, dass dadurch auch in die Hände der Rechten gespielt wird, es ist nicht von der Hand zu weisen, dass es leider einige muslimische Mitbürger gibt, die es mit unserer Rechtsauffassung nicht so haben, aber man sollte halt nicht alle über einen Kamm scheren.

Uns wird auch in diesem Thriller schön vor Augen gehalten, wie politische Macht funktioniert und das diese auch noch teilweise für per sönliche Vorteile ausgenutzt wird, auch wenn's mit unlauteren Methoden ist.

Ich bin der Meinung, der Thriller ist nicht fiktiv, sondern das wahre Leben vor unsere Tür !!!!

Meine Hochachtung und Hut ab vor Herrrn Eckert, dass er diese Themen in einem Thriller verpackt hat, bin auch der Meinung, dass es bislang sein allerbestes Buch (die anderen sind ja schon Klasse) ist!!!!!!!!!!!!!!!!!!
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am 6. Juli 2012
Der Thriller enthaelt eine Vielzahl von durchaus spannenden Handlungsstraengen, bei denen man schon nach kurzer Zeit erkennt, dass sie alle irgendwie in eine gemeinsame Richtung fuehren. Letztendlich dreht sich in der Geschichte alles um eine neue Partei am rechten Rand, die mit der Angst vor islamischer Ueberfremdung auf Stimmenfang geht und dabei noch immer unter der 5 % Huerde rangiert. Erst nach einer Sprengstoffexplosion in einer Moschee, die offensichtlich durch fehlerhaften Umgang der islamistischen Taeter mit ihrem selbst hergestellten Sprengsatz entstand, wendet sich das Blatt fuer die neue Partei. Politik und Medien reagieren alarmistisch und sehen sich einer erhoehten Gefaehrdung ausgesetzt. Doch die Hintergruende sind zu offensichtlich, die Wahrheit findet sich bei der Verfolgung einer anderen Spur, die in Richtung auf einen frustrierten hohen Beamten einer Verfassungsschutzbehoerde fuehrt. Horst Eckerts Buch ist eine Mischung aus klassischem Kriminalroman im Drogenmilieu, Geheimdienstermittlungen in islamistischen Kreisen und korruptionsanfaelligen Polizeibeamten, die ihre alten Taten unter allen Umstaenden vertuschen wollen. Trotz dieser Vielfalt der Erzaehlungen bleibt der Roman stringent und verliert sich nicht in Einzelschicksalen. Man legt ihn ungern aus der Hand, da man staendig das Gefuehl hat der Loesung naeher zu kommen und doch erst am Ende die wahre Geschichte erkennt. Insgesamt spannend, aber doch noch kein John Le C..
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VINE-PRODUKTTESTERam 11. Juli 2011
Der Kommissar Zander und seine neue Partnerin Anna Winkler sollen einen eigentlich alten Fall aufklären. Es ist 18 Monate her, dass ein marokkanischer Drogendealer erschossen wurde. Der Täter wurde bis heute nicht ermittelt. Damals war Zander noch in der Drogenfahndung beschäftigt, wurde mittlerweile jedoch aus hier nicht erwähnten Gründen in die Mordkommission versetzt. Doch Zander lässt seine alten Kontakte spielen um die Ermittlungen wieder in Gang zu bringen.

Zeitgleich nimmt der vom Kölner Kurier gefeuerte und sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser haltende PR-Profi Moritz Lemke das Jobangebot der Freiheitlichen Partei an. Ursprünglich waren die Freiheitlichen eine rechte Partei, wollen aber nun ihr Image vollkommen umkrempeln und ihre Wählerschaft in der Mitte suchen.

Dann explodiert im Anbau einer Hinterhofmoschee eine Bombe' wer waren die Täter? Sind sie in der rechten Szene zu suchen?

Als erstes möchte ich anmerken, dass ich politische Romane eigentlich gar nicht mag. Diese Verwicklungen und Machtspielereien innerhalb der Regierung und deren Apparate interessieren mich nicht besonders. Ich habe Sonntag Mittag mit Sprengkraft begonnen und war heute Nachmittag fertig. Das spricht für den Roman, denn ich konnte ihn schwer beiseite legen, weil ich sehr gefesselt war.

Auf der Buchrückseite ist erwähnt, dass Eckert den Vergleich zu Grisham und le Carré nicht zu scheuen braucht. Ich fühlte mich stellenweise ' vor allem im Kapitel Staatsgeheimnisse ' an die Millenium Trilogie von Larsson erinnert. Auch er gewährte ' wie der Autor von Sprengkraft ' einen Einblick in die Machenschaften der Regierung und die Verwicklungen zur Politik. Und wie schon bei Larsson war ich in diesem Thriller auch bei diesen Passagen nicht gelangweilt, sondern interessiert und nicht verwirrt, sondern habe den Überblick behalten.

Die Handlung wird in zwei Strängen erzählt, anfangs soger in dreien. Die Story um Zander, den Ermittler in der marokkanischen Szene und auf der anderen Seite die Handlung um das Geschehen rund um Moritz Lemke bei den Freiheitlichen.

Der Schreibstil ist sehr gut, flüssig und fesselnd. Ich habe gemerkt, dass sich Eckert politisch sehr gut auskennt aber ich habe grossen Gefallen daran gefunden, dass er diese Dinge verständlich und nicht hochkompliziert dargestellt hat. Die Figuren kommen sehr gut rüber, der Ermittler Zander ist mir mit seiner ' doch etwas besonderen Art ' schnell ans Herz gewachsen. Aber auch die Nebenfiguren aus Politik und Staat und selbst die Muslime hat er sehr gut charakterisiert.

Eckert hat auch die Beweggründe der 'anderen Seite' für ihre Taten ausführlich dargelegt und gezeigt, wie ernst diese Menschen den Glauben nehmen, egal wie jung sie sein mögen. Es ist schwierig dies näher zu beschreiben, ohne etwas von der Handlung zu verraten, darum lasse ich diese Einstellung einfach so stehen.

Eine Kleinigkeit war mir persönlich zu 'übertrieben', ich bin der Meinung da wäre evtl. weniger etwas mehr gewesen (aber genau diese werde ich wegen Spoiler nicht verraten ;-) ) und das ist der einzige Grund für meinen halben Punktabzug. Ansonsten war ich positiv überrascht.
Ich hätte nicht gedacht, dass mich der Thriller so fesselt und er mir so gut gefällt, nachdem ich anfangs dachte als Politthriller würde das nicht gelingen. Aber ich lasse mich ja gerne 'umstimmen' und Sprengkraft ist ein absolut empfehlenswertes Buch.

Im Herbst erscheint der neue Roman von Horst Eckert ' Schwarzer Schwan ' und ich freue mich schon darauf.

Mein Fazit: 4,5 von 5 Sternen ' Sprengkraft ist ein spannender, fesselnder, sehr hintergründiger aber absolut nicht 'schwieriger' Thriller um ein hochbrisantes Thema in unserer Zeit.

© Buchwelten 2011
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