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VINE-PRODUKTTESTERam 10. März 2014
„Mut für Zwei“ ist ein Reisetagebuch und der Bericht einer Frau, die einen Weg sucht, sich in ihrer neuen Rolle als Mutter zu finden, und gleichzeitig ihr eigenes Leben nicht aufzugeben - im Grunde ein sehr interessanter Ansatz. Sicherlich kennt fast jede Mutter den Spagat zwischen dem Bedürfnis, sich optimal um ihr Kind zu kümmern, immer für es da zu sein, und sich gleichzeitig nicht selbst zu verlieren und das eigene Leben zu leben.
Es war wahrscheinlich naiv zu erwarten, dass ein einziges Buch die Lösung für dieses Dilemma bieten könnte, denn diesem Anspruch wird es bedauerlicherweise nicht gerecht.
Die Reisebeschreibungen sind unterhaltsam, besonders die Etappe in der Transsibirischen Eisenbahn ist gut geschildert, im Grunde aber eher nebensächlich, da es vorrangig um die Selbstfindung der Autorin geht.
Da es sich um ein Reisetagebuch handelt, darf man sich nicht wundern, dass die Autorin aus subjektiver Sicht schreibt und ihr rein persönliches Empfinden schildert.
Sie muss an exotische Orte reisen, um einen klaren Kopf zu erlangen und ihr Leben zu hinterfragen. Andere gehen dafür eben joggen oder in die Badewanne. Nur finde ich es etwas verlogen, dass es laut ihrer Beschreibung ein Klacks ist, mit Kind durch die Welt zu reisen. Denn: was, wenn der Kleine mitten in der Steppe ernsthaft krank geworden wäre? Oder sie selbst von einem Yak oder der Chinesischen Mauer gefallen wäre? Klar, wenn eine Abenteuerreise so glatt läuft, wie die Autorin das in ihrem Buch darstellt, könnte man sie auch mit drei Kleinkindern und fünf Hunden unternehmen. Ich will ihr nichts unterstellen, aber stellenweise entsteht der Eindruck, dass sie ihre Erlebnisse beschönigt. Vielleicht, weil sie selbst eine Reiseagentur betreibt ...?
Und: ist dieser Trip, den sich Ottonormalmama zur eigenen Bewusstseinserweiterung sicherlich nicht leisten könnte, überhaupt nötig?
Weltbewegend Neues habe zumindest ich nicht aus diesem Buch lernen können. Dass sich ein kleines Kind bei Mama sicher und wohl fühlt, egal ob in Ulan Bator oder Peking, ist keine weltbewegend neue Erkenntnis. Ob man dafür um die halbe Welt reisen muss, sei dahingestellt. Wahrscheinlich würde man auch beim Urlaub auf dem Bauernhof zum selben Schluss kommen. Auch würde ich behaupten, dass es einem elf Monate alten Baby Schnuppe ist, ob es auf der chinesischen Mauer oder auf dem Spielplatz herumtollt. Hautsache Mama macht mit.
Ob Erkenntnisse, die man auf einer Reise erlangt, die doch eine absolute Ausnahmesituation darstellt, auch auf einen Alltag als berufstätige Mutter anwendbar sind? Ich wage das trotz der Überzeugung, mit der die Autorin diese Thesen vertritt, zu bezweifeln.
Der erhobene Zeigefinger und die gelegentliche Überheblichkeit, mit der die Autorin den „normalen“ Lebensentwurf „typischer“ Familien abkanzelt, deren Kinder offenbar nur tumbe, Sandspielzeug stehlende Blagen sind, nervt außerdem ein wenig.
Ärgerlich finde ich zudem, dass im Klappentext angekündigt wird, die Autorin setze sich mit der Rolle der Mutter in verschienenen Kulturen auseinander. Dieser Aspekt hat mich eigentlich am meisten interessiert, wird bedauerlicherweise aber nur oberflächlich abgehandelt.
Auch sprachlich schwächelt das Buch gelegentlich. Da hat das Lektorat einiges durchgehen lassen.
Was habe ich nun aus diesem Buch gelernt? Eltern sollten mutig sein, ihrem Kind ruhig etwas zutrauen und aus dem Verhalten der Kleinen lernen - keine wirklich verblüffend neue Erkenntnis, aber nett, mal wieder daran erinnert zu werden. Sicherlich werde ich trotzdem keine Weltreise beim Reiseunternehmen der Autorin buchen.
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am 25. September 2013
Julia Malchow nutzt eine lange Reise, um sich nach der Geburt ihres Sohnes klar zu werden, wie sie eigentlich leben möchte.
Ich selbst habe so meine Probleme mit diesem Buch - um es einfach als Unterhaltung zu lesen, bin ich als Selber-Mutter gerade zu betroffen. Ich wechsle dauernd zwischen "Mein Gott, wie naiv" über "Ja, diese Entwicklungsphasen eines Kleinkindes sind eigentlich gut bekannt" zu "Himmel, wenn dem Kind zu kalt ist, nimm es halt zu Dir ins Bett!". Und "Mußt Du das Problem und die Lösung wirklich zum 34. Mal ausschreiben?"
Um es als Anregung für mein eigenes Leben zu nehmen, stehen mir meine og Reaktionen im Weg. Außerdem halte ich Frau Malchow finanziell gesehen für eher privilegiert. Laut Hompepage war sie schon auf der 2. großen Reise mit ihrem Levi, unter anderem auf einem Katamaran bei Raiatea oder so - daß man da gut "abhängen" kann glaub' ich ohne weiteres.
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am 11. August 2014
Dieses Buch macht Angst, es macht Angst wie stark eine Mutter ein Kleinstkind in Ihre eigene hedonistische Seinswelt entführt. Hier lässt sich nicht eine Mutter auf Ihr Kind ein, hier soll sich bitte das Kind auf die Welt, den Hedonismus der Mutter einlassen. Hier siegt grenzenloser Egoismus über das Kinderwohl. Für ein Kind ist es vollkommen egal, ob es vor der "Großen Mauer", der Klagemauer oder der Hausmauer spielt, es kann sich daran nicht mal erinnern. Der Bildungsaspekt kann also für das Kind als Grund für die Reise ausgeklammert werden. Eindrücke können nur wirken, wenn sie erhalten bleiben. Spannend auch, wie die Autorin den Bereich der Bindungsbildung zwischen Mutter und Kind (der Vater scheint komplett ausgeklammert zu sein) versucht zu negieren und hier eine Art Kommunitarismus (Besser benutzt bei: "It takes a village"; Hillary Clinton) "ins Spiel bringt". Hierbei jedoch komplett negierend, dass dieser für die ersten beiden Lebensjahre nicht funktioniert, da die Mutterbindung zu dominant eingefordert wird (M.Ainsworth). Wozu tut die Autorin das wohl?! Doch nicht etwa, weil sie als Mutter eigentlich nun auf ihren hedonistischen Lebensstil verzichten sollte?! Und nun händeringend nach Erklärungsmustern sucht, um diesen doch aufrechterhalten und eine innovative, gute Mutter sein zu könnnen?! Die klassische Folge solch egoistischen Verhaltens der Mutter ist häufig ein selbst unsicheres Kind, hoffen wir, dass dies nicht passiert. Trotzdem zeigt die Autorin für mich somit keinen Mut ob ihrer Reise sondern Egoismus gepaart mit Erklärungsnotstand und Naivität gegenüber möglichen Folgen. Der richtige Titel wäre also: Egoismus für Zwei!
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am 8. Februar 2014
Das Buch hat mir gefallen, insoweit, als dass ich es spannend finde mit Kind die Transib-Strecke zurück zu legen. Aber... was mich am Ende schon fast genervt hat, ist die Faszination der Autorin damit, dass andere sie mutig finden. Nachdem das dann zum ich-weiss-nicht-wievielten-Male erwähnt wurde, begann ich mich zu langweilen. Vielleicht bin ich selbst schon zu viel mit Kind unterwegs gewesen und kenne zu viele Familien, die mit 3 oder 4 Kindern auf Weltreise sind. Irritierend ist auch, dass die Autorin dauernd die Brücke zum Alltag mit ihrem Kind in München schlagen möchte. Es passt einfach nicht. Unterwegs und frei zu sein, fernab von Alltagsverpflichtungen wie Geld verdienen, den Verkehr zu bewältigen, bevor man das Kind schnell zur Kita bringt, um es noch rechtzeitig zur Arbeit zu schaffen: es hat nichts, aber auch wirklich nichts damit gemeinsam, dass das Kind ja eigentlich auf Reisen ganz gern in der abgrenzenden Küche bei Fremden spielt. Das heisst nicht automatisch, dass Fremdbetreuung und zwar genau die 9 oder 10 vom Arbeitgeber vorgegebene Stunden das Ideale ist. Aber genau das scheint die Autorin sich beweisen zu wollen (oder habe ich das falsch verstanden?). Klar, ideale Situation wäre, wenn das Kind vom ganzen Dorf gross gezogen wird, am liebsten in herrlich entspannter Umgebung, aber was hat das mit der deutschen Realität zu tun?
Für die Reise an sich würde ich glatte 5 Sterne geben, aber das drumherum... Vielleicht ist es eher etwas für ganz frisch gebackene Eltern, die einen Anstoss dafür brauchen, trotz Kind keine Pauschalreise, sondern was Abenteuerliches zu machen?
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am 9. Februar 2015
Es ist kein Reisebericht im herkömmlichen Sinne den Julia Malchow da verfasst hat. Es ist viel mehr, es ist ein Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt einer Frau die den Mut hat Dinge zu hinterfragen, ihren eigenen Weg zu suchen und ihn zu gehen. Es ist sehr inspirierend sie auf diesem Weg zu begleiten. Ich bin froh auf dieses außergewöhnliche Buch gestoßen zu sein.
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am 29. Juni 2015
Ich als Frau in einem Männerberuf, viel Zeit in Ausbildung und Kariere investiert mit großer Reiselust und Fernweh und trotzdem mit Kinderwunsch und Angst wie das alles funktionieren soll!?
Hier findet jemand genau seinen individuellen Weg so ein Leben zu meistern und gibt mir den Mut es doch auch zu versuchen und meinen eigenen Weg zu finden, ich freue mich auf das Buch der Weltreise mit beiden Kindern. (Falls dieses jemals geschrieben wird. :)
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am 26. Juli 2013
Inhalt:

Julia und Markus sind ein erfolgreiches, unternehmungslustiges Paar, das viel auf Reisen ist. Als sie sich dann für ein Kind entschließen ist klar, es wird sich von nun an einiges ändern. Doch was wird sich denn genau ändern und vor allem warum muss sich das Ändern? Als Julia zwischen Windeln wechseln, Spielplatz und Job an ihre Grenzen stößt und sie sich mit anderen Paaren und deren Familienmodell nicht identifizieren kann, ist für sie klar, so geht es nicht weiter. Für ihre kleine Familie muss es ein Modell geben, dass stimmig ist für alle Beteiligten. Für Markus, Julia und vor allem für Levi. Da Reisen ihr schon mehrfach bei der Ideenfindung geholfen hat, entschließt sich Julia, allen Widerständen zum Trotz, mit Levi aufzubrechen. Es soll keine Erholungsreise werden, sondern eine Reise mit einer Mission, in der sie nicht relaxen sondern das wahre Leben „erleben“ wollen. Eine Reise voll Veränderung und Ideenreichtum; eine Reise mit der transsibirischen Eisenbahn.

Meinung:

Der Einstieg in das Buch ist etwas ungewöhnlich. Der Leser wird gleich mitten ins Geschehen versetzt und erhält Informationen über das Leben und die genaueren Umstände der Protagonisten, erst nach und nach. Dies hat zwar den Nachteil, dass die entstandenen Fragen erst etwas später beantwortet werden, steht aber dem Vorteil gegenüber, dass man die derzeitig geschilderte Situation erlebt, als würde Julia ihre Geschichte und das Erlebnis einer guten Freundin erzählen; nicht einem fremden Leser. Die ersten Seiten behandeln die Frage, warum Julia mit Levi die Reise antritt und was sie sich davon erhofft. Es wird ebenfalls auf die Hindernisse bei der Reiseplanung eingegangen wie auf die Vorurteile und Bedenken, was die Reise mit Kleinkind anbelangt. Als die Reise dann endlich startet erhält der Leser einen Mix aus Reisebericht, Mutter- Kind-Ratgeber und einer Biografie. Es wird auf viele Themen eingegangen aber im Mittelpunkt steht vor allem das Verhältnis Julia zu Levi, also Mutter zu Kind. Die Dinge und Personen die die beiden erleben, werden sehr anschaulich dargestellt und man bekommt Lust, manche Sachen ebenfalls zu erleben. Die Menschen, die sie auf ihrer Reise getroffen haben, haben sie sehr intensiv erlebt und das merkt man auch beim Lesen. Die multikulturellen Zusammenkünfte sind nicht nur ein Highlight für Julia und Levi gewesen, sondern auch für das Buch. Es besticht durch die vielen verschiedenen Personen, die unsere Protagonisten getroffen haben. Die Begegnungen sind wunderbar geschildert, sodass die Personen keinesfalls blass wirken, sondern Charakter und deren Einstellungen sehr deutlich zu spüren ist.
Das Buch lädt dazu ein, sich selbst auf Reisen zu begeben. Mit oder ohne Kind, ist egal, Hauptsache man ist offen für andere Kulturen und Menschen.
Mir hat es Spaß gemacht das Buch und die süßen Bilder (die im Buch vorhanden sind) zu lesen, anzuschauen und die Offenheit zu spüren, die du in Russland, der Mongolei und in China gespürt hast. Manchmal eben mehr, manchmal eher weniger aber stets vorhanden.
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am 4. September 2016
Also wirklich! Auch ich war mit meinem Sohn schon viel unterwegs. Aber was hier als großes Abenteuer verkauft wird, war eine echte Luxusreise. Mit einem ganzen Abteil für Mutter und Kind oder Fahrer, der abholt... Zum Teil exquisite Unterkünfte... Und die halbe Reise auch noch der Mann dabei. Das wird aber so gar nicht dargestellt, sondern erfährt man erst nach und nach beim Lesen. Für mich bleibt da kein Abenteuer übrig. Da sind auf der Welt sehr viele Mütter mit ihren Kindern bei wesentlich schwierigeren Bedingungen unterwegs. Und auch von den Gedanken und Ideen, die die Autorin zum Besten gibt, war für mich nichts neues dabei. Richtig nervig werden dann im Laufe der Lektüre die vielen Wiederholung.
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am 13. Juli 2014
dieses Buches gingen mir derart auf den Strich, dass ich dieses Buch nicht weitergelesen, sondern es abgegeben habe. Gejammer und Genörgel einer "Unternehmerin", die, ach wie schlimm, ja ein Kind bekommen hat, sich mal danach richten muss und dies anscheinend absolut nicht will. Diese Dame tut zumindest auf den wenigen Seiten, die ich gelesen habe so, als wäre es ein Makel, wenn man als Mutter sich um sein Kind kümmert und eigene Interessen mal ein wenig ruhen lässt. Diese Dame tut so, als wäre es eine schlimme Krankheit, ein Kind zu bekommen. Näääh, Frau Mutterschaft (entschuldigung - Frau Malchow)... Das Buch ist im Altpapier am besten aufgehoben.
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am 28. Juni 2016
Ich wurde überrascht, da ich eine „normale“ Reisebeschreibung erwartet habe. Julia Malchow geht noch einen Schritt weiter. Denn mittlerweile sind auch die ehemaligen Geheimtipps für Rucksacktouristen von ebenselbigen völlig überlaufen. Julia Malchow sucht das ursprüngliche abseits von jeglichem Massentourismus, abseits des Mainstreams. Dies macht sie immer wieder deutlich.

Die Reiseroute ist wunderbar gleich vorne auf den ersten paar Seiten zum nachverfolgen. Nach ein paar gemeinsamen Tagen mit ihrem Sohn Levi und dessen Vater in Sankt Petersburg geht es alleine mit Kind weiter: mit der Transsibirischen Eisenbahn zum Baikal See, dort bleibt sie ein paar Tage in einem gemieteten Zimmer. Nach einem Zweitages-Aufenthalt in Irkutsk geht es mit einem anderen Zug weiter durch die Mongolei. Es folgt ein längerer Aufenthalt, zudem auch Levis Vater kommt. Zu dritt in einer mongolischen Jurte. Danach geht es wieder alleine weiter Richtung China und die Reise endet in Peking, wo auch Levi’s Vater wieder dazu kommt.

Sehr interessant waren die Kulturunterschiede zwischen Russland, Mongolei und China zu lesen. Vor allem China kam einem dann schon fast westlich daher, alles gut durch organisiert und nur keine Extra-Touren. Und natürlich die Herzlichkeit, mit denen Levin vor allem von Frauen aufgenommen wurde.

Einige Fotos in der Mitte des Buches ergänzen die Erfahrungen. Ich hätte gerne noch mehr Fotos geschaut …

Ich bin froh, dass Julia Malchow den Mut für diese außergewöhnliche Reise aufbrachte und vor allem darüber berichtete. Es ist nicht nur eine Reisebeschreibung, das kann es auch gar nicht sein, wenn man mit einem kleinen Kind unterwegs ist. Sie macht sich sehr viele Gedanken, und in vielen Aspekten zum Thema Kindererziehung bin ich mit ihr einer Meinung.

Zitat Seite 170: „Es geht nicht darum, etwas hinzubekommen. Es geht darum, mein Leben daraus zu machen. … Levi ist kein Stolperstein, er hält mich von nicht ab, weder in meinem Leben zu Hause noch auf Reisen. Es geht nicht darum, mit ihm alles so zu machen, wie es vorher war. Levi gibt mir eine weitere Chance in meinem Leben, wieder mal alles zu hinterfragen …“

Ihr Sohn Levi wird sich während der Reise als „Eisbrecher“ herausstellen, der viele Kontakte entstehen lässt. Aber auch das Gefühl des Zweifelns, ob die Reise richtig war? Zum Beispiel als ihr Sohn viele Splitter in den Händen hatte und sie am Baikal See mit ihm in ein „Krankenhaus“ musste, oder als sie selber kurz erkrankt. Dennoch, es geht irgendwie immer weiter.

Erfahrungen, wie zum Beispiel mit einer beanspruchten Wander-Outdoor-Hose in einem feinen Pekinger Hotel-Restaurant zu essen, Levi, der selber essen will und der Kellner, der mindestens dreimal um sie herum die Krümel aufgekehrt. Dies gelassen zu nehmen, fällt uns doch eigentlich schwer, aber Julia Malchow gelingt es dies ebenso, wie mit ihrem Sohn die Chinesische Mauer abseits der Touristenströme zu besichtigen.

Zitat Seite 307: „Als freigeistige Mutter mit individueller Lebensvorstellungen muss man extra stark sein.“

Ganz am Schluss gibt es ein Nachwort von der Autorin. Sie reflektiert die Zeit nach diesem Abenteuer und macht Andeutungen zu einer möglichen neuen Reise.

Fazit:
Das Buch ist in viele Kapitel aufgeteilt und lässt sich so gut strukturiert in kleinen Häppchen genießen. Mich hat die Geschichte von Anfang an fasziniert, weil sie nicht nur Reisebeschreibungen enthält, sondern auch Fragen der Autorin nach einem Lebensmodell mit Familie und Kind. Ihre Reise bringt auch auf den Punkt, wie es Müttern mit kleinen Kindern geht und das es doch andere Möglichkeiten geben muss. Dass man nichts als gegeben hinnehmen muss. Viele Ansätze sprachen auch mir aus dem Herzen, und gerade die Ehrlichkeit dieser Gedanken, die sicherlich nicht jeden zusagen wird, machen das Buch neben den Reiseerfahrungen sehr lesenswert. Julia Malchow ist eine starke Frau, die gegen den Strom schwimmt. Das Buch rüttelt wach, eigene Erfahrungen und Gedanken immer wieder neu zu überdenken.
Dieses Buch wandert in mein Bücherregal.

Lieblingsbuch!
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