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am 17. Oktober 2006
Das 21. Jahrhundert wird das Jahrhundert Asiens sein, prophezeien die Auguren. Neben China sorgte der Aufbruch des zweiten asiatischen Schwergewichts Indien bisher für eine geringere Aufmerksamkeit. Olaf Ihlau liefert mit seinem Werk "Weltmacht Indien. Die neue Herausforderung des Westens" eine in sich schlüssige, auf das Wesentliche konzentierte Abhandlung. Der Bogen, den das journalisitisch gut geschriebene Buch spannt, reicht vom Markt der Spiritualität, über den politischen Pluralismus, das angespannte Verhältnis zum "kleinen Bruder" Pakistan bis hin zum Verschwinden der Tiger. Leider fehlen Zitate aus Gesprächen mit Indern, die dem Buch etwas mehr Leben gegeben hätten - egal, ob es sich dabei um Regionalpolitiker, Geistliche, Straßenhändler oder den "Mann auf der Straße" handelt. Dafür werden in dem Buch zahlreiche (m. E. überflüssige) Prognosen zitiert, die den Aufbruch Indiens dokumentieren sollen, die aber m. E. wegen der Länge des Zeitraums kaum nachvollzogen werden können.
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am 19. September 2006
Das Buch liest sich durch den narrativen Stil des Autors sehr leicht und bringt dem Leser die rasante Entwicklung Indiens auf durchaus spannende Weise nahe. Ich war selber 2 Mal im Abstand von 6 Jahren in Indien und konnte mir daher selber ein gutes Bild über die Veränderungen in Indien machen. Diesbezüglich gibt das Buch ein durchaus lebhaftes und sehr authentisches Bild wider.

Leider bekommt man im Verlaufe der Lektüre des Buches das Gefühl, nie richtig in die Tiefe des Themas vorzudringen, sondern immer nur an der Oberfläche zu kratzen. Verstärkt wird dieser Eindruck noch durch eine nicht ganz nachvollziehbare thematische Strukturierung der einzelnen Kapitel. Gegen Ende des Buches werden die Redundanzen dann ein bisschen nervig und man hat nicht mehr das Gefühl, neue Informationen zu bekommen. Den Abschluss bilden schwer zu überprüfende Projektionen in die Zukunft im Sprachduktus eines Peter Scholl Latour, die mir persönlich nicht sehr zusagen.

Positiv ist über dieses Buch zu vermerken, dass es ein ganz guter Einstieg für jeden ist, der sich mit Indien befassen will. Negativ muss man anmerken, dass wirklich profunde Information fehlt. Schließlich erscheint auch der Titel ein wenig irreführend, da manche durchaus interessante Kapitel mit einer "Herausforderung des Westens" relativ wenig zu tun haben (z.B. Bedrohung der Tiger, grausame Traditionen).

Von mir daher 3 gut abgesicherte Sterne.
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am 29. Dezember 2006
Olaf Ihlau hat mit diesem Werk eine Glanzleistung vollbracht, die mich nachhaltig beeindruckt hat. Er beschreibt in 15 Artikeln (inkl. Vorwort)einzelne Facetten indischer Wirklichkeit, von - vermeintlich - bekannten Stereotypen wie der Witwenverbrennung oder dem dem Hightech-Standort bis hin zu dem weniger vertrauten Bild eines ehrgeizigen Spätpubertierenden, der gerne auch mal seine nuklearen Muskeln spielen läßt. Das Leitthema der "Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen" (natürlich nicht im Sinne eines Ernst Bloch) trägt den staunenden Leser durch die knapp 200 Seiten.

Die Vielgesichtigkeit, die Spannungen, die Dynamik und die Beharrung auf Uraltes sind Ihlaus Botschaft. Dass hier eine Gewalt am Werke ist, die nichts weniger erreichen will und kann als die Beendigung der europäisch-zentrierten Weltordnung der letzten fünf-, sechshundert Jahre. Der Autor versteht es ausgezeichnet, diesen Appell auch sprachlich eindringlich zu formulieren. Nur selten verfällt der promovierte Sozialwissenschaftler in einen allzu gefälligen, journalistischen Stil, der dem gelegentlichen SPIEGEL-Leser recht vertraut vorkommt.

Einen Stern kostet lediglich die moll-gestimmte Schlußsequenz, die so gar nicht zu der umfangreichen und fairen SWOT-Analyse des Subkontinents passen will. Natürlich könnten wir als Abendländer in der "Sturmflut der neuen Weltmächte China und Indien untergehen". Aber das ist bei einem so fragilen und erschütterbaren Konstrukt wie Herr Ihlau Indien darstellt, wenig wahrscheinlich. Auch am Ganges wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Wir werden uns sehr, sehr anstrengen müssen, aber als Europäer unseren guten Platz auch in der (Wirtschafts-)Welt des Jahres 2020 haben.
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Indien ist mit seinen 1,2 Mrd. Menschen nach China das bevölkerungsreichste Land der Erde. 2050, so rechnen Demographen, wird es China überholt haben. Indien ist jung - 50% der Bevölkerung ist unter 25 Jahre alt. Die Größte Minderheit bildet mit 150 Mio. Menschen die muslimische Bevölkerung. Rund 70 % der Gesamtbevölkerung lebt - v.a. in den ländlichen Regionen, aber auch in den riesigen Slums der Millionenstädte - in sehr armen Verhältnissen.

Für die etwa 300 Mio. starke Mittel- und Oberschicht hingegen hat sich die Situation in den letzten Jahren z.T. sehr erheblich verbessert. Nach Gandhis Unabhängigkeitskampf und Nehrus Staatsgründung hatte Indien zunächst einen eher sozialistisch orientierten Weg eingeschlagen. Lange Zeit war das Land durch den alles durchdringenden Staatsdirigismus ökonomisch wie gefesselt - ein typisches Drittweltland mit Epidemien und Hungersnöten, regelmäßigen Ausfällen der Strom- und Wasserversorgung, miserablen Telefonverbindungen. Als dann der Ostblock zusammenbrach, fand auch in Indien eine Umorientierung statt. Mit Nachdruck wurde nun eine wirtschaftlichen Liberalisierung betrieben. Seit dem erlebt das Land einen rasanten Aufschwung. Die Wachstumsraten der letzten Jahre liegen regelm. bei 8-10%. Für die nächste Dekade waren zur Zeit der Abfassung des Buches Investitionen in die marode Infrastruktur (Straßen, Telekommunikation, Strom- und Wasserversorgung, Melioration u.ä.) i.H.v. 440 Mrd. USD geplant.

Indien gilt als Back-Office der Welt. Westliche Unternehmen outsourcen und halten sich riesige indische Call-Center, nehmen aber auch weit qualifiziertere Leistungen in Anspruch. Und dies zu günstigsten Konditionen. Die Tagessätze von Software-Beratern, so der Autor, lägen im Westen bei 600-700 , die indischer IT-Spezialisten hingegen bei 150-200 .

Bangalore gilt als das Silicon Valley Asiens. Westliche Hochtechnologiefirmen wie SAP, IBM, Microsoft investierten hier Milliarden. Weitere Zentren boomender Industrialisierung sind Hyderabad, Bombay, Delhi. Längst hat Indien Software-Unternehmen von Weltrang: Infosys, Wipro, TCS (Tata Consulting Services). Ebenso baut Indien auf höchstem Niveau Werkzeugmaschinen, Telefone, Flugzeuge. Weitere Schwerpunkte sind Bio- und Gentechnologie, Pharmakologie, Medizintechnik. Nicht zu vergessen: Lakshmi Mittal - Rang 21 der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt - führt mit ArcelorMittal den mittlerweile weltgrößten Stahlkonzern.

In mancherlei Hinsicht profitiert Indien von seiner kolonialen Vergangenheit. Die Briten beherrschten den indischen Subkontinent rund 150 Jahre lang. Nach der Unabhängigkeit kam es zur Abspaltung der muslimisch dominierten Teile - Pakistan und Bangladesch. Das Commonwealth hinterließ dem vielsprachigen Land die englische Einheitssprache, sowie ein gutes Rechts-, Verwaltungs- und ansatzweise gutes Bildungssystem. Auf der Basis des letzteren gründete Nehru dann von Anfang der 1950er Jahre an etliche Colleges und Unis, auch Eliteuniversitäten nach westlichem Vorbild. Jedes Jahr verlassen 500.000 Ingenieure, Informatiker, Techniker indische Ausbildungsstädten - 12,5 mal mehr als deutsche. Anderseits sind nach wie vor 40 % der Bevölkerung Analphabeten.

Indien ist ein Land krasser Gegensätze - neben einem boomenden Tempelkomplex leben Menschen in Lumpen auf einer Art Mülldeponie, neben hochmodernen Atommeilern findet Landwirtschaft mit dem Holzpflug statt, in der Nachbarschaft von Hangars für Weltraumraketen liegen Wasserversorgungssysteme lahm. Das Land ist nach Japan die asiatische Nation mit dem meisten Milliardären - und mit den meisten Menschen in bitterer Armut. Indien ist eine rechtsstaatliche Demokratie mit formell breiter Akzeptanz, informell regiert jedoch das Kastenwesen. Angehörige niederer Kasten mag man in der Politik akzeptieren; in der eigenen Nachbarschaft oder gar durch Einheiraten in die Familie aber nicht.

Gemäß Rigveda gibt es vier Kasten, die sich historisch wohl v.a. am Kriterium der Hautfarbe festmachten - ein rassistisch-religiöses, von den hellhäutigen Ariern, die im zweiten Jahrtausend v. Chr. einwanderten, zur Unterdrückung der indigenen, dunkelhäutigen Drawiden geschaffenes System: Brahmanen - Gelehrte und Priester, Kshatriyas - Krieger und Adel, Vajshyas - Bauern und Händler, Shudras - Handwerker, Leibeigene und Arbeitssklaven. Kastenlose, Unberührbare, Unreine, Parias sind: Kulis, Prostituierte, Kriminelle, Weber, Wäscher, Schlächter - immerhin 18 % der Bevölkerung. Ebenso wie Angehörige der unteren Kaste sind sie im Alltag so gut wie vogelfrei: Leibeigentum, Schuldknechtschaft, Brandmarkung, Folter, Lynchjustiz schon bei Kleinkriminalität oder Verstößen gegen die Kastenordnung sind an der Tagesordnung - die Polizei sieht oft genug weg. Sowie sich die Götter Indiens ständig vermehrten, so auch die Unter- und Nebenkasten (etwa 3000).

Die jüngsten Medienberichte machten es deutlich - Vergewaltigungen sind in Indien an der Tagesordnung. Streng Verboten, strafrechtlich bedroht und dennoch praktiziert sind Kinderehen, Mitgiftmorde, Witwenverbrennungen, millionenfache vor- und nachgeburtliche Tötungen weiblicher Nachkommen. Letzteres ist keineswegs mit Tradition erklärbar, findet im Gegenteil überwiegend in der hedonistisch-westlich orientierten Mittelschicht statt. Den Menschenrechtsaktivisten dieser Welt ist diese Katastrophe kaum einen Protest wert.

Kinder aus der armen Bevölkerungsmehrheit haben es oft besonders schwer. Oft müssen sie unter übelsten Bedingungen Zigarren rollen, klöppeln, in Textilfabriken schuften, Teppiche knüpfen, Diamanten schleifen. Kleine Mädchen werden erst zu jungfräulichen Tempeldienerinnen gemacht, dann wenn sie älter sind zu Sexsklavinnen.

Steinzeitliche Bergstämme und extreme hinduistische Sekten (Bsp. Aghora) trinken aus menschlichen Schädeln, verzehren Exkremente und Menschenfleisch von im Ganges treibenden Leichen, wälzen sich in Totenasche, praktizieren Sex mit Toten - kurzum sie tun gerade das, was als unrein und ekelerregend gilt, um so auf dem Pfad zu Erleuchtung und Erlösung alle irdischen Empfindungen und Anhaftungen zu überwinden.

Okkultismus, Obskurantismus, Esoterik, Aberglaube boomen - Geistern und Göttern wird mit Räucherstäbchen und anderen Gaben geopfert - um sich mit ihnen gut zu stellen. Vor Entscheidungen werden Astrologen bzw. Horoskope befragt - auch auf höchster politischer Ebene. Gurus, Sadhus und Yogis wie Sri Sri Ravi Shankar, Sai Baba, Maharishi Yogi, Bhagwan Shree Rajneesh mit seinen 90 Rolls-Royces sammelten und sammeln Millionen Anhänger um sich.

Der Hinduismus gilt vielen als Paradebeispiel eine toleranten Religion. Doch auch in Indien gibt es das Phänomen eines militanten Fundamentalismus. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy redet von einem regelrechten "Hindu-Faschismus", der sich in immer stärkerem Maße breit machen würde. Eine "Blüte" hatte dieser de facto unter A. B. Vajpayee erlebt. Regelmäßig kam es zu brutalen Ausschreitungen gegen Muslime, aber auch gegen Christen. Muslime ihrerseits traten oft ebenfalls sehr militant auf - so bspw. in Godhra, wo sie einen Zug in Brand gesteckt hatten, in dem dann 58 Hindus verbrannten. Hindus antworteten darauf mit anti-muslimischen Pogromen in der Provinz Gujarat.

Hinduisten sehen in anderer Religionen keine theologische Bedrohung. Sie haben keine Schwierigkeiten, in ihren Götterpantheon eine weitere Gottheit aufzunehmen, bzw. Identifikationen mit hinduistischen Göttern vorzunehmen. Die Gefahr wird vielmehr im Bereich der Sozialordnung gesehen. Die fremde Ethik ist meist mit dem kosmischen Dharma unvereinbar.

In den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts entstand die Bewegung, die im engeren Sinne als politischer Hindu-Fundamentalismus eingestuft wird. Als einer der Väter gilt Vinayak Savarkar (1883-1966), der 1923 ein Buch mit dem Titel Hindutva. Who is a Hindu" veröffentlichte. Grundtenor: Indien den Hindus - das goldene Zeitalter des Landes endete mit dem Eindringen des Islam; der Niedergang verfestigte sich mit der Herrschaft der christlichen Kolonialmächten.
Im Jahr 1925 wird dann auf dieser ideologischen Grundlage von Keshav Baliram Hedgewar den RSS (Rashtriya Swayamsevak Sangh - Nationale Freiwilligen-Gruppe) gegründet. Gerichtet war die elitäre militärische Organisation zunächst v.a. gegen Gandhis Politik der Gewaltlosigkeit. Der RSS machte dabei aus seiner Bewunderung für Hitlers Politik der völkischen Reinheit kein Hehl.

Etwas moderater gibt sich die BJP (Bharatiya Janata Party), eine aus dem RSS hervorgegangene 1951 als Bharatiya Janata Sangh gegründete Parteienbildung. Sie verfolgt jedoch de facto die gleichen Ziele. Von 1998-2004 stellte sie die Regierung. Ähnlich ausgerichtet wie die BJP, nur militanter und gewaltbereiter, ist die 1966 gegründete Partei Shiv Sena (Armee Shivajis).

Politisch brisant ist der militante Hinduismus natürlich auch im Verhältnis zum muslimischen Nachbarstaat Pakistan. Beide Staaten sind im Besitz von Atomwaffen. Territoriale Streitigkeiten bestehen seid Jahren in Bezug auf die Kashmir-Region.

Wer das im Westen zuweilen so verklärte Indien samt real existierendem Hinduismus aus eigener Erfahrung kennt, weiß um den von Ihlau beschriebenen Mix aus Abstoßendem und Faszinierendem, der einem in diesem Land begegnet. In einer förmlich aufgeheizten Atmosphäre und flirrenden Betriebsamkeit stößt man auf beeindruckend ehrgeizige Dynamik und haarsträubende Nachlässigkeit, auf wache, hoch informierte Gesprächspartner und abgestumpftes, ausgegrenztes Leben, auf liebenswerte Herzlichkeit, wie auf Lüge, Korruption und Betrug, auf hohe ethische Ideale im unmittelbaren Umfeld, sowie auf Ignoranz und Kaltherzigkeit gegenüber Menschen, die nicht zur eigenen Lebenswelt gehören.

Ihlau hat aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit Einblicke in diese Kultur gewinnen können, die kürzeren Aufenthalten verwehrt bleiben. Das Buch ist sehr empfehlenswert.
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am 6. September 2007
„Weltmacht Indien. Die neue Herausforderung des Westens“ ist eines der gelungeneren Indien-Bücher der letzten Zeit. Olaf Ihlau, seines Zeichens langjähriger Auslandskorrespondent der Süddeutschen Zeitung und des Spiegels, zeichnet auf knapp 200 Seiten ein realistisches, sympathisierendes, aber bei weitem nicht euphorisches Bild der größten Demokratie der Welt. Das Buch ist in 14 Kapitel unterteilt, die für sich gesehen unabhängig voneinander sind. Hier schlägt sich der essayistische, man mag es so nennen, „Spiegel“-Charakter seinen Bahn: Das ist ansprechend formuliert, schön zu lesen, aber oftmals etwas zusammenhanglos. Was bleibt? Ihlau ist, wie auch der Politikwissenschaftler Harald Müller (seine Publikation über das Milliardenreich trägt ebenfalls den Namen „Weltmacht Indien“), ein Überzeugungstäter. Nicht China, sondern Indien gehöre die Zukunft. Die Gründe hierfür sind überzeugend und liegen im demokratischen Geist Indiens und dem Faktor Demographie, der Indien noch (bevölkerungstechnisch gesehen) mächtiger mache als das Reich der Mitte. Doch es bleiben viele Zweifel: Allerorten Probleme mit nach Autonomie strebenden Minoritäten, das diskriminierende Kastensystem und der nationalistische Hinduismus, der als Konfliktverursacher fungiert. Fazit: Ein gutes und recht kritisches Buch zum Thema Indien, dem ein wenig der rote Faden abhanden kommt. Löblich ist auch, dass Ihlau nicht nur die wirtschaftliche Dimension anspricht, sondern die Gesellschaft en detail unter die Lupe nimmt.
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am 2. Januar 2013
Das Buch ist sehr gut. Habe selten ein Buch über Indien gelesen welches so klar und ohne Emotionen geschrieben ist
ohne zu sachlich zu sein. Es macht Spaß dieses Buch zu lesen und man hat einen guten Überblick über
die " Weltmacht Indien" Ich war selber sehr oft in Indien und konnte manches gut nachvollziehen.
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Aus europäischer Sicht ist Indien ein Land der krassesten Gegensätze: Modernste Technologie und steinzeitliche, ja sogar kannibalische Kulturen, bitterste Armut und bombastischer Reichtum finden sich auf indischem Boden, manchmal dicht nebeneinander. Der demografische Faktor ist Indiens größtes Potenzial. Die Republik wird China in etwa 30 Jahren hinsichtlich der Bevölkerungszahl überholen. Indien ist momentan auch das Land mit dem rasantesten Wirtschaftswachstum - noch vor dem viel gepriesenen China. Olaf Ihlau beschreibt in seinem Buch anschaulich und konkret den erwachenden Riesen Indien. Für ihn wird das Land ein ernst zu nehmender Global Player im Kampf um Märkte, Menschen und Energieressourcen und in der Weltpolitik. Ihlaus Blick erfasst auch die historischen, kulturellen und religiösen Grundlagen sowie die politischen Probleme. Wir empfehlen diesen kompakten, leicht lesbaren und aufrüttelnden Überblick über die vielen Facetten Indiens allen Interessierten, insbesondere Führungskräften in Wirtschaft und Politik.
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