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Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen
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4,0 von 5 Sternen

TOP 500 REZENSENTam 14. November 2010
Die Feudalherren der Vergangenheit haben es nicht geschafft, aus anderen chemischen Bestandteilen Gold herzustellen, aber sie haben es wieder und wieder versucht. Heute ist der Gewinn auf Eigentum, Produktion, Grund und Boden eine solche künstliche Goldherstellung, die alle Könige früherer Zeiten vor Neid erblassen ließe. Dabei spielen Gedanken um Naturkreisläufe und Nachhaltigkeit keine Rolle mehr. Es geht nur noch um das einzig Wahre: Gewinne sichern unser Überleben, sowohl einzel- als auch gesamtwirtschaftlich. Niemand hinterfragt diesen Fetisch mehr, seit dem Ende des Kommunismus darf er bedingungslos gierig agieren. Wachstum ist gut, Minus-Wachstum schlecht.

Im Feudalismus spielte der Gewinn überraschenderweise nicht die entscheidende Rolle (es gab immer auch eine Sorgfaltspflicht gegenüber der Natur und den Bauern, keine Überspannung der Ausbeutung), es gab andere Ziele bzw. Unterdrückungsmechanismen. Stammesbünde hatten ebenfalls keine Profitmaximen, ebensowenig die historischen Sklavengesesellschaften. Trotzdem waren sie gewalt- bzw. unterdrückungsorientiert. Der Gewinn heute als Guideline Nr. 1 unterdrückt natürlich-ökologische Zusammenhänge, er ist eine Gewalt, die exponentiell für massenhafte Zerstörung sorgt. Wachstum in diesem Sinne zwingt uns, die natürliche Umwelt auszubeuten, um am Ende nicht mehr genügend Luft zu haben, um das Wachstum aufrechtzuerhalten. Dies betrifft sowohl die kollektive Luft als auch die eigene Konsumluft, die nur noch über Kredite aufrechtzuerhalten ist.

Dabei spielt der Zins die fatale Rolle. Ursprünglich für den Ausgleich von Produktions- bzw. Versorgungslücken gedacht, hat der Zins längst die Rolle des Goldenen Kalbes übernommen. Alle tanzen um es herum und versprechen sich goldene Zeiten ohne Anstrengung. Finanzströme fließen ungehindert in die Welt und können ganze Volkswirtschaften lähmen. Dabei haben diese Ströme bzw. die Rendite jegliche Koppelung an die Realwirtschaft verloren, sie tanzen ihren Tanz um ihr eigenes Standbein, den satten und immer satter werdenden Gewinn.

Der Code Napoleon 1805 war der Startpunkt, sozusagen die begriffliche Weiche für den legalisierten Raubbau an der Natur, die wir sein 200 Jahren erleben. Dieses Eigentumsvertändnis ist heute nach wie vor die Basis für unser bürgerliches Verständnis der rabiaten Vermehrung. Diese Lizenz zum Plündern der Lebensgrundlagen in sozialer und ökologischer Hinsicht kann so nicht weiter bestehen. Es muss zum Kollaps führen, weil die Geldwirtschaft der Realwirtschaft davon gallopiert und beide jegliches Gefühl für Ethik und Moral verloren haben.

Banken können wie Alchemisten viel zu viel Geld herausgeben und damit die Welt im Grunde negativ beeinflussen, weil ihre Renditeziele wiederum die Realwirtschaft erreichen und dort für einen brutalen Wettbewerb sorgen. "Mit aus dem Nichts geschöpften Giralgeld können die Geschäftsbanken demnach das Kursniveau an den Börsen in die Höhe treiben und Spekulationsblasen erzeugen."

Bernd Senf analysiert glasklar und verständlich, seine Sätze scheuen nicht, auch andere zu zitieren, über längere Passagen, ein Mediator des vergleichenden Verstehens. Der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass unsere Wirtschaft krankt und in einem Buch wie diesem werden Erkenntnis-Grundlagen dafür geschaffen, wie man es lösen könnte. Bernd Senf zitiert immer wieder die Geldtheorie von Silvio Gesell, mit der die Funktion eines überhitzten Zinses zurückgedrängt und das Geld wieder ein natürlicher Begleiter von Produktion und Konsum werden könnte.
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am 22. März 2009
Der Autor kommentiert das Verhältnis von Gewinn zu Menschlichkeit und politisch gewollter Sinnhaftigkeit oder Unsinnigkeit.

Einleitend wird der Gewinn als zentrale Größe herausgearbeitet, an der sich alles orientiert. Dabei reicht die Wirkung bis tief hinein in die Kreditmärkte und bestimmt das Verhältnis der Investoren und Anleger.

Die scheinbare Selbstverständlichkeit: Gewinne sind gut, Verluste sind schlecht", oder: Gewinn-Unternehmen sind gesund, Verlust-Unternehmen sind krank" wird hinterfragt.

Danach wird der Bezug zur gesamtwirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Dimension herausgearbeitet. Die Frage nach dem Sinn des Wirtschaftens wird deshalb neu gestellt.

Die schrankenlose Gewinnorientierung erreicht nur die Erhaltung eines toten Produktionsapparats, nicht aber die lebenden Einsatzfaktoren Natur und Mensch. Die eigentümliche (Un-)Ordnung der freien Marktwirtschaft", wie Senf dies nennt, gewährt den Eigentümern die Freiheit zum ökologischen und sozialen Raubbau zwecks Vermehrung ihres Eigentums.

Gut und exakt ausgeführt ist die jeweiligs positive Kritik an Silvio Gesell, Irving Fisher, Binswanger und Joseph Huber - und ihren Ideen zu einer Erneuerung der Geldschöpfung.

Die Gemeinsamkeiten zwischen Schauberger, Reich und Gesell nehmen einen umfangreichen Teil des Buches ein. Energie und Energiefluss werden mit dem Geldsystem in Korrelation gesetzt.

Als grundsätzlich Lebensfeindlichkeit arbeitet der Autor im Vorfeld jedoch wieder einmal den Zins heraus, der über den Zinseszins das exponentielle Wachstum des Gewinns ermöglicht. (Vergleich des Wachstums des Tumors bei Krebs.) Die Folge davon ist, dass die Zinslasten einen immer größeren Teil des Sozialprodukts aufbrauchen. Geld- und Tauschsysteme ohne Zins stehen im Lösungsansatz deshalb auch ganz vorne.

Im Kern des Buches wird also die Frage erarbeitet: wie kann die Ökonomie zur Besinnung kommen!

Inhaltsverzeichnis:

A) Der Tanz um den Gewinn
Von der Besinnungslosigkeit zur Besinnung der Ökonomie
Warum dreht sich alles um den Gewinn?
Verzerrte Aussagekraft von Gewinnen im Sozialismus
Die Aussagekraft von Gewinnen im Kapitalismus
Die Not-Wendigkeit einer sozial-ökologischen Besinnung der Ökonomie

B) Kontroversen um das Geld
Die Konferenz von Steyerberg 2000
Problempunkte des Geldsystems
Die Geheimnisse der Geldschöpfung
Silvio Gesells Konzept eines staatlichen Währungsamts mit zinsfreier Geldemission
Gesell, Silvio, Bd.11 : Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld 1920
Giralgeldschöpfung der Geschäftsbanken - Mythos oder Realität?
Weltwirtschaftskrise 1929 und die Diskussion um ein 100%-Money"
100%-Money 100%-Geld
Das Vollgeld-Konzept von Joseph Huber
Geldschöpfung in öffentlicher Hand
Geld und Magie - Hans Christoph Binswanger zur Geldschöpfung
Geld und Magie
Die kollektive Verdrängung der Geld(schöpfungs)- und Zinsproblematik

C) Fließendes Geld und Heilung des sozialen Organismus
Die Lösung (der Blockierung) ist die Lösung
Gemeinsamkeiten zwischen Schauberger, Reich und Gesell
Viktor Schauberger und die Fließbewegung des Wassers
Wilhelm Reich und die Fließbewegung der Lebensenergie
Silvio Gesell und die Fließbewegung des Geldes
Zerstörung und Wiederentdeckung des Lebendigen

D) Börsenfieber und kollektiver Wahn
Impressionen vom Börsengeschehen
Gemeinsames Muster individuellen und kollektiven Wahns
Individuelle Panzerung und gespaltener Energiefluss - Ergebnisse der Schizophrenieforschung von Wilhelm Reich
Gespaltener Geldfluss und Wirtschaftskrisen
Die Spaltung des Geldflusses in Realwirtschaft und spekulative Finanzmärkte
Ursachenbehandlung oder Symptombekämpfung?
Der Funktionswandel der Finanzmärkte: Von der Finanzierung zur Spekulation
Die Krise des Weltfinanzsystems - auf dem Weg in den Super-Gau?
Die Suche nach Sündenböcken als Personalisierung der Systemkrise
Gespaltener Geldfluss - gespaltener Energiefluss: Funktionelle Identität zwischen Börsengeschehen und individuellem Wahn

Weitere Bücher zum Thema:

Kompakt aufbereitet in:
Prinz des Goldes: Fabelhafte Finanzkrise

Weitere Bücher von Bernd Senf:
Die blinden Flecken der Ökonomie
Der Nebel um das Geld
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am 20. Oktober 2013
Der Gewinn, so wie er heutzutage in einer Bilanz festgestellt wird, greift viel zu kurz und lässt Kosten weg, die dann eben der Gesellschaft, dem Staat aufgebürdet werden.
Dieses Buch unbedingt lesen und weiterempfehlen.
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am 13. Dezember 2014
Habe das Buch gerade erst erhalten und es scheint wirklich unglaublich spannend zu sein aber die schriftart ist ein wenig schwer leserlich.. komisch
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am 15. September 2011
Herr Prof. Senf wäre besser bei der Schriftart geblieben, die in seinem Fachbuch
"die blinden Flecken der Ökonomie" benutzt wurde.

Es entzieht sich meiner Kenntnis, was Herrn Prof. Senf "geritten hat" so eine
Schriftart (schwer leserlich) in Druck zu geben.
Da verdirbt man sich ja die Augen.

Habe das Buch wieder zurück gegeben.
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