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Nach mehr als hundert Büchern, die Janosch FÜR Kinder und Jugendliche geschrieben hat, ist es endlich an der Zeit für etwas Neues: ein Buch ÜBER ihn, in dem Kleiner Tiger, Bär und Tigerente einmal in den Hintergrund treten.

In der vorliegenden Biografie erzählt der weltberühmte Künstler aus seinem Leben. Er schreibt seine Memoiren aber nicht einfach herunter, sondern lässt sich auf ein Interview mit sich selbst ein. Jan Skral - eine Art Alter Ego - wirft bei einem Glas Wein viele interessante Fragen auf. Wir lernen einen bescheidenen, authentischen, philosophischen, zynischen aber vor allem tiefsinnigen Janosch kennen. Unter anderem erfahren wir, was Glück für ihn bedeutet, wie er mit dem Interesse der Öffentlichkeit umgeht, wovon er des Nachts träumt, was ihm das Wichtigste im Leben ist und wie das Gerücht entstand, er sei ein Frauenfeind.
Janosch spricht etwa über seine harte Kindheit und Jugend und seine berufliche Laufbahn. Der Zeichner, Geschichtenerfinder, Anarchist und Eigenbrötler, der nur ungern bei seinem bürgerlichen Namen genannt wird, wurde am 11. März 1931 im schlesischen Hindenburg geboren, dem heutigen Zabrze in Polen. Er wuchs abwechselnd bei Eltern und Großeltern in einer Bergarbeitersiedlung auf. Armut, Prügel, Alkohol und die Kirche, deren Irrlehre" ihn verblödete", bestimmten sein frühes Leben.
Im Alter von 13 Jahren begann er eine Lehre in einer Schlosserei in Oberschlesien. Danach arbeitete er in einer Textilfabrik in der Nähe von Oldenburg. Kurze Zeit später besuchte er die Textilschule in Krefeld und von dort verschlug es ihn 1953 nach München an die Akademie der Künste, nach deren Besuch er von dem seltenen Verkauf einzelner Zeichnungen lebte. Auf der Suche nach Arbeit geriet er schließlich 1959 an den Verleger Georg Lentz, der Janoschs Komik entdeckte. In der ungewöhnlichen Zusammenarbeit mit Lentz entstand Janoschs erstes Buch Die Geschichte von Valek dem Pferd". In dieser Zeit war Janosch noch ausschließlich als Illustrator tätig, die Schriftstellerei war ihm ein Grauen. Wie alle Künstler war auch der Schöpfer der Tigerente nicht von Anfang an mit Erfolg gesegnet: es wurden 70 Exemplare von Valek verkauft, danach meldete der Verlag Konkurs an. Janosch zeichnete und schrieb (letzteres notgedrungen) fleißig weiter. Zahlreiche Werke für Kinder und auch für Erwachsene wurden veröffentlicht. Im Jahre 1975 erhielt er den Literaturpreis der Stadt München, 1979 folgten der Tukan- sowie der Deutsche Jugendbuchpreis für sein wohl bekanntestes und mehrfach verfilmtes Buch Oh wie schön ist Panama". Ein Jahr später zog er sich in ein Haus in den Bergen von Teneriffa zurück, wo er noch heute frei nach seinem Motto Es gibt nichts, was nicht geht" lebt und in der Hängematte die Welt analysiert.

In seiner Biografie verurteilt Janosch außerdem gesellschaftliche Zwänge sowie den Umgang des Menschen mit den Tieren. Auch verleiht er seinem Zorn gegen die (deutsche) Justiz Ausdruck, die den Betrug in Grauzonen dulde und die Täter mehr schütze als die Opfer. Im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung versteht sich Janosch nicht als Kinderbuchautor, sondern als Zeichner, der aus Not zu seinen Bildern Geschichten schreiben muss, die sich, wenn es dies nicht täte, andere Autoren - von Janosch Spinner" genannt - ausdenken würden.
Zu seiner Adrenalinquelle Nummer Eins ist der Kampf gegen betrügerische Verlage geworden, der auch in Reden Sie Tacheles, Herr Janosch" in schockierenden Einzelheiten behandelt wird. Innerhalb von 34 Jahren Künstlertätigkeit sind sieben schwerwiegende Betrugsfälle aufgedeckt worden. Sehr beliebt sind hier Umschichtungen des Honorars am Autor vorbei" durch Waren- oder Lizenztauschverfahren. Beispielsweise sind so von 50.000 verkauften Büchern nur 700 Stück abgerechnet worden. Doch vor Gericht genügten die gesammelten Beweise nicht. Es wurden lediglich Vergleiche angestellt. Von den gesamten ihm zustehenden Honoraren aller bisher veröffentlichten Bücher hat Janosch etwa nur 1/3 erhalten. Wie er konstatiert, scheine Wirtschaftskriminalität die übliche Lebensart unter Verlegern zu sein.

Nach dem langen Interview, das den Leser zum Nachdenken provoziert, folgt ein Zusammentreffen mit Astrid Lindgren. Aus Angst vor den immer gleichen, oberflächlichen Fragen sah Janosch dem Doppelinterview zunächst mit Unmut entgegen. Doch soweit kommt es nicht. Er und Frau Lindgren, die im Gegensatz zu ihm eine glückliche Kindheit hatte, zwingen die Journaille" zu sinnvollen Fragen. So wohnen wir bei, wenn sich die beiden Lebenskünstler Gedanken darüber machen, wie sie die Welt ändern würden, wenn sie Gott wären und sich einen Spaß damit erlauben, der kritisch beäugten Presse die Fotos zu vermiesen.

Abschließend kehrt Janosch in einem dritten, sehr kurzen Kapitel noch einmal zu dem Haus in Zabrze zurück, in dem er früher gelebt hat, um sich mit seiner Vergangenheit auszusöhnen.

Natürlich enthält das Buch auch viele Illustrationen von Janosch, größtenteils aber unbekanntere. Vor allem frühe Zeichnungen für Erwachsene sind vertreten. Doch diese - man kann es sich gar nicht vorstellen, hat man dieses Buch nicht gelesen - verblassen hinter der fesselnden Biografie.

Die vorliegende Interview-Biografie ist ein Muss für alle Janosch-Fans, die gerne mehr über den sympathischen Aussteiger erfahren möchten und all diejenigen, die gerne in Büchern über außergewöhnliche Persönlichkeiten schmökern. Außerdem sei es all denjenigen ans Herz gelegt, die einmal einen schonungslosen Einblick in die Strategien der nicht immer ganz so loyalen Verleger erhalten möchten. Abgesehen von Janosch würde kaum ein anderer Autor derart offen sprechen.

Leben & Kunst" ist ein Buch so unkonventionel, facettenreich und spannend wie Janosch selbst.
Sehr wahrscheinlich, dass der Leser das Buch bis zum Ende nicht mehr aus der Hand legen wird.

Kristina Scherer
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am 13. Februar 2012
Als ich im Fernsehen den Beitrag "Von dem Glück, als Herr Janosch überlebt zu haben" gesehen habe, war ich begeistert und fand dann dieses begleitende Buch. Mit Janosch-Geschichten sind meine Kinder groß geworden und ich beim Vorlesen und Hören immer ein Stückchen fröhlicher. Es ist einfach schön, über einen solchen Lebenskünstler mehr zu erfahren.
Ein Stern Abzug deshalb, weil dieses Buch besseres Papier verdient hätte.
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am 4. Januar 2006
Endlich mal ein Bildband, der sich ganz dem Künstler hinter dem Kinderbuchautor und -illustrator widmet. Janoschs "unbekannte" Seite also, die verschrobene Portraits und Bilder voller Fantasie zeigt. Natürlich kommt auch dieses Buch nicht ganz ohne "Panama" aus, aber die zum Teil schon zu reinen Marketing-Produkten degradierten Kinderfiguren spielen nur am Rande eine Rolle. Dazu eine ausführliche Lebensgeschichte des Multitalents. Eine hochwertige Buchausgabe mit wirklich sehr schönen Drucken.
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