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am 1. Juni 2008
Iphigenie: "Sie reden nur durch unser Herz zu uns."

Iphigenie, Tochter des Agamemnon, von der Göttin Diana dem grausamen Opfertod entrissen und nach Tauris versetzt, wo sie seitdem Dianas oberste Priesterin ist, sehnt sich nach ihrer griechischen Heimat zurück. Doch Thoas, der König der Taurier, der sie zur Frau begehrt, will sie nicht ziehen lassen. Ihretwillen hat er sogar die blutigen Menschenopfer der Skythen eingestellt, aber dennoch weist ihn Iphigenie sanft aber bestimmt zurück ("nicht unedel sind die Waffen eines Weibes"). Widerwillig verspricht Thoas, sie gehen zu lassen, wenn es dafür eine Gelegenheit gäbe ("Tu deine Pflicht, ich werde meine tun"). Zwei gefangene Fremde an Tauris Strand will der verbitterte König zum Opfertod bestimmen. Iphigenie muss in einem der Gefangenen ihren Bruder Orest wiedererkennen. Um seinen Vater Agamemnon zu rächen, war er zum Mörder seiner eigenen Mutter geworden und ist seitdem, gehetzt von Furien, dem Wahnsinn nah. Apollos Orakel hat ihn endlich nach Tauris gewiesen: wenn er die Schwester heimhole, so werde er entsühnt. Orest vermeinte, das Standbild Dianas rauben zu sollen, doch nun findet er hier seine eigene tot geglaubte Schwester. Gemeinsam mit Pylades wird ein Fluchtplan geschmiedet; das Schiff der Griechen wartet schon verborgen in einer Bucht. Iphigenie soll den Skythenkönig, der auf das Opfer drängt, noch ein wenig hinhalten. Doch Iphigenies reines Herz vermag den König nicht zu belügen. Offen gesteht sie ihm den Fluchtplan und macht ihm zugleich deutlich, dass er kein Recht habe, sie und die Gefährten festzuhalten. Sie gemahnt ihn an sein Wort - jetzt sei die Gelegenheit, wo er sie ziehen lassen müsse. Mürrisch gewährt es Thoas, doch nicht im Groll will Iphigenie von dem Mann scheiden, den sie wie einen zweiten Vater verehrt. Mit Engelszungen bezwingt sie das harte Herz des rohen Skythen und in wahrhafter Freundschaft dürfen die Gefährten von Tauris scheiden.

Goethe (1749-1832) hat seine Iphigenie nach Vorlage der griechischen Tragödie des Euripides nach langem Ringen (1779-1789) als Schauspiel geschrieben, die Versform während und nach seiner Italienischen Reise. Goethe selber war zum Hof in Weimar gekommen, seine Aufgaben wechselten und der Dichterberuf kam sicher zu kurz. So konnte ihm der Gedanke an die alte griechische Dichtkunst einen Weg öffnen, der die Freiheit außerhalb Weimars möglich machte.

Dieses Stück ist das Paradebeispiel der Hochklassik. Goethe verwendet hier das Streben nach Wahrheit, Menschlichkeit und die dahinterstehende Tat als seine ewige Botschaft. War noch Götz von der Freiheit beseelt, Faust im Ringen um Wort und Tat beschäftigt, so verbinden sich hier in wunderbarer Rhetorik Kommunikation, Überzeugung und Klarheit. Kein Ortswechsel, alles spielt im Hain Dianas Tempels und so rücken die Dialoge in den fünf Akten in den Vordergrund. Und in ihnen die Gegensätze, der Dualismus, kein Gutes ohne Böses, keine Wahrheit ohne Lüge, keine Ratio ohne Emotio etc ; Hegels negative Dialektik auch hier. Ob Iphigenie mit Thoas, der zur Überzeugung geführt werden will, ob der wahnsinnige Orest und der vernünftige Pylades, immer erstklassig bei reinster Sprache. So wie der Wunsch nach Nähe; Thoas drängt zu Iphigenie, so wird die Kluft größer. Erst im Freisein eröffnet sie ihm den Weg der Freundschaft. Trommelnde Rhetorik, Satz und Gegensatz in pfeilschneller Art tauschen Argumente, die immer mit dem Ziel Iphigenies verbunden sind, dem "Mächtigen, was ihm gefällt, mit Wahrheit zu sagen". Kein Trug, Wahrheit und Menschlichkeit sind ihre Farben, allgegenwärtig, "Ich habe nichts als Worte", ihre Botschaft an die Vernunft UND an das Gefühl.

Wie Vernunft und Gefühl, gerade in dem strategischen Vorgehen Pylades ("zweifelnd beschleunigst du die Gefahr") im Verhältnis des eher wahnsinnig scheinenden Orest. Doch dieser erlebt am Ende des dritten Aktes eine therapeutische Wendung ("Es löset sich der Fluch, mir sagt's das Herz"). Im Erkennen der Schwester ("Zwischen uns sei Wahrheit!") erlischt Schuld und der Neubeginn des Lebens steht auf dem Plan ("Nach Lebensfreud' und großer Tat zu jagen"). Die Götter sind dabei, auch bei Pylades, wenn er sagt: "Was ist des Menschen Klugheit, wenn sie nicht auf jener Willen droben achtend lauscht?" Ja, "um Gutes zu tun braucht's keine Überlegung", denn der "Zweifel ist's, der Gutes böse macht. Bedenke nicht, gewähre wie du's fühlst". So erkennt Thaos am Ende, dass er Iphigenie nicht halten kann, sie will neben all den hehren Tugenden die Freiheit, die sie nun von ihm bekommt, da er den Sinn wahrnimmt hinter ihren Worten: "frei atmen macht das Leben nicht allein." "Reiche mir zum Pfand der alten Freundschaft deine Rechte" sind Iphigenies Abschiedsworte.

Iphigenie steht zwischen Thaos und Arkas, zwischen Orest und Pylades, sie verkörpert Goethes lebenslanges Menschheitsideal, welches er im Faust beschreibt, beginnend mit: Das Ewig-Weibliche zieht uns hinan. Der Naturmensch stirbt zugunsten des Geistes, ein ewig Stirb und Werde.

Goethes Vorbild ist eine Tragödie, diese hätte im letzten Akt das zerstörerische Moment. Doch sein Ziel ist die Konfliktlösung, und der fünfte Akt ist die Befreiung aus Abhängigkeit und Schuld, hier wird der Konflikt endgültig aufgelöst, die Tragödie ist Schauspiel. Das Gute siegt wie die Menschlichkeit, der Humanismus, dem Menschen immanent.
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am 21. März 2013
Netter Kontakt Ware einwandfrei! Die Bestellung hat vorzüglich geklappt !!! DAs was nervt ist nur Amazon mt seinen Wortbestimmungen zu einer Beurteilung. die ersten 4 Worte hätten gerreicht.
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am 18. Mai 2007
Ich kann die bisherigen Rezensionen absolut nicht nach vollziehen. Hab das Buch selber in der Schule gelesen, fand es aber nicht öde/langweilig sondern sehr spannend. Mag vielleicht auch daran liegen, dass ich gerne einen klassischen Aufbau vorliegen habe und mich auch für Mythologie interessieren. Kann also das Buch nur empfehlen.
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am 5. Dezember 2000
Dieses ursprünglich sehr bedeutende Werk der Antike verlor durch die klassische Arrondierung seinen einstigen Aussagegehalt. Die Verständnisschwierigkeiten des Lesers kulminieren in undurchschaubaren Verwandschaftsverhältnissen der handelnden Personen. Dagegen bleibt der Handlungsverlauf durch Gestaltung in Form eines geschlossenen Einortdramas für den Leser überschaubar und nachvollziehbar. Die Intention des Autors tritt nicht explizit hervor, sondern muss individuell vom Rezipienten interpretiert werden. Die Sprachgewandheit des Autors, sowie die rhetorischen und stilistischen Fähigkeiten, die in den Dialogen hervortreten, sind anerkennens- und bemerkenswert. Somit lässt sich festhalten, dass dieses Werk für den privaten Lesegenuss ungeeignet ist, aber durchaus den Anforderungen einer schulischen Standardlektüre gerecht wird.
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am 25. Oktober 2003
Finger weg von diesem Werk! Es ist unbeschreiblich langweilig und Satzbau & Wortwahl macht den Eindruck, Goethe habe Stück im Suff geschrieben.
Für alle, die die Iphigenie im Deutschunterricht der 10.Klasse über sich ergehen lassen müssen, ist dieses Drama ein guter Grund die Schule nach der 9. Jahrgangsstufe zu verlassen.

BTW: Den Stern gibts nur weil ich keine null Sterne hergeben kann - obwohl es für dieses Stück durchaus angemessen wäre.
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