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Kundenrezensionen

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am 5. Juli 2010
Verirren. Eine Anleitung für Anfänger und Fortgeschrittene von Kathrin Passig und Aleks Scholz ist eigentlich keine Anleitung. Oder anders: Es ist viel mehr als eine Anleitung zum Verirren. Es ist, je nachdem was man daraus macht, in weiten Teilen sogar eine Anleitung, um sich nicht zu Verirren.

Das Buch ist in 3 Teile gegliedert, schlicht "Anfänger", "Fortgeschrittene" und "Experten" überschrieben. Diese 3 Teile werden umschlossen von einer "Einleitung" und dem "Schluss".

Passig und Scholz pflegen einen sehr angenehmen Schreibstil. Das Buch ist in keinster Weise schwierig zu lesen, über weite Strecken witzig und auf angenehme Weise lehrreich. Leichte Lektüre und problemlos in wenigen Stunden lesbar.

Der gesamte 1. Teil stellt, neben kurzen Verirrungen und einem ersten, vorsichtigen Blick auf die Ursachen von Verirrungen, Methoden dar, sich aus der Verirrung wieder zu befreien, ließe sich also auch gut nutzen, um sich erst gar nicht zu verirren. Allerdings macht er Lust aufs Verirren, in halbwegs sicherem Terrain. Mit dem Wissen um den Weg zurück, mag man sich sehr gern mal wieder verlaufen. Diesen 1. Teil fand ich sehr informativ, auch wenn ich nicht viel Neues gelernt habe, so frischte er vorhandenes Wissen unterhaltsam wieder auf.

Der 2. Teil für Fortgeschrittene geht detaillierter auf die Frage ein, wie es eigentlich kommt, dass wir uns verlaufen, mit besonderem Blick auf das Gehirn (der innere Kartograph). Der Leser erfährt mehr über das Phänomen Verirrung und bekommt Tipps zum richtigen Verhalten in einer fortgeschrittenen Verirrung. Das wird garniert mit astreinen Abenteuergeschichten, die dem Leser klar machen: Fortgeschrittene Verirrungen sind etwas ganz Anderes, als in Berlin mal kurz nicht weiter zu wissen. Sie sind gefährlich, potentiell tödlich und sie hören meist auch nicht einfach so auf. Auch wird die eine oder andere absurd erscheinende Verirrung geschildert, oder können sie sich vorstellen, dass man ums Leben kommen kann, weil man nachts, allein auf weiter Flur zwar, ansonsten aber gut ausgerüstet, zum Schlaf gebettet, mal kurz Wasser lassen musste?

Der 3. Teil, "Experten" überschrieben, vertieft das Wissen des Lesers über Orientierungsmethoden, Veirrensursachen und wie man sich in einer Verirrung am besten verhält. Passig und Scholz erklären uns den inneren Kartografen genauer und philosophieren ein bisschen über das Verirren, den Fortschritt und Zen ("Hier sein").

Ein wirklich schönes Buch und ein gutes Beispiel, dass populärwissenschaftliche Literatur sehr lehrreich sein kann, wenn die Autoren sich die richtigen Themen wählen.
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VINE-PRODUKTTESTERam 26. Dezember 2012
Ein superspannendes Buch von Kathrin Passig und Aleks Scholz.
Ich habe "Verirren" in einem Ratsch runtergelesen. Das Thema selbst fand ich aber auch vorher schon interessant.
Man kann einige interessante Tipps aus dem Buch mitnehmen, wie man in Verirrenssituationen klarkommt und vielleicht wieder herausfindet. Der schlimmste Feind des Verirrten ist die Panik. Trotzdem ist das Buch natürlich weit davon entfernt ein Überlebenshandbuch zu sein. Eher sowas wie eine Sammlung von Gedanken und Erfahrungsberichten. Das Verirren und die Technik adäquat darauf zu reagieren, ist eine Möglichkeit den Alltag anders zu erleben. So erfährt man, wie man sich auch mal bewusst verlaufen kann und dann vielleicht auch ein Abenteuer erlebt. Sonst ist das Buch aber auch hinreichend spannend geschrieben und ich habe einige interessante Lesehinweise gefunden z.B. das sicher haarsträubende Buch "Flug in die Hölle" von Hans Bertram.
Fazit: gute und nützliche Unterhaltung und ich kann mir vorstellen, das manche Gedanken im Buch auch eine konkrete Hilfe in verworrenen Situationen (nicht nur irgendwo in der Wildnis) sein könnnen.
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am 25. September 2010
"Verirren" ist ein Buch, für das es sich zu kämpfen lohnt. Kämpfen muss man sich nämlich, so finde ich im Gegensatz zu anderen RezensentInnen hier, durch die gefühlte erste Hälfte. Es kam mir so vor, als wiederholte sich, wenn auch aus verschiedenen Perspektiven, die Erkenntnis, daß es beim gleichen Verirren in unterschiedlich gefährlichen Gegenden/Situationen/Zuständen auf die Gefährlichkeit ankommt bei der Frage, ob man denn wohl überleben würde oder nicht. Die Erkenntnisse aus ihrer, man möchte fast sagen, Studie stellen sich fast unbemerkt (und bestimmt viel zu oft tatsächlich unbemerkt) nebenbei ein und man ist streckenweise hin- und hergerissen, ob man es nun mit unbeholfen-gewollt salopper Schreibweise zu tun hat oder mit gelungen-hintersinniger Wortwenderei. Wer sich mit dem Buch zurechtfinden will sollte seine sieben Sinne beisammen haben, denn es gibt viel zu entdecken. Passig und Scholz bieten allerlei Theorien feil und garnieren sie mit anschaulichen Beispielen aus der Verirrenspraxis. Oder entwickeln sie theoretische Erkenntnisse aus Verirrungsberichten? Das letzte Drittel ist dann wie so oft viel zu schnell durch und man ist um etliche Erkenntnisse reicher. Nicht nur was Navigation und Nichtnavigation betrifft, sondern über nichts geringeres als die Funktionsweise unserer selbst. Hinter der Fassade einer Sammlung von Ideen, Berichten, Forschungen und Theorien zum Titelthema versteckt sich, gut getarnt, jede Menge Selbsterkenntnis: Begriffe wie Kontrolle, Wahrnehmung und Realität werden hinterfragt und geradegerückt. Ein Gesamtbild habe ich jedoch noch nicht gefunden. Vielleicht habe ich mich auf der Suche danach aber auch verirrt? Wer weiß.
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am 4. Mai 2010
Ein tolles Buch!
Intelligent,
witzig,
informativ,
originell,
auf keiner Seite redundant.
Wer gern in unbekannte Gegenden aufbricht oder schonmal Schwierigkeiten hatte, Karte und Realität zur Deckung zu bringen, oder wer einfach nur ein unterhaltsames Sachbuch über ein nicht zigfach abgegrastes Thema à la "wie werde ich reich gesund schlank und glücklich" lesen will, der greife zu!
Verirrungen diesseits und jenseits der Zivilisation werden exemplarisch beleuchtet und praxisnah geschildert, philosophische und anthropologische Einsprengsel sorgen für Anregung des Denkapparates. Besonders zu empfehlen für Leser, die schonmal über Jon Krakauer, John Muir oder Peter Stark gestolpert sind.
P.S.: Wer diese Rezension "nicht hilfreich" findet, täte mir einen Gefallen mit einem kurzen Kommentar! Danke!
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am 16. August 2010
Es klingt wie eine dumme Idee: Sich mit Absicht veirren. Irgendwo auf der Welt, in besiedelten wie menschenleeren Gebieten. Aus Spaß, als Sport, zur Selbstfindung, was auch immer.

Andere populäre dumme Ideen sind zum Beispiel: sich betrinken; an einem Gummiseil von einem Haus hüpfen; in die Politik gehen. Unter diesen Dummheiten, die wir auch nicht lassen können, finde ich Verirren noch am harmlosesten.

Immerhin ist Verirren im Gegensatz zu Bunjee-Jumping eine Alltagserfahrung. Es ist kein spezialisierter Kopfschüttelsport, zu dem man finden muss. Wer laufen kann, dürfte sich auch schon verlaufen haben.

Mit Absicht macht es bisher keiner. Nicht im großen Stil jedenfalls. Das Literaturverzeichnis versammelt vor allem Bücher, die erklären, wie man sich möglichst nicht verirrt. Oder wie man überlebt, falls man in diese missliche Lage gerät. Passig und Scholz sprechen sich deutlich dafür aus, sich gezielt in die Verirrung zu finden: 'Von den vielen Vorteilen des Verirrens ist hingegen zu selten die Rede. Dabei profitiert von einer Beschäftigung mit der schönen Kunst des Umherirrens jeder Mensch, der mit einem normalen Maß an Neugier und Urlaubstagen ausgestattet ist.' [S. 8]

Das Schöne am Verirren und der herkömmliche Mangel an nützlicher Ratgeberliteratur sind die Motivation für das vorliegende Buch. Das, die Literaturverweise und die Infografiken geben Verirren. Eine Anleitung... die Form eines wissenschaftlich fundierten Sach- und Ratgeberbuchs. Natürlich ist es in erster Linie ein feuilletonistischer Text. Verirren liest sich am besten Sonntagmorgens, wenn der Kaffee noch nicht ganz verduftet ist und die Sonne auf den Frühstückstisch scheint.

In witzigem Plauderton, dessen Stil bei zwei Stimmen keine Brüche hat, kompilieren Passig und Scholz furiose Verirrensanekdoten, grundlegende Survival-Tipps, und Gedankenexperimente über die gründlichsten Arten, sich nicht zu orientieren und möglichst viele Erfahrungswerte aus seinem Gratis-Abenteuer zu ziehen.

Sammlung und Systematisierung der in der Literatur verteilten Einsichten in den Wert einer guten Verirrung sind aber nur die halbe Leistung des Buchs. Die Autoren schmelzen ein, rühren um und fügen neu zusammen, sie bereichern mit eigenen Gedanken und persönlichen Erfahrungen. Ihr Plädoyer für das intuitiv immer als Missgeschick geltende Verirren ist eine rhetorische Lehrbuchübung in absurd sachlicher Argumentation. Sie vergessen nicht eine Begriffsbestimmung, die Verirren mit der Befreiung aus dem Effizienzdruck gleichsetzt und mit abenteuerlicher Welterfahrung. 'Es gibt natürlich gute Gründe, warum Verirren unbeliebt ist: Immer wieder führt fehlende Orientierung auf Umwegen zum Tod oder verpassten Mahlzeiten. Allerdings liegt das nur selten am Verirren, sondern vielmehr daran, dass kaum jemand es richtig beherrscht.' [S. 8]

Die Liste mit Vorzügen des Verirrens aus dem Vorwort ist ein bisschen verlegen. (Nr. 3: Verirren ist Urlaub. Nr. 4: Wer sich verirrt, entdeckt die Welt.) Der Rest des Buches sabotiert den Glauben an das gute Verirren dann aber nicht weiter. Im Gegenteil: es macht Lust auf den Genuss. Warum soll man sich verirren statt gezielt und voll orientiert die Welt zu bereisen? Gute Frage. Warum soll man Pralinen essen statt Vollkornbrot? Warum soll man Neon lesen statt Sinn und Form?

Für die Seele. Für den Moment. Weil wir Feuilleton lesen.
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am 12. Juni 2010
"Unterhaltsam und überraschend, respektlos und witzig." steht auf der Rückseite des Buches. Jetzt weiß man vor dem Aufklappen des Buches schon einmal, was das Deutschlandradio über das Lexikon des Unwissens: Worauf es bisher keine Antwort gibt (sachbuch) gesagt hat, den Vorläufer der beiden Autoren Kathrin Passig und Aleks Scholz. Das mag stimmen oder auch nicht, ich weiß es nicht, ich habe dieses Nachschlagewerk nicht gelesen.

Bei dem vorliegenden Buch "Verirren" soll es sich um eine - so der Untertitel des Buches - "Anleitung für Anfänger und Fortgeschrittene" handeln. Mit einem Blick auf das akribisch aufgelistete Inhaltsverzeichnis fragt man sich allerdings, ob diese unterkapitelistische Kleinteiligkeit dem Verlieren zwischen den 265 Seiten förderlich ist. Denn zumindest ist es das, was dieses Buch propagieren möchte, sozusagen eine Lobhudelei auf das Verirren. Mal die Karte und das Smartphone mit GPS beiseite legen und sich die Umgebung dafür etwas genauer anschauen. Nach dem Motto: "Der Umweg ist das Ziel."

Trockener Witz, wie man ihn von Autoren der Riesenmaschine gewohnt ist, findet sich nicht so gehäuft wie in anderen Arbeiten. Nach einem ziemlich geglückten Start im Dickicht der Städte verliert sich das Buch leider - mit Ausnahme einiger durchaus interessanter Exkurse etwa über die Besiedelung Polynesiens - zunehmend in eine Aneinanderreihung von Verirrensanekdoten in mehr oder weniger freier Wildbahn. Das mag aber auch an meiner ignoranten Einstellung gegenüber jeglichen Naturvorkommens liegen. Mit einer Vorliebe für Camping oder Wandern liest sich das Buch bestimmt angenehmer. Denn so sind die vielen Tipps, wie man sich anhand von Windrichtung oder Felsformationen im Gelände zurechtfindet, vielleicht zu etwas nütze.

Allein, das konnte ich mir vor der Lektüre denken. Wenig hat mich dann so interessiert wie die Ausführungen über "Mental Maps". Was ich mir gewünscht hätte, wären ein paar mehr Verallgemeinerungen, etwa das Ausarbeiten zwischen Orientierung und Organisation. Ein bißchen mehr Alltagstauglichkeit eben und nicht nur Empfehlungen für einen spannenderen Urlaub.
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am 26. August 2010
Erfahrungsberichte und interessant Recherchiertes - gut und unterhaltsam umgesetzt. Habe es auch schon mehrfach (an Männer) verschenkt, kam sehr gut an - empfehlenswert!
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am 3. Juli 2010
Mit einem bunten Potpourrie an eigenen erlebten Verirrungen gesegnet eröffnete ich mein Studium dieses Buches.
Von der Idee zu einem Buch über das Thema "Verirren" (sehr schön und unmissverständlich im Titel des Werkes festgehalten) über die Grundlagen der Kulturtechnik, die historische Entwicklung der Möglichkeiten hin zur Beschreibung der zur eigenen Erforschung geeigneten Reservate nebst Beleuchtung der Hintergründe, was einen zum Verirren denn alles für in- und externe Hilfsmittel zur Verfügung stehen - ein äußerst unterhaltsamer Bogen spannt sich da.
Die Gemengelage an Informationen wird angereichert durch zahlreiche Beispiele, wie und wo man sich mittels welcher Technik verirren kann: Hier fühlte ich mich wie vor einen mit Buchstaben, Worten und Sätzen ausgekleideten Spiegel gesetzt, der mir so nebenbei erklärt, was ich bei meinen eigenen Erfahrungen (irische Wildnisausflüge, Trampen in Neuseeland, konsequente 180°-Richtungsorgie in Dublin beim Versuch, das Hostel wiederzufinden - und einen nächtlichen Wander-Ausflug in meinem Wohnort) so alles an Verirrenstechniken verwendet habe.

Verirren funktioniert gern dann besonders gut, wenn man es am wenigsten mag. Hier ist das Buch eine große Hilfe: Ist man sich der Situation erst mal bewusst, funktioniert das "Entirren" besser. Und das Verirren ebenso. Nur mit Spaß dabei. :)
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am 3. Juni 2010
Zunächst mal gefällt mir das Buch sehr gut, weil ich als professioneller Verirrer den größten Teil meines Geldes beim Herumirren auf oder in Motorfahrzeugen verdiene. Vor diesem Hintergrund, vor diesem enormen Anspruch auch, muss die folgende Kritik betrachtet werden: Passig und Scholz leiten ein mit einem Plädoyer für zwangloses Verirren als Freizeitbeschäftigung und einem Beispiel an den Niagara-Fällen. Leider plätschert das Buch hier etwas, ich hätte das Plädoyer lieber als einen von Frau Passigs knackigen Essays gelesen, was das Restbuch besser fokussiert hätte. Denn irgendwann findet eine Definition von "Verirren" als eine Erforschung des Unbekannten statt und der Text legt richtig los mit Mental Maps, Psychologie von Verirrten, dem Prinzip Coolness und es vergisst auch nicht meine großen Vorbilder, die Navigatoren der Südsee, als Vorbilder für alle Verirrer anzuführen (habe mich mal selbst auf einem Auslegerkanu in Mikronesien verirrt). Wenn die Kanusegler nicht dabeigewesen wären, hätte ich Frau Passig schlagen wollen. So will ich sie küssen.

Die Abwertung auf vier Sterne erfolgt, weil das Buch erst kurz vor der Hälfte in seinen Leistungsbereich kommt und das Prinzip des zwanglos erforschenden Verirrens als Freizeitbeschäftigung oft einem spannenden Kapitel am Ende als Nachgedanke beigefügt wirkt, vielleicht, um es mit der Einleitung stimmig zu halten. In Fahrt ist dieses Buch ein Muss für jeden, der eine Tür nach draußen (beliebtes Feature) an seiner Wohnung hat (beliebtes Feature). Für meine letzten beiden großen Verirrungen kam das Buch zu spät, es ist aber fest eingeplant als zusätzlicher Tip-Geber für die nächste. Mir persönlich fehlen nur einige Hinweise zum motorisierten Verirren, einfach weils mein Spezialfall ist, aber dann hat die wenigstens die Konkurrenz nicht, die ich dann weiterhin herverirren kann. "Verirren" ist sein Geld insgesamt als Leselektüre wert und zur Hälfte als irre Forscherreferenz.
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am 10. Mai 2010
Viele, die sich vorwiegend mit Hilfe eines Navigationsgerätes ihren Weg durch die Straßen der Republik bahnen, kennen es: Ist man den Anweisungen des Geräts folgend an seinem Ziel angekommen, kann man sich schon gar nicht mehr so genau erinnern, wo man eigentlich lang gefahren ist. Hat man sich gar zu sehr an die Dienste des Geräts gewöhnt, droht im Verlustfall genau dass, worum es in diesem Buch scheinbar geht: Das Verirren.

Kathrin Passig und Aleks Scholz nehmen ihre Leser diesmal bei der Hand um ihm zunächst die Angst vor dem Verirren zu nehmen. Wird das Verirren weithin als etwas negatives empfunden, wird hier vorgeschlagen, das Verirren doch einmal ganz gezielt als Technik einzusetzen, um neue Orte abseits der abgesteckten Routen mit ganz neutralen Augen selbst kennenzulernen und zu erforschen. Dadurch könne ein völlig neues Glücksgefühl beim Entdecken aufkommen, dass man so wohl nur in der Orientierungslosigkeit erreichen kann. Damit das gelingt, muss man sich des Verirrtseins jedoch zunächst bewusst sein (sollte bei "absichtlichen" Verirrungen kein Problem sein) und diesen Zustand auch so akzeptieren.

Neben dieser Hauptanleitung gibt es im Buch viele interessante Informationen und Anekdoten rund um das Verirren, von historischen Erzählungen hin zu aktuellen wissenschaftlichen Ergebnissen, das ganze verpackt in einen leicht zu lesenden und witzigen Text.

Ich würde das Buch jedem empfehlen, der meint ohne GPS am Handy nicht mehr leben zu können, der Reisen immer weit im voraus mit Google Maps o.ä. plant und der gleichzeitig auch noch an seiner Umwelt interessiert ist.
Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass es ein guter Reisebegleiter für den nächsten Urlaub ist. Für Kurztripps jenseits des Pauschaltourismus (oder zur Ergänzung!) scheint es mir optimal zu sein.
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