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Meine Mitgefangenen
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
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am 18. August 2017
Dieses kleine Werk von Michail B. Chodorkowski beweist eindrucksvoll, dass Qualität wertvoller ist als Quantität.

Auf gerade einmal 100 kleinen Seiten schafft er es, die systemimmanente Ungerechtigkeit im russischen Staatsgefüge so darzustellen, dass man hinterher ergriffen und erschüttert im Zimmer sitzt und sich fragt, was man gegen derartige Zustände, gegen derartige Abgründe an Unmenschlichkeit und die schlichte Banalität des Bösen tun kann.

Chodorkowski arbeitet mit fulminanter Genauigkeit und Alltäglichkeit heraus, was in Russland von oben bis unten grundsätzlich schief läuft. Er macht dies plastisch, er nimmt den Leser mit ins Gefängnis und beschreibt die Einzelschicksale. Die Kapitel 5 und 20 haben mich sehr betroffen und nachdenklich gemacht. Das Herz wird einem schwer, wenn man an diese Menschen denkt, die nicht das Glück haben, etwa vom Prinzip der Verhältnismäßigkeit oder der Unabhängigkeit der Staatsanwaltschaft im Staat zu profitieren.

Dieses Buch sollte jeder, der meint, den putinistischen Staat verteidigen und propagieren zu müssen, dringend lesen.
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am 18. April 2015
Michail Chodorkowski porträtiert Mitgefangene. Es sind kurze Fallschilderungen von meist einfachen Menschen, Dieben, Drogensüchtigen, Nazis, oftmals Unschuldigen, die korrupten Polizist/-innen, Richter/-innen, Gefängniswärter/-innen, Bürokrat/-innen ausgeliefert waren.

Da wird ein junger Mann wegen Pädophilie eingesperrt, weil er – mit Duldung der Eltern – eine minderjährige Freundin hat. Die Miliz muss Erfolge im Kampf gegen Pädophile nachweisen. Ein Ingenieur springt ein, weil seine Chefs plötzlich verreisen müssen. Sie verschwinden mit der Firmenkasse. Der Ingenieur wird wegen Unterschlagung der Firmenkasse verurteilt. So geht das immer weiter.

Die Berichte sind sachlich – aber nicht ohne Empathie – erzählt. Erzählungen wie die “Kolyma-Tagebücher” von Warlam Schalamov oder Solschenyzins “Ein Tag im Leben des Iwan Dennissowitsch” bleiben wegen ihrer eindrücklichen Schilderungen des grausamen Lagerlebens länger im Gedächtnis des Lesers. Dabei sind Chodorkowskis Porträts schlimmer: Er macht deutlich, was für ein Land seine Heimat auch 25 Jahre nach dem Zusammenbruch des Kommunismus noch immer ist: Es herrschen Willkür und Rechtlosigkeit, Korruption und Gewalt. Es kann jeden treffen, die Reichen und die Armen, die Gebildeten und die einfachen Leute. Für die meisten Russen ist das gesetzlose Treiben von Polizei, Verwaltung und Justiz der Normalzustand, den sie ergeben hinnehmen, so wie die Generationen vor ihnen die Zaren, Lenin und Stalin erduldet haben.

Die Hoffnung der Europäer, dass Russland ein “normaler” Staat werden würde, mit einer funktionierenden parlamentarischen Demokratie, ein Rechtsstaat und eine Marktwirtschaft, von der nicht nur die Reichen profitieren, hat wohl getrogen.
4 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 5. November 2016
Dies ist ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legt, bevor man es nicht zu Ende gelesen hat. Und man kann es öfter lesen. Es ist erschütternd ob der Grausamkeiten, die zum normalen Alltag der Opfer der russischen Rechtlosigkeit gehören. 2013 gab es in russischen Lagern und Gefängnissen 600.000 Strafgefangene und 113.000 Menschen in Untersuchungshaft. Krankheiten wie AIDS, Tuberkulose und Hepatitis grassieren und nicht wenige verlassen diese Hölle nicht lebend. Jeder vierte männliche Russe war im Laufe seines Lebens schon in die Mühlen des russischen Strafvollzugswesens geraten, d.h. inhaftiert. Getreu dem russischen Sprichwort:"Dem Kerker und dem Bettelstab entgeht man nicht", kann es jeden treffen, ob arm oder reich, Politiker, Staatsbediensteten, Großunternehmer, Ukrainer, Armenier, Syrer oder Russe. Gleichzeitig macht diese Buch Hoffnung, weil es die Mitmenschlichkeit und Würde zeigt, die sich diese entrechteten und der Hoffnung beraubten Menschen am Rande der russischen Gesellschaft trotz allem bewahrt haben und die den Protagonisten weiter auf eine bessere Zukunft für sein Land hoffen lassen, an der er auch in der unfreiwilligen Emigration unentwegt wirkt. Wem ich dieses Buch empfehlen würde: Menschen, die sich in ihrem Leben langweilen, sich um sich selbst drehen und sich von seichter Unterhaltung berieseln und verdummen lassen.
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 5. Juli 2014
Die Schilderungen der Schicksale der Mitgefangenen hat mich sehr erschüttert. Es wirft ein Licht auf die aussichtslose Situation der russischen Bevölkerung, wenn sie in die Fänge der Geheimpolizei und der Justiz geraten ohne Aussicht auf ein gerechtes Verfahren und ohne Hoffnung je wieder in Freiheit zu kommen.
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am 12. Oktober 2014
Lesenswert, politisch und unerwartet einfühlsam. Beobachtungen aus dem Leben in russischer Gefangenschaft - sehr lesenswert und anspruchsvoll. Der Autor erwartet und fordert in seinen kleinen Beobachtungen aus dem Leben unter solchen Bedingungen sehr viel.
4 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 17. Juni 2014
Michail Chodorkowski gibt in seinem Buch „Meine Mitgefangenen“ den Gefangenen in Russlands Gefängnissen und Lagern eine lang ersehnte Stimme und schildert zutiefst verstörende Einzelschicksale voller Lügen, Gewalt, Erniedrigungen, aber auch von Standhaftigkeit und Prinzipientreue.
Chdorkowski schildert in viele kleine Kapitel unterteilt, die persönlichen Schicksale von Mithäftlingen aber auch von Wärtern und Ermittlern. Dabei kommt ein verheerendes Bild über den Zustand des russischen Strafvollzugs, aber noch viel mehr des aktuellen politischen Systems Russlands hervor. Gefälschte Beweise, Korruption, Druck, Gewaltandrohung und –anwendung, Verlogenheit sind offensichtlich keine bedauernswerten Einzelfälle, sondern fundamentale Werkzeuge zum Funktionieren eines autoritären politischen Systems, das keine Skrupel kennt. Viele der geschilderten Erfahrungen über den russischen Strafvollzug decken sich hierbei auch mit Anatoli Pristawkins Buchs „Ich flehe im Hinrichtung“.
Einige der Mitgefangenen haben tatsächlich schwere Straftaten begangen, aber dennoch ist eine derartige Behandlung von Strafgefangenen in einem Staat in aller Schärfe zu verurteilen. Die größeren Verbrecher sitzen offenbar an allen wichtigen Schaltstellen des russischen Machtapparates.
Bleibt nur zu wünschen, dass Chodorkowskis Vision für Russland einst in Erfüllung geht: „…über jenes Russland … das letztlich den Weg der europäischen Zivilisation gehen wird. Unseren gemeinsamen Weg.“ (S. 8.)
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am 26. Juli 2014
Er mußte erleben, was es bedeutet, den lupenreinen Demokraten Putin herauszufordern; seine Mitgefangenen erlebten auf niedrigerem Niveau, was es in Rußland für Folgen haben kann, irgendwem im Weg zu stehen, etwas zu besitzen, was ein anderer, Mächtigerer gerne hätte oder einfach da zu sein, wenn für irgendwas ein Sündenbock gesucht wird ... Beharrt man in Rußland in solchen Situationen auf seinem Recht, bekommt man meist »die volle Packung«, d. h. jahrelange Lagerhaft, läßt man sich korrumpieren (z. B. Bekenntnis zu einem geringen Delikt, Anschwärzen und Ans-Messer-Liefern eines anderen), kommt man billiger weg.

Natürlich waren einige von Chodorkowskis Mithäftlingen auch wirklich gewisser Verbrechen schuldig; das ändert aber an dem grundsätzlich korrupten, miesen System, das es so wohl in keinem westlichen Land gibt, menschenverachtend und verrottet, nichts.

Ein Punkt Abzug wegen des hohen Preises für gerade mal knapp über 100 Seiten, und das, obwohl die einzelnen Kapitel doch wohl von einer Zeitschrift schon mal honoriert worden waren und der Herr Ch. sicher etliche Milliönchen in die Schweiiz in Sicherheit gebracht hat vor seiner Inhaftierung ... Also aufs Geldverdienen versteht er sich ;-)
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am 14. August 2014
Chodorkowskis Texte über seine Mitgefangenen sind ein beindruckendes Zeugnis einer menschlichen Größe, wie sie einem nur ganz selten begegnet. Vollkommen unprätentiös, ohne jede Eitelkeit beschreibt der Autor seine Mitmenschen, ihre Situation, ihr Schicksal, ihren Mut und ihre Unbeugsamkeit - und sagt damit unendlich viel über die Mächtigen in seinem Land und ihren Stil, mit Menschen umzugehen. Ein Buch, das ich wohl noch oft in die Hand nehmen werde.
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 6. November 2014
Hier werden lediglich allgemein bekannte Vorgänge aus russischen Gefängnissen kurz angerissen. Herr Chodorkowski hält sich hier - aus verständlichen Gründen - sehr zurück.
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am 16. Juli 2014
Viel zu teuer und nicht sehr ausführlich beschrieben. Eigentlich eine Frechheit für die paar Seiten so viel Geld zu verlangen.
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