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am 6. Januar 2015
Informativ und gut recherchiert von dem Autorenduo Koldehoff und Timm, jedoch mit offenen Fragen. In dem mehrfach ausgezeichneten Buch wird das Gebaren des Kunsthandels kritisch durchleuchtet, die Behandlung von Kunstwerken als reine Spekulationsobjekte, die Schleichwege des Kunstmarkts, die manchmal wahnwitzig überhöhten Preise, die Gier mancher Sammler bedeutende Namen in ihrer Bildersammlung zu besitzen, das anmaßende Auftreten und die schlampige Arbeit einiger Kunstexperten, z. B. der W. Spies, die Vernebelungstaktik einiger Händler, als Zweifel an der Echtheit von Bildern aufkommen. Das Gepoltere der beiden Autoren, im Kölner Beltracchi- Prozess "hätte hier eigentlich auch eine ganze Branche auf der Anklagebank sitzen sollen" (S. 10), Kunsthändler, Museen, Sammler und Experten, kann man jedoch mit Vorbehalt zur Kenntnis nehmen.
Offen bleiben in dem Buch der beiden Journalisten Fragen, wieso im Zeitalter der modernen Untersuchungsmethoden, von der chemischen Analyse, Isotopenanalyse bis zur Röntgenuntersuchung, lange Zeit niemand wagte die Bilder der plötzlich aus dem Nichts aufgetauchten "Sammlung Jägers" zu untersuchen und dem Fälscher das Handwerk zu legen. Wer die Zeit Beltracchis, das Zeitalter der "anständigen Deutschen", in Augenschein nimmt, sieht, dass nicht nur Kunstsammler, Händler und Galeristen, sondern auch die Öffentlichkeit, Medien und der "investigative Journalismus" sich blamiert hatten, die Echtheit der Bilder der "Sammlung Jägers" wurde lange Zeit ernsthaft kaum in Frage gestellt.
Ein Erfolg, wie der von Beltracchi, zweifellos ist er der erfolgreichste Kunstfälscher der neueren Kunstgeschichte, war in diesen Dimensionen nur in dieser Zeit und nur in Deutschland möglich. Beltracchi bescherte Politik, Kultur und der Presse das, was sie schon lange suchten, endlich den anständigen Deutschen, den anständigen Sammler Jägers, der seine gesammelten Bilder vor der Aktion "Entartete Kunst" der Nazis und vor der Vernichtung gehütet hatte (S. 135, 166). Endlich hatte man etwas gegen das schlechte Gewissen, nachdem sich damals so viele an der Kulturbarbarei der Nazis beteiligt hatten. Der Coup, Bilder aus der nachgelassenen Sammlung eines "anständigen" Deutschen zu verkaufen, eine Sammlung die nie existiert hat, war zweifellos genial. Nachdem man den anständigen Deutschen Werner Jägers gefunden hatte, Fernsehen und Presse ihn ehrfürchtig angestaunt hatten, wagte lange Zeit niemand, mehrere Jahrzehnte lang, die Bilder zu untersuchen. Wenn erst einmal Kunstwissenschaftler, Chemiker und Physiker ein Bild untersuchen, dann hat ein Fälscher keine Chance, das wusste Beltracchi.
In der Politik hatten alle den anständigen Deutschen gefunden: Gerhard Schröder, der das Wort "anständig" so häufig gebraucht hatte wie kein anderer Politiker. Der verkaufte schließlich nach einer verlorenen Wahl seine politische Leiche an einen russischen Diktator, der eine Gallionsfigur für ein Erdgasunternehmen brauchte und der dem abgehalfterten Exkanzler eine goldene Hängematte bescherte. Mit Dieter Hildebrandt hatten wir den "anständigen" Kabarettisten. Der Entlarver und Bloßsteller von Nazis, unser Dr. Murke, war, von ihm verschwiegen, selber NSDAP- Mitglied. SS- Mitglied Günter Grass, unser "anständiger" Schriftsteller, hätte den Nobelpreis nicht bekommen, wenn seine Mitgliedschaft bekannt geworden wäre, aber er war klug und zur passenden Zeit verschwiegen. Gregor Gysi, der "anständige" Politiker, präsentierte eine "anständige" Partei, eine Partei als Fälschung, alte SED- Mitglieder wurden als neue Linke ausgegeben. Beltracchi lieferte uns dazu passend den "Anständigen Kunstsammler". Wer genug Zeit hat, kann weitere ungezählte "Anständige" auflisten.
"Die öffentliche Meinung ist in manchen Jahrhunderten die schlechteste aller Meinungen" (Chamfort). In den vergangenen Jahrzehnten war in der Öffentlichkeit, Presse und dem Fernsehen eine für deutsche Verhältnisse ungewöhnliche Toleranz und Verharmlosung für bloßgestellte Lügner, Korrupte und Täuscher zu beobachten gewesen. Auch die vielen Deals der Justiz, zum Beispiel mit korrupten Gewerkschaftsbossen und Managern, mit Straferlass für die Täter, hatten zu einer Aushöhlung des Rechtsbewusstseins geführt (Beltracchi- Deal: S. 205 f.). Nur vor diesem Hintergrund ist zu erklären, weshalb zahlreiche Hinweise von Ermittlern, von den beiden Autoren akribisch aufgelistet, in den drei Jahrzehnten Tätigkeit der Fälscher nicht zum Auffliegen der Fälscherbande Beltracchi führten. Der Nährboden für einen Meisterfälscher war in Deutschland von Justiz, Politik, Presse und Kulturszene vorbereitet worden. Hier auf dem Moder von Verwesung konnte dann Beltracchi ungestört pflanzen und ernten, die große Kunstwelt mit seinen Produkten beliefern. Unsere Zeit hatte uns einen Meister seines Fachs beschert. Nicht Schröder, Hildebrandt, Grass und Gysi, sondern Beltracchi war der Meister der Trickser, Täuscher und Fälscher.
Die Recherchen von Koldehoff und Timm lieferten, auch mit dem Verzicht auf den Bezug zum zeitgeschichtlichen Hintergrund, die bisher vollständigste und am sorgfältigsten aufbereitete Darstellung des Falls Beltracchi, spannend geschrieben, ein Buch das der Leser nicht weglegt, bevor er es bis zur letzten Zeile gelesen hat.
4 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 10. März 2018
Das Buch lässt sich gut lesen und dient in erster Linie der unterhaltsamen Darstellung der Umstände um den Kunstskandale der Bande Beltracci.

Die Autoren geben hinsichtlich der Darstellung des Wolfgang Beltracci dem Leser leider keine Gelegenheit der eigenen Interpretation. Grundsätzlich wird zu jeder Äusserung Wolfgang Beltracchi gleich die eigene Interpretation der Autoren mitgeliefert und als Faktum dargestellt. Das ist sehr Schade, kaum ein Leser mag es bevormundet zu werden.

Ansonsten wie erwähnt leicht zu lesen und als Darstellung gut geeignet. Allerdings sicher nicht als Standardwerk denn hierzu fehlt es dem Werk an Fakten und Quellen und ist allgemein zu subjektiv.
Teilweise drängt sich der Eindruck auf, die Autoren sind möglicherweise nicht sehr erfahren.
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am 3. September 2016
Spannend wie ein Krimi behandelt das Buch den „Beltracchi-Fall“.
Es erzählt die ganze Geschichte:
Wie Wolfgang Beltracchi (geb. Fischer) und seine Frau Millionen mit Kunstfälschungen erwirtschaftet haben.
Wie die Absatzwege waren und warum man die Akteure des Kunsthandels so leicht täuschen konnte.
Das ist aber nicht alles.
In dem Buch gibt es sogar einige Farbabbildungen die u.A. einige gefälschte Bilderechte mit den originalen vergleichen.
Bei den Hintergründe geht das Buch sehr ins Details. Das geht soweit, dass der Weg einzelner Bilder aus der Feder von Beltracchi recherchiert wurde.
Abgerundet wir das Buch durch einige Berichte über andere Fälle von Kunstfälschung und Ideen wie man den Kunstmarkt sicherer machen könnte.
Der Einzige Kritikpunkt an dem Buch, ist das durch die Sprunghafte Erzählweise, (die das Buch spannend mach) es manchmal zu kleinen Wiederholungen kommt.
Das Buch nimmt eine Beltracchi-Kritische Position ein.
Oft liest man kritische Fragen zu der Person des Kunstfälschers (z.B. bezogen auf sein Auftreten vor Gericht und seine Selbstdarstellung).
Wer sich für Kunst interessiert und ein ausgewogenes Bild zu dem Fall Beltracchi erhalten möchte, dem kann ich das Buch nur empfehlen.

Positives:
- spannend geschrieben
- sehr ausführliche Recherche des Falls und der Akteure (bis in Details)

Negatives:
- Im Buch kommt zu ganz kleinen Wiederholungen.
Diese sind wohl der Erzählweise geschuldet.
(Fällt wohl nur auf wenn man das Buch in eine Stück durchliest, was ich gemacht habe, da es super spannend war)
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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am 26. Januar 2018
Das Buch ist ein Mängelexemplar, aber davon sieht man kaum was und ist somit sehr günstig und inhaltlich auch sehr informativ
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am 7. Juni 2015
Schönes Buch hat Spaß gemacht es zu lesen. Darf in keiner Buchsammlung fehlen. Würde es mir immer wieder kaufen einfach Top
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am 9. September 2015
Ich habe zunächst das sehr interessante Selbstporträt der Beltracchis gelesen und anschließend dieses Buch. Es ist natürlich klar, Helene und Wolfgang Beltracchi schreiben über die Fälschungen und wie es dazu kam aus ihrer Sicht und kommen dabei besser weg, als diese kritische Version von Koldehoff/Timm. Sie haben ja auch ihre Strafe fast abgesessen und sind dann wieder freie Menschen, die hoffentlich künftig nur noch eigene Kunst vermarkten. Trotzdem alle Achtung für das Können von Wolfgang Beltracchi als Maler.
Falsche Bilder Echtes Geld liest sich fast wie ein Krimi, man muss aber Interesse für Malerei und wie es auf dem Kunstmarkt zugeht mitbringen, denn die Autoren gehen sehr ins Detail. Es ist sehr lang und orientiert sich vermutlich sehr an den Prozessakten. Ich finde aber, wenn man "Selbstporträt" von den Beltracchis gelesen hat, ist es nicht verkehrt, auch dieses Beltracchi-kritische Buch zu lesen, um sich eine eigene Meinung dazu bilden zu können.
7 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 10. Dezember 2012
Das Autorenteam fasst die akribisch gesichteten Fakten um den großen Kunstfälscherskandal und das 2011 folgende Kölner Gerichtsverfahren zu einem absolut lesenswerten Buch zusammen. Gründlich recherchiert, deckt das Buch die Taten der Kunstfälscherbande um Wolfgang Beltracchi auf und zeigt Lücken, Fehler, Profitgier und Skrupellosigkeit im internationalen Kunstmarkt auf, die letztendlich dazu führten, dass Fälschungen von Kunstwerken renommierter Künstler jahrzehntelang in den Kunstmarkt geschleust und für Millionensummen verkauft werden konnten. Das Buch sollten nicht nur alle Studierenden und Lehrenden des Faches Kunstgeschichte, sowie alle anderen Kunsthistoriker im Bücherregal stehen haben, sondern auch jene Experten, die über die Expertisen und damit über die Authentizität von Kunstwerken entscheiden.
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am 18. Juli 2017
Warum wohl bekommen die Autoren auf ihre Anfragen an die betroffene Hauptperson nie eine Antwort? warum warum warum Amazon will das so war
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am 1. Oktober 2013
Dies ist eine sehr gute investigative Arbeit ! Manches habe ich schon geahnt, aber die Ausmaße der Kunstmarkt-Betrügereien und der weite Kreis der bewußt oder unbewußt daran Beteiligten waren mir unbekannt und haben mich doch sehr erstaunt. Sogenannte Experten sind mir nun erst recht suspekt. Sehr empfehlenswertes Buch, aber einen Punkt Abzug für die doch eher unspannende Schreibweise mit recht häufigen Wiederholungen.
3 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 16. Juni 2013
Ein informatives Buch, hervorragende Recherchearbeit, für alle die sich im Kunstmarkt besser auskennen und vielleicht auch mitreden wollen. Der Sprachstil ist etwas dürftig, aber es sollte ja auch kein Roman werden.
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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