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Kundenrezensionen

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am 1. Februar 2015
Das Buch von Daniel Bühling umfasst im Wesentlichen seinen Werdegang und die nicht gerade positiven Erfahrungen im Priesterseminar. Einen Einblick in seine Kinder- und Jugendzeit wird anfangs beschrieben. Somit kann man sich ein Bild von diesem jungen sich selbst findenden Mann machen. Es ist wie eine Art Tagebuch. In diesem Buch wird das ausgesprochen, was viele Menschen immer wieder beschäftigt. Die (Schein)-Heiligkeit der katholischen Kirche und die Doppelmoral, die dort vorherrschen.
Da ich den Autor in der Zeit, als er Gemeindereferent werden wollte kennen lernen durfte, kann ich nur sagen, dass ich ihn als sehr warmherzigen, humorvollen Mann erlebt habe. Ein Mensch, der einfach das Gute im Menschen sieht. Nachdem er dann den 2. Anlauf als Priesteramtskandidat genommen hatte, verloren wir uns aus den Augen. Durch Zufall bin ich dann auf das Buch gestoßen. Und ich muss sagen, es hat mich begeistert. Ich finde es gut, dass endlich jemand den Mut hat, darüber zu sprechen. Vielleicht kommt die katholische Kirche doch irgendwann mal zum Umdenken. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Ein Buch, das ich nur weiterempfehlen kann.
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am 11. November 2013
Ich habe das Buch von Daniel Bühling in einem Rutsch gelesen. Es könnte meine eigene Geschichte sein. Ich war Ende der Siebziger, Anfang der Achziger Priesteramtskandidat, bin zum Diakon geweiht worden und habe kurz vor der Priesterweihe dem Bischof mitgeteilt, dass ich heiraten werde. Erbarmungslos hat mir der Bischof den Weg zum Sozialamt beschrieben: für mich gab es in meinem Heimatbistum keine Zukunft als Laienseelsorger, obwohl ich beste Noten hatte und damals Pastoralreferenten in großer Zahl eingestellt wurden. Ich habe die Situation im Priesterseminar meines Heimatbistums als Insider erlebt. Ich kann die Kernaussagen von Daniel Bühling hundertprozentig bestätigen. Ich habe zutiefst gelitten unter der Polarität zwischen konservativen und liberalen Seminaristen. Obwohl es nur so von Schwulen wimmelte, wurde dies nie zum Thema gemacht. Auch der Alkohol floss in Strömen. Wir waren gut abgeschirmt gegenüber der bösen Welt draußen. Es gab Soutaneträger schon im ersten Semester. Die Muttergottes war der Inbegriff der Weiblichkeit. Die Seminarleitung verweigerte eine Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Realität. - Es scheint, alle diese Dinge haben sich in den letzten Jahrzehnten noch verschlimmert. Wer will heute noch Priester werden in einer Kirche, die in ihrem Innersten krank und verlogen und erbarmungslos ist? Jesus Christus würde sich heute schämen, dass in seinem Namen die Menschenfreundlichkeit Gottes verraten wird. Auch ich sollte meine Seelengesundheit opfern, um Seelsorger zu werden, wozu ich mich berufen fühlte. Im Gegensatz zu Bühling bin ich nicht ausgetreten. Kirche ist dort, wo zwei oder drei in Seinem Namen zusammen sind und um den Glauben und das Leben ringen. Bühlings Buch ist kein Rachebuch. Es ist ein zutiefst menschliches Buch, authentisch, ehrlich, seelenwarm. Ich hoffe, dass das Buch eine Bewegung auslöst, dass Lernerfahrungen gemacht werden. Die Kirche ist bislang immer von ihren Ketzern gerettet worden (Franziskus, Luther, Küng, ...) Ich wünsche diesem Buch ganz viele Leser und der Kirche ein konstruktives Beben. Zehn Sterne!
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am 31. August 2014
Ich find, es ist ein gutes Buch, dass die Wahrheit in der priesterlichen Ausbildung in der kath. Kirche beschreibt. Es ist gut, Authentisches zu Papier gebracht zu haben, was sonst nur hinter vorgehaltener Hand erzählt wird. So kommt die Wahrheit mal ans Tageslicht. Der Autor ist sehr mutig, seine Erfahrungen öfffentlich gemacht zu haben, Respekt!!
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am 27. Juni 2014
Sehr gutes Buch, sollten alle mal gelesen haben. Hier kommt die Wahrheit auf den Tisch. Sehr gut erklärt ist der Aufbau der katholischen Kirche und wie verlogen, verschwiegen und konservativ diese Kirche mit ihren Gläubigen umgeht.
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am 9. Oktober 2014
Als Theologe kann ich alles, was im Buch steht, nur bestätigen. Gut, an manchen Stellen ist es mir etwas zu sehr persönliche Abrechnung - aber die geschilderten Zustände und die Scheinheiligkeit mancher Amtsträger und des klerikalen Nachwuchses sind - leider - wahr. Ein Buch, das aufrütteln sollte - das aber sicher von den Kirchenoberen und Regenten ignoriert wird... 11. Gebot eben.
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TOP 500 REZENSENTam 20. Januar 2014
Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
In sprachlich und stilistisch einwandfreier Form wird das Leben von der Kindheit bis zur Heirat mit Rene' beschrieben.
Er wird gleich zu Anfang als der beschrieben, dem bei der Entstehung des Buches zu danken ist und als der, der ihm geholfen hat.

Den größten Raum nehmen die Berichte über die Missstände in den katholischen Bildungseinrichtungen ein, die der Autor selbst erlebt und beobachtet hat.
Er verschweigt dabei auch nicht seine eigenen Empfindungen und körperlichen Eigenarten.

Mit 15 Jahren bemerkte er, dass er homosexuell ist und fand dadurch den Weg zur Kirche.
Seine hohen Erwartungen an die kirchlichen Werte zerplatzte wie Seifenblasen, während seiner kirchlichen Ausbildung.

Zu einem "richtigen" Bild über die Kirche kam er durch ein Gespräch mit einem Therapeuten.

Daniel Bühling ist heute freier Theologe.

Das Buch bestätigt aus "erster Hand" was bereits aufgedeckt wurde und wo möglich sich noch hinter hohen kirchlichen Mauern "abspielt".
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am 18. Januar 2014
Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Vorweg: Ich gehöre keiner Religion an, bin auch nicht irgendwo ausgetreten, sondern wurde erst gar nicht getauft. Trotzdem empfinde ich die Art, wie Herr Bühling mit der römisch-katholischen Kirche abrechnet als etwas unangemessen und ein wenig verlogen.

Nicht inhaltlich wohlgemerkt, denn wer jemals das legendäre Bubenstreich-Interview des inzwischen emeritierten Bischofs Kurt Krenn gesehen hat der wird und darf wohl alles glauben, was in diesem Buch so an vorgeblichen Skandalen drinsteht. Denn Herr Krenn bagatellisierte darin ganz ernsthaft das Feiern von Sexorgien im St. Pöltener Priesterseminar, vor allem aber auch den Besitz von Kinderpornografie als eben - Bubenstreiche.
Aber haben wir nicht alle schon lange vor Erscheinen dieses Buches von dem einen oder anderen verlogenen, hinterlistigen, erzkonservativen, frauenfeindlichen, pädophilen, zur Prunksucht neigenden, das Zölibat brechenden, alkoholabhängigen oder eben auch homosexuellen Geistlichen gehört? Enthält dieses Buch denn wirklich neue skandalöse Erkenntnisse?

So sind Titel und Untertitel zwar stimmig gewählt, treffen sicherlich auf die Kirche, aber auch auf nahezu alle anderen Institutionen, von Politik bis Ehe, ebenfalls zu. Es wird immer und überall Solche und S(tr)olche geben. Also auch nichts wirklich Skandalöses.

Und doch handelt das Buch von einem echten Skandal. Denn das Wort stammt ursprünglich aus dem alten Testament und bedeutet sinngemäß: Böses, dass von Gott wegführt.

Belogen aber hat sich Herr Bühling nach meinem empfinden über lange Zeit eher selbst.

Aber dazu später, jetzt erst mal zum Buch als solchem:

Anfangs dachte ich: 217 Seiten, das hast du schnell durch".
Und tatsächlich, Einleitend beschreibt er Kindheit, Familie und Umfeld. Nichts was irgendwie besonders spannend oder auch nur ungewöhnlich wäre, aber wichtig halt zum allgemeinen Verständnis seiner Lebensanschauungen.

Der Schriftstil ist angenehm und flüssig zu lesen, zudem werden im ganzen Buch viele interessante Hintergrundinformationen zum hierarchischen Aufbau, der Ausbildung und einigen ethischen Auslegungen gegeben. Einiges davon war neu für mich. Und das obwohl ich sicherlich in dieser Hinsicht über mehr Allgemeinwissen verfüge als so mancher Taufe, Kommunion, Firmung, danach ist ein Mal im Jahr Weihnachten und damit Kirchenbesuch angesagt-Katholik"

Doch dann, mit seinem Eintritt ins erste Priesterseminar kam für mich Persönliches ins Spiel. Ich erinnerte mich plötzlich an die ganz reale schmerzhafte Liebe Gottes, die mir in der Kindheit von Nonnen bei einem zum Glück nur kurzem Heimaufenthalt vermittelt wurde. Ich erinnerte mich aber auch wieder, und das gerne, an die fünf Jahre, die ich später im Internat leben und reifen durfte. Und an einen der dort tätigen Geistlichen, einen ganz besonderen Mann, der bei uns allen beliebt war, begleitete statt bestimmte.
Schon damals, als Kind und Jugendlicher lernte ich also das kennen was Herr Bühling so schön beschreibt, die zwei Gesichter der Kirche: Auf der einen Seite gnadenlose Brutalität, selbstverliebter Egoismus und Fremdbestimmung, andererseits selbstlose Hilfsbereitschaft, Güte und wahrer Glaube.

Mit dem Lesefluss war es jedenfalls bis fast zum Ende des Buches vorbei. Die von Herrn Bühling beschriebenen aufkommenden Zweifel hinsichtlich seiner Berufswahl ließen mich an verschiedene wirklich gläubige Personen zurückdenken, die ich kennen lernen, mit denen ich vor allem aber auch ehrlich über ihren Glauben sprechen durfte. Hier sind mir vor allem mein Deutschlehrer, der o. g. Geistliche und - man Staune - eine Nonne, mit der ich anlässlich eines Krankenhausaufenthalts nächtelang diskutierte in angenehmer Erinnerung geblieben. Diese Gespräche brachten mich immer mal wieder näher zur Religion, doch alles was diese wahrhaft Gläubigen mir an Nähe zur Religion vermitteln konnten wurde denn auch durch diverse Kirchenskandale sehr schnell wieder zunichte gemacht.

Jedenfalls brauchte ich zur Lektüre der 217 Seiten mehrere Tage, in denen ich nach jedem Kapitel über vieles erneut und in Ruhe nachdachte, ein Stück weit mein Leben und meine Einstellungen rekapitulierte. In dieser Form berührt hat mich seit langem keine Lektüre mehr, daher auch die fünf Sterne und einen dickes Danke an Herrn Bühling!

Aber zurück zu meinem obigen, nicht bös gemeinten Vorwurf:
Einige willkürlich ausgesuchte Stichworte: Verrat an den Tempelrittern, Nepotismus (z. B. der Borgia und Borghese), Hexenhammer, Verfolgung bzw. Vernichtung diverser Häretiker (z. B. Katharer), Verrat z. B. von Juden und Zeugen Jehovas an das Nazi-Regime durch einzelne Priester, Fluchthilfe für eine Vielzahl von Nationalsozialisten durch einen hohen in Rom tätigen Geistlichen, Kindesmisshandlung in diversen Heimen, Kindesmissbrauch durch Geistliche, nach Beschwerden und/oder Anzeigen Versetzung dieser Priester in andere ahnungslose Gemeinden, diverse Skandale in der Vatikanbank, und und und...

Waren all diese Verbrechen und Vorteilsnamen, die entweder von einzelnen Geistlichen oder teils der obersten Kirchenführung verübt/befohlen/geduldet wurden Herrn Bühling, als er sich im Jahre 2000 entschloss Priester zu werden, nicht bekannt?
Er wusste wirklich nicht wie homophob es zumindest offiziell in der Kirche zuging?
Waren zu diesem Zeitpunkt nicht erzkonservative Hardliner, wie z. B. Bischof Mixa und Kardinal Meisner in Amt und Würden?
Konnte also ein ethisch denkender, noch dazu homosexueller Mensch wirklich davon ausgehen in dieser Institution glücklich zu werden?

Und doch war es zu diesem Zeitpunkt seines Lebens gut diesen Weg einzuschlagen.

Auch wenn er es an keiner Stelle schreibt: Für mich liest sich das Buch so, als hätte er erst durch den mannigfachen Kontakt zu anderen homosexuellen Priesteramtsanwärtern gelernt seine eigene Sexualität endgültig zu akzeptieren. Und zwar ohne Wenn und Aber. Nun endlich war er für sich selbst bereit diese mit Offenheit und Hingabe zu Leben. Das aber konnte bei einem Menschen seines Charakters letztlich nur zum Austritt führen.

Zwar verfügt die römisch-katholische Kirche bei aller Unkerei mit Sicherheit über eine Vielzahl von im Sinne der echten Nächstenliebe guten und sehr guten Geistlichen, trotzdem, mehr Seelsorger mit seinen Charaktereigenschaften hat gerade diese Kirche bitter nötig.

Denn das Religion und Glaube für viele Menschen existentiell sind ist klar und nachvollziehbar. Trost und Stärke, die Gläubige aus Gottesdiensten ziehen, darf man ihnen nicht nehmen. Insofern halte ich die Kirche aus aktueller Sicht für immanent wichtig.

Jedenfalls so lange bis die wahrhaft Gläubigen zurück zu den Wurzeln ihrer Religion finden. Ohne Pomp und Paläste. Unter freiem Himmel, im Wohnzimmer oder in einem profanisierten Gebäude. Mit Laienpredigern bzw. freien Theologen wie Herr Bühling nun einer ist. Oder kann der Geborgenheit und Gemeinschaft suchende gläubige Mensch das wirklich nur unter Anleitung geweihter Priester finden?

In Matthäus18 jedenfalls findet sich folgender Satz: ,Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen`. Da steht nichts davon dass einer der Anwesenden geweihter Priester sein muss.

Und Herr Bühling bezeichnet sich unzweideutig als weiterhin gläubigen Menschen.

Was aber ist mit vielen der Wegbegleiter, die er in seiner Ausbildung kennen lernte?

Als Überschrift habe ich eines der Gebote gewählt. Wohl besser bekannt in der Kurzform:
,Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren`
Wenn ich es richtig verstanden habe gebietet es dem wahrhaft Gläubigen stets Ehrfurcht zu haben vor dem Namen Gottes, dabei Gelübde und Versprechen einzuhalten. Denn dieses Gebot soll den Namen Gottes vor Missbrauch schützen.
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TOP 500 REZENSENTam 11. Februar 2014
Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Daniel Brühling erzählt in einfacher, leiser und ruhiger Art von seinem Wertegang – beginnend mit seiner Kindheit und Jugend daheim mit all der Freude und dem Leid, über seine Wunsch Priester zu werden und was er so erlebte in seinem Studium und danach.

Allerdings, fand ich zumindest, war da nichts wirklich Neues – was ich nicht schon wusste oder es mir denken konnte.
Es geht vor allem um die Seite der erzkonservativen Pullunder-Träger, die Frauen als Menschen zweiter Klasse ansehen und die Zeit gern wieder zurück drehen möchten.
Dann noch um all die Heuchelei und das Verschweigen – eben das 11.Gebot „Du sollst nicht darüber sprechen.“
Ja, du kannst es tun – aber nicht erwischen lassen – und nicht darüber reden.
Auch war ich mir vorher sicher das einige Priester homosexuell sind und das in der Kirche immer noch Prunksucht herrscht. Also wirklich nichts Neues.
Und leider wiederholt sich praktisch immer wieder alles – sobald Herr Brühling von einem Schauplatz zum anderen wechselt.
Spektakuläres und Reißerisches sucht man hier im Buch eher umsonst.

Fazit: Kann man gern lesen. Wer sich ein bisschen mit der Materie beschäftigt hat – wird hier allerdings nicht wirklich was Neues finden, meiner Meinung nach.
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VINE-PRODUKTTESTERam 15. Januar 2014
Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
An sich sind ja Erfahrungs- bzw Insiderberichte eben immer nur das: die persönliche Sichtweise, das eigene Resümee eines Einzelnen. Da kann der Schreibende selber im Nachhinein sagen/denken, "Ne, hät ich das lieber anders gemacht", oder auch der Leser mag sich Ähnliches durch den Kopf gehen lassen oder Fehlinterpretationen etc erkennen. Im Nachhinein ist man immer klüger.

Insofern ärgerte ich mich hier, dass der Mann überhaupt bei den Römisch-Katholiken und nicht bei der kleinen, aber feinen katholischen Gemeinschaft der Altkatholiken. Die suchen auch dringend Priester und die ganzen Probleme hätte sich der Autor da erspart. Aber seis drum.

Ansonsten bestätigte mir der Bericht, was schon lange mein Klischee von römisch-katholischen (angehenden) Priestern war: tussig, weltfremd, sexuell verkorkst/frustriert. Das führt dann zu den ganzen merkwürdigen Begebenheiten, die der Autor so süffisant schildert.

Es ist leider wohl eine Krux im System, dass diese Kirche Männer anzieht, die irgendwie ein Problem mit ihrer Sexualität haben, sie fürchten, sie nicht offen ausleben wollen, sie unterdrücken, sie "böse" finden etc. Das sind leider in unserer Gesellschaft immer noch öfters homosexuelle Männer, sicher aber heutzutage aus ganz bestimmten sozialen/familiären Hintergründen, aber sicher auch heterosexuelle Männer, bei denen irgendwas nicht passt. (Von pädophilen Männern ganz zu schweigen, aber das ist für mich keine sexuelle Orientierung.) Das "große Schweigen" führt dann zu grotesken Szenen wie im Buch oder den diversen Sexgeschichten im Vatikan, die ja immer wieder in letzter Zeit an die Öffentlichkeit dringen.

Von dem her ist diese Reportage wieder nur ein Zeugnis für den Reformbedarf in der römisch-katholischen Kirche. Einerseits diese Zustände in Priesterseminaren, andererseits werden offen homosexuelle/verpartnerte MitarbeiterInnen hinausgeekelt etc. Für mich interessant, aber nicht mehr wirklich relevant, bin ich doch glücklicherweise seit einigen Jahren nun Altkatholik.

Natürlich gibt es in jeder Kirche, jeder Gruppierung schwarze Schafe, Fundamentalisten etc. Aber bei den Römisch-Katholiken scheint es schon besonders hoch herzugehen, ironischerweise war ja der einzige Skandal der Protestanten in Deutschland die Trunkenheit am Steuer unserer lieben Frau Margot. Aber seis wies sei.

Fazit: Interessante Lektüre. Aber in meiner Stadt küssten sich bereits Seminaristen auf irgendwelchen Feiern des Priesterseminars, da hat mich das Buch nicht mehr so sehr überrascht ;o).
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Format: Gebundene Ausgabe|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Mit erhobenen Zeigefinger gemahnt die katholische Kirche seit Jahrhunderten ihre verstaubten Dogmen. Sexueller Trieb ohne Fortpflanzungsgedanken: Pfui Bäh, das ist ja unmenschlich. Maß halten, nicht auf die K... hauen? Danke, Bischoff von Limburg! Homosexualität ist des Teufels...

Überzogen gesagt pimpt sich die Kirche hinter ihren zugezogenen Vorhängen genau das rein wogegen sie die ganze Zeit wettert. Und dann wundert man sich über Kirchenaustritte. Mobbing und Vitamin B in der Kirche? Echt eine scheinheilige Bande...

Der Autor informiert über Totgeschwiegenes und rechnet gleichzeitig ohne es zu wollen ab. Angesichts der aufgedeckten Fakten, die immer nach und nach ans Licht kommen kann ich ihm das nicht verübeln.
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