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am 16. November 2012
Die Vorstellung kennt jeder, der sich einmal selbst kritisch mit seinem Leben und seiner Endlichkeit auseinandergesetzt hat. Dass man an seinem Lebensende (das sich ja jederzeit einstellen kann) das Gefühl haben möchte, ein erfülltes, ein sinnvolles Leben geführt zu haben, gleich, wie lange es nun gewährt hat.

Genauso bekannt ist die Erkenntnis, dass auch die wenigen Menschen, die über diese Fragen einmal nachgedacht haben, sie auch schnell wieder vergessen. Die Verdrängung unserer Sterblichkeit und unserer Endlichkeit, die Tabuisierung des Todes aus der Öffentlichkeit unserer Gesellschaft ist nach wie vor ein Fakt. Doch wenn die ARD wie in diesem Jahr um die Woche zwischen Volkstrauertag und Totensonntag in Funk und Fernsehen eine Themenwoche zum Thema Tod und Sterben durchführt, ist das zusammen mit anderen Entwicklungen wie den Hospizen oder einer sich immer mehr verändernden Bestattungskultur ein Zeichen dafür, dass sich in der Betrachtung des Todes etwas verändert.

Das vorliegende Buch der seit langem in der Sterbebegleitung tätigen Doris Tropper ist eines von vielen literarischen Zeugnissen dafür. Aus der Begegnung mit vielen Sterbenden, die sie in einer Auswahl in ihrem Buch dokumentiert, hat sie gelernt, dass die meisten Menschen erst im Angesicht des nahen Todes darüber nachdenken, was die Essenz ihres Lebens war, was wirklich wichtig gewesen wäre, welche Irrwege sie zu lange beschritten und was sie sich selbst und anderen gegenüber versäumt haben zu sagen oder zu tun.

Doris Tropper hat die zentralen Botschaften, die ihr die Menschen, die sie begleitete, auf dem Sterbebett verraten haben, in zehn Gebote gefasst:

1. Genieße den Tag, als gäbe es kein Morgen.
2. Blicke nicht in Trauer zurück auf das, was nicht möglich war.
3. Gehe mit Gelassenheit in den neuen Tag, denn er wird schön werden.
4. Übe dich in Geduld und verliere nie die Hoffnung und die Zuversicht
5. Suche mitten im Alltag Oasen und genieße die kleinen Freuden des Lebens
6. Bleibe beweglich in Körper und Geist, aber verausgabe dich nicht ganz
7. Dinge, die nicht zu ändern sind, warten darauf, losgelassen, verabschiedet oder ins Leben integriert zu werden
8. Verliere nie die Neugierde und die Freude am Erforschen und Ausprobieren
9. Betreibe regelmäßig „Wurzelpflege“ und definiere deinen eigenen Standort neu
10. Denke nicht immer nur an die anderen, sondern auch an dich selbst

Das Buch ist eine freundliche Einladung an alle, die es lesen, sich die oben erwähnten Fragen zu stellen und Gedanken zu machen, solange wir noch mitten im Leben stehen, und uns noch die Zeit geschenkt ist, all die Erkenntnisse und Antworten auch umzusetzen, und sei es nur in Ansätzen.
11 Kommentar| 72 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
VINE-PRODUKTTESTERam 12. Januar 2013
Format: Taschenbuch|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Lieber ein anderes Buch genommen.
Irgendwie hatte ich anderes erwartet. Die Begegnungen mit den Sterbenden werden überwiegend sehr kurz und finde ich, oberflächlich beschrieben. Oftmals gibt’s Passagen wo ich mich frage, was haben sie mit dem Thema zu tun.
Frau Tropper beginnt mit ihrer Sterbebegleitung so scheint es mir, oft schon sehr lange vor dem Tod, für mich zu einem Zeitpunkt da ich es niemals als Sterbebegleitung bezeichnen würde und in dem Moment des Sterbens ist sie nicht da. Es kommt mir so vor als wenn sie nur an den Lebensgeschichten interessiert ist, es Recherche fürs Buch ist aber das sieht sicher auch jeder anders.
Ich für meinen Teil bin in den letzten Wochen und Tagen, Stunden da und vorallem wenn wirklich der Tot vor der Tür steht und leiste Beistand, halte die Hand und rede mit den Sterbenden falls sie es mögen und vorallem als Wunscherfüller.
Großer Raum wird für die Gedanken der Verfasserin gelassen und die Schlüsse die sie aus den Begegnungen zieht.
Frau Tropper macht Sterbebegleitung aber die meisten ihrer im Buch angeführten Schützlinge starben allein im Krankenhaus oder Heim und sie hat sich damit getröstet und zufrieden gegeben, dass das Personal ihr sagte „sie /er ist friedlich entschlafen“ Was soll das Personal anderes sagen ?z.B. „Ihre Mutter ist elendich erstickt?“ Will das jemand hören?
Das sind Standartfloskeln die trösten sollen, sagen aber nichts über das wirkliche Sterben aus, das der Tote entspannt schaut, liegt doch oft daran das im Moment des Sterbens losgelassen wird, die Schmerzen aufhören, aber ist er deswegen leicht gestorben?
Aber war jemand dabei als sie / er starb? Wahrscheinlich nicht, Sterbende klingeln nicht wenn es zu Ende geht und das Personal zieht sich zurück, natürlich mit der Begründung „ er/sie soll in Ruhe sterben können“, eher aber doch unausgesprochen aus Angst vor der Situation und der Unfähigkeit damit um zu gehen, was durchaus verständlich ist.
Der Titel des Buches ließ mich erwarten dass die Betroffenen ihr Leben reflektieren, Geschehenes bedauern oder traurig darüber sind vieles nicht gemacht zu haben. Aber irgendwie sagte keiner „ hätte ich doch“ sie machten alle so weiter wie bisher, ok, die junge Mutter hat nach ihrer Krebsdiagnose und Therapie ihr Leben völlig um gekrempelt und lebte ab sofort „ gesund“ so gesund, das die Kinder zu Bekannten flüchteten um mal was Leckeres zu essen. Da frage ich mich doch, ist das der Sinn, lebt man länger wenn man gesund lebt oder ist es besser glücklich zu leben und vielleicht kürzer. Das sind Fragen die ich in dem Buch gern gesehen hätte.
Ich selbst wurde meist nur mit den Fragen „warum ich, warum jetzt“ konfrontiert und das zu meist von Kindern oder Jugendlichen und diese Fragen sind in der Tat sehr schwer zu beantworten.
Dann war natürlich auch zu erwarten das der ziemlich abgedroschene Satz kam und das mehrfach „ Lebe den Tag als sei er dein letzter“ Hinterfragt wurde er nicht. Mir nimmt dieser Satz mein Recht auf Hoffnung, meine Träume und meine Zuversicht, es ist ein Leben in ständiger Angst morgen nicht mehr zu sein. Er verleitet u.U. dazu Dinge zu tun, die man den nächsten Tag und vielleicht sein Leben lang bereut, da man ja doch noch lebt.
Dazu dann noch der Hinweis sein Leben „intensiver“ zu leben, was heißt heute intensiver? Ich denke, schneller, besser, mehr! Aber das kann es doch auch nicht sein.
Wie schrecklich muss es sein wenn man den Ratschlag befolgt und sich abends eine „to do“ Liste für den nächsten Tag erstellt, die man dann auch noch abhaken soll. Der Stress alles ab zu arbeiten und der Stress wenn man es nicht geschafft hat und das Selbstwertgefühl dann…nie schaffe ich was ich mir vorgenommen habe. So eine Liste ist für mich ein absoluter Killer.
Etwas ungläubig habe ich geschaut als ich las dass ein 85 Jahre alter dementer Mann zum Schluss alles bereute!!
Unsensibel fand ich es einen Bauern zu fragen wo er seine Urlaube verbrachte. Der Mann war offensichtlich glücklich und zufrieden und freute sich sein Leben lang darüber das er einmal im Leben im Nachbarort war, da glänzten seine Augen wenn er daran dachte. Nun kommt diese Frage nach dem Urlaub und erzeugt ein Defizit, macht unglücklich und nicht nur das, wäre er tatsächlich in Urlaub gefahren, wäre es alltäglich geworden und sein Besuch im Nachbarort wäre total verblasst. Ich musste an „neues aus Büttenwarder“ denken. Atsche und Brakelmann wollen auch mal Urlaub machen, sie fahren weg und dann sitzen sie da und wissen nicht was sie damit machen sollen, sind unglücklich. So kann man mit einer unbedachten Frage viel zerstören.
Frau Tropper sagt selbst man muss sensibel sein im Umgang mit Sterbenden und das ist immens wichtig.
Gut fand ich das Gedicht auf Seite 190 und das sollte man sich bei einer Sterbebegleitung immer vor Augen führen, das macht das Begleiten leichter.
Die 10 Gebote für den Alltag und das Resümee sind in Ordnung aber für mich schon seit vielen Jahren selbstverständlich. Zusammengefasst kann man einfach sagen „lebe“ und zwar das eigene Leben ohne sich zu verbiegen aber auch das muss man lernen und dazu können die letzten Seiten des Buches sicher beitragen.
Ein Buch, das sicher Menschen die mit dem Sterben nicht so konfrontiert sind was geben kann und mit Sicherheit zum Nachdenken anregt und Möglicherweise zu Veränderungen führt, die man aber wohldosiert vornehmen sollte und immer so dass man „sein „ Leben nicht aus den Augen verliert.
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am 3. Januar 2013
Doris Tropper skizziert aus Ihren allgemeinen, langjährigen und fallgeprägten Erfahrungen in der Sterbebegleitung eine Betrachtung auf das immanente Leben und die möglichen Qualitäten des eigenen Lebens. Aus den schicksalshaften, Indivdual-Begleitungen wirft das Leben des Einzelnen und seiner intensiven Lebensphase bis zum Tod Rücklichter auf das eigenen Leben und dient als Hinweis der bewussteren Lebensführung für Alle.
Besonders gut haben mir die authentischen Berichte und die Erfahrungen zur eigenen Abgrenzung im Kontakt mit Sterbenden gefallen. Auf was kann ich mich in der Sterbebegleitung einlassen. Was sind meine Themen? Wie gehe ich mit Abbrüchen um? Wie begleite ich bis zuletzt und wie begegnen mir die im Leben stattgefunden Beziehungen im späteren Leben. WAs sind meine Themen und was braucht der Sterbende im Leben bis zuletzt? Hier wird deutlich, dass es eine immer währende Verbindung zwischen den Leben und den Toten gibt und die Erfahrungen mit Sterbenden immer auf das Leben zurückwirken.
Die im Buch entstehenden Zäsuren, geprägt durch die etwas akademisch durchtränkte Gliederung und den jeweils aufgebauten Dreischritt zu jedem Fallbeispiel, lässt die Wärme und gefühlsmäßigen Tiefgang ein wenig abklingen. Manchmal wirkt die Dichte und Masse der Lebenstipps zu präsent und zu viel, aber die Fallbespiele sind bestimmt bewusst nach charakteristischen Aspekten ausgewählt.
Das Buch ist für jeden der mit dem Tod lebenden Leser eine wertvoller Blick in die Spalten, Nischen, Ab- und Aufgänge des Lebens mit und um den Tod.
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am 11. Januar 2013
hätte ich doch niemals dieses Buch gekauft,
dann hätte ich Geld und Zeit gespart,
kann mich der Meinung von "derdiedas" nur anschließen, interessantes Thema total schlecht umgesetzt,
hab das Buch eisern zu Ende gelesen weil ich dachte "da muss doch noch was kommen",
enttäuschend!
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am 13. Mai 2013
Format: Taschenbuch|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Die Autorin beschreibt in ihrem Buch 7 Fälle von Menschen, die sie beim Abschied vom Leben begleitet hat und zieht ihre Schlüsse, was man aus deren Lebensgeschichten lernen kann. Das ist durchaus nicht untineressant, wirkt aber manches mal etwas holprig.
Mir persönlich hat es nicht so gut gefallen, dass die Umstände unter denen die Autorin ihre Protagonisten kennen lernte sehr ausführlich beschrieben wurden. Der Stil ist manchmal etwas ungelenk - man merkt immer wieder recht deutlich, dass hier ein Nichtprofi schreibt, dennoch ist es ein interessantes Buch - ich gebe 3 Sterne nach dem Motto: Muss man nicht unbedingt gelesen haben, ist aber auch nicht Zeitverschwendung, wenn man es tut.
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am 8. Mai 2013
Format: Taschenbuch|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Vermutlich erscheint diese als eine der letzten Vine-Rezensionen.
Aber mir war es wichtig, dass auch meine Frau, eine seit vielen Jahren auf den Bereich der Onkologie spezialisierte Krankenschwester, die u. a. über Zusatzausbildungen in den Bereichen Chemotherapie, Palliativmedizin, Angehörigenbetreuung und Sterbebegleitung verfügt, dieses Buch liest und wir sodann gemeinsam diese Rezension verfassen.

In unserer westlichen Gesellschaft ist es inzwischen fast schon der Normalfall das Sieche und langsamer Tod weitab der Familie, also in Hospizen, Pflege- und Altenheimen stattfinden. Immer weniger Menschen haben direkt damit zu tun und gerade Kinder lernen erst gar nicht damit umzugehen. Wenige Generationen reichten um frühere Einstellungen zu verlieren und das Thema zu tabuisieren.

Doris Tropper hat in den letzten Jahren, teils gemeinsam mit Monika Specht-Tomann, insbesondere zu den Themen Trauer, Sterbebegleitung und Abschied nehmen mehrere wirklich empfehlenswerte Bücher geschrieben.

Sie versteht es sehr gut im Rahmen des Möglichen Betroffenen bei Verständnis und Bewältigung dieser schwierigen Lebenssituation zu helfen.

Wie auch in der Vergangenheit schreibt sie in >>Hätte ich doch...<< Anrührend aber ohne jeden falschen Pathos. Diesmal jedoch geht es zwar auch um Sterbebegleitung bzw. den Tod eines wichtigen Menschen, vorrangig liegt der Focus aber auf dem Sterbenden selbst. Die Gedanken, Ängste und Wünsche die am Ende eines Lebens stehen.
Aber auch das ist nicht ganz richtig. Eigentlich schrieb sie dieses Buch für all diejenigen Menschen die derzeit weit ab vom Thema leben.

Wer sich detaillierte Lebens- und Leidensgeschichten erhofft kann also an dieser Stelle weiterklicken. Dieses Buch dient nicht der allumfänglichen Befriedigung von Neugier an fremden Schicksalen, sondern soll uns Denkanstöße zu unserem eigenen Leben geben.

Der gesunde Mensch kann weitgehend eigenbestimmt agieren, hat zu einem guten Teil selber in der Hand in welcher Form er sein Leben verbringt. Dabei hat man auf Kriege, Wirtschaftskrisen und einige andere der großen Dinge natürlich keinen Einfluss.
Aber die Freiheit innerhalb unseres kleinen Lebensraumes selbstständig zu entscheiden nehmen wir uns meistens selbst, schieben sie hinaus oder entscheiden uns wider besseres Wissen uns nicht zu entscheiden. Und bereuen das erst wenn es zu spät ist.

Warum leben wir jahrelang mit Partnern die uns nicht lieben, warum schauen wir aufs Geld wo es nicht nötig ist, warum behandeln wir unsere Mitmenschen schlecht oder lassen uns selbst schlecht behandeln? Obwohl wir noch agieren können?

Wer am Ende wirklich bei uns ist kann man natürlich nie wissen. Aber ob wir zuletzt im inneren Frieden Leben, mit uns im Reinen sind oder aber in tiefer Angst, darauf schon.

So ist dieses Buch nicht mehr aber ganz sicher auch nicht weniger als ein Denkanstoß.

Reflektiere wie du lebst und ob du damit zufrieden bist.
Wenn nicht - nutze deine Möglichkeiten.
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am 11. April 2013
Format: Taschenbuch|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Wenn Menschen dem Tod nahe sind, reflektieren sie ihr Leben. Das, was sie erreicht und das, was sie verpasst haben. Das, was sie anders gemacht hätten, würden sie noch ein Mal die Möglichkeit dazu bekommen. Und hier liegt die Chance für diejenigen, die noch leben: Sie können aus den Versäumnissen lernen, sie können ihr eigenes Leben anders gestalten. Erfüllter leben, bewusster.

Das soll oder will dieses Buch dem Leser näher bringen – zumindest in der Theorie.
Die Praxis sieht leider anders aus.

Aber von vorne: Was habe ich von diesem Buch erwartet? Ich habe erwartet, dass es seinem Titel gerecht wird. Dass man etwas lernen kann von den Sterbenden. Dass man sie ein Stück weit begleitet und ihre Lebensgeschichte begreift. Damit etwas von ihnen bleibt.

Und genau das hat dieses Buch nicht. Die Geschichten der vorgestellten Personen sind nur Hintergrundrauschen für die Gedanken und Rückschlüsse der Autorin. Man lernt hauptsächlich das, was die Autorin einem beibringen möchte, nicht das, was die Sterbenden sehen.

Es fehlt die emotionale Nähe, etwas, um die Erfahrungen der Menschen wirklich greifbar zu machen.
Sicher darf man in der Tätigkeit, die die Autorin ausübt, nicht zu viel zu nahe an sich heran lassen, um sich selber zu schützen. Aber dennoch, wenn man Sterbende begleitet, muss man sich auch ein Stück weit auf sie und ihre Geschichte einlassen, denke ich.
Und diese Nähe fehlt meiner Meinung nach völlig.

Die Autorin beschreibt die Lebens- und Sterbensgeschichten der Menschen so distanziert, dass man, statt mitzufühlen und daraus eine persönliche Betroffenheit abzuleiten, die auch etwas zu ändern vermag, nur mehr ein unbeteiligter Zuschauer bleibt.

Der ganze Aufbau des Buches mit seinen Vor- und Nachbetrachtungen und „weisen Einschüben“ über das bewusste ERLEBEN wirkt mehr wie eine semiwissenschaftliche Arbeit, etwas, was wie ein Fachbuch wirken soll, ohne eines zu sein.

Und so bleibt man trotz des tiefgründigen Themas seltsam unbeteiligt, die Erkenntnisse der Menschen bleiben abstrakt und wenig nachfühlbar, eben weil man die dahinter stehenden Emotionen kaum nachempfindet.
Die Quintessenz des Buches selbst bleibt davon selbstverständlich unberührt und wichtig, aber die Art und Weise, wie sie dem Leser näher gebracht wird, ist meiner Meinung nach zu distanziert und wird damit kaum aufrütteln können.
22 Kommentare| 32 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Format: Taschenbuch|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Doris Tropper, die seit langem in der Sterbebegleit ung tätig ist, hat Sterbende unterschiedlichen Alters interviewt und dies zu einzelnen kurzen "Lebensgeschichten" zusammengefasst.
Allen einig ist die Quintessenz, was im Leben zählt, was die Menschen gerne anders gemacht hätten oder auf was sie viel Wert gelegt hatten.

Ein wirklich schweres Thema und ich musste mich manchmal zwingen weiterzulesen, da mir Tränen in die Augen schossen.
Dennoch gut umgesetzt und: am Ende steht die Hoffnung - nicht der Tod.
So ist es auch in Troppers Geschichten vom Tod und vom Leben.

Besonders berührt hat mich die Geschichte ganz am Ende: ein 10-jähriges Mädchen, dass dem Krebs nach langjährigem Kampf doch erliegt und trotzdem bis zum Schluss besonders die kleinen Dinge im Leben wertschätzt und liebt:
ein Schmetterling, Eis im Sommer und die Blumen in der Natur.

Eins weiß ich nach diesem Buch: Jeder Augenblick zählt - und oft sind es die unscheinbaren Momente, die so wertvoll sind und uns bis ans Ende des Lebens begleiten.
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am 13. Juni 2013
Format: Taschenbuch|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
Dies ist nicht das erste Buch über das Thema, und leider nicht das beste. Die Geschichten sind anührend und sie machen zum Teil sehr traurig, zum Besipiel die Geschichte der magersüchtigen jungen Frau, die am Schluss nicht mehr die Kraft hat, ihr Leben zu ändern. Durch die Magersucht ist ihr Körper schon so geschädigt, dass sie am Ende stirbt.

Leider lässt die Autorin die Geschichten nicht aus sich heraus wirken, sondern gibt ihre eigene Interpretation und Ratschläge. Für mich sollten die aufgechriebenen Geschichten so stark sein, dass der leser seine eigenen Schlüsse ziehen kann. Das wäre auch der Fall gewesen. Die Interpretation hätte sich die Autorin auch sparen können.

Also mein Tipp an zukünftige Leser: Am Ende einer Geschichte einfach weiterblättern zur nächsten Geschichte.
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VINE-PRODUKTTESTERam 20. Februar 2013
Format: Taschenbuch|Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts( Was ist das? )
„Hätte ich doch ...“ von Doris Tropper ist ein Buch, das einen sicher nicht unberührt zurücklässt.
Es erzählt 7 Geschichten von Menschen, die bald sterben werden und die versuchen den Rest ihres Lebens zu genießen, sinnvoll zu nutzen und die Vergangenheit aufzuarbeiten.
Nach jeder Geschichte gibt es von Tropper ein Fazit was man von diesen Menschen lernen kann, was man sich über sein eigenes Leben bewusst machen sollte und wie man es am besten lebt.
Mit dem „Carpe Diem“-Gedanken kann ich mich trotzdem nicht so sehr anfreunden, vielleicht bin ich dafür noch zu jung, aber den Tag so zu leben, als sei es der Letzte scheint mir mit Anfang 20 etwas schwierig, da es einfach zu viel gibt was ich gerne noch sehen oder machen möchte.
Dennoch hat mir das Buch sehr geholfen über mein eigenes Leben nachzudenken, dinge bewusster zu machen und zu erleben und sich an Kleinigkeiten zu erfreuen.
Es gibt in „Hätte ich doch ...“ viele gute Ansätze, die ich nun auf mein Leben übertragen möchte und die Geschichten der Menschen haben mich oft zu Tränen gerührt, sodass ich nun wirklich versuche achtsamer mit meinem Leben und meinen Mitmenschen umzugehen.
Ansonsten fällt es mir bei diesem buch sehr schwer etwas darüber zu schreiben, da es doch sehr persönlich ist und auch darauf ankommt welchen Zugang man selbst zu solchen Büchern gewinnen kann.
Für mich war es aber definitiv eine große Bereicherung und ich kann es jedem Menschen nur sehr ans Herz legen, da man vor lauter Zwängen durch die Außenwelt doch schnell das eigene Leben und Glück vergisst und durch dieses Buch die wichtigen Dinge wieder sehr in den Mittelpunkt rücken.

5 von 5 Sternen!
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