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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
22
In der Strafkolonie
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:9,90 €+ Versandkostenfrei


am 24. Juli 2016
Es war Anfang der achziger Jahre wo ich als Jugendlicher diese Kurzgeschichten-Vorlesung von Kafkas "In der Strafkolonie" abends in Berlin im RIAS hörte. Sehr genau kann ich mich noch daran erinnern, denn zum einen war ich schon damals ein Fan von Bruno Ganz, zum damaligen Zeitpunkt war "Nosferatu - Phantom der Nacht" einer meiner Lieblingsfilme, zum anderen brachte mich dieser Abend dem Werke Kafkas näher und das hält bis zum heutigen Tage an.

In der Erzählung erklärt ein Offizier einem Reisenden bis ins kleinste Detail, den Aufbau sowie die Funktionsweise eines Hinrichtungs-Apparates, wie ihn sich in dieser Art und Form wohl nur Kafka selbst ausdenken konnte. Später soll der "Theorie" dann die "Praxis" folgen, mehr möchte ich dazu nicht sagen. Man sollte die Geschichte selbst lesen oder zu diesem genialen Hörbuch greifen.

Ich habe immer wieder auf eine Erscheinung dieser einzigartigen Vorlesung gehofft, mein Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Die Erzählung an sich geht schon unter die Haut, aber die gefühlvolle z.T. sehr sachliche Stimme von Bruno Ganz hebt dieses Werk auf eine höhere Ebene. Die Arbeitsweise des "Apparates" wird mit einer Stimme erklärt, als beschreibe man die Anmut eines Gemäldes mit einem Liebesakt, unglaublich! Mir ist bekannt das Bruno Ganz in seinem Leben auch viel Live vorgelesen hat, vielleicht gibt es ja noch mehr von Kafka? Über ein Erscheinen würde ich mich sehr freuen.

Volle Punktzahl für dieses Produkt! Für Kafka-Liebhaber ein Muss
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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am 21. Dezember 2012
Kafka beschreibt hier den Zwiespalt einer menschlichen Seele in Person des Herrn "K". Auf der einen Ebene geht es um Folter und Todesstrafe die Herr K nicht unterstützt, zum Anderen ist er Gast und fühlt sich zur "Neutralität" gegenüber dieser Sache verpflichtet. Dazu kommt noch, dass er für den Delinquenten keine Sympathie empfindet.
Eine tolle Erzählung, die den Konflikt zwischen einer objektiven Meinung und dem eigenen Gefühl im Anlassfall aufzeigt! Ich kann das Buch nur empfehlen.
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 16. Juli 2015
Ohne zu viel zu verraten: Es ist ein gutes Kafka-typisches Buch, nur ich fand das Ende zu abrupt. Ansonsten ein tolles Buch und schön zu lesen! Wieder ein gut gemachtes eBook für den unschlagbaren Preis von null Euro. So macht Kindle-lesen Spaß!
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am 15. Juni 2007
Mein Vorredner hat die Geschichte ja schon gut geschildert. Nur stimme ich nicht mit meiner Meinung über den Sprecher überein.

Ich finde den Sprecher sehr gut. Hat ein gutes Gespür für die Charaktere und erzählt die Story eindringlich.

Eine Kaufempfehlung!
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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am 21. November 2016
"In der Strafkolonie" ist eines von Kafkas besten Werken. Es entstand während er eine Schreibblockade in Bezug auf sein anderes Werk "der Prozess" hatte. Sehr lesenswert.
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am 7. November 2014
Was für ein Mensch, was für Überlegungen und was für ein Ende. Ich kann es nur empfehlen. Es lässt einen nicht unberührt
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TOP 500 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTERam 21. September 2016
Um ehrlich zu sein hatte ich das Original, Kafkas Kurzgeschichte selber, noch nie gelesen. Über diese „graphic novel“ versuche ich sozusagen diese Kuruzgeschichte mir zu erschließen.

Der Inhalt ist kafkaesk und düster. Ein sehr angesehener Forschungsreisender wird in die Strafkolonie eingeladen. An einer Hinrichtung soll er dort teilnehmen und der leitende Offizier versucht alles, den Gast von den „Schönheiten“ seines System zu überzeugen. Der Offizier, der sowohl Richter als auch Henker zu sein scheint, führt das Werk des alten Kommandanten weiter. Der schreckliche Tod erfolgt durch eine neu erdachte Maschine – nach 12 Stunden tritt der mittlerweile ersehnte Tod ein. Weder ist eine Erklärung noch eine Verteidigung von Seiten des Angeklagten möglich. Ein sodlat ist während der Dienstzeit eingeschlafen und soll dafür sterben.

Hier zeigt Kafka mit einer beeindruckenden Symbolik und Metaphorik, wie totalitäre System an der Macht bleiben. Der Reisenden tzieht sich auf die Rolle des Beobachters zurück und schreitet nicht ein.

In dieser graphic novel ist die Umsetzung der bedrückenden Atmosphäre hervorragend gelungen. Man wird als Leser und Betrachter sehr stark hineingezogen und kann sich dem Sog des Bösen nicht entziehen. Ich halte es wirklich für eine großartige Kunstform, die die beim Lesen entstandenen Bilder von Bedrohung und roher Gewalt großartig umsetzt.

Diese graphic novel macht mich neugierig auf das Original. Ob mir dann beim Lesen andere Bilder in den Kopf kommen, als ich sie von diesem Buch her kenne, wäre interessant zu sehen. Ich kann für dieses Buch 5 Sterne ohne Einschränkungen geben, denn es ist wirklich eine beeindruckende Leistung. Sehr empfehlenswert.

Sollte Ihnen meine Rezension geholfen haben, würde ich mich darüber freuen, wenn Sie das mit einem Klick auf der Ja-Schaltfläche weitergeben würden. Vielen Dank.
5 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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TOP 500 REZENSENTam 17. Februar 2018
Franz Kafkas Erzählung "In der Strafkolonie" dreht sich um die Demonstration des geltenden Rechtssystems einer solchen durch den ausführenden Offizier. Dieser erklärt einem Reisenden die Vorzüge der Systematik, Rechtsprechung und Bestrafung aus einer Hand zu erfahren, anhand eines frisch verurteilten Soldaten und der etablierten Strafmechanik. Diese besteht aus einem Apparrat, der den Verurteilten innerhalb von 12 Stunden das übertretene Gesetz langsam und schmerzhaft in den Körper zu stechen. Der alte Kommandant der Kolonie, gleichzeitig der Erfinder jener Maschine, verstarb vor geraumer Zeit und so ist es nun an dem Offizier, die etablierte Form der Bestrafung fortzusetzen. Vermeintlich in der Hoffnung, Ablehnung zu erfahren und den Reisenden dazu zu bringen, gegen das unmenschliche System zu rebellieren, geht der Offizier bis zum Äußersten.

Es gibt wohl wenige Autoren, die ich in ihrem Schaffen so sehr bewundere, wie Kafka. Vielleicht ist es seine fast schon krankhafte Bescheidenheit, "schlechte" Literatur, die nach seinem Tode nicht veröffentlicht sondern vernichtet gehört, verfasst zu haben, die sich aber maximal den Vorwurf ihrer teilweise starken Fragmentierung gefallen lassen muss. Auch "In der Strafkolonie" ist ein hervorragendes Beispiel für die Ambivalenz des vermutlich schwerlich zu mögenden Autors, der in der eindeutigen Vieldeutigkeit seine absolute Stärke besitzt. Ob man die Erzählung nun als Kritik an einem unmenschlichen Bestrafungssystem, das sich nichts mehr als seine eigene Diskreditierung und Veränderung wünscht, sieht oder aber als Veranschaulichung eines übergeordneten, vom Menschen schlichtweg nicht (mehr) greifbaren Systems (wie bereits in "Der Process" geschehen) oder gar als Beispiel der Selbstaufopferung deutet, ist dabei glücklicherweise jedem selbst überlassen.

In letzterem liegt übrigens auch die Stärke der Comic-Umsetzung jener Erzählung, denn obwohl Bilder durchaus dazu verführen könnten, die Mehrzahl an Deutungsmöglichkeiten der Geschichte zu stark vorzugeben, schafft es Sylvain Ricard die diesbezügliche Vorlage Kafkas tatsächlich authentisch zu erhalten. Der Zeichenstil Maels passt sich der verstörenden Atmosphäre des Werkes an und ist damit zwar weit von einer gewissen malerischen "Attraktivität" entfernt, aber kann dadurch die erschreckend funktionale Abhandlung der eigentlich verzweifelt menschenunwürdigen Abläufe treffend unterstützen.
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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VINE-PRODUKTTESTERam 23. Mai 2014
"Es ist ein eigentümlicher Apparat!" ist der erste Satz, der in der Graphic Novel "In der Strafkolonie" von Franz Kafka in der Bearbeitung von Sylvain Ricard zu lesen steht. Er wird von einem Offizier geäußert, der einem Reisenden von der besagten Foltermaschine vorschwärmt. Das ganze Comic-Album ist ein einziger langer Monolog des Offiziers, nur sehr selten von Sätzen des Reisenden unterbrochen. Auf erklärenden Text verzichtet Ricard komplett - alles steht im Monolog zu lesen. Der Offizier steht voll und ganz hinter der Idee der Folter-/Bestrafungs-/Tötungsmaschine und schildert deren Funktionen in den schillerndsten und doch stets blutroten Farben. Mit einer Nadel wird dem Angeklagten ein Schriftzug in den Körper geritzt. Die Nadel dringt immer tiefer in den Leib ein und stigmatisiert so den (vermeintlichen) Delinquenten bis zu seinem Tode durch Aufspiesen (oder Verbluten). Der Offizier ist bei seiner Schilderung an Perversität kaum noch zu übertreffen...

Zeichner Maël hat die kafkaeske Erzählung in sehr eigenwilligem Strich zu Papier gebracht. Auf Hintergründe verzichtet er zu großen Teilen (praktischerweise spielt die Handlung in irgendeiner Wüste) - kammerstückartig wird das Hauptaugenmerk auf den Offizier und seine Maschine gelegt. Die fast schon monochromatische Kolorierung in Braun-, Orange- und Beigetönen lenkt ebenfalls nicht von der Handlung ab und verstärkt die seltsam-morbide Stimmung.

Die Monologe sind Kafkas ursprünglichem Text entnommen und - zumindest meiner stichpunktartigen Überprüfung nach - unverändert geblieben.

Einziger Kritikpunkt von meiner Seite ist die nicht gut ausgewählte Typo. Comic Sans in Versalien ist viel zu plump und fett - gerade im Vergleich zu Maëls Zeichnungen.

Wer zum 100sten Todestag Kafkas "neue" Arten entdecken will, sich seinem Werk zu nähern, ist mit diesem Comic bestens beraten. Das Album wurde in Tschechien gedruckt. Die Druckqualität und Verarbeitung sind tadellos. Somit verdiente fünf Sterne.
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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TOP 500 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTERam 20. März 2016
IN DER STRAFKOLONIE von Franz Kafka, ungekürzt gelesen von Bruno Ganz, aufgenommen von Rias Berlin 1974........................ Der Zuhörer ist sofort verzaubert von der milden, warmen Stimme von Bruno Ganz; ganz geschmeidig verleiht sie Kafkas bizarren Text - es geht um eine Exekutionsmaschine - eine eigene Note. "Ja gewiss...........", diese Maschine wird einem anwesenden Reisenden (auf einer Gefängnisinsel) erklärt und vorgeführt. Niemals verläßt der schweizerische Schauspieler Ganz die ruhige Ebene seiner meditativen Erzählstimme - auch wenn er einzelne Dialoge anspielt.

Dass nun, nach über 40 Jahren, diese Aufnahme veröffentlicht wurde, ist ein wirklicher Glücksfall - denn von Bruno Ganz gibt es nur sehr, sehr wenige Hörbücher (obwohl er regelmäßig Lesungen macht!). Umso mehr habe ich mich auf dieses Hörbuch gefreut.

( J. Fromholzer )
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