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am 18. Februar 2017
Absolut treffende Gesellschaftskritik. Der Einfluss des Konsums auf alle möglichen gesellschaftlichen Aspekte wird von Zygmunt Bauman beleuchtet und das kann einen treffenden Effekt auf den Leser haben. Viele Fragen die ich mir stellte wurden hier beantwortet und viele Antworten wirken erschreckend.
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TOP 500 REZENSENTam 30. Januar 2011
Unsere Gesellschaft war jahrhundertelang auf Religion gepolt, Glück gab es für alle nur im Jenseits, hier hatte man zu leisten, zu arbeiten und autoritäts-treu zu sein. Kaum merkbar hat uns in den letzten Jahrzehnten einen neue Religion eingefangen, die Glück hier und sofort verspricht: wenn wir shoppen, uns über Produkte definieren und abheben. Frauen (und jetzt auch Männer) sind Puppen, die sich behängen und zur Schau stellen, nach Kleidung und Kosmetik ist jetzt der Upstyle des eigenen Körpers angesagt - ein grenzenlos sich verjüngender Markt mit Wachstumsbeschleunigungsmechanismen ohnegleichen.

Stars und Medien ersinnen immer neue Produkte, die unseren Gehirn guttun und es mit einem angenehmen DauerSäuseln zufrieden stellen. Marketing und Produktion führen uns zu immer neuen Inszenierungs- und Kauferlebnissen, die nur ein (leicht lösbares) Problem haben: die Dosis muss kontinuierlich erhöht werden. Eine grandiose Win-Win-Situation für alle, die dem Kapitalismus alles zutrauen. Alles ist möglich und die ganze Welt giert schon danach: kaufen, kaufen, konsumieren, konsumieren, nie nachlassen.

Unser unvermeidlicher Burnout ist heute dem Leisten geschuldet, das wir für immer neue Seligkeiten immer höher drehen müssen. Sofort konsumieren, gleich anrufen, kaufen und möglichst schnell wegwerfen: die Kaufemotion wird heute über die Unvernunft gekitzelt, ihre Dauerlust lässt unsere Reiz-Reaktionsmuster zu einem garantieren Glücksrausch ohne Ende werden. Egal, welche Stories man uns erzählt, wir tendieren zum Glauben, wir wollen einen Glauben, der das ersetzt, was uns schon längst verloren gegangen ist: Mitmenschlichkeit und Güte.

Da es keine Sünden mehr gibt, kann einfach alles auf dem Altar der Konsumgesellschaft geopfert werden: ich kaufe, also bin ich. Sünden sind Vergangenheit und es gibt nur noch eine Todsünde: nichts zu kaufen, sich nicht darstellen zu wollen, kein Star zu werden. Wir alle haben die Verpflichtung, unsere eigenen Unique Selling Propositon zu finden. Dabei gibt es nur ein Problem: wenn wir aus dem Kaufkreislauf herausfallen, nichts mehr kaufen können. Dann aber hat jeder die Chance, längst Verangenes zu finden und eines zu entdecken: wie wenig man wirklich braucht.

Wir alle glauben an die universelle Kraf des Kaufrausches, nur er macht uns glücklich. Wenn wir in unserer Gier nach Geld und Bedeutung weiter gehen als normal, es gibt heute schönste Blitzableiter: Berlusconi in Italien sagt uns doch, dass einfach alles erlaubt ist, wir uns keine Gewissensbisse machen müssen, wenn der Kollege mal etwas mehr als normal gemobbt oder die Nachbarin getäuscht wird. Er entlastet uns ebenso wie Dieter Bohlen, der allen zeigt, dass jeder Trash-Nerd noch weiter nach unten zu toppen ist. Statt uns zu entrüsten, siehe auch Indignez-vous!, schauen wir lieber Dschungel, um noch mehr Abartigstes im freien Durchrutsch nach unten zu durchleben.

Alles in diesem Buch stimmt, es ist nicht neu, aber die Zahl der Mahner wächst. Hier liegt ein Bericht vor, der besonders gut und eindrücklich geschrieben ist: glasklar und klirrend kalt. Alleine, Auswege sind schwer zu finden: der Turmbau rundum die Welt nimmt zu und niemand lässt sich heute, im schnellen Informationszeitalter, noch davon abhalten, mit ums goldene Kalb zu tanzen. Alle wollen mitmachen und uns wird bald nur noch eines übrig bleiben: der Glaube an die universelle Kraft des Konsums.

Hüte sich rechtzeitig, wer kann. Dieses Buch kann der Einstieg in die Erkenntnis über die gefährlichste Droge überhaupt sein, von der wir sozial gewollt nicht lassen sollen: eine Gehirnwäsche, die uns immer mehr unterdurchschnittliches Mittelmaß in Medien und Produkten vorsetzt, uns pausenlos nach unten zieht, um dann in diesen Konsumtempeln wieder sauber gewaschen zu werden: Warum wir uns Gefühle kaufen: Die 7 Hochgefühle und wie man sie weckt
22 Kommentare| 53 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. Januar 2014
Dieses Buch regt zum Nachdenken an und ich kann es wirklich weiterempfehlen. Es bietet eine kritische Sicht auf den Konsum, den heute schon viele als Hobby betrachten.
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