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Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
57
Heeresbericht
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:8,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


TOP 100 REZENSENTam 11. Oktober 2014
Bisher war für mich Remarques "Im Westen nichts Neues" quasi das Standard-Buch zum Thema "Soldatenleben an der Front".
Durch den überdurchschnittlich hohen Notenschnitt hier aufmerksam geworden bestellte ich mir dieses
leider eher unbekannte Werk.
Verglichen mit Remarque ist Köppen hiermit ein Werk gelungen welches einen sehr schnell in seinen Bann zieht.
Man taucht regelrecht ein in die Welt vor 100 Jahren, der Protagonist Reisiger nimmt einen mit in eine Welt jenseits des Verstandes. Man glaubt wirklich das Grauen und den Wahnsinn selbst hautnah mitzuerleben.
Wo Remarque mehr auf auf die Sinnlosigkeit des Krieges abhebt und man die Handlung eher aus der Distanz erlebt, da versteht es Köppen eine unheimlich reale und dichte Atmosphäre zu erzeugen. Das Buch von Köppen ist eindeutig härter, schärfer und stärker als das von Remarque.
Köppen hat auch nicht wie Remarque nur die "zweite Halbzeit" des Krieges mitgemacht sondern praktisch den kompletten Waffengang.
Seine Figur Reisiger trägt eindeutig autobiographische Züge, dadurch wiegen seine Worte viel schwerer als eine reine Romanhandlung weil man weiß: der Autor hat das meiste selbst erlebt, es ist wirklich so gewesen und nicht nur ausgedacht.
Wenn man längere Zeit gelesen hat muß man sich geistig erst mal wieder in die Realität zurückholen, so sehr nimmt einen die Geschichte gefangen. Man liest nicht nur einfach ein Buch, man erlebt die Handlung fast selbst mit. Am Stück lesen kann man das Buch nicht, immer wieder musste ich eine geistige Verdauungspause einlegen um die Worte sacken zu lassen.

Passend zu den einzelnen Szenen bzw. der Handlung streut er immer wieder kurze passende bzw. korrespondierende Absätze aus dem Zeitgeschehen mit direktem Bezug dazu ein. Dadurch wirkt alles noch viel tiefer, eindringlicher und zugleich surrealer als es ohne diese Absätze wäre. Ein echter literarischer Geniestreich!
Für mich das eindrucksvollste Werk über die Soldaten an der Westfront, hier wird vom Krieg erzählt wie er wirklich ist:
widerlich, barbarisch, unmenschlich, grauenhaft, irrsinnig.
Ohne jeden falschen Pathos und Heroisierung wie bei Jünger.

Der Preis für dieses Werk ist schier unglaublich: 8,99€ für 400 gebundene (!) Seiten.

Schade daß man nur 5 Sterne vergeben kann, ich würde dem Buch glatte 100 geben.

PS: an alle Erbsenzähler: ja, es gibt Rechtschreib- bzw. Druckfehler. Dies schmälert den Wert dieses Buches aber ebensowenig wie ein winziges Staubkorn das auf einem hochkarätigen Diamanten liegt.
Hut ab vor Edlef Köppen! Und verbindlichsten Dank für dieses einmalige Juwel.
11 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 8. Februar 2015
Bin gerade dabei, mich in diese Zeit einzulesen: Remarque hatte ich als einziges zum 1. Weltkrieg in der Schule gelesen. Da waren wir auch mal in Verdun, was mich schwer erschütterte. Nun las ich wegen des Gedenkjahres und einer größeren Ausstellung zu diesem Krieg zuerst den "Radetzkymarsch" (Vorkrieg in Österreich), dann "Wir sehen uns dort oben" (Nachher in Frankreich) und nun den "Heeresbericht"( Mittendrin). Alle drei Bücher sind ausnehmend gut und jedes für sich umwerfend.
Der Heeresbericht ist in so fern ein Juwel, als er in der Literaturgeschichte aus diversen Gründen zum Handkuss gekommen und daher nahezu unbekannt ist. Das Buch saugt einen förmlich in das Kriegsgeschehen ein und hält einen bis zum Schluss im Bann.
Die Form ist ein für damals äußerst moderner Montagestil -ich glaube sogar es ist der erste deutsche Montageroman überhaupt- der Stil ist eher trocken-sachlich, will das unfassbare im klaren, Bericht-artigen festhalten, kippt aber in Momenten, die der Verstand nicht mehr fassen kann, manchmal ins fast poetische, was ich unglaublich großartig finde.
Der Autor verarbeitet seine Fronterlebnisse von 14-18, wo er als Artillerist kämpfte.
Unbedingt lesenswert.
6 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 10. Juli 2017
Eine der erschütterndsten Erlebnis-Schilderungen des 1. Weltkriegs. Allerdings aus einer anderen, interessanten Sichtweise. Nämlich nicht aus der Perspektive des Infanteristen sondern des Artilleristen.

Im Buch wird schnell deutlich, dass die Artillerie im 1. Weltkrieg eine der wichtigsten Waffengattungen überhaupt gewesen ist und welche Wirkung das eigene Feuer auf den Feind hatte bzw. man der Wirkung der feindlichen Artillerie genauso schrecklich ausgesetzt war.

Anhand dieses Buches wird verdeutlicht, welche unglaublichen und unvorstellbaren Belastungen auch auf dem Mensch zwischen den eigenen und feindlichen Geschützrohren in den Schützengräben aushalten mussten, egal ob Feuerüberfälle, regelmäßige Beschießungen oder tagelanges Trommelfeuer.

Die Hauptperson verliert im Buch Kamerad um Kamerad, Vorgesetzten um Vorgesetzten, bis nach einer Verschüttung durch eine feindliche Granate der Irrsinn und das Schlachten um ihm herum so ein Ausmaß erreicht, dass dieser nicht mehr weiterkämpfen möchte und für verrückt erklärt wird.

Zu diesem Zeitpunkt ist Vizeleutnant Reisiger allerdings der letzte überlebende seines Artillerieregimentes.

Spannend, mitreißend und zugleich erschütternd.
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am 25. März 2016
Soldat sein an der Westfront im Ersten Weltkrieg, d. h. meist unvorstellbares Grauen und Negierung aller menschlich-zivilisatorischen Werte erleben zu müssen: Stellunkskrieg, Grabenkampf, Materialschlachten, Trommelfeuer, Gasangriffe und permanente Todesgefahr. Dazu kommen Hunger und Durst, Hitze und Kälte, Verletzungen und Schlaflosigkeit, Sieg und Niederlage, Verwüstungen und Zerstörungen. Tod wird als Zufall gesehen. Edlef Köppen schickt sein Alter Ego Adolf Reisiger in das Geschehen. Dieser wandelt sich vom Kriegsbegeisterten zum Krieg-Ablehner. Ich bin eher zufällig auf dieses (erstmals 1930 veröffentlichte) Buch gestoßen, von dem ich bis dato auch nicht wusste, dass es in der Zeit des Nationalsozialismus verboten bzw. verbrannt wurde. Der Autor bedient sich einer einfachen, prägnanten Sprache, die geradezu plastisch den Kampf schildert. Extreme Körperzustände werden - ich muss sagen - beinahe "pornographisch" und in unerträglicher Weise geschildert. Dieses sicherlich epochale Werk ist somit bestimmt nichts für schwache Nerven, aber es gehört doch zu einem Buch, dass gelesen werden sollte. Krieg bringt nur Verlierer hervor. Der Erste Weltkrieg mit seinen ca. 17 Millionen Toten ist nicht zu verstehen ohne den Zweiten Weltkrieg mit seinen ca. 65 Millionen Toten. Gott sei Dank musste Letzteren Edlef Köppen, der in den 20er Jahren Rundfunkredakteur wurde, nicht mehr miterleben. Er starb 1939 mit 46 Jahren als psychisches Wrack einsam und qualvoll an seinen Kriegsverletzungen (Steckschuss, einhergehend mit Lungenquetschung) in einem Sanatorium in Mitteldeutschland. Mit "Heersbericht" hat er sich ein ewiges Denkmal gesetzt und uns ein Buch hinterlassen, dass uns zum Nachdenken zwingt. In einer Zeit zunehmender Ressentiments und der Sorge um das "Haus Europs" umso wichtiger.
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3 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 1. Oktober 2013
Ich sage gleich vorneweg: Wer sich mit Kriegsliteratur beschäftigt, sollte auf die Lektüre dieses Werks nicht verzichten.

Edlef Köppen erzählt die Geschichte des Kriegsfreiwilligen Adolf Reisiger, der im Oktober 1914 zum Feldartillerieregiment 96 an die Westfront kommandiert wird. Zunächst gelangweilt bei der Munitionskolonne lernt er beim 1/F.A.R.96 (Batterie, bestehend aus sechs Geschützen) den Fronteinsatz kennen. Er leistet nicht nut Geschützdienst, sondern wird häufig als Artilleriebeobachter im Bereich der vorderen Gräben eingesetzt und erlebt so Artilleristen- und Infanteristenperspektiven. Im Laufe des Krieges übersteht Reisiger Gas- und Luftangriffe, Kavallerievorstöße, massiven Artilleriebeschuss bis hin zum Trommelfeuer während der Somme Schlacht, wird verwundet, verschüttet, befördert und verliert Kameraden in sehr großer Zahl. Die Waffenstillstandmonate in Russland 1917 / 1918 erlebt er bereits als Leutnant, überwigend im Stabsdienst (Ordonanz). Die deutschen Offensiven im Westen bereitet er stabsmäßig mit vor, indem er sehr dezidierte Beschusspläne ausarbeitet. Am Ende erlebt er 1918 die erdrückende Übermacht alliierter Soldaten und derer Waffen. Schwärme von Flugzeugen, Massen von Amerikanern und vor allem Tanks lassen ihn erkennen, dass der Krieg für das deutsche Reich nicht mehr gewonnen werden kann. Verzweifelt "schmeißt er hin", wendet sich offen gegen den Krieg und wird dafür für verrückt erklärt und eingesperrt.
Edlef Köppen stellt dem Leser nicht nur die unmittlebaren Erlebnisse Adolf Reisigers dar, sondern auch das Geschehen seiner nahen Umgebung, seiner Kameraden und Vorgesetzten. So sieht der Leser Reisiger und sein Umfeld in gut strukturierter, sehr plastischer Weise. Gleichzeitig blendet der Autor immer wieder schriftliche Zeugnisse der Zeit von 1914 bis 1918 ein, die den Blick über das Geschütz hinaus weit öffnen und den Leser die Zusammenhänge erkennen lassen. Edlef Köppen spielt dabei genial mit Auszügen und Wiederholungen, um die Dinge tiefsinnig auf den Punkt zu bringen. "Heeresbericht" hat sehr viel Tiefgang, regt stets zum Nachdenken an, ohne je wie eine Predigt zu wirken. Das Buch lässt die unglaublichen Kampfgeschehnisse wieder auferstehen und ordnet diese immer wieder in kritische Denkabläufe ein. Hier ist kein Hurrapatriotismus, kein großes Abenteuer, sondern eine plastische Abrechnung mit dem unfassbaren Irrsinn des modernen Industrie- und Massenkrieges am Werk.
"Heeresbericht" ist nicht einfach nur ein Buch; es ist ein Werk, ein Werk über den Krieg gegen den Krieg. Meiner Meinung nach sollte dieses Werk Standardschullektüre im Geschichtsunterricht werden. Es ist erstaunlich, wie wenig bekannt "Heeresbericht" ist; das sollte nicht so bleiben!
4 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 20. September 2013
kaum zu glauben. Ich hab Köppens Buch gelesen und wär überwältigt von seiner Schreibkunst (wie Tausende vor mir (Tucholsky selbst schrieb : ein echtes Stück Dichtung))
Das Hörbuch ist ein Meilenstein ! Ich war wirklich 14 Stunden gefesselt, viele Dinge, die ich (der Story folgend) einfach überlaß bekommen durch die besten deutschen Sprecher mehr Gewicht und dienen den (Döblin ähnlichen) Konzept Köppens.Vieles wird noch klarer und dramaturgisch geschlossener. Hätte ich eigendlich nicht gedacht.
Dieses Hörbuch könnte doch der Anlass sein, diesem großen Roman über Krieg und Mensch eine echte Verfilmung folgen zu lassen. Köppens Werk hat es seit 1929 verdient mit Remarque und Henn, Barbusse und anderen endlich in einem Atemzug genannt zu werden. Das Hörbuch wird dabei helfen.
5 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 5. Juli 2016
Der Krieg ist kein heldenhaftes Ringen. Krieg ist Menschenvernichtung , ist grausamstes Sterben. Es gibt keinen sauberen Krieg, bewaffnete Auseinandersetzungen wirken immer entsittlichend und lassen sich nicht eingrenzen. Es war noch Mitte 1914 unvorstellbar, dass in Mitteleuropa ein langer Krieg ausbricht. Die Feldzüge bei der Reichseinigung 1870/71 waren weit weg und schon zur Legende geworden. Bei der damaligen Lebenserwartung kannten nur noch ganz alte Leute den Krieg wirklich. Das Militär schien ein buntes Kostümfest zu sein und gleichzeitig hehre, abstrakte patriotische Pflicht.
Heute ist der Krieg angeblich ein sauberes Videospiel , ganz weit weg, auf buntem Bildschirm und auf Hochglanzpapier. Das Sterben und das Leiden sind aber nicht virtuell, das ist ganz konkret.
Köppen enthält sich weitgehend ideologischer Bewertungen, er berichtet einfach, wie es war. Das spricht durch alle Zeiten für sich selbst. Köppen jammert nicht, er ästhetisiert nicht, er sieht sich auch nicht als perfekte Tötungsmaschine. Jede Propagandafloskel fällt in sich zusammen, das Werk ist gnadenloser präziser Realismus. Es ist der Bericht eines jungen Lebens, welches erbarmungslos aufgebraucht wird, körperlich und geistig. Ohne die erzwungene Entzivilisierung von Millionen, ohne den Kulturbruch einer industriell organisierten, insektenhaften Menschenausrottung sind die weiteren Kriege des zwanzigsten Jahrhunderts gar nicht denkbar.
Kultur, Sitte, Anstand, Humanismus, bürgerliche Erziehung sind nur eine ganz schmale Schicht ,die sofort abgestreift wird, wenn es um das Töten und Getötetwerden geht.
Es wäre auch heute nicht anderes, der Tod frisst sich über die Technik zu den Menschen durch. Es beginnt mit der Richtoptik, den Zielkoordinaten, dem Bildschirm und Joystick.Am Ende bleibt nur das Massengrab. Kleine Interessengruppen wollen durch Kriege Ideologien durchsetzen, Wohlstand und Ressourcen sichern und behaupten dabei auch heute noch, den imaginären Willen eines Gottes zu erfüllen. Am Ende wird auch heute nur der Gottesacker und der Wahnsinn bleiben.
Man lese ergänzend "Im Westen nichts Neues" und "In Stahlgewittern". Dann weiß man endgültig , was Krieg ist. Nämlich auch heute kein befreiender Ausbruch aus gesellschaftlichen Zwängen- sondern schlicht und einfach der Tod.
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am 2. Oktober 2017
um die ca. 400 Seiten "Heeresbericht" zu verschlingen.
Edlef Köppen liefert mit diesem Buch eine überwältigend eindringliche Schilderung seiner Erlebnisse im Ersten Weltkrieg.
Ich habe bereits Jüngers "In Stahlgewittern" gelesen und muss sagen, dass der Heeresbericht meines Erachtens noch authentischer erscheint. Kurzum gebe ich zu: Das Buch hat mich sofort in seinen Bann gezogen.
Die Ausdrucksweise des Autors fiel mir teils als erschreckend modern auf. Das Leben im Krieg als neuem "Normalzustand" wird mal humorvoll, mal zynisch, verzweifelt oder auch deprimierend geschildert - eines ist es immer: Ganz und gar menschlich.

In seinen stärksten Momenten brechen der Autor und seine Charaktere aus dem scheinbar festgefügten und reguliertem System von "Befehl und Gehorsam" aus, dann bricht der Wahnsinn herein über die Männer die sich in einer Welt befinden, in der das Sterben nur noch vom Zufall abhängt. Wenn auf einmal Granaten einschlagen, schemenhaft der "Feind" herannaht oder deutsche Stellungen von Tanks überrollt werden, sind die Protagonisten Köppens nur noch Zerrbilder von Menschen die "kreischend" und "tierisch" versuchen zu das nackte Leben zu retten.
Es wird nicht romantisierend vom Heldentod der Soldaten berichtet, sondern davon wie der Krieg im Industriezeitalter den Menschen zum bloßen Bestandteil eines großen Apparates degradiert, zum Anhängsel der Waffentechnik, ein verwundbares Wesen, dass den Abzug bedient, ein Geschütz lädt oder Informationen übermittelt um dann von einer Sekunde auf die nächste ausgelöscht zu werden, oft bis zur Unkenntlichkeit zermalmt und zerrissen.
Was auch immer Edlef Köppen in den Kriegsjahren erlebt hat, zu welchem Anteil welches Ereignis und welche Geschichten Eingang in sein Werk fanden - ich weiß es nicht, jedoch sind die Schilderungen immer glaubhaft dargestellt und mitreißend geschrieben.

Im November 2018 begehen wir den 100. Jahrestag des Endes des Ersten Weltkriegs. Ich kann (gerade zu diesem sehr günstigen Preis) die Anschaffung dieses Buches sehr empfehlen. Noch nie wurde mir so klar wie hier vor Augen geführt wozu wir als Menschen im Stande sind. In diesem Sinne: "Nie wieder Krieg!"
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TOP 500 REZENSENTam 28. November 2011
Ich habe schon viele Erlebnisberichte des ersten Weltkrieges gelesen, darunter natürlich Remarque, Jünger, Rommel oder Zweig. Aber "Heeresbericht", dessen Autor Edlef Köppen mir vollkommen unbekannt war, hat mich von der ersten Seite an gefesselt wie überhaupt nur selten ein Buch. Die nüchterne, präzise und wunderbare Sprache in diesem Buch ist bereits ein highlight für sich, ein unglaubliches Talent, dieser Köppen. Die Story selber aber, obwohl das kaum noch möglich zu sein scheint, topt sogar noch den hervorragenden Schreibstil. Die Verwandlung des Adolf Reisiger im Laufe des mehrjährigen Gemetzels ist nachvollziehbar, verständlich, beklemmend. Im Gegensatz zu Jünger wird er eben kein Landsknecht, das etwas weinerliche von Remarque findet aber auch nicht statt. So gesehen positioniert sich "Heeresbericht" genau zwischen "In Stahlgewittern" und "Im Westen nichts Neues." Und schlägt meiner Meinung nach beide Klassiker! Dazu lernt man viel über Wirkungsweise und Taktik der Feldartillerie im Ersten Weltkrieg, Reisiger ist nämlich Artillerist und diese war ja die bestimmende technische Waffengattung im Ersten Weltkrieg, zum Unterschied zb. zum Zweiten. Auch das Ende welches natürlich nicht verraten wird finde ich sehr stimmig, hier passt einfach alles. Vielen Dank an den
List Verlag für diese Wiederentdeckung, für mich der beste deutschsprachige Roman über den Ersten Weltkrieg überhaupt. Chapeau!
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 19. Dezember 2014
Bin eher zufällig auf dieses Buch gestoßen und war fasziniert. Meines Erachtens in gewisser weiser noch besser als "Im Westen nichts Neues". Liest sich Remarque mehr wie ein Roman, sondern fühlt man sich hier insbesondere mit den Einblendungen tatsächlicher Zeitungsartikel, Bekanntmachungen der Zensurstelle etc. eher in einen nüchternen Tatsachenbericht versetzt, der die Brutalität des Krieges noch mehr offenbart. Ein empfehlenswertes Buch, wer Remarque gelesen hat sollte sich auch den Köppen gönnen.
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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