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Kundenrezensionen

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am 31. Oktober 2016
Le Bons Werk über die Massenpsychologie ist 1895 erschienen und zurecht heute noch ein Klassiker der Sozialpsychologie.
Le Bon beschreibt den gesellschaftlichen Wandel im 19. Jahrhundert und postuliert, daß das göttliche Recht der Massen das göttliche Recht der Monarchen ersetzt.
Zu mehr Frieden komme solch eine Gesellschaft jedoch nicht, denn zu vernünftiger Überlegung sei eine Masse nicht fähig. Der Autor führt aus, das Kultur stets von kleineren intellektuellen Kreisen geschaffen wurde und nicht von der Masse. Massen hätten eine zerstörerische Kraft, keine schöpferische und seien wie Parasiten, die den Verfall eines geschwächten Körpers beschleunigen. Ist nun das Gebäude einer Kultur morsch, führen die Massen seinen endgültigen Zusammenbruch herbei. Diese Diagnose hat sich ja im 20. Jahrhundert aufs schrecklichste bestätigt.

Eine Masse im psychologischen Sinne ist nach Le Bon keine zufällige Menschenansammlung in der Stadt und auch ob es sich nur um ein paar Leute handelt oder ein ganzes Volk, ist irrelevant. Sie müssen sich auch nicht am selben Ort befinden: tritt ein besonderes emotionales Ereignis ein, nehmen, nachdem jeder für sich davon erfahren hat, ganz verschiedene Menschen die nichts voneinander wissen, die Kennzeichen einer Masse an. Aktuellere Beispiele ist z.B. der Mauerfall oder 9/11. Dazu fällt mir Peter Sloterdjik ein, der trefflich vom medial erzeugten Synchronstress sprach.
Eine Masse ist eine Versammlung von Menschen, die ganz neuartige Eigenschaften hat als die Eigenschaften der Einzelnen. Dies ist die Definition der Emergenz, ein populärer Begriff, der heutzutage zum Beispiel zur Erklärung des Bewusstseins herangezogen wird: ein Phänomen lässt sich nicht aus den Eigenschaften seiner Teile herleiten oder erklären.
Nach Le Bon schwindet die bewusste, individuelle Persönlichkeit und eine Gemeinschaftsseele entsteht. Dabei ist es unerheblich, ob jemand Mathematiker oder Schuster ist, denn er kann doch die gleichen unbewussten Emotionen und Triebkräfte haben und damit ebenso in den Bann der emotionalen Masse gezogen werden.
Aufgrund dessen könne selbst eine Masse von hochgebildeten Menschen nicht unbedingt eine bessere Entscheidung treffen als eine Masse von Dummköpfen, da die verstandesmäßige Überlegung ausgeschaltet sei. Dies hat sich ebenfalls später als äußerst hellsichtig erwiesen, wenn man bedenkt, wie viele Nationalsozialisten hochgebildet waren oder sich das „Manifest der 93“ im Zusammenhang mit dem ersten Weltkrieg in Erinnerung ruft.
Le Bon spricht ebenfalls von der Namenlosigkeit und Anonymität in der Masse und der damit verbundenen vermeintlichen Verantwortungslosigkeit. Dies ist ebenfalls ein zentraler Punkt und unter dem Begriff der „Verantwortungsdiffusion“ oder „Deindividuation“ auch heute noch (nicht nur in der Sozialpsychologie) hochrelevant. Damit kann z.B. erklärt werden (neben der eher bewusst ausgeübten Fraktionsdisziplin), warum bspw. Politiker im Parlament Gesetze annehmen, die jedes Mitglied einzeln ablehnen würde.

Le Bon spricht weiter vom Phänomen der Kollektivhalluzinationen. Damit seien Zeugenaussage, die von einer Menschenansammlung gemacht werden, nicht, wie wir intuitiv vielleicht denken würden, sehr glaubwürdig sondern vielmehr sehr unzuverlässig. Le Bon gibt zu bedenken, daß wir daher bei allen historischen Berichten sehr vorsichtig bzgl. der Wahrheit sein müssen. Das die Gefühle der Massen sehr einfach und überschwänglich seien, bewahrt sie vor verstandesmäßigem Zweifel und Ungewissheit. Ein Verdacht werde sofort zur unumstößlichen Gewissheit und ein Keim von Abneigung wächst in der Masse zu wildem Hass. In den Massen verlören die Ungebildeten und Dummen das Gefühl ihrer eigenen Nichtigkeit und Ohnmacht und das Bewusstsein einer ungeheuren Kraft tritt an seine Stelle.
Die Masse ist daher auch zu heldenhaften bzw. aufopfernden Taten, die der Einzelne nie begangen hätte, fähig. Le Bon fragt richtigerweise, wie viele Menschen sich für Überzeugungen, die sie kaum verstanden, haben hinschlachten lassen! „Für den Einzelnen ist das persönliche Interesse der Hauptantrieb. Aber in der Masse ist wahrlich nicht der Eigennutz die Motivation. Damit nimmt der Einzelne in der Masse hohe Tugenden wie Selbstlosigkeit an, die er als Einzelner nie angenommen hätte und die er dazu sogar unbewusst ausübt, denn ein Nachdenken über sein Verhalten hätte wohl dazu geführt, das er es sich anders überlegt.“
Dem Volk geht es nicht um Tatsachen als solche. Die Tatsachen müssen stattdessen ein packendes Bild hervorrufen, das den Geist ausfüllt und ergreift. Die Personen, die die Massen regieren, können also einfach deren Einbidungskraft ausnutzen. Die Zahl der Todesfälle durch Krankenhauskeime wird z.B. nur als statistische Größe wahrgenommen, die man sich nicht konkret bildlich vorstellt.

Mundus vult decipi, ergo decipiatur.
Le Bon führt aus, daß die Daseinsberechtigung der Götzen und anderen Helden darin besteht, den Menschen Hoffnungen und Täuschungen zu geben, ohne die sie nicht leben können. Die Wissenschaft könne diese Aufgabe nicht erfüllen, da sie nicht genug zu versprechen vermag und nicht gut genug zu lügen verstehe. Die Philosophie habe stets versucht, die religiösen Täuschungen zu zerstören, aber damit wurde auch die Hoffnung zerstört. Die bloße Kenntnis etwa der Naturgesetze bringe keine Hoffnung oder Heil. Damit wenden sich die Menschen den Rednern zu, die ihnen Hoffnung und Trost bieten, sei es nun die der Religion oder der politischen Bewegungen. Die Menschen wenden sich, wie die Motten dem Licht, den Systemen zu, die ihnen das Glück versprechen. Nie wandte sich die Menschheit der Wahrheit zu. Zumindest nur solange, bis sie auf Tatsachen stoßen, die ihnen missfallen, um dann den Irrtum anzubeten, wenn er sie nur zu verführen weiß.
Diese Beschreibung Le Bons wird leider immer wieder bestätigt. Stichwort Donald Trump oder die Diagnose eines angeblichen „post-faktischen Zeitalters“. Wie man sieht, sind dies keine neuen Phänomene. Da stellt man doch die sarkastische Frage, ob es von den Politikern nicht zuvorkommend und mitfühlend ist, daß sie uns täuschen und die Wahrheit verschweigen? Ingeborg Bachmann meinte diesbezüglich unmissverständlich, daß die Wahrheit dem Menschen zumutbar ist. Genau die von Le Bon beschriebene Verblendung und Realitätsabspaltung hat uns schließlich schon einmal in die Katastrophe geführt.

Le Bon geht nun auf die Gestalt des Führers ein und zeigt, daß es auch im Tierreich häufig ein „Alpha-Tier“ gibt, dem sich die anderen Tiere unterwerfen. Die Masse ist also eine Herde, die sich ohne Hirten nicht zu helfen weiß. Führer seien meistens keine Denker sondern Männer der Tat. Sie sind nicht sehr scharfsinnig und können auch nicht anders sein, da der Scharfsinn meist zu Zweifel und Untätigkeit führt.
Sie haben einen starken Glauben, der ihren Worten eine große beeinflussende Macht verleiht. Glaube versetzt Berge und kann die Kraft des Menschen verzehnfachen und ihn zum völligen Sklaven eines Traumes machen. Zudem besitze der Führer einen starken Willen und die Masse höre immer auf diese Menschen. Führer erscheinen zwar oft sehr energisch und willensstark, aber geben doch auch im Alltag oft Beweise von erstaunlicher Schwäche ab, obwohl sie doch zuvor andere so gut leiten konnten. Diese Führer sind nur dann Führer, wenn sie selbst angetrieben werden. Meist haben sie noch einen Menschen oder eine Idee über sich, deren sie sklavisch zu entsprechen versuchen. Hier hat Le Bon prophetische Fähigkeiten bewiesen, da man meint, daß er Hitler beschreibe. Bei Hitler war es die Vorsehung, als dessen Produkt er sich und seine Mission sah.
Will ein Führer eine Masse von seinen Ideen überzeugen, wendet er gemäß Le Bon hauptsächlich drei Verfahren an: die Behauptung, die Wiederholung der Behauptung und die Übertragung.
Die Behauptung wird ständig erfolgreich angewandt, sei es in der Religion oder in der Werbung oder der Politik. Sie muss jedoch möglichst oft wiederholt werden. Haben wir hundertmal eine Lobrede, etwa auf ein bestimmtes Produkt oder einen bestimmten Politiker, gehört oder gelesen, glauben wir schließlich, das da doch etwas dran sein muss. Dann kommt es zur Übertragung innerhalb der Menschengruppen. Hier ist der Mensch dem Schaf anverwandt: Die schreckhafte Bewegung eines Schafes übertragt sich sofort auch auf andere Schafe in der Gruppe. „Der Mensch ist ein nachahmendes Wesen; hieraus entsteht die Macht der Moden, handelt es sich nun um Meinungen, Ideen oder schlicht um Kleidung. Wie viele wagen es schon, sich dieser Herrschaft zu entziehen? Selbst bei Menschen, die sich diesem Einfluss entziehen sollten, wie z.B. Philosophen, kann man anhand des Lesens ihres Textes meist schon erkennen, welcher Zeit und Umgebung sie angehören.“

Fazit: ein bahnbrechender sozialpsychologischer Klassiker, der mit seiner Analyse viele noch heute gültige Einsichten geliefert hat. Für den Einstieg in die Beschäftigung mit dem Thema Beeinflussung von Menschen oder Propaganda bestens geeignet!

Jonas Hunscher
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am 29. Mai 2017
Psychologie der Massen: Vollständig überarbeitete Ausgabe

Spannend nach wie vor.

Sigmund Freud setzt sich in seinen massenpsychologischen Studien intensiv mit Le Bons Psychologie der Massen auseinander und nennt Le Bons Psychologie der Massen eine glänzend vorgetragene Schilderung der Massenseele.

Aus heutiger Sicht liest sich Le Bons Psychologie der Massen wie eine strukturpsychologische Analyse des Hitlerismus und der faschistischen Gesellschaft. Hitler benutzte Le Bons Massenpsychologie als Handhabung zur Suggestion für seine Willkürherrschaft.

Mit über 180 Seiten ist das Buch sehr interessant und man bekommt einen kleinen Einblick in die Gedankenwelt mancher Personen.
Ich finde das Buch sehr empfehlenswert wenn man sich für das Thema Psychologie interessiert.
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am 14. April 2017
Das Buch liefert interessante Erkenntnisse über das Verhalten von Massen.
Gewöhnungsbedürftig sind Sprache von um 1900 und die Verwendung von Begrifflichkeiten die einem heute schon nach dem weiteren Lauf der Geschichte und der political correctness negativ auffallen.
Das Buch muss somit in seine Zeitperiode eingeordnet werden.
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am 27. Mai 2017
Die nächste Frage lautet: Haben wir uns wieder in eine Gedankenmasse leiten lassen, weil wir der Meinung sind, dass nur dieser und jener der Richtige Weg ist oder ist es doch ein anderer? Wir haben ganz sicher wieder Führer. Einen, den eine Masse ihn blind vertraut. Er ist unfehlbar und nur er ist der Weg. Heute können uns wir uns sogar frei entscheiden, welchen "Führer" wir "anbeten" wollen. Ist es z. B. Merkel oder Trump? Beide Politiker, die unterschiedlicher nicht sein können, haben doch eines Gemeinsam: Ihr Volk, sei es nur eine enorme Menschenmasse, davon zu überzeugen (ihre Grund,- bzw. Weltanschauungen), dass nur ihr Weg, der Richtige ist. Und manchmal auch, koste was es wolle...
Das Buch hält dem Leser den Spiegel vor's Gesicht.
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am 16. Januar 2017
Politik, etc. eingesetzt. Wenn man versteht, wie man funktioniert (auch jeder Einzelne ist nich vor Manipulation gewahrt), dann kann man etwas dagegen unternehmen und muss nicht alles abnicken.

Danke für die schnelle Zustellung. Versand, Verpackung waren in gutem Zustand und auch das Produkt selber überzeugt. Gerne jederzeit wieder!
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am 28. September 2016
wenn man das buch liest, muss man sich immer vor augen halten, dass wir informationen über die geschichte haben, die der autor noch nicht hatte.
da wird schnell klar das wir nicht viel gelernt haben. vielleicht auch unsere entwicklung nicht so schnell geht wie uns das verkauft wird. wie auch immer. sehr zu empfehlen!
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am 20. Oktober 2016
Erstklassiges Buch. Gustav Le Bon beschreibt hier Mechanismen und Verhaltensweisen der Masse, die auch auf heutige Umstände passen und mit denen man einiges erklären kann.
Top Buch. Manche stellen muss man vielleicht 2-3 mal lesen, damit man sie versteht, aber es lohnt sich.
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am 16. Juni 2017
Le Bon behaltet das Thema im längst überholten Wortlaut seiner Zeit. Seine Theorien stützen sich auf Begründungen die uns aus heutiger Sicht eher fadenscheinig erscheinen. Außerdem besteht er drauf sich immer und immer wieder zu wiederholen. Man bekommt den Eindruck Le Bon unterstellt dem Leser prinzipiell einen mangelnden Intellekt.
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am 13. September 2016
Die Beschreibung der Motive der Masen ist nachvollziehbar und durch Tatsachen bestätigt vorausgesetzt man hat sich mit der Materie beschäftigt was wohl de wenigsten machen jedoch täglich damit zu tun haben. Schade dass solche Wissen - wenn überhaupt, dann meist im negativen zu Anwendungen/Auswirkungen kommen. Ein Buch das viel Geschehnisse verständlich macht.
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am 10. Mai 2017
es ist interessant und zugleich erschreckend, wie leicht man doch zu beeinflussen ist; schadet nicht, das Buch mal gelesen zu haben.
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