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am 3. April 2012
Das Kursbuch ist wieder da. Sven Murmann, Verleger des noch jungen Murmann Verlags hat es mit dem neuen Herausgeber, dem Soziologen Armin Nassehi, unternommen, die jahrzehntelange kritische Tradition des Kursbuches, die von Henning Marmulla in einem einleitenden Artikel "Verbindungen 1965/2012" nachgezeichnet wird, fortzusetzen.

Dabei gibt es, wie Armin Nassehi und der Chefredakteur Peter Felixberger in ihrem Editorial feststellen, einen klaren Ausgangspunkt für das neue Kursbuch: " Wenn es ein Signum der gegenwärtigen modernen Gesellschaft gibt, dann ist es dies: Die Gesellschaft lässt sich nicht mehr aus einer Zentralperspektive her denken - und damit auch nicht aus einer Gegenperspektive, was das Geschäft der Kritik, der Reflexion, der Analyse schwieriger macht. Es ist keine gemeinsame Perspektive, kein Konsens, kein Fluchtpunkt mehr denkbar, um den angemessen zu erreichen die Kritik und das Kritisierte miteinander streiten - nicht einmal ein gemeinsamer Dissens. Unsere heutige Erfahrung ist eher die, dass die Gesellschaft nicht nur aus unterschiedlichen Perspektiven besteht, sondern dass diese unterschiedlichen Perspektiven auch mit dem besten Willen nicht zu einer richtigen oder legitimen und alternativlosen Seh- und Sprechweise hin aufgehoben werden können."

Nassehi hat das früher schon eine "Gesellschaft der Gegenwarten" genannt, eine Gesellschaft, "die nicht einmal mehr an die großen Ideen ihrer früheren Selbstbeschreibungen glaubt - sie ersetzt Ideen und Ideologien durch Kommunikation, sprich, durchs Weitermachen, durch Zustandsdeterminiertheit. Es geschieht, was geschieht, daraus gibt es kein Entrinnen."

Für die neue Zeitschrift hat das Folgen. Sie will ein Forum sein bzw. werden der Perspektivendifferenz und ein Ort kompetenter Gelassenheit sein. Hans Magnus Enzensberger schrieb 1965 im ersten Kursbuch: "Kursbücher schreiben keine Richtungen vor. Sie geben Verbindungen an, und sie gelten so lange wie diese Verbindungen. So versteht die Zeitschrift ihre Aktualität."

Das neue Kursbuch fühlt sich dieser Sentenz Enzensbergers verpflichtet mit dem Hinweis, dass es heute keine Kursbücher mehr gibt, d.h. die Verbindungen noch temporärer, noch instabiler, noch unerzählbarer werden.

"Der archimedische Punkt normativer und moralischer Wahrheit interessiert uns nicht. Gesellschaft als Ganzes ist sowieso nicht mehr darstellbar". Gesellschaft als multizentrisch und polykontextural zu sehen, zu beschreiben und zu interpretieren, daran müssen sich die Leser der alten Kursbucher ab 1965 sicher erst noch gewöhnen. Die Herausgeber verorten sich politisch so: sie stünden "dort, wo es gelingt, sich allzu sicheren Selbstverständlichkeiten zu entziehen." Früher hätte man das mal links genannt.

Wer sich darauf einlässt, wird in der ersten und sicher auch in der weiteren Ausgaben des neuen Kursbuches viele Anregungen bekommen, sein komplexes Leben und seine multizentrische Umwelt "polykontextural" verstehen, interpretieren und natürlich auch gestalten lernen.
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am 21. Februar 2012
Besonders beeindruckt hat mich der Beitrag von Daniela Roth "Kanisterkunst" über den Beniner Künstler Romuald Hazoumé.
Mit dekorativ umgestaltete Müll aus Afrika kann man in der westlichen Welt reüssieren. Hazoumé gestaltet aus Metallschrott, Holzresten, Blechteilen und eben Plastikkanistern Kunstobjekte, die weltweit Anerkennung finden. In Afrika sind die Menschen sehr erfinderisch, wenn es darum geht, aus Industriemüll und Schrott jedwede Art von nützlichem Gebrauchsgegenstand herzustellen. Der erfolgreiche Dokumenta-Künstler Roumuald Hazoumé bedient sich selbstbewußt, unbekümmert, zielsicher, höchst reflektiert und listenreich der Formen aus dem Fundus der großen Kunsttradition Benins.
Dass man unter Müll und Abfall und damit unter Wert in Europa etwas anderes versteht als in Afrika, wird einleuchten und nicht erstaunen. Auch dass Entwicklungshilfe von Afrikanern (und nicht nur von ihnen) nicht grundsätzlich positiv gesehen wird, sondern (auch) als ein Mittel, den Kontinent vom Westen abhängig zu machen, wurde schon einigen Büchern ausführlich thematisiert. Aber was für ein interessanter Gedanke, die Entwicklungshilfe einmal umzukehren und dem krisengeschüttelten Europa Hilfe im Überwinden seiner Ängste anzubieten! Man kommt man aus dem Staunen über so viel Kreativität und Witz gar nicht mehr heraus. Aber es ist ja nicht nur die Optik allein, die Aufsehen erregt. Die Symbolik, die sich hinter vielen seiner Installationen verbirgt, ist es nicht minder: Ein Teufelskreis, ein sich in der Geschichte immer wieder aufs Neue wiederholendes Muster in Form einer Schlange, die sich selbst in den Schwanz beißt das ist großartig.Allein dieser Beitrag lohnt den Kauf des -neuen- Kursbuches.
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