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Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen
9
4,4 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
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am 31. Dezember 2014
Am Anfang steht öde Polizeiarbeit, ein vermeidlicher Spinner öffnet nachts Kanaldeckel und gefährdet dadurch die öffentliche Sicherheit. Als in einem Kanalschacht kopfüber eine Frauenleiche entdeckt wird, wird die Sachlage zwar interessanter, aber die Ermittlungen Bettina Bolls und ihrer Kollegen scheinen zunächst ins Leere zu laufen, zumal Bolls Durchblick durch ihre neu entflammte Leidenschaft für den Kollegen Ackermann getrübt wird. Auch Eifersüchteleien mit einer Kollegin bleiben nicht aus. Erst als ein Zusammenhang mit der der vor vielen Jahren nach einem Spielkasinobesuch verschwundenen und später tot aufgefundenen älteren Frau augenscheinlich wird, lichtet sich allmählich der Nebel. Wem die bisherigen Fälle um die Ludwigshafener Kommissarin Bettina Boll gefallen haben, wird auch dieses Mal von Monika Geier nicht enttäuscht, wenn auch der Krimi anfänglich zerfahren, ja zum Teil etwas wirr daherkommt.
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am 15. März 2014
Bei diesem Buch handelt es sich zwar bereits um den sechsten Fall von Bettina Boll, aber für mich war es das erste Zusammentreffen mit ihr, welches mir so gut gefallen hat, daß ich die Vorgängerbände in jedem Fall noch lesen möchte. Für das Verständnis ist es nicht notwendig, die früheren Bücher zu kennen, vieles erschließt sich aus dem Zusammenhang. Die Autorin schafft es, einen spannende Handlung zu liefern, ohne dabei auf viel Blut oder eklige Szenen zurückgreifen zu müssen. Im Gegenteil, der Krimi selbst kommt eher ruhig daher und lebt von den zahlreichen Spuren, die die Autorin geschickt auslegt und zum Spekulieren anregen. Ich war mir bis zum Schluß nicht im Klaren darüber, wer der oder die Täter sein könnten und hatte keine Ahnung, wo das Motiv liegen könnte. Mit manchen Spekulationen lag ich zwar gar nicht so falsch, aber Monika Geier hat mich so an der Nase herumgeführt, daß ich mir nie sicher war, welche meiner Überlegungen wirklich die Richtige sein konnte.

Außerdem lebt das Buch von seinen tollen Figuren, die etwas skurril, aber menschlich und normal rüberkommen und dadurch einfach nur spannend in ihrer Vielfalt sind. Bettina Boll mußte ich einfach gerne haben mit ihrem lockeren Outfit und ihren für sie typischen Cowboy-Stiefeln, die mit einem uralten und leicht vermüllten Ford Taunus unterwegs ist, bei dem immer im falschen Moment die Beifahrertür klemmt. Wegen ihrer Kinder arbeitet sie nur halbtags, was nicht so einfach ist, wenn man in einem aktuellen Mordfall ermittelt. Zugegeben, sie handelt vielleicht nicht immer ganz korrekt und ist ab und zu auch etwas chaotisch, aber ich mag sie dennoch sehr gerne.
Ihr Kollege Ackermann ist nicht nur optisch eine ziemlich imposante Erscheinung, sondern ist ihr beruflich auch eine Stütze. Allerdings ergeben sich mit ihm privat einige Verwicklungen, die das Verhältnis der Beiden etwas verkomplizieren.

Aber auch die Kollegen von Bettina und Ackermann sind vielschichtig und nicht nur schwarz-weiß dargestellt; die Autorin hat es dadurch geschafft, daß ich mich richtig gefreut habe, wenn neue Charaktere die Bildfläche betreten haben. Auch wenn mir nicht jede Figur sympathisch war, haben sie doch auch ihre positiven Seiten, ob nun zwischenmenschlich oder fachlich. Besonders gut gefallen hat mir der Pathologe Dr. Lee, der den leitenden Beamten Schwartz regelmäßig zur Weißglut bringt, weil er sich vor einer genauen Untersuchung seiner Leichen nicht zu irgendwelchen Mutmaßungen herablassen will; da Bettina es mit dem Doktor besonders gut kann, wird sie gerne vorausgeschickt, um ihm ein paar Infos aus der Nase zu ziehen.

Ich bin in jedem Fall froh, diesen Regionalkrimi gelesen zu haben und hoffe, daß es auch zukünftig weitere Fälle für Bettina Boll geben wird.
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am 5. November 2013
Für Freundinnen und Freunde des fein erzählten Kriminalromans ist dies ein lesenswertes Buch, mit wenig Spektakulärem, nichts richtig Brutalem. Für mich allerdings mit einem zu wenig spannungsgeladenen jedoch phasenweise ungewöhnlichen Plot. Die Charaktere, allen voran die ermittelnde Kommissarin Bettina Boll als Hauptakteurin, sind sorgfältig beschrieben mit all ihren positiven wie negativen Besonderheiten. Leute wie Du und ich, herausgegriffen aus dem Alltag – und da gibt es nette und fiese, verschlagene und verschrobene Zeitgenossen, auch solche, die sich nicht an die Gesetze oder nicht an übliche Gepflogenheiten halten. Ein breites Spektrum an Verhaltens- und Denkweisen. Dies alles ist zusammengeführt in Monika Geiers „Die Hex ist tot“. Manchmal hatte ich beim Lesen den Eindruck, dass die Autorin meine finsteren Gedanken kennt, die zuweilen in meinem Kopf herumspuken. Oder meinen unfreundlichen Nachbarn, dem ich nicht so recht über den Weg traue.
Ein Krimi, wie aus dem Leben gegriffen.
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am 25. Oktober 2013
Vorsicht - ich bin nicht unbefangen. Denn ich bin die Verlegerin und total überzeugt von dem Buch.
Warum? Weil es ein rundum gelungener neuer Bettina-Boll-Kriminalroman von Monika Geier ist. Pfiffig, warmherzig, spannend, mit wunderbaren kleinen Spitzen und einem klugen Plot. Ein entschiedener Hochgenuss, gerade für abgebrühte Krimi-Gourmets wie mich.
Auf Samtpfötchen kommen sie daher: Monika Geiers präzise Einblicke ins ganz Normale, ins unspektakulär Menschliche haben so gar nichts von flammenden Anklagen, und doch treffen sie stets auf entlarvende Weise ins Schwarze. Kriminalkommissarin Bettina Boll hat durchaus eine finstere Seite, bedenkt man den sanften, aber rabenschwarzen Humor und die leise mitschwingenden düsteren Töne, die ihre Geschichte begleiten und untermalen wie die dunklen Noten eines Kontrabasses. Doch es gibt in Geiers Kosmos keine „mean streets“, keine hektischen urbanen Schusswechsel oder Gangsterkriege, keine Gewaltorgien und wenig Verschwörung. Die handelnden Personen (ich mag sie gar nicht Figuren nennen, das würde ihnen irgendwie nicht gerecht) entspringen in geradezu unfassbarem Maße der so komplexen und diversen und dabei so banalen Wirklichkeit. Bei jeder von ihnen denke ich: Ja, diesen Menschen gibt es tatsächlich, das ist echt. Die Dicken, die Dummen, die Gestörten, die Selbstherrlichen, die Missgünstigen und die Scheiternden: Monika Geier erweckt sie aufs Zärtlichste zu literarischem Leben, zieht sie aus dem Dunkel ihrer peinlichen Gewöhnlichkeit ins warme Licht des Erzählenswerten und stellt sie uns vor. Sie ist eine Künstlerin, die das von ihr souverän beherrschte Genre Kriminalroman nutzt, um das Profane bedeutsam zu machen, das Stumpfe bedrohlich und das Traurige beschmunzelbar.
Kurt Tucholsky soll gesagt haben: »In der Kunst gibt es nur ein Kriterium: die Gänsehaut. Man hat es, oder man hat es nicht.« Sicher ist: Monika Geier hat es.
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am 19. August 2016
»`der Täter‘, sagte Dr. Lee mit einer Heftigkeit, die sie überraschte, `ist böse.‘«

Weit entfernt von häscherischen Tatort-Absurditäten, bluttriefenden Details, bewegt sich Bettina Boll in erfrischender Realität der Polizeiarbeit. Boll, alleinerziehend, Halbtagskraft, nicht unbedingt ordentlich, eine Frau mitten im Leben.
Diverse Kanaldeckel werden in der Pfalz immer wieder geöffnet. Nicht unweigerlich ein Fall für die Kripo. Kopf nach unten, mit dem Hintern nach oben, der guckte noch heraus, 130-150 kg, eine weibliche Leiche steckt kopfüber im Abwasserkanal. Bettina Boll ermittelt. Zusammen mit Kollegen hat sie die undankbare Aufgabe, sämtliche Kanaldeckel zu inspizieren, zu prüfen, ob nicht weitere Leichen versteckt sind. Gerade hatte sie ein Winzigkeit Luft in ihrem Leben, Sommerferien, die Kinder waren im Zeltlager. Gullydeckel, Befragung von Anwohnern, eine weitere Leiche wird gefunden. Bettina wird in eine Soko abkommandiert. Tante Elfriede wird ins Krankenhaus abtransportiert. Boll ist die einzige Verwandte und sie hat kein gutes Verhältnis zur Tante. Elfriede lebt allein, ein wenig verwahrlost. Nun muss ein Pflegeheim organisiert werden. Die Kinder kommen bald zurück. Der Chef macht Druck im Ermittlungsteam, wie soll man alles unter einen Hut bekommen? Nessa, die Kollegin von Bettina, nicht unbedingt ihre beste Freundin, funkelt Bettina an. Denn Ackermann hat mit Nessa Schluss gemacht. Die ahnt, es bahnt sich etwas mit Bettina an. Wie reagieren die Kinder von Ackermann und Bettina auf eine Beziehung? Als wenn die Arbeit nicht genug Stress mit sich bringt, steckt Boll mit ihren privaten Gefühlen in Turbulenzen, lässt sie kaum Luft holen.
Polizeiarbeit ist ein Zusammenspiel eines Teams, Puzzlearbeit, Morgenbesprechung, Leitstelle. Jeder Polizist führt einen kleinen PC oder ein Tablett dabei, gibt unverzüglich seine Informationen weiter, die Zentrale sortiert, jeder hat Einblick in den Verlauf. Kriminalkommissarin Bettina Boll begibt sich einmal mit jenem, dann mit einem anderen Kollegen auf Recherchearbeit, auch fährt sie mal allein in ihrem zugemüllten Ford Taunus zu einer Befragung. Übergewichtige, Magersüchtige, eine Diätgruppe, skurrile Typen, Hausfrauen, wer mauert, wer lügt? Die Ermittlung erscheint kompliziert. Kann Bettinas Kollege Radduz, der chaotische Computernerd, Licht ins Dunkel bringen?
Essstörungen sind das Leitthema dieses Krimis. Nebenbei erfährt der Leser einiges aus der Szene. Monika Geier beschreibt unaufgeregt Polizeiarbeit, wie sie in der Realität aussieht. Unmengen von Einzelinformationen müssen zum großen Ganzen zusammengesetzt werden. Was ist wichtig, was führt in eine Sackgasse? Der Plot ist logisch und durchdacht, genaue Ermittlungsarbeit und pfiffige Kombination von Sachverhalten führen letztendlich zum Täter. Tante Elfriede, der Albtraum Bettinas Kindheit. Tina ist die Einzige, die verblieben ist. Es ist ihr Los, sich um die Tante zu kümmern, die sie in ihrem zugemülltem Haus findet.

»Bettina drückte die Tür weiter auf und machte einen Schritt in den Raum. Sie versuchte, durch den Mund zu atmen, aber das half nicht viel. Der Geruch war entsetzlich und Bettina dachte, ihre Tante sei tot. ... Die Decke war voller Flecken, die Kot und Essensreste oder beides sein mochten. Bettina schluckte mehrere Male heftig und schmerzhaft ...«

Eine klug aufgebaute Geschichte, die richtige Polizeiarbeit schildert und das Privatleben der Ermittler durchleuchtet, die es nie einfach haben, ihre Arbeit mit der Familie unter einen Hut zu bekommen. Bettina muss auch schon mal klarstellen, dass sie nur Teilzeit angestellt ist. Ein guter Schuss Humor würzt die Gesamtkomposition. Dieser Krimi zeigt realgetreu Menschen wie du und ich. Ein sanfter Krimi, aber garantiert nicht auf leisen Sohlen.
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am 16. März 2014
In einem geöffneten Kanalschacht wird eine Leiche gefunden – ein Fall für Kommissarin Bettina Boll. Ihre Ermittlungen sind zunächst wenig von Erfolg gekrönt, denn vielversprechende Zeugen sind plötzlich wie vom Erdboden verschluckt, schweigen hartnäckig oder scheinen selbst in den Fall verwickelt zu sein. Eine Spur führt auch in die Vergangenheit zurück, denn schon einmal wurde eine tote Frau in einem Kanalschacht gefunden – ist vielleicht der gleiche Mörder wieder unterwegs? Dann wird eine weitere Leiche gefunden, wieder eine Frau, wieder in einem Kanalschacht, und die Ermittlertruppe um Bettina Boll und ihren Chef gerät unter den Druck der Presse und der Öffentlichkeit. Für Bettina wird die Situation immer schwieriger, denn sie muss sich auch um ihre beiden Adoptivkinder kümmern, schließlich erkrankt auch noch ihre Tante Elfriede und muss versorgt werden – keine einfache Situation, auch wenn man „nur“ halbtags arbeiten geht und der laufende Fall schon mehr Zeit einfordert als man geben kann. Und dann stellt sich für Bettina noch die Frage, ob sie mit ihrem Kollegen Ackermann mehr als nur eine berufliche Beziehung eingehen will ...

Das Buch ist der sechste Teil der Krimireihe um Bettina Boll:
1. Wie könnt ihr schlafen
2. Neapel sehen
3. Stein sei ewig
4. Schwarzwild
5. Die Herzen aller Mädchen
6. Die Hex ist tot

Meine Meinung zum Buch:

Ich habe lange Zeit auf eine Fortsetzung der Reihe um Bettina Boll warten müssen, doch es hat sich gelohnt – auch der neue Fall ist spannend, witzig und ich habe das Buch sehr gerne gelesen.

Bettina Boll ist eine sympathische Hauptfigur. Sie erscheint mir sehr realistisch, denn sie schlägt sich mit den „üblichen“ Problemen einer berufstätigen Frau und Mutter herum: Da ist auf der einen Seite ihre Familie, um die sie sich kümmern muss, und auf der anderen Seite ihr Beruf, den sie liebt und der immer mehr Zeit von ihr fordert, als sie hat. Und schließlich ist da auch noch ihr kleines bisschen eigenes Privatleben, das leider genauso kompliziert ist wie ihr aktueller Ermittlungsfall. Alles zusammen führt dazu, dass sie von schlechtem Gewissen geplagt ist, weil scheinbar immer jemand oder etwas zu kurz kommen muss. Mir kommt das sehr lebensnah vor und auch wenn Bettina hin und wieder nicht ganz fair spielt bzw. spielen muss, kann ich immer gut verstehen, warum sie so ist, wie sie ist bzw. warum sie etwas so macht, wie sie es macht.

Aber nicht nur Bettina ist eine interessante Person, auch die vielen anderen Figuren sind sehr genau gezeichnet. Zum Beispiel die Zeugin Frau Schröck, die auf den ersten Blick einem esoterischen Farbwirbel gleicht, aber dann handfest und wie eine Löwin um etwas kämpfen kann. Oder Bettinas Kollege Radduz, der jedem Computer sein Geheimnis entlocken kann und in einem chaotischen Büro haust – weil er festgestellt hat, dass man ihn nicht beruflich einfach nicht ernst nimmt, wenn er es aufräumt. Oder Julia Schöne, ehemaliges Mitglied einer Diätgruppe, die ihre eigene Methode hat, Gewicht zu verlieren. Und das sind noch lange nicht alle Personen der Geschichte, an die ich mich noch gut erinnern kann, weil jede von ihnen sehr individuell beschrieben ist.

Der Fall selbst ist verzwickt angelegt, ich bin bis zum Schluss nicht darauf gekommen, wer der Täter ist. Spuren und Hinweise, auch solche, die in die Irre führen, gibt es viele und für den Leser ist es so schwierig wie für Bettina Boll, die Spreu vom Weizen zu trennen. Aber auch das kommt mir realistisch vor, denn die Polizeiarbeit besteht darin, mühsam kleine Puzzlestückchen zusammenzusetzen, bis sich endlich ein klares Bild ergibt. Und dann fragt man sich, warum man es nicht schon früher gesehen hat.

Die Geschichte liest sich angenehm und leicht, die eingestreuten witzigen Bemerkungen und Seitenhiebe brachten mich zum Lachen und ich warte gerne auf Band sieben der Reihe um Bettina Boll. Hoffentlich muss ich das nicht so lange.

Mein Fazit: Buchtipp!
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am 22. Juli 2014
Bettina Boll ist Halbtagskriminalistin und muss erstmal etwas ziemlich Langweiliges machen – Kanaldeckel gucken, weil ein Bekloppter die Dinger geöffnet hat. Zwar gab es vor Jahren schon einmal eine derartige Serie, man fand auch eine Leiche in einem Schacht, aber das neue Kanaldeckelproblem wäre eher was fürs Ordnungsamt. Immerhin gibt es der Autorin Zeit, die Figuren einzuführen. Behutsam, genau und ironisch tut sie das. Ein Kriminalroman muss nämlich nicht mit einem Knall beginnen und auch nicht mit der Leiche auf Seite sieben.

Bettina kümmert sich um die Kinder der toten Schwester, zu allem Überfluss wird die Tante, die die Geschwister großzog, pflegebedürftig, während nun doch ein neues Verbrechen geschieht. Eine Frau wird kopfüber in einen Kanalschacht gestopft. Sie bleibt nicht die einzige Tote. Wer nun glaubt, dies seien die Taten eines devianten Serienkillers mit Kindheitstrauma, der irrt, soviel sei gesagt.
Neben der Ironie und der Bodenhaftung gibt es zwei Aspekte, die diesen Roman auszeichnen. Bettina muss sich mit der Macht der Männern herumschlagen: Mit ihrem Oldscool-Vorgesetzten, der autoritär verfährt, mit ihrem Kollegen Ackermann, den sie liebt und er sie, der zugewandt und entmündigend agiert. Und sie muss sich mit der Konkurrenz der Frauen auseinandersetzen. Nein, es gibt keine schwesterlichen Allianzen, wie wir sie uns wünschen würden, keine Solidarität der Unterprivilegierten. Bettina ist halbtags. Da ist Missgunst und Eifersucht von der Kollegin. Missachtung und Machtausübung von der Tante. Vorbehalte von Zeuginnen. Es sind Verhaltensweisen, die so üblich und vertraut sind, dass man nur Bewunderung für Bettinas stoischen Pragmatismus empfinden kann.

Bedauerlich sind einige Fehler medizinischer Details, besonders weil sie plotrelevant sind. Man kann Cortison nicht unauffällig mit Insulin mixen. Oxycodon taugt nix zur Appetithemmung, da könnte man eher ... das muss jetzt nicht vertieft werden, welche illegale Droge besser passt, wenngleich Oxycodon keine Droge, sondern ein nützliches Pharmakon in der Schmerztherapie, falls in kundiger Hand, ist. Die ärztliche Schweigepflicht entfällt bei Kapitalverbrechen. Es ist nicht ganz einfach, solche Dinge genau zu recherchieren, aber nötig, weil es eben immer ein paar Experten gibt, die Kriminalromane lesen.

Ganz wunderbar dagegen sind die Szenen, die mit der „Intuition“ von Bettina Boll zu tun haben. „Intuition“ wird ja in der Regel nur benannt und damit mystifiziert. Da wird behauptet, jemand erfasse etwas „intuitiv“ und basta, was immer damit gemeint ist. Monika Geier hingegen lässt Bettina ihre Emotionen, vagen Ideen, seltsamen Anwandlungen reflektieren, gestaltet das nicht ausschließlich kognitiv, sondern schafft eine Atmosphäre, in der sich etwas innerlich ereignen kann, etwas, das Folgen im Denken und Handeln hat. (Derartiges habe ich noch nie gelesen.) Das ist neben allen Qualitäten des Romans eine faszinierende Besonderheit.

„Die Hex ist tot“, ist in einem Verlag erschienen, der sich dem politischen Kriminalroman verschrieben hat. Gewiss könnte man darüber streiten, was „politisch“ ist. Halbtagskriminalistinnen mit „Stiefkindern“ und einem Fall, bei dem es um Macht, Geld und Schönheitsverpflichtungen geht, sind es auf jeden Fall im allerbesten Sinne.
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am 20. November 2013
Mit diesem Buch gelingt Frau Geier einmal mehr zu beweisen, dass sie schreiben kann. Das Buch liest sich flüssig, die Sprache ist gewohnt gut, Geier drückt sich gewählt aus ohne gestelzt zu wirken und sorgt beim Leser für das Gefühl, ein gutes Buch gelesen zu haben. Bücher von Monika Geier sind erste Wahl! Ich persönlich finde Geiers Schreibe hervorragend. Manchmal glaubt man die Personen in seiner Umgebung geradezu greifen zu können, so sehr orientiert sie sich am wahren Leben.
4 Sterne gibt es deswegen, weil mir die vorherigen Bücher etwas besser gefallen haben. Dort war der Plot einfach raffinierter. Aber: ABSOLUTE Leseempfehlung!

Ich freue mich auf das Nächste!

...wer noch nichts kennt, fängt damit an:
Wie könnt ihr schlafen
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am 7. März 2014
Leichte Lektüre, gut zum Entspannen und erst am Schluss kommt heraus, wer der Täter ist. Mir war es manchmal zu seicht, die Charaktere nicht plastisch genug - wie ein mittelmässigen Tatort.
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