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am 13. September 2012
Eine erstaunliche Geschichte wird uns da versprochen, die obendrein den Anspruch erhebt, wahr zu sein: Hanna Renström, ein armes Mädchen aus Schweden, heuert auf einem Frachter als Köchin an, heiratet im Mosambik des Jahres 1904 einen Bordellbesitzer, wird zur steinreichen Witwe, gibt um der Geliebten eines portugiesischen Kaufmanns und schließlich eines schwarzen Mannes willen allen Reichtum auf und verschwindet kurz darauf aus einem berühmten Grand Hotel in Beira, ohne jemals wieder gesehen worden zu sein.

Das klingt nach einem starken Charakter, nach Glamour, nach Verruchtheit, nach moralischem Absturz, Umkehr und Heldentum. Nach einem schmutzigen Engel eben.

Aber Hanna ist zunächst keine Heldin, die durch ihr Handeln die Geschichte antreibt. Sie ist ein naives junges Mädchen, das auf das reagiert, was ihr zustößt, und die versucht, der Erwartung ihrer Umgebung zu entsprechen. Nachdem ihre erste bewusste Entscheidung sie in einem afrikanischen Hafen stranden lässt, erkrankt sie und wird von schwarzen Frauen gesund gepflegt. Trotzdem übernimmt sie zunächst die verächtliche Haltung der afrikanischen Weißen gegenüber der schwarzen Bevölkerung, versucht aber gleichzeitig, sich der Gemeinschaft der schwarzen Frauen anzunähern. Sie wird unvermeidlich zurückgewiesen, und der Schmerz darüber öffnet ihr die Augen: An ihrer Wahrnehmung das Verhältnis zwischen Kolonialherren und Unterworfenen in ihrem Gleichgewicht gegenseitiger Angst darzustellen, gelingt dem Autor überzeugend - an der Stelle fand ich den Roman am gelungensten. Hannas Unbehagen mündet in ihren Rettungsversuch der Mörderin Isabel. Von Schwarzen und Weißen unverstanden, weiß Hanna endlich genau, wo sie steht und wer sie ist. Am Schluss hat sie sich den Respekt ihrer Huren errungen, aber dafür boykottiert die weiße Kundschaft das Bordell: Hanna sieht ein, dass sie fortgehen muss, verkauft das Hurenhaus und besteigt ein Schiff nach Beira, um die Eltern von Isabel zu finden.

Die Sprache des Romans ist einfach - das passt zur einer Heldin, die nur mühsam lesen und schreiben kann. Kurze Sätze, ein harter Rhythmus, oft wie abgehackt, manchmal werden bloße Halbsätze aneinandergereiht. Das irritiert, erzeugt aber auch Intensität. Manche Vergleiche fand ich schwergängig, manche Bilder nicht recht geglückt. Gelegentlich entwickelt der Autor ein unangenehmes Pathos, viele Formulierungen wirken unbeholfen, und ich zögere hier, wie üblich die Übersetzung zu verdächtigen. Trotzdem hat die Schilderung Kraft, sie schafft ein dramatisches Helldunkel und lässt uns nie im Zweifel darüber, wer sich im Licht und wer im Schatten befindet.

Genau das habe ich auch als des Romans größte Schwäche empfunden: Mankell geht es nicht darum, eine Geschichte zu erzählen, sondern eine Botschaft zu übermitteln. Die Figur der Hanna wird nicht wirklich lebendig, den allzu beziehungsreichen Buchtitel konnte ich nicht mit ihr zusammen bringen. Hannas Wandlungen haben mich nicht überzeugt, da halfen auch die ostentativen Namenswechsel nicht; ihre Entwicklung ist nicht zwingend, ihre flache Psychologie gibt das Handeln der Figur nicht her. Und so geht es mit dem gesamten Personal des Romans, es ist reine Staffage für eine Message, die in Riesenlettern quer über jeder Seite steht. Ich mag es nicht, wenn mir als Leserin eine Sichtweise aufgedrückt wird, so berechtigt sie auch sein mag. Dazu kommt ein völliger Mangel an Humor; der Text nimmt sich schrecklich ernst.

Ich habe dieses Buch nicht ungern gelesen, es am Ende aber eher unzufrieden aus der Hand gelegt. Wirklich empfehlen kann ich es daher - trotz einiger Pluspunkte - nicht.
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am 24. August 2012
Ich mag die Bücher von Henning Mankell, seine Wallander-Krimis habe ich als sehr klug, sehr gesellschaftskritisch und in sich sehr schlüssig empfunden. Aber auch seine anderen Bücher wie "Teabag" oder "Kennedys Hirn" habe ich so empfunden. Alle durch und durch lesenswert!

Als ich die Ankündigung des neuen Mankell-Buches "Erinnerung an einen schmutzigen Engel" gelesen habe, war ich daher voller Vorfreude, auch weil ich die Geschichte der jungen Hanna aus Schweden, die durch einige Zufälle in Mosambique landet, dort durch Heirat reich wird und nach dem frühen Tod ihres Mannes ein Bordell betreibt, mich fasziniert hat.

Um so größer war die Enntäuschung als ich das Buch gelesen habe. Die Charaktere sind in sich nicht schlüssig, mir fiel es schwer einzuschätzen wer was denkt, wer welche Ziele verfolgt. Die Entwicklung der jungen Hanna von einem naiven Mädchen, die den Umgang mit den farbigen Einheimischen erst lernen muss, auch lernen muss, diese als vollwertige Menschen zu betrachten, was in der damaligen Zeit leider nicht selbstverständnlich war, ist für mich nicht klar nachvollziehbar. Mir fehlte der "rote Faden", an manchen Stellen hatte ich das Gefühl, das Buch wäre gekürzt, entscheidende Stelle wären entfernt worden. Hinzukommt die Sprache, die als zu einfach, platt, ja nahezu abgehackt empfunden habe. Dies kann aber auch an der Übersetzung liegen, das vermag ich nicht zu beurteilen.

Trotz allem ist es eine schöne und eine kluge Geschichte. Doch gerade ein Autor wie Hennig Mankell hätte aus diesem Stoff viel mehr machen können. Das Buch wird sicherlich bei "eingefleischten" Mankell-Fans seine Leserschaft finden, meinen Ansprüchen und Erwartungen genügt es nicht.
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TOP 500 REZENSENTam 29. Juli 2012
Diesmal also kein Krimi aus der Feder des skandinavischen Autors, der wohl den meisten Lesern durch seine Romane mit Kommissar Kurt Wallander aus dem schwedischen Ystad ein Begriff sein wird.

Für Erinnerung an einen schmutzigen Engel" hat sich Henning Mankell in seiner Wahlheimat Mosambik (Südostafrika) umgesehen. Inspiriert durch historische Dokumente, auf die der Schriftsteller Tor Sällström bei Recherchearbeiten in einem Archiv gestoßen ist, erzählt Mankell die fiktive Geschichte der Hanna Rennström:

Wir schreiben das Jahr 1904. Die Verhältnisse, in denen Hanna aufwächst, sind ärmlich, und als ihr Vater stirbt, trifft ihre Mutter eine folgenschwere Entscheidung über die Zukunft des 17jährigen Mädchens. Sie soll in Sundsvall bei Verwandten unterkommen und für ihren eigenen Lebensunterhalt arbeiten. Dort angekommen gibt es jedoch von diesen keine Spur, und so bleibt Hanna vorerst im Haushalt des Händlers Forsmann, der sich für sie verantwortlich fühlt. Dieser entscheidet dann auch, dass sie als Köchin auf einem Handelsschiff zur See fahren soll. Auf dem Schiff lernt Hanna den Steuermann Lundmark kenne, heiratet ihn, und wird, da er kurz darauf erkrankt und stirbt, zur jungen Witwe. Als das Schiff in Lourenco Marques Zwischenstation macht, geht die junge Frau heimlich von Bord und mietet sich in einem, wie sich später herausstellt, Bordell ein, dessen Besitzer ihr recht bald Avancen macht und sie um ihre Hand bittet. Nach Abwägen ihrer Situation willigt sie schließlich ein, aber auch diese Beziehung ist nicht von Dauer. Senhor Vaz stirbt überraschend und macht Hanna zur Alleinerbin. Nun ist sie also eine vermögende Bordellbesitzerin, die aber nicht nur an der Mehrung ihres Reichtums interessiert sondern sich auch der Verantwortung für die Prostituierten bewusst ist, die für sie arbeiten.

Hanna hat noch nichts von der Welt gesehen, ist unbedarft und naiv, als sie in Mosambik ankommt und erstmals mit einer Gesellschaft konfrontiert wird, die aus schwarzen und weißen Menschen, Herren und Sklaven besteht. Anfangs übernimmt sie, ohne groß zu hinterfragen, das Verhalten der Kolonialherren. Aber allmählich kommen ihr Zweifel, wird sie sensibel im Umgang - bis sie schließlich offen gegen die Ungerechtigkeiten protestiert, die den Schwarzen widerfahren. Doch auch damit macht sie sich auf beiden Seiten keine Freunde.

Mankell beschreibt die Erlebnisse der jungen Schwedin auf dem ,Schwarzen Kontinent` in einfacher Sprache, sehr distanziert und eher aus der Sicht eines Beobachters. Seine Protagonistin ist nicht so, wie man es als Leser eigentlich erwartet. Sie ist spröde und ihre Erlebnisse, Gedanken und Erfahrungen sind anfangs nicht immer verständlich oder gar nachvollziehbar. Erst dann, als Hanna zunehmend ein Gespür für die Ungerechtigkeiten und die Unterdrückung ihrer schwarzen Mitmenschen entwickelt und aktiv dagegen vorgeht, wird sie zu einer Sympathieträgerin, an deren Schicksal der Leser Anteil nimmt.

Mit Erinnerung an einen schmutzigen Engel" hat Henning Mankell die Reihe seiner Afrika-Romane fortgesetzt und um ein höchst lesenswertes, historisch-politisches Buch mit einer unkonventionellen Hauptfigur erweitert.
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am 4. Oktober 2015
Dieses Buch schildert nicht nur den Werdegang der Protagonistin Hanna aus Schweden im fernen Kolonialstaat, die damalige Armut, das Machtgefälle zwischen Nord und Süd, Mann und Frau, Arm und Reich, Schwarz und Weiß.Es gibt das Ankommen und das Verschwinden, Hanna kann die Armut abwerfen, das Schicksal nicht.
Neben dieser Darstellung eines Einzelschicksals geht bei Henning Mankell aber noch mehr:
Eine fremde, exotische Welt wird dem Leser offeriert. Mord und Gewalt, und die Abwesenheit von menschlicher Gerechtigkeit erdrücken aber das Idyll kolonialstaatlichen Hoheitsdenkens vergangener Jahrhunderte schon sehr bald im Kopf des Lesers. Dies ist der Punkt, wo man/frau das Buch möglicherweise nicht mehr mag und zur Seite legen möchte. Aber Mankell "setzt noch einen drauf", und zeigt, was den Rahmen der Menschlichkeit sprengt:

Es ist nicht der Mord als sichtbare, dokumentierte, in Strafakten nach europäischem Vorbild festgehaltene Tat. Es ist das Geheime, das Unausgesprochene, das niemals zur Anklage gekommene, weil es keine/n Kläger/in gibt oder gab! Ganz schlimm z.B. das Los der Esmeralda, die als Prostituierte nicht nur "äußerlich" wegen ihres schönen "Äußeren" ausgebeutet wird, sondern auch "innerlich" mit der boshaften Verabreichung von Milch "zur Stärkung", in der aber Bandwürmer unerkannt schwimmen, und von Felicia mitgetrunken, als "Wirte" für deren alte Schlankheit sorgen sollen. Ausbeutung dieser Art macht sich auch Hanna schuldig, die Menschheit allgemein, wenn sie wegschaut, weggeschaut hat oder weiter in Kauf nimmt.
Schlimm ist ferner die Seite für den Leser/ die Leserin, wenn ein Massengrab von Ungeborenen und Neugeborenen gefunden wird. Ein Friedhof der ungewollten Kinder, die erstickt oder auf andere Weise getötet worden sind. Das Leid der unfreien Frauen auf die Spitze getrieben!
Mankell hat mit diesem Buch den Weg seiner bisherigen "Krimis" verlassen, seine "Helden/innen" verschwinden, der Schauder aber wächst und geht unter die Haut!
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am 19. Mai 2016
Herr Mankell beschreibt die Vergangenheit in Afrika - die Auswirkungen der Kolonialisierung.
Interessant finde ich die Einsichten in beide Parteien, die dort Heimischen und die "Herren".
Gut gelungene Erzählung, die Spannung mit Fakten verbindet.
Lohnenswert zu lesen, besonders bei einer gewissen Affinität zu Afrika.
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am 6. September 2012
In "Erinnerung an einen schmutzigen Engel" greift Henning Mankell das Schicksal einer real existierenden Person auf, um daraus einen fiktiven Roman zu schreiben. Das Buch könnte man auch als historischen oder historisierenden Roman bezeichnen. Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts wird die junge Hanna von ihrer Mutter weggeschickt, da sie ein zusaetzlicher Esser ist. So landet Hanna auf einem Schiff, und heiratet einen Mann, den sie trotz geringer Kenntnis innig liebt. Doch der Mann stirbt.

In Portugiesisch - Afrika geht Hanna von Bord. Das vermeintliche Hotel, in welchem sie sich einquartiert, erweist sich als Bordell. Schwarze Prostituierte werden von (vermeintlich) zivilisierten Europäern " frequentiert". Der Besitzer des Etablissements heiratet Hanna - die weiße, wohl standesgemässe Frau schliesslich, kann aber die Ehe nicht vollziehen, was schon ironisch ist. Er hat einen kränklichen Bruder und besitzt einen vermenschlichten Affen namens Carlos. Wofür steht der Affe ?

Auch Hannas zweiter Mann stirbt - und vermacht ihr das Bordell....

Henning Mankells Geschichte ist in ihrem Kern eine Kritik an Imperialismus, Kolonialismus, Eurozentrismus und Chauvinismus. Selbst die Protagonistin partizipiert anfangs (teils widerwillig) an Aktionen, die die indigene Bevölkerung marginalisieren, stigmatisieren und herabwürdigen. Mit einem Wort: Rassismus.
Doch Mankell lässt den Leser lieber zwischen den Zeilen lesen, als mit dem "Holzhammer" seine message zu verbreiten. Mir scheint, dass er ganz bewusst keine Schwarzweissmalerei betreibt. Seine Sprache und der Erzählstil sind von grosser Präzision geprägt. Die Hauptfigur ist anfänglich als sehr ambivalent handelnde Person angelegt, wandelt sich aber sukzessive.
Fast beiläufig schildert Mankell das Ungleichgewicht in Afrika und erklärt die Gewalt und den Rassismus v.a. mit "Angst" , was nicht die alleinige Ursache sein kann.
Sehr gut hat mir gefallen, dass der Autor auf jeglichen Afrikakitsch verzichtet. Vielmehr schildert er immer wieder die Hitze, die Schwüle, fast eine klaustrophobische Situation.
Auch das Bordell wird nicht romantisiert; die Frauen haben teils Kinder, also eine Familie zu versorgen.

Damit hebt sich Henning Mankell von anderen Autoren des Genres "Historischer Roman" ab. Wo andere in überbordenden Landschaftsbeschreibungen schwelgen, das Fatum der Protagonisten als Fügung glorifizieren, da bleibt Mankell nüchtern.
So begeht er nicht den Fehler, selbst ein Bild von Afrika zu entwerfen, dass es so gar nicht gibt (Vgl. Said: "Orientalismus"). Nein, Exotismus ist Mankells Sache nicht.

Der Roman erhält von mir einen Stern Abzug, da er meine Leseerwartung nicht ganz erfüllen konnte. Gegen Ende wurde ich aber nochmals überrascht. Vor allem Hannas Reifeprozess und Emanzipation ist glaubwürdig - anders als in vielen Historomanen, in welchen es eine ahistorische "Superfrau" gibt.

Da der Autor auch viele Klischeeklippen umschiffte, ist es ein gutes Buch. Alles in allem hat mir der Roman sehr gut gefallen, weil der Autor aus den wenigen Quellen ein tolles Buch gemacht hat, welches sich zudem durch ein hohes Sprachniveau auszeichnet.

Klare Leseempfehlung!
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TOP 50 REZENSENTam 2. September 2012
Inhalt:
José Paulo, der im früher edlen, doch mittlerweile heruntergekommenen Africa Hotel in Beira/Mozambique lebt, findet eines Tages ein fast 100 Jahre altes Tagebuch unter dem Parkett. Er kann es nicht lesen, denn es ist in einer ihm unbekannten Sprache geschrieben, doch er wirft es nicht weg, sondern versteckt es an einem anderen Ort.

Es handelt sich um das Tagebuch von Hanna Lundmark, die 1904 ihre Heimat Schweden verlassen und als Köchin auf dem Dampfer Lovisa gearbeitet hat. Sie ist auf dem Weg nach Australien, heiratet unterwegs einen Steuermann, der kurz darauf stirbt, und geht schließlich in Mozambique an Land.

'Erinnerung an einen schmutzigen Engel' berichtet von Hannas Leben in Schweden und ihrem Leben in Afrika.

Mein Eindruck:
Der Einstieg ins Buch (José Paulo findet Hannas Tagebuch) hat mir sehr gut gefallen und macht neugierig auf den weiteren Verlauf der Geschichte. Die kurzen Kapitel, Mankells klare und schnörkellose Sprache sowie die stimmungsvollen Beschreibungen der Seereise und des Lebens in Mozambique ermöglichen ein sehr flüssigen Lesen und sorgen dafür, dass das Buch kurzweilig und unterhaltsam ist. Allerdings empfand ich die Geschichte selbst als nicht sehr überzeugend, das Verhalten des Protagonisten war bisweilen unnachvollziehbar und unrealistisch, die Beweggründe für ihr Handeln waren für meine Begriffe zu konstruiert.

Mein Resümee:
Ein unterhaltsames Buch, jedoch meiner Meinung nach ein eher schwächerer Roman des Autors.
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am 5. September 2012
Hanna, Älteste von fünf Geschwistern, sucht Zeitlebens einen Ort an den sie hingehört. Mit achtzehn Jahren wird sie von ihrer Mutter als Dienstmagd an die schwedische Küste geschickt, um das Überleben der restlichen Geschwister zu ermöglichen. Als Hanna anfängt im Haus des Reeders Jonathan Forsman heimisch zu werden, schickt dieser sie als Köchin auf ein Handelsschiff, das Holz nach Australien liefert. Nach einiger Zeit der Eingewöhnung an Bord, heiratet sie in Algier den Steuermann Lundmark. Nach nur zwei Monaten Ehe wird sie Witwe und muss Lundmark aus See bestatten. Nach der Bestattung hält sie es an Bord nicht mehr aus und verlässt heimlich in Afrika das Schiff. Sie mietet sich im Hotel O Paraiso ein. Erst nach einer Fehlgeburt und anschließendem hohen Fieber, wird ihr bewusst, dass sie sich in einem Bordell befindet.
Henning Mankell hat nach eigenen Angaben die Geschichte der Hanna Lundmark geschrieben, eine Schwedin, die tatsächlich Ende des 19. Jahrhunderts in Lourenco Marques, Afrika lebte. Trotzdem sind viele Teile dieser Geschichte mangels Archivunterlagen fiktiv. Er beschreibt ein Mädchen, das hin und her geschickt wird. Als es selbst den Weg bestimmen soll, nicht mehr weiß wohin. Sie ist sehr zögerlich und versucht von verschiedenen Menschen Rat einzuholen, aber sie treibt immer mehr zwischen den Welten. Sie fühlt sich nicht zur weißen Welt zugehörig, da sie das rassistische Verhalten der Weißen in Afrika nicht gutheißt. Sie lässt sich selbst aber auch dazu hinreißen, Schwarze in ihrer Umgebung schlecht und ungerecht zu behandeln. Erst ein dramatisches Ereignis lässt sie umkehren, aber sie wird von den Schwarzen nicht unterstützt. Jeder ist in seiner Welt gefangen und fürchtet die Welt der Anderen. Mankell führt den Leser behutsam auf seine besondere Art zu dieser Erkenntnis. In manchen Passagen dieses Buches braucht der Leser aber auch Geduld, insbesondere wenn das zögerliche Verhalten von Hanna überhand nimmt. Ich kann dieses Buch empfehlen. Es ist ein Roman, der dem Leser eine Ahnung von den Problemen Afrikas gibt.
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am 7. Januar 2013
Ich bin eher unerfahren mit Büchern von Hening Mankell, habe vor ein paar Jahren mal zwei Wallanderbücher gelesen und bin wirklich begeistert von diesem Buch!
Es ist eine absolut mitreissende Geschichte, die unglaublich gut geschrieben ist! Ich habe das Buch innerhalb von 5 Tagen verschlungen und würde es jedem empfehlen, der etwas über das Leben in Afrika zu Kollonialzeiten erfahren möchte.
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am 14. Oktober 2012
Ich kenne die Krimis von Mankell, schätze aber besonders seine Afrikabücher wie z.B. "Das Auge des Leoparden". Leider ist im Vergleich dazu das Buch eine mittlere Enttäuschung.
Die Geschichte beginnt in Schweden und alles was da und auf der Schiffsreise bis zur Ankunft in Afrika passiert, ist sehr emotionsgeladen und literarisch gut geschrieben.
Danach fehlt es mir an Spannung, an Überraschung, ich habe mich durch die letzten Seiten nur noch gequält, vieles ist vorhersehbar. Leider. Auch gelang es mir nach den ersten 100 Seiten nicht immer (wie in anderen Mankell Romanen) mich mit der Hauptfigur des Romanes zu identifizieren.
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