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Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
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4,6 von 5 Sternen
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Die Novelle „Tonio Kröger“ von Thomas Mann entstand zwischen 1900 und 1902. Der Schriftsteller verarbeitete darin teilweise autobiografisches Material. Er schildert die Entwicklung seines Protagonisten über einen Zeitraum von 16 Jahren: vom 14jährigen sensiblen Schüler, der sich aufgrund seiner künstlerischen Veranlagung als ausgeschlossen erlebt, zum Literaten, der sich bewusst vom Menschlich-Gewöhnlichen abheben will, und schließlich zum Dichter, dem die Liebe zum Menschlichen als Grundlage seines Schaffens gilt. Thomas Mann bezeichnete die Erzählung als seinen „Werther“.

Von „Tonio Kröger“ gibt es schon einige Lesungen und Hörspielfassung. Das vorliegende Audiobuch ist eine Neuproduktion des Hessischen Rundfunks, die im April 2017 ausgestrahlt wurde. Der Hörspielautor Heinz-Dieter Sommer lässt in seiner Hörspielbearbeitung die Novelle auf drei Ebenen spielen: eine Rahmenerzählung mit den Erinnerungen der alten Dame, die viel, sehr viel über den Autor weiß, Thomas Manns Originallesung aus dem Jahr 1955 sowie die in Szene gesetzte Novelle selbst. Leonhard Koppelmann führte Regie in dem mit Senta Berger, Axel Milberg, Sabin Tambrea, Nicole Heesters, Udo Wachtveitl und zahlreichen anderen Sprechern hochkarätig besetzten Stück. Auf der vierten CD „Tonio Kröger - plus“ ist noch einmald die Musik aus dem Hörspiel versammelt – darunter Originalkompositionen von Fritz Kreisler, Johann Severin Svendsen, Dmitrij Schostakowitsch und Johann Christian Lumbye sowie Auszüge aus der Hörspielmusik von Henrik Albrecht mit Maria Ollikainen (Klavier), Andrea Kim (Violine) und anderen.

Lobenswert ist auch das umfangreiche Booklet, das viele Informationen zur Novelle, zu Thomas Mann (Stationen seines Lebens) und zur Hörspielproduktion. Insgesamt fünf Stunden Literatur- und Musikgenuss.
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Das Hörspiel Tonio Kröger (hr2 kultur) von Heinz Sommer und Regisseur Leonard Koppelmann bietet drei unterschiedliche Hörebenen, die in dieser Produktion ohne Übergänge ineinander laufen. Darüberhinaus ist es ein angenehm ruhiges Hörspiel. Auch das ist wichtig. Die Rahmenhandlung: Zürich 1954 - Thomas Mann liest aus Tonio Kröger in "seinem" Grand Hotel. Dafür wird eine Leseaufnahme von Mann aus diesem Jahr benutzt. Im Hörspiel ist dies auch das Gerüst der Inszenierung. Dann gibt es noch Senta Berger und Axel Milberg, die das Geschehen kommentieren, zurückblicken, ein Wissen haben, dass man damals so nicht haben konnten. Eine fiktive Ergänzung. Bei Senta Berger (Dr Ingeborg Lüdersen) wird es auch mal sentimental. Und übergangslos geht es ständig in die Spielhandlung des Tonio Kröger. Der Theaterschauspieler Sabin Tambrea spricht Kröger, eindringlich, leise, setzt jedes Wort. Das gesamte Hörspiel ist bestens besetzt, auch in kleinen Rollen, u.a. mit Udo Wachtveitl, Gert Warmeling und Nicole Heesters.

Herausgreifen muss man aber noch den Schweizer Sprachkünstler und Marthaler Schauspieler Ueli Jäggi, der den Hoteldirektor der Rahmenhandlung (mit dem lesenden Thomas Mann) spricht. Ein Genie - hier mit Schweizer Akzent, ganz bewusst, zuletzt bei Christoph Marthaler an der Berliner Volksbühne, in Hallelujah-ein Reservat, ein Betreiber eines Freizeitparks, mit deutschem Schaustellerslang. Jäggi ist ein Sprachgenie. Wer ihn noch nicht auf der Bühne erlebt hat, sollte das nachholen. Das gleiche gilt übrigens auch für Sabin Tambrea.

Ein ganz wunderbares, elegantes Hörspiel.

(J. Fromholzer)
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am 23. Januar 2013
Ein Klassiker, muss man gelesen haben. Schöne Sprache, Ausdruck und Formulierungen. a a a a a a a a a
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am 15. April 2001
Tonio Kröger ist ein wunderschönes Buch voll leiser Melancholie. Ein junger Mensch macht sich auf den Weg, seine Identität und seinen Platz in der Welt zu suchen. Schon als Kind erfährt Tonio, dass er anders ist als seine Kameraden und stößt bei seiner Umwelt auf Unverständnis. Während er selbst etwas verträumt in die Welt blickt, gerne auf seiner Geige spielt und Verse schreibt, blickt er mit Bewunderung auf zu seinem Freund Hans, der offensichtlich den Erwartungen der Gesellschaft vollkommen entspricht, sportlich und selbstbewusst ist. So tief er auch seine Freundschaft zu Hans empfindet, so spürt er doch auch schmerzlich, die Gegensätzlichkeit ihrer Charaktere. Gegensätzlichkeiten ziehen sich wie ein roter Faden durch das Leben des Tonio Kröger: als Sohn des angesehenen Konsul Kröger und einer feurigen Südländerin wirbt er beständig um die Anerkennung des Vaters, und erhält sie doch eher von seiner Mutter, deren ausschweifenden Lebensstil er manchmal etwas liderlich findet. Hin und hergerissen zwischen der bürgerlichen Ordnung und seinem Sinn für Kunst und Literatur verlässt er schließlich als junger Erwachsener seine vertraute Heimatstadt im Norden und sucht im Süden in sinnlichen und geistigen Abenteuern einen Halt. Um letztendlich die Widersprüchlichkeiten in seinem Leben vereinen zu können, muss er zu seinen Wurzeln zurückkehren und die Situationen aus seiner Jugend nocheinmal durchleben. Ein Genuss ist auch die hohe Sprachkunst dieses Buches und der geschlossene Aufbau, durch den sich mehrere Motivstränge ziehen. Eine sehr anspruchsvolle Lektüre.
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am 20. Juli 2004
Bei dem vorliegenden Hörbuch handelt es sich um ein ganz besonderes Tondokument.
Der zum Zeitpunkt der Aufnahme 80 Jahre alte Thomas Mann liest eine Novelle, die vor über 50 Jahren aus seiner Feder entstanden war, die zu den Kernbestandteilen seines Werkes gehört. In vielen seiner Geschichten und Romane ist der Autor in der einen oder anderen Form hinter seinen Gestalten präsent, doch selten so unmittelbar wie hier. Der damals 25- bis 27-jährige zeichnet das Bild eines Künstlers, der sich zwischen den für ihn gegensätzlichen Lebenssphären der Kunst und der Geistigkeit auf der einen, und der liebenswürdigen, nicht durch Erkenntnis verdorbenen Gewöhnlichkeit auf der anderen Seite, hin- und hergerissen fühlt. Er rechnet sich der Seite der Kunst zu, ist aber von einer stetigen Sehnsucht nach dem gewöhnlichen Leben, nach den „Blonden und Blauäugigen" dieser Welt, ergriffen.
Unschwer lassen sich bei einiger Kenntnis des Mannschen Lebenslaufes die autobiographischen Züge der Erzählung erkennen.
Diese sehr persönliche Seite der Novelle, und der zeitliche Abstand zwischen Entstehung und Aufzeichnung der Lesung machen den inhaltlichen Reiz dieser Aufnahme aus.
Ein weiterer hervorzuhebender Aspekt liegt in der ganz besonderen Atmosphäre der Lesung. Die zahlreichen Nebengeräusche, wie das Knarren des Lehnstuhls, das Rascheln der Seiten usw. schaffen einen ganz intimen Eindruck, der sich wohltuend von dem moderner Studioaufnahmen unterscheidet. Man fühlt sich gleichsam in das Arbeitszimmer des Vortragenden versetzt, wo man, bequem im Sessel zurückgelehnt, dem Vortrag folgt.
Dieser Vortrag nun ist sehr beeindruckend. Thomas Mann lässt sich Zeit. Die Geschichte fließt in gemächlichem Tempo dahin, man hat das Gefühl, so, und nur so, muss dieser Text gelesen werden. Genauso muss betont werden. Die komischen Stellen, wie z.B. die Tanzstundenszene oder das nächtliche Gespräch mit dem jungen Kaufmann auf dem Dampfschiff, wie auch die kontemplativen Passagen, wie der Schluss des zweiten Kapitels, kommen wunderbar zur Geltung. Ein Gert Westphal hätte wahrscheinlich eine CD weniger gebraucht, um die Geschichte vorzulesen, er hätte aber auch, bei allem Respekt, nicht diese Klasse erreicht.
Es ist schade, dass diese Aufnahme die einzige ihrer Art zu sein scheint, die auf uns gekommen ist. Das macht sie aber auch besonders wertvoll. Für mich zählt sie zu den Stücken, die ganz oben auf der Packliste für die einsame Insel verzeichnet sind.
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HALL OF FAMEam 6. Juni 2008
"Tonio Kröger" zählt zu den beliebtesten Prosastücken Thomas Manns. Besonders junge Leser identifizieren sich mit der Titelfigur, einem unglücklich Liebenden, der zwischen der Verachtung für die Banalität des bürgerlichen Lebens und der Sehnsucht nach dem gewöhnlichen menschlichen Glück hin- und hergerissen ist. Die Lektüre bietet zudem tiefe Einblicke in die Persönlichkeit und künstlerische Entwicklung Thomas Manns, der die Novelle als sein „literarisches Lieblingskind“ bezeichnete. Sicher, es gibt Werke dieses Autors, die spannender, bewegender und unter ästhetischen Gesichtspunkten raffinierter sind. Aber die Erzählung überzeugt auch nach über einem Jahrhundert noch durch ihre kristallklare, elegante Sprache und ihre geradezu musikalisch komponierte Struktur. In keinem anderen Werk hat der Schriftsteller seine persönlichen Überzeugungen so eindringlich dargelegt. Das Ausgeschlossensein von der Welt der normalen Bürger ist für den Künstler, wie Mann ihn versteht, schmerzhaft, zugleich aber die Voraussetzung für sein literarisches Schaffen. Wer Thomas Mann noch nicht kennt, für den ist diese Erzählung der ideale Einstieg.
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am 27. März 2004
Wenn man sich auch nur ein klein wenig für jene literarische Richtung begeistern kann, die auf den vielsagenden Titel "Bürgerlicher Realismus" hört, dann kommt man um diese (Bildungs?)Novelle nicht herum.
Das hat zumindest zwei Gründe: Zum einen den Autor, der mit seiner unverwechselbar prätentiösen Sprache jene verträumt-bodenständige Dialektik in Kunst und Kultur seiner Zeit fest verankern konnte. Zum andern das Werk selbt. Oder besser: Seine Stellung im Leben des Autors, seinen autobiographischen Bezug. Wer auch nur einen Funken Kunstverständnis (oder auch: kontemplative Seltbtvergessenheit) in sich trägt, dem wird sich Zeile für Zeile ein Zwiespalt erschließen, den Mann (oder hier: Tonio) so deutlich zum Ausdruck bringt, dass er dem Leser zuletzt überdeutlich ins Bewusstsein drängt: Die unauflösliche Kluft zwischen Kunst und Bürgertum.
Hier verschwimmen die Konturen von reflexiver Selbtbeschreibung und gekonnt inszenierter Fiktion - sprachlich auf allerhöchtem Niveau. Manche Passagen muss man einfach zwei oder drei mal lesen, um zu begreifen, wie minutiös-darstellerisch und gleichsam schöpferisch-energetisch Mann mit der vermeintlich so hölzernen deutschen Sprache umzugehen weiss.
Dieses Büchlein hat Maßstäbe gesetzt, nicht im ganz großen literarisch-sozialen Kosmos mit viel Tamtam (wir haben es hier weder mit Ökonomie und Gesellschaft wie in Mark Twain noch mit der Evolution wie in Robinson Crusoe oder ähnlichem zu tun), sondern im kleinen, individuellen, oder: individualitischen Rahmen zu tun.
Hier wird kein Feuerwerk abgebrannt und doch Geschichte geschrieben: leise, nachdenklich - und eben darum so wundersam eingängig.
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am 13. Februar 2011
Zur Novelle ist schon alles gesagt. Nun zum Hörbuch. Auch wenn der "Zauberer" selbst liest, ist er nicht mein Lieblingsinterpret seiner Werke. Als Dokument für Thomas Mann Fans unverzichtbar. Aber mal von der Person des Vortragenden abgesehen, würde ich das als mittelmäßige Lesung bezeichnen. Mich stören diese hohen Töne in der Betonung, die mE zu oft gewählt werden. Seine Betonungen sind oft seltsam gewählt und bei aller Verehrung (!!), er ist kein Schauspieler. Leuten, denen ich die CD vorgespielt habe, die nicht wussten, dass es T.M. ist, waren auch nicht begeistert. Und so bleiben 3 Sterne....
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am 10. März 2007
Selten ist es Thomas Mann besser gelungen den ewigen Gegensatz zwischen Kunst und Leben so glaubwürdig darzustellen. Auch diese Novelle trägt wieder einmal autobiographische Züge, doch keine von Manns Figuren weckt soviel Sympathie beim Leser wie Tonio. In späteren Werken sind T. Manns Stellvertreter bei weitem nicht derart authentisch, wahrhaftig, ehrlich und sehnsüchtig wie es sein Spiegelbild Tonio hier ist. Wirklich extrem lesenswert!
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am 19. April 2003
Thomas Mann bezeichnete seinen „Tonio Kröger" selbst als ‚Prosa-Ballade', stilistisch ist er als Novelle einzuordnen. Die Handlung erstreckt sich über einen Zeitraum von vielleicht fünfzehn bis zwanzig Jahren und zeigt eine Ausschnitte aus dem Leben der titelspendenden Hauptperson, Tonio Kröger, welcher im imperialen (Nord-)Deutschland der Jahrhundertwende lebt.
Tonio Kröger, Sohn eines reichen Kaufmannes und einer Südländerin wächst bereits in der Spannung auf, die ihn sein Leben lang begleiten und prägen wird: Er ist nicht wie die anderen. In ihm finden sich die nordische kühle Melancholie seines Vaters sowie die Lebensfreude seiner Mutter wieder, die ihn Zeit seines Lebens zu schaffen machen.
Er bewundert seinen Freund Hans Hansen, doch dieser hat nichts übrig für Tonios Ansichten der Welt, für seine sensible Sicht der Dinge, seine Begeisterung für die Literatur und seine dichterischen Bestrebungen.
Die Erzählung blendet weiter, fünfzehn Jahre später ist Tonio Künstler geworden. Doch er ist rastlos. Er verachtet die Trivialität des bürgerlichen Lebens, er empfindet als Dichter eine gewisse Arroganz allen anderen gegenüber - ein dichtender Offizier ist ihm ein Übel.
Aber dennoch sehnt er sich nach der Einfachheit des bürgerlichen Lebens, er steht zwischen Bourgeoisie und Künstlertum und droht daran zu zerbrechen...
Thomas Mann behandelt in seiner Novelle eine Grundfrage, auf die fast jeder Künstler früher oder später zurückkommen wird und zwar vor allem in unserer Zeit, viel mehr noch als vor einigen Jahrhunderten: Welche Stelle, welche Funktion hat der Künstler in der Gesellschaft, ist er vollwertiges Mitglied dieser oder muss er nicht etwa aus der Gesellschaft herausgerückt, exponiert sein, um sein Werk ohne zu große Beeinflussung zu schaffen?
Die Sprache ist sehr gehoben und verwoben, bildhaft, tragend und rhythmisch. Auch wenn sie anfangs etwas gewöhnungsbedürftig ist, stellt die reine Sprache kein Problem dar. Hingegen die Gedanken, die sich in ihr verbergen bedürfen - vor allem in Kapitel Vier - einer längeren Nachdenkpause, um das Gelesene auf sich wirken zu lassen.
Thomas Manns Erzählung vom Leben des Tonio Kröger ist im Grunde nur das Rahmenwerk, das Gerüst eines Essays über die Probleme des Künstlers und seiner Stellung.
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