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am 22. Dezember 2010
Die ersten beiden großformatigen Fotografien geben die Intention und das Thema des Buches in symbolträchtiger Form bereits wieder.

Japan ist einerseits das Land der sozialen Einheit als Gruppe und Gemeinschaft, die unendlich scheinende Zahl der Schülerinnen in Schuluniform deuten diese jahrhundertealte Tradition der Geringschätzung des Individualismus an. Andererseits ist Japan eine der führenden Industrienationen, das futuristische zweite Bild steht als Symbol für diese Vorwärtsgewandtheit des Inselstaates.

Beides aber schließt sich nicht aus, die Tradition, die althergebrachten Werte bedingen und durchflechten in umfassender Weise auch die Haltung und Arbeitsweise des modernen Industriestaates Japan. Eine Verflechtung, die den gesamten Alltag des Landes prägt und die japanische Lebensweise deswegen in Teilen so fremdartig und undurchschaubare mit all ihren sozialen Regeln, Riten und dem Nebeneinander von Geishas und Managerinnen, von High Tech Industrie und alter Shinto Religion erscheinen lässt.

Ein Land volle Kontraste ist es, das in der Fotostrecke dieses eindrucksvollen Bildbandes vor die Augen des Betrachters gestellt wird. Von nur wenig Text unterbrochen, der sich zudem, nach einer Einleitung zum jeweiligen Kapitel zumeist darauf beschränkt, als Überschrift zu den einzelnen Bildern zu fungieren, bietet der Band eine faszinierende Reise für die Augen in das Land der aufgehenden Sonne. Kontraste, die als Resultat der japanischen Amivalenz in Momentaufnahmen hervorragend eingefangen wurden. Die einerseits hohe Bestrebung der Bewahrung mitsamt dem einhergehenden abwerten Blick auf alle und alles nicht japanische setzt sich im lauf der Jahrzehnte deutlicher und sichtbarer in die Reibung mit der wirtschaftlichen Weltoffenheit und den einfließenden Elementen dieser Welt auch nach Japan.

In verschiedenen Kapiteln und damit thematischen Sichtweisen wird diese Reibung an vielfachen Orten deutlich, ebenso, wie die kreative Kraft in den Raum tritt, alle neune, fremden Impulse in das geprägte, soziale Leben zu integrieren. Das erste Kapitel über Tokyo und Kyoto setzt hier bereits Maßstäbe für das Buch und seine Intention. Pulsierende Metropole modernster Prägung und demgegenüber die alte Hauptstadt mit ihren unzähligen Schreinen, der althergebrachten Lebensart, im zweiten Weltkrieg weitgehend verschont. Treffende Bilder von Gegenkulturen, die dennoch beide in gleichen Teilen den Lebenspuls Japans abbilden. Vielleicht so, wie es das zweite Kapitel des Buches nahelegt, jahrtausende alte Traditionen mit letztlich ungebrochener Kraft hinter modernsten Fassaden.
Hier sind eindrucksvolle Bilder zu finden. Die Geisha. Der Sumo Ringer. Der Mönch. Der Schmied. In den Gesichtern und den vollendeten Formen der Haltung spricht die Tradition, das durchaus auch festgefahrene, erstarrte Leben des Landes. Einige Seiten weiter dann Eindrücke von aktueller und moderner Mode Japans, die vor allem eines zu sein hat, anders.

Der Bildband besticht durch seine Intention, Japan gerade in seiner Gegensätzlichkeit zu zeigen und legt einen starken Schwerpunkt auf die alltägliche Seite des Lebens, des Sozialwesens Japans. Wunderbar gelungen ist die Gegenüberstellung teils fast futuristischer Moderne und uralter Tradition, individueller Suche und fester, in Teilen starrer sozialer Einbindung. Bilder, die eine beredete Sprache von diesem letztlich nicht wirklich fassbaren Lebensgefühl sprechen.

Wuchtig, hochwertig und eindrucksvoll bietet der Bildband einen profunden Einblick in das heutige Japan gerade ohne den Versuch zu unternehmen, die Spannungen zwischen Tradition Moderne aufzunehmen. Eher noch darauf verweisend und Spuren zeigend, wie stark die uralten Traditionen hinter modernsten Fassaden noch lebendig und wirksam sind.
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Wenn Europäer und erst recht Amerikaner nach Japan kommen, dann erwarten sie gewöhnlich von diesem Land, dass dort irgendwie alles so ist, wie es nach ihrer Meinung in einer Industrienation zu sein hat, westlich eben. Geringe Abweichungen werden gerade noch toleriert. Auf alles andere wird arrogant geschaut, denn schließlich geben die zivilisierten westlichen Nationen den Standard vor. Der Westen repräsentiert die "Moderne", alles andere ist nicht auf der Höhe der Zeit und wird gelegentlich vornehm mit "Tradition" umschrieben. Doch ganz so einfach ist die Welt nicht.

Schon in der Schule lernen wir, dass die eigentliche Zivilisation in Europa und seiner mehr oder weniger nahen Umgebung ihren Ursprung nahm. Dass es im fernen Osten unabhängig davon eine ebenso lange und ganz andere kulturgeschichtliche Entwicklung gab, wird in unserem Weltbild kaum beachtet. Und wenn doch darauf eingegangen wird, dann geschieht das meistens zwar respektvoll, aber doch mit einem gewissen Gefühl der eigenen Überlegenheit, das jedoch nur auf einer durch Halbbildung verzerrten Wahrnehmung beruht.

Die sogenannte moderne oder besser westliche Zivilisation kam erst mit der Niederlage im zweiten Weltkrieg und der Besatzung durch die Amerikaner in voller Wucht nach Japan. Über die traditionelle Anpassungsfähigkeit asiatischer Kulturen und mit ihren eigenen zivilisatorischen Fähigkeiten schafften es die Japaner, innerhalb weniger Jahrzehnte zu einer der führenden Industrienationen aufzusteigen. Und gerade die Geschwindigkeit dieser Entwicklung offenbart im Nachhinein die wirkliche Reife der japanischen Gesellschaft.

Leider geht das Buch auf diese Zusammenhänge nicht sehr tiefgreifend ein. Es beschreibt vielmehr nur auf recht passable Weise den gegenwärtigen Zustand. Bereits in der Einleitung wird der Klischeebogen gespannt: futuristische Formen im neuen Bahnhof der alten Hauptstadt Kyoto, Hiroshima, Geishas, Schwertschmiedekunst und volle Innenstädte mit unverständlicher Reklame-Leuchtschrift, mittendrin "Starbucks Coffee" als Tempel amerikanischer Gemütlichkeit.

Das erste Kapitel thematisiert den Titel des Bandes auf sehr authentische Weise. Es zeigt Teile des Lebens in Kyoto und der neuen Hauptstadt Tokyo, die sich sprachlich nur durch einen Silbendreher von Kyoto unterscheidet, aber die "Moderne" repräsentiert, während Kyoto, das traditionelle Japan zeigt. Im zweiten Kapitel treffen wir auf Vergangenheit und Zukunft. Ein wenig werden uns gewisse Traditionen und ihre einende Rolle innerhalb der japanischen Gesellschaft erklärt. Zu Sprache kommen die Zeit der Kirchblüte und die damit verbundenen Rituale, die Geisha-Kultur, das Sumo-Ringen, die japanische Kunst der Kalligrafie (shodo), die Schwertschmiedekunst und der Matsuri-Kult (verschiedenartige Volksfeste).

Um die japanische Modeverrücktheit geht es im dritten Kapitel. Essen ist das Thema des nächsten Kapitels. Wenn man in Japan Hunger hat und in ein Restaurant geht, dann wird einem dort das Leben zunächst scheinbar einfach gemacht, denn gewöhnlich kann man sich alle Speisen lebensecht in Silikon nachgebildet vorher ansehen. Doch oft genug spielen einem Europäer auch hier unbewusste eigene Programme einen Streich. Nicht alles, was durch Ansehen einen gewissen Geschmack verheißt, schmeckt dann auch so. Wer das einmal erfahren hat, lernt daraus vielleicht, wie Erwartungen die Wahrnehmung verzerren können.

Die "Harmonie urbaner Räume" möchte das fünfte Kapitel beschreiben. Zwar lernt man hier so Einiges über japanische Architektur, doch wird jeder, der schon einmal in Japan gewesen ist, bemerken, wie wenig aussagekräftig hier über die wirklichen urbanen Räume des Landes berichtet wird. Dieses Kapitel ist eine Enttäuschung.

Im sechsten Kapitel wird auf das spirituelle Leben in Japan eingegangen. Möchte man etwas über religiöse Toleranz lernen, dann sollte man sich auf den Weg nach Japan machen. Zwar habe ich auch in diesem Kapitel nicht viel Tiefe in der Beschreibung des spirituellen Lebens der japanischen Gesellschaft finden können, dafür aber schöne Bilder.

Völlig im Gegensatz zu den spirituellen Traditionen Japans stehen die lauten und schrillen Vergnügungstempel der "Moderne", die im letzten Kapitel vorgestellt werden.

Fazit.
In diesem mit reichlich Text versehenen Bildband wird versucht, die Widersprüchlichkeit der japanischen Gesellschaft einzufangen. Das gelingt auf den ersten Blick ganz gut. Wenn man jedoch wirklich etwas über die Probleme Japans und die japanische Kultur erfahren möchte, dann wird man hier schnell an Grenzen stoßen, denn über zwar schöne, aber letztlich oberflächliche Beschreibungen geht dieser Band nicht hinaus. Akzeptiert man dieses Niveau, dann ist es ein sehr gutes Buch.
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am 6. Februar 2014
Wir haben das Buch als Geschenk gebraucht für einen guten Freund und Japan-Fan. es kam sehr gut an. die Beschreibung alte und neue Tradition ist mehr als geglückt. Anschauliche bilder vervollständigen .
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