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Kundenrezensionen

4,9 von 5 Sternen
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4,9 von 5 Sternen
Der grüne Blitz
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TOP 1000 REZENSENTam 2. Oktober 2013
Jules Verne ist den meisten bekannt durch seine für die damaligen Verhältnisse revolutionären Romane, die man getrost als die ersten Science Fiction Klassiker bezeichnen kann. Jeder kennt Capt'n Nemos U-boot oder die Rakete, mit denen der Mond umrundet wurde. Dass sich der Altmeister jedoch auch nicht schlechter anstellt, wenn er einen echten Liebesroman schreibt, beweist er mit dem einzigen Buch, das er zu diesem Genre geschrieben hat: Der grüne Blitz.
Die Handlung:

Helena Campbell ist eine junge Waise, der es jedoch an nichts mangelt. Sie wächst bei ihren beiden Onkels auf, die nichts lieber tun, als ihr jeden Wunsch von den Augen abzulesen und die sich nur zu gern von ihr um den zarten Finger wickeln lassen. Trotzdem beschließen die Gebrüder Melvill eines Tages, dass Helena mit ihren fast 18 Jahren alt genug ist, um heiraten zu können, und sie haben auch schon den perfekten Kandidaten für sie ausgesucht. Aristobolus Ursiclos ist genauso verschroben, wie es sein Name schon andeutet. Er hält sich für einen grandiosen Gelehrten, der jedoch seine Umwelt mit langatmigen Vorträgen zu Tode langweilt, der seltsame Ansichten vertritt und auch ansonsten alles andere als ein angenehmer Zeitgenosse ist. Warum die Brüder ausgerechnet ihn in ihre großen Herzen geschlossen haben, wird wohl für immer ihr Geheimnis bleiben. Fakt ist, dass Helena prinzipiell nichts gegen das Heiraten per se hat, doch ... auf gar keinen Fall kann sie heiraten, bevor sie nicht den grünen Blitz gesehen hat - ein Naturphänomen, das sich nur bei einem perfekten Sonnenuntergang beobachten lässt. Sie beschließt also, dass die Brüder Melvill, die treuergebenen Diener Bess und Partridge und sie ans Meer fahren müssten, um den grünen Blitz sehen zu können. Gesagt, getan.

Noch während der ersten Überfahrt werden sie Zeuge, wie ein kleines Boot in Seenot gerät, und nicht zuletzt durch Helenas Bitten werden die Insassen des Bootes gerettet. Einer der beiden Glücklichen ist Olivier Sinclair, ein junger Mann aus gutem Hause, mit tadellosen Manieren, einem ansprechenden Äußeren und derselben Begeisterung, die Helena antreibt. Man errät schon, in welche Richtung sich die Geschichte bewegt, besonders, weil Ursiclos sich stets und ständig wie ein Elefant im Porzellanladen benimmt. Wird also Helena die Liebe finden? Wird sie den grünen Blitz zu sehen bekommen? Und wie entkommt sie einer tödlichen Gefahr?

All das erzählt Jules Verne in einem locker-spitzbübisch-humorigen Stil, bei dem er bewusst übertreibt, zum Beispiel, um den Dummkopf Ursiclos noch unsympathischer zu machen, als er es ohnehin ist. Die beiden Hauptpersonen, Helena und Olivier, sind besonders gelungene Exemplare der Schöpfung, während sich ansonsten fast nur skurrile Unikate in dem Roman tummeln, der geradezu beschwingt Fahrt aufnimmt und bis zum Ende nicht an freudiger Spannung verliert. Obwohl es hier nicht zu annähernd so vielen Abenteuern kommt, wie es ansonsten bei dem Altmeister der Fall ist, ist dieser Roman zweifellos ein echter Verne und ich kann ihn ruhigen Gewissens weiterempfehlen.

Last but not least geht ein großes Lob an den Verlag, mare hat den Charme alter Klassiker wieder aufleben lassen mit diesem gebundenen Büchlein mitsamt Lesezeichen, liebevollen Zeichnungen und einem sicheren Schuber, in dem das Buch gut aufgehoben ist.
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am 10. Oktober 2013
Nichts liegt den betagten Brüdern Sam und Sib Melvill mehr am Herzen als das Wohl ihrer Nichte Helena, die bei ihnen aufgewachsen und wie eine Tochter für sie beide ist. Zu einer jungen und schönen Frau erblüht, scheint es den Brüdern an der Zeit, einen passenden Ehemann für sie zu finden. Mit dem jungen Gelehrten Aristobulus Ursiclos scheint ihnen der perfekte Kandidat gefunden. Doch Helena, die just einen Artikel in der Morning Post gefunden hat über ein bei Sonnenuntergängen auftretendes Phänomen namens “grüner Blitz”, will nichts von einer Heirat wissen, ehe sie nicht mit eigenen Augen dieses seltene Wunder der Natur gesehen hat.

Ergeben machen sich die Brüder gemeinsam mit ihrer Nichte und ihren zwei Dienern auf an die Küste ihrer schottischen Heimat, wo sie unter den dort günstigen atmosphärischen Bedingungen den “grünen Blitz” zu erspähen hoffen. Nicht von ungefähr wird dafür der Kurort Oban ausgewählt, an dem sich, wie Sam und Sib wissen, zur selben Zeit Aristobulus Ursiclos aufhalten soll. Zwei Fliegen mit einer Klappe, so denken sie sich, denn so kann Helena ihren gewünschten “grünen Blitz” sehen und gleichzeitig ganz nebenbei ihren zukünftigen Gatten kennenlernen. Doch bereits auf der Überfahrt lernen sie den charmanten Reisenden Olivier Sinclair kennen und von da an scheinen alle Pläne durcheinander zu geraten. Wird Helena den “grünen Blitz” zu Gesicht bekommen? Und wem wird sie am Ende ihr Herz schenken?

Meine Meinung:

“Le Reyon-vert” (ursprünglich “Der grüne Strahl” oder “Das grüne Leuchten”) erschien erstmals 1882 und gilt als Jules Vernes einziger Liebesroman. Diese im Mareverlag erschienene Neuübersetzung von Cornelia Hasting kommt im (passenden) grünen Leinen und einem wunderschönen Schmuckschuber daher, inklusive sämtlicher Kupferstiche von Léon Benett aus der Originalausgabe.

Mit wunderbarer Leichtigkeit und vor allem sehr humorvoll zeichnet Verne seine Protagonisten, allen voran die Brüder Sam und Sib, die über die Jahre zu einer Person verschmolzen zu sein scheinen, die Sätze des jeweils anderen vollenden und sich eine riesige Schnupftabakdose zu teilen pflegen, ein “tragbares Möbel”, das unentwegt von der Tasche des einen die Tasche des anderen wandert und aus der jeder abwechselnd eine große Prise nimmt. Meine liebste Figur ist aber die des Aristobulus Ursiclos, ein pedantischer, verkopfter und unglaublich eitler Wissenschaftler (“es fehlte nicht viel, und er wäre ein Dummkopf gewesen”), der es nicht lassen kann, jede noch so unwahrscheinliche Gelegenheit zu ergreifen, seine Mitmenschen mit naturwissenschaftlichen Vorträgen zu langweilen. Meine liebste Beschreibung über seine unvorteilhafte Erscheinung ist diese:

“Von den hundertdreißigtausend Haaren, die, den letzten Statistiken zufolge, jeder menschliche Kopf tragen soll, blieben ihm kaum noch sechzigtausend. Ein Bartkranz umrahmte seine Wangen und sein Kinn, was ihm ein affenähnliches Antlitz verlieh. Wäre er ein Affe gewesen, wäre es ein schöner Affe gewesen – vielleicht der, welcher der Stufenleiter der Darwinisten fehlt, um den Anschluss der Tierwelt an die Menschenwelt zu schaffen.”

Der unsägliche Aristobulus ist es auch, der die Suche nach dem “grünen Blitz” zur Farce macht – an den wenigen Tagen, an denen das Wetter den Reisenden zur Beobachtung des Sonnenuntergangs wohlgesonnen ist, kommt er dazwischen. Desweiteren gelingt es ihm immer wieder – mehr oder weniger unbeabsichtigt – mit seiner nervtötenden Art jede Romantik, die sich zwischen Helena und Olivier anbahnt, zunichte zu machen. Ein unglaublich komischer und köstlich überzeichneter Charakter, der mich sehr zum Schmunzeln gebracht hat.

Bleibt noch die Jagd nach dem “grünen Blitz”, die vor allem in der zweiten Hälfte des Buches, da sich Olivier Sinclair der Unternehmung der Melvill-Brüder und Helenas angeschlossen hat, immer spannender wird. Die führt die Reisenden auf die schottischen Inseln Iona und Staffa, die Verne mit spürbarer Faszination und detailreichen Beschreibungen vor den Augen des Lesers erscheinen lässt. Besonders Staffa hat es ihm angetan, eine Insel vulkanischen Ursprungs, die größtenteils aus riesigen Basaltsäulen besteht und durch ihre atemberaubende Höhle “Fingal’s Cave” berühmt wurde. Hier trägt sich auch der große Showdown der Geschichte zu, in der Olivier Sinclair seine Qualitäten als unerschrockener Held beweisen muss.

Fazit:

Eine humorvolle Geschichte voller lustiger Charaktere, die anfangs etwas gemächlich daher kommt, zum Ende hin aber immer spannender und schließlich zu einem klassischen Abenteuer wird, so, wie man es eben von einem Jules Verne erwartet.
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am 3. Oktober 2013
Die 18jährige Schottin Helena Campbell wird von ihren Onkeln Sib und Sam Melvill erzogen. Sie soll von diesen mit dem Gelehrten Aristobulus Ursiclos verheiratet werden. Helen ist dazu nicht bereit, ehe sie nicht den ihr aus der Zeitung bekannten „grünen Blitz“ gesehen hat – den letzten Funken grünen Lichts beim Sonnenuntergang am Meer an besonders klaren Tagen. Einer alten Legende nach kann sich in Liebesdingen nicht irren, wer das grüne Licht gesehen hat. Die Onkel und Helena brechen zu einer Reise entlang der Westküste Schottlands bis zu den Hebriden als letzter Station auf, um den grünen Blitz zu suchen. Es kommt allerdings immer etwas dazwischen. Einmal ziehen Wolken auf, ein anderes Mal fährt im letzten Moment ein Segelschiff vor der Sonne vorbei. Und dann schließen sich der Reisegesellschaft auch noch Aristobulus und der junge Olivier Sinclair an. Wird Helena den grünen Blitz sehen? Wird sie sich verlieben?

„Der grüne Blitz“ ist ein Liebesroman, der einzige des Autoren und ein für Jules Verne eher untypisches Werk, ist er doch eher für utopische Romane bekannt. Typisch für ihn sind allerdings einige der Romanfiguren. Onkel Sib und Onkel Sam sowie Aristobulus sind Exzentriker, wie sie bei Verne häufig vorkommen. Die Onkel vollenden jeweils die Sätze des anderen, teilen sich dieselbe Schnupftabakdose und gehen Arm in Arm spazieren. Aristobulus ist ein humorloser Wissenschaftler mit affenähnlichem Aussehen, ist sehr von sich eingenommen. Ständig gibt er trockenes Wissen preis. Helena und Olivier hingegen sind jung, romantisch, von reizvollem Aussehen.

Vor dem physikalischen Hintergrund, dass der grüne Blitz tatsächlich manchmal bei Sonnenuntergang auf hoher See auftritt und Naturphänomene den Menschen immer schon fasziniert haben, zieht dieses Buch den Leser in den Bann. Die Sprache in dieser Neuübersetzung des erstmals im Jahr 1882 veröffentlichten Originalromans ist unmodern, gleichwohl gut verständlich. Wörtliche Rede ist durch Spiegelstriche anstelle von Anführungszeichen kenntlich gemacht. Viele ganzseitige Schwarz-Weiß-Illustrationen sind eingestreut. Besonders eine Landkarte (S. 82) erleichtert die Orientierung auf Helenas Reise. Es ist eine liebevoll gestaltete Schmuckausgabe, verpackt in einem Schuber.

Für Liebhaber von Klassikern sehr zu empfehlen.
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am 16. Oktober 2013
„Der grüne Blitz“ ist Jules Vernes einziger Liebesroman – und dennoch ist es ein Buch, das absolut typisch für den französischen Schriftsteller ist.

Wir befinden uns an der Westküste Schottlands, wo die beiden Brüder Sam und Sib in einem Landhaus leben. Die Brüder sind einander so ähnlich, dass sie die Sätze des jeweils anderen beenden können. Mit ihnen leben die Hausdame Bess und der Verwalter Partridge, der uns als Schotte wie er im Buche steht vorgestellt wird. Sam und Sib sind Onkel und Vormund – und gewissermaßen auch Eltern – für die schöne Helena, eine junge Dame mit Herz und Verstand sowie einem festen Willen. Dankenswerterweise und auch untypisch für die Zeit lassen die beiden Onkel Miss Helena viele Freiheiten, finden jedoch, dass es allmählich Zeit wird, dass sie den Bund der Ehe eingeht. Und einen geeigneten Kandidaten scheinen die beiden auch schon gefunden zu haben: In dem Gelehrten Aristobulus Ursiclos, einem Wissenschaftler durch und durch, dem jeglicher Sinn für das Schöne völlig entgeht. Helena hat jedoch etwas völlig anderes im Sinn: Sie hat in einer Zeitung vom grünen Blitz, einem Naturphänomen, das nur bei Sonnenuntergang am Meereshorizont auftritt, gelesen und macht sehr deutlich, dass sie zuerst den grünen Blitz sehen will, bevor sie über eine Heirat nachdenken wird. Und so begeben sich die Onkel, die Dame Bess, Partridge und die schöne Helena auf eine Reise, um den grünen Blitz zu sehen, und finden nicht nur atemberaubende schottische Küsten vor, sondern erleben sogar eine Beinah-Tragödie, die auch für die Onkel und Helena nicht ohne Folgen bleiben soll.

"Der grüne Blitz" ist ein typischer Jules Verne: Ausgedehnte Landschaftsbeschreibungen, die überall durchscheinende Faszination für die Wissenschaft und der Witz, den alle Protagonisten auf ihre jeweils eigene Art innehaben sowie Jules Vernes geschickte Rhetorik, durch die es manchmal scheint, als spiele Verne mit seinen Lesern. Und mit Leichtigkeit und einer gewissen Zuneigung erschafft Jules Verne (wieder einmal) die unterschiedlichsten, interessantesten und exzentrischsten Charaktere.

Die Neuübersetzung übernimmt – zum Glück – die für die damalige Zeit typische Sprache und Ausdrucksweise, die für den modernen Leser möglicherweise arrogant oder hochgestochen klingen mag, aber die auch gleichzeitig zum stimmigen Gesamteindruck beiträgt. Daher an dieser Stelle ein großes Lob an die Übersetzerin Cornelia Hasting.

Mit der Gestaltung des Buches hat sich der Mare Verlag große Mühe gegeben: Ein Schuber in cremeweiß und ein Leineneinband in tannengrün sowie zahlreiche Illustrationen Léon Benetts aus der Originalausgabe von 1882 machen die Neuübersetzung zu etwas Besonderem.
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am 4. November 2013
Die 18-jährige Miss Helena Campbell ist bei ihren Onkel Samuel und Sebastian Melvill aufgewachsen. Als Helena einen Artikel über das Naturphänomen "grüner Blitz" liest, möchte sie dieses selbst sehen, denn eine alte Legende behauptet: "Der Blitz bewirkt, dass derjenige, der ihn gesehen hat, sich in Gefühlsdingen nicht mehr irren kann." Da Sam und Sib ihrer Nichte jeden Wunsch erfüllen, ist eine Entdeckungsreise schnell beschlossen. Als Ziel wird das Küstenstädtchen Oban auserkoren - nicht ohne Hintergedanken, denn in Oban befindet sich auch gerade der junge Wissenschaftler Aristobulus Ursiclos, den die Herren Melvill als Heiratskandidaten für Miss Helena ins Auge gefasst haben…

Jules Verne verstand es hervorragend, informativ und humorvoll zugleich zu schreiben. Das hat er auch in seinem einzigen Liebesroman "Der grüne Blitz" bewiesen.
Vernes sehr ausführliche Reisebeschreibungen werden zu keiner Zeit langweilig, weil der außerordentlich wortgewandte Autor seine Berichte stets wie mit einem Augenzwinkern geschrieben und die Erlebnisse sehr schelmisch erzählt hat. Ich habe keinen Zweifel daran, dass Verne die detailreich geschilderte Route durch einen Teil der Inneren Hebriden auch selbst bereist hat - man spürt mit jeder Zeile seine Begeisterung für das Gesehene und Erlebte.
Auch wenn es sich hier um einen Liebesroman handelt, darf in einem Werk von Jules Verne natürlich eine gute Portion Abenteuer nicht fehlen. Und auch seine umfangreichen naturwissenschaftlichen Kenntnisse hat der Autor geschickt in die Geschichte einfließen lassen.
Nicht nur seine Reise- und Landschaftsbeschreibungen sind faszinierend, Verne glänzt zudem mit seinen humorvollen Personenbeschreibungen. Er wartet dabei zwar mit allerhand Klischees auf, die aber keineswegs langweilig oder fad wirken, sondern witzig und sehr unterhaltend daherkommen. Einfach großartig.
Vortrefflich ist auch die Ausstattung des Buches. Das Hardcover kommt mit Lesebändchen und stabilem Schuber daher. Außerdem wurde die Geschichte durchweg mit sehr gelungenen Illustrationen gespickt, die die Handlung äußerst treffend wiedergeben.

Ein sehr lesenswerter Liebesroman, der mit kurzweiligen Reisebeschreibungen für beste Unterhaltung sorgt.
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am 30. November 2013
"Der grüne Blitz" von Jules Verne wurde vom Mare Verlag in einer ausserordentlich schönen Ausgabe präsentiert: Im Schuber, als Hardcover mit gdunkelgrünem Leinen und hellgrünem Lesebändchen, passend zum Titel. Wenn der Leser das buch aufschlägt, erwartet ihn nicht nur eine ganz fabelhafte, unerwartete lustige Geschichte, die ich so von Jules Verne nie erwartet hätte, es bestichen allerdings auch zahlreiche Zeichnungen/Stiche, die den Geschichtsverlauf begleiten.
Manchmal erwischte ich mich beim stundenlangen Betrachten der Bilder udn vergaß das Lesen, das hier ausgesprochen flüssig und gut von der Hand geht und zudem mit einem abwechslungsreichen Humor sei es Situationskomik, Schlagfertigkeit der Protagonistin oder Verballhornung der Wissenschaft überrascht!
Helena wächst bei zwei Onkel auf, die innig zusammenleben, wie eine Art Ehepaar und sich Gedanken machten um die Verehelichung der großgezogenen Nichte. Gut situiert und intelligent sollte der Zukünftige sein, schliesslich ist Helena einen gewissen Komfort gewohnt. Und wie es immer so ist, wenn ledige Herren für Frauen etwas aussuchen, es geht oftmals nicht wirklich gut. Der Außerwählte ist Wissenschaftler, nicht nur sehr belesen und voller Wissensreichtum hinsichtlich der Naturwissenschaften, er ist auch tölpelhaft ungeschickt, unsozial, humorlos, spießig und wenig unterhaltsam, sieht man von seiner Tolpatschigkeit mal ab.
1882 im Original erschienen hätte ich nicht erwartet, dass das Buch so leicht und flüssig lesbar ist, so viel Lesespaß und Lesegenuß bietet und mich völlig verzaubert.
Sicher ist es auch die Schmuckausgabe, die einfach zum Lesen einlädt, es ist aber auch die Energie, der Enthusiasmus mit dem uns der längst verstorbene Autor entlang der schottischen Küste führt!
Es klaffen Welten zwischen den heutigen sogenannten historischen Romanen und seinem historischen Werk, wobei er sich nur einmal verrät, als er in den Präsens wechselt um dem Leser eindrücklich zu schildern, wie gut ausgebaut der Seeweg und die Verbindung der Inseln vor Schottland per Schiff bereits ist!
Ich habe Jules Verne von einer ganz neuen Seite kennengelernt, bin sehr stolz, dieses Schmuckstück von Buch in meinen Regalen zu haben und kann nur jeden Freund historischer Bücher ermutigen dieses Buch unbedingt zu lesen!
Vielen Dank an den mare Verlag!
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am 15. Juli 2015
Jules Verne unternahm im Sommer 1859 eine Reise nach Schottland. Diese Reise verarbeitete er zu seinem ersten Roman, der von seinem Verleger jedoch abgelehnt wurde. Einzelne Teile verwendete er später dann in DER GRÜNE BLITZ, dessen Namen ein reales Naturphänomen zugrunde liegt.
Es ist der einzige "Liebesroman", den Jules Verne geschrieben hat. Zwei Onkel, die von Dickens inspiriert sind (der aber doch die besseren Charaktere schildern konnte) und eine junge Erbin, die nicht heiraten will, bevor sie den Grünen Blitz gesehen hat, machen sich auf die Reise, das Phänomen mit eigenen Augen zu sehen; denn wer den grünen Blitz gesehen hat, kann in Liebesdingen nicht irren.
Das Romanpersonal besteht leider aus Typen, nicht aus Individuen. Insbesondere die stereotype knappe Darstellung des armen Aristobulus, der aussichtslos Helana ehelichen möchte, entbehrt jeglicher Sympathie und kontrastiert zu stark zum Liebeskonkurrenten. So, wie Jean Amery in "Charles Bovary, Landarzt" zur Ehrenrettung des literarisch vernachlässigten Ehemannes eingesprungen ist, wünschte man sich Beistand für Aristobulus.

Aber der eigentliche Held des Buches ist die Topografie, die JV ausgiebigst beschreibt und das Buch mehr zur Reisebeschreibung als zum Abenteuer- oder Liebesroman macht. Manches Kapitel hat da nur den Charme eines Kursbuchs, das man bei entsprechender Neigung behaglich am Kamin lesen mag.
Natürlich, die beiden Onkel sind skurril und die steten Hindernisse, die die Sicht auf den grünen Blitz im letzten Moment verstellen, amüsant.
Insgesamt zog sich die Lektüre aber doch ein wenig in die Länge und der Roman ist streckenweise von einer gewissen Ideenarmut geprägt.

DER GRÜNE BLITZ ist eine "nette" Lektüre, die vor allem durch die bibliophilen Aufmachung des Mare-Verlags punktet.
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am 7. November 2013
Der grüne Blitz ist der wohl einzige Liebesroman von Jules Verne. Das Phänomen des grünen Blitzes gibt es tatsächlich und man kann es nur zu bestimmten Bedingungen beobachten: an einem Meereshorizont ohne ein Wölkchen oder Nebel beim Sonnenuntergang, kurz vor dem Verschwinden der Sonne.

Dieses Phänomen ist der Aufhänger zu der Geschichte. Denn die junge Helena, die von ihren gutmütigen Onkeln aufgezogen wird, möchte unbedingt diesen Blitz sehen. Erst danach will sie über eine Heirat sprechen. Während ihre Onkel eine völlig falsche Partie für sie im Sinne haben (sie sind wirklich zu reizend und zu naiv!), lernt man den wahren Mann dann während der Reise zum grünen Blitz kennen.

Jules Verne versteht es hier wunderbar, Humor, Landschaftsbilder, wissenschaftliche Phänomene und skurrile, liebenswürdie und charmante Charaktere miteinander zu verbinden. Die Geschichte ist sehr lebendig und man kann tief hineintauchen.

Diese besondere Ausgabe kommt daher in einem Schuber, mit einem schönen Hardcover und Lesebändchen sowie vielen tollen Zeichnungen, die das Geschehen noch einmal verdeutlichen.

Es macht sehr viel Spaß zu lesen, man muss ständig schmunzeln und auch das ein oder andere Abenteuer gilt es zu erleben. Gewürzt ist es mit der wunderbaren schottischen Natur und ein bisschen Romantik. Ein wirklich wunderbares Buch.
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am 30. November 2013
Eine Liebesgeschichte von Jules Verne. Das musste ich lesen. Nach ein paar Seiten stellte sich sofort ein vertrautes Gefühl ein, so als würde ich einen Brief eines guten Freundes lesen. Ich fühlte mich in meine Kindheit versetzt, in der ich die großen Jules Verne Bücher mit klopfendem Herz verschlungen habe. Es gibt all die bekannten Zutaten, die ein Jules Verne Abenteuer ausmachen, ein wildes Meer, eine schöne eigenwillige Heldin , kauzige Charaktere und ein geheimnisvolles Phänomen- der grüne Blitz, dem die Figuren auf den Grund gehen wollen und in diesem Fall eben auch noch eine Portion Liebe.

Das Buch kommt als kleine Kostbarkeit daher. Es kleidet sich in einen edlen Leineneinband, hat wie alle guten Bücher ein Lesebändchen und ist in einem Schuber verpackt, der es zum perfekten Geschenk macht. Viele Illustrationen begleiten die Geschichte. So schön kann ein Buch sein!
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am 19. August 2016
Es gab ein optisches 'Remake' der alten Verne-Ausgaben des Hartleben-Verlages unter dem Reihentitel "Bekannte und unbekannte Welten - Abenteuerliche Reisen" (der sogenannten Prachtausgaben). Einige Werke von Jules Verne wurden im 'Remake' der Reihe leider nicht berücksichtigt - so der Roman "Der grüne Strahl" bzw. "Der grüne Blitz".
Hier schließt der mare-Verlag nun eine Lücke - und zwar mit einer sehr schönen bibliophilen Ausgabe im Schuber, liebevoll übersetzt von Cornelia Hasting und mit sämtlichen Illustrationen von Léon Benett aus der alten Prachtausgabe.
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