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Kundenrezensionen

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am 8. November 2014
Der arme kleine Oliver kommt als Waisenkind zur Welt. Von Geburt an wird er herumgestoßen, lebt im Dreck und leidet Hunger, weil sich in England Anfang 1800, jeder, wo er nur kann, mit allen Mitteln in irgendeiner Art und Weise in großem oder kleinem Stil bereichert. Also wird in den Armen- und Waisenhäusern, in denen Oliver seine ersten neun Jahre verbringt, in erster Linie am Essen, an Kleidung und an Fürsorge gespart. Der Leser hungert und leidet mit dem Waisenjungen, der für sein Alter viel zu klein ist, vom Pech verfolgt wird, aber sein Schicksal trotzdem tapfer auf den schmächtigen Schultern trägt.

Es gibt sogar Lichtblicke in Olivers Leben, doch Charles Dickens ist hart, denn diese hellen Augenblicke voller Fürsorge und Wärme halten nicht lange an und der Leser muss miterleben, wie Oliver zurück in die schmutzige und gnadenlose Welt gestoßen wird. Er gerät wieder in die Fänge der Diebesbande mit dem jüdischen Anführer Fagin, dessen nervender Dialekt mir das Lesen an manchen Stellen leider ziemlich erschwert hat.

Am Ende der Geschichte, als es um die Auflösung sämtlicher verwandtschaftlicher Verstrickungen rund um Oliver geht, wurde es leicht verwirrend und dazu gesellte sich der Eindruck, dass der Autor einmal zu oft den Zufall bedienen musste, um ein gutes Ende herbeizuführen. Dieses Handicap nimmt der ansonsten rührenden und zugleich gesellschaftskritischen Geschichte ein wenig die Glaubwürdigkeit, aber es ist trotzdem eine herzbewegende Erzählung, wie man sie von Charles Dickens kennt. Zu guter Letzt möchte ich anmerken, dass die hübschen, alten Zeichnungen in dem E-Book mein Lesen sehr bereichert haben.
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Charles Dickens hat die Ungerechtigkeit des damaligen britischen Sozialsystems am eigenen Leib erfahren: Schon als Kind musste er als Handlanger in einer Fabrik arbeiten, weil der Vater mit der Familie im Schuldgefängnis saß. Die damit verbundenen traumatischen Erlebnisse haben Dickens’ Leben und Werk wesentlich geprägt. Nachdem er mit seinen populären, drolligen Geschichten über die Pickwickier nationale Berühmtheit erlangt hatte, schnitt er mit "Oliver Twist" ein Thema an, das ihn zutiefst berührte: die soziale Ungerechtigkeit seiner Zeit im Zuge der um sich greifenden Industrialisierung. Gerade weil Dickens sich gegen jedwede Ausbeutung und Unterdrückung der sozial Schwachen wandte, hat sein Werk auch heute, im Zeitalter der Globalisierung, nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Mit bissiger Satire entlarvt Dickens die Heuchelei und Arroganz der Bessergestellten. Ihm ging es um Gerechtigkeit und Menschlichkeit, deshalb wurde die Geschichte des Waisenjungen Oliver Twist zu einem zeitlosen und populären Bestandteil der Weltliteratur. Nur die stereotype Charakterisierung des jüdischen Schurken Fagin wirft einen Schatten auf Dickens’ Werk. Der Autor selbst wies den Vorwurf des Antisemitismus aber stets von sich und führte als Beleg dafür die Londoner Kriminalstatistiken seiner Zeit an.
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am 3. Juni 2008
Charles Dickens Geschichte über den Weisenjungen Oliver Twist, der in den jämmerlichen Verhältnissen eines Armenhauses aufwächst und nach seiner Flucht in die Großstadt London einer Diebesbande in die Finger geht, dürfte fast jedem etwas sagen und sollte auch in keiner Sammlung fehlen!

Die in diesem Buch enthaltene Übersetzung von Gustav Meyrink ist wie die Geschichte selbst sehr gelungen. Was mir vor allem gefallen hat war, dass die Textpassagen mancher Personen mit Akzent geschrieben wurden und dem ganzen so noch etwas mehr Atmosphäre geben. Besonders gut kommt das meiner Meinung nach bei dem Jiddischen Akzent von Fagin ('dem Jude') rüber.

In dieser DTV Ausgabe sind außerdem noch die 25 Illustrationen (Zeichnungen) der Erstausgabe enthalten. Außerdem gibt es ein Ausführliches Nachwort mit allerlei interessanten Fakten rund um Oliver Twist und eine Zeittafel mit den wichtigsten Stationen des Charles Dickens.
Wer Oliver Twist also noch nicht in seiner Sammlung hat, der macht mit dieser Ausgabe nichts Falsch.
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am 21. Juli 2010
'Oliver Twist' ist im 19. Jahrhundert entstanden und thematisiert die gesellschaftlichen Verhaeltnisse im England der industriellen Revolution. Oliver Twist waechst in einem Waisenhaus auf und muss bereits frueh im Leben erkennen, was es heisst, mittellos zu sein und der Willkuer anderer auf Gedeih und Verderb ausgesetzt zu sein. Oliver Twist versucht sich seinem Schicksal zu entziehen, fluechtet nach London und schliesst sich dort einer Bande von Taschendieben an, deren Anfuehrer sich im Laufe der Geschichte Oliver Twists zu entledigen sucht. Doch Twist hat das 1. Mal in seinem Leben Glueck und findet Menschen, die sich seiner annehmen und das Gute in ihm hervorkehren. Seine ehemaligen Kumpanen, die ihm uebel mitspielten, werden einer gerechten Strafe zugefuehrt. Dickens beschreibt ein England, in dem die gesellschaftlichen Verhaeltnisse Kriminalitaet hervorbringen, weil mit ehrlicher Arbeit ein Auskommen und somit Ueberleben nicht moeglich scheint. Dennoch bewahrt sich der Mensch etwas Gutes und ist in der Lage, den einmal eingeschlagenen falschen Weg zu verlassen und ehrlich zu werden.
Dickens durchgaengige Handlung wird von Charakteren bevoelkert, denen Dickens durch Tiefe Leben eintrichtert. Er zeigt gesellschaftliche und soziale Misstaende auf, ohne direkt zur Revolution aufzurufen. Doch die beschriebenen Strukturen sprachen fuer sich und machten deutlich, dass Veraenderungen unumgaenglich waren, wenn die Menschheit den naechsten Schritt ihrer Entwicklung wuerde beschreiten wollen.
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am 7. Juli 2015
Das 1837/38 erschienene Werk "Oliver Twist" schildert das Schicksal des Waisenjungen Oliver im London des frühen 19. Jahrhunderts. In bemerkenswert lebendigen Bildern schildert der Erzähler die krassen Kontraste im industriellen England, in dem es nur zwei soziale Pole zu geben scheint: die Reichen Bildungsbürger und die Armen, die sich mit Hilfe von Raub und Diebstahl behelfen müssen. Olivers Lebensweg scheint in die letzte Kategorie zu weisen, hat er als elternloses Kind doch nur geringste Chancen, das Prekariat zu überwinden. Schnell gelangt er in die Fänge krimineller Elemente, die ihn tiefer und tiefer in den Sumpf des Verbrechens ziehen. Die Frage, welcher der Text nachgeht, behandelt die Erlösung des Jungen aus eben diesem Milieu und der Bestrafung jener Personen, die seine Existenz aus niederen Beweggründen zu zerstören trachten. Neben dieser spannenden Geschichte um einen kleinen Jungen sind es die durch die Sprachgewalt Dickens' evozierten Bilder, welche das Leseerlebnis durchaus positiv gestalten. Abzüge sind aber in der offen dargestellten Gewalt innerhalb des Clans der Ganoven ebenso zu machen wie in der Charakterzeichnung des Anführers bzw. der wichtigsten Person dieser Personengruppe: es handelt sich hierbei um einen Mann jüdischer Abstammung, dessen Wesen so sehr den Klischees des kriminellen "Finanzjudentums" entspricht, wie sie später von anderer Stelle aufs übelste missbraucht wurden. Ohne Dickens Absicht zu unterstellen, bleibt die Charakterisierung dieser Figur nach heutigem Maßstab problematisch und sollte bei der Lektüre unbedingt kritisch betrachtet werden. Für adulte Rezipienten ist das Buch durchaus geeignet, für Kinder aber nur mit entsprechender Vorbehandlung oder Betreuung.
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am 19. Juni 2012
Oliver Twist von Charles Dickens ist ein sogenannter Klassiker. Daher möchte ich zu Beginn eine Lektorin von Fischer zitieren: "Das macht all die genannten Romane ja letztlich so zeitlos und zu Klassikern: Auch Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte nach ihrem Erscheinen kann man - egal wie alt man selbst ist - mit diesen Romanen schönste Lesestunden verbringen."
Dies kann man mit diesem Buch. Es geht um den Waisenjungen Oliver Twist, der in seinen jungen Jahren viel Schreckliches erleben musste und um das Geheimnis seiner Herkunft, die mit den Menschen, die ihn umgeben, verstrickt ist, aber erst zum Ende aufgeklärt wird.
Die wunderbare Sprache Dickens beschreibt die Verhältnisse der damaligen Zeit unter dem Deckmantel der Ironie und des Sarkasmus versteckt und die Charaktere speigeln die Klischees der Zeit. Die Guten sind gut und die Bösen sind böse und werden am Ende bestraft. Die Charaktere sind nicht so vielschichtig und entwickeln sich kaum weiter wie wir das aus der heutigen Literatur gewöhnt sind, aber man sollte auch bedenken, dass die Geschichte als Fortsetzungsroman ausgelegt war, und Dickens immer wieder die Spannung hochhalten musste, um die Leser bei der Stange zu halten.
Das Buch ist auf jeden Fall lesenswert, auch wenn die Klischees und der Antisemitismus im krassen Gegensatz zur realistischen Beschreibung der Frühindustrialisierung Englands stehen.
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am 26. Juni 2016
Als sogenannten „Fortsetzungsroman“ erschien der von Charles Dickens geschriebene Titel „Oliver Twist“ oder, wie der englische Originaltitel lautet „Oliver Twist or The Parish Boy`s Progress“ zwischen Februar 1837 und April 1839 in der britischen Zeitschrift „Bentley`s Miscellay“ und zählt bis heute mit seiner ironisch sarkastischen Kritik an der Gesellschaft zu einem der bedeutensten Werke der Weltliteratur.

Der Roman handelt vom Leben der titelgebenden Figur Oliver Twist, welcher zur Zeit der industriellen Revolution in Großbritannien als Waisenkind im Armenhaus aufwächst. Dort erfährt er schon in frühen Jahren zunehmend Gewalt und menschliches Leiden – auch durch Personen, die ihm offiziell helfen sollten. Aus diesem Grund flieht er nach London, um „sein eigenes Glück“ zu finden. Doch gerät er dort an Sikes und Fagin, zwei Verbrecher, welche den Jungen für ihre Pläne einspannen wollen. Glücklicherweise stellt er dort jedoch auch Beziehungen zu Personen wie Mr Brownlos her, welche ihm das erste Mal in seinem Leben Liebe und Zuneigung zuteil werden lassen.
Weiter ausführen möchte ich an dieser Stelle mit dem Verlauf der Handlung nicht, da ich den potentiellen Lesern nicht die Spannung an diesem Werk rauben möchte.
Nur so viel: Die Kriminellen Fagin und Sikes werden Oliver wohl nicht so schnell aufgeben und ihn ein ruhiges Leben führen lassen.

In diesem 415 Seiten langen Roman, welche auf 53 Kapitel verteilt sind, schafft es Charles Dickens auf unterhaltsame, aber auch ernste Art und Weise vorrangig Kritik an der Gesellschaft des viktorianischen Englands und dem Leben der Waisenkinder auszuüben. Dabei bedient er sich detailgetreuer Milieuschilderungen, welche auf den Leser sehr realistisch wirken. Diese Realistik könnte damit zusammenhängen, dass der Roman „Oliver Twist“ Querverweise zu Dickens` realem Leben aufweist. So wurde auch er im frühen Kindesalter durch die Verschuldung seiner Familie mit größer Armut und Ungerechtigkeit konfrontiert, welche direkt auf Oliver projiziert wurden.
Das sein Vater ins Schuldgefängnis kam könnte auch Ursache für seine Kritik am Rechtssystem der damaligen Zeit sein, welches durch eine willkürliche und emotional geleitete Strafmaßfestsetzung hervorsticht.
Wie auch bei einigen seiner anderen Werken, wie „Eine Weihnachtsgeschichte“ bediente sich Charles Dickens auch hier wieder seiner bevorzugten Stilmittel.
Zum einen sein sarkastischer Humor, der den Leser im ersten Moment erheitert, ihn in der Sekunde darauf jedoch auch zum Nachdenken anregt (Anbei ein Beispiel aus dem Buch: Kapitel 2, Seite 14, Zeile 6-10:„Es war an Olivers neuntem Geburtstag. Während er diese Feier im Kohlenkeller zusammen mit zwei andern jungen Herrn beging, die sich gleich ihm von einer ordentlichen Tracht Prügel erholten, da sie sich erfrecht hatten hungrig gewesen zu sein (...)“), zum anderen dem Heranziehen von klischeehaften Stereotypen. Da gäbe es den gierigen Juden, die hochnäsigen Amtsträger, den Choleriker und noch viele weitere. Auch deren soziale Stellung kann man im Roman mit Leichtigkeit am Schreibstil der direkten Rede erkennen. In England war die Sprache, und ist heute immer noch, ein stichhaltiges Indiz für die eigene Position in der sozialen Hierarchie. Während sich also die sozial höher gestellten gewählt und dialektfrei ausdrücken, so verwenden die Unterprivilegierten in der deutschen Version breitestes Plattdeutsch, welches in diesem Fall analog zu dem englischen Slang „Cockney“ zu betrachten ist.
Mit Zweitem der oben genannten Stereotypen in der Auflistung und dem oben genannten Zitat finden sich auch weiterhin die perfekten Beispiele für Dickens' Kritik an der Kirche. Die Kirchspieldiener und Waisenhausleiter, welche sich um die Armen und Bedürftigen kümmern sollen, stellen diese als gierigen Abschaum dar, welcher des Lebens nicht wert ist oder lassen sie, sogar Kinder, über das ohnehin schon geringe Budget aushungern, um ihren eigenen Gewinn zu maximieren. Dies spiegelt die Verdorbenheit eines Systems wider, das sich eigentlich um die Armen kümmern sollte, sie im Kern jedoch verhungern lässt und ausbeutet. Eben jenes System, in dessen Fängen sich auch Oliver zu Beginn seines Lebens befand.
Vom Hauptcharakter des Romans sprechend könnte man ihn zu Anfang auch für einen Stereotypen halten. Da er noch ein kleines Kind ist, sind seine Gedanken von einem Stück Naivität und häufigen emotionalen Ausbrüchen gekennzeichnet. Doch früh wird der Leser bemerken, dass Oliver eine ungemein gute Wahrnehmungsfähigkeit besitzt, zum Beispiel, als ihm bei einer Beerdigung die unechte Trauer der Gemeinschaft auffällt. Des Weiteren bildet er in dem Roman eine Art festen Leuchtturm, da er, obwohl er durch seine frühen Erfahrungen unter geringem Selbstwertgefühl leidet und für uns ganz alltägliche Dinge, wie ein bequemes Bett oder etwas warmes zu Essen, ihn zu Tränen rühren, trotz der vielen negativen Einflüsse, die auf ihn einwirkten, noch immer unschuldig. Er hat sein moralisches Denken bewahrt, ist im Besitz eines intakten Gewissens und immer dankbar. Somit erscheint Oliver wie ein Hoffnungsschimmer für die verkommene Welt, die In „Oliver Twist“ geschildert wird, weswegen ihm die meisten Leser wohl auch etwas mehr Glück auf der Welt gönnen würden. Bei Oliver handelt es sich nämlich um eine Person, um ein Kind, welches, ohne eine freie Entscheidung zu haben, in dieses Leben hineingedrängt wurde und mehr Glück im Leben verdient hätte.

Aus den oben genannten Gründen ist es kein Wunder, dass „Oliver Twist“ sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreut und zweifelsohne zu Weltliteratur zählt. Diese Beliebtheit spiegelt sich natürlich auch in Zahlen und Preisen wider. Mittlerweile gibt es weit mehr als 16 Auflagen des Buches, es wurde in über 20 Sprachen übersetzt, mehrfach als Hörbuch vertont und 26 mal verfilmt; zuletzt im Jahr 2007 unter der Regie von Coky Giedroyc.

Preislich bekommt man ein breites Spektrum angeboten. Auf Amazon kann man die günstige Version des Buches neu für 4,45 Euro erwerben und das teuerste für 10,90 Euro. Bei den Filmen erhält man die 2005er Version von Roman Polanski auf DVD für knappe 8 Euro und die 2007er Version von Coky Giedroyc, ebenfalls auf DVD, auch für knappe 8 Euro.
Man hat also durchaus eine große Auswahl, wenn es um das Konsumieren dieser Geschichte geht.

Meiner Meinung nach sollte man die Geschichte rund um Oliver Twist mindestens einmal mitverfolgt haben, da sie sowohl ergreifend, wie humorvoll, aber auch mahnend ist.
Denn Themen wie Kinder, die ohne Eltern auf der Straße groß werden und dadurch eventuell in die Jugendkriminalität abrutschen sind auch heute noch ein großes Problem, um das sich gekümmert werden muss und dem dieser Roman somit jedem Leser moralisch einen Spiegel vorhält. Trotz seiner nun mehr als 170 Jahre hat der Roman keinesfalls an Brisanz und Aktualität einbüßen müssen.
Wer also in seiner Literatursammlung noch Platz im Regal hat und Freude beim Lesen eines Gesellschaftsromas empfindet, dem lege ich
Charles Dickens' „Oliver Twist“ wärmstens ans Herz.
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am 6. Mai 2016
Nicht umsonst ist "Oliver Twist" von Charles Dickens ein Klassiker der Weltliteratur. Es erzählt vom armen Waisenjungen Oliver Twist der über sämtliche Umwege, die verschiedensten, auch tragischen Ereignisse und der Hilfe großzügiger Anderer zu seinen Wurzeln findet und dem Elend entflieht.
Interessant dabei ist, dass der kleine Oliver im Gesamten vielleicht zwanzig mehr oder weniger lange Sätze spricht. Das Buch wird allgemein hauptsächlich aus der Sicht der Personen erzählt, denen er begegnet, was das Buch sehr abwechslungsreich und originell gestaltet. Ein weiterer gelungener Gestaltungseffekt sind die sehr unterschiedlichen und ausfallenden, eingedeutschten Dialekte der Figuren. Gerade deswegen wäre es sehr interessant, aber vermutlich auch schwierig, den Roman im Original zu lesen. Typisch für die literarischen Werke dieser Zeit, werden die Charaktere häufig etwas typisiert und kategorisiert. Es gibt die Guten und die Bösen, das liebe, hübsche Mädchen, den alternden, gütigen Intellekten, die kriminelle Diebesbande und allen voran natürlich der arme, brave Junge Oliver, in dessen Charakter, entgegen der Erwartung, nicht näher eingegangen wird. Nichtsdestotrotz wächst einem Oliver ans Herz, wenn dies auch wohl durch eine direkte Begleitung verstärkt worden wäre. Etwas aufpassen muss man mit der negativen Figur des jüdischen Anführes der Bande, der durchwegs als krimineller, gefinkelter, wenn auch auf gewisse Weise gutmütiger Jude dargestellt wird.
Sehr deutlich und erschreckend bringt Charles Dickens die sozialen Missstände der damaligen Zeit der Industrialisierung zu Papier, welcher Oliver selbst zum Opfer fällt.

Nach dem Lesen bin ich mir sicher, dass „Oliver Twist“ nicht das letzte Werk von Charles Dickens gewesen sein wird, das ich lese. Die Handlung war durchgehend spannend und lohnenswert zu lesen. Die indirekte Beschreibung der Gesellschaft und der Personen bietet der Geschichte einen gelungenen, interessanten Rahmen. Der gehobene, leicht ausgeschmückte Schreibstil, vor allem das Spiel mit den Dialekten bereiten ein seltenes, anspruchsvolles Lesevergnügen.
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am 3. Oktober 2010
Gering wurde seine Lebenserwartung eingeschätzt, schon nach seiner Geburt im Armenhaus hat keiner so recht mit Überlebenschancen gerechnet, noch dazu ist ihm die Mutter gleich danach gestorben und er wurde im Waisenhaus aufgezogen - Oliver Twist. Als kleiner Nichtsnutz wurde er vom Armenhaus ins Waisenhaus und wieder zurück geschickt, wurde beim Bestatter zur Lehre geschickt und vom Kirchenspieldiener Mr. Bumble (später als Synonym für dne aufgeblasenen, karikierten Beamten gebräuchlich) und den übrigen Beamten schon am Galgen baumelnd gesehen. Doch Oliver ist nach einem Streit mit dem Gesellenjungen des Bestatters getürmt und hat sich nach London durchgeschlagen, wo er in die Fänge des hinterhältigen, verbrecherischen Juden Mr. Fagin geriet. Dieser zwingt ihn zum Taschendiebstahl und will dabei seine jugendliche Geschicklichkeit ausnutzen. Doch haben der alte Jude und Oliver weder an das Gute im Menschen geglaubt noch mit der schützenden Hand Mr. Baldowerers, Mrs. Mayles und ihrer Nichte Rose gerechnet.

Oliver Twist hält alles, was man sich von Charles Dickens verspricht. Die Elendsquartiere der East Side Londons werde in vollem Realismus gezeichnet, die Boshaftigkeit der Menschen im ungünstigsten Licht ausgeleuchtet. Und erlebt Oliver in seinen jungen Jahren, Missgunst, Rachsucht und Ungerechtigkeit am laufenden Band, wird sich schließlich selbst sein Leben zum Guten wenden. Er wird ihm wohlgesinnte Menschen kennen lernen, wird sich geborgen fühlen und zu guter Letzt das Geheimnis seiner eigenen Herkunft erfahren.

Wahrhaftig trist und bedrückend fädelt sich vor dem Hintergrund der industrieellen Revolution die Leidensgeschichte zu Beginn Elend um Elend auf. Je weiter die Handlung fortschreitet, desto geheimnisvoller gestalten sich die Verbindungen zwischen den einzelnen Protagonisten, dabei kommt knisternde Spannung auf. Das Ende ist sehr versöhnlich!

Ein wundervoller Klassiker!
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am 27. August 2014
Ein sehr gutes Buch über Armut, das Leben und Geschichten voller Wärme und Mitgefühl .
Das Buch ist zu keiner Zeit langweilig und man liest es gerne, die Charakteure sind der Zeit treffend beschrieben, die Hauptfiguren liebenswert und die Handlung, besonders auch die der Halunken, spannend erzählt.
Rundherum ein sehr gutes Buch für alle Altersschichten, ein Klassiker, eben Oliver Twain.
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