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Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
34
4,6 von 5 Sternen
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am 12. Juli 2009
Ein sehr schönes, poetisches Buch, das den Leser in eine andere Zeit und eine andere Kultur entführt. Japan, das heute vor allem mit Wirtschaft, Industrie und der aufstrebenden Region Ostasien verbunden wird, kann man von einer ganz anderen, reineren" Seite kennen lernen. Dieses kurze Buch verbindet Religion, Geistesgeschichte, Zen und Tradition in einer sehr schönen Weise miteinander und gibt somit ein Bild dessen ab, was Japan heute noch in seinen Ursprüngen prägt. Ein sehr guter Einsteig in eine intensivere Beschäftigung mit dem alten und dem neuen Japan sowie mit Ostasien insgesamt.
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am 2. November 2013
Im Prinzip stimme ich den positiven Rezensionen dieses Buches zu, ein wahres Meisterwerk, welches sehr zum Nachdenken anregt. Einzig und allein die etwas herablassende Haltung gegenüber der chinesischen Teekultur zwingt mich leider zur Vergabe von nur 4 Sternen.
Die chinesiche Teezeremonie/Kultur mag vielleicht nicht so überhöht oder verfeinert sein wie die japanische, hingegen ist sie viel stärker in der Bevölkerung verwurzelt, es gibt im Gegensatz zur japanisches Teezeremonie keine festgelegten Rollen für Gastgeber und Gäste, sie kennt nur wenige Regeln und Vorschriften. Man trifft sich spontan zu einer Tasse Tee und kultiviert Tugenden wie Respekt, Ruhe, Harmonie, Achtsamkeit und Verbundenheit. (Diese sehr treffende Beschreibung habe ich dem Buch Mit Buddha Tee trinken - Eine Einführung in die chinesische Teezeremonie entnommen)
Ich möchte die chinesische Teezeremonie natürlich nicht als die "Bessere" darstellen, beide bereichen das Leben des Ausführenden. Ich persönlich fühle mich nur mit Gong Fu Cha mehr verbunden, auch die alte unberührte chinesiche Kultur fasziniert mich mehr.
Zusammenfassend: Wer würde sich anmaßen, sich vollkommener als seine Mutter darzustellen? Es ist schlicht und ergreifend nicht angemessen.

P.S.: Falls ich die Botschaft des Autors falsch verstanden habe, bitte ich Sie mich eines Besseren zu belehren, vielen Dank im Vorraus!
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am 29. Juli 2016
... nach dem Lesen dieses Buchs, fängt man an, eine Ahnung davon zu haben.
Es hat mich gewundert, wieso das Büchlein eine 1*- Bewertung bekommen hat: es lag nicht am Buch (dafür 5*) sondern an der Übersetzung (Kindle-Version). Ich habe die Print-Version aus dem Anaconda-Verlag von 2011. Kenne die Übersetzung, auf die sich der Rezensent bezieht nicht, die vorliegende scheint mir OK, obwohl gelegentlich ein wenig schwerfällig.
Übrigens in dieser Version fehlen die anderswo erwähnten 6 Abbildungen.

(die 2*-Bewertung einer Rezensentin, die enttäuscht war, dass es sich wider erwarten nicht um eine Gebrauchsanweisung handelt ... si tacuisses ...)
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am 19. Dezember 2001
ein sehr poetisches buch, das nicht nur in die teezeremonie einführt, sondern auch in die kultur Japans.
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am 26. März 2005
Zunächst möchte ich eine Kurzbiografie über den Schriftsteller von "Das Buch vom Tee" darbringen. Kakuzo Okakura wurde 1862 als Sohn einer wohlhabenden Samuraifamilie geboren. Er studierte europäische, chinesische und japanische Kunst und arbeitete als Staatssekretär für Kunst und Kultur in Japan. Er starb 51jährig im Jahre 1913.
Dieses wunderschön geschriebene Buch wurde im Jahr 1906 in englischer Sprache veröffentlicht. Dem Autor gelingt es sich in die Rolle eines Europäers hineinzuversetzen und die philosophischen und kulturellen Hintergründe Japans und damit auch der Teezeremonie klar zu deuten.
Einteilung des Inhaltes: I. Die Schale der Menschheit, II. Die Schulen des Tees, III. Taoismus und Zen-Lehre IV. Der Teeraum, V. Wertung der Kunst, VI. Blumen, VII. Teemeister. Nachwort
Stil: poetisch, bildliche Sprache.
Umfang: 133 Seiten. mit 6 Schwarz-weiß Abbildungen.
Meine Teestunde wurde durch dieses Buch stark verschönert und ich konnte durch die Gedanken dieses Buches meinen Grüntee verstärkt genießen. Ich lese immer wieder daraus, es ist nicht nur ein Buch über Tee, sondern ein Buch über die ganze östlich-japanische Kultur und Philosophie.
Fazit: Ein fazinierendes Buch über Japans Verhältnis zum Tee. Es schärft die Sinne, den man sieht seine Tasse Tee aus einem anderen Blickwinkel. Kakzuo Okakura ist ein Meister, dem mit diesem Werk große Ehre gebührt. Ich verleihe ihm dafür 5 verdiente Sterne!
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am 26. April 2016
Das Buch ist über 100 Jahre alt. Die alte deutsche Übersetzung z.B. (Insel Bücherei) wird durch subtile poetische Formulierungen dem Gehalt des Buches wesentlich gerechter als die vorliegende Kindle-Version. Diese kommt daher wie ein 4.Aufguss eines mittelprächtigen Senchas... Das Buch selbst ist ein wahrer Schatz der Völker-und Kulturverständigung, bei einem guten Tee serviert ein wahrer Genuss und 5 Sterne wert...
PS: Hesse kann man auch nicht umformulieren...
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am 3. August 2017
[Wichtig: Der folgende Text bezieht sich auf die Ausgabe: Insel-Bücherei Nr. 274; Okakura Kakuzo - Das Buch vom Tee; Aus dem Englischen von Marguerite und Ulrich Steindorff; Im Insel Verlag zu Leipzig; Gedruckt bei Poeschel und Trepte in Leipzig; 83 Seiten; ca. 12cmx17cm. Eine ISBN habe ich nicht gefunden, vermutlich ist der Stil der Insel-Bücherei an sich genommen schon als identitätsstiftendes Merkmal ausreichend.]

"Die Philosophie des Tees ist nicht nur Ästhetizismus im gewohnten Sinne des Wortes, denn in ihr prägt sich, verbunden mit Ethik und Religion, unsere ganze Haltung gegenüber dem Menschen und der Natur aus. Sie ist Hygiene, denn sie erzieht zur Reinlichkeit; sie ist Wirtschaftlichkeit, denn sie beweist, daß Behagen eher in dem Einfachen als in dem Vielfachen und Kostbaren wohnt; sie ist Geometrie der Moral, insofern sie das Verhältnis unseres Gefühls zum All bestimmt. Sie stellt den wahren Geist östlicher Demokratie dar, denn sie macht aus allen ihren Jüngern Adel vom Geschmack". (S.3)

Okakura Kakuzo (1862-1913) studierte Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre, lernte so gut Englisch, dass er seine wichtigen Hauptwerke in eben dieser Weltsprache verfasste, und war ein intellektueller Kosmopolit, der sich um die Kultur seines Geburtslandes Japan kümmerte. Man kann davon ausgehen, dass Kakuzo bestens im Bilde war über die zeitgenössische Philosophie, Kunstwissenschaft, Ästhetik und Verbundenheit aller feingeistigen Kunstliebhaber weltweit. Vermutlich hat er deshalb den so simplen wie genialen Kniff angewandt, alles Wesentliche, was er aussagen wollte, in der Weltsprache Englisch, in gut verständlichem Stil und auf möglichst wenig Seiten festzuhalten. Vermutlich bin ich nicht der einzige Leser, der genau deshalb 'Das Buch vom Tee' komplett an einem schönen Nachmittag im Sommer durchgelesen, oder besser, genossen hat.

Das schmale Büchlein könnte man durchaus als unwissenschaftlichen Tinnef abtun, denn es finden sich darin keine komprimierten Fachkenntnisse über die chemische Beschaffenheit von Tee, und es wird auch nichts zur botanischen Nutzung des Tees, seiner besten Anbaugebiete, Erntemethoden, Fermentierung, wirtschaftlichen Weiterverarbeitung usw. gesagt. Bereits Informationen aus der wikipedia oder Flyer des deutschen Teeverbandes sind da hilfreicher, von zahlreichen Fachbüchern auf dem Buchmarkt mal ganz abgesehen. In der materialistischen Hinsicht ist Das Buch vom Tee bedeutungslos. In ideeller Hinsicht ist das Buch aber unbezahlbar.

Okakura Kakuzo vermittelt in einfachen Worten die Kultur des Teetrinkens, wie sie sich über Jahrhunderte entwickelt hat.

Wer die etwa 80 Seiten durchliest und dabei mitdenkt, dem werden sich neue Türen des Verstehens öffnen, und Licht erscheint dort, wo vorher trübe Nebelschwaden die Sicht versperrten. Beim Teetrinken geht es nicht allein darum, den Durst zu stillen, sondern vielmehr darum, durch geduldige Vorbereitung, Ruhe, Harmonie, Meditation, Genießen und Einladen der Stille, die Teezeremonie als unbezwingbare Mauer gegen das weltliche Chaos der Menschenwelt hochzuziehen. Man kann durch verschiedene Schulen, eingeübte Rituale, religiöse Bräuche, die richtige Kleidung, die passenden Blumen und die passende Architektur die Emfpindsamkeit für den Moment, der sich aus der Zeit hebt, erhöhen. Doch blindes Verständnis für eine gelungene Handlungsweise kommt erst mit der passenden Geisteshaltung. Und genau diese Art zu denken, vermittelt 'Das Buch vom Tee'.

"Die Teemeister hielten ein echtes Kunstverständnis nur bei Menschen für möglich, die aus ihm eine lebendig-wirksame Kraft machten. Sie suchten darum ihr tägliches Leben nach dem hohen Kulturstand einzurichten, der im Teeraum herrschte. In allen Lebenslagen galt es, die Ruhe der Seele zu bewahren. Die Unterhaltung mußte stets so geführt werden, daß sie in keinem Falle die Harmonie der Umgebung störte. Schnitt und Farbe der Gewänder, Körperhaltung und Gangart konnten sämtlich als Ausdruck künstlerischer Persönlichkeit dienen. Es waren lauter Dinge, die keineswegs vernachlässigt werden durften, denn bis man nicht an sich selbst die Schönheit gepflegt hatte, besaß man auch kein Recht, sich der Schönheit zu nahen." (S.78)

Man sollte alle religiösen und politischen Propagandaschriften wegwerfen und den Menschen einfach dieses Büchlein in die Hand drücken, auf dass sie es immer wieder lesen und darüber nachdenken mögen. Sicher, man erfährt beim Lesen so manches über asiatische Geschichte, besonders über die des Teetrinkens, man wird sachte an Worte wie Buddhismus, Konfuzianismus, Daoismus, Schönheit, Kunst, Zennismus und Teeismus herangeführt. Aber an sich kann man immer wieder zu diesem Büchlein zurückkehren, weil es in kinderleichten Sätzen wahre Schwergewichte von Gedanken offenbart. Immer wieder durchblättere ich die Seiten und sehe mein Gehirn davonlaufen, weil es sich nicht mit der intuitiven Beweisführung des nicht definierten zufriedengeben möchte. Ist es gefährliches Halbwissen und Blödsinn oder ein Sinn der sich mit flammender Klarheit entzündet und daher nur die Heiterkeit des Paradoxes zum Ausdruck bringt? Wissenschaftlich betrachtet handelt es sich um unbewiesene Behauptungen oder leere Worte und Phrasen, die man nicht ernst nehmen muss, die einer näheren Prüfung nicht standhalten, doch welcher Mensch kann sich der Eleganz solcher Sätze entziehen?

"Der Himmel der modernen Menschheit ist in Wahrheit geborsten bei dem zyklopischen Ringen um Macht und Reichtum. Die Welt tastet im Dunkel des Egoismus und der Niedrigkeit. Wissen wird um den Preis des guten Gewissens erworben, Wohltat geschieht um des Nutzens willen." (S.13)

Oder

"Tao ist mehr Übergang als Pfad. Er ist Geist des kosmischen Wandels, das ewige Wachstum, das in sich wiederkehrt, um neue Formen zu gebären. Er windet sich zu sich selbst zurück wie der Drachen, das vielbeliebte Symbol der Taoisten. Er faltet und entfaltet sich wie die Wolken. Das Tao kann man also als den großen Übergang bezeichnen. Subjektiv genommen ist es die Stimmung des Alls. Sein Absolutes ist das Relative." (S.27)

Vom Standpunkt der Logik aus sind das alles wohlklingende Sätze, ohne exakte Definitionen, ohne bewiesene Verknüpfung, und daher ohne jeden Anspruch auf Gültigkeit. Es ist eher Gefasel eines lallenden Menschen, dem der Alkohol einige Geistesblitze beschert hat, die durchaus, nach strenger Prüfung, Wahrheit enthalten könnten. Ich für meinen Teil kann in solch schönem Schreibstil baden gehen und die Welt um mich herum neu fühlen und denken.
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am 21. Januar 2004
Dieses schmale, exzellent geschriebene, lächelnde Buch will einem westlich geprägtem Leser das japanische Tee-Zeremoniell näherbringen. Ganz nebenbei ist es aber die beste Einführung in das Weltgefühl des japanischen Zen-Buddhismus, die man hierzulande in Buchform bekommen kann.
"Vielleicht offenbaren wir uns deshalb so sehr in kleinen Dingen, weil wir nichts Grosses zu offenbaren haben" schreibt Okakura in diesem trunken machendem Ton, in den sich Melancholie und Heiterkeit mischen. Wenn es aber nicht Grosses gibt, werden plötzlich alle vermeintlich kleinen und unbedeutenden Dinge, wie das Bereiten und Trinken eines Tees, sehr wichtig.
Im Zen-Buddhismus gibt es nur das, was wir sehen und was wir in den Händen halten. Keine Metaphysik, keine Götter, kein Leben nach den Tod. Es gibt nur den einen Kosmos, in dem für die Gestirne, die Natur und Menschen die gleichen, ewigen Prinzipien am Werke sind. Und vom dieser überwältigenden Befreiung spricht dieses fantastische Buch ganz nebenbei.
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TOP 1000 REZENSENTam 9. Oktober 2016
Diese Rezension bezieht sich auf die Neuausgabe des Buches vom Tee als Nr.1423 der Insel-Bücherei übertragen von Horst Hammitzsch aus dem Jahr 2016.

Die ganze Gestaltung des Buches fällt sofort ins Auge, sie ist sehr gelungen und dem Thema des Buches angemessen. Immer wieder wird der Text durch erklärende und illustrierende Zeichnungen ergänzt, die an sich schon wert sind, das Buch der eigenen Sammlung hinzuzufügen.

Der Inhalt selbst ist auch über 100 Jahre nach seinem ersten Erscheinen (im Jahre 1906) noch relevant, geht es doch um die Auseinandersetzung zwischen dem Osten und dem Westen am Beispiel des Teetrinkens. Viele andere Aspekte wie Architektur und Inneneinrichtung, Kunst und Blumendekoration werden ebenfalls angesprochen, doch letztlich wird alles zur Teezeremonie zurückgeführt. So spiegelt sich in dieser für uns exotischen Weise seinen Tee zu genießen das Denken einer ganzen Kultur, denn das Teehaus (Architektur), seine Einrichtung und die Dekoration sind nicht zufällig, sondern folgen philosophischen Traditionen des Taosimus und des Zen-Buddhismus. Okakura gelingt es, die Zusammenhänge auf interessante Weise darzustellen und durch den Kontrast mit dem Westen zu betonen.

Mittlerweile haben sich natürlich sowohl Japan als auch der "Westen" verändert, doch viele Aspekte scheinen mir heute noch genau so zuzutreffen. Die zu Beginn des Buches von Okakura geäußerte Kritik, der Westen mache sich vor allem über den Osten lustig, ist vermutlich den Erfahrungen des 19. Jahrhunderts geschuldet, der aggressiven Kolonialpolitik und des Gefühls der westlichen zivilisatorischen Überlegenheit. Die Errungenschaften Asiens dürften in vielen unterschiedlichen Bereichen des Lebens, von Architektur über Philosophie bis zur Kochkunst, als mindestens gleichwertig anerkannt sein.

Dieser Band der Inselbücherei ermahnt dennoch in Form eines ästhetisch geschmackvollen Lesevergnügens daran, dem Anderen mit Offenheit und Respekt zu begegnen.
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am 13. September 2013
"Vielleicht offenbaren wir uns zu sehr in kleinen Dingen, weil wir so wenig Großes zu verraten haben." (S.14)

Zum Inhalt: Kakuzo Okakura "ließ nicht nur uns Menschen der westlichen Welt etwas von der Schönheit fernöstlicher Ideale schauen, er war auch seinen eigenen Landsleuten Führer zu ihr." Dies beschreibt auch den Weg, den der Autor zusammen mit dem Leser in den 74 Seiten geht. Ein Weg, an dessen Beginn und Ende das einfache Getränk des Tees steht; sozusagen als Klammer welche auseinanderdriftende, oberflächlich betrachtet widersprüchliche Kulturen, Ansichten oder Weltanschauungen fruchtbringend umschließt.
Schon die Überschriften der sieben Kapitel in die der Text unterteilt ist, lassen erahnen, dass es sich nicht um eine Anleitung für das Kochen von Tee handelt. Vielmehr führt uns Okakura durch Geschichte, Philosophie und Glaubensschulen hin zu einem beginnenden Verständnis für die Kultur, das Lebensgefühl und manche Beweggründe asiatischen Handelns und Denkens. Immer wieder wird aus dem reichen Fundus an bildender Kunst Japans,Chinas und Indiens zitiert, werden Analogien zum Westen gefunden, die auch heute, 100 Jahre nach dem Tod Kakuzo Okakuras, aktueller den je klingen. Anhand der Geschichte des Tees, gewährt uns Okakura Einblick in die Seele eines Volkes, das den Westen zu recht immer schon fasziniert hat. Der Autor besitzt dabei die Größe sich jedweder Anbiederung an Kulturen zu enthalten, wissend, das ein Verständnis um die Ordnung der Welt im Inneren jedes einzelnen beginnt und endet. Eine Emanation dieses Innersten einer Weltanschauung war und ist die Kultur des Tees.

Kapitel:

Die Schale der Menschheit
Die Schulen des Tees
Taosimus und Zen-Lehre
Der Teeraum
Wertung der Kunst
Blumen
Teemeister

Fazit: Mit dem Band Nr. 274 "Das Buch vom Tee" hält der Leser eines jener Bücher in Händen, an deren Ende sich ein wenig Melancholie einschleicht, angesichts der Tatsache, dass das Lesen mit der letzten Seite nun zu Ende sei. Man hält noch ein wenig inne, wie diese angehaltenen Filmszenen, die einem kurz die Möglichkeit bieten den Augenblick scheinbar zu konservieren. Eben nur scheinbar; und um so unbarmherziger schlägt das "normale" Leben anschließend über dem Kopf wieder zusammen. Sich aus der Welt hinauslesen und doch tiefer in ihr Verständnis einzudringen als vor der Lektüre, so kann man das Leseerlebnis, wenn auch unvollständig, zusammenfassen.

Zum Buch: Das Buch ist hervorragend verarbeitet. Es liest sich, gesetzt in der Schrift Linotype-Geramond, angenehm und auch das Papier ist, wie bei den Insel-Verlag-Büchern üblich, darauf ausgelegt auf lange Zeit ein treuer Begleiter des Literaturbegeisterten zu sein.
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