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Kundenrezensionen

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am 2. Juli 2012
Mit 'Frankenstein' schaffte Mary Shelley 1816 einen dunklen gesellschaftskritischen Roman.

Robert Walton befindet sich auf einem Schiff im Eismeer. Er und seine Schiffskameraden bleiben im Eis stecken, auf welchem wenig später ein Mann auftaucht, der dem Tode nahe ist. Sein Name ist Victor Frankenstein.
Walton kommt mit dem jungen Naturwissenschaftler ins Gespräch und so berichtet er ihm von seiner Suche nach dem dämonischen Unhold, den er einst selbst erschaffen hat, und der ihm, bzw. seinen Familienmitgliedern viele grausame Dinge angetan hat. Er notiert diese Erzählung und verfasst sie in einem Brief an seine Schwester.

Victor Frankenstein stammt aus Genf, und hat ein Studium der Naturwissenschaften in Ingolstadt absolviert. Während seines Studiums befasste er sich zunehmend mit der menschlichen Materie und schafft sich selbst einen Menschen, den er eigenhändig zum Leben erweckt. Als dieses Wesen erwacht, ist Frankenstein jedoch so erschrocken von dessen Gestalt, dass er schlagartig die Flucht ergreift.
Nachfolgend beginnt Frankensteins erschaffenes Monster, welches im Roman stets als Unhold oder dämonische Kreatur bezeichnet wird, nicht nur Frankensteins Familie zu ermorden, sondern auch später dessen besten Freund. Der Unhold und sein Schöpfer treffen aufeinander, und Victor erfährt, dass die Kreatur ursprünglich einen guten Willen hatte und nur bösartig geworden ist, weil die Gesellschaft ihn zu einem bösen Wesen gemacht hat. Von den Menschen die er (über lange Zeit) gesehen und beobachtet hatte, wurde er genau so zurückgestoßen, wie einst von Frankenstein selbst'aus diesem Grund hat er seinem Schöpfer Rache geschworen.

Die Geschichte um Dr. Frankenstein und sein erschaffenes Wesen zeigt die Oberflächlichkeit und die Überheblichkeit der Menschheit auf, die ein gutmütiges Geschöpf zu einem dämonenähnlichen Wesen mutieren lässt ' der Roman stellt also eine Superbia-Kritik, die für die Epoche der englischen Spätromantik typisch ist. Durch das furchterregende Aussehen des 'Unholds' glauben die Menschen vom Anfang an, Misstrauen und Angst gegenüber einer Kreatur haben zu müssen, die eigentlich keine bösen Hintergedanken hat. Die Persönlichkeit des Wesens ist durch seine Vergangenheit, in der es von der Gesellschaft nicht akzeptiert wurde, geprägt, sie gleicht dem Byronschen Helden. Die Handlung erinnert an die Abstoßung Lucifers im Christentum, und stellt gleichzeitig einen Teil der Spätromantik dar, in der das Böse und Furchterregende in Wirklichkeit gar nicht so schlecht und böswillig ist, wie es die Gesellschaft denkt.

Stilistisch gewinnt der Roman gerade durch den berichthaften Erzählstil an Authentizität, sodass man selbst glaubt, dass man eine Mitschrift einer Erzählung liest. Gerade die Verschachtelung der verschiedenen Erzählebenen, machen den Roman lesenswert.
Der extradiegetische Erzähler ist in diesem Fall der Reisende Robert Walton, der seiner Schwester in einem Brief über die Geschichte Frankensteins berichtet. Frankenstein selbst ist der intradiegetische Erzähler, der Walton seine Geschichte vermittelt.
Frankensteins Monster spiegelt den metadiegetischen Erzähler wieder.

'''''''''''''''''
Kurze eigene Meinung: Der Roman von Mary W. Shelley ist ein Roman in den man sich erst einmal hineinfinden muss. Sprachlich entspricht das Ganze nicht mehr unserer heutigen Redeweise, und so wirken die ersten 80 Seiten noch recht trocken und gewöhnungsbedürftig.
Mir hat das Buch trotzdem unglaublich gut gefallen, auch wenn sich die Handlung unendlich lang zieht'ein paar Elipsen wären zum besseren Lesen vorteilhaft gewesen, dennoch begeistert die Handlung, da sie insgesamt auf ein heute immer noch aktuelles und gesellschaftliches Problem ' das des Übermuts und der Oberflächlichkeit ' hinweist.

Mehr Rezensionen gibt es auf meinem Blog: [...]
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am 19. Mai 2010
Ich denke über den Inhalt muss nicht mehr viel gesagt werden, das Buch ist sehr bekannt und wurde auch vielfach verfilmt.
Die Aufmachung ist schlicht, aber stilvoll. Allerdings hatte der Korrekturleser wohl einen schwachen Tag, denn ich musste in dieser Taschenbuchversion leider verhältnismäßig viele Rechtschreibfehler entdecken, die das Lesevergnügen - zumindest für mich - immer wieder beeinträchtigen...
Daher empfehle ich diese Ausgabe nur mit Einschränkung.
22 Kommentare| 20 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. Januar 2017
Ich wusste von der eigentlichen, ursprünglichen Geschichte 'Frankenstein' so gut wie gar nichts - und ich war wirklich angetan von der Geschichte. Zu Beginn zieht es sich zwar ein bisschen, und man muss sich durch die sehr romantisch mit vielen Superlativen geschriebene Lebensgeschichte Viktor Frankensteins etwas durchkämpfen. Ab dem Zeitpunkt aber, wo man die Lebensgeschichte seiner 'Kreatur' erfährt, war ich wie gefesselt. Das hat mit einer 'Monster-Geschichte' überhaupt nichts zu tun: Es war die Geschichte vom Leben an sich, vom Leid eines Ausgestoßenen, vom Hass eines Gehassten. Diese Dramaturgie ließ mich nicht mehr los, bis hin zum erdrückenden Finale. Lesen, unbedingt!
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am 26. Dezember 2016
In dem Bestreben, den Höhepunkt seines Schaffens als Wissenschaftler zu erreichen, spielt Viktor Frankenstein Gott und kreiert ein Wesen, dem ein Leben in Einsamkeit beschieden ist. Es ist so hässlich von Gestalt, dass es nicht einmal durch gute Taten Anschluss an die menschliche Gesellschaft findet. Frankenstein gibt dem Drängen des Monsters nach und schafft diesem eine Partnerin, bekommt jedoch Gewissensbisse und zerstört sein Werk wieder. Von da an kennt die Rache des Ungeheuers keine Grenzen mehr.

Das Buch liest sich wie ein Tatsachenbericht. Doch auch wenn es sich um Fiktion handelt, so zeigt es doch die ethischen Grenzen auf, die ein Wissenschaftler niemals überschreiten sollte.
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am 24. Januar 2016
Ein Klassiker der Literatur, die Geschichte ist wirklich einfallsreich, aber leider zeitweise sehr pathetisch. Gefühle werde von Shelley zerschrieben, wie es auch Stefan Zweig gemacht hat. Weniger ist oft mehr. Im Wunsch Gefühle ausführlich auszuschmücken, werden sie totgeschrieben. Es fängt zeitweise an zu nerven. Gefühle wollen gefühlt, nicht vor-geschrieben werden.

Mary erklärte zur Entstehung ihres Werkes, dass sie ihrem Mann und Lord Byron oft beim Diskutieren zuhörte und es anderntags um Darwin ginge und ob man selbst Leben erschaffen könne aus etwas Totem. Nachts darauf phantasierte und träumte sie von einem Wissenschaftler, der das Zerrbild eines Menschen schuf - abstoßend hässlich und Furcht erregend.

Tatsächlich wollte Mary nur eine Horrorgeschichte schreiben, welche die Leser erschüttern sollte, so wie ihr Traum sie selbst erschrak.

Mary schien selbst Viktor Frankenstein zu sein, obwohl man in Interpretationen lesen kann, dass sie sich selbst wohl in der Rolle der Karoline (Beaufort) Frankenstein verkörpert sah. Tatsächlich erscheint mir Mary Shelley aufgrund mehr als der Schöpfer, der seine Kreatur hasst. Denn obwohl sie den Dämon, das Monster in ihrem Werk immer wieder erklären lässt, dass er von Grund auf gut gewesen sei und sich doch nur nach Anerkennung und Liebe sehne, immer nur von allen abgelehnt wurde, da er so abgrundtief hässlich war.

Man muss sich wirklich fragen, ob Shelley bewusst war, dass sie keine Horrorgeschichte, sondern ein Drama schuf. Ein Wesen, das unschuldig und hilflos geboren wird (a la tabula rasa) und von der Gesellschaft ohne jeden Grund verachtet und gehasst wird. Daraufhin wird die Schöpfung zum Monster, nicht ohne Bitterkeit darüber und Gewissensbisse. Aber warum soll der Rest der Menschheit glücklich sein dürfen und es nicht?

Dass der Horrorroman so berühmt wurde, hat er wohl den Verfilmungen und vorangegangen Theaterstücken zu verdanken, die aber in der Regel mit dem Kern der Geschichte nicht übereinstimmen. Ich behaupte sogar, dass Mary Shelley sich gar nicht bewusst war, wie viel Wahrheit in ihrem Werk steckte. Sie war erst 19 oder 20, war gebildet und stand finanziell gut da.

Zudem wurden von ihr in der zweiten Version Nebensächlichkeiten veränder, wie z. B. die Herkunft von Elisabeth Lavenza, die zukünftige Braut von Frankenstein. Als ob es von Bedeutung wäre, ob Elisabeth Cousine oder doch ein Waisenkind war. Frankenstein selbst wurde mehr ein Opfer des Schicksals und hatte weniger einen freien Willen. Dazu kamen noch strukturelle Veränderungen, aber nichts inhaltlich Bedeutsames.

Was ein Horrorroman zur reinen Unterhaltung hätte werden sollen, ist für andere ein erschütterndes Drama über eine grausame Gesellschaft, die ein "unschuldiges Kind" verdirbt. Selbst der "Vater", Viktor Frankenstein, war von seinem Kinde angeekelt.
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am 28. April 2008
Frankenstein zu lesen macht durchaus Spass. Die Spannung steigt immer wieder und der Leser wird mitgerissen von den Schicksalsschlägen des tragischen Helden. Beim Lesen des Buches ist mir immer wieder aufgefallen, wie gut die Verfilmung des Stoffes von Kenneth Branagh gelungen ist - deutlich besser als jeder sonstige Hollywood-Horror-Schinken. Trotzdem sich die Verfilmung an das Original-Buch anlehnt, gibt es dennoch genug Unterschiede und Ergänzungen, dass sich das Lesen des Buches auch nach dem Film noch lohnt. Eine gute Empfehlung für den Urlaub.
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am 26. April 2013
Mußten das Buch für die Schule haben. Finde es nicht so spannend und das lesen ist mir schwer gefallen. Nichts für die Schule
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am 7. März 2010
Ganz zum Anfang möchte ich anmerken, dass ich
a) die deutsche Übersetzung gelesen hab
b) ich bis jetzt noch keinerlei Filmumsetzung der Geschichte gesehen hab (unglaublich aber wahr).
In ihr, die im 18. Jahrhundert spielt, trifft ein Schiffskapitän im Eismeer Richtung Norden auf wundersame Weise einen jungen Schweizer namens Viktor Frankenstein, der sich in schlechter körperlicher und seelischer Verfassung befindet. Während seiner Genesungsphase erzählt Frankenstein, was oder besser WER ihn in diese gottverlassene Gegend getrieben hat...Viktor Frankenstein, aufgewachsen in einer liebevollen Familie und Wohlstand setzte sich einst hohe Lebensziele: zum einen seine ihm versprochene Geliebte Elisabeth Lavenza ehelichen, zum anderen ein Studium, um mit der erstmaligen Erschaffung künstlichen Lebens die Menschheit glücklich zu bereichern. Doch das Experiment geriet außer Kontrolle, die Kreatur floh und noch war ungewiss, welches Unheil durch sie noch geschehen würde.
Genauer möchte ich es nicht beschreiben, aus einem einfachen Grund: Mary Shelleys "Frankenstein" steckt voller spannender Details, dass man es einfach selbst gelesen und erfahren haben muss. Die genaueste Beschreibung von Personen, Orten, Gefühlen und Eindrücken trägt viel zu einem der beachtetsten Horrorromane der Literaturgeschichte bei, der von der damals erst 19-jährigen Engländerin Mary Wollstonecraft Shelley verfasst wurde.
Die Charaktere laden zur Identifikation ein, sind lebendig beschrieben und lassen mitfühlen, wie etwa Viktor Frankenstein von seiner glückseligen Jugend zur unfreiwilligen Erfüllung seiner schlimmsten Träume taumelt.
Aber auch das "Monster" kommt zu Wort und lässt wissen, das es im Grunde mit viel Herzensgüte, kindlicher Neugier und nach und nach auch mit einer erstaunlichen Intelligenz ausgestattet war und sich nichts sehnlicher wünschte als Freundschaft, aber erst durch seine grausame Umwelt eine kriminelle Energie entwickelt. Auch ein Punkt, über den man sich Gedanken beim Lesen macht.
Was die Gestaltung des Textes angeht, möchte ich noch einmal daran erinnern, dass ich nicht das englische Original gelesen habe. Die deutsche Version ist der Zeit dieser Geschichte angepasst, eine eloquente Sprache also, die sich durch das gesamte Buch zieht. Selbst wer keine Antenne für dieses Deutsch besitzt, kann sich dennoch mal daran versuchen, belohnt wird man dafür genug. Auch sind freilich alte Worte verstreut, die in heutiger Zeit nicht in der gleichen Form verwendet werden. Als Beispiel kann ich, um drauf vorzubereiten, mal nennen, daß etwa der Begriff "Busen" (damit ist hier schlicht die Brust oder das Innere der Brust beider Geschlechter gemeint) immer wieder wiederholt wird.
Doch wen das nicht stört - und mich störte das nicht - kann einen der berühmtesten Romane kennenlernen voller Schönheit und Schaurigkeit zugleich.
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VINE-PRODUKTTESTERam 10. Dezember 2012
Gelegentlich breche ich als bekennender Stephen King-Fan mit meinen Lesegewohnheiten und greife auch mal zu „angestaubter“ Literatur, allein interessehalber darüber, wie sehr sich die Erzählstile der jeweiligen Jahrhunderte unterscheiden. Durch erste Leseproben wie „Ben Hur“ von Lewis Wallace oder H.G. Wells „Die Zeitmaschine“ bin ich - genre-übergreifend, versteht sich – auf den Klassiker-Geschmack gekommen; wenn ich also mal eine King-Pause einlegen will, kann ich meinen Durst auf Lesestoff des 19. Jahrhunderts mehr als ausreichend abdecken, denn davon gibt es mehr als genug.
Vor 2 Wochen stieß ich beim Stöbern im örtlichen Bücherfachhandel zufällig auf ein stark runtergesetztes, eingeschweißtes Exemplar der Mutter aller klassischen Horror-Romane: Mary Shelley’s „Frankenstein“. Ohne großartig drüber nachzudenken, griff ich einfach mal zu. Die Neugier war groß und der Preis zu verlockend. *g*
Natürlich sind unzählige Verfilmungen und das heute sehr verallgemeinert interpretierte Bild von Frankenstein und seinem Monster mitschuld, dass ich mich mit zunächst völlig anderen Erwartungen an dieses Buch gewagt habe. Umso überraschter und bemerkenswerter war dann doch die tatsächliche Geschichte, die Shelley zu erzählen hat. Im gewisser Hinsicht stimmt es schon, dass man „Frankenstein“ dem fantastischen Genre zuordnen kann, ein leichter Hauch von Horror steckt sicherlich drin, aber nach knapp 300 Seiten komme ich mehr zum dem Schluss, dass es sich vielmehr um ein Drama über zwei (!) tragische Figuren handelt, das zum Denken anregt – über die Definition des Begriffs „Monster“, über die Frage, welche moralischen Grenzen die Wissenschaft überschreiten darf und welche nicht, oder ob es überhaupt eine Berechtigung gibt, wie ein Gott über die Erschaffung von Leben bzw. die Vernichtung desselben bestimmen zu können/dürfen.

Im Laufe der Handlung fällt deutlich auf, dass hier eine klassische Zuordnung von Held und Schurke nicht funktioniert. Frankenstein hat selbstredend positive Eigenschaften und verfolgt ehrenwerte Absichten, aber er ist kein ausnahmsloser Gutmensch. Und das Monster, so schrecklich sein Äußeres und unverzeihlich seine folgenden Taten auch sind, ist nicht von Natur aus bösartig. Mehr dazu hier:

Viktor von Frankenstein ist ein junger Mann, der wohlbehütet und in guten Verhältnissen aufgewächst. Er ist wissenshungrig und strebt nach wissenschaftlichen Errungenschaften, die der Menschheit zugute kommen sollen. Sein Ziel, tote Körper wieder mit Leben zu füllen, wird zur Obsession, die ihm viel Zeit und Kraft abverlangt. Als er schließlich das Unmögliche schafft, ist er von seiner eigenen Schöpfung erschrocken und angewidert und möchte sein Werk daraufhin wieder zerstören. Die Chance bietet sich ihm nicht, weil die Kreatur vorher das Weite sucht und irgendwo umherirrt. Dass er in seinem Überreifer und seinem Tatendrang seine liebsten Mitmenschen und sich selbst ins Verderben stürzt, ahnt er noch nicht. Ebenso wenig bedenkt er die Situation, in der er die Kreatur aussetzt, die aufgrund ihrer abstoßenden Gestalt mit keinerlei menschlicher Gegenliebe rechnen kann. Geblendet von seiner Arbeit hat Frankenstein es nicht für nötig gehalten, seine Vorhaben moralisch zu hinterfragen und mögliche Risiken für sich, andere oder gar das Wesen in Erwägung zu ziehen. Diese Gedanken kommen ihm erst, als es längst zu spät ist und die darauffolgenden Ereignisse nicht mehr aufzuhalten sind. Mit seiner Schöpfung besiegelt er seinen eigenen Untergang.
Die Perspektive des Monstrums ist eine ganz andere. Der aus Leichenteilen zusammengesetzte Unhold/Dämon (wie Viktor ihn immer bezeichnet) wird in eine Welt „hineingeboren“, in welcher er – bedingt durch seine gigantische Statur und seinem Erscheinungsbild - einzigartig und allein ist. Er hat eine Seele, ist empfindungsfähig und lernt schnell. Böse Absichten sind ihm zu Beginn seiner Existenz völlig fremd, denn er möchte nichts weiter als ein Teil der menschlichen Gesellschaft sein, deren Akzeptanz und Liebe genießen. Trotz heimlicher, gutmütiger Taten, seiner Mühen und absolut friedvollem Anliegen: die Menschen, denen er über dem Weg läuft, reagieren mit Angst oder Hass, fliehen vor ihm oder versuchen, ihn zu verjagen. Schmerzvolle Erfahrungen für ihn, durch die er seinen Glauben an die Gutherzigkeit der Menschen und sich selbst im puren Hass verliert, welche noch damit gesteigert wird, als sich Frankenstein weigert, ihm eine Gefährtin gleich seiner Art zu erschaffen. Wenn er schon zu einem Leben in völliger Isolation verdammt ist, so will er seinem „Vater“ soviel Schaden und Leid zufügen wie nur möglich. Darin sieht er den einzig verbliebenen Sinn seines Daseins.
Diese Umstände führen eine Quasi-Vater-Sohn-Tragödie herbei, die für keinem von beiden eine Erlösung bereithält und folgerichtig nur mit dem Tod dieser unglücklichen Seelen beendet werden kann.

Fast das gesamte erste Drittel von „Frankenstein“ liest sich wie eine ausufernde Einleitung, in der zunächst ein unternehmungs- und abenteuersuchender Reisender namens Robert Walton Briefkontakt zu seiner geliebten Schwester hält, welche im Heimatland England lebt, während er auf seiner Expedition zum Nordpol per Schiff unterwegs ist. Mit der zufälligen Auflesung Frankensteins inmitten des eisigen Meeres folgt die eigentliche Kernhandlung und somit auch dessen Lebensgeschichte, welche die umfangreiche Umschreibung der in Genf residierenden Familie Frankenstein, seine Jugendjahre, sein Verhältnis zu seinen liebsten Mitmenschen und seine unstillbare Neugier für Naturwissenschaften beinhaltet. Erst mit seinem Studium in Ingolstadt kommen die bekannten Ereignisse ins Rollen, in jenen Viktor etwas in Gang setzt, aus dem es für ihn kein Zurück mehr gibt.
Die Erzählung aus dem Blickwinkel Viktors ist leidenschaftlich, ausschmückend und emotionsgeladen, mitunter aber auch ein wenig abschweifend, hier und da auch etwas in die Länge gezogen. Desöfteren redet er auch viel um den heißen Brei herum und verstrickt sich während seines Berichtes in die eine oder andere Wiederholung, doch das alles liegt noch im annehmbaren Rahmen. Am interessantesten ist der zwischenzeitliche Wechsel zum Unhold, der widerum seine Eindrücke über die Umwelt, die Menschen und über sich selbst schildert. Diesen Teil empfand ich am spannendsten und bewegendsten, weil es schier unmöglich war, für dieses arme Wesen kein Mitleid aufbringen zu können. Selbst wenn sein weiterer Werdegang von unheilvollen Taten geprägt ist.

Fazit:
Die Mutter aller modernen Horror-Geschichten, und doch ist es keine Ausschließliche. Es ist eine ernste Auseinandersetzung mit Leben und Tod, wissenschaftlichen Möglichkeiten, ihrer Grenzen und Tabus. Das Leben, das einer „künstlich“ geschaffenen Kreatur geschenkt wird, muss nicht automatisch als „Geschenk“ verstanden werden, versetzt man sich erst einmal in die Rolle einer solchen. So stellt „Frankenstein“ auch nach fast 200 Jahren eine weiterhin sehr aktuelle, schwierige wie auch kritische Frage: Darf der Mensch Gott spielen ?
Die Geschichte ist mit knapp 300 Seiten recht kompakt, auch wenn sich einige unnötige Längen finden lassen, und der altmodische Sprachlaut liest sich gar nicht mal so schwer. Ein schöner, lesenwerter Klassiker.
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am 7. August 2015
Die phantastische Geschichte des Victor Frankenstein, der – an der Universität Ingolstadt – ein künstliches Wesen erschafft, das er nicht beherrschen kann. Das Monster sehnt sich nach Liebe und Gemeinschaft, bringt aber allen, die ihm zu nahe kommen, den Tod.
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Autor:Mary Shelley (1797-1851) begann schon als Kind Gedichte und Romane zu verfassen. Noch keine 17 Jahre alt, brannte sie mit dem jungen Dichter Percy Shelley durch und bereiste Europa. Im Jahr ihrer Hochzeit 1816 verbrachten beide den Sommer mit Lord Byron am Genfer See, wo sie Ideen für Schauergeschichten sammelten. Schon zwei Jahre später veröffentlichte Shelley ihren Frankenstein, den Vater aller Gruselromane, dessen Erfolg es ihr ermöglichte, fortan als angesehene Schriftstellerin zu leben.

***

Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Frankenstein und seiner Kreatur, wurde sie doch vielfach verfilmt.
Am besten man vergisst alles Gesehene und Gehörte und genießt diese Auflage nach der Fassung aus dem Jahre 1831 ganz unvoreingenommen.
Taucht ein in das späte 18. Jahrhundert und erfährt die wahre Geschichte Viktor Frankensteins, dessen Forschungsdrang zur Besessenheit wurde und das Ergebnis ihn einsam und wahnsinnig machte und ihn zur nächsten Besessenheit trieb. Erfährt die Geschichte aus Sicht der Kreatur, die von der Gesellschaft zu dem gemacht wurde was sie ist, nämlich brutal, grausam und ebenso einsam.

Anfangs fällt es vielleicht schwer, aufgrund der alten Schreib- und Redeweise der Romantik, in die Geschichte hineinzufinden. Aber hat man sich erst daran gewöhnt und lässt sich auf diese ein, eröffnet sich einem eine bildgewaltige und ausdrucksstarke Sprache, die einer Poesie gleicht - melancholisch und düster.

Diese Geschichte beinhaltet nicht nur Spannung und Phantastik, sondern oder vor allem auch Kritik gegenüber der Gesellschaft und deren Oberflächlichkeit und was diese aus einer unschuldigen und anfangs gutherzigen Kreatur machen kann. Kritik gegenüber der Wissenschaft und Forschung, wobei die Frage aufgeworfen wird, wie weit kann bzw. darf man gehen?

Dieses Buch wurde zwar als Horror-Literatur bekannt, aber in diesem Klassiker steckt so viel Aussagekraft und Botschaft, welche aktueller nicht sein könnte.

Fazit:
Auch wenn ich mich maßlos über Viktor aufgeregt habe und er für mich derzeit der Unsympathler aus Romanen des 19. Jahrhunderts ist, würde ich dieses Buch immer wieder lesen. Alleine aufgrund der typischen bild- und wortgewaltigen Schreibweise der Romantik und der Botschaft, die einem da mitgegeben wird. Es lässt einen nachdenklich zurück und man überlegt, ob man nicht selbst zu diesen oberflächlichen Individuen gehört. Dieser Klassiker ist zu Recht ein Klassiker.
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