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Kundenrezensionen

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am 6. Oktober 2008
Nietzsches Jenseits von Gut und Böse ist vielleicht - neben der Götzendämmerung - das lesenswerteste Buch des "Spätwerkes". Nietzsches Werk zerfällt vollkommen in sein Denken, seine Methode. Es gibt nichts, was Nietzsche nicht gesagt und anschließend verworfen hätte, nur, um es später wieder zu sagen. Es gibt kein System Nietzsche, und aus all den Zeilen schimmert ein Feuilletonist, ein Freigeist, ein Literat, Künstler und Dichter, Antiphilosoph und Philosoph heraus, der alles in den Schatten zu stellen vermag, was es bis dahin jemals an geistiger Leistung gegeben hat. Seine Methode ist konstruierend und dekonstruierend, sie ist perspektivisch, aber sich doch immer dieser Perspektive auch bewusst. Nietzsche wählt viele Masken, viele Stimmen und Wörter. Jeder Aphorismus ist schnell, elegant und von kristallklarer Härte und Unbeugsamkeit, ein Auszug aus seinem Denken, das sich weder über einen einzelnen noch über alle dieser Aphorismen definieren ließe. Was dem Leser bleibt, ist eine unendlich wertvolle Anleitung zu wirklich vorurteilslosem Denken, ja Nietzsche könnte gar der Lehrmeister einer jeden echten Philosophie sein, wenn er dieselbe nicht eben damit unmöglich gemacht hätte. Sagen wir besser: Freigeisterei. Wer diese Höhe erreicht hat, der findet in diesem Buch ein wahres "Vademekum", sinnlich, abstrakt, heiter und ernst, so schillernd wie die Person und das von ihm immer wieder bejahte Leben. Kein spröder Platon, greiser Kant und meckender, lustgreisiger Schopenhauer vermag gegen das unendlich tiefe "Bergwerk" dieses Denkers zu bestehen. Nur die kalte, entzauberte Moderne kann an das Denken Nietzsches anschließen - niemals aber so leicht, kunstvoll und lebenstrunken.
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am 21. Dezember 2010
Nietzsches "Götzendämmerung" trägt den Untertitel: "Wie man mit dem Hammer philosophiert". Dies trifft auch ohne weiteres auf Jenseits von Gut und Böse zu. Ständig hat man beim Lesen das Gefühl, hier werde eine Lehrmeinung oder eine konventionelle Weisheit mit einem kleinen Absatz, einem Aphorismus oder auch nur einem Halbsatz hinter einem Gedankenstrich vom Sockel geschlagen.

In den neun Hauptstücken wird eine unglaubliche Fülle an Topoi behandelt, von Erkenntnistheorie über politische Philosophie bis zu alltäglichen Dingen, sodass es kaum möglich ist, eine Zusammenstellung der erstaunlichsten Thesen anzufertigen, ohne dass deren Umfang sich notwendigerweise der Seitenzahl des Buches annähert. Natürlich ist das Werk recht voraussetzungsreich und wenn auch Nietzsches eigenes Diktum, man müsse restlos alles von ihm gelesen haben, um ihn zu verstehen, überzogen klingt, so bedarf es doch einer mehr als oberflächlichen Kenntnis philosophischer Klassiker und Zeitgenossen, um im Trommelfeuer der Sprüche und Spitzen auch nur deren Adressaten ausmachen zu können.

Nietzsche in eine bestimmte Ecke stecken zu wollen muss scheitern. Neben Tiraden gegen den "Demokratismus" und des Lobs selbstherrlicher Machtmenschen finden sich im Buch genauso wütende Attacken gegen die "Vaterländerei" und das Reich Bismarcks, dessen Fokus auf Real- und Machtpolitik den Geist verflachen lasse.

Die von Colli und Montinari herausgegebene kritische Studienausgabe enthält zusätzlich die "Genealogie der Moral" und ist, im Vergleich zu gekürzten und mit willkürlicher Orthographie aufwartenden anderen Ausgaben, absolut empfehlenswert.
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am 12. August 2014
Man hat ja viele Dinge über Nietzsche gehört und dieser Mann war ja wirklich nicht bekannt dafür, dass er eine 'normale' oder christliche Moral vertrat. Auch wenn man in diesen Punkten nicht mit ihm übereinstimmt, so ist dieses Buch sehr empfehlenswert.

Die Verarbeitung ist, gemessen am Preis, sehr gut. Hardcover, gut leserliche Schrift, allerdings, wie es beim Anaconda Verlag üblich ist, wurden eventuelle Passagen in griechischer, lateinischer, englischer oder französischer Schrift nicht übersetzt, allerdings sind dies meist Weisheiten oder Sprüche, die man nicht unbedingt verstehen muss, um das gesamte Werk zu verstehen.

Nietzsche erhebt mit diesem Buch den Anspruch, die Moral zu untersuchen, ohne dabei aber die beiden Wertungen des Guten und des Bösen zu verwenden. Wie ich finde ein äußerst interessanter Ansatz, denn wenn wir von Moral sprechen, dann teilen wir alle Handlungen immer gleich in bestimmte Kategorien ein. Wie man es von diesem Mann gewohnt ist, hat auch dieses Buch einen sehr hohen Sprachstil, liest sich aber dennoch nicht zäh oder anstrengend, allerdings muss ich sagen, dass ich diesen Stil auch sehr mag, anderen Menschen geht es da sicher anders.

Fazit: Wer Moral mal aus einem anderen Blickwinkel als dem üblichen betrachten will, dem sei dieses Buch wirklich zu empfehlen. Und selbst wenn man sich für die Thematik nicht interessiert, kann man sich noch am typischen Nietzsche-Stil erfreuen, wenn man ihn mag.
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am 3. April 2013
Das Buch enthält die Genealogie der Moral und wurde uns an der Uni für das Seminar empfohlen. Für den Preis von 9,90 Euro ist es auch für Studierende erschwinglich. Enttäuscht bin ich allerdings, da die Ausgabe kein Stellenkommentar enthält wie ich das von einer Kritischen Ausgabe erwartet hätte. Vorn sthet, dass der Text der Kritischen Studienausgabe identisch ist, hinten ist ein Nachwort eingefügt, ein hübesches Gemälde vorn drauf, das wars. Vorteil ist allerdings, dass wichtige Stellen zum besseren Verständnis hervorgehogben sind, was das Verständnis des nicht leichten Textes erheblich erleichtert. Daher ist das kritisch wohl angebracht, also ganz ok für den Preis. Nur ich habe eben einen Stellenkommentar erwartet.
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am 17. Dezember 2010
Eines der Bücher aus Nietzsches Schaffen das sehr deutlich die Gefahren aufzeigt, in die man gelangen kann, wenn man dem Denker die Zügel in die Hand gibt, denn sobald man sich überzeugt fühlt, wartet schon der nächste Schlag, der die Aussagen der letzten Seiten wieder ins Gegenteil verkehrt.
Es sind keine Widersprüche in die sich Nietzsche selbst verstrickt hätte, sondern wie sonst hätte er das Paradoxon LEBEN so lebhaft nachzeichnen können das in sich selbst ja ein zwiespältiges Phänomen zwischen Vernunft und Transgression ist?
Das beeindruckendeste Fazit, das ich aus Jenseits von Gut und Böse gezogen habe ist, dass die ewige Suche nach Wahrheit endlich ihr Ende findet, indem ihr die Kleider vom Leib gerissen werden und sie selbst nur als Illusion nachgewiesen wird. Bei Nietzsche bleibt nichts unberührt, weder die Religion noch die Wissenschaft kommen bei ihm ungeschoren davon, doch wer glaubt dass Nietzsche jede Form der Religion von Grund auf abgelehnt hatte irrt, denn er findet für das, was er aus tiefster Seele hassen kann, auch derart zarte Worte, wohingegen die Wissenschaft zum Opfer und Objekt des Denkers degradiert wird, vor allem der Empiriker kommt nur schwer verwundet aus dem Krieg.

Mit Jenseits von Gut und Böse hat man es mit einer Philosophie tun, die sich nur schwer einer vollständigen Kritik eines Einzelnen unterziehen lässt, denn so vielseitig Nietzsches Interessen und Talente waren, so eigenwillig seine Gedanken, so mannigfaltig sind die behandelten Themen.

Vergessen wir aber nicht, das Nietzsches Philosophie stark vom Geist der Romantiker geprägt war, die er ebenso wenig unberührt lässt und deren Idealismus er aufs Schärfste kritisiert. In seinen Werken führt er viele Themen, die davor einzeln behandelt worden sind, zu einer Synthese zusammen, doch vieles findet sich bereits bei Hölderlin, Novalis, Schelling und Schlegel ebenso.
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Jenseits von Gut und Böse - diese Wendung klingt für uns automatisch unmoralisch. Muss man nicht das Gute wollen und das Böse verabscheuen? Nietzsche sieht das ein wenig anders. Für ihn sind solche moralischen Gegensätze Erfindungen der Schwachen, um sich gegen die Willkür der Starken zu schützen. In seinem berühmten Werk analysiert er den Unterschied zwischen der Moral der Sklaven (Menschen, die in irgendeiner Weise von anderen abhängig sind und sich durch eine allgemein verbindliche Moral zu schützen suchen) und der Moral der Herren (Menschen, die sich ihre Wertmaßstäbe selbst setzen). Nietzsche propagiert den Willen zur Macht" des vornehmen, aristokratischen Menschen, der sein eigenes Potenzial optimal entfalten will. Ein Freibrief für völlig prinzipienloses Handeln ist das freilich nicht: Wer gemäß einer höheren Moral handeln will, so Nietzsche, muss vor allem sich selbst im Griff haben. Nur so kann er tun, was den Menschen weiterbringt. Jenseits von Gut und Böse ist brillant geschrieben und eines der wichtigsten, manche meinen auch: der gefährlichsten Werke Nietzsches.
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am 17. März 2010
Man liest es nicht in einem durch. Man denkt sich durch. Immer weiter geht man in die Denkweise und merkt, das in jedem ein Nietzsche steckt.
Unbeschreiblich- man muss es lesen.
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am 27. Dezember 2008
Die Insel-Verlag-Ausgabe der beiden Texte von Nietzsche enthält viele unübliche lateinische Ausdrücke und auch ganze Textpassagen auf Latein, die dem Nicht-Lateiner das Verständnis des Textes verstellen. Erklärende Anmerkungen fehlen .
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am 7. Juli 2015
Durch den Streik bei der Deutschen Post, ist das Buch erst heute angekommen. Habe aber schon angefangen zu lesen und mir gefällt es ganz gut.
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am 24. Oktober 2008
Das Buch ist gut zu lesen, aber der Inhalt ist nicht immer stimmig.
Nitsche liefert mit Jenseits von Gut und Böse" unfreiwillig eine Rechtfertigung für viele Fehlleistungen unserer Zeit und wird auch so benutzt.
Wer kennt nicht den Satz Der Zweck heiligt die Mittel"

Nach Jenseits von Gut und Böse" sollte man/frau "Sei bei Bewusstsein" von H. Keynell lesen. Da wird dann vieles wieder zurechtgerückt und die Basis für eine menschliche Gesellschaft beschrieben.

Wenn man/frau aber unsere aktuelle Welt besser verstehen möcht, ist Jenseits von Gut und Böse" sicher ein muss. Vor allem der Unterschied zwischen Gut, Schlecht und Böse ist lesenswert.
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