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am 9. April 2011
Die Süddeutsche Zeitung hat ne neue Buchreihe herausgegeben; wie gewohnt optisch ansprechend und mit einheitlich gestaltetem Cover, als Hardcover, ungekürzt, textidentisch. Und wie gewohnt sind die Auswahlkriterien der Reihe ein Rätsel; in der (bislang oder endgültig?) zehnbändigen Reihe "Graphic Novel" fehlt z.B. der berühmteste Vertreter des Genres. Aber das kennen wir ja...
Was Reinhard Kleists "Cash: I see a darkness" betrifft: Es handelt sich um eine ungekürzte Lizenz-Ausgabe des Originals in gutem Druck, das Buchformat in etwa gleich. Da kann man nichts beanstanden. Ich persönlich plädiere zwar im Zweifelsfalle fürs Original, aber derlei ist bekanntlich Geschmackssache und hat nichts in der Wertung zu suchen.
Und hier die Rezension:

Noch ne hagiographisch angehauchte Biographie des großen Johnny Cash? -- Mitnichten!
Reinhard Kleists Comic ist auch eine Biographie, klar doch -- aber eine, die mit virtuosem Einsatz von Comic-spezifischen Mitteln (dazu später) das Wesentliche hervorkehrt und dadurch wahrer ist als die Wahrheit (diesen klugen Satz las ich mal in einem ansonsten drittklassigen Roman). Oder, um's mit Franz Dobler zu sagen: Ich muss nicht wissen, "dass er am 5.12.71 in Roanoke, Virginia, [...] gastiert hatte". Ich weiß aber, dass Cashs Biographie durchaus ein wenig abgeschmirgelt werden musste, um ihre Verfilmung familien- und vor allem Oscar-tauglich zu machen.

Die Eckpunkte von Cashs widersprüchlicher Biographie sind eh bekannt und mehrfach detailliert ausgebreitet worden: Die Kindheit in ärmlichen Verhältnissen, der Senkrechtstart zusammen mit den Tennessee Two bei Sun Records, Drogenabhängigkeit und -exzesse, die Freundschaft mit Bob Dylan und das Engagement für Minderheiten, Morddrohungen des Ku-Klux-Klan, die zu Herzen gehende Liebesgeschichte mit June Carter, die famosen Knast-Konzerte, das spektakuläre Comeback als alter Mann unter der Ägide des HipHop-Produzenten Rick Rubin. Viel mehr muss man ja eigentlich auch nicht wissen.

Reinhard Kleist hat aus diesen und einigen weiteren Eckdaten eine Geschichte gemacht, in der Rührseligkeiten und dergleichen keine Chance haben. Keine verschämte Unterschlagung dessen, dass Cash ausgerechnet zu Zeiten schlimmster Amphetamin-Abhängigkeit musikalisch kaum zu schlagen war, keine Idealisierung des Menschen John R. Cash unter Ausklammerung unliebsamer Tatsachen (mal ignoriert man betreten das Engagement für die Indianer, mal die Auftritte vor GIs in Vietnam; mal die Freundschaft mit Dylan und Peter LaFarge, mal die mit Billy Graham... usw.).
Stattdessen zeichnet Kleist seinen Comic so, wie vielleicht Quentin Tarrantino einen Cash-Film gedreht hätte: Harte Schnitte, Zooms und Weitwinkel -- die Widersprüche der Biographie werden in harten Schwarz-Weiß-Bildern umgesetzt, dynamisch und atemlos. Bild gewordener Rock'n'Roll. Aber soll nicht Cash mal von sich selber gesagt haben, er müsse wie ein Hai immer in Bewegung bleiben? Auch die Dialoge sind nicht betulich, sondern lakonisch, mitunter von sarkastischem Humor -- auch dies eine Widerspiegelung von Cashs Persönlichkeit.
Dabei sind die einzelnen Zeichnungen realistisch gehalten, oft werden berühmte Fotos innerhalb der Story zitiert und genau da eingebaut, wo sie hinpassen. Die verschiedenen Protagonisten erkennt man auf den ersten Blick wieder (ein weiterer Beweis für Kleists Können), aber auch ihre Sprechblasen sind enorm treffsicher ausgewählt und charakteristisch: Luther Perkins' lakonischer Witz etwa, oder June Carters unsentimentale Zuneigung, und vieles mehr: Kleist packt das in wenige Worte.
Eingefleischte Cash-Anbeter könnten beanstanden, dass Kleist in seiner Story nicht jedes Detail dorthin plaziert, wo es historisch gesehen hingehört. Richtig -- aber dafür ist das Ganze ja auch irgendwie "wahrer als die Wahrheit".

Die Story selber ist geschickt konstruiert: Dreh- und Angelpunkt ist Johnny Cashs Konzert im Gefängnis von Folsom, und erzählt wird das Ganze von dem Häftling Glen Sherley, dem Verfasser des Songs "Greystone Chapel". Dementsprechend bildet das Folsom-Konzert auch den fulminanten Höhepunkt des Ganzen; unnötig zu erwähnen, dass Kleist hier einige Kabinettstückchen in Sachen Comic-Storyboard abliefert. Und durch einen weiteren bestechend einfachen Kniff leitet er direkt über zu Cashs Zusammenarbeit mit Rick Rubin. Jetzt blickt der alte Mann zurück, in Worten und vor allem Bildern. Das "Hurt"-Video als Steilvorlage gewissermaßen.

Fast noch faszinierender als die Story selber sind aber jene Sequenzen, in denen Kleist berühmte Cash-Abräumer in Comics umsetzt. Bevor die eigentliche Story beginnt, gibt der "Folsom Prison Blues" die Richtung vor: "I shot a man in Reno just to watch him die". Es geht zur Sache...
An den entsprechenden Stellen innerhalb des Comics folgen weitere Kronjuwelen dieser Art: "Big River", "Don't Take Your Guns to Town", "A Boy Named Sue", "The Ballad of Ira Hayes", "Cocaine Blues" -- und die apokalyptischen "Ghost Riders in the Sky" mit Anspielungen auf "The Man Comes Around" als Schlusspunkt. Songs als atemberaubende Bildsequenzen mit viel Rhythmus und Tempo, Cash-artig eben, dargeboten nach allen Regeln der Kunst.
In den Worten Glen Sherleys: "Am Ende sind es die Geschichten, die bleiben, nicht die Fakten. Und Geschichten müssen erzählt werden." Am besten so wie hier.
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Wenn man meint man kennt Johnny Cash schon ganz lange und nicht nur ein bisschen... - Wenn man seine Lieder kennt, und die Ahnung irgendwann Gewissheit wird, dass der Mann weiß, wovon er singt - Ja, dann kennt man schon ein ganz großes Stück Johnny Cash und hat sich auf die Weise ganz (wie von) alleine eine Biographie von Cashs Leben und Wirken geschaffen. Sehr viele von den authentischen Cash-Fans haben, sich solcherart ein Bild gemacht und mit vielen Cash Fans hat man als Cash Fan darum noch folgendes gemein: Man kennt den Kino-Erfolg "Walk The Line" nicht! Und wird diese Film-Biographie vermutlich sogar niemals (freiwillig) sehen wollen, weil man sich davor fürchtet, damit ein Stück persönliches Andenken an den großen Star zu zerstören.
Warum ich das so eindrücklich und ausufernd erläutere liegt einfach daran, dass diese Comic-Biographie von Reinhard Kleist in der Hinsicht keine Gefahr darstellt!

Das Bild des "Man in Black", der sämtliche Höhen und Tiefen des Business mitgemacht hat, wird hier auf knapp über 200 Seiten in schwarz und weiß und unverschnörkelt bebildert und mit reichlich Sprechblasen versehen, erzählt.
Diese Biographie nimmt den Leser mit auf eine Reise durch Cashs Leben. Von Kindheit an, wo seine Familie vom Staat ein Stück Land in der Region des Mississippi erhält, um dort vom Anbau von Baumwolle zu leben - bis ins hohe Alter, als Rick Rubin J.C. "aufgelesen" hatte und damit seinen Fans noch einmal ein großes Geschenk gemacht hat.
Dabei gewinnt das bisher Bekannte über Cashs Leben eine neue Dimension. Schon oft hat man gehört und angelegentlich in Filmen gesehen, wie's auf den Baumwollfeldern zuging. Wie hart die Menschen gearbeitet haben um zu überleben und wie mit einem Schlag dann doch alles weg war. Immer wieder wird man auch heute noch Gemunkel darüber hören, dass Cash selbst einmal im Gefängnis war und dass er genau darum so gut Bescheid weiß. Ein Gerücht, das sich auch heute noch tapfer hält.
Kleist erzählt uns in "I See A Darkness" im Prinzip sogar vom Leben zweier Männer! Vorrangig freilich von Johnny Cash - jedoch auch vom Leben eines "echten" Gefangenen: Glen Shirley. Genau jener hat Cash vor dem legendären Konzert im Gefängnis von Folsom eine Aufnahme seines Songs "Greystone Chapel" zugesteckt. An einem Punkt kreuzt sich das Schicksal der beiden. Der eine gefangen im Gefängnis, der andere in seinem Leben.
Irgendwann, beinahe am Ende seiner Reise angekommen, wird Cash die "Glen Shirley Story" seinem Produzenten Rick Rubin erzählen ... und dort schließt sich der Kreis.
Man erfährt nicht alles über Cash (oder June Carter), der "Man in Black" wird kaum glorifiziert: Im Gegenteil: Das Kapitel "Ganz Unten" mit Drogen- / Tabletten und Alkohol-Exzessen wird sehr eindrücklich geschildert!

Was meines Erachtens die besondere Faszination des Comics ausmacht, sind die dusteren Abstecher, die der Autor IN die Geschichten (Lieder) Cashs unternimmt. Musikvideos in Comic-Form, wenn man so will. Lieder / Lyrics die viele kennen, wo jeder auf seine Art vielleicht schon eine Interpretation gefunden hat (auch ohne MTV reichlich bebildert), werden hier quasi neu verfilmt. Man gewinnt einen klitzekleinen, aber sehr einprägsamen Eindruck in das Schaffenswerk eines Geschichtenerzählers. ("A Boy Named Sue", "Ghost Riders In The Sky", "The Ballad Of Ira Hayes" - um nur einige zu erwähnen, wurden von Reinhard Kleist sehr klug bis interpretationswürdig bebildert.) Ich komme bei weitem nicht mit allen seinen Lyric-Interpretationen zurecht. Interessant ist der Bilder-Ausflug aber alle Male.
Ich glaube nicht, dass man Johnny Cash mit dieser zugegeben seltsamen Art der Biographie zur Ikone macht. Beim Film "Walk The Line" bin ich mir da nicht so ganz sicher. Vielmehr hat "I See A Darkness" den Eindruck bestärkt, dass es ihm auch heute - vom Himmel herab - noch gefallen würde (oder vielleicht sogar gefällt), wenn die Menschen seinen Geschichten zuhören.
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am 25. April 2014
Ein richtig gut umgesetzte Biografie im Comicformat. Macht Spaß zu lesen und die Zeichnungen sind genial. Schade nur, dass einige Szenen/Erlebnisse (hier von Cashs Leben) etwas "abgehakt" wirken, da hätte es auch einige Seiten mehr sein dürfen. Mit dieser Hardcoverausführung von der SZ hat der Comic noch ein zusätzliches Vorwort und das das Hardcover wertet das "Buch" noch mehr aus; eben nicht nur "ein" Comicheft!
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am 10. September 2014
Johnnys leben in Comicbildern, was will man mehr als Cash- und Comic-Fan. Ich bin begeistert. Danke Reinhard Kleist für dieses Werk!!
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am 4. September 2014
Dieses Buch macht Laune.Man möchte es garnicht aus der Hand legen.Ein Buch das auf Anhieb gefällt.

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am 2. Januar 2012
für den "jung gebliebenen" Cash-Fan ein Muß, Johnny einmal ganz anders, sehr unterhaltsam, Danke an den Autor für dieses Buch
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