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am 6. Januar 2005
Wenn man an Woody Allen's Glanztaten der 70'er Jahre denkt, fällt einem neben "Annie Hall" ("Der Stadtneurotiker") unweigerlich "Manhattan" ein, jene leidenschaftliche schwarz-weiße Liebeserklärung an seine Heimatstadt. Mit diesem Film etablierte sich der ehemalige Standup-Comedian endgültig als wichtigster Filmemacher New York's. Der Streifen ist die perfekte Verbindung von Form & Inhalt - die Kamera von Gordon Willis sowie die unsterblichen Melodien George Gershwins haben diesen Film zu einem echten Klassiker gemacht, den man immer wieder gerne genießt. Inhaltlich geht es um Allen's Lieblingsthema, nämlich das Chaos im Beziehungsleben einer Handvoll New Yorker. Der Intellektuelle Isaac Hayes gehört wohl zu jenen Woody-Allen-Charakteren, die seine Fans am meisten ins Herz geschlossen haben, und seine Geschichte sollte Jahre später auch bizarre Parallelen zu seinem eigenen Privatleben und der unschönen Trennung von Mia Farrow aufweisen...
Isaac ist 42, unglücklich mit seinem Job und von Schuldgefühlen geplagt, weil er mit der 17-jährigen Tracy (gespielt von Mariel Hemingway, einer Enkelin des Schriftstellers) liiert ist. Zudem möchte seine schriftstellernde Ex-Frau (Meryl Streep), die ihn zugunsten einer Lesbe verlassen hat, eine schonungslose Abrechnung ihrer gemeinsame Ehe veröffentlichen, und auch seinen kleinen Sohn Willy sieht er nur mehr an den Wochenenden. Nachdem er seinen Job gekündigt und Tracy zugunsten der älteren Mary (einer Ex-Affäre seines verheirateten Freundes Yale) den Laufpass gegeben hat, stellt er fest daß er offenbar zu den wenigen Intellektuellen gehört, die noch sowas wie Werte und einen Standpunkt besitzen, daß dies aber in einer schnellebigen und egoistischen Gesellschaft offenbar nicht mehr viel zählt: Mary zieht es wieder zu Yale zurück, dieser beschließt seine Ehe aufzugeben, und stellt Isaac vor vollendete Tatsachen. Am Ende wird Isaac bewußt, daß ausgerechnet die frühreife Tracy die einzige Frau war und ist, die Ordnung in sein chaotisches Gefühlsleben bringen kann.
Die Beziehung des ungleichen Paars Allen - Hemingway, die einer gewissen Komik nicht entbehrt (die 17-jährige ist einen Kopf größer als er), ist letztlich einer der Hauptaspekte des Films, und auch wenn militante Frauenrechtlerinnen darin bloß pädophile Ansätze erkennen wollten, hatte und hat diese Leinwand-Beziehung etwas ungemein Treffendes und Rührendes. Sie zeigt daß Reife nicht unbedingt mit dem Alter zu tun hat, und daß eine Seelenverwandschaft in einer Beziehung wichtiger ist als äußere Umstände. Sie verleiht dem Film einige der rührendsten Momente, und am Ende jene Melancholik, die nur Woody Allen auf die Leinwand zaubern kann.
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am 14. Juli 2007
Für mich einer der besten Woody Allen überhaupt - fotografisch, wie inhaltlich. Man könnte den Film wahrscheinlich beliebig alle 5 Minuten anhalten, ein Bild entnehmen und hätte nachher einen fantastischen Photobildband über New York. Nach den ersten 5 Minuten, untermalt von Gershwins "Rhapsody in blue" möchte man online die Tickets buchen. Und dann beginnt der Film erst...
Der Plot ist eigentlich nicht weiter wichtig, am Ende läuft es darauf hinaus, dass man die Menschen, die man möchte, nicht bekommt, weil man sich selbst im Wege steht und dabei übersieht, daß die, die man hat oder haben könnte, wahrscheinlich das Beste sind, was einem passieren kann - bis sie weg sind. Eigentlich traurig, wenn es nur nicht so urkomisch wäre! In eine kurze Szene in der Met z.B. ist in vielleicht 90 Sekunden alles gepackt, was zwischen zwei Paaren nur durch Blicke an Begehrlichkeiten und Hemmungen, Sehnsucht und Vertuschung gepackt werden kann. Trotzdem bleibt jeder ein Mensch; trotz aller Macken und Neurosen wird niemand zum bloßen Trottel abgestempelt, sondern liebevoll beobachtet und gezeichnet. Die Menschen sind komisch, aber nicht wirklich lächerlich.
Einer von höchstens 5 Filmen, die selbst dann auf keiner einsamen Insel fehlen dürften, wenn es keinen Strom zum Abspielen gäbe...
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am 27. April 2017
Fast hätte ich die DVD zurückgeschickt, weil laut DVD-Cover Sprache und Untertitel nur in italienisch und englisch enthalten sind. Tatsächlich stimmt aber die Amazon-Artikelbeschreibung mit der wesentlich umfangreicheren Auswahl (u.a. auch Deutsch).
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am 30. Juni 2017
Fuer viele Woody Allens groesstes Meisterwerk. Mir persoenlich gefallen zwar einige seiner anderen Filme noch besser, aber etwas sehr besonderes ist "Manhattan" aus dem Jahre 1979 auf jeden Fall. Ein Kunstwerk.

Nicht nur wegen der exellenten Schwarzweiss-Bilder, nicht wegen der Liebeserklaerung an New York, sondern weil da einer alles von seiner eigenen Persoenlichkeit reingeschmissen hat. Woody gibt sich selbst, mehr denn je. Zeigt die guten und die schlechten Seiten, gibt so viel von sich Preis. Darueber hinaus wird sein Humor noch einmal komplexer als der in "Annie Hall". Er sagt Dinge, die teilweise nicht viele verstehen werden. Der Stadtneurotiker, dazu noch egomanisch, sich allwissend gebend, sich erhaben fuehlend wenn er Dinge ablehnt, die anderen zusagen. Gleichzeit aber wuenscht er sich die perfekte Beziehung, in der vor allem die Partnerin ihn verstehen soll und er selbst dafuer kaum etwas geben muss. Sehr kompliziert das ganze. Eben echt Woody. Um den Humor zu verstehen, und wirklich zugang zu bekommen muss man vielleicht ein bisschen sich selbst in ihm sehen. Mir gehts so. Vieles von seiner Persoenlichkeit hier erinnert mich an mich selbst. Allein schon die Art wie er redet, mit diesen Kommentaren die dem Gegenueber unverstaendlich sein koennen, sowas wie in der Szene, als Diane Keaton schluss macht, und er meint es sei wie in einer Noel Coward Komoedie, "vielleicht holt schon mal einer die Martinis". Herrlich! Der Film hat also nicht mehr viel von einer "normalen" Komoedie, ist in gewisser Hinsicht ziemlich anspruchsvoll. Von den Darstellern sticht Mariel Hemingway heraus, die hatte ihre Oscar-Nominierung wahrlich verdient. Sie spielt ihre Rolle absolut ueberzeugend. Die Beziehung zwischen den beiden ist interessant, sie, das 17 jaehrige Maedchen, er 42 haelt sie fuer zu jung, und dabei benimmt er sich kindischer als sie. Er macht Schluss, vor allem weil er in der anderen Frau mehr von sich selbst findet, das kann ja meist nicht gutgehen, und als es nichts wird will er zurueck. Typisch Mann. Werden die beiden nochmal Gluecklich werden? Unter diesen Voraussetzungen bezweifle ich das. Zu wissen, das er nur zurueck kommt weils mit der anderen nichts wurde. Was ueberwiegt da? Die Freude ueber die Rueckkehr oder der Schmerz zu wissen, das er zurueckkehrt weil die andere schluss gemacht hat? Egal, ich schweife ab. Warum Woody mit dem Film nach Fertigstellung zunaechst so unzufrieden war, verstehe ich nicht. Aber dann wieder - der Woody in diesem Film waers moeglicherweise ja auch. Mit "Manhattan" hat Woody Allen einen meisterhaften "Woody Allen Film" geschaffen, er hatte es nicht noetig so zu tun als waere er eins seiner Vorbilder (wie ein Jahr zuvor mit "Innenleben", da hatte er einen Ingmar Bergman Film gedreht). Woody war laengst selber ein Meisterregisseur. Und einer, der nur sehr schwer zu kompieren ist.

Also, ganz sicher einer der besten Woody Allen Filme. Wer seine Art versteht, der wird den Film durchweg geniessen.
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Den vorliegenden Film habe ich vor fast 30 Jahren das erste Mal im Kino gesehen und war damals sehr begeistert. Gestern sah ich ihn erneut auf DVD und fand ihn nach wie vor hervorragend inszeniert. Begeistert bin ich immer noch.
Das Drehbuch stammt von Woody Allen, der auch Regisseur von " Manhattan " ist.
Geworben wurde damals damit, dass der Film eine Liebeserklärung an New York sei, aber er ist weitaus mehr. Woody Allen ironisiert auf liebenswerte Weise das neurotische Verhalten der Intellektuellen in Manhattan und brilliert mit feinsinnig geschriebenen Dialogen.
Der Film ist Schwarz-Weiß gestaltet, weil Allen so die eigentliche Schönheit der Stadt besser darstellen zu können meinte.
Der 42 jährige Isaac Davis (Woody Allen) ist erfolgreicher Drehbuchautor beim Fernsehen. Er nimmt sich zu Filmbeginn eine Auszeit, weil er ein Buch schreiben möchte. Das Buch ist ihm so wichtig, dass er materielle Einbußen und das Wohnen in einer schlechteren Wohnung gerne in Kauf nimmt.
Davis ist mit einer 17 Jährigen Schülerin ( Mariel Hemingway) befreundet. Er sieht den großen Altersunterschied sehr wohl und möchte, dass die Beziehung sich nicht zu eng gestaltet. Er fühlt sich für das Mädchen fast wie ein Vater verantwortlich, was ihn aber nicht daran hindert mit ihr beizuschlafen. Die 17 jährige scheint reifer zu sein als Isaac, der schon zwei Ehen hinter sich hat und seine letzte Frau ( Meryl Streep) an eine Lesbe verlor. Man lernt Isaacs Freund und dessen Frau, aber auch die schöne Intellektuelle Mary ( Diane Keaton), die mit beiden Männern zeitweilig eine Beziehung unterhält, alsbald kennen. Mary konsultiert ähnlich wie Isaac wegen seelischer Schräglagen schon länger einen Psychoanalytiker. Beide Protagonisten sind innerlich wenig gefestigt, möglicherweise weil sie pausenlos alles und jeden, hauptsächlich aber sich selbst in ihren Befindlichkeiten hinterfragen. Mary begreift nicht, wieso sie trotz hoher Intelligenz und Schönheit dauernd Beziehungsprobleme mit Männern hat. Für den Betrachter allerdings wird sehr schnell klar woran es liegt.
Bis auf das 17 jährige Mädchen sind alle Beteiligten viel zu verkopft um Zugang zu ihren wirklichen Wünschen zu bekommen......Ein großes Problem vieler Intellektueller, Allen weiß das und thematisiert diese Schwierigkeit in vielen seiner Filme.
Schöne Bilder von Manhattan , Musik von George Gershwin und witzige, brillante Dialoge sorgen für vergnügliche 93 Minuten.

Die Ton- und Bildqualität sind bestens.

Empfehlenswert.
1717 Kommentare| 10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. Februar 2011
Manhattan nimmt in Woody Allens filmischer Chronik von New York eine Sonderstellung ein, denn diese witzige Hommage ist konsequent im ästhetischen Schwarzweiß gehalten und beginnt mit scharf konturierten Panoramaaufnahmen der Stadt, die in den monochromatischen Schattenspielen der Fotografie wie stilistische Scherenschnitte wirken, zu denen der Fernsehautor Isaac Davis (Woody Allen) in einem schwelgerischen Monolog über das Leben sinniert. Den Blick der Kamera durch den verfinsternden Schleier des Film Noir zu richten, erweist sich dabei als gelungener Kunstgriff, denn viele Einstellungen erscheinen wie erträumte Spiegelungen einer verschütteten Kultur, in denen die nostalgische Sehnsucht an den Mythos einer Stadt zum Ausdruck kommt, der in seiner ursprünglichen Form so nicht mehr existiert. In Woody Allens Fall sind das solche Dinge wie die goldene Zeit des Jazz, das Kino der Stummfilmära, die Künstlermilieus um Dorothy Parker und natürlich die Romantik der Liebe, die in einem anonymen Schmelztiegel wie New York inzwischen besonders schnell verblasst. Als finaler Trost für seinen Liebeskummer bleibt Isaac als Refugium immer noch dieser Moloch, denn New York ist wohl die einzige Geliebte, die niemals vor dem schrulligen Kauz davonlaufen wird.

Manhattan ist bei Woody Allen ein Ort, wo der Coitus zur Beliebigkeit verkommt, weil das Beziehungskarussell sich mit atemberaubender Geschwindigkeit dreht und die unterschiedlichsten Paarkombinationen hervorbringt. In diesem Kosmos schwirren existenziell verunsicherte Intellektuelle der gehobenen Mittelschicht wie spukartige Irrlichter umher, die in Kunstgalerien und Restaurants zufällig aufeinander treffen. Die erste Szene führt uns gleich in das berühmte Künstlerlokal "Elaine's", wo der untröstliche Isaac seinem egomanischen Freund Yale von der Affäre zu der 25 Jahre jüngeren Tracy (Mariel Hemingway) berichtet. Diese schlüpfrige Liaison ist jedoch eher ein Anzeichen für Isaacs persönliche Krise und seinem Konflikt mit dem eigenen Begehren, als dass sie von echter Zuneigung geprägt wäre. Zudem sitzt ihm auch noch seine destruktive Ex-Frau (Meryl Streep) im Nacken, die demnächst Isaacs für untauglich befundenen sexuellen Fähigkeiten bis ins intimste Detail tranchiert in einem pikanten Enthüllungsbuch veröffentlichen wird. Im Museum of Modern Art trifft er auf Mary (Diane Keaton), die heimliche Geliebte des verheirateten Yale, die in ihrer intellektuellen Hochnäsigkeit kein Fettnäpfchen auslässt und Isaacs Lieblingskünstler zu seinem Entsetzen ganz salopp in einem nonchalant vorgetragenen verbalen Amoklauf in die "Akademie der Überschätzten" aufnimmt. Dennoch verliebt er sich in die snobistische Mary, die ihre Zweifel an einer gelungenen Selbstverwirklichung hinter eloquenter Rhetorik versteckt, sich tief im Inneren aber dennoch nach fester Geborgenheit sehnt und sich vorerst zwischen Yale und Isaac einfach nicht entscheiden kann.

Diese losen Beziehungsmuster werden von Woody Allen in gewohnt virtuoser Manier mit geschliffenen Dialogen in Szene gesetzt, wobei sich seine neurotischen Figuren als Gefangene der Moderne erweisen, die unterschwellig mit der Oberflächlichkeit der neuen Zeit nicht mehr zurechtkommen. Was auch daran liegt, dass sie mit sehr speziellen Ticks und Eigenheiten ausgestattet sind, die sie geschickt mit selbstmitleidigem Zynismus kaschieren, um sich selbst für das eigene Umfeld erst erträglich zu machen. Dabei untergräbt die dominante Präsenz der Frauen das von Männern so sorgsam aufgebaute Beziehungsgeflecht. Die gezielten Sticheleien zwischen den Geschlechtern werden mit ähnlich präziser Schärfe gesetzt wie in "Annie Hall". Viele feinsinnige Pointen erschließen sich oft aus der Situationskomik peinlicher Momente. So entpuppt sich Marys Ex-Gatte Jeremiah, von dem sie andauernd schwärmt, wie sehr er sie "sexuell erschlossen" hat, als eher untypisches Idealbild eines Mannes in Form eines stark untersetzten Kleinwüchsigen mit äußerst schütterem Haar. Die große Kunst des Films liegt allerdings in den atmosphärischen Bildeinstellungen verborgen, von denen die Bekannteste wohl die stimmige Weitwinkelaufnahme am Ufer des East River an der 59th Street Bridge ist, wo Mary und Isaac auf einer Bank sitzen und mit ungestilltem Erfahrungshunger auf die Vergänglichkeit der Liebe blicken und melancholisch in die Dämmerung hineinseufzen. Passend untermalt wird der Film mit Gershwins lebensbejahender "Rhapsody In Blue", exklusiv eingespielt von den New Yorker Philharmonikern unter der Leitung von Zubin Mehta.

Als Bonusmaterial gibt es auf dieser DVD-Edition nur Kinotrailer. Das Bildformat beträgt 16:9 Widescreen. Die Tonspur liegt in allen vorhandenen Sprachen nur in Mono vor.
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am 9. Januar 2016
Alles ok und mehr weiss ich wirklich nicht zu schreiben auch wenn das System das anders will und mich hier stressed.
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HALL OF FAMEam 10. Juni 2012
Woody Allens Liebeserklärung an das Leben, und für ihn damit gleichzeitig an New York, war sein erstes Meisterwerk. Es scheint so, als ob das überfrachtete, kühle (und oskargekrönte) "Annie Hall" und der angestrengte erste Versuch eines Dramas "Interiors" nur Vorübungen für diesen perfekten Film sein sollten. "Annie Hall" ("Der Stadtneurotiker") bot viele wunderbaren Szenen, witzige, anrührende, doch die Gefühle der Figuren wurden immer nur aus der Distanz beobachtet, und es fehlte ein Handlungsbogen, der alles zusammengefügt hätte. "Interiors" analysierte Emotionen, ohne sie wirklich fühlbar zu machen. "Manhattan" ist eine Romanze, die zu Tränen rührt, witzig, ohne ihre Figuren preiszugeben, hinreißend in Szene gesetzt, ohne sich durch Regie-Gimmicks aufdrängen zu wollen, wunderschön photografiert, aber niemals eitel, unterlegt von Gershwins traumhaften Melodien, ohne je in den Kitsch abzurutschen. Selten war Woody Allen so liebenswert wie im philosophischen Zwiegespräch mit seinem Diktiergerät, der Aufzählung der Dinge, die das Leben lebenswert machen (der zweite Satz der Jupiter-Symphonie, schwedische Filme, Louis Armstrong, Tracys Gesicht...), niemals wieder hatte er einen so bezaubernden Gegenpart wie Mariel Hemingway. Hier paßt alles zusammen, ein unendlich befriedigendes Werk, das auf so vielen Ebenen wirkt, daß man es nie leid wird. Sieben Jahre später gelang Allen mit "Hannah and her Sisters" ein ähnlich warmherziger Film, danach dann mit "Crimes and Misdemeanours" eine unvergleichliche Verschmelzung von Komödie und Drama, aber Manhattan wird aus seinem reichen Werk immer herausragen in seiner Perfektion und Leichtigkeit.

Die Blu-ray ist leider recht enttäuschend ausgefallen. Keine Extras bis auf den Trailer, ordentlicher Ton in Mono (bzw. Pseudo-Stereo im englischen Original)- das erwartet man schon fast. Vom Bild hätte ich mir jedoch vergeblich einen deutlichen Unterschied gegenüber der DVD erhofft. Etwas verbesserte Kontraste und Schärfe stehen einer stärker sichtbaren Filmkornstruktur gegebenüber, die mich persönlich deutlich irritiert hat. Ich kann mir nicht vorstellen, daß da nicht mehr rauszuholen wäre. Von "Casablanca" bis "Wer die Nachtigall stört" sind schon etliche Schwarzweiß-Meisterwerke hervorragend restauiert worden, warum hier nicht?
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am 27. April 2013
sehr schlechte Qualität. Der ganze Film ist viel zu dunkel. Das war sehr enttäuschen, wir konnten zum Teil die Schauspieler nicht sehen.
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am 9. März 2016
Manhattan gehörte für meinen Geschmack zu den besseren Woody Allen Filmen. Es geht um neurotische New Yorker Intellektuelle und ihre Beziehungen. Die Atmosphäre finde ich einfach sehr gelunen, man hat das Gefühl, die Leute in ihrem absurden Alltag zu begleiten. Die meisten sind in psychoanalytischer Behandlung und erwähnen zwischendrin, was ihr Analytiker zu diesem oder jenem meint. Der hochnarzisstische Isaac (Woody Allen) arbeitet als Gagschreiber für einen TV-Sender, was er im Grunde als unter seine Würde ansieht. Er ist gerade von seiner Frau Jill (Meryl Streep) verlassen worden, für eine Frau. Er findet, dass er ganz gut mit der Situation umgegangen ist "I tried to run her over with a car". Außerdem hat er ein Verhältnis mit einer 17jährigen (Mariel Hemingway) die oftmals reifer wirkt als er angefangen. Jill veröffentlicht ein Buch über die gemeinsame Ehe, was ihn aufregt, da er befürchtet, dabei nicht gut wegzukommen, was dann auch der Fall ist. Sein bester Freund Yale (Michael Murphy) ist mit einer netten Frau verheiratet und hat eine Affäre mit Mary (Diane Keaton) einer feministsch angehauchten Journalistin angefangen, die einen Dackel hat, als Penisersatz wie sie nach Recherche in einrschlägiger psychoanalytischer Fachliteratur erwähnt. Mary ist unglücklich mit der Beziehung, weil er verheiratet ist und kann sich aber gleichzeitig nicht von ihm lösen. Es kommt zu allerlei Beziehungsproblemen und seltsamen Dialogen. Ich finde den Film dramaturgisch gut gemacht, mir war keine Minute langweilig, die Charaktere, obwohl nicht vertieft, in ihren Problematiken gut ausdifferenziert und insgesamt ist dies eine sehenswerte Komödie.
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