flip flip Hier klicken Jetzt informieren Xmas Shop 2017 Cloud Drive Photos UHD TVs Mehr dazu TDZ HI_PROJECT Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusic Fußball wint17

Kundenrezensionen

4,8 von 5 Sternen
8
4,8 von 5 Sternen
Prince of the City - SZ-Cinemathek 70
Format: DVD|Ändern
Preis:19,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

VINE-PRODUKTTESTERam 30. Juli 2015
Vor kurzem kam ein Film in die Kinos, der das verbrechergeschwängerte New York des Jahres 1981 noch einmal aufleben lässt. Dieser Film hier ist 1981 entstanden und brauchte nur in die Wirklichkeit zu gehen. Die Stadt, in der das Drogengeschäft nie schläft, ist ein Sumpf, die Gangster unterscheiden sich kaum von den Cops, und die "Helden" der Drogenfahndung sind die "Prinzen" der Stadt. Vor allem Danny Ciello (Treat Williams), der schon in jungen Jahren Gruppenleiter ist, seine fixenden Informanten mit Stoff und die etwas höherrangigen Tippgeber mit Geld versorgt sowie von dem einen oder anderen Drogen-/Geldfund etwas für seine Partner und sich abzwackt. Das Gelübde der Omertà gibt es nicht nur bei den Mafiosi, zu denen sein Cousin zählt. Das gibt es auch bei den Cops mit Co(r)p(s)geist, bei denen die Verbundenheit zum Partner über alles geht.

Schon früh in diesem sehr langen Film merkt Ciello indes, dass er seine Ideale verraten hat (der fixende Bruder klagt das Kartell zu Recht an, der Vater stimmt zu und das Elend der Fixer wird Ciello wie uns eindringlich vor Augen geführt). Die hatte er nämlich mal, als er Polizist geworden war. Und nun wird er eine "Ratte", ein Spitzel. Dabei versucht er eine Gratwanderung, die von Anfang an nahezu aussichtslos erscheint. Erstens: Seine neuen Chefs stellen die Bedingung, dass er zunächst ALLE seine Vergehen während der letzten elf Jahre Drogenfahndung beichtet; wenn er etwas verschwiege, würde dies in Gerichtsverfahren enorm schaden und könne er keine Rückendeckung mehr bekommen. Wir ahnen, dass er diese Bedingung zunächst nicht erfüllt. Zweitens: Ciello stellt die Bedingung, dass er seine (Ex-)Partner nicht belasten muss und diesen auch anderweitig nicht an den Kragen gegangen werde. Wie soll das gehen? Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass. Wir ahnen, dass dies ein Ding der Unmöglichkeit werden wird. Ganz oder gar nicht, und Ciello wird lernen müssen, die ganzen Konsequenzen seines Handelns aushalten zu müssen.

Dies wird ein schmerzhafter Prozess werden. Fritz Göttler bezeichnet den Film als "einen Krankenbericht …, das Protokoll eines langsamen Heilungsprozesses, mühsam und quälend, zweidreiviertel Stunden lang." Ich würde zustimmen und eine religiöse Komponente hinzufügen. Oben sprach ich von einer "Beichte", mehrfach betont der Film, dass Ciello und eigentlich alle Spitzel das Bedürfnis hätten, "sich zu erleichtern" und "sich zu reinigen". Was Ciello zweidreiviertel Stunden widerfährt, ist im Grunde das Fegefeuer, welches schmerzhaft ist, nichts und niemanden verschont, aber gleichwohl Reinigung in Aussicht stellt. Angelehnt an eine wahre Geschichte, macht Lumet es sich nicht einfach und ist fernab von einem Gut-gegen-böse-Kampf. Polizisten, denen man als Kleinganove oder unbescholtener Bürger mit der "falschen" Hautfarbe lieber nicht begegnen möchte, werden alles andere als ausschließlich negativ dargestellt; die eiserne Partner-Loyalität hat durchaus ihr Gutes. Und auf der Seite der Staatsanwälte gibt es ein paar veritable Ekelpakete, die ihren neuen und sehr wertvollen Spitzel fallen lassen würden wie eine heiße Kartoffel, wenn es gerade opportun erscheint. Oder eine FBI-Rückendeckung, die ihren Job mehr schlecht als recht macht, sodass nicht diese Beamte, sondern ausgerechnet Ciellos Mafia-Cousin ihm das Leben rettet, als ein einmal brenzlig wird (was nach der brillanten Szene im Dialog etwas zu deutlich betont wird).

Lumet übertreibt es sogar ein bisschen in diese Richtung, wenn er in einer Parallelmontage am Ende (Entscheidung, ob gegen Ciello Anklage erhoben wird / Berufungsverfahren gegen einen Mann, in dem entschieden wird, ob dessen Verurteilung wegen Ciellos nun zugegebener Lügen neu aufgerollt wird) folgendes betont: Alle, die Ciello wohlgesinnt sind, sind sympathisch, und umgekehrt. Zu letzterer Kategorie zählt ein aalglatter und sadistischer Jurist (allein die vorherige Demütigung, einen Ex-Informanten zu laden, der Ciello ins Gesicht spuckt), der betont, dass er schon in der vierten Generation Jurist sei und daran glaube, dass das System schon bei dem allerkleinsten menschlichen Fehler korrumpiert sei. Hier ist Sidney Lumet, der Regisseur großer Justizfilme, in seinem Element, hat seine an sich gute Kritik jedoch etwas überpointiert vortragen lassen.

Solcher Kritik zum Trotz ist dies ein großartiger Film, der Ciello keinesfalls als Helden dastehen lässt und anschaulich seine wachsende Unsicherheit und Verzweiflung demonstriert, gerade im nachdenklichen Schlussbild. Oder wenn das ganze Gehabe der Cops letztlich als Wunsch nach Spießbürgerlichkeit entlarvt wird, weil sie alle dem Verbrechersumpf zeitweilig entfliehen wollen mit ihren Häuschen mit Garten, Gattinnen, Kindern, Grillfesten. Am Anfang klagt Ciellos Bruder dieses Leben lauthals an, ziemlich gegen Ende "dürfen" Ciello, Frau und Kinder in genau so einem Traumhaus in einer ruhigen Gegend Virginias leben, aber im Zeugenschutzprogramm mit Bodyguards immer und überall. "So ein Haus habe ich mir immer gewünscht. Aber nicht zu diesem Preis", so die Ehefrau. Die Kamera wählt dunkle Farben und gedeckte Beleuchtung, ist oft statisch, zeigt die eigentlich schöne Naturgegend als undurchdringliches Dickicht, in dem nicht mal (wie man das im ländlichen Amerika halt so macht…) ein Junge ein Eichhörnchen abknallen kann, ohne dass dies verständlicherweise einen Riesenwirbel der Bodyguards auslöst.

Lumet war dieser Film offensichtlich eine Herzensangelegenheit, er gibt alles, er riskiert auch alles (wobei ihm aber sein Talent zugute kam, mit geringen Budgets zu arbeiten und diese dann auch noch zu unterschreiten; da ließ das Studio ihn dann eben gewähren). Er wollte unbedingt unbekannte Darsteller, die nicht von der Geschichte ablenken. Treat Williams als Ciello ist glänzend; zwischen Härte und Verletzlichkeit, Selbstgerechtigkeit und Selbstzweifel, amüsiertem Spiel (als das ihm das Mikrotragen zunächst vorkommt, wobei er ganz gern etwas riskiert und mehr und mehr Aufträge will, wie ein Zocker) und bitterem Ernst. Lumet wollte desweiteren Überlänge, und sein Film langweilt keine Minute. Er und Williams wollten und bekamen die Möglichkeit penibler Vorbereitung inklusive dreiwöchiger Hospitation auf einem Polizeirevier. Er wollte darüber hinaus eine vielschichtige Geschichte erzählen, was ihm gelang.

Er wollte allerdings, typisch Lumet, nicht eine eins-zu-eins-Abbildung der Wirklichkeit, und das ist prima. Er erzählt durchaus etwas Wahres, aber mit den Mitteln des Dramas und der filmischen Gestaltung. In seinem Buch "Filme machen" berichtet er über diesmal besonders komplexe Ideen, was Brennweiten und Belichtung und Bildausschnitte betrifft. Der Himmel sollte nie sichtbar sein (klappte fast immer), außer in einer Szene besonderer Verzweiflung Ciellos, in der er darüber nachdenkt, durch eigene Hand in selbigen abzutreten. Die Brennweiten sollten so sein, dass Räume entweder gestreckt werden (Weitwinkel), oder gestaucht (Tele). Nichts sieht normal aus in dieser verrückten Welt. Bei Weitwinkelaufnahmen gibt es oft Tiefenschärfe (Räume sind groß, kalt, hart, unbarmherzig, distanzierend gegenüber den Personen, und Dinge im Vordergrund sind unnatürlich groß, z.B. eine kalte, nasse Straße, wenn Lumet seine Fotografie mieser NY-Gegenden auch noch mit Froschperspektive kombiniert). Bei den Tele-Aufnahmen (eher gegen Ende) gibt es oft geringe Tiefenschärfe (Menschen wirken in diffusen Räumen isoliert, so wie der Film sich gegen Ende stärker vom äußeren Geschehen darauf verlagert, was das alles in Ciello anrichtet). Die tiefenscharfen Weitwinkel-Aufnahmen haben gerade gegen Anfang eine gewisse Grelle, auch in den Nachtszenen, die Umgebung ist wichtig. Am Ende werden die Menschen wichtiger, sind nur noch sie beleuchtet, was zu dieser Isolierung von ihrer Umwelt zusätzlich beiträgt. Und dies alles haut uns Lumet nicht etwa um die Ohren, sondern lässt es so unterschwellig wirken, dass wir es eher unbewusst wahrnehmen (und ich hätte sicherlich nur einen kleinen Teil davon überhaupt bewusst wahrgenommen, hätte ich "Filme machen" nicht gelesen). Das ist grandios. Nur an ein paar Stellen scheinen Lumet und sein Kameramann Andrzej Bartkowiak ganz deutlich die dramatischen Möglichkeiten nutzen zu wollen. Eine anfängliche Szene im nächtlichen NY bei starkem Regen hat mit einer Nachtblau-Dominanz eine klare Neo-Noir-Ästhetik, zu der z.B. die wenigen in Virginia statt NY spielenden Szenen im Kontrast stehen mit der Betonung von Weite, Natur, mit dementsprechend dominierenden braunen Farbtönen, aber der Stimmung entsprechend auf ganz andere Art genauso düster.

Und so hat Ciello nur die Möglichkeit, vom Regen… in die Traufe zukommen? Nein, ganz so hart ist es nicht, aber er kommt von einer Düsternis in eine ganz andere, die er sich und die wir uns so niemals ausgemalt hatten, die Lumet offenbar darum völlig anders aussehen lässt und aus der es kaum ein Entkommen zu geben scheint. Oder doch? Das müssen Sie schon selbst sehen.

Anmerkung am Rande: Das Projekt war eigentlich für Brian De Palma vorgesehen; man kann ihn sich als stylishen NY-Filmer durchaus vorstellen, aber er bot eher im besten Sinne Oberflächenreize statt Abgründe. Auch wenn dies nicht für alle seine Filme gilt, drängt sich die Frage auf, ob er die Geschichte nicht hätte verflachen lassen. Wohl gemerkt, er ist ein großartiger Stilist, aber das Ganze scheint auf Lumet schon besser zu passen. De Palma drehte später den wunderbaren "Die Unbestechlichen". Lumet drehte sozusagen "Die Bestechlichen"; womit Geldbeutel und Seele gleichermaßen gemeint sind.

Die DVD hat verschiedene Sprachfassungen und keine Extras.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
VINE-PRODUKTTESTERam 12. April 2007
Der New Yorker Cop Daniel Ciello (Treat Williams) scheint es geschafft zu haben: Er lebt mit seiner Familie im Wohlstand und unterscheidet sich von den verfolgten Drogendealern in erster Linie durch die Polizeimarke - ein PRINCE OF THE CITY. "Ich schlafe mit meiner Frau, aber ich lebe mit meinen Partnern. Ich würde sie nie im Stich lassen." Nach einer Auseinandersetzung mit seinem drogensüchtigen Bruder und einem Gespräch mit seinem Vater kommen Ciello Zweifel am Sinn seiner Existenz. Nach einem qualvollen Ringen mit sich selbst lässt er sich für Spitzeldienste einer Untersuchungskommission gegen Polizeikorruption gewinnen - unter der Bedingung, nicht gegen seine Partner aussagen zu müssen. Doch parallel wird auch gegen Ciello ermittelt und er muss sich entscheiden, wie weit er zur eigenen Verteidigung gehen will ...

Sidney Lumet (* 1924) setzte sich bereits 1972 in SERPICO mit der Korruption in Polizeibehörden auseinander. Im Gegensatz zu Serpico ist Cop Ciello keine positive Lichtgestalt. Lumet bezieht in diesem meisterhaften Drama von 1981 (Laufzeit 160 min) keine wirkliche Position und überlässt das Urteil dem Zuschauer. Die GUTEN sind nicht wirklich gut und die BÖSEN mitunter menschlicher - alles eine Frage der Betrachtung ...

Der nach einem Buch von Robert Daley über den Undercover-Drogenermittler Robert Leuci entstandene Film hat 126 Sprechrollen und 130 Schauplätze.

Die Special-Edition von WARNER teilt den Film auf 2 DVD's auf. Als Bonusmaterial sind der Kinotrailer sowie eine 2006 für diese DVD prodzierte Dokumentation (30 min) enthalten. Neben Sidney Lumet und Treat Williams ist darin auch "Vorbild" Robert Leuci zu sehen.

Nicht nur für Sammler der Werke Sidney Lumets ein lohnender Kauf!
0Kommentar| 16 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. April 2010
Die Polizei stellt immer mal wieder ein beliebtes, zentrales Thema für Verfilmungen dar und dies ganz besonders, wenn es darum geht, sie einer maroden Infrastruktur zu überführen. Auf der Basis von James Elroy's Romanen sind mit DARK BLUE (2002) und L.A. CONFIDENTIAL (1997) bereits gelungene Filme zum Thema entstanden und daß nicht allein das LAPD, sondern auch New Yorker Cops 'Dreck am Stecken' haben können, wurde ebenfalls eindrucksvoll in COP LAND (1997) für die Leinwand verarbeitet. Ein weiterer Film, der Zustände innerhalb des NYPD thematisiert, ist Sidney Lumet's bereits 1981 entstandener Film PRINCE OF THE CITY. Regie-Legende Lumet verfilmte dabei Robert Daleys gleichnamigen Tatsachenroman, in dem es um eine Polizeieinheit geht, aus deren Mitte ein Cop heraustritt, der, unter Druck, bislang gut gehütete Geheimnisse offenbahrt.

Treat Williams, erst wenige Jahre zuvor durch seine Verkörperung eines der Hippies in der Musical-Verfilmung HAIR populär geworden, schlüpfte für PRINCE IN THE CITY in die Rolle des Polizeiermittlers Daniel Ciello, der für das Rauschgiftdezernat des New York Police Department tätig ist. Danny Ciello ist 'streetwise', weiß, wo's lang geht und somit auch, daß manche Grenze der Legitimität überschritten, mancher faule Kompromiß mit fragwürdigen Charakteren eingegangen werden muß, damit Polizeiarbeit sich letztendlich als effizient erweisen kann. Nicht er allein, sondern ebenfalls die Männer seiner Einheit verfahren nach diesem ungeschriebenen Gesetz, somit deckt jeder jeden. Damit hat es allerdings ein Ende, als die Staatsanwaltschaft Danny der Korruption überführen kann und ihm zusetzt. Danny zeigt 'Good Will', gesteht bereitwillig drei vergleichsweise unbedeutende Fälle, in denen er in der Vergangenheit gegen seine Berufsehre verstoßen hatte. Von mehr als diesen Lapalien scheinen allerdings die Ermittlungsbehörden zu wissen, die sich jetzt eingeschaltet haben und die ihm Straffreiheit zusagen, wenn Danny Ciello 'kooperiert', wenn er 'auspackt' ... und dabei Namen nennt. "Das erste, was ein Cop lernt, ist, daß er niemandem, außer seinem Partner, vertrauen kann!", hört der Zuschauer Detective Ciello noch in den Erstgesprächen propagieren, "Ich schlafe mit meiner Frau, aber ich lebe mit meinen Partnern. Ich würde sie niemals im Stich lassen!" - im Zuge der eingeleiteten Ermittlungen allerdings erklärt sich einiges anders, ändern sich die Vorzeichen, Detective Ciello erweist sich als immer 'kooperativer', gewährt immer tiefere Einblicke in die Vorgehensweisen seiner Einheit, wobei auch konkrete Namen fallen. Nicht unbeleuchtet bleibt dabei auch die Tatsache, daß ein Mitglied aus Danny's Familie im weiteren Sinne ebenfalls Mitglied der Mafia ist - diese Verbindung garantierte in der Vergangenheit wertvolle Tips ebenso wie Verschwiegenheit ... durch Danny's Aussagen gerät jetzt jedoch alles aus den Fugen: Die Medien geben plötzlich seinen Namen in Zusammenhang mit seinem Informantendasein bekannt, seine Familie muß unter Schutz gestellt werden, die Mafia stößt Morddrohungen aus, die Ermittlungsbehörden setzten Detective Ciello weiter unter Druck und seine Kollegen/Partner werden ihm gegenüber mißtrauischer, fangen an, sich zu distanzieren. Danny Ciello's Nervenkostüm sieht sich einer Dauerbelastung ausgesetzt, zwischen Abhöranlagen, Lügendetektoren, jetzt tatsächlich eintretenden Todesfällen und einem angespannten Familienleben schluckt er Beruhigungspillen und versucht nun auch seine Kollegen zu Aussagen zu bewegen ... Danny's bisheriges Leben ist vollkommen auf den Kopf gestellt, er muß erkennen, daß er sich auf äußerst 'dünnes Eis' begeben hat ... gibt es ein 'zurück' und gar eine Zukunft ... ?

Dieser Film mit insgesamt 160 Minuten Spiellänge läßt einen nicht kalt - PRINCE OF THE CITY ist kein gewöhnlicher Polizeithriller, das Wissen um seine (weitgehende) Authentizität umgibt den Zuschauer in jeder Sekunde - das macht den Film so gut, wenn auch so wirklich hart. PRINCE OF THE CITY ist ganz sicher kein Film, der nach Feierabend, so nebenbei, zwischen Waschmaschine, Pizza im Ofen und Kinder ins Bett bringen, laufen kann - auf diesen Film muß man sich einlassen (am besten im Urlaub oder in Feiertagsphasen wie Ostern, Pfingsten & co.). Er ist dabei nicht so anstrengend wie Alan J. Pakula's DIE UNBESTECHLICHEN, erfordert dennoch über die volle Länge auch die volle Aufmerksamkeit. Hat man den richtigen Zeitpunkt erwischt, wird man auch belohnt, der Film ist auf seine Art (= er wirkt ja beinahe dokumentarisch) wirklich spannend, wobei gut ausgewogen sowohl der Fortlauf der Ermittlungsarbeit, wie auch die Persönlichkeitsveränderung von Detective Daniel Ciello (sowie auch die Veränderungen in seinem Umfeld) fokussiert werden, beides zu verfolgen ist gleichermaßen faszinierend wie erschreckend. Während die Bereitschaft, in Ciello einfach nur einen Verräter zu sehen, zunächst noch relativ hoch ist, verändert sich im Zuge der zunehmenden Verdichtung des Plots auch die Perspektive des Zuschauers: Man wünscht Danny Ciello irgendwann wirklich nur noch, daß dieser Alptraum für ihn möglichst bald ein Ende hat.

Das Markenzeichen der 'Premium Edition' von Warner ist, daß die DVD-Ausgaben 2 Discs enthalten. Aufgrund der Überlänge dieses Films, befindet sich sein zweiter Teil auf Disc 2, zusammen mit einer knapp 30minütigen, sehr interessanten Doku, in der Hauptdarsteller Treat Williams, Regisseur Sidney Lumet sowie andere, an der Film Produktion Beteiligte Informationen zum Projekt veräußern - ebenso wie Buchautor Robert Daley und der 'echte Prince Of The City', Robert Leuci, der als Police Detective in den 70er Jahren tatsächlich belastende Aussagen gemacht hatte, die in 52 Fällen zur Anklage geführt hatten und Daley als Basis für seinen Roman diente. Auf Disc 1 gibt's, außer dem Gros des Spielfilms, noch den Original Trailer zu sehen.
Ursprünglich sollen übrigens Brian Di Palma für die Regie und Robert DeNiro als Hauptdarsteller vorgesehen gewesen sein. Obwohl der Film von der Kritik z.T. sehr positiv aufgenommen wurde, spielte er wohl nicht die erhofften Summen an den Kinokassen ein. PRINCE OF THE CITY ist definitiv 'starker Tobak', dabei ausgesprochen packend - ein von vielen vielleicht etwas übersehenes Juwel, das ich auf diesem Wege unbedingt empfehlen möchte!
-- theSilentNoirFreak
22 Kommentare| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. September 2008
Regisseur Sydney Lumet (Die 12 Geschworenen, Serpico, The Verdict u.a.) ist hier wohl einer der besten Polizisten Filme gelungen. Es gelingt ihm die Tragik eines Mannes zu zeigen der seine Freunde, seinen Beruf und sich selbst verratet. Treat Williams gibt gekonnt (wohl auch sehr angelegt an Al Pacino's Serpico)den New Yorker Polizisten Danny Ciello. Nachdem er selbst jahrelang Bestechungsgelder und Drogengelder mitsamt seinen Kollegen eingeheimst hat, bekommt er Gewissensbisse und beginnt für die Staatsanwaltschaft zu arbeiten. Doch hat er immer den Code der Verschwiegenheit zum Schutz seiner Freunde vor Augen.

Ein gut gemachter Film der trotz seiner 160 Minuten eine Spannung und Intensität aufbaut. Gute Schauspieler und interessante Bilder von NY runden das sehr positive Bild von Prince of the City ab. Bild (16:9) und Ton (D.D. 2.0 Deutsch, Englisch und UT in Deutsch und Englisch) sind sehr gut. Glatte Empfehlung !
0Kommentar| 12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 24. November 2016
Daniel Ciello ist Chef der SIU.
Diese kleine aber feine Spezialeinheit der New Yorker Polizei ist auf Drogenvergehen spezialisiert und sie sind die Stars des Reviers....auch weil sie das Gesetzt hier und da mal locker übertreten.
Das hat ein Ende als der neue Staatsanwalt Cappalino auftaucht.
Er gibt Daniel zu verstehen das er weiß das einiges Falsch läuft im Polizeiapparat und bietet ihm Hilfe und einen Ausweg an.
Daniel, den seit einiger Zeit Gewissensbisse plagen, entschließt sich nach einigem Hin und Her mit Cappalino und dessen Partner zusammen zu arbeiten unter der Prämisse nicht seine engsten Kollegen zu verraten.
Aber schon von Beginn an läuft es nicht so wie geplant und so rutscht Daniel ins Visier korrupter Bullen und muss sogar um das Leben seiner Familie bangen.
Nun wird sich zeigen auf welcher Seite Daniel wirklich steht......

Prince of the City aus dem Jahr 1981 ist ein komplexer, hochwertiger Korruptions-Thriller mit Drama Elementen.
Die Atmosphäre wirkt erdrückend Authentisch und die Figuren sind exzellent gezeichnet.
Das Manko des Films ist seine immense Laufzeit von ca. 167 Minuten.
Normalerweise kann mir kein Film zu Lang sein aber bei diesem hier wäre eine Straffung wünschenswert gewesen.
Es gibt viele Passagen die doch recht Zäh geraten sind.

Mal abgesehen davon hat Altmeister Sidney Lumet hier wieder einen erstklassigen Film inszeniert der hier und da etwas an den genialen Serpico aus dem Jahr 1973 erinnert.
Die Dialoge sind hervorragend, was bei einem so auf Dialoge basierenden Film auch unerlässlich ist.
Die Atmosphäre wie bereits erwähnt Authentisch.
Der Soundtrack passt, ebenso wie die Settings und der Cast.
Wer solcherlei Thriller mag kommt um diesen Film nicht herum.
Mit dabei sind u.a.: Treat Williams, Norman Parker, Jerry Orbach, Lindsay Crouse, Bob Balaban, Steve Inwood und Lance Henriksen.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 24. August 2016
Nie etwas davon gehört - doch die SZ-Reihe ist ja häufig ein guter Wegweiser für interessante Filme. Sidney Lumets "Prince of the City" stammt von 1981 und spielt weitgehend in einem durch und durch korrupten New York.

Danny Ciello gehört zu einer munteren Bande von Drogenfahndern. Mit zwielichtigen Mitteln haben sie Erfolge, stecken sich aber auch selbst einiges ein. Dannys Frau z.B. mag da offensichtlich völlig skrupellos und familienegozentrisch sein, Danny aber ist ein guter Cop. Deswegen will er da heraus, doch genauso will er seine Partner nicht verpfeifen. (Fast) alle sind übrigens in der Tat verblüffend lange liebevoll loyal zu Danny, doch der selbst zerbricht beinahe daran ...

Wie schon die "Zwölf Geschworenen" Lumets, zeigt "Prince of the City" scharfe Dialoge in kammerspielartigen Situationen. Hinzu kommen New-York-Szenen und Action.
Die Ausgabe bietet leider ein sperriges Case, aber Deutsch und Englisch als Sprachen und Untertitel. - Viereinhalb Sterne.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. August 2014
Es ist nun schon zwei Jahrzehnte her, dass ich diesen hammergeilen Streifen gesehen habe. Er hat mir damals so gut gefallen, dass ich ihn mir mehrmals hintereinander reingezogen habe. Letztens habe ich ihn mir nochmal angeschaut und fand ihn wieder sehr gut. Für mich ist er der beste Polizeifilm der Achtziger. In keinem anderen Film aus dem Genre wird das Milieu der Drogenfahnder und der psychische Druck, den sie ausgesetzt sind, so schonungslos realistisch gezeigt.
Leider ist er auch heute noch aktuell, denn der War on Drugs tobt ja immer noch.
Der kongenial von Treat Williams gespielte Hauptheld Ciello hatte immer meine Symphatie und ich finde es gut, dass sich das reale Vorbild Robert Leuci, nachdem er die New Yorker Polizei verlassen hat, sich in das Heer der schreibenden Ex-Cops eingereiht hat.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. Januar 2010
Einer der besten französischen Krimis,welche ich habe,Hochspannung pur,Kassette wurde mir echt neu geliefert,
hab sie mir sofort auf DVD überspielt,da ich ein Fan von französischen Filmen bin, ist es einer meiner Schätze.
Sollte jeder Krimifan gesehen haben.
11 Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden


Haben sich auch diese Artikel angesehen

Der Marathon Mann
7,44 €

Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken