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am 7. Februar 2008
Louis Begleys "Schmidt" ist ein außergewöhnlich guter Lesestoff. Der New Yorker Anwalt Schmidt ist im Ruhestand und will sein Leben neu ordnen. Seine Frau ist verstorben, seine Tochter will einen jungen Anwalt aus der Kanzlei heiraten, bei der Schmidt gearbeitet hat. Irgendwie passt ihm das nicht, aber er ist nicht in der Lage seiner Umwelt seine Gefühle mitzuteilen. So tapst "Schmidti", wie ihn seine Freunde nennen dürfen, von einer persönlichen Krise in die nächste und eckt vor allem bei der Familie seines zukünftigen Schwiegersohns an.

Dann lernt er Carrie kennen, eine Kellnerin aus dem Lokal, in dem Schmidt immer diniert. Mit Carrie gibt es wieder eine Beziehung und auch Sex. Aber Carrie bringt auch "Den Mann" und ihren Liebhaber Brian mit. Ab da wird Schmidts Leben ein klein wenig komplizierter.

Begley hat seinen Roman wunderbar formuliert. Die Story strotzt vor herrlichen Begebenheiten und Mario Adorf liest die fatalistischen Seiten des Schmidt facettenreich und mit Herz. Auch wenn er hier und da ein wenig nuschelt. Es stört zwar, dass die Hörbuchfassung gekürzt ist, nichtsdestotrotz ist der Hörspaß desssen, was man geboten bekommt, ungebrochen.

Für einen wirklich fairen Preis ein guter Hörbuchspaß.
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am 16. Januar 2009
Wer den auf diesem Buch basierenden Kinofilm "About Schmidt" gesehen hat, wird nach den ersten Seiten erkennen, dass mit dem Roman von Louis Begley nur ein geringfügiger Zusammenhang besteht. Der Film ist auf den großartigen Jack Nicholson zugeschnitten und eine Klasse für sich. Das Buch zeigt jedoch einen gänzlich anderen Charakter.

Louis Begley wurde als Ludwig Beglejter geboren und überlebte als Kind zusammen mit seiner Mutter Krieg und Holocaust in Polen auf Grund falscher "arischer" Identitäten, welche sie auch nach Kriegsende aus Furcht vor den eigenen katholischen Landsleuten beibehielten. Der autobiografische Roman "Lügen in Zeiten des Krieges" schildert wie der Junge seinen falschen Lebenslauf wie eine Schauspielrolle einübt (siehe meine Rezension).

Bezeichnenderweise beschreibt Begley in "Schmidt" seinen Protagonisten als Salon-Antisemiten und -Rassisten, der Juden, Schwarzen und Puertoricanern misstraut. Der sechzigjährige Frührentner und Witwer, der während seiner erfolgreichen Anwaltslaufbahn Jon Riker, einen jungen karrierebewussten Juristen jüdischer Herkunft fördert, sträubt sich dagegen, dass ausgerechnet dieser seine einzige Tochter Charlotte heiraten will. Und es kommt noch dicker: Charlotte gehört schon so gut wie zu Jons Familie und trägt sich mit der Absicht zu konvertieren!

Schmidt ist wohlhabend, seine "Sorgen" drehen sich um die Optimierung von Vermögens- und Schenkungssteuer. In diese Überlegungen ist auch seine Absicht eingebunden, seinen Niesbrauch an dem Haus auf Long Island, das seiner verstorbenen Frau Mary gehörte und in dem er wohnt, als Hochzeitsgeschenk auf seine Tochter zu übertragen. Ursprünglich war mit Mary abgemacht, dass er die fällige Schenkungssteuer selbst übernehmen würde. Nur in diesem konkreten Fall denkt "Schmidtie" eher an eine Art Danaergeschenk.

Charlotte, die stark unter Jons materialistischen Einfluss steht und für Gespräche mit ihrem Vater nie Zeit findet, fordert auch das Mobilar und das Tafelsilber. Die Kommunikation zwischen Vater und Tochter reduziert sich schließlich auf Briefe mit geschäftsmäßiger Tonalität.

Die Ironie der Geschichte ist, dass ausgerechnet ein jüdischer Filmregiseur seit Jugendtagen "Schmidties" bester Freund ist, mit dem er ungeniert über seine Ressentiments reden kann, und eine zwanzigjährige puertoricanische Kellnerin völlig selbstlos und ohne Hintergedanken einfach aus reiner Liebe zu ihm ins Bett steigt.

Begley beschreibt den Verlust von beruflichem Einfluss, die Auflösung der Familie, die Vereinsamung und schließlich die neuen erotischen Erfahrungen eines alternden Mannes mit unsentimentaler Leichtigkeit und politischer Unkorrektheit. Das Buch ist trotz mancher Übertreibungen, vielleicht auch gerade deshalb, ein kurzweiliges Lesevergnügen.
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TOP 1000 REZENSENTam 24. Oktober 2007
..wächst einem während des Hörens unheimlich ans Herz und wenn er auch nicht der sympathischste Mensch auf Erden ist, so ist er zumindest einer bei dem das Zuhören nicht langweilig wird.
Interessant und authentisch schildert der Autor, das Leben des alternden Pensionärs mit seiner (unsympathischen zickigen) Tochter, ihrem arroganten Verlobten und Schmittis Geliebten und deren weiteren Verehrern. Alle Probleme einer solchen Beziehung mit massivem Altersunterschied werden beleuchtet und aus altmännlicher Sicht dargestellt. Unheimlich interessant.
Dazu die gute ruhige und passende Stimme von Mario Adorf.... was will man mehr?
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am 25. November 2007
Louis Begley weiß, wovon er schreibt. Er ist selber ein äußerst erfolgreicher Anwalt gewesen und sicher werden ihn die Schreckgespinste der Pensionierung schon lange vor seinem Roman heimgesucht haben. Mit einem Augenzwinkern erzählt er uns die Geschichte des New Yorker Anwalts Albert Schmidt, der nicht loslassen kann, der sich in eine Welt hinausgeschleudert sieht, auf die er nicht vorbereitet ist. Selbst die heiße Liebe zu einer puertoricanischen Kellnerin ist nicht dazu gemacht, ihm seinen Frieden zu geben. Noch will er zu viel.

Zum Beispiel seiner Tochter vorschreiben, wen sie zu heiraten hat. Schmidt unterläuft das, was vielen Pensionären unterläuft, sie grenzen sich selbst aus, wollen von Chancen für das Leben nach der Arbeit nichts wissen, sind der Meinung mit allem ausgerüstet zu sein, was sie zum Leben brauchen. Sie sehnen den Moment herbei und werden von ihm erschlagen. So kann das Leben zur Hölle werden, die Verzweiflung überhand nehmen. Gäbe es da nicht Louis Begleys Humor, der den alltäglichen Fallen ein Schmunzeln abringen kann und der seinem Helden Schmidt einen Hauch Überlebenswillen verleiht, so daß selbst die Rente zum Abenteuer wird.
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Begley, Louis, Schmidt, (1996), (Suhrkamp 1997)

Schmidt als alternder Anwalt mit nachlassender Fortüne hat sich im Zusammenhang mit dem unerwarteten Tod seiner Frau Mary frühpensionieren lassen, gleichzeitig möchte Charlotte, das einzige Kind aus der Ehe, Jon Riker, den jungen, früheren, ehrgeizigen Sozius Schmidts, heiraten. Die Überlegungen, welches Erbe er seiner Tochter hinterlassen soll, wie die Hochzeit ausgerichtet werden soll, und die Auseinandersetzungen mit Jons jüdischer Familie (beide Eltern sind Psychoanalytiker) - besonders mit der noch attraktiven Mutter Renata - machen einen großen Teil des Buches aus. Schmidt hat es mit mehreren Problemen zu tun: Er muss mit dem beginnenden Alter und dem Verlust der Frau fertig werden, ferner damit, wie die Tochter Charlotte sich mehr und mehr von ihm entfremdet und sich an ihrem zukünftigen Mann, den Schmidt menschlich nicht akzeptieren kann, und dessen Familie orientiert. Bevor ihn diese Probleme ganz überwältigen, reißt ihn die unerwartete Liebesbeziehung zu einer 20jährigen puertorikanischen Kellnerin, Carrie, aus seinem Trübsinn, dabei entstehen allerdings neue Probleme.

Schmidt ist wohlhabend, lebt in einer komfortablen, zivilisierten Welt, in der Probleme durch Geld und Beziehungen, durch Anwälte und rational geführte Verhandlungen geklärt werden. Wenn sich Schmidt z.B. in dem großen geerbten Haus mit Charlotte und Jon nicht mehr wohlfühlt, reduziert sich das Problem für ihn darauf, wie er sich elegant aus der Misere ziehen kann, indem er Charlotte das Haus scheinbar großzügig vermacht. Nun wollen die beiden aber nicht, weil sie sich in sozialer Hinsicht ganz anders als Schmidt und seine verstorbene Frau orientieren wollen und weil sie finanzielle Nachteile wittern. Das Buch ist also voll von solchen Tüfteleien juristischer und psychologischer Art, wir erfahren als Leser, was Schmidt wirklich denkt (oft sehr zynisch) und was er dann tut (meist sehr geschickt und taktisch klug), was durch den Kontrast oft genug komisch ist. Insgesamt entsteht so ein Eindruck von Leichtigkeit und Eleganz in der Darstellung.

Aber Schmidts Probleme sind durchaus nicht leicht. Er ist der Meinung, dass er seine Tochter liebt und kann (wie ein moderner Lear) nicht verstehen, wie das alte Vertrauen gewichen ist und an seine Stelle Misstrauen, Fremdheit, Gleichgültigkeit getreten sind. Charlottes Zukünftigen hält Schmidt für einen fähigen Fach-Idioten, einen Streber, der außer seinem Vorteil und Fortkommen nichts im Sinn hat, während er von sich selbst behauptet, dass er schon im College romantisch war, "und die romantische Einstellung habe ich nie aufgegeben." (89). So lässt er die Vergangenheit Revue passieren und fragt sich, was er Charlotte wirklich gegeben hat. Er hatte halt nie richtig Zeit für sie, das Fazit ist daher nicht ermutigend: "Gutes Benehmen ist das einzige, was sie von mir hätte lernen können." (200). Die Beziehung zu Charlotte scheint sich für Schmidt jetzt darauf zu reduzieren, dass er ständig ihre und Jons Verletzungen der Etikette, des guten Benehmens registriert und sich angemessene Gegenmaßnahmen überlegt. Man fragt sich, ob dies Vaterliebe ist (wie Schmidt behauptet) oder ob es doch nur Äußerungen einer narzisstischen Persönlichkeit, einer gekränkten Eigenliebe sind. So kann Schmidt sich selbst oder z.B. in Gesprächen mit Renata, Jons kluger Mutter, nur halbherzig zu unbequemen Einsichten durchringen, etwa der, dass in seiner Ablehnung Jons auch ein latenter Anti-Semitismus eine Rolle spielt. Nichtsdestoweniger ist Schmidt ein liebenswerter Mensch und sicherlich ein Mensch, der für unsere Zeit repräsentativ ist.

Vielleicht macht er sich mit der Kellnerin Carrie auch nur etwas vor, nämlich dass das Altwerden nicht so schlimm ist, denn es gibt genügend Zeichen, dass sein spätes Glück bedroht und fragwürdig ist. Ein stinkender, verkommener, geiler Penner, der ihm überall auflauert, löst Angst und Ekel in ihm aus, bis er ihn in dichtem Nebel aus Versehen totfährt. Man erfährt erst allmählich, dass der vor Jahren als ehemaliger Lehrer bei der minderjährigen Carrie die Rolle einnahm, die Schmidt jetzt bei ihr einnimmt, er erscheint dem Lebemann Schmidt also als bedrohliche, aber erfolgreich verdrängte Möglichkeit des Altwerdens. Deswegen finden sich mit Bezug auf diesen Stalker auch Anspielungen auf den steinernen Gast aus Mozarts Oper "Don Giovanni" (287, 303). Man erinnert sich: Als der Lüstling Don Giovanni den alten Mann erschlagen hat, kommt dieser als rächendes Denkmal zurück und erschlägt den Missetäter.
Noch ein Beispiel, wie Begley mit Anspielungen arbeitet: Schmidts illustrer Freund Gil Blackman rät ihm, dem Weihnachts-Stress auf einer für besondere Touristen der Extra-Klasse reservierten Insel im Amazonas zu entgehen. Es sei das Paradies auf Erden, außer von Indios nur von einem Deutschen namens Schmidt bewohnt, einem Biologen, der dann dort geblieben sei, mit einer Indianerin lebe und jetzt den Führer mache. Schmidt witzelt, dass es offenbar sein "Doppelgänger" sei (182). Gils Frau behauptet nun, der Mann heiße Lang. Falsch, als Schmidt schließlich dem Rat des Freundes folgt und dort Weihnachten in der Tat angenehm verbringt, erfährt er, dass der Mann in Wirklichkeit Kurz heißt. Zu Hause witzelt man wieder, dass der Mann vielleicht an Wahnvorstellungen leide und glaube, im Kongo zu sein (263). Ein scheinbar nebensächliches Small-Talk-Detail, wenn man sich nicht daran erinnerte, das Mr Kurtz die zentrale Gestalt in Joseph Conrads Erzählung "Herz der Finsternis" ist, die in der Wildnis des Kongo spielt, wo Kurtz sich orgiastischen Exzessen hingibt und den in ihm selbst schlummernden Verrohungstendenzen erliegt und ein Zentrum des Bösen wird.
Schließlich ist da noch Bryan, ein jugendlicher, undurchsichtiger Typ, mit dem Schmidt sich Carrie teilen muss, sie schläft gelegentlich auch mit Bryan. Obwohl Schmidt am Ende seine neue Freiheit genießt und Dank dafür empfindet, ist für ihn nichts geklärt: Bryan nistet sich bei ihm ein, und man fragt sich: Werden Carrie und Bryan ihn am Ende doch nur für ihre Zwecke missbrauchen, wie Charlotte und Jon es befürchten?

Wir bewegen uns in diesem unterhaltsamen Buch mit seiner Leichtigkeit und seinem Witz in einer Welt der Liberalität, des Wohlstands, des guten Benehmens, aber es ist eine etwas synthetische Welt und das Unglück und das Bedrohliche sind immer präsent. Übrigens: Mit dem Film mit Jack Nicolson in der Hauptrolle hat das Buch nicht viel gemeinsam, was nicht heißt, dass der Film nicht auch interessant ist.
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TOP 1000 REZENSENTam 21. Juni 2010
Wow. Louis Begley kann erzählen! Und das mit einer Doppelbödigkeit, dass einem schwindelig wird. Der Protagonist Schmidt, ein früher als geplant in den Ruhestand entsorgter vormaliger Staranwalt, wird als so etwas von unsympathisch eingeführt, dass es am Ende ziemlich verwundert, wie er dennoch die Solidarität des Lesers gewinnen konnte. Was ist denn da passiert?

Egoistisch, ohne jede Empathie (er geht natürlich sofort nach der Diagnose einer unheilbaren Krankheit bei seiner Frau ins Büro und setzt diese ins Taxi). Frustriert, dissozial, antisemitisch gestimmt, wobei seine Vorbehalte gegen Juden nur ein Element seines vorurteilsgesättigten Weltbildes sind. Es wundert irgendwie gar nicht, dass er seine Frau mit den Au-Pairs im Hause so selbstverständlich betrügt, wie andere nachts aus dem Kühlschrank naschen. Nicht zu schweigen von seinem kleinkarierten Kleinkrieg gegen die eigene, zickige Tochter. Im übrigen ist beinahe das gesamte Personal des Romans nicht minder unsympathisch als Schmidt, aber alles hochinteressante Charaktere.

Und am Ende ist quasi alles auf den ironischen Kopf gestellt: Schmidts Tochter heiratet ausgerechnet einen jüdischen Anwalt, seine Geliebte ist Puertoricanerin und nur eine Kellnerin, deren vormaliger und paralleler Sexualpartner aus undurchsichtigem Milieu ist Schmidts Pflegeversicherung - und außerdem ist eine rätselhafter Obdachloser totgefahren.

Die Doppelbödigkeit, wenn man so will, macht das Buch zum philosophischen Roman. Wie ist das denn, wenn wir Menschen beurteilen? Wie verteilen sich Sympathien? Welche Rolle spielen Vorurteile wirklich? Was ist Wirklichkeit? Was Subjektivismus? Was Gut und Böse? Was Glück?

Doch halt. Wenn ich das Buch als philosophisches anpreise, stehe ich in der Gefahr, dass Sie, werte Leserin, werter Leser, vergessen könnten,
dass es vor allem eines ist: exzellent erzählt. Wow!
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am 31. Januar 2008
Louis Begley ist 1933 in Stryi in Polen geboren, ist mein seinen Eltern nach New York ausgewandert und machte als Rechtsanwalt Karriere. Mit 57 hat er dann seinen ersten Roman geschrieben, welcher als literarische Sensation gefeiert wurde. Begley gilt heute als einer der wichtigsten amerikanischen Autoren der Gegenwart.
Die Handlung:
Schmidt, d.h. Albert Schmidt muss nach dem man ihn als Anwalt in Pension geschickt hat, neu anfangen und nun beginnt ein wirklich rührender, leidenschaftlich und komischer Roman mit vielen Schmunzeleinheiten.
Mario Adorf ist der ideale Vorleser für die Geschichte. Er trifft immer den richtigen Ton und man hat das Gefühl er verwandelt sich in Schmidt. Damit zieht er den Zuhörer geschickt auf die Seite des manchmal unleidlichen, zutieft menschlichen Helden. Ich kann dieses Hörbuch sehr empfehlen.
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am 1. Oktober 2009
Gerade erst hat Albert "Schmidtie" Schmidt, Rechtsanwalt im Vorruhestand, den frühen Tod seiner Frau zu verkraften, da wartet das Schicksal mit einem neuen Schicksalsschlag auf. Seine geliebte Tochter will ausgerechnet seinen früheren Protegée aus der Kanzlei heiraten, einen aalglatten, eigenschafts- und charakterlosen Karrieristen. Schmidt will mit dem jungen Paar nicht das gemeinsame Haus teilen und beginnt, sich neu zu orientieren, neu zu finden. Schön, dass ihm bei dieser Suche die junge (sehr junge...) Kellnerin Carrie hilft, einen neuen, eigenen Weg zu finden.

Mario Adorf liest diese unglaublich menschliche, humorvolle, augenzwinkernde und charmante Geschichte mit viel Einfühlungsvermögen; eine ideale Auswahl.

Dass es hier dennoch nicht zu fünf Sternen reicht, liegt an den mitunter brachialen Kürzungen, die die Redaktion vorgenommen hat, um die über 300 Seiten des Romanes auf vier CDs einzudampfen.
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am 7. Juli 2007
Albert Schmidt ist pensionierter Anwalt der New Yorker Kanzlei W&K, seine geliebte zumal betrogene Ehefrau Mary kürzlich verstorben, ein Haus in den Hamptons in Petto verkündet seine einzige Tochter Charlotte - 27 jährig - ihre Heiratsabsichten mit dem Junganwalt und Sozius Jon Riker (ebenfalls W&K). Dem noch nicht genug, sind die Rikers jüdischen Bekenntnisses, bieten die Ausrichtung der Hochzeitsfeierlichkeiten an und legen Schmidt nahe, seine Schenkungs- und Erbschaftsabsichten zu überdenken. Was bleibt Schmidtie anderes übrig, als sich ein neues Leben zu suchen, inklusive zwanzigjähriger Freundin mit kiffendem Künstler im Gepäck.

Herrlich munter und humorvoll beschreibt Begley den Mann um die Sechzig und die Chance und Möglichkeit sich neu zu orientieren. Die Tochter lebt ihr eigenes Leben kompromisslos, der zukünftige Schwiegersohn Riker dient als wenig sympathischer Statist. Zudem wird das Töchterchen etwas gierig und will sich auch noch am Tafelsilber vergreifen (herrlich der Briefwechsel zwischen Vater und Tochter in Kapitel 13). Kein Wunder - da macht sich Mitleid mit dem armen Kerl Schmidt breit, was unter anderem darauf zurückzuführen ist, dass uns lediglich seine Perspektive unterbreitet wird.

Flüssig, menschlich, aussagekräftig und reichlich humorvoll!
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Zum Inhalt der Story haben die anderen Rezensenten schon alles gesagt. Ich möchte auf Mario Adorf als Vorleser eingehen. Anfangs dachte ich, wie ist das möglich, dass ein Hörbuchverlag bei der Aufnahme eines Textes so viele Nuschler durchgehen lässt. Doch dann, wenn man sich an Adorfs Lesestil gewöhnt hat, wird der Nachteil zum Vorteil. Adorf "wird" Schmidt beim Lesen - und Schmidt ist ein Typ, der vermutlich auch beim Sprechen nuschelt. Also passt es. Sehr empfehlenswert ist auch der Film zum Buch, der, nebenbei, eine geniale Filmmusik hat.
Doch noch ein paar Worte zur Geschichte: "Schmidt" ist eine exzellent geschriebene Story über einen alten (einst erfolgreichen), verwitweten Mann, der seine Macht und seine Kräfte schwinden sieht. Er versucht noch dies und das, findet aber nirgends mehr wirklich Halt. Ja, so ist das wohl, am Ende des Lebens, wenn die Seelenverwandten sterben und man weiß, dass Neues sich nicht mehr aufbauen lässt, weil man schon zu müde ist. Man irrt noch ein wenig herum und weiss nicht mehr so recht, was man eigentlich noch soll auf der Welt. Da hilft dann, wie so oft, nur noch der Humor. Und den hat Begleys "Schmidt" glücklicherweise.
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