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Kundenrezensionen

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am 4. Mai 2012
Eine wilde Mischung, dieses Buch! Zum Teil liest es sich wie eine Zeitungsreportage, sehr aktuell und ziemlich launig (ich habe immer wieder laut auflachen müssen) - dann aber ist es manchmal fast eine Art Manifest, z.B. wenn es darum geht, warum Gärtnern politisch ist. Dieses Kapitel hat mich insofern überrascht, weil man da eigentlich wenig ganz neues erfährt, aber weil da eine bestimmte Sichtweise sehr einleuchtend formuliert ist, so dass man denkt: Ja, stimmt total! Und dann wieder ist es wie ein normales Sachbuch, mit ganz viel Information. Aber es ist fast zu gut geschrieben! Man ist manchmal richtig in Gefahr, das so flott wegzulesen und dabei ganz zu übersehen, was alles an Informationen drin steckt. Viel Wissen um ökologische und sonstige Zusammenhänge, und manches ist einfach genial erklärt.

Ein paar Fundstücke:
Über die Bienen in der Stadt: In Hamburg bietet der Stadtimker Georg Petrausch einen Honig namens ,Ottenser Wildblüte` an - wobei man wissen muss, dass der Hamburger Stadtteil Ottensen ungefähr so naturnah ist wie Berlin-Mitte oder die Münchner Maxvorstadt. Beim Stichwort ,Milch` denkt man hier an Latte Macchiato, bei der Frage ,Eiche oder Buche?` an das Parkett im Altbau, und wenn etwas blüht, dann am ehesten die politische Prosa der Flugblätter in den Kneipen. Denkt man. Stimmt aber nicht. Denn von dem Dach des Stadtteilzentrums, auf dem Petrauschs Bienenstöcke stehen, sind jede Menge Stadtbäume in Reichweite, dazu Kleingartenanlagen, Parks und Privatgärten." (S. 71)
Aus dem Hintergrundkasten ,Lob der Ringelblume`: Die Ringelblume ist die Barbara Schöneberger des Gemüsegartens. Wo man auch hinkommt, ist sie schon da, sieht gut aus, strahlt und verbreitet gute Laune. Sie hat vielerlei Talente und vielerlei Heilwirkungen, sie erfreut das Auge und das Herz, kurz: Sie tut einfach gut. ... Sie wächst in jedem Bauerngarten und gehört auch in einen ordentlichen Urbanen Garten." (S. 157)
Aus dem Für und Wider beim Umgraben: Umgraben ist für den Boden wie eine Revolution, und jedes Jahr Revolution ist einfach anstrengend." (S. 170)
Oder über die Wildbienen: Wildbienen sind die Kleinunternehmer der Bestäubungswirtschaft - nicht so bekannt wie die Honigbienen und nicht so oft in den Medien, aber ungemein vielseitig und in jeder Nische zu Hause. Rund 550 Arten von Wildbienen gibt es in Deutschland; die Hummeln gehören dazu, die weit verbreitete Sandbienen und Mauerbienen, aber auch seltene und gefährdete Arten wie die Mohnbiene, die mit den roten Blütenblättern des Klatschmohns ihre Brutröhre auskleidet." (S. 158)

Super fand ich die vielen Kästen mit Hintergrundinformationen z.B. zu ökologischem Saatgut, zur Sortenvielfalt, zu Schadstoffen beim Anbau in der Stadt und was man dabei beachten sollte, zum selbst Saatgut-Gewinnen und zu anderen praktischen Sachen wie Hochbeet, Kompost, Umgraben oder was man auf einem Balkon machen kann. Oder die Seiten zum Guerilla Gärtnern. Oder die 10 Thesen zur Zukunft des Gärtnerns und der Stadt".

Und darin stand dann auch mein Lieblingssatz in dem Buch: Das Hochbeet ist das Stadtmöbel der Zukunft."
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am 2. Juli 2012
Zugegeben, ich hatte schon eine Rezension von dem Buch auf karma-konsum.de gelesen und daher schon den Verdacht gehabt, dass es mir gefallen würde - aber letztlich hat es meine Erwartungen noch übertroffen. Im Prinzip ist das eine Mischung aus Reportage und Essay, aus aktuellen Entwicklungen und kulturellem und wissenschaftlichem Hintergrund, dazu angereichert mit persönlichen Erfahrungen. Das Besondere an dem Buch ist die Art und Weise, wie es das, was unter dem Schlagwort "Urban Gardening" alles passiert, in einen großen Zusammenhang stellt. Dabei ist es super geschrieben, mit Tempo und Rhythmus, meistens in einem leichten, launigen Ton, manchmal aber auch richtig lustig, und trotzdem mit Tiefgang. Und immer wird im richtigen Moment der Fokus aufgemacht und das große Bild in den Blick genommen.

Selbst wenn man manche Aspekte des Thema schon kennt, wenn z.B. vom Prinzessinnengarten oder dem Gartendeck schon gelesen hat, oder wenn man selbst schon mal den Gedanken gehabt hat, dass Gärtnern politisch ist, oder sich schon mal ansatzweise mit der Saatgutproblematik beschäftigt hat - so wie das hier erklärt wird, fallen einem derart die Schuppen von den Augen, dass es nur so klappert. Die Problematik mit dem Hybridsaatgut zum Beispiel und warum das die genetische Vielfalt der Kulturpflanzen gefährdet, und wie sehr die Produktion bereits auf wenige Konzerne und wenige Sorten konzentriert ist, das habe ich hier erst so richtig kapiert. Oder wie sich das historisch entwickelt hat, dass wir nur noch so wenige Sorten in den Supermärkten haben, das wird am Beispiel des Apfels gut und nachvollziehbar erklärt.

Auch der inhaltliche Bogen, den das Buch schlägt, die Einteilung in vier Teile (plus Prolog und Ausblick) ist sehr stimmig:

Im 1. Kapitel ("Das soll ein Garten sein?") geht der Autor der Frage nach, was überhaupt ein Garten ist, wie z.B. der Garten in unserer Kultur und in unserem Denken verankert ist und ob man vor diesem Hintergrund Sachen wie das Gartendeck oder das Tempelhofer Feld oder die kleinen Guerillagärten auf den Bürgersteigen überhaupt Gärten nennen kann - was eindeutig bejaht wird, weil, so die These, es gerade das Neue an der Entwicklung sei, dass der Begriff "Garten" sich zur Zeit ausweite, dass er immer mehr neue und überraschende Facetten bekomme.

Im 2. Kapitel ("Unterm Pflaster liegt das Beet") geht es darum, wie in den Städten wieder mehr Lebensmittel und vor allem wieder mehr Obst und Gemüse produziert werden können. Interessant ist hier vor allem das Beispiel der Stadt Andernach, die im öffentlichen Raum systematisch wieder mehr Nutzpflanzen anbaut. In diesem Kapitel geht es auch darum, wie verblüffend hoch die Artenvielfalt in der Stadt ist und wie gut es den Honigbienen in der Stadt inzwischen geht, verglichen mit den Bienen auf dem Land. Hier geht es auch um neue Formen des Verhältnisses der Stadt zum Land, wie sie gerade zum Beispiel in den Verbraucher-Erzeuger-Gemeinschaften (community-supported agriculture, CSA) entstehen.

Im 3. Kapitel ("Der politische Garten") wird erklärt, warum Gärtnern politisch ist, und zwar sowohl in allgemeiner Hinsicht (weil in einer globalen Welt jedes Handeln Konsequenzen hat) wie auch in spezieller, z.B. weil die Lebensmittelherstellung immer industrieller wird und es deshalb von Belang ist, ob man selber etwas anbaut und dadurch die Kompetenz erwirbt, mitzureden und die Lügen der Industrie zu entlarven. Das Buch zitiert dazu einen schönen Satz aus der Süddeutschen Zeitung: "Zu lernen, wie Gemüse wächst und gezogen wird, heißt anfangen, die Codes der Lebensmittelindustrie zu knacken."

Im 4. Kapitel ("Den Garten verstehen") geht es vor allem darum, wie ökologische Zusammenhänge funktionieren. Zuerst natürlich im Garten selbst, mit Regenwurm und Springschwänzen und Frühblühern und Wildbienen (Zitat: "Wildbienen sind die Kleinunternehmer des Bestäubungswesens - nicht so oft in den Medien wie die Honigbiene, aber ungemein vielseitig und in jeder Nische zu Hause"). Dieser Teil ist auch der am stärksten praktisch ausgerichtete, mit Tipps zu Kompost und Umgraben, zum Erhöhen der Artenvielfalt im Garten etc. Und dann kommt aber wieder eine geniale Kurve zu dem Gedanken, dass man auch die Stadt selbst als Ökosystem sehen und begreifen kann und wie das den Blick auf die Stadt verändert. Das steht natürlich im Gegensatz zum herkömmlichen Verständnis von Stadtplanung, wird aber offenbar bereits von den ersten Stadtplanern (die auch ausführlich zitiert werden) so propagiert.

Im Epilog geht es dann um verschiedene Ideen und Visionen für die Zukunft der Städte, in denen das Grün und der Anbau von Obst und Gemüse eine Rolle spielt. Nicht unwesentliches Plus des Buches: ein Verzeichnis von Urban-Gardening-Projekten und eine Literaturliste, die beide kommentiert sind und schon für sich ein Lesegenuss. Dazu noch 10 knackige Thesen zur Zukunft des Gärtnerns und der Stadt (z.B. These 6: "Das Hochbeet ist das Stadtmöbel der Zukunft").

Fazit: ein ungemein facettenreiches und anregendes Buch, dass dieses komplexe Thema auf geniale Weise zusammenfasst. Man sieht dann die Stadt mit anderen Augen, und man kriegt selber Lust, irgendwie loszulegen.

Und noch eins: Auch wenn sich Amazon diesen Zusammenhang per Cross-Selling nicht verkneifen kann - dieses Buch ist nur teilweise ein Garten-Ratgeber im herkömmlichen Sinn. Wer also Tipps sucht, wie er die Geranien beschneidet, sollte sich ein anderes Werk zulegen!
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am 4. März 2012
Seit langem suche ich nach einem Buch über Urbanes Gärtnern. Vor ein paar Monaten habe ich mir die Berliner Prinzessinengärten angeschaut und war begeistert von dieser Bewegung. Eigenes Gemüse ziehen, wieder zu spüren, was es heisst im "Dreck" zu buddeln - das hat schon was. Doch nun zum Buch: Da ist wirklich alles drin! Informative Kästen, etwa zum Thema "Kompost" oder "Saatgut gewinnen", viele, stimmige Bilder, ein kommentiertes Literaturverzeichnis, Links zu den wichtigsten Initiativen, deutschlandweit. Und "dazwischen und drumherum" ein wunderbar geschriebener Text, der Laune macht. Hab das Buch fast in einem Satz gelesen, oftmals geschmunzelt, mich immer gut unterhalten und dabei noch einiges gelernt. Was will man mehr?!?
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am 14. März 2012
Durch dieses Buch wurde mir bewußt, wie sehr der Garten und das Gärtnern Teil unserer Kultur ist. Es ist unglaublich, welche Fülle von Informationen und sehr fundierten Ratschlägen in diesem Buch stecken. Und es geht nicht nur um das neue Gärtnern in der Stadt, sondern überhaupt um das Verhältnis des Einzelnen zu seiner Umwelt und zu der Gesellschaft in der er lebt. Dazu ist es mit einer charmanten Leichtigkeit geschrieben, wobei sich die Begeisterung des Autors für alles was mit Pflanzen, der Sortenvielfalt und auch der politischen Bedeutung des Gartens zu tun hat, auf den Leser überträgt. Ein großartiges Buch, dessen Inhalt weit über ein Sachbuch hinausgeht.
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am 17. Dezember 2013
Ansprechend geschrieben und mit vielen Informationen über den "Stand der Dinge" in Deutschland. Hilfreiche Links und Verweise auf Initiativen und weiterführende Literatur.
Für Biogärtner mit eigenem Garten sind die Praxistipps z.B. zum Thema Hochbeet und Kompost natürlich nicht neu. Aber kompakt zusammengefasst für den schnellen Überblick für Einsteiger gut gemacht.
Ein lesenswertes Buch, das das Thema Urban Gardening aus vielen verschiedenen Perspektiven betrachtet und einfach Spaß macht.
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am 12. Mai 2012
Wirklich erstaunlich, was sich in manchen Städten tut. Nicht nur diese Geschichten mit den Gemeinschaftsgärten, von denen ja in den Medien schon viel die Rede war, sondern z.B. auch die Stadt Andernach, die sich selbst vorgenommen hat, dass auf öffentlichen und privaten Plätzen wie zum Beispiel im Burggraben oder in Parks oder an Häuserfassaden Gemüse und Obst angebaut wird.

Überhaupt ist dieses Buch eine ganz ungewöhnliche Mischung aus Essay und Reportage, aus Hintergrund und Praktischem. Interessant fand ich zum Beispiel, wie die Vielfalt der Apfelsorten, die früher bei uns im Handel war, durch (überwiegend) behördliche Maßnahmen reduziert wurde ' was im Prinzip für alle Kulturpflanzen gilt, und was in jüngster Zeit sich dramatisch zugespitzt hat, weil nur eine Handvoll Konzerne den Weltmarkt für Saatgut beherrschen. Zum Glück gibt es immer mehr Leute, die sich dem entgegenstellen, Saatgutinitiativen, Saatguthändler und -Tauschbörsen oder auch Privatinitiativen. Und auch für die urbanen Garteninitiativen ist das Thema Saatgut ein großes Thema. Darüber finden sich in dem Buch viele Informationen, z.B. was an dem Hybrid-Saatgut oder dem gentechnisch veränderten Saatgut auf Dauer so schädlich ist, und alles super erklärt, wie es überhaupt insgesamt sehr flüssig und gut zu lesen ist. Man merkt, dass der Autor selber ein leidenschaftlicher Gärtner ist, der auch einiges persönliches von sich preisgibt.

Es gibt auch eine Menge praktischer Anregungen, zum Beispiel zum Anlegen von Hochbeeten, zum Pflanzen von Kartoffeln im Kübel, Tipps für den Balkon, Tipps zum Selber-Saatgut-Gewinnen, zu Kompost, Umgraben etc. Man bekommt wirklich Lust, sofort loszulegen.
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am 9. März 2013
Das Buch betrachted den Garten und das Gärtnern von verschiedenen Blickwinkeln: als Teil der eigenen Lebensmittelversorgung, als Möglichkeit und Einladung sich mit der Natur und ihren Prozessen auseinanderzusetzen, als Teil der Naturbildung, als politisches Statement, als Oase der urbanen Biodiversität. Dabei werden Hintergründe immer wieder gut recherchiert, pointiert und gut verständlich dargestellt, so dass der Leser ein Grundverständnis für die vielen komplexen Zusammenhänge zwischen Lebensmittelproduktion, ökologischer Vielfalt und gesellschaftlichen Themen entwickelt.
Ein durch und durch gelungenes Buch, dass in den Textboxen viele Hintergrundinformationen liefert, hilfreiche Tips enthält, kurzweilig zu lesen ist und auch durch Layout und Design anspricht. Macht viel Freude beim Lesen und Lust aufs Gärtnern.
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am 15. März 2012
Buchbeschreibung: "Für all diejenigen, die am liebsten sofort loslegen wollen, gibt es zahlreiche Praxistipps. Ein unerlässlicher Ratgeber für alle Stadtgärtner."

Diesen letzten beiden Sätzen möchte ich widersprechen. Zahlreiche Praxistipps? Nunja, "zahlreich" ist vermutlich Anischtssache. Ich finde die Anzahl dieser Praxistipps jedenfalls überschaubar. "Unerlässlicher Ratgeber"? Wieso unerlässlich? Da fallen mir spontan viel wichtigere Buchtitel ein wie z. B. "Der Biogarten".
Korrekt ist, dass das Buch einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Gartenkonzepte gibt. Aber wer braucht denn das? Das findet man doch vor Ort am besten selbst heraus.
Okay, vielleicht hatte ich auch einfach nur eine andere / die falsche Erwartungshaltung an das Buch....
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